Die syrisch-katholische Kirche bewahrt das christliche Erbe des syrischen Sprachraums in Gemeinschaft mit Rom. Ihre geschichtlichen Schwerpunkte liegen zwischen dem Libanon, Syrien und dem Irak. Heute gehören auch Gemeinden auf anderen Kontinenten dazu. Patriarchat, Klöster und Familien tragen diese Tradition über Staatsgrenzen hinweg weiter.
Der Name bezeichnet eine kirchliche Tradition und keine Staatsangehörigkeit. Syrische Katholiken leben ebenso im Irak und Libanon; die Geschichte ihrer Kirche lässt sich deshalb nicht auf die heutige Republik Syrien begrenzen.
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Ein klingendes Erbe
Das Patriarchat pflegt syrische Kirchenmusik und veröffentlicht liturgische Bücher. Zum überlieferten Gebetsschatz gehören Hymnen und das in der Fastenzeit verwendete Gebet des heiligen Ephrem.
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Charfet als Erinnerungsort
Das Kloster Unserer Lieben Frau von Charfet im Libanon ist mit dem Neubeginn des katholischen Patriarchats verbunden. Hier bestehen auch Einrichtungen für Priesterausbildung und kirchliche Veröffentlichungen.
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Diaspora mit eigenen Wurzeln
Die Kathedrale St. Toma in Michigan schildert, wie irakische Familien nach Auswanderung und Verfolgung eine neue Gemeinde aufbauten. Gottesdienst, Katechese und gemeinsames Gemeindeleben verbinden dort religiöse Heimat mit dem neuen Lebensumfeld.
Glaube im Alltag
Tradition, die gelebt wird.
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Ein Kirchenraum wird zur Heimat
Wie Liturgie und Wiederaufbau zusammengehören, zeigt die historische St.-Georgs-Kathedrale im Beiruter Viertel Bachoura. Nach ihrer Restaurierung wurde sie am 29. Oktober 2022 erneut geweiht. Der Patriarch salbte den Altar mit Myron, dem geweihten Salböl; die mitwirkenden Bischöfe salbten Bereiche des Kirchenraums und seine Türen. Anschliessend folgte die Eucharistiefeier. Seminaristen übernahmen liturgische Dienste, ein gemeinsamer Chor mehrerer Pfarreien sang. Für die versammelten Familien erhielt damit ein lange beschädigter und vernachlässigter Ort wieder seine Aufgabe als Zentrum des Gebets und der Begegnung.
Was Patriarchat und Synode entscheiden
Die patriarchale Ordnung verteilt Verantwortung auf mehrere Organe. Nach dem gemeinsamen Recht der katholischen Ostkirchen beruft der Patriarch die Bischofssynode ein und führt ihren Vorsitz. Die Synode erlässt kirchliche Gesetze und nimmt die ihr zustehenden Wahlen vor. Eine ständige Synode aus dem Patriarchen und vier Bischöfen begleitet laufende Entscheidungen. Zur patriarchalen Kurie gehören unter anderem Kanzlei, Vermögensverwaltung, Gericht und Liturgiekommission. Diese Ebene ist von der Verwaltung der eigenen Eparchie des Patriarchen zu unterscheiden: Die eine dient der Patriarchalkirche, die andere ihrem örtlichen Bistum.
Kanada erhält eine eigene kirchliche Heimat
Ein konkretes Beispiel für die Organisation der Diaspora ist das 2016 errichtete Apostolische Exarchat in Kanada. Zuvor wurden syrische Katholiken in Kanada und den USA gemeinsam von der Eparchie Our Lady of Deliverance betreut. Mit der neuen Zuständigkeit erhielt Kanada eine eigene Leitung; die Einführung des ersten Exarchen fand in Saint-Éphrem in Laval statt. An der Feier wirkten auch Vertreter der kanadischen Bischofskonferenz mit. Damit verbindet sich die Bewahrung der syrischen Tradition mit dauerhafter Einbindung in das katholische Leben des Aufnahmelandes.