Die ungarische griechisch-katholische Kirche feiert den byzantinischen Gottesdienst in ungarischer Sprache. Ihre Gemeinden sind besonders im Nordosten des Landes verwurzelt, leben aber auch in Budapest und anderen Regionen. Seit 2015 verbindet eine eigene Metropolie die drei kirchlichen Gebiete; ihr Mittelpunkt liegt in Debrecen.
Griechisch-katholische Kathedrale in Hajdúdorog, Ungarn. · JojojoeBildnachweis →
Der schnelle Einstieg
Muss man wissen.
Eine katholische Metropolitankirche eigenen Rechts in Ungarn, die den byzantinischen Ritus überwiegend auf Ungarisch feiert.
MitgliederRund 300’000 in UngarnStand Ohne Bezugsjahr; abgerufen 2026 · Ungarn, nicht weltweit
Kirchliches ZentrumDebrecen, Ungarn
LeitungMetropolit und Erzbischof von Hajdúdorog mit dem Rat der Hierarchen
Sprache & LiturgieUngarisch; byzantinische Liturgie mit griechischem und kirchenslawischem geschichtlichem Erbe
Mitgliederangabe: Gerundete Selbstauskunft der Erzeparchie; kein datierter Zensus und keine weltweite Gesamtzahl. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
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Ein gewachsenes Sprachprofil
Die Gemeinschaft entstand aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und Gemeinden. Der Wunsch, byzantinische Gottesdienste auf Ungarisch zu feiern, wurde im 19. Jahrhundert zum Motor eigener Übersetzungen und kirchlicher Organisation.
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Drei Eparchien
Zur Metropolie gehören die Erzeparchie Hajdúdorog sowie Miskolc und Nyíregyháza. Der Name Hajdúdorog bezeichnet den kirchlichen Sitz im Titel; die heutige metropolitane Verwaltung und Kathedrale befinden sich in Debrecen.
03
Gottesdienst im Tages- und Jahreslauf
Die offiziellen liturgischen Materialien reichen von der Göttlichen Liturgie des heiligen Johannes Chrysostomos über Abend- und Morgengebet bis zu Fastenzeit und Osterfest. So erschliesst sich ein ganzer Rhythmus kirchlichen Lebens.
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Wallfahrt nach Máriapócs
Der Marienwallfahrtsort Máriapócs ist ein wichtiger geistlicher Treffpunkt. Pilgerfahrten, gemeinsames Singen und das Gebet vor der Marienikone verbinden Pfarreien und Generationen über ihren unmittelbaren Wohnort hinaus.
Glaube im Alltag
Tradition, die gelebt wird.
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Acht Töne und viele Arten von Gesang
Die ungarische Gottesdienstsprache lebt in einer ausgeprägten musikalischen Überlieferung. Die Erzeparchie Hajdúdorog stellt eine umfangreiche Sammlung unter dem Namen Dallamvilág, etwa Melodienwelt, bereit. Sie ordnet Gesänge nach den acht Tönen des Oktoechos. Darunter stehen Troparien, Kontakien, Prokimena und Halleluja-Gesänge sowie Stücke für Vesper und Morgengebet. Besondere Abschnitte erschliessen grosse Feste wie die Taufe des Herrn und seine Verklärung. Wer einen Gottesdienst besucht, hört deshalb vertraute melodische Formen mit wechselnden Texten: Fest, Bibellesung und Gebetszeit werden auch musikalisch miteinander verbunden.
Gödöllő: die Bilder erzählen den Glauben
Die Heilig-Kreuz-Kirche in Gödöllő zeigt, wie die Tradition in neueren Gemeinden Gestalt annimmt. Ihre Ikonostase und Wandbilder wurden 2020 feierlich gesegnet; Spenden der Gläubigen ermöglichten die künstlerische Ausgestaltung. In der Kuppel erscheint Christus als Pantokrator, als Herrscher über alles. Die königlichen Türen zeigen die Evangelisten und die Verkündigung an Maria. Nach der bei der Feier erläuterten Deutung bilden Kirchenraum und Altarraum die Verbindung von Erde und Himmel ab. Zugleich macht der Ort sichtbar, dass griechisch-katholisches Gemeindeleben auch ausserhalb der nordöstlichen Kerngebiete verwurzelt ist.
Einrichtungen für verschiedene Lebensphasen
Die Erzeparchie führt ein breites Netz von Einrichtungen für Bildung und soziale Hilfe. Das offizielle Verzeichnis nennt Kindergärten, allgemeinbildende und berufliche Schulen, Schülerwohnheime sowie Einrichtungen der Altenpflege und häuslichen Unterstützung. Beispiele sind die Szent-Efrém-Schule mit künstlerischer Grundausbildung, die beruflichen Bildungsangebote unter dem Namen Szent Bazil und das Roma-Studienkolleg Szent Miklós. Hinzu kommen Kinder- und Jugendhilfe sowie Rehabilitation. Diese Vielfalt zeigt eine Kirche, deren öffentliches Leben weit über die Sonntagsfeier hinausreicht: Kirchliche Trägerschaft wird im Lernen, Wohnen, Betreuen und Begleiten verschiedener Generationen sichtbar.