Byzantinisch und katholisch
Die Kirche bewahrt eine eigene liturgische, theologische und geistliche Überlieferung. Ihre Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl macht sie nicht zu einem ukrainischen Zweig der lateinischen Kirche.

Byzantinische Tradition · Grosserzbischöfliche Kirche
Die ukrainische griechisch-katholische Kirche steht in der Tradition der Taufe der Kiewer Rus und lebt in Gemeinschaft mit Rom. Ihr Gottesdienst ist byzantinisch; ihre Gemeinden sind weltweit verbreitet. Erfahrungen der Unterdrückung, der Wiederaufbau kirchlichen Lebens und das Engagement für Bildung und gesellschaftliche Hilfe gehören wesentlich zu ihrer jüngeren Geschichte.
Der schnelle Einstieg
Eine katholische Kirche eigenen Rechts der byzantinischen Tradition, deren kanonischer Rang grosserzbischöflich ist.
Mitgliederangabe: Die offizielle Übersichtsseite nennt kein Erhebungsjahr. Die Angabe ist keine Volkszählung und nicht als Zählung von 2026 zu lesen. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
Die Kirche bewahrt eine eigene liturgische, theologische und geistliche Überlieferung. Ihre Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl macht sie nicht zu einem ukrainischen Zweig der lateinischen Kirche.
Kyjiw steht für die geschichtliche Herkunft und den heutigen Hauptsitz. Galizien mit Lwiw war über lange Zeit ein besonders wichtiges Zentrum, während andere Gebiete unter stärkerer staatlicher Unterdrückung standen.
Zur Kirche gehören Eparchien und Exarchate innerhalb und ausserhalb der Ukraine. Wo eigene Strukturen fehlen, begleitet eine besondere Seelsorgeabteilung Migranten und hilft beim Aufbau kirchlichen Gemeindelebens.
Priesterausbildung, die Ukrainische Katholische Universität in Lwiw und soziale Projekte bilden wichtige Arbeitsfelder. Kirchliches Leben umfasst neben dem Gottesdienst auch Bildungsangebote und konkrete Unterstützung für Menschen in Not.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Der Katechismus Christus – unser Pascha erklärt den Kirchenraum als Begegnung von Himmel und Erde. Zwischen Gemeinderaum und Altarraum steht die Ikonostase. Ihre mittleren, königlichen Türen zeigen gewöhnlich die Verkündigung an Maria und die vier Evangelisten; seitlich stehen die Bilder Christi und der Gottesmutter. Über der Mitte kann das Abendmahl erscheinen, darüber Festbilder, Apostel und Propheten. Diese Bilderfolge erzählt die Heilsgeschichte. Die Türen werden im Gottesdienst durchschritten und geöffnet: Der Raum erhält seine Bedeutung durch Verkündigung, Gebet und Eucharistie. Die Ikonen sind dabei Gegenstände der Verehrung, nicht als Gottheiten gedachte Bilder.
Zur Bischofssynode gehören die Bischöfe dieser Kirche unabhängig davon, in welchem Land sie wirken. Sie trägt gemeinsam mit dem Kirchenoberhaupt Verantwortung für Seelsorge, kirchliche Gesetzgebung und die ihr nach dem Kirchenrecht zustehenden Wahlen. Davon zu unterscheiden ist die ständige Synode: Ihr gehören das Oberhaupt und vier für fünf Jahre bestimmte Bischöfe an. Drei werden von der Bischofssynode gewählt, einer wird vom Oberhaupt ernannt. Ein eigenes Sekretariat bereitet die Sitzungen vor und begleitet die Arbeit zwischen ihnen. So bleiben weltweit verstreute Eparchien miteinander verbunden.
Das Apostolische Exarchat in Deutschland und Skandinavien zeigt die praktische Bedeutung der Diaspora. Es betreut Gemeinden in Deutschland, Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland; seine Kathedrale steht in München. Zum veröffentlichten Gemeindenetz gehören beispielsweise Berlin, Hamburg, Kopenhagen, Stockholm und Helsinki. Priester müssen zwischen verstreuten Gottesdienstorten teils grosse Entfernungen zurücklegen. Zur Arbeit gehören neben den liturgischen Feiern auch Katechese, Pilgerfahrten sowie die Weitergabe ukrainischer Sprache und Kultur an Kinder. Die Zusammenarbeit mit der örtlichen katholischen Kirche unterstützt eine Seelsorge, die Herkunft und neues Lebensumfeld zusammenführt.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Ukraine, besonders die westlichen Landesteile; weltweite Gemeinden
Kanada · USA · Brasilien · Argentinien · Australien · Polen · Deutschland · Vereinigtes Königreich
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
Die Taufe der Kiewer Rus bildet einen grundlegenden Bezugspunkt des kirchlichen Selbstverständnisses.
Die Union von Brest stellt die Gemeinschaft eines Teils der Kiewer Kirche mit Rom her.
Eine unter sowjetischem Druck veranstaltete Versammlung dient der staatlichen Aufhebung der Kirche; sie lebt im Untergrund weiter.
Die Kirche kann wieder öffentlich hervortreten und ihre Einrichtungen neu aufbauen.
Der Sitz des Kirchenoberhaupts kehrt nach Kyjiw zurück.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.