Mehr als ein Name
Nicht jeder griechische Katholik gehört dieser Kirche an: In Griechenland bestehen auch lateinische Bistümer und eine armenisch-katholische Struktur. Ebenso sind nicht alle „griechisch-katholischen“ Kirchen ethnisch griechisch.

Byzantinische Familie · Griechenland und Istanbul
Die griechische byzantinisch-katholische Kirche ist eine kleine Gemeinschaft mit Wurzeln im östlichen Mittelmeerraum. Sie feiert in der byzantinischen Tradition und gehört zur katholischen Kirche. Athen bildet ihren wichtigsten heutigen Mittelpunkt. Fluchtbewegungen des 20. Jahrhunderts und soziale Einrichtungen prägen ihre Geschichte ebenso wie der Gottesdienst.
Der schnelle Einstieg
Kleine katholische Kirche griechischer byzantinischer Überlieferung, besonders mit Athen und Istanbul verbunden. Ihre Liturgie gehört derselben grossen Ritenfamilie an wie die vieler orthodoxer und anderer katholischer Ostkirchen.
Mitgliederangabe: Historischer Jahrbuchstand: 6’000 in Griechenland und 16 in Istanbul; keine aktuelle Volkszählung. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
Nicht jeder griechische Katholik gehört dieser Kirche an: In Griechenland bestehen auch lateinische Bistümer und eine armenisch-katholische Struktur. Ebenso sind nicht alle „griechisch-katholischen“ Kirchen ethnisch griechisch.
Die Kathedrale der Heiligen Dreifaltigkeit in Athen und die Gemeinde der Apostel Petrus und Paulus in Giannitsa markieren zwei wichtige Orte dieses kirchlichen Lebens.
Aus der Flüchtlingshilfe entwickelten sich Wohn-, Bildungs- und Pflegeangebote. Besonders bekannt wurde das von den Pammakaristos-Schwestern betreute Krankenhaus in Athen.
Ihre geringe Zahl sagt wenig über ihre Geschichte aus: Geistliche, Ordensfrauen und Laien bewahrten Gottesdienst und Gemeindeleben über Kriege und erzwungene Ortswechsel hinweg.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Ein kirchlicher Osterbericht von 2014 beschreibt die Auferstehungsverkündigung im Hof der Athener Kathedrale und die Prozession mit dem Epitaphios, dem Bild des bestatteten Christus. Ukrainische Gläubige brachten Speisen zur österlichen Segnung mit; auch chaldäische Gottesdienste gehörten zum beschriebenen Festgeschehen. So wird ein gemeinsamer Ort zur Begegnung verschiedener katholischer Osttraditionen. Dabei bleibt die Zugehörigkeit unterscheidbar: Eine ukrainische Gemeinde kann örtlich vom griechischen Exarchat begleitet werden und zugleich zur ukrainischen griechisch-katholischen Kirche gehören. Betreuung vor Ort und Kirchenidentität sind verschiedene Ebenen.
Das offizielle Verzeichnis zeigt neben den Gottesdienstorten eine überschaubare, aber gegliederte Organisation. Zur bischöflichen Verwaltung kommen Priester- und Finanzgremien, Katechese, Jugendarbeit und karitative Einrichtungen. Mit dem Verlag und der Buchhandlung Guter Druck an der Athener Acharnon-Strasse besitzt das Exarchat auch einen Ort für religiöse Texte und Bildung. Solche Einrichtungen erklären, was Leitung praktisch bedeutet: Verkündigung organisieren, Mittel verantwortlich verwalten, Gemeinden beraten und Lernmöglichkeiten schaffen. Die kleine Zahl an Gemeinden schliesst ein vielfältiges kirchliches Arbeitsfeld nicht aus.
Die Stiftung Pammakaristos in Nea Makri beschreibt ihre Wurzeln in Kinderferienlagern, die das Athener Exarchat 1945 einrichtete. Daraus entwickelte sich eine 1978 anerkannte gemeinnützige Einrichtung. Ihr Schwerpunkt liegt auf Kindern und jungen Menschen mit Autismus oder geistigen Beeinträchtigungen: Bildung, Unterstützung im Alltag und Vorbereitung auf berufliche Tätigkeiten sollen Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Dieses Beispiel zeigt eine andere Seite der ostkirchlichen Präsenz. Neben Liturgie und Erinnerung an frühere Herkunftsorte entstand eine spezialisierte Einrichtung für konkrete Bedürfnisse ihrer Umgebung.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Vor allem Athen und Giannitsa in Griechenland; eine kleine historische Gemeinschaft in Istanbul.
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
In Konstantinopel entstehen neue katholische Gemeinden byzantinischer Tradition.
Papst Pius X. schafft eine eigene kirchliche Struktur für die Gläubigen.
Flucht und Bevölkerungsaustausch verlagern einen grossen Teil des Gemeindelebens nach Griechenland.
Athen und Istanbul erhalten getrennte Exarchate.
Die kirchliche Krankenpflege in Athen wird zum wichtigen Ausdruck des sozialen Apostolats.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.