2015 eigenständig geworden
Die neue Kirche wurde aus der Metropolie Addis Abeba herausgelöst. Asmara ist ihr metropolitaner Sitz; Keren, Barentu und Segheneity sind die drei weiteren Eparchien.

Alexandrinische Tradition · Eine junge Eigenständigkeit
Die eritreisch-katholische Kirche trägt das alte Ge’ez-Erbe des Horns von Afrika weiter. Als eigenständige katholische Kirche besteht sie seit 2015; ihre Gemeinden und Traditionen sind erheblich älter. Von Asmara aus verbindet sie vier Eparchien, während ausgewanderte Gläubige diese geistliche Heimat auch in Europa und Nordamerika bewahren.
Der schnelle Einstieg
Eine katholische Metropolitankirche eigenen Rechts mit Sitz in Asmara und alexandrinischer Ge’ez-Tradition.
Mitgliederangabe: Historischer Tabellenstand. Die weltweite eritreische Diaspora wird damit nicht vollständig beziffert; die Eparchien betreuen örtlich auch verbliebene lateinische Gemeinden. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
Die neue Kirche wurde aus der Metropolie Addis Abeba herausgelöst. Asmara ist ihr metropolitaner Sitz; Keren, Barentu und Segheneity sind die drei weiteren Eparchien.
Die Ge’ez-Liturgie gehört zur alexandrinischen Familie. Eine eigene Leitungsstruktur bedeutet daher nicht, dass 2015 ein neuer Ritus erfunden wurde: Geändert wurde die kirchliche Organisation.
2022 bestellte der Heilige Stuhl apostolische Visitatoren für eritreische Gläubige in Europa sowie in den USA und Kanada. Daran wird sichtbar, dass die Kirche heute weit über ihr Ursprungsland hinausreicht.
Schulen, Ausbildung, Seelsorge und das Ordensleben prägen das katholische Wirken. Die eritreischen Bischöfe haben wiederholt auch die Lebensbedingungen und die Auswanderung junger Menschen zum Thema gemacht.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Wie die Tradition ausserhalb Eritreas weiterlebt, zeigt die Gemeinde Kidane Mehret in Stone Mountain im Grossraum Atlanta. Sie beschreibt ihre Anfänge im Jahr 2000 und lädt Menschen verschiedener Generationen und Hintergründe zum gemeinsamen Gebet ein. Auf ihrer Website dokumentiert sie Lidet, das Weihnachtsfest, und Fasika beziehungsweise Tensae, die Feier der Auferstehung. Die überlieferten Festnamen begleiten so das Leben in einer neuen Umgebung. Es geht um eine Gottesdienstgemeinschaft mit einem eigenen geistlichen Jahreslauf, die auch fern der ursprünglichen Heimat zusammenkommt.
Die Eparchie Keren macht ihr örtliches Netz in getrennten Verzeichnissen für Pfarreien und Kapellen sichtbar. In der Stadt selbst gehören Kirchen unter den Patrozinien des heiligen Michael, des heiligen Antonius und der Dreifaltigkeit dazu. Darüber hinaus finden sich beispielsweise eine Erlöserkapelle in Afabet und eine dem Erzengel Rafael gewidmete Kapelle in Andelai. Die zahlreichen Ortsnamen zeigen, wie weit kirchliches Leben über die Bischofsstadt hinausreicht. Stadtpfarreien, kleinere Kapellen und Gebetszentren bilden gemeinsam die konkrete Landschaft dieser Eparchie.
Die Errichtungsurkunde von 2015 hält fest, dass der damalige Metropolit von Addis Abeba gemeinsam mit dem Hierarchenrat um eine eigene metropolitanische Ordnung für Eritrea gebeten hatte. Die Neuordnung wuchs somit auch aus einer Initiative der zuständigen ostkirchlichen Leitung. Asmara wurde zum erzbischöflichen Hauptsitz erhoben; die übrigen eritreischen Eparchien wurden ihm als Suffragane zugeordnet. Massgeblich bleibt der gemeinsame Gesetzeskodex der katholischen Ostkirchen. Eine Metropolitankirche bezeichnet hier eine bestimmte Form kirchlicher Eigenständigkeit: Die Urkunde legt den Hauptsitz, das Gebiet und die Zuordnung der einzelnen Eparchien fest.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Eritrea, mit dem kirchlichen Zentrum Asmara und den Gebieten Keren, Barentu und Segheneity.
Europa · USA · Kanada
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
Justin de Jacobis beginnt seine Mission im damaligen Abessinien; ein grosser Teil seines Wirkens führt ihn in das heutige Eritrea.
Asmara wird katholische Eparchie innerhalb der äthiopischen Metropolie.
Keren und Barentu, später Segheneity, werden als weitere Eparchien errichtet.
Die eritreisch-katholische Metropolitankirche sui iuris wird errichtet.
Apostolische Visitatoren werden für die Diaspora in Europa und Nordamerika ernannt.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.