Das Erbe der Kirche des Ostens
Die Kirche führt ihre apostolische Überlieferung über Addai und Mari auf den heiligen Thomas zurück. Dieser christliche Raum entwickelte sich östlich der Grenzen des Römischen Reiches.

Ostsyrische Tradition · Das christliche Mesopotamien
Die chaldäisch-katholische Kirche gehört zum alten Christentum Mesopotamiens. Ihr Erbe führt zur Kirche des Ostens, nach Edessa und zu den Missionaren Addai und Mari. Mit dem Patriarchat in Bagdad und Gemeinden in vielen Ländern verbindet sie eine ostsyrische Liturgie mit dem Leben einer durch Kriege und Auswanderung stark veränderten Gemeinschaft.
Der schnelle Einstieg
Eine katholische Patriarchalkirche eigenen Rechts aus der ostsyrischen Überlieferung der Kirche des Ostens.
Mitgliederangabe: Historischer kirchlicher Meldestand. Auswanderung und Flucht verändern die Verteilung stark; diese Zahl beziffert nicht die heute im Irak lebenden Christen. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
Die Kirche führt ihre apostolische Überlieferung über Addai und Mari auf den heiligen Thomas zurück. Dieser christliche Raum entwickelte sich östlich der Grenzen des Römischen Reiches.
Das Hochgebet von Addai und Mari gehört zum ostsyrischen Erbe. Es steht für eine sehr frühe Gestalt christlichen Betens. Die Feier der Eucharistie verbindet biblische Danksagung, Lobpreis und Fürbitte.
Der Patriarchatssitz liegt im Irak, grosse Gemeinden leben aber ausserhalb des Nahen Ostens. Die chaldäische Eparchie in Michigan beschreibt ihren Raum als grösstes Siedlungszentrum der Chaldäer ausserhalb der Region.
Die chaldäisch-katholische Kirche und die assyrische Kirche des Ostens sind verwandte, aber verschiedene Kirchen. Ihr gemeinsames Erbe hat einen kirchlichen Dialog und besondere pastorale Vereinbarungen ermöglicht.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Der chaldäische Kalender beginnt mit Subara, den Wochen der Verkündigungen vor Weihnachten. Danach führt Yelda zur Geburt Christi und Dinha zur Erscheinung des Herrn, besonders zur Taufe Jesu. Die Eparchie St. Thomas erläutert, wie die Themen aufeinander aufbauen. Während der Dinha-Zeit erhalten auch die Freitage ein eigenes Profil: Johannes der Täufer, Petrus und Paulus sowie die Evangelisten werden als Zeugen der Offenbarung erinnert. Solche Folgen machen den Kalender zu einem Weg des Glaubenslernens; die Feste stehen miteinander in Beziehung.
Zur Weitergabe der chaldäischen Liturgie gehört auch ihre Erklärung in der Sprache jüngerer Generationen. Die Eparchie St. Thomas bietet dafür eine englische Unterrichtsreihe zur Messe an. Sie behandelt Zeichen, Gebete und die Aufgaben von Ministranten, Chören und übrigen Gläubigen; Arbeitsblätter begleiten die einzelnen Themen. Dadurch wird deutlich, dass die Feier von verschiedenen Diensten mitgetragen wird. Eine alte Gebetstradition lässt sich so auch dann erschliessen, wenn jemand ihre Herkunftssprache nicht sicher beherrscht. Liturgische Bildung verbindet das bewahrte Erbe mit der Teilnahme heutiger Gemeinden.
Die amerikanische Eparchie führt Gemeinden etwa in Southfield und Sterling Heights in Michigan, in Chicago und Northbrook in Illinois sowie eine Mission in Boston auf. Zu dieser örtlichen Verankerung kommt grenzüberschreitende Hilfe: Chaldean Charities of America arbeitet unter Leitung der Eparchie für vertriebene und verfolgte Christen im Irak und in Nachbarländern. Die beschriebenen Hilfen reichen von Unterkunft und Lebensmitteln bis zu medizinischer Unterstützung und Bildung. Das Programm Adopt a Refugee Family verbindet die Arbeit seit 2006 auch mit jesuitischen Partnern in Jordanien und im Libanon.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Irak, besonders Bagdad, die Ninive-Ebene und der Norden; weitere Gemeinden im Nahen Osten.
USA, besonders Michigan und Kalifornien · Kanada · Australien · Europa
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
Yohannan Sulaqa wird von einer Gruppe von Bischöfen gewählt und in Rom als katholischer Patriarch anerkannt.
Unter Yohannan Hormizd werden die katholischen Gemeinschaften in einer dauerhafteren patriarchalen Ordnung zusammengeführt.
Der Patriarchatssitz wird von Mosul nach Bagdad verlegt.
Der Heilige Stuhl veröffentlicht besondere Vereinbarungen zur Eucharistiezulassung zwischen Chaldäern und Assyrern in pastoralen Notsituationen.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.