Eine eigene Eparchie
Seit 2019 besitzt die Gemeinschaft den Rang einer Eparchie, also eines Bistums der östlichen Tradition. Zuvor war sie als Apostolisches Exarchat organisiert.

Byzantinische Familie · Bulgarien
Die bulgarischen griechischen Katholiken bewahren eine byzantinisch-slawische Tradition in Gemeinschaft mit Rom. Ihr kirchliches Zentrum liegt in Sofia. Die Geschichte führt von der bulgarischen kirchlichen Erneuerung des 19. Jahrhunderts über Flucht und Verfolgung zur heutigen Eparchie, deren Name an Papst Johannes XXIII. erinnert.
Der schnelle Einstieg
Katholische Kirche bulgarischer Prägung im byzantinischen Ritus. Ihre bischöfliche Struktur in Bulgarien trägt seit 2019 den Namen des heiligen Johannes XXIII.
Mitgliederangabe: Historischer Vergleichswert aus der CNEWA-Auswertung des Päpstlichen Jahrbuchs 2017; keine neue Zählung für 2026. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
Seit 2019 besitzt die Gemeinschaft den Rang einer Eparchie, also eines Bistums der östlichen Tradition. Zuvor war sie als Apostolisches Exarchat organisiert.
Angelo Roncalli, der spätere Papst Johannes XXIII., wirkte vor seinem Pontifikat als päpstlicher Vertreter in Bulgarien. Er begleitete die kirchliche Neuordnung und unterstützte die örtlichen Katholiken.
Byzantinische Liturgie und Verbindung zum Papst gehören hier zusammen. Die Gemeinschaft ist von der bulgarisch-orthodoxen Kirche und von den lateinischen Bistümern des Landes zu unterscheiden.
Die Balkankriege erschütterten die katholischen Gemeinden in Thrakien und Makedonien. Überlebende fanden im damaligen Bulgarien Zuflucht; dadurch verschob sich der Schwerpunkt des kirchlichen Lebens.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Die Kathedrale Mariä Entschlafung in der Sofioter Strasse Ljulin Planina lässt sich auch als Lernort des Glaubens verstehen. Ihr Pfarrverzeichnis verbindet die Göttliche Liturgie mit Vesper und Katechese; es nennt daneben den Rosenkranz als Andachtsform. Die 1924 geweihte Kirche erhielt um das Jahr 2000 eine erneuerte Ikonostase. Diese Bilderwand gibt dem Kirchenraum seine byzantinische Gestalt. Wer die Gemeinde besucht, begegnet damit sowohl der gemeinschaftlichen Liturgie als auch Unterricht, persönlicher Frömmigkeit und einer sorgfältig gepflegten Bildtradition.
In Malko Tarnovo verbindet die Pfarrei der Heiligen Dreifaltigkeit die Ortsgeschichte mit einem Marienheiligtum. Eine Kapelle bewahrt eine Ikone der Gottesmutter von Częstochowa; die kirchliche Beschreibung lädt Gläubige beider Riten zur Wallfahrt ein. Bereits 1862 gehörten slawischsprachiger Gottesdienst und eine bulgarische Schule zum örtlichen Aufbruch. Später prägten Resurrectionisten und Ordensfrauen die Arbeit mit. Schulen, Fürsorge und ein Heim für ältere Menschen zeigen, dass diese kleine Gemeinde über den Gottesdienst hinaus als sozialer Ort wirkte.
Zur sichtbaren Arbeit der Eparchie gehört Caritas Sofia, die 1993 gegründet wurde. Aus Nothilfe während der wirtschaftlichen Krise der 1990er Jahre entwickelten sich langfristige Angebote. Die eigene Darstellung nennt häusliche Unterstützung älterer Menschen, Hilfe für Kinder mit Behinderungen und ihre Familien sowie Begleitung von Geflüchteten und obdachlosen Menschen. Die Arbeit reicht über Sofia hinaus in weitere Orte. Sie richtet sich unabhängig von Religionszugehörigkeit an Hilfsbedürftige: Kirchliche Verantwortung wird hier als Zusammenarbeit von Fachkräften, Freiwilligen und Gemeinden konkret.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Bulgarien mit kirchlichem Zentrum Sofia.
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
Papst Pius IX. weiht Joseph Sokolsky zum Bischof für die bulgarischen Katholiken byzantinischen Ritus.
Die Balkankriege bringen Zerstörung und Flucht.
In Sofia entsteht ein neues Apostolisches Exarchat.
Die Kirche erlebt unter kommunistischer Herrschaft schwere Einschränkungen und Verfolgung.
Das Exarchat wird zur Eparchie des heiligen Johannes XXIII. erhoben.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.