Ein Erbe von Brest
Die Verbindung zu Rom steht in der Geschichte der Union von Brest von 1596. Aus diesem gemeinsamen ruthenischen Erbe entwickelten sich unterschiedliche heutige katholische Gemeinschaften.

Byzantinische Familie · Belarus
Byzantinischer Gottesdienst und belarussische Kultur treffen in dieser kleinen katholischen Kirche zusammen. Ihre Wurzeln reichen zur Union von Brest zurück. Nach Verfolgung und Unterbrechungen entstanden erneut Gemeinden. Neben Belarus ist London ein gut sichtbarer Ort dieses Erbes: mit einer eigenen Holzkirche und einer lebendigen Erinnerungskultur.
Der schnelle Einstieg
Katholische Kirche belarussischer Prägung innerhalb der byzantinischen Überlieferung. Ihr Gemeindeleben verbindet die Gemeinschaft mit Rom mit einem eigenen sprachlichen und geschichtlichen Erbe.
Mitgliederangabe: Angabe des Heiligen Stuhls bei Errichtung der Administratur am 30. März 2023; keine weltweite Gesamtzahl. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
Die Verbindung zu Rom steht in der Geschichte der Union von Brest von 1596. Aus diesem gemeinsamen ruthenischen Erbe entwickelten sich unterschiedliche heutige katholische Gemeinschaften.
2023 schuf der Heilige Stuhl eine Apostolische Administratur. Die damalige Mitteilung nennt 16 Pfarreien, 16 Priester und drei Diakone für die Gläubigen in Belarus.
Die Kirche des heiligen Kyrill von Turau und der Schutzheiligen des belarussischen Volkes greift die heimische Holzarchitektur auf. Sie erinnert auch an die Opfer der Katastrophe von Tschernobyl.
Rund um die Londoner Mission entstanden Bibliothek und Museum. Gottesdienst, Sprache und die Pflege geschichtlicher Zeugnisse stärken dort das Gedächtnis einer Gemeinschaft fern ihrer Heimat.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Der Priester Andrej Krot beschrieb 2023 das Gemeindeleben in Hrodna als Verbindung von Göttlicher Liturgie, Vesper und persönlicher Begleitung. Weil Gläubige verstreut wohnen und manche älter sind, muss die Seelsorge ihre Wege mitbedenken. Wo eigene Räume fehlen, helfen lateinische Gemeinden mit Kirchen aus. Auch Pilgerfahrten und geistliche Einkehr werden gemeinsam organisiert. Das Gespräch nennt ausserdem Hilfe für Menschen mit Behinderungen und das Minsker Nikolausprojekt, dessen Freiwillige Essen für obdachlose Menschen vorbereiten und verteilen.
Nach demselben Gespräch gab es 2023 in Belarus kein eigenes griechisch-katholisches Priesterseminar. Kandidaten studierten an lateinischen Seminaren in Polen oder an griechisch-katholischen Einrichtungen in der Ukraine; die Ausbildung musste die eigene östliche Liturgie ausdrücklich einschliessen. Das zeigt eine Kirche, deren Nachwuchs durch internationale Zusammenarbeit wächst. Viele Gemeinden der Wiederbelebungszeit wurden zudem von Erwachsenen geprägt, die sich bewusst für diesen Weg entschieden. Belarussische Sprache, religiöse Suche und persönliche Verantwortung waren dabei wichtige Zugänge zum kirchlichen Leben.
Ein anschauliches Beispiel ist die vierte Wallfahrt von Belarussen im Ausland im Sommer 2025. Die Teilnehmenden gingen in sieben Tagen rund 210 Kilometer nach Kostomłoty in Polen. Am Ziel feierten sie eine östliche Liturgie, deren Ablauf der Priester zuvor erläuterte. Die Wallfahrt verband Glauben, belarussische Sprache und Begegnung über den eigenen Wohnort hinaus. Sie war eine Initiative für belarussische Katholiken verschiedener Traditionen; deshalb dürfen ihre Teilnehmenden nicht einfach als Mitglieder der griechisch-katholischen Kirche gezählt werden.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Belarus; ein sichtbarer Diasporastandort ist London.
Vereinigtes Königreich – London
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
Die Union von Brest bildet einen entscheidenden geschichtlichen Ausgangspunkt.
Die Eparchie Minsk wird errichtet; 1839 wird ihre Tätigkeit verhindert.
Gläubige beginnen, ihre Gemeinden wieder zu organisieren.
Eine Apostolische Administratur für die byzantinischen Katholiken in Belarus entsteht.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.