Eine eigene Ritenfamilie
Armenische Katholiken bewahren die Gebete und geistliche Überlieferung ihrer Kirche. Die armenische Liturgie ist eine eigene Tradition und wird weder der byzantinischen noch der lateinischen Familie zugerechnet.

Armenische Tradition · Glaube und Erinnerung
Eine eigene Schrift, eine unverwechselbare Liturgie und eine weit verstreute Gemeinschaft: Die armenisch-katholische Kirche bewahrt das armenische Christentum in voller Gemeinschaft mit Rom. Ihr Patriarchat befindet sich im Libanon. Gemeinden in Armenien, im Nahen Osten und in der Diaspora halten eine Geschichte lebendig, die von kultureller Blüte und schwerer Verfolgung geprägt ist.
Der schnelle Einstieg
Eine katholische Patriarchalkirche eigenen Rechts mit armenischer Liturgie und dem Patriarchentitel von Kilikien.
Mitgliederangabe: Historischer kirchlicher Meldestand, keine Volkszählung der Armenier und keine aktuelle Schätzung für 2026. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
Armenische Katholiken bewahren die Gebete und geistliche Überlieferung ihrer Kirche. Die armenische Liturgie ist eine eigene Tradition und wird weder der byzantinischen noch der lateinischen Familie zugerechnet.
Die armenisch-apostolische Kirche und die armenisch-katholische Kirche teilen einen grossen Teil ihres kulturellen und geistlichen Erbes. Die katholische Patriarchalkirche besitzt jedoch eine eigene Leitung und steht in Gemeinschaft mit dem Papst.
Die Mechitaristen verbinden klösterliches Gebet mit der Erforschung armenischer Sprache und Kirchenväter. Ihre Häuser, besonders San Lazzaro bei Venedig, wurden bedeutende Orte der Bewahrung und Weitergabe armenischen Wissens.
Gemeinden fern der ursprünglichen Heimat sind zugleich Orte des Gottesdienstes, der Sprache und der Begegnung. Die Gemeinschaft in Australien beschreibt ausdrücklich diese Verbindung von Glaubensleben, armenischer Liturgie und kultureller Integration.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Die Kathedrale St. Gregor der Erleuchter in Glendale zeigt, wie eine überlieferte Liturgie in der Diaspora unterschiedliche Menschen erreicht. Ihre Gottesdienstordnung nennt Feiern des armenisch-katholischen Ritus auf Armenisch und Englisch sowie auch arabischsprachige Feiern. Sie unterscheidet zudem zwischen einfachen und feierlichen Gottesdiensten. Wer die Kirche besucht, begegnet somit einer gemeinsamen liturgischen Heimat mit mehreren Sprachzugängen. Daran lässt sich erkennen, wie die Bewahrung einer eigenen liturgischen Tradition und die sprachlichen Bedürfnisse einer heutigen Gemeinde in der konkreten Gottesdienstordnung miteinander verbunden werden.
Die Eparchie Our Lady of Nareg hat ihren Sitz in Glendale und betreut armenische Katholiken in den USA und Kanada. Ihre Stellung zeigt, dass die kirchliche Ordnung mehrere Bindungen kennt: Sie gehört zur armenisch-katholischen Patriarchalkirche, und ihr Bischof nimmt an deren Synode teil. Gleichzeitig steht die Eparchie ausserhalb des patriarchalen Kerngebiets unmittelbar unter dem Papst. Diese Verbindungen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Sie erhalten die Zugehörigkeit zur eigenen Kirche und bestimmen zugleich, wie die bischöfliche Leitung in einem grossen Diasporagebiet rechtlich eingebunden ist.
Das armenische Alphabet ist eng mit der Weitergabe des christlichen Glaubens verbunden. In seiner Predigt zur armenischen Liturgie im Jahr 2001 erinnerte Johannes Paul II. daran, dass die Schrift geschaffen wurde, um das Evangelium zu vermitteln und Bibel, Gottesdiensttexte und Kirchenväter zu übersetzen. Sprache bewahrt hier mehr als die Erinnerung an ein Herkunftsland: Sie eröffnet den Zugang zu Gebet und theologischer Bildung. Auch in der Diaspora bleiben Schulen wichtig; die nordamerikanische Eparchie beschreibt neben Pfarrgemeinden ausdrücklich eigene Bildungsangebote, darunter eine Samstagsschule in Toronto.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Armenien und Georgien, Libanon und Syrien sowie zahlreiche Diasporagemeinden.
Frankreich · USA · Kanada · Argentinien · Australien
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
Mechitar gründet die später nach ihm benannte Mönchsgemeinschaft.
Benedikt XIV. bestätigt Abraham Ardzivian als armenisch-katholischen Patriarchen von Kilikien.
Der Völkermord und die Verfolgungen zerstören zahlreiche armenisch-katholische Gemeinden und verstärken die Zerstreuung.
Die patriarchale Residenz wird wieder in den Libanon verlegt.
Ein Ordinariat für armenische Katholiken in Osteuropa wird mit Sitz in Gyumri errichtet.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.