Elbasan entdecken
Die Kirche St. Peter ist ein Erinnerungsort dieser kleinen Gemeinschaft. Dort wirkte der Priester Josif Papamihali nach seiner Ausbildung in Italien wieder als Seelsorger.

Byzantinische Familie · Albanien
Eine kleine katholische Tradition mit einer schweren Geschichte: In Albanien wurde byzantinisches Gemeindeleben durch die kommunistische Religionsverfolgung fast ausgelöscht. Elbasan erinnert an diese Tradition. Ihre Geschichte verbindet örtliche Gläubige mit den albanischsprachigen Gemeinschaften Italiens; beide dürfen jedoch nicht einfach als dieselbe Kirche gezählt werden.
Der schnelle Einstieg
Die Bezeichnung meint die albanische katholische Gemeinschaft byzantinischer Tradition und deren geschichtliches Erbe. Sie ist enger als der Ausdruck „Katholische Kirche in Albanien“.
Mitgliederangabe: Die Zahlen der Administratur Südalbanien umfassen überwiegend lateinische Katholiken. Sie sind keine Mitgliederzahl dieser byzantinischen Gemeinschaft. Zahl und Bezugsgebiet einordnen →
Die Kirche St. Peter ist ein Erinnerungsort dieser kleinen Gemeinschaft. Dort wirkte der Priester Josif Papamihali nach seiner Ausbildung in Italien wieder als Seelsorger.
Josif Papamihali starb am 26. Oktober 1948 unter Zwangsarbeit in Maliq. Er gehört zu den 2016 seliggesprochenen albanischen Märtyrern und steht für die Leiden der Kirche unter dem kommunistischen Regime.
Papamihalis Ausbildungsweg führte über Grottaferrata und das griechische Kolleg in Rom. Diese Orte zeigen, wie eng die kleine albanische Gemeinde mit der byzantinisch-katholischen Tradition Italiens verbunden war.
Eine kirchliche Verwaltung kann Gläubige verschiedener Riten betreuen. Deshalb sagt ihre Gesamtzahl allein wenig über die Grösse einer bestimmten liturgischen Gemeinschaft aus.
Glaube im Alltag
Gottesdienst, kirchliches Leben und Gemeinden über Landesgrenzen hinweg.
Elbasan ist für die Geschichte der byzantinischen Katholiken wichtig; das Verwaltungszentrum der Apostolischen Administratur liegt dagegen in Vlorë. Dort befinden sich die Kurie und die Prokathedrale St. Maria und St. Ludwig. Das kirchliche Verzeichnis gliedert den Süden unter anderem in die Räume Sarandë–Gjirokastër, Vlorë–Fier, Berat–Lushnjë, Elbasan und Korçë–Devoll. Diese Karte zeigt das gemeinsame katholische Seelsorgenetz. Sie ist keine Verteilung ausschliesslich byzantinischer Gemeinden: Zur Administratur gehören auch lateinische Katholiken, Pfarren und Ordensgemeinschaften.
Am Lebensweg Josif Papamihalis lässt sich Glaubensweitergabe über Familien und Landesgrenzen hinweg erkennen. Seine Mutter vermittelte ihm im orthodox geprägten Elternhaus den Glauben. Später lernte er den katholischen Priester Pietro Scarpelli aus der Eparchie Lungro kennen. Nach seiner Priesterweihe 1935 blieb er zunächst ein halbes Jahr zur Seelsorge in Lungro. In Albanien führte ihn sein Dienst später auch nach Berat und Korçë. Ein vatikanischer Erinnerungsbericht hebt seine Güte und seine besondere Verehrung der Gottesmutter hervor.
Für das weitere kirchliche Umfeld lohnt der Blick auf das Projekt Pelegrinët e Krijimit. Dessen Selbstdarstellung beschreibt in Vlorë den Aufbau einer Pfarrcaritas und einer Suppenküche sowie Aufgaben in der Vorbereitung von Menschen auf den christlichen Glauben. Jugendliche und Mitarbeitende verbinden dabei Gemeinde, soziale Hilfe und Verantwortung für die Umwelt. Das ist ein Beispiel aus der gemeinsamen Administratur, nicht der Nachweis einer eigenen byzantinischen Einrichtung. Es macht dennoch sichtbar, in welchem katholischen Netzwerk die kleine ostkirchliche Tradition beheimatet ist.
Verwurzelt und weltweit verbunden
Albanien; historischer Schwerpunkt Elbasan im Gebiet der Apostolischen Administratur Südalbanien.
Historische Verbindungen nach Italien; die italo-albanische Kirche wird gesondert vorgestellt.
Die Karte hebt genannte Länder hervor. Sie zeigt keine Grenzen kirchlicher Zuständigkeit; kleine Gemeinschaften können auch anderswo leben.
Die Geschichte dahinter
Eine neue byzantinisch-katholische Gemeinde entsteht um den Priester George Germanos in Elbasan.
Josif Papamihali kehrt als Priester nach Elbasan zurück.
Die Apostolische Administratur Südalbanien wird errichtet.
Papamihali stirbt als Opfer der Religionsverfolgung.
Die Kirche spricht ihn mit weiteren albanischen Märtyrern selig.
In Gemeinschaft mit Rom
Eigene Traditionen und eine gemeinsame katholische Kirche.