Abbilder und Passionsreliquien
Spuren der Passion

Abbilder und Passionsreliquien

Das Grabtuch von Turin, das Antlitz von Manoppello und die Passionsreliquien von Oviedo, Trier und Argenteuil: ihre Geschichte und die Befunde ihrer Untersuchung.

Das Thema verstehen

Die Passion Christi in ihren erhaltenen Spuren.

Die Passionsreliquien führen zum Leiden, Sterben und Begräbnis Jesu Christi. Das Grabtuch von Turin zeigt den gegeisselten und gekreuzigten Leib in Vorder- und Rückansicht; das Antlitz von Manoppello lenkt den Blick auf das Gesicht des Erlösers. Fotografische, optische und materialkundliche Untersuchungen erschliessen die Eigenschaften dieser Bilder.

Das Sudarium von Oviedo, der Heilige Rock von Trier und die Tunika von Argenteuil besitzen jeweils eine eigene Überlieferungs- und Untersuchungsgeschichte. Am Sudarium stehen die Blut- und Flüssigkeitsspuren sowie ihre Beziehung zum Turiner Grabtuch im Mittelpunkt; bei den Gewändern verbinden sich Textilbefunde und geschichtliche Zeugnisse.

Die Dossiers beginnen bei den erhaltenen Gegenständen und ihrem überlieferten Weg. Darauf folgen benannte Forscher, konkrete Messergebnisse und die Argumente für ihre Zuordnung zur Passion. Die Fragen nach Datierung, Überlieferung und Bildentstehung werden anschliessend mit den jeweiligen Einwänden und Antworten vertieft.

Die Untersuchung im Einzelnen
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5 Dossiers

01 · Passionszeugnisse

Wundersame Abbilder

Turin und Manoppello: Das verehrte Bild und seine Entstehung.

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Wundersames Abbild

Das Grabtuch von Turin

Dom St. Johannes der Täufer, Turin · Passionsreliquie · sicher dokumentiert seit dem 14. Jahrhundert

Das Grabtuch von Turin zeigt einen gegeisselten und gekreuzigten Leib in Vorder- und Rückansicht: Blut am Haupt, Wunden an Händen und Füssen, eine geöffnete Seite und die Spuren der Grablegung. Diese Merkmale führen unmittelbar zur Passion Jesu Christi. Chemische Blutnachweise, optische Messungen, mikroskopische Befunde und die besondere räumliche Ordnung des Bildes geben dem erhaltenen Tuch ein aussergewöhnliches Gewicht. Seit Jahrzehnten untersuchen Fachleute verschiedener Disziplinen seine Fasern, Spuren und Geschichte. Die Ganzansichten und die zugehörigen Evangelienabschnitte erschliessen diesen Zusammenhang Schritt für Schritt.

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Wundersames Abbild

Das Heilige Antlitz von Manoppello

Basilika des Volto Santo, Manoppello · Seit dem 17. Jahrhundert dokumentierte Verehrung

Auf einem kleinen, durchscheinenden Schleier in Manoppello erscheint das Antlitz eines bärtigen Mannes mit geöffneten Augen. Blickrichtung und Beleuchtung verändern seine Wirkung; das Bild ist von beiden Seiten wahrnehmbar. Seit dem 17. Jahrhundert wird es von den Kapuzinern gehütet. Historische Forschungen verbinden es mit der Veronika-Tradition, optische Studien untersuchen Fasern, Licht und Bildproportionen. Benedikt XVI. pilgerte 2006 zum Heiligtum und sprach über die Suche nach dem Antlitz Christi. So begegnen sich hier Bildbetrachtung, Forschung und lebendige Christusverehrung.

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02 · Passionszeugnisse

Passionsreliquien

Oviedo, Trier und Argenteuil: Herkunft, Material und Verehrung der erhaltenen Gegenstände.

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Passionsreliquie

Das Sudarium von Oviedo

Cámara Santa, Kathedrale von Oviedo · Mittelalterliche Verehrung; moderne Studien seit 1965

In der Cámara Santa von Oviedo wird ein kleines Leinentuch als Kopftuch Christi verehrt. Seine Faltungen und Flecken erlauben eine anschauliche Rekonstruktion der Sorge um einen Verstorbenen. Giulio Ricci, das spanische EDICES-Team und weitere Forscher untersuchten das Gewebe, die Blutspuren und die Verbindungen zum Turiner Grabtuch. Besonders aufschlussreich sind Vergleiche an Nase, Mund und Hinterkopf sowie die mögliche Abfolge, in der beide Tücher verwendet wurden. Die Geschichte führt von der Arca Santa und mittelalterlichen Pilgern bis zu heutigen rechtsmedizinischen und mikroskopischen Untersuchungen.

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Passionsreliquie

Der Heilige Rock zu Trier

Hoher Dom zu Trier · Sicher dokumentiert seit 1196; erste öffentliche Zeigung 1512

Der Heilige Rock gehört zu den bedeutendsten Passionsreliquien im deutschen Sprachraum. In seiner überlieferten Gewandgestalt bewahrt er einen alten wollenen Gewebekern. Die Trierer Tradition verbindet ihn mit der heiligen Helena und mit der Tunika Christi, um die die Soldaten unter dem Kreuz das Los warfen. Seit dem Mittelalter ist seine Verehrung dokumentiert; die öffentliche Zeigung von 1512 begründete eine weit ausstrahlende Wallfahrt. Die Geschichte des Textils und die Auslegung des heiligen Cyprian führen zusammen zum Bild des ungeteilten Gewandes und der Einheit der Kirche.

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Passionsreliquie

Die heilige Tunika von Argenteuil

Basilika Saint-Denys, Argenteuil · Öffentliche Verehrung seit dem Mittelalter; Ostension 2025

In Argenteuil bei Paris wird ein altes Wollgewand als Tunika Christi verehrt. Seine Fragmente tragen die Spuren einer bewegten Geschichte: verborgene Aufbewahrung, mittelalterliche Wallfahrt, Rettung während der Französischen Revolution und sorgfältige Restaurierung. Das Heiligtum verbindet die Überlieferung mit Untersuchungen an Gewebe, Blutspuren und Pollen. Die feierlichen Ostensionen führen bis in die Gegenwart; 2025 wurde die Tunika erneut öffentlich gezeigt. Im Mittelpunkt steht die Erinnerung an die leibhaftige Hingabe Christi und an das ungeteilte Gewand unter dem Kreuz.

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