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Siena: die seit 1730 bewahrten heiligen Hostien

Die Wiederauffindung nach dem Diebstahl und die wiederholten Untersuchungen

Im August 1730 wurden aus San Francesco in Siena etwa 350 konsekrierte Hostien mit ihrem Ziborium gestohlen. Drei Tage später fand man die Hostien in einer Opferkasse von Santa Maria in Provenzano und brachte sie feierlich zurück. Seitdem wird ihre aussergewöhnliche Erhaltung als eucharistisches Wunder verehrt. Wiederholte Nachschauen haben den Bestand beschrieben. Auch die Untersuchung von 2014 bestätigte den guten Erhaltungszustand; in den angesetzten mikrobiologischen Kulturen zeigte sich nach sieben und vierzehn Tagen kein Wachstum.

Worum es in diesem Fall geht

Die nach dem Diebstahl von 1730 wiedergefundenen Hostien blieben über Generationen erhalten. Der 2014 untersuchte Bestand umfasste 225 Hostien und einige Fragmente in gutem Zustand.

Vom Diebstahl zur feierlichen Rückkehr

Die Erzdiözese schildert den Beginn: Am Vorabend von Mariä Himmelfahrt, dem 14. August 1730, wurde in San Francesco ein Ziborium mit etwa 350 konsekrierten Hostien gestohlen. Die Suche endete am 17. August in Santa Maria in Provenzano. Dort entdeckte man die Hostien in einer Opferkasse und brachte sie feierlich zurück. Sie wurden weiter aufbewahrt. Im Lauf der Zeit trat ihre aussergewöhnliche Erhaltung hervor und führte zu wiederholten kirchlichen Nachschauen. Aus der Rückkehr des geraubten Allerheiligsten erwuchs eine dauerhafte Verehrung.[1]

Die Nachschauen verfolgen den Bestand

Die späteren Kontrollen verzeichneten unterschiedliche Bestandszahlen und auch Bruchstücke. Die ursprüngliche Zahl von etwa 350 bezeichnet deshalb den Diebstahl von 1730, nicht den heute verbliebenen Umfang. Entnahmen und Brüche können eine Verringerung erklären, ohne die Herkunft der verbleibenden Hostien aufzuheben. Für die Geschichte sind die datierten Bestandsaufnahmen entscheidend. Der erzdiözesane Abriss nennt nach der Wiederauffindung auch eine längere Phase mit weniger dichter Dokumentation; die späteren Rekognitionen machen den überlieferten Bestand erneut konkret fassbar.[1]

Frühe Untersuchungen und Vergleichshostien

Schon früh wurde gefragt, ob sich der Befund durch gewöhnliche Erhaltungsbedingungen erklären lasse. Die Diözese erinnert an ältere Vergleiche mit nichtkonsekrierten Hostien und besonders an die Untersuchung von 1914. Diese Prüfungen gehören zum positiven Zeugnis des Ortes: Die aussergewöhnliche Bewahrung wurde wiederholt untersucht. Für die Bewertung einzelner Vergleiche sind die damaligen Materialien, Gefässe und Umweltbedingungen massgeblich. Historische Kontrollversuche sind entsprechend ihrer tatsächlich dokumentierten Bedingungen zu beurteilen.[3]

Der Befund von 2014

Am 10. September 2014 fand eine erneute Rekognition statt. Ausgewählte Proben wurden nichtinvasiv untersucht, und der Behälter wurde gereinigt. Die erzdiözesane Mitteilung nennt die Forschungsgruppe des zum CNR gehörenden Instituts für Kulturguterhaltung unter Cristiano Riminesi. Sie bestätigte den guten Erhaltungszustand. Die angesetzten Kulturen zeigten weder nach sieben noch nach vierzehn Tagen mikrobielles Wachstum. Das ist ein konkreter naturwissenschaftlicher Befund an dem damals vorliegenden Bestand.[2]

225 Hostien und Fragmente nach fast drei Jahrhunderten

2014 wurden 225 Hostien und einige Fragmente gezählt. Die Untersuchung beschreibt damit genau, was zu diesem Zeitpunkt vorlag. Den langen Zusammenhang mit dem Fund von 1730 erschliessen die kirchliche Verwahrung und die früheren Nachschauen; die aktuellen Messungen bestätigen den Zustand des überlieferten Bestandes. Beides gehört zusammen. Gerade die Verbindung einer jahrhundertelangen Geschichte mit wiederholter tatsächlicher Untersuchung macht Siena bemerkenswert. Bei älteren Kontrollen bleiben jeweils Datum, Zahl der Hostien und Untersuchungsmethode zu berücksichtigen. Eine einzelne moderne Untersuchung kann die Umweltbedingungen der gesamten vorausgehenden Zeit nicht experimentell wiederholen.[2]

Die Ortskirche bewahrt das Gedächtnis

Die Erzdiözese begeht den Jahrestag der Wiederauffindung liturgisch; auch 2022 stand eine bischöfliche Eucharistiefeier im Mittelpunkt. Die Hostien gehören zum fortdauernden Gottesdienst von Siena. Das Gedächtnis verbindet die Freude über ihre Rückkehr mit der Wiedergutmachung für das Sakrileg und dem Dank für ihre Bewahrung. Die öffentliche Verehrung führt die heutige Gemeinde mit den Generationen zusammen, die das Allerheiligste hüteten.[4]

Christi bleibende Gegenwart

Siena lenkt den Blick auf die Treue Christi und die beharrliche Liebe der Kirche. In der alten wie in der eben konsekrierten Hostie ist derselbe Herr gegenwärtig. Die aussergewöhnliche Bewahrung macht diese bleibende Gegenwart auf eindringliche Weise bewusst. Der Pilger wird zum Dank und zur Anbetung geführt; die Erinnerung an den Diebstahl ruft zur Wiedergutmachung. Das Wunder besteht hier in der Erhaltung der eucharistischen Gestalten und hat deshalb seinen eigenen Charakter neben den Wundern sichtbaren Fleisches oder Blutes.[3][4]

Zeugen & Untersuchende

Tiberio Borghesi

Erzbischof bei einer frühen Rekognition

Veranlasste 1789 die Nachschau und einen Vergleich mit anderen Hostien.[1]

Cristiano Riminesi und Forschungsgruppe

Fachleute für Kulturgutforschung

Führten die in der Diözesanmitteilung von 2014 beschriebenen Analysen am verwahrten Bestand durch.[2]

Die Geschichte im Verlauf

  1. Diebstahl

    Das Ziborium wird entwendet.[1]

  2. Wiederauffindung

    Hostien werden in Provenzano entdeckt.[4]

  3. Nachschauen

    Der Bestand wird erneut gezählt und beschrieben.[1]

  4. Fachliche Rekognition

    Eine Kommission untersucht die Erhaltung.[3]

  5. Neue Analyse

    Nichtinvasive und mikrobiologische Kontrollen werden berichtet.[2]

Kirchliche Einordnung

Eucharistisches Wunder in der Verehrung der Erzdiözese

Die Erzdiözese bezeichnet die Bewahrung als eucharistisches Wunder und pflegt die öffentliche Verehrung. Ihre Mitteilung von 2014 dokumentiert die erneute Bestandsprüfung, den guten Zustand und negative mikrobiologische Kulturen.

Das kirchliche Verfahren für diesen Falltyp →

Einwände & Antworten

Kann trockenes Brot lange erhalten bleiben?

Ja, bestimmte natürliche Bedingungen können organisches Material lange erhalten. Diese allgemeine Möglichkeit erklärt jedoch noch nicht den konkreten Bestand von Siena. Dafür sind die überlieferten Aufbewahrungsbedingungen, wechselnden Behälter, Nachschauen und Vergleichsversuche heranzuziehen. Die Untersuchung von 2014 bestätigt einen bemerkenswert guten Zustand und negative Kulturen; sie rekonstruiert nicht experimentell alle früheren Umweltbedingungen. Der positive Fall liegt in der Verbindung von Geschichte und wiederholten Befunden. Wer ihn natürlich erklären will, muss diese konkrete Verbindung berücksichtigen, statt allein auf die abstrakte Möglichkeit trockener Lagerung zu verweisen.[1][2]

Warum wurden die Hostien nach dem Fund aufbewahrt?

Der diözesane Geschichtsabriss nennt mögliche hygienische Gründe nach ihrer Auffindung in einer Opferkasse; die ursprünglichen Motive sind nicht vollständig dokumentiert. Sicher ist der weitere Verlauf: Die Hostien blieben aufbewahrt, ihre Erhaltung fiel auf, und der Bestand wurde später wiederholt kontrolliert. Eine unbekannte Einzelentscheidung am Anfang entkräftet diese späteren Beobachtungen nicht. Für die Kontinuität sind die verwahrten Bestände und Nachschauen massgeblich. Eine konkrete frühe Anweisung wird daher nicht hinzuerfunden; die tatsächlich bezeugte Geschichte der Bewahrung trägt die Darstellung.[1]

Bedeutung für den Glauben

Die heiligen Hostien von Siena verbinden das Gedächtnis ihrer Wiederauffindung mit einer jahrhundertelangen Verwahrung und wiederholten Zustandsprüfungen. Der positive Befund von 2014 steht innerhalb dieser langen Geschichte. Die Kirche verehrt ihre aussergewöhnliche Bewahrung als einen Ruf zur Treue gegenüber Christus im Allerheiligsten.[1][2]

Die Untersuchung vertiefen

Wie eucharistische Wunder untersucht werden

Den Ablauf sichern, das Material bestimmen und das kirchliche Urteil genau lesen.

Untersuchungsmittel und kirchliches Verfahren →

Quellen & Nachweise

Die Angaben zu Zugänglichkeit und Aussagebereich helfen dir, die Belege selbst einzuordnen.

  1. [1] La storia del Prodigio Eucaristico

    Erzdiözese Siena · 2014 · Geschichtliche Übersicht 1730–2014

    Nennt auch Phasen schwächerer Dokumentation und veränderte Bestandszahlen.

    Quelle öffnen · arcidiocesi.siena.it ↗
  2. [2] Ricognizione Sacre Particole 2014

    Pressestelle der Erzdiözese Siena · 2014-10-24

    Amtliche Zusammenfassung der Untersuchung; der verlinkte vollständige Bericht war nicht abrufbar.

    Quelle öffnen · arcidiocesi.siena.it ↗
  3. [3] La storia del Miracolo Eucaristico di Siena

    Erzdiözese Siena · 2014

    Überblick über ältere Untersuchungen und Verehrung.

    Quelle öffnen · arcidiocesi.siena.it ↗
  4. [4] Siena: il 292º anniversario del ritrovamento delle Sacre Particole

    Erzdiözese Siena · 2022

    Belegt bischöflich gepflegte Feier.

    Quelle öffnen · arcidiocesi.siena.it ↗
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