{"id":"papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate","title":"\"Gaudete et exsultate\": Apostolic Exhortation on the call to holiness in today's world, 19 March 2018","issuer":null,"type":"Magisterial document","date":null,"authority":"Roman Pontiff","availableLanguages":["de","en","es","fr","it","la","pt"],"languages":{"de":{"code":"de","label":"Deutsch","contentFormat":"plain-text","text":"\"Gaudete et exsultate\": Apostolisches Schreiben über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute (19. März 2018)\n\nDer Heilige Stuhl\n\nDeutsch\n\nFrançais\n\nEnglish\n\nItaliano\n\nPortuguês\n\nEspañol\n\nDeutsch\n\nPolski\n\nالعربيّة\n\n中文\n\nLatine\n\n×\n\nDer Heilige Stuhl\n\nMagisterium\n\nKalender\n\nLiturgische Feiern\n\nKarten für Päpstliche Audienzen und Feiern\n\nPäpste\n\nKardinalskollegium\n\nRömische Kurie und andere Organisationen\n\nSynode\n\nPresseamt\n\nVatican News - Radio Vaticana\n\nL'Osservatore Romano\n\nFranziskus\n\nNachsynod. Apost. 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Es soll hier nicht um eine Abhandlung über die Heiligkeit gehen, mit vielen Definitionen und Unterscheidungen, die dieses wichtige Thema bereichern könnten, oder mit Analysen, die über die Mittel der Heiligung anzustellen wären. Mein bescheidenes Ziel ist es, den Ruf zur Heiligkeit einmal mehr zum Klingen zu bringen und zu versuchen, ihn im gegenwärtigen Kontext mit seinen Risiken, Herausforderungen und Chancen Gestalt annehmen zu lassen. Denn der Herr hat jeden von uns erwählt, damit wir in der Liebe »heilig und untadelig leben vor ihm« (Eph 1,4).\n\nERSTES KAPITEL\n\nDER RUF ZUR HEILIGKEIT\n\nDie Heiligen, die uns ermutigen und begleiten\n\n3. Im Hebräerbrief werden verschiedene Zeugen genannt, die uns ermutigen sollen, »mit Ausdauer in dem Wettkampf [zu] laufen, der vor uns liegt« (12,1). Die Rede ist von Abraham, Sara, Mose, Gideon und einigen anderen (vgl. Kapitel 11); vor allem werden wir eingeladen, zu erkennen, dass wir »eine solche Wolke von Zeugen um uns haben« (12,1), die uns dazu anspornen, auf unserem Weg nicht stehen zu bleiben, und uns ermutigen, weiter dem Ziel entgegen zu gehen. Unter ihnen sind vielleicht unsere eigene Mutter, eine Großmutter oder andere Menschen, die uns nahestehen (vgl. 2 Tim 1,5). Vielleicht war ihr Leben nicht immer perfekt, aber trotz aller Fehler und Schwächen gingen sie weiter voran und gefielen dem Herrn.\n\n4. Die Heiligen, die bereits in der Gegenwart Gottes sind, unterhalten mit uns Bande der Liebe und der Gemeinschaft. Das Buch der Offenbarung des Johannes bezeugt dies, wenn es von den Märtyrern spricht, die für uns eintreten: Ich sah »unter dem Altar die Seelen aller, die hingeschlachtet worden waren wegen des Wortes Gottes und wegen des Zeugnisses, das sie abgelegt hatten. Sie riefen mit lauter Stimme und sagten: Wie lange zögerst du noch, Herr, du Heiliger und Wahrhaftiger, Gericht zu halten?« (6,9-10). Wir können sagen: »Wir sind von den Freunden Gottes umgeben, geleitet und geführt. [...] Ich brauche nicht allein zu tragen, was ich wahrhaftig allein nicht tragen könnte. Die Schar der Heiligen Gottes schützt und stützt und trägt mich.«[1]\n\n5. In den Selig- und Heiligsprechungsprozessen werden neben den Zeichen eines heroischen Tugendgrades und der Hingabe des Lebens im Martyrium auch diejenigen Fälle berücksichtigt, in denen eine bis zum Tod durchgehaltene Aufopferung des eigenen Lebens für andere erfolgt ist. Diese Hingabe ist Ausdruck einer vorbildlichen Nachahmung Christi und der Bewunderung der Gläubigen würdig.[2] Erinnern wir uns zum Beispiel an die selige Maria Gabriela Sagheddu, die ihr Leben für die Einheit der Christen aufopferte.\n\nDie Heiligen von nebenan\n\n6. Denken wir nicht nur an die, die bereits selig- oder heiliggesprochen wurden. Der Heilige Geist verströmt Heiligkeit überall, in das ganze heilige gläubige Gottesvolk hinein, denn es hat Gott gefallen, »die Menschen nicht einzeln und unabhängig von aller wechselseitigen Verbindung zu heiligen und zu retten, sondern sie zu einem Volke zu machen, das ihn in Wahrheit anerkennen und ihm in Heiligkeit dienen soll«.[3] Der Herr hat in der Heilsgeschichte ein Volk gerettet. Es gibt keine vollständige Identität ohne Zugehörigkeit zu einem Volk. Deshalb kann sich niemand allein, als isoliertes Individuum, retten, sondern Gott zieht uns an, wobei er das komplexe Geflecht zwischenmenschlicher Beziehungen berücksichtigt, das der menschlichen Gemeinschaft innewohnt: Gott wollte in eine soziale Dynamik eintreten, in die Dynamik eines Volkes.\n\n7. Es gefällt mir, die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes zu sehen: in den Eltern, die ihre Kinder mit so viel Liebe erziehen, in den Männern und Frauen, die arbeiten, um das tägliche Brot nach Hause zu bringen, in den Kranken, in den älteren Ordensfrauen, die weiter lächeln. In dieser Beständigkeit eines tagtäglichen Voranschreitens sehe ich die Heiligkeit der streitenden Kirche. Oft ist das die Heiligkeit „von nebenan“, derer, die in unserer Nähe wohnen und die ein Widerschein der Gegenwart Gottes sind, oder, um es anders auszudrücken, „die Mittelschicht der Heiligkeit“.[4]\n\n8. Lassen wir uns anregen von den Zeichen der Heiligkeit, die uns der Herr durch die einfachsten Glieder dieses Volkes schenkt, das auch teilnimmt »an dem prophetischen Amt Christi, in der Verbreitung seines lebendigen Zeugnisses vor allem durch das Leben in Glauben und Liebe«.[5] Denken wir mit der heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) daran, dass viele von ihnen die Gestalter der wahren Geschichte sind: »Aus der dunkelsten Nacht treten die größten Propheten – Heiligengestalten hervor. Aber zum großen Teil bleibt der gestaltende Strom des mystischen Lebens unsichtbar. Sicherlich werden die entscheidenden Wendungen in der Weltgeschichte wesentlich mitbestimmt durch Seelen, von denen kein Geschichtsbuch etwas meldet. Und welchen Seelen wir die entscheidenden Wendungen in unserem persönlichen Leben verdanken, das werden wir auch erst an dem Tage erfahren, an dem alles Verborgene offenbar wird.«[6]\n\n9. Die Heiligkeit ist das schönste Gesicht der Kirche. Aber auch außerhalb der Katholischen Kirche und in sehr unterschiedlichen Umgebungen weckt der Geist »Zeichen seiner Gegenwart, die selbst den Jüngern Christi helfen«.[7] Im Übrigen erinnerte uns der heilige Johannes Paul II. daran, dass »das Zeugnis für Christus bis hin zum Blutvergießen […] zum gemeinsamen Erbe von Katholiken, Orthodoxen, Anglikanern und Protestanten geworden«[8] ist. Bei der schönen ökumenischen Gedächtnisfeier im Jubiläumsjahr 2000 im Kolosseum sagte er, dass die Märtyrer »ein Erbe [sind], das lauter spricht als die Faktoren der Trennung«.[9]\n\nDer Herr ruft\n\n10. All dies ist wichtig. Was ich jedoch mit diesem Schreiben in Erinnerung rufen möchte, ist vor allem der Ruf zur Heiligkeit, den der Herr an jeden und jede von uns richtet, den Ruf, den er auch an dich richtet: »Seid heilig, weil ich heilig bin« (Lev 11,44; 1 Petr 1,16). Das Zweite Vatikanische Konzil hat das sehr deutlich hervorgehoben: »Mit so reichen Mitteln zum Heile ausgerüstet, sind alle Christgläubigen in allen Verhältnissen und in jedem Stand je auf ihrem Wege vom Herrn berufen zu der Vollkommenheit in Heiligkeit, in der der Vater selbst vollkommen ist.«[10]\n\n11. »Je auf ihrem Wege«, sagt das Konzil. Es geht also nicht darum, den Mut zu verlieren, wenn man Modelle der Heiligkeit betrachtet, die einem unerreichbar erscheinen. Es gibt Zeugnisse, die als Anregung und Motivation hilfreich sind, aber nicht als zu kopierendes Modell. Das könnte uns nämlich sogar von dem einzigartigen und besonderen Weg abbringen, den der Herr für uns vorgesehen hat. Worauf es ankommt, ist, dass jeder Gläubige seinen eigenen Weg erkennt und sein Bestes zum Vorschein bringt, das, was Gott so persönlich in ihn hineingelegt hat (vgl. 1 Kor 12,7), und nicht, dass er sich verausgabt, indem er versucht, etwas nachzuahmen, das gar nicht für ihn gedacht war. Wir sind alle aufgerufen, Zeugen zu sein, aber es gibt »viele existentielle Weisen der Zeugenschaft«.[11] Als der große heilige Mystiker Johannes vom Kreuz seinen Geistlichen Gesang schrieb, zog er es fürwahr vor, feste allgemeingültige Regeln zu vermeiden, und erklärte, dass seine Verse so geschrieben seien, dass jeder sie »gemäß seiner Eigenart«[12] nutzen könne. Denn das göttliche Leben teilt sich »den einen auf diese, den anderen auf jene Weise«[13] mit.\n\n12. In Bezug auf diese verschiedenen Weisen möchte ich eigens betonen, dass sich der „weibliche Genius“ auch in weiblichen Stilen der Heiligkeit manifestiert, die unentbehrlich sind, um die Heiligkeit Gottes in dieser Welt widerzuspiegeln. Gerade auch in Zeiten, in denen die Frauen stark eingeschränkt waren, hat der Heilige Geist Heilige erweckt, deren Leuchtkraft zu neuen geistlichen Dynamiken und wichtigen Reformen in der Kirche geführt hat. Wir können hier etwa die heilige Hildegard von Bingen, die heilige Birgitta von Schweden, die heilige Katharina von Siena, die heilige Teresa von Ávila oder die heilige Thérèse von Lisieux nennen. Aber ich möchte hier besonders auch an so viele unbekannte oder vergessene Frauen erinnern, die, jede auf ihre eigene Art und Weise, Familien und Gemeinschaften mit der Kraft ihres Zeugnisses getragen und verwandelt haben.\n\n13. Das sollte jeden und jede dazu anregen und ermutigen, alles zu geben, um auf den einzigartigen und unwiederholbaren Entwurf hin zu wachsen, den Gott von Ewigkeit her für ihn oder sie wollte: »Noch ehe ich dich im Mutterleib formte, habe ich dich ausersehen, noch ehe du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt« (Jer 1,5).\n\nAuch für dich\n\n14. Um heilig zu sein, muss man nicht unbedingt Bischof, Priester, Ordensmann oder Ordensfrau sein. Oft sind wir versucht zu meinen, dass die Heiligkeit nur denen vorbehalten sei, die die Möglichkeit haben, sich von den gewöhnlichen Beschäftigungen fernzuhalten, um viel Zeit dem Gebet zu widmen. Es ist aber nicht so. Wir sind alle berufen, heilig zu sein, indem wir in der Liebe leben und im täglichen Tun unser persönliches Zeugnis ablegen, jeder an dem Platz, an dem er sich befindet. Bist du ein Gottgeweihter oder eine Gottgeweihte? Sei heilig, indem du deine Hingabe freudig lebst. Bist du verheiratet? Sei heilig, indem du deinen Mann oder deine Frau liebst und umsorgst, wie Christus es mit der Kirche getan hat. Bist du ein Arbeiter? Sei heilig, indem du deine Arbeit im Dienst an den Brüdern und Schwestern mit Redlichkeit und Sachverstand verrichtest. Bist du Vater oder Mutter, Großvater oder Großmutter? Sei heilig, indem du den Kindern geduldig beibringst, Jesus zu folgen. Hast du eine Verantwortungsposition inne? Sei heilig, indem du für das Gemeinwohl kämpfst und auf deine persönlichen Interessen verzichtest.[14]\n\n15. Lass zu, dass die Taufgnade in dir Frucht bringt auf einem Weg der Heiligkeit. Lass zu, dass alles für Gott offen ist, und dazu entscheide dich für ihn, erwähle Gott ein ums andere Mal neu. Verlier nicht den Mut, denn du besitzt die Kraft des Heiligen Geistes, um das möglich zu machen. Im Grunde ist die Heiligkeit die Frucht des Heiligen Geistes in deinem Leben (vgl. Gal 5,22-23). Wenn du die Versuchung verspürst, dich in deiner Schwäche zu verstricken, dann richte deine Augen auf den Gekreuzigten und sage: „Herr, ich bin ein armseliger Mensch, aber du kannst das Wunder vollbringen, mich ein wenig besser zu machen.“ In der Kirche, die heilig ist und zugleich aus Sündern besteht, findest du alles, was du brauchst, um auf dem Weg zur Heiligkeit zu wachsen. Der Herr hat sie mit reichen Gaben beschenkt: mit dem Wort, den Sakramenten, den Heiligtümern, dem Leben der Gemeinschaften, dem Zeugnis der Heiligen und mit einer vielfältigen Schönheit, die aus der Liebe zum Herrn kommt, »wie eine Braut, die ihr Geschmeide anlegt« (Jes 61,10).\n\n16. Diese Heiligkeit, zu der der Herr dich ruft, wächst und wächst durch kleine Gesten. Eine Frau geht beispielsweise auf den Markt zum Einkaufen, trifft dabei eine Nachbarin, beginnt ein Gespräch mit ihr, und dann wird herumkritisiert. Trotzdem sagt diese Frau innerlich: „Nein, ich werde über niemanden schlecht reden.“ Das ist ein Schritt hin zur Heiligkeit. Zu Hause möchte ihr Kind dann über seine Phantasien sprechen, und obwohl sie müde ist, setzt sie sich zu ihm und hört ihm mit Geduld und Liebe zu. Das ist ein weiteres Opfer, das heilig macht. Dann erlebt sie etwas Beängstigendes, aber sie erinnert sich an die Liebe der Jungfrau Maria, nimmt den Rosenkranz und betet gläubig. Das ist ein weiterer Weg der Heiligkeit. Dann geht sie aus dem Haus, trifft einen Armen und bleibt stehen, um liebevoll mit ihm zu reden. Das ist ein weiterer Schritt.\n\n17. Manchmal stellt einen das Leben vor größere Herausforderungen und durch sie lädt uns der Herr zu neuen Veränderungen ein, die es ermöglichen, dass seine Gnade in unserer Existenz deutlicher offenbar wird, »damit wir Anteil an seiner Heiligkeit gewinnen« (Hebr 12,10). Ein anderes Mal geht es nur darum, etwas, das wir bereits tun, auf eine vollkommenere Art und Weise zu tun: »Es gibt Eingebungen, die nur auf eine außergewöhnliche Vollkommenheit gewöhnlicher Übungen des christlichen Lebens hinzielen.«[15] Als Kardinal François-Xavier Nguyên Van Thuân im Gefängnis saß, verzichtete er darauf, sich in Erwartung seiner Freilassung aufzureiben. Er entschied: »Ich lebe in diesem Augenblick und werde ihn mit Liebe füllen«; und die Art und Weise, in der dies konkret wird, ist folgende: »Nütze jeden Tag die Gelegenheit, um kleine Dinge in großartiger Weise zu erledigen.«[16]\n\n18. So verleihen wir durch den Anstoß der göttlichen Gnade mit vielen Gesten jener Heiligkeit Gestalt, die Gott uns zugedacht hat, aber nicht als sich selbst genügende Wesen, sondern »als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes« (1 Petr 4,10). Die neuseeländischen Bischöfe haben uns gezeigt, dass es möglich ist, mit der bedingungslosen Liebe des Herrn zu lieben, weil der Auferstandene sein machtvolles Leben mit unserem zerbrechlichen Leben teilt: »Seine Liebe kennt keine Grenzen, und einmal gewährt, wurde sie nie zurückgenommen. Sie war bedingungslos und blieb treu. So zu lieben ist nicht einfach, weil wir oft so schwach sind. Aber gerade der Versuch, so zu lieben, wie Christus uns geliebt hat, zeigt, dass Christus sein eigenes Leben als Auferstandener mit uns teilt. Auf diese Weise zeugt unser Leben von seiner Wirkmacht, selbst inmitten menschlicher Schwäche.«[17]\n\nDeine Sendung in Christus\n\n19. Für einen Christen ist es unmöglich, an seine eigene Sendung auf Erden zu denken, ohne sie als einen Weg der Heiligkeit zu begreifen, denn das »ist es, was Gott will: eure Heiligung« (1 Thess 4,3). Jeder Heilige ist eine Sendung; er ist ein Entwurf des Vaters, um zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte einen Aspekt des Evangeliums widerzuspiegeln und ihm konkrete Gestalt zu verleihen.\n\n20. Diese Sendung hat ihren vollen Sinn in Christus und kann nur von ihm her verstanden werden. Im Tiefsten bedeutet Heiligkeit, in Einheit mit ihm die Geheimnisse seines Lebens zu leben. Sie besteht darin, sich auf einzigartige und persönliche Weise mit dem Tod und der Auferstehung des Herrn zu verbinden, ständig mit ihm zu sterben und mit ihm aufzuerstehen. Es kann aber auch beinhalten, in der eigenen Existenz verschiedene Aspekte des irdischen Lebens Jesu nachzubilden: sein verborgenes Leben, sein Leben in der Gemeinschaft, seine Nähe zu den Geringsten, seine Armut und andere Erscheinungsformen seiner Hingabe aus Liebe. Die Betrachtung dieser Geheimnisse, wie sie der heilige Ignatius von Loyola vorgeschlagen hat, führt uns dazu, sie in unseren Entscheidungen und Haltungen immer mehr zu verwirklichen.[18] Denn »im Leben Jesu ist alles [...] Zeichen seines innersten Geheimnisses«,[19] »das ganze Leben Christi ist [...] Offenbarung des Vaters«,[20] »das ganze Leben Christi ist Erlösungsgeheimnis«,[21] »das ganze Leben Christi ist ein Mysterium der erneuten Zusammenfassung von allem unter ein Haupt«[22] und »alles, was Christus gelebt hat, lässt er uns in ihm leben und er lebt es in uns«.[23]\n\n21. Der Heilsplan des Vaters ist Christus, und wir in ihm. Letztendlich ist es Christus, der in uns liebt, denn Heiligkeit ist »nichts anderes als die in Fülle gelebte Liebe«.[24] Deshalb ist das Maß der Heiligkeit durch die Gestalt gegeben, die Christus in uns annimmt, dadurch, wie sehr wir in der Kraft des Heiligen Geistes unser ganzes Leben nach seinem Leben formen.[25] So ist jeder Heilige eine Botschaft, die der Heilige Geist aus dem Reichtum Jesu Christi schöpft und seinem Volk schenkt.\n\n22. Um zu erkennen, welches Wort der Herr durch einen Heiligen sagen will, ist es nicht ratsam, sich mit Details aufzuhalten, denn es kann da auch Fehler und Schwächen geben. Nicht alles, was ein Heiliger sagt, ist dem Evangelium vollkommen treu, nicht alles, was er tut, ist authentisch oder perfekt. Was wir betrachten müssen, ist die Gesamtheit seines Lebens, sein ganzer Weg der Heiligung, jene Gestalt, die etwas von Jesus Christus widerspiegelt und die zum Vorschein kommt, wenn es gelingt, den Sinn der Gesamtheit seiner Person auszumachen.[26]\n\n23. Das ist ein starker Aufruf an uns alle. Auch du musst dein Leben im Ganzen als eine Sendung begreifen. Versuche dies, indem du Gott im Gebet zuhörst und die Zeichen recht deutest, die er dir gibt. Frage immer den Heiligen Geist, was Jesus von dir in jedem Moment deiner Existenz und bei jeder Entscheidung, die du treffen musst, erwartet, um herauszufinden, welchen Stellenwert es für deine Sendung hat. Und erlaube dem Geist, in dir jenes persönliche Geheimnis zu formen, das Jesus Christus in der Welt von heute widerscheinen lässt.\n\n24. Hoffentlich kannst du erkennen, was dieses Wort ist, diese Botschaft Jesu, die Gott der Welt mit deinem Leben sagen will. Lass dich verwandeln, lass dich vom Geist erneuern, damit dies möglich wird und damit deine wertvolle Sendung nicht scheitert. Der Herr wird sie auch inmitten all deiner Fehler und schlechten Momente zur Vollendung führen, wenn du nur den Weg der Liebe nicht verlässt und immer offen bleibst für sein übernatürliches Wirken, welches reinigt und erleuchtet.\n\nHeiligmachendes Tun\n\n25. Wie man Christus nicht verstehen kann ohne das Reich, das zu bringen er gekommen war, so ist auch deine eigene Sendung untrennbar mit dem Aufbau jenes Reiches verbunden: »Sucht aber zuerst sein Reich und seine Gerechtigkeit« (Mt 6,33). Deine Identifikation mit Christus und seinen Wünschen impliziert das Bemühen, mit ihm das Reich der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens für alle zu errichten. Christus selbst will es mit dir leben, in all den Anstrengungen oder Entsagungen, die es mit sich bringt, wie auch in den Freuden und der Fruchtbarkeit, die es für dich bereithält. Deshalb wirst du dich nicht heiligen, ohne dich mit Leib und Seele hinzugeben, um in diesem Bemühen dein Bestes zu geben.\n\n26. Es ist nicht gesund, die Stille zu lieben und die Begegnung mit anderen zu meiden, Ruhe zu wünschen und Aktivität abzulehnen, das Gebet zu suchen und den Dienst zu verachten. Alles kann als Teil der eigenen Existenz in dieser Welt akzeptiert und integriert werden und sich in den Weg der Heiligung einfügen. Wir sind aufgerufen, die Kontemplation auch inmitten des Handelns zu leben, und wir heiligen uns in der verantwortlichen und großherzigen Ausübung der eigenen Sendung.\n\n27. Kann der Heilige Geist uns etwa dazu anspornen, eine Mission zu erfüllen, und uns gleichzeitig auffordern, vor ihr zu flüchten oder uns nicht ganz hinzugeben, um den inneren Frieden zu bewahren? Manchmal sind wir jedenfalls versucht, die pastorale Hingabe oder das Engagement in der Welt als zweitrangig zu betrachten, als wären sie „Ablenkungen“ auf dem Weg der Heiligung und des inneren Friedens. Man vergisst dabei, dass »das Leben nicht eine Mission hat, sondern eine Mission ist«.[27]\n\n28. Ein Einsatz, der von der Angst, vom Stolz oder vom Bedürfnis, gut dazustehen und zu herrschen, motiviert ist, wird sicherlich nicht heiligend sein. Die Herausforderung besteht darin, die eigene Selbsthingabe so zu leben, dass die Bemühungen einen dem Evangelium entsprechenden Sinn haben und uns immer mehr Jesus Christus angleichen. Deshalb ist es üblich, z.B. von einer Spiritualität des Katecheten, von einer Spiritualität des Diözesanklerus, von einer Spiritualität der Arbeit zu sprechen. Aus demselben Grund schloss ich Evangelii gaudium mit einer Spiritualität der Mission, Laudato si’ mit einer ökologischen Spiritualität und Amoris laetitia mit einer Spiritualität des Familienlebens.\n\n29. Das bedeutet nicht, die Momente der Ruhe, der Einsamkeit und der Stille vor Gott zu verachten. Ganz im Gegenteil. Die ständig neuen technologischen Errungenschaften, die Attraktivität des Reisens, die unzähligen Konsumangebote lassen nämlich dem Erklingen der Stimme Gottes manchmal keinen Raum. Alles füllt sich in immer größerer Geschwindigkeit mit Worten, oberflächlichem Genuss und Lärm. Dort herrscht keine Freude, sondern die Unzufriedenheit derer, die nicht wissen, wofür sie leben. Wie können wir da nicht erkennen, dass wir dieses hektische Rennen stoppen müssen, um einen persönlichen Raum wiederzuerlangen, was manchmal schmerzhaft, aber letztlich immer fruchtbar ist, in dem ein aufrichtiger Dialog mit Gott aufgenommen wird? Irgendwann werden wir uns mit der Wahrheit über uns selbst konfrontieren müssen, um sie vom Herrn durchdringen zu lassen, und das gelingt nicht immer, »wenn man nicht auf einmal an den Rand des Abgrunds, der schwersten Versuchung gerät, ausgesetzt auf den Klippen der Verlassenheit, ausgesetzt auf einem einsamen Gipfel, wo man den Eindruck hat, völlig im Stich gelassen zu sein«.[28] Auf diese Weise finden wir die wichtigen Beweggründe, die uns antreiben, unsere Aufgaben bis in die Tiefe zu leben.\n\n30. Die gleichen Ablenkungsmöglichkeiten, die das moderne Leben überfluten, führen auch zu einer Verabsolutierung der Freizeit, in der wir die Geräte, die uns Unterhaltung oder kurzlebige Vergnügen bieten, uneingeschränkt nutzen können.[29] Die Konsequenz ist, dass unsere eigentliche Sendung darunter leidet, dass das Engagement schwächer wird und der großzügige und bereitwillige Dienst nachzulassen beginnt. Dies entstellt das spirituelle Leben. Kann denn ein spiritueller Eifer gesund sein, der mit einer Trägheit in der Verkündigung des Glaubens oder im Dienst an den anderen einhergeht?\n\n31. Wir brauchen einen Geist der Heiligkeit, der sowohl die Einsamkeit als auch den Dienst, die Innerlichkeit wie auch den Einsatz für die Verkündigung durchdringt, damit jeder Moment ein Ausdruck hingebungsvoller Liebe unter den Augen Gottes ist. So werden all diese Momente zu Stufen auf unserem Weg der Heiligung.\n\nLebendiger, menschlicher\n\n32. Hab keine Angst vor der Heiligkeit. Sie wird dir nichts an Kraft, Leben oder Freude nehmen. Ganz im Gegenteil, denn du wirst dabei zu dem Menschen werden, an den der Vater dachte, als er dich erschaffen hat, und du wirst deinem eigenen Wesen treu bleiben. Von Gott abzuhängen befreit uns von der Sklaverei und lässt uns unsere Würde erkennen. Dies wird an der heiligen Josephine Bakhita sichtbar. Sie wurde »im zarten Alter von sieben Jahren als Sklavin verkauft und hatte unter grausamen Herren schwere Leiden zu ertragen. Dennoch verstand sie die tiefe Wahrheit, dass Gott, und nicht der Mensch, der wahre Herr eines jeden Menschen und Menschenlebens ist. Diese Erfahrung wurde für diese demütige Tochter Afrikas zur Quelle großer Weisheit.«[30]\n\n33. In dem Maß, in dem er sich heiligt, wird jeder Christ umso fruchtbarer für die Welt. Die Bischöfe Westafrikas haben uns gelehrt: »Im Geist der Neuevangelisierung sind wir berufen, dadurch evangelisiert zu werden und zu evangelisieren, dass ihr Getauften alle befähigt werdet, eure Rolle als Salz der Erde und Licht der Welt zu übernehmen, wo immer ihr seid.«[31]\n\n34. Fürchte dich nicht davor, höhere Ziele anzustreben, dich von Gott lieben und befreien zu lassen. Fürchte dich nicht davor, dich vom Heiligen Geist führen zu lassen. Die Heiligkeit macht dich nicht weniger menschlich, denn sie ist die Begegnung deiner Schwäche mit der Kraft der Gnade. Im Grunde genommen gibt es, wie Léon Bloy sagte, »nur eine Traurigkeit im Leben: kein Heiliger zu sein«.[32]\n\nZWEITES KAPITEL\n\nZWEI SUBTILE FEINDE DER HEILIGKEIT\n\n35. In diesem Rahmen möchte ich die Aufmerksamkeit auf zwei Verfälschungen der Heiligkeit lenken, die uns vom Weg abbringen könnten: der Gnostizismus und der Pelagianismus. Es sind zwei Häresien, die in den ersten christlichen Jahrhunderten aufgekommen sind, die aber weiterhin von alarmierender Aktualität sind. Auch heute lassen sich die Herzen vieler Christen, vielleicht ohne dass sie es bemerken, von diesen trügerischen Angeboten verführen. In ihnen kommt ein als katholische Wahrheit getarnter anthropozentrischer Immanentismus zum Ausdruck.[33] Betrachten wir diese zwei Formen vermeintlicher doktrineller oder disziplinarischer Sicherheit, »die Anlass gibt zu einem narzisstischen und autoritären Elitebewusstsein, wo man, anstatt die anderen zu evangelisieren, sie analysiert und bewertet und, anstatt den Zugang zur Gnade zu erleichtern, die Energien im Kontrollieren verbraucht. In beiden Fällen existiert weder für Jesus Christus noch für die Menschen ein wirkliches Interesse.«[34]\n\nDer gegenwärtige Gnostizimus\n\n36. Der Gnostizismus setzt einen im Subjektivismus eingeschlossenen Glauben voraus, »bei dem einzig eine bestimmte Erfahrung oder eine Reihe von Argumentationen und Kenntnissen interessiert, von denen man meint, sie könnten Trost und Licht bringen, wo aber das Subjekt letztlich in der Immanenz seiner eigenen Vernunft oder seiner Gefühle eingeschlossen bleibt«.[35]\n\nEin Geist ohne Gott und ohne Fleisch\n\n37. Gott sei Dank wurde im Laufe der Geschichte der Kirche sehr deutlich, dass die Vollkommenheit der Menschen an ihrer Nächstenliebe gemessen wird, nicht an der Fülle erworbener Daten und Kenntnisse. Die „Gnostiker“ unterliegen in diesem Punkt einem Missverständnis und beurteilen die anderen ausgehend von der Überprüfung, ob sie in der Lage sind, die Tiefe bestimmter Lehren zu verstehen. Sie stellen sich einen Geist ohne Menschwerdung vor, der nicht in der Lage ist, das leidende Fleisch Christi in den anderen zu berühren, einen Geist, der in das Korsett einer Enzyklopädie von Abstraktionen geschnürt wird. Indem sie das Geheimnis entleiblichen, bevorzugen sie schließlich »eine[n] Gott[…] ohne Christus, eine[n] Christus ohne Kirche, ein[e] Kirche ohne Volk«.[36]\n\n38. Letztendlich handelt es sich um eine selbstgefällige Oberflächlichkeit: viel Bewegung an der Oberfläche des Geistes, aber die Tiefe des Denkens bewegt sich nicht, noch wird sie angerührt. Dennoch gelingt es, manche mit einer betrügerischen Faszination in den Bann zu ziehen, denn das gnostische Gleichgewicht ist formal und vermeintlich unpersönlich und kann den Anschein einer gewissen Harmonie oder einer allumfassenden Ordnung annehmen.\n\n39. Aber geben wir acht. Ich beziehe mich nicht auf die Rationalisten, die Feinde des christlichen Glaubens sind. Das hier kann innerhalb der Kirche vorkommen, ebenso sehr unter den Laien in den Pfarreien wie unter denjenigen, die in Bildungszentren Philosophie oder Theologie lehren. Denn es ist gerade den Gnostikern eigen zu glauben, dass sie mit ihren Erklärungen den ganzen Glauben und das ganze Evangelium vollkommen verständlich machen können. Sie verabsolutieren ihre eigenen Theorien und verpflichten die anderen, sich den von ihnen genutzten Argumentationen zu unterwerfen. Eine Sache ist der gesunde und demütige Gebrauch der Vernunft, um über die theologische und moralische Lehre des Evangeliums nachzudenken; etwas anderes ist es, danach zu streben, die Lehre Jesu auf eine kalte und harte Logik zu reduzieren, die alles zu beherrschen sucht.[37]\n\nEine Lehre ohne Geheimnis\n\n40. Der Gnostizismus ist eine der schlimmsten Ideologien. Er überbetont nämlich die Erkenntnis oder eine bestimmte Erfahrung und hält gleichzeitig seine eigene Sicht der Wirklichkeit für vollkommen. Auf diese Weise nährt sich diese Ideologie, vielleicht ohne es zu merken, von sich selbst und wird noch verblendeter. Zuweilen wird sie besonders trügerisch, wenn sie sich als entleiblichte Spiritualität tarnt. Denn der Gnostizismus will »von Natur aus dem Geheimnis die Flügel stutzen«,[38] dem Geheimnis Gottes und seiner Gnade genauso wie dem Geheimnis des Lebens der anderen.\n\n41. Wenn jemand Antworten auf alle Fragen hat, zeigt er damit, dass er sich nicht auf einem gesunden Weg befindet; möglicherweise ist er ein falscher Prophet, der die Religion zu seinem eigenen Vorteil nutzt und in den Dienst seiner psychologischen und geistigen sinnlosen Gedankenspiele stellt. Gott übersteigt uns unendlich, er ist immer eine Überraschung, und nicht wir bestimmen, unter welchen geschichtlichen Umständen wir auf ihn treffen, denn Zeit und Ort sowie Art und Weise der Begegnung hängen nicht von uns ab. Wer es ganz klar und deutlich haben will, beabsichtigt, die Transzendenz Gottes zu beherrschen.\n\n42. Genauso wenig kann man beanspruchen festzulegen, wo Gott nicht ist, weil er geheimnisvoll im Leben jeder Person anwesend ist, im Leben eines jeden, so, wie er will; wir können dies mit unseren vermeintlichen Gewissheiten nicht leugnen. Auch wenn jemandes Existenz eine Katastrophe gewesen sein sollte, auch wenn wir ihn von Lastern und Süchten zerstört sehen, ist Gott in seinem Leben da. Wenn wir uns mehr vom Geist als von unseren Überlegungen leiten lassen, können und müssen wir den Herrn in jedem menschlichen Leben suchen. Dies ist Teil des Mysteriums, das die gnostische Denkweise letztlich ablehnt, weil sie es nicht kontrollieren kann.\n\nDie Grenzen der Vernunft\n\n43. Es gelingt uns kaum, die Wahrheit, die wir vom Herrn empfangen haben, zu verstehen. Unter größten Schwierigkeiten gelingt es uns, sie auszudrücken. Deshalb können wir nicht beanspruchen, dass unsere Art, die Wahrheit zu verstehen, uns ermächtigt, eine strenge Überwachung des Lebens der anderen vorzunehmen. Ich möchte daran erinnern, dass in der Kirche unterschiedliche Arten und Weisen der Interpretation vieler Aspekte der Lehre und des christlichen Lebens berechtigterweise koexistieren, die in ihrer Vielfalt »helfen, den äußerst reichen Schatz des Wortes besser deutlich zu machen«. Gewiss, »denjenigen, die sich eine monolithische, von allen ohne Nuancierungen verteidigte Lehre erträumen, mag das als Unvollkommenheit und Zersplitterung erscheinen«.[39] Genau genommen haben einige gnostische Strömungen die so konkrete Einfachheit des Evangeliums verachtet und versucht, den trinitarischen und menschgewordenen Gott durch eine höhere Einheit zu ersetzen, in der sich die reiche Vielfalt unserer Geschichte verflüchtigt hat.\n\n44. In Wirklichkeit ist die Lehre, oder besser unser Verständnis und unsere Ausdrucksweise derselben, »kein geschlossenes System, ohne Dynamiken, die Probleme, Fragen, Zweifel hervorbringen können«. »Die Fragen unseres Volkes, seine Leiden, seine Auseinandersetzungen, seine Träume, seine Kämpfe, seine Sorgen besitzen einen hermeneutischen Wert, den wir nicht unbeachtet lassen dürfen, wenn wir das Prinzip der Menschwerdung ernst nehmen wollen. Seine Fragen tragen dazu bei, dass wir uns Fragen stellen, seine Probleme stellen uns vor Probleme.«[40]\n\n45. Vielfach entsteht eine gefährliche Verwirrung: zu glauben, dass wir, weil wir etwas wissen oder es mit einer bestimmten Logik erklären können, schon heilig, vollkommen, besser als die „unwissende Masse“ sind. Der heilige Johannes Paul II. hat alle, die in der Kirche die Möglichkeit einer höheren Bildung haben, vor der Versuchung gewarnt, ein »gewisse[s] »Überlegenheitsgefühl gegenüber den anderen Gläubigen«[41] zu entwickeln. In Wirklichkeit sollte das, was wir zu wissen glauben, immer ein Ansporn sein, auf die Liebe Gottes besser zu antworten, denn »man lernt für das Leben: Theologie und Heiligkeit gehören untrennbar zusammen«.[42]\n\n46. Als der heilige Franz von Assisi sah, dass einige seiner Jünger in der Lehre unterrichteten, wollte er die Versuchung des Gnostizismus unterbinden. Deshalb schrieb er dem heiligen Antonius von Padua: »Es gefällt mir, dass du den Brüdern die heilige Theologie vorträgst, wenn du nur nicht durch dieses Studium den Geist des Gebetes und der Hingabe auslöschst.«[43] Er erkannte die Versuchung, die christliche Erfahrung in eine Ansammlung von geistigen Gedankenspielen umzuwandeln, die uns letztlich von der Frische des Evangeliums entfernen. Der heilige Bonaventura machte seinerseits darauf aufmerksam, dass die wahre christliche Weisheit nicht von der Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten getrennt werden darf: »Die größte Weisheit, die es geben kann, besteht darin, das fruchtbringend zu verteilen, was man zu geben hat, das, was man eben empfangen hat, um es auszuteilen […] Deshalb ist, so wie die Barmherzigkeit Freundin der Weisheit ist, der Geiz ihr Feind.«[44] »Es gibt Tätigkeiten, die, wenn sie sich mit der Kontemplation verbinden, diese nicht behindern, sondern erleichtern, wie die Werke der Barmherzigkeit und der Frömmigkeit.«[45]\n\nDer gegenwärtige Pelagianismus\n\n47. Der Gnostizismus hat zu einer weiteren alten Häresie geführt, die auch heute anzutreffen ist. Im Laufe der Zeit begannen viele zu erkennen, dass es nicht die Erkenntnis ist, welche uns besser oder heiliger macht, sondern das Leben, das wir führen. Das Problem ist, dass dies langsam auf subtile Weise verfremdet wurde, so dass der gleiche Fehler der Gnostiker bloß verwandelt, aber nicht überwunden wurde.\n\n48. Denn einige begannen, die Macht, welche die Gnostiker dem Verstand beimaßen, dem menschlichen Willen zuzuerkennen, der persönlichen Anstrengung. So kamen die Pelagianer und die Semipelagianer auf. Es war nicht mehr der Verstand, der den Platz des Geheimnisses und der Gnade einnahm, sondern der Wille. Man vergaß, dass »es nicht auf das Wollen und Laufen des Menschen ankommt, sondern auf den sich erbarmenden Gott« (Röm 9,16), und dass »er uns zuerst geliebt hat« (1 Joh 4,19).\n\nEin Wille ohne Demut\n\n49. Diejenigen, die dieser pelagianischen oder semipelagianischen Mentalität entsprechen, verlassen sich, auch wenn sie mit süßlichen Reden von der Gnade Gottes sprechen, »letztlich einzig auf die eigenen Kräfte« und fühlen sich »den anderen überlegen […], weil sie bestimmte Normen einhalten oder weil sie einem gewissen katholischen Stil der Vergangenheit unerschütterlich treu sind«.[46] Wenn einige von ihnen sich an die Schwachen wenden und ihnen sagen, dass man mit der Gnade Gottes alles kann, pflegen sie im Grunde die Idee zu vermitteln, dass man alles mit dem menschlichen Willen kann, als ob dieser etwas Reines, Vollkommenes, Allmächtiges wäre, zu dem die Gnade hinzukommt. Man gibt vor, nicht darum zu wissen, dass »nicht alle alles können«,[47] und dass in diesem Leben die menschliche Hinfälligkeit nicht vollständig und ein für alle Mal durch die Gnade geheilt wird.[48] Wie der heilige Augustinus lehrte, lädt Gott in manchen Fällen ein, das zu tun, was man kann, und »das zu erbitten, was man nicht kann«,[49] oder aber dem Herrn demütig zu sagen: »Gib, was du verlangst, dann verlange, was du willst.«[50]\n\n50. Wenn es keine aufrichtige, erlittene und durchbetete Anerkennung unserer Grenzen gibt, wird die Gnade im Grunde daran gehindert, wirksam in uns tätig zu sein. Denn es wird ihr kein Raum gelassen, um gegebenenfalls das Gut zu entwickeln, das zu einem ehrlichen und echten Wachstumsprozess beiträgt.[51] Gerade weil sie unsere Natur voraussetzt, macht uns die Gnade nicht auf einen Schlag zu Übermenschen. Diesen Anspruch zu erheben, hieße übermäßig auf uns selbst zu vertrauen. In diesem Fall könnten unsere Haltungen, hinter der Rechtgläubigkeit versteckt, nicht dem entsprechen, was wir über die Notwendigkeit der Gnade behaupten; und wir vertrauen in den Taten letztlich wenig auf sie. Denn wenn wir unsere konkrete und begrenzte Wirklichkeit nicht erkennen, werden wir auch die wirklichen und möglichen Schritte nicht sehen, die der Herr jeden Augenblick von uns erbittet, nachdem er uns mit seiner Gabe an sich gezogen und befähigt hat. Die Gnade wirkt geschichtlich und ergreift und verwandelt uns üblicherweise nach und nach.[52] Sollten wir diese geschichtliche und fortschreitende Art und Weise ablehnen, könnten wir tatsächlich dazu kommen, sie zu verneinen und zu blockieren, auch wenn wir sie mit unseren Worten preisen.\n\n51. Als Gott sich an Abraham wendet, sagt er: »Ich bin Gott, der Allmächtige. Geh vor mir und sei untadelig!« (Gen 17,1). Um untadelig sein zu können, wie es ihm wohlgefällt, müssen wir demütig in seiner Gegenwart leben, eingehüllt in seine Herrlichkeit, wir müssen vereint mit ihm gehen und seine beständige Liebe in unserem Leben erkennen. Wir müssen die Angst vor dieser Gegenwart verlieren, die uns nur guttun kann. Es ist der Vater, der uns das Leben gegeben hat und uns so sehr liebt. Wenn wir dies einmal akzeptieren und aufhören, unsere Existenz ohne ihn zu denken, verschwindet die Drangsal der Einsamkeit (vgl. Ps 138,7). Und wenn wir Gott nicht mehr auf Abstand halten und in seiner Gegenwart leben, werden wir zulassen können, dass er unsere Herzen prüft, um zu erkennen, ob sie auf dem rechten Weg sind (Ps 139,23-24). So werden wir den liebenden und vollkommenen Willen Gottes erkennen (vgl. Röm 12,1-2) und zulassen, dass er uns wie ein Töpfer formt (vgl. Jes 29,16). Wir haben oft gesagt, dass Gott in uns wohnt, aber es ist besser zu sagen, dass wir in ihm wohnen, dass er uns erlaubt, in seinem Licht und seiner Liebe zu leben. Er ist unser Tempel: »Dieses erbitte ich: im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens« (Ps 27,4). »Besser ist ein einziger Tag in deinen Höfen als tausend andere« (Ps 84,11). In ihm sind wir geheiligt.\n\nEine oftmals vergessene Lehre der Kirche\n\n52. Die Kirche hat wiederholt gelehrt, dass wir nicht durch unsere Werke oder unsere Anstrengungen gerechtfertigt werden, sondern durch die Gnade des Herrn, der die Initiative ergreift. Die Kirchenväter haben schon vor Augustinus mit Klarheit diese grundlegende Überzeugung zum Ausdruck gebracht. Der heilige Johannes Chrysostomos sagte, dass Gott uns die eigentliche Quelle aller Gaben eingießt, »bevor wir in den Kampf eingetreten sind«.[53] Der heilige Basilius der Große unterstrich, dass der Gläubige sich nur in Gott rühmt, weil »er erkennt, dass er der wahren Gerechtigkeit beraubt worden ist und dass er einzig durch den Glauben an Christus gerechtfertigt wird«.[54]\n\n53. Die zweite Synode von Orange lehrte mit sicherer Autorität, dass kein Mensch die Gabe der göttlichen Gnade einfordern, verdienen oder käuflich erwerben kann und dass jede Mitwirkung mit ihr vorausgehend von der derselben Gnade geschenkt ist: Sogar der Wunsch, rein zu sein, wird »durch die Eingießung und das Wirken des Heiligen Geistes in uns« geweckt.[55] Als das Konzil von Trient später die Bedeutung unserer Mitwirkung für das geistige Wachstum betont hat, bekräftigte es zugleich diese dogmatische Lehre: »Dass wir aber umsonst gerechtfertigt würden, wird deshalb gesagt, weil nichts von dem, was der Rechtfertigung vorhergeht, ob Glaube oder Werke, die Gnade der Rechtfertigung selbst verdient; „wenn sie nämlich Gnade ist, dann nicht mehr aufgrund von Werken; sonst wäre (wie derselbe Apostel sagt) Gnade nicht mehr Gnade“ [Röm 11,6].«[56]\n\n54. Der Katechismus der Katholischen Kirche erinnert uns auch daran, dass das Geschenk der Gnade »über die Verstandes- und Willenskräfte des Menschen und jedes Geschöpfes hinausgeht«,[57] denn »gegenüber Gott gibt es vonseiten des Menschen kein Verdienst im eigentlichen Sinn. Zwischen ihm und uns besteht eine unermessliche Ungleichheit«.[58] Seine Freundschaft übertrifft uns unendlich, sie kann von uns nicht mit unseren Taten erkauft werden, und sie kann nur ein Geschenk seiner Liebesinitiative sein. Dies lädt uns dazu ein, in einer freudigen Dankbarkeit für dieses Geschenk zu leben, das wir niemals verdienen werden, da »nachdem jemand die Gnade schon besitzt, die schon empfangene Gnade nicht unter das Verdienst fallen kann«.[59] Die Heiligen vermeiden es, das Vertrauen in ihre eigenen Handlungen zu setzen: »Am Abend dieses Lebens werde ich mit leeren Händen vor dir erscheinen, denn ich bitte dich nicht, Herr, meine Werke zu zählen. Alle unsere Gerechtigkeiten sind befleckt in deinen Augen.«[60]\n\n55. Dies ist eine der wichtigen, von der Kirche definitiv errungenen Überzeugungen, und sie kommt im Wort Gottes so klar zum Ausdruck, dass sie unbestreitbar ist. So wie das oberste Liebesgebot müsste diese Wahrheit unseren Lebensstil kennzeichnen. Sie speist sich aus dem Herzen des Evangeliums und will, dass wir sie nicht nur geistig annehmen, sondern auch in eine ansteckende Freude verwandeln. Wir werden aber das ungeschuldete Geschenk der Freundschaft mit dem Herrn nicht mit Dankbarkeit feiern können, wenn wir nicht anerkennen, dass auch unsere irdische Existenz und unsere natürlichen Fähigkeiten ein Geschenk sind. Uns tut es not, »jubelnd einzuwilligen, dass unsere Wirklichkeit Gabe ist und dass wir auch unsere Freiheit als Gnade annehmen. Dies ist heutzutage die Schwierigkeit in einer Welt, die glaubt, etwas als Frucht der eigenen Originalität oder der Freiheit für sich selbst zu besitzen.«[61]\n\n56. Nur ausgehend von der in Freiheit aufgenommenen und in Demut angenommenen Gabe Gottes können wir mit unseren Bemühungen daran mitwirken, dass wir uns immer mehr verwandeln lassen.[62] An erster Stelle steht, Gott anzugehören. Es geht darum, dass wir uns ihm darbringen, der uns gegenüber die Initiative ergreift, und ihm unsere Fähigkeiten, unser Engagement, unseren Kampf gegen das Böse und unsere Kreativität schenken, damit seine ungeschuldete Gabe wachsen und sich in uns entwickeln kann: »Ich ermahne euch also, Brüder und Schwestern, kraft der Barmherzigkeit Gottes, eure Leiber als lebendiges, heiliges und Gott wohlgefälliges Opfer darzubringen« (Röm 12,1). Die Kirche hat schon immer gelehrt, dass allein die Liebe das Wachstum im Leben der Gnade ermöglicht, denn »hätte [ich] die Liebe nicht, wäre ich nichts« (1 Kor 13,2).\n\nDie Neopelagianer\n\n57. Dennoch gibt es Christen, die einen anderen Weg gehen wollen: jenen der Rechtfertigung durch die eigenen Kräfte, jenen der Anbetung des menschlichen Willens und der eigenen Fähigkeit; das übersetzt sich in eine egozentrische und elitäre Selbstgefälligkeit, ohne wahre Liebe. Dies tritt in vielen scheinbar unterschiedlichen Haltungen zutage: dem Gesetzeswahn, der Faszination daran, gesellschaftliche und politische Errungenschaften vorweisen zu können, dem Zurschaustellen der Sorge für die Liturgie, die Lehre und das Ansehen der Kirche, der mit der Organisation praktischer Angelegenheiten verbundenen Prahlerei, oder der Neigung zu Dynamiken von Selbsthilfe und ich-bezogener Selbstverwirklichung. Hierfür verschwenden einige Christen ihre Kräfte und ihre Zeit, anstatt sich vom Geist auf den Weg der Liebe führen zu lassen, sich für die Weitergabe der Schönheit und der Freude des Evangeliums zu begeistern und die Verlorengegangenen in diesen unermesslichen Massen, die nach Christus dürsten, zu suchen.[63]\n\n58. Oftmals verwandelt sich das Leben der Kirche, dem Antrieb des Heiligen Geistes entgegen, in ein Museumsstück oder in ein Eigentum einiger weniger. Dies geschieht, wenn einige christliche Gruppierungen der Erfüllung bestimmter eigener Vorschriften, Gebräuche und Stile übermäßige Bedeutung beimessen. Auf diese Weise pflegt man das Evangelium zu beschränken und einzuschnüren und man nimmt ihm so seine fesselnde Einfachheit und sein Aroma. Es ist vielleicht eine subtile Form des Pelagianismus, weil es das Leben der Gnade menschlichen Strukturen zu unterwerfen scheint. Dies betrifft Gruppen, Bewegungen und Gemeinschaften, und es erklärt, wieso sie oftmals mit einem intensiven Leben im Geist beginnen, aber später versteinert enden ... oder verdorben.\n\n59. Wenn wir denken, dass alles von der menschlichen Anstrengung abhängt, die durch Vorschriften und kirchliche Strukturen gelenkt wird, verkomplizieren wir unbewusst das Evangelium und werden wieder zu Sklaven eines Schemas, das wenige Poren für das Wirken der Gnade offenlässt. Der heilige Thomas von Aquin hat uns daran erinnert, dass die von der Kirche dem Evangelium hinzugefügten Gebote maßvoll eingefordert werden müssen, »um das Leben der Gläubigen nicht beschwerlich zu machen«, weil sich sonst »unsere Religion in eine Sklaverei verwandeln würde«.[64]\n\nDie Zusammenfassung des Gesetzes\n\n60. Um dies zu vermeiden, ist es heilsam, oft daran zu erinnern, dass es eine Hierarchie der Tugenden gibt, die uns einlädt, das Wesentliche zu suchen. Der Vorrang kommt den göttlichen Tugenden zu, die Gott zum Gegenstand und Beweggrund haben. In ihrem Zentrum steht die Liebe. Das, was wirklich zählt, sagt der der heilige Paulus, ist »der Glaube, der durch die Liebe wirkt« (Gal 5,6). Wir sind aufgerufen, die Liebe aufmerksam zu pflegen: »Wer den andern liebt, hat das Gesetz erfüllt […] Also ist die Liebe die Erfüllung des Gesetzes« (Röm 13,8.10). »Denn das ganze Gesetz ist in dem einen (ení) Wort erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« (Gal 5,14).\n\n61. Mit anderen Worten: Inmitten des Dickichts von Geboten und Vorschriften schlägt Jesus eine Bresche, die uns erlaubt, zwei Gesichter zu erkennen, das des Vaters und das des Bruders. Er überreicht uns nicht zwei weitere Formeln oder Gebote. Er gibt uns zwei Angesichter oder besser ein einziges, das Angesicht Gottes, das sich in vielen widerspiegelt. Denn in jedem Bruder oder in jeder Schwester, besonders in dem oder der kleinsten, gebrechlichsten, wehrlosesten und bedürftigsten, ist das Bild Gottes selbst gegenwärtig. Mit dieser verwundbaren Menschheit, die ausgesondert wurde, wird nämlich der Herr am Ende der Zeit sein letztes Werk formen. Denn »was bleibt, was ist wertvoll im Leben, welche Reichtümer schwinden nicht dahin? Sicher zwei: der Herr und der Nächste. Diese beiden Reichtümer schwinden nicht dahin!«[65]\n\n62. Möge der Herr die Kirche von den neuen Formen des Gnostizismus und des Pelagianismus befreien, die sie auf ihrem Weg der Heiligkeit beschweren und aufhalten! Diese Irrwege nehmen verschiedene Formen an, entsprechend dem jeweiligen Temperament und Charakter. Deshalb ermahne ich jeden, sich zu fragen und vor Gott zu prüfen, auf welche Weise sie in seinem Leben auftreten können.\n\nDRITTES KAPITEL\n\nIM LICHT DES MEISTERS\n\n63. Es mag viele Theorien darüber geben, was die Heiligkeit ist, mit ausführlichen Erklärungen und Unterscheidungen. Diese Reflexion kann nützlich sein, doch ist nichts erhellender, als sich dem Wort Jesu zuzuwenden und seine Art, die Wahrheit weiterzugeben, umfassender zu betrachten. Jesus erklärte mit aller Einfachheit, was es heißt, heilig zu sein, und er tat dies, als er uns die Seligpreisungen hinterließ (vgl. Mt 5,3-12; Lk 6,20-23). Sie sind gleichsam der Personalausweis des Christen. Wenn sich also jemand von uns die Frage stellt: „Wie macht man es, ein guter Christ zu werden?“, dann ist die Antwort einfach: Es ist notwendig, dass ein jeder auf seine Weise das tut, was Jesus in den Seligpreisungen sagt.[66] In ihnen zeichnet sich das Antlitz des Meisters ab; wir sind gerufen, es im Alltag unseres Lebens durchscheinen zu lassen.\n\n64. Das Wort „glücklich“ oder „selig“ wird zum Synonym für „heilig“, denn es drückt aus, dass der Mensch, der Gott treu ist und nach seinem Wort lebt, in seiner Selbsthingabe das wahre Glück erlangt.\n\nGegen den Strom\n\n65. Die Worte Jesu mögen uns poetisch erscheinen, sie richten sich jedoch deutlich gegen den Strom der Gewohnheit, gegen das, was man in der Gesellschaft so tut; und wenn uns diese Botschaft Jesu auch anzieht, treibt uns die Welt im Grunde zu einem anderen Lebensstil. Die Seligpreisungen sind in keiner Weise unbedeutend oder oberflächlich; im Gegenteil, wir können sie nur leben, wenn uns der Heilige Geist mit seiner ganzen Kraft durchdringt und uns von der Schwäche des Egoismus, der Bequemlichkeit und des Stolzes befreit.\n\n66. Hören wir wieder auf Jesus, mit all der Liebe und Achtung, die der Meister verdient. Gestatten wir ihm, dass er uns mit seinen Worten trifft, uns herausfordert, uns zu einer tatsächlichen Änderung des Lebens aufruft. Anderenfalls wird die Heiligkeit nur in Worten bestehen. Rufen wir uns nun die verschiedenen Seligpreisungen in der Version des Matthäusevangeliums in Erinnerung (Mt 5,3-12).[67]\n\n»Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich.«\n\n67. Das Evangelium lädt uns ein, die Wahrheit unseres Herzens zu erkennen, um zu sehen, worauf wir die Sicherheit unseres Lebens setzen. Normalerweise fühlt sich der Reiche sicher mit seinen Reichtümern, und er glaubt, dass, wenn diese gefährdet sind, der ganze Sinn seines Lebens auf Erden zerfällt. Jesus selbst sagte es uns im Gleichnis vom reichen Mann, wenn er von diesem sicheren Mann erzählt, der gleich einem Narren nicht daran dachte, dass er noch am gleichen Tag sterben könnte (vgl. Lk 12,16-21).\n\n68. Die Reichtümer bieten dir keine Sicherheit. Es ist vielmehr so: Wenn das Herz sich reich fühlt, ist es so zufrieden mit sich selbst, dass kein Platz bleibt für das Wort Gottes, dafür, die Brüder und Schwestern zu lieben oder sich an den wichtigsten Dingen des Lebens zu erfreuen. So beraubt es sich der größten Güter. Daher nennt Jesus die Armen im Geiste glücklich, die ein armes Herz haben, in das der Herr mit seiner steten Neuheit eintreten kann.\n\n69. Diese Armut im Geiste hängt eng mit jener „heiligen Indifferenz“ zusammen, die der heilige Ignatius von Loyola darlegte. In ihr erlangen wir eine schöne innere Freiheit: »Deshalb ist es nötig, dass wir uns gegenüber allen geschaffenen Dingen in allem, was der Freiheit unserer freien Entscheidungsmacht gestattet und ihr nicht verboten ist, indifferent machen. Wir sollen also nicht unsererseits mehr wollen: Gesundheit als Krankheit, Reichtum als Armut, Ehre als Ehrlosigkeit, langes Leben als kurzes, und genauso folglich in allem sonst.«[68]\n\n70. Lukas spricht nicht von einer Armut „im Geiste“, sondern nur davon, „arm“ zu sein (vgl. Lk 6,20). So lädt er uns auch zu einem schlichten und genügsamen Leben ein. Auf diese Weise ruft er uns auf, das Leben mit den Notleidenden zu teilen, das Leben, das die Apostel führten, und uns letztendlich Jesus gleichförmig zu machen: »Er, der reich war, wurde […] arm« (2 Kor 8,9).\n\nIm Herzen arm sein, das ist Heiligkeit.\n\n»Selig die Sanftmütigen; denn sie werden das Land erben.«\n\n71. Das ist eine starke Aussage in einer Welt, die seit Anbeginn ein Ort der Feindschaft ist, wo überall gestritten wird, wo auf allen Seiten Hass herrscht, wo wir ständig die anderen klassifizieren, nach ihren Ideen und Gewohnheiten bis hin zu ihrer Art zu sprechen oder sich anzuziehen. Letztendlich ist es ein Reich des Stolzes und der Eitelkeit, wo ein jeder glaubt, das Recht zu haben, sich über die anderen zu erheben. Obwohl es unmöglich erscheint, schlägt Jesus dennoch einen anderen Stil vor: Sanftmut. Das ist es, was er mit seinen eigenen Jüngern praktiziert, und was wir bei seinem Einzug in Jerusalem beobachten können: »Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und er reitet auf einer Eselin« (Mt 21,5; vgl. Sach 9,9).\n\n72. Er sagte: »Lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; und ihr werdet Ruhe finden für eure Seele« (Mt 11,29). Wenn wir hochmütig und stolz vor den anderen leben, sind wir am Ende müde und erschöpft. Wenn wir aber ihre Grenzen und Fehler mit Milde und Sanftmut sehen, ohne uns für besser zu halten, dann können wir ihnen zur Hand gehen und vermeiden, unsere Energie in unnützen Klagen zu verschwenden. Für die heilige Thérèse von Lisieux besteht »die vollkommene Liebe darin […], die Fehler der anderen zu ertragen, sich nicht über ihre Schwächen zu wundern«.[69]\n\n73. Paulus erwähnt die Sanftmut als eine Frucht des Heiligen Geistes (vgl. Gal 5,23). Er schlägt vor, dass wir, wenn uns die Verfehlungen des Bruders oder der Schwester Sorgen machen, uns nähern sollen, um ihn oder sie zurechtzuweisen, aber »im Geist der Sanftmut« (Gal 6,1). Dabei mahnt er: »Gib Acht, dass du nicht selbst in Versuchung gerätst!« (ebd.). Auch wenn man seinen Glauben und seine Überzeugung verteidigt, muss man es »bescheiden« tun (1 Petr 3,16), und selbst die Gegner müssen »mit Güte« behandelt werden (2 Tim 2,25). In der Kirche haben wir uns oft verfehlt, weil wir diesem Auftrag des göttlichen Wortes nicht entsprochen haben.\n\n74. Die Sanftmut ist ein anderer Ausdruck für die innere Armut dessen, der sein Vertrauen allein auf Gott setzt. Deswegen verwendet die Bibel für gewöhnlich das gleiche Wort anawim in Bezug auf die Armen und auf die Sanftmütigen. Es könnte jemand einwenden: „Wenn ich so sanftmütig bin, werden sie denken, ich sei ein Dummkopf, ich sei blöd oder schwach.“ Manchmal mag es so sein, doch lassen wir es zu, dass die anderen das denken. Es ist besser, immer sanftmütig zu sein; unsere größten Wünsche werden sich dann erfüllen: Die Sanftmütigen »werden das Land erben«, das heißt, in ihrem Leben werden sich die Verheißungen Gottes erfüllen. Denn gegen alle Umstände hoffen die Sanftmütigen auf den Herrn, »die aber auf den Herrn hoffen, sie werden das Land besitzen […] ihre Lust haben an der Fülle des Friedens« (Ps 37,9.11). Gleichzeitig vertraut der Herr auf sie: »Auf den blicke ich: auf den Armen und auf den, der zerschlagenen Geistes ist und der zittert vor meinem Wort« (Jes 66,2).\n\nMit demütiger Sanftmut reagieren, das ist Heiligkeit.\n\n»Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden.«\n\n75. Die Welt schlägt uns das Gegenteil vor: Unterhaltung, Genuss, Zerstreuung, Vergnügen. Eben das macht das Leben gut, so sagt sie uns. Der weltlich Gesinnte beachtet es nicht, er schaut weg, wenn es in der Familie oder in seiner Umgebung Probleme durch Krankheit oder Leid gibt. Die Welt will nicht trauern: Sie zieht es vor, leidvolle Situationen zu ignorieren, zu verdecken oder zu verstecken. Man verschwendet viel Energie darauf, den Umständen zu entkommen, in denen das Leiden gegenwärtig ist, und glaubt dabei, dass es möglich ist, die Wirklichkeit zu verschleiern, in der nie, niemals, das Kreuz fehlen kann.\n\n76. Der Mensch, der die Dinge sieht, wie sie wirklich sind, der sich vom Schmerz durchdringen lässt und in seinem Herzen weint, ist fähig, die Tiefen des Lebens zu berühren und wahrhaft glücklich zu sein.[70] Dieser Mensch wird getröstet, aber mit dem Trost Jesu und nicht mit dem der Welt. So kann er sich trauen, fremdes Leid zu teilen, und hört auf, vor den schmerzvollen Situationen zu fliehen. Auf diese Weise findet er, dass das Leben Sinn hat, wenn man dem anderen in seinem Schmerz beisteht, wenn man die fremde Angst versteht, wenn man den anderen Erleichterung verschafft. Dieser Mensch spürt, dass der andere Fleisch von seinem Fleisch ist; er fürchtet sich nicht davor, sich zu nähern und sogar seine Wunde zu berühren; er hat solches Mitleid, das ihn erfahren lässt, dass alle Distanz verschwindet. So kann man die Ermahnung des heiligen Paulus annehmen: »Weint mit den Weinenden!« (Röm 12,15).\n\nMit den anderen zu trauern wissen, das ist Heiligkeit.\n\n»Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden gesättigt werden.«\n\n77. Hunger und Durst sind sehr intensive Erfahrungen, weil sie den Grundbedürfnissen entsprechen und mit dem Selbsterhaltungstrieb zu tun haben. Es gibt Menschen, die mit derselben Intensität die Gerechtigkeit begehren und mit großer Sehnsucht nach ihr streben. Jesus sagt, sie werden gesättigt werden, da früher oder später die Gerechtigkeit kommt. Wir können daran mitarbeiten, damit das möglich wird, selbst wenn wir nicht immer die Früchte dieses Einsatzes sehen.\n\n78. Die Gerechtigkeit, die Jesus anbietet, ist jedoch nicht wie die, nach der die Welt trachtet, die oft von schäbigen Interessen befleckt und von der einen oder anderen Seite manipuliert wird. Die Realität zeigt uns, wie leicht es ist, Korruptionsbanden beizutreten oder die tägliche Politik des „do ut des“ mitzumachen, wo alles Geschäft ist. Und wie viele Menschen leiden unter Ungerechtigkeit, wie viele müssen ohnmächtig zusehen, wie die anderen abwechselnd den Kuchen des Lebens unter sich aufteilen. Einige geben auf, für die wahre Gerechtigkeit zu kämpfen, und entscheiden sich dafür, sich auf die Siegerseite zu schlagen. Das hat nichts mit dem Hunger und Durst nach Gerechtigkeit zu tun, den Jesus lobpreist.\n\n79. Diese Gerechtigkeit wird im Leben eines jeden Wirklichkeit, wenn er in seinen eigenen Entscheidungen gerecht ist, und drückt sich dann in der Suche nach Gerechtigkeit für die Armen und Schwachen aus. Gewiss kann das Wort „Gerechtigkeit“ Synonym für die Treue zu Gottes Willen in unserem ganzen Leben sein. Wenn wir sie jedoch in sehr allgemeinen Sinn verstehen, vergessen wir, dass sie sich vor allem in der Gerechtigkeit gegenüber den Hilflosen zeigt: »Sucht das Recht! Schreitet ein gegen die Unterdrücker! Verschafft den Waisen Recht, streitet für die Witwen! (Jes 1,17).\n\nVoll Hunger und Durst die Gerechtigkeit suchen, das ist Heiligkeit.\n\n»Selig die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.«\n\n80. Die Barmherzigkeit beinhaltet zwei Aspekte: den anderen geben, helfen, dienen und ebenso vergeben, verstehen. Matthäus fasst es in der Goldenen Regel so zusammen: »Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen!« (7,12). Der Katechismus erinnert uns, dass dieses Gesetz »in allen Fällen«[71] gilt, besonders, wenn jemand »zuweilen vor Situationen [steht], die das Gewissensurteil unsicher und die Entscheidungen schwierig machen«.[72]\n\n81. Geben und vergeben heißt zu versuchen, in unserem Leben einen kleinen Widerschein der Vollkommenheit Gottes, der überreichlich gibt und vergibt, abzubilden. Aus diesem Grund hören wir im Lukasevangelium nicht mehr das Wort: »Seid also vollkommen« (Mt 5,48), sondern: »Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden! Gebt, dann wird auch euch gegeben werden!« (Lk 6,36-38). Und dann fügt Lukas etwas hinzu, dass wir nicht übersehen dürfen: »Denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden« (6,38). Das Maß, das wir verwenden, um zu verstehen und zu vergeben, wird bei uns angewendet werden, um uns zu vergeben. Das Maß, das wir anwenden, um zu geben, wird im Himmel bei uns angewendet werden, um uns zu vergelten. Das sollten wir nicht vergessen.\n\n82. Jesus sagt nicht: „Selig, die auf Rache sinnen“, sondern er preist die selig, die vergeben und es »bis zu siebzigmal siebenmal« (Mt 18,22) tun. Wir müssen daran denken, dass wir alle ein Heer von Begnadigten sind. Wir alle wurden mit göttlichem Erbarmen angeschaut. Wenn wir uns ehrlich dem Herrn nähern und genau hinhören, werden wir möglicherweise einige Male diesen Tadel vernehmen: »Hättest nicht auch du mit deinem Mitknecht Erbarmen haben müssen, so wie ich mit dir Erbarmen hatte?« (Mt 18,33).\n\nMit Barmherzigkeit sehen und handeln, das ist Heiligkeit.\n\n»Selig, die rein sind im Herzen; denn sie werden Gott schauen.«\n\n83. Diese Seligpreisung bezieht sich auf die, welche ein einfaches, reines Herz haben, frei von Schmutz. Denn ein Herz, das zu lieben weiß, lässt nichts in sein Leben eintreten, was gegen diese Liebe verstößt, nichts, was sie abschwächt oder gefährdet. In der Bibel steht das Herz für unsere wahren Absichten, also für das, was wir über das hinaus, was wir vorgeben, wirklich suchen und ersehnen: »Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz« (1 Sam 16,7). Der Herr möchte uns zu Herzen reden (vgl. Hos 2,16) und will sein Gesetz darauf schreiben (vgl. Jer 31,33). Letztendlich will er uns ein neues Herz schenken (vgl. Ez 36,26).\n\n84. »Mehr als alles hüte dein Herz« (Spr 4,23). Nichts, was durch Falschheit beschmutzt ist, hat echten Wert für den Herrn. Er »flieht vor der Falschheit, er entfernt sich von unverständigen Gedanken« (Weish 1,5). Der Vater, der »das Verborgene sieht« (Mt 6,6), erkennt, was nicht rein ist, das heißt, was nicht ehrlich ist, sondern nur Schale und Anschein, so wie auch der Sohn weiß, was in jedem Menschen ist (vgl. Joh 2,25).\n\n85. Gewiss, es gibt keine Liebe ohne Werke der Liebe, aber diese Seligpreisung ruft uns in Erinnerung, dass der Herr eine Hingabe an den Bruder oder die Schwester erwartet, die aus dem Herzen entspringt, denn »wenn ich meine ganze Habe verschenkte, und wenn ich meinen Leib opferte, um mich zu rühmen, hätte aber die Liebe nicht, nützte es mir nichts« (1 Kor 13,3). Im Matthäusevangelium sehen wir ebenso: Das, was »aus dem Herzen [kommt,] macht den Menschen unrein« (15,18), denn von dort kommen Mord, Diebstahl, falsche Zeugenaussagen und andere böse Taten (vgl. 15,19). In den Absichten des Herzens haben die Wünsche und die tieferen Entscheidungen, die uns wirklich bewegen, ihren Ursprung.\n\n86. Wenn das Herz Gott und den Nächsten liebt (vgl. Mt 22,36-40), wenn dies seine echte Absicht ist und nicht leere Worte, dann ist dieses Herz rein und kann Gott schauen. Der heilige Paulus ruft uns in seinem Hohelied der Liebe in Erinnerung: »Jetzt schauen wir in einen Spiegel und sehen nur rätselhafte Umrisse« (1 Kor 13,12), aber in dem Maß, in dem die Liebe wirklich herrscht, werden wir fähig werden, zu schauen »von Angesicht zu Angesicht« (ebd.). Jesus verheißt: Die reinen Herzens sind, »werden Gott schauen«.\n\nDas Herz rein halten von allem, was die Liebe befleckt, das ist Heiligkeit.\n\n»Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.«\n\n87. Diese Seligpreisung lässt uns an die zahlreichen Kriegssituationen denken, die sich wiederholen. Es kommt häufig vor, dass wir Auseinandersetzungen oder zumindest Missverständnisse verursachen. Zum Beispiel, wenn ich etwas über jemanden höre, zu einem anderen gehe und es ihm weitersage; dabei mache ich vielleicht eine zweite, etwas erweiterte Version daraus und verbreite sie. Wenn ich damit mehr Schaden anrichten kann, scheint es mir größere Befriedigung zu bereiten. Die Welt des Geredes, gemacht von Menschen, die gerne kritisieren und zerstören, baut den Frieden nicht auf. Diese Menschen sind vielmehr Feinde des Friedens und in keiner Weise selig.[73]\n\n88. Die Friedfertigen sind Quelle des Friedens, sie bauen Frieden und soziale Freundschaft auf. Denen, die sich darum bemühen, überall Frieden zu säen, macht Jesus eine schöne Verheißung: »Sie werden Kinder Gottes genannt werden« (Mt 5,9). Er trug seinen Jüngern auf, beim Betreten eines Hauses zu sagen: »Friede diesem Haus!« (Lk 10,5). Das Wort Gottes fordert jeden Gläubigen dazu auf, »zusammen mit allen« nach Frieden zu streben (vgl. 2 Tim 2,22), denn »die Frucht der Gerechtigkeit wird in Frieden für die gesät, die Frieden schaffen« (Jak 3,18). Wenn wir manchmal in unserer Gemeinschaft Zweifel darüber haben, was zu tun ist, dann »lasst uns also dem nachjagen, was dem Frieden dient« (Röm 14,19), denn die Einheit steht über dem Konflikt.[74]\n\n89. Es ist nicht einfach, diesen Frieden des Evangeliums aufzubauen, der niemanden ausschließt, sondern der auch die einschließt, die etwas seltsam sind, die schwierigen und komplizierten Menschen, diejenigen, die nach Aufmerksamkeit verlangen, die verschieden sind, die vom Leben schwer getroffen wurden, die andere Interessen haben. Es ist hart und erfordert eine große Weite des Denkens und des Herzens, weil es nicht um »einen Konsens auf dem Papier […] oder einen oberflächlichen Frieden für eine glückliche Minderheit«[75] geht, noch um einen »Plan einiger weniger für einige wenige«.[76] Ebenso wenig geht es darum zu versuchen, die Konflikte zu ignorieren oder sie zu verschleiern, sondern um »die Bereitschaft, den Konflikt zu erleiden, ihn zu lösen und zum Ausgangspunkt eines neuen Prozesses zu machen«.[77] Es geht darum, Handwerker des Friedens zu sein, weil den Frieden aufzubauen eine Kunst ist, die Gelassenheit, Kreativität, Feingefühl und Geschicklichkeit erfordert.\n\nUm uns herum Frieden säen, das ist Heiligkeit.\n\n»Selig, die verfolgt werden um der Gerechtigkeit willen; denn ihnen gehört das Himmelreich.«\n\n90. Jesus selbst betont, dass dieser Weg gegen den Strom geht, ja so weit führt, dass wir zu Menschen werden, die mit ihrem Leben die Gesellschaft infrage stellen, zu Personen, die stören. Jesus erinnert daran, wie viele Menschen verfolgt werden und wurden, einfach weil sie für die Gerechtigkeit gekämpft haben, weil sie ihr Engagement für Gott und für die anderen gelebt haben. Wenn wir nicht in einer blassen Mittelmäßigkeit versinken wollen, dürfen wir kein bequemes Leben anstreben, denn »wer sein Leben retten will, wird es verlieren« (Mt 16,25).\n\n91. Man kann nicht erwarten, dass alles um uns herum günstig dafür ist, um das Evangelium zu leben. Oft stehen nämlich Machtambitionen und weltliche Interessen im Weg. Der heilige Johannes Paul II. sagte: »Entfremdet wird eine Gesellschaft, die in ihren sozialen Organisationsformen, in Produktion und Konsum, die Verwirklichung [der] Hingabe und die Bildung [der] zwischenmenschlichen Solidarität erschwert.«[78] In einer solchen entfremdeten Gesellschaft, die gefangen ist in einem politischen, medialen, wirtschaftlichen, kulturellen und sogar religiösen Geflecht, das ihre authentische menschliche und soziale Entwicklung behindert, gestaltet es sich schwierig, die Seligpreisungen zu leben, ja dies kann geradezu verpönt, beargwöhnt oder lächerlich gemacht werden.\n\n92. Das Kreuz, vor allem die Erschöpfung und die Schmerzen, die wir ertragen, um das Gebot der Liebe zu leben und den Weg der Gerechtigkeit zu gehen, ist Quelle der Reifung und der Heiligung. Denken wir daran, dass das Neue Testament, wenn es von den Leiden spricht, die um des Evangeliums willen ertragen werden müssen, sich eben auf die Verfolgungen bezieht (vgl. Apg 5,41; Phil 1,29; Kol 1,24; 2 Tim 1,12; 1 Petr 2,20; 4,14-16; Offb 2,10).\n\n93. Wir sprechen jedoch von den unausweichlichen Verfolgungen, nicht von denen, die wir selbst durch eine missverständliche Art und Weise, die anderen zu behandeln, verursachen können. Ein Heiliger ist kein abgehobener Sonderling, der unausstehlich wird wegen seiner Eitelkeit, seiner Negativität und seinem Unmut. Die Apostel Christi waren nicht so. Die Apostelgeschichte erzählt nachdrücklich, dass sie Gunst »beim ganzen Volk« fanden (Apg 2,47; vgl. 4,21.33; 5,13), während manche, die etwas zu sagen hatten, sie drangsalierten und verfolgten (vgl. Apg 4,1-3; 5,17-18).\n\n94. Die Verfolgungen sind keine Realität der Vergangenheit; auch heute erleiden wir sie, sei es auf blutige Weise, wie viele Märtyrer unserer Zeit, oder auf subtilere Weise durch Verleumdungen und Unwahrheiten. Jesus sagt, dass wir selig sein werden, wenn man »alles Böse über euch redet um meinetwillen« (Mt 5,11). Andere Male handelt es sich um Verspottungen, die unseren Glauben verzerren und uns als lächerlich darstellen wollen.\n\nJeden Tag den Weg des Evangeliums annehmen, auch wenn er Schwierigkeiten mit sich bringt, das ist Heiligkeit.\n\nDer große Maßstab\n\n95. Im Kapitel 25 des Matthäusevangeliums (Verse 31-46) verweilt Jesus erneut bei einer dieser Seligpreisungen, nämlich bei der, welche die Barmherzigen selig nennt. Wenn wir die Heiligkeit suchen, die in Gottes Augen gefällt, dann entdecken wir gerade in diesem Text einen Maßstab, nach dem wir geurteilt werden: »Denn ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank und ihr habt mich besucht; ich war im Gefängnis und ihr seid zu mir gekommen« (25,35-36).\n\nAus Treue zum Meister\n\n96. Heilig sein bedeutet daher nicht, in einer vermeintlichen Ekstase die Augen zu verdrehen. Es sagte schon der heilige Johannes Paul II.: »Wenn wir wirklich von der Betrachtung Christi ausgegangen sind, werden wir in der Lage sein, ihn vor allem im Antlitz derer zu erkennen, mit denen er sich selbst gern identifiziert hat.«[79] Die Aussage von Matthäus 25,35-36 »ist nicht nur eine Aufforderung zur Nächstenliebe; sie ist ein Stück Christologie, das einen Lichtstrahl auf das Geheimnis Christi wirft«.[80] In diesem Aufruf, ihn in den Armen und Leidenden zu erkennen, offenbart sich das Herz Christi selbst, seine Gesinnung und seine innersten Entscheidungen, die jeder Heilige nachzuahmen sucht.\n\n97. Angesichts dieser schlagkräftigen Aufforderungen Jesu ist es meine Pflicht, die Christen zu bitten, sie anzunehmen und zu empfangen, und zwar „sine glossa“, das heißt, ohne Kommentar, ohne Ausflüchte und Ausreden, die ihnen Kraft entziehen. Der Herr hat uns ganz deutlich gesagt, dass die Heiligkeit weder verstanden noch gelebt werden kann, wenn man von seinen Forderungen absieht, denn die Barmherzigkeit ist »das pulsierende Herz des Evangeliums«.[81]\n\n98. Wenn ich einem Menschen begegne, der in einer kalten Nacht unter freiem Himmel schläft, kann ich fühlen, dass dieser arme Wicht etwas Unvorhergesehenes ist, das mir dazwischenkommt, ein Nichtsnutz und Gauner, ein Störenfried auf meinem Weg, ein lästiger Stachel für mein Gewissen, ein Problem, das die Politiker lösen müssen, und vielleicht sogar ein Abfall, der den öffentlichen Bereich verschmutzt. Oder ich kann aus dem Glauben und der Liebe heraus reagieren und in ihm ein menschliches Wesen erkennen, mit gleicher Würde wie ich, ein vom Vater unendlich geliebtes Geschöpf, ein Abbild Gottes, ein von Jesus Christus erlöster Bruder oder Schwester. Das heißt es, Christ zu sein! Oder kann man etwa die Heiligkeit abseits dieses konkreten Anerkennens der Würde jedes menschlichen Wesens verstehen?[82]\n\n99. Dies bringt für die Christen eine gesunde bleibende Unruhe mit sich. Auch wenn die Unterstützung einer einzigen Person schon alle unsere Anstrengungen rechtfertigt, ist es nicht genug für uns. Die Bischöfe Kanadas haben dies deutlich zum Ausdruck gebracht. In ihren biblischen Katechesen über das Jubeljahr haben sie zum Beispiel gezeigt, dass es nicht bloß darum geht, einige gute Werke zu vollbringen, sondern darum, einen gesellschaftlichen Wandel anzustreben: »Damit die künftigen Generationen auch befreit wären, musste das Ziel klar darin liegen, gerechte soziale und wirtschaftliche Systeme wiederherzustellen, damit es keine Exklusion mehr geben könnte.«[83]\n\nDie Ideologien, die den Kern des Evangeliums entstellen\n\n100. Ich bedaure, dass uns die Ideologien oft zu zwei schädlichen Fehlern verleiten. Einerseits zu dem jener Christen, die diese Forderungen des Evangeliums von ihrer persönlichen Beziehung zum Herrn, von ihrer inneren Verbindung mit ihm, von der Gnade trennen. So wird das Christentum zu einer Art NGO, es wird jener leuchtenden Spiritualität beraubt, die der heilige Franz von Assisi, der heilige Vinzenz von Paul, die heilige Teresa von Kalkutta und viele andere so klar gelebt und sichtbar gemacht haben. Weder das Gebet noch die Liebe zu Gott oder das Lesen des Evangeliums gaben diesen großen Heiligen Anlass dazu, die Leidenschaft und die Wirksamkeit ihrer Hingabe an den Nächsten zu verringern, ganz im Gegenteil.\n\n101. Schädlich und ideologisch ist ebenso der Fehler derer, die in ihrem Leben dem sozialen Einsatz für die anderen misstrauen, weil sie ihn für oberflächlich, weltlich, säkularisiert, immanentistisch, kommunistisch oder populistisch halten, oder die ihn relativieren, als würde es wichtigere Dinge geben bzw. als würde er nur eine bestimmte von ihnen verteidigte Ethik oder ein entsprechendes Argument betreffen. Die Verteidigung des ungeborenen unschuldigen Lebens zum Beispiel muss klar, fest und leidenschaftlich sein, weil hier die Würde des menschlichen Lebens, das immer heilig ist, auf dem Spiel steht und es die Liebe zu jeder Person unabhängig von ihrer Entwicklungsstufe verlangt. Aber gleichermaßen heilig ist das Leben der Armen, die schon geboren sind und sich herumschlagen mit dem Elend, mit der Verlassenheit, der Ausgrenzung, dem Menschenhandel, mit der versteckten Euthanasie der Kranken und Alten, denen keine Aufmerksamkeit geschenkt wird, mit den neuen Formen von Sklaverei und jeder Form des Wegwerfens.[84] Wir können kein Heiligkeitsideal in Erwägung ziehen, das die Ungerechtigkeit dieser Welt nicht sieht, wo einige feiern, fröhlich verbrauchen und ihr Leben auf die Neuheiten des Konsums reduzieren, während andere nur von außen zuschauen können und gleichzeitig ihr Leben weiter voranschreitet und armselig zu Ende geht.\n\n102. Oft hört man, dass angesichts des Relativismus und der Grenzen der heutigen Welt beispielsweise die Lage der Migranten eine weniger wichtige Angelegenheit wäre. Manche Katholiken behaupten, es sei ein nebensächliches Thema gegenüber den „ernsthaften“ Themen der Bioethik. Dass ein um seinen Erfolg besorgter Politiker so etwas sagt, kann man verstehen, aber nicht ein Christ, zu dem nur die Haltung passt, sich in die Lage des Bruders und der Schwester zu versetzen, die ihr Leben riskieren, um ihren Kindern eine Zukunft zu bieten. Sehen wir, dass es genau das ist, was Jesus von uns verlangt, wenn er uns sagt, dass wir in jedem Fremden ihn selbst aufnehmen (vgl. Mt 25,35)? Der heilige Benedikt hat dies ohne Vorbehalte angenommen. So hat er, auch wenn dies das Leben der Mönche „verkomplizieren“ könnte, festgelegt, dass alle Gäste, die zum Kloster kommen, »wie Christus«[85] aufgenommen werden sollen, indem ihnen sogar Zeichen der Verehrung erwiesen werden[86], und dass die Armen und Pilger vor allem mit »Eifer und Sorge«[87] behandelt werden sollen.\n\n103. Ähnliches legt das Alte Testament dar, wenn es sagt: »Einen Fremden sollst du nicht ausnützen oder ausbeuten, denn ihr selbst seid im Land Ägypten Fremde gewesen« (Ex 22,20). »Wenn bei dir ein Fremder in eurem Land lebt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken. Der Fremde, der sich bei euch aufhält, soll euch wie ein Einheimischer gelten, und du sollst ihn lieben wie dich selbst; denn ihr seid selbst Fremde in Ägypten gewesen« (Lev 19,33-34). Es handelt sich daher nicht um die Erfindung eines Papstes oder um eine momentane Begeisterung. Auch wir sind im gegenwärtigen Kontext berufen, den Weg der geistlichen Erleuchtung zu leben, den uns der Prophet Jesaja zeigt, wenn er sich fragt, was dem Herrn gefällt: »Bedeutet es nicht, dem Hungrigen dein Brot zu brechen, obdachlose Arme ins Haus aufzunehmen, wenn du einen Nackten siehst, ihn zu bekleiden und dich deiner Verwandtschaft nicht zu entziehen. Dann wird dein Licht hervorbrechen wie das Morgenrot« (58,7-8).\n\nDer Gottesdienst, der Gott mehr gefällt\n\n104. Wir denken vielleicht, dass wir Gott die Ehre nur mit dem Gottesdienst und dem Gebet geben oder wenn wir lediglich einige ethische Vorschriften beachten – in der Tat kommt der Beziehung zu Gott der Vorrang zu –, und vergessen dabei, dass das Kriterium für die Beurteilung unseres Lebens vor allem darin besteht, was wir den anderen getan haben. Das Gebet ist wertvoll, wenn es eine tägliche liebende Hingabe fördert. Unser Gottesdienst ist dem Herrn wohlgefällig, wenn wir dort unsere Vorsätze, großherzig zu leben, hineintragen und wenn wir zulassen, dass die Gabe Gottes, die wir im Gottesdienst empfangen haben, in der Hingabe an die Brüder und Schwestern sichtbar wird.\n\n105. Aus demselben Grund besteht die beste Art und Weise zu beurteilen, ob unser Weg des Gebets authentisch ist, darin zu beobachten, in welchem Maß sich unser Leben im Licht der Barmherzigkeit verwandelt. Denn die »Barmherzigkeit [ist] nicht nur eine Eigenschaft des Handelns Gottes […] Sie wird vielmehr auch zum Kriterium, an dem man erkennt, wer wirklich seine Kinder sind.«[88] Sie ist »der Tragebalken, der das Leben der Kirche stützt«.[89] Ich möchte einmal mehr unterstreichen: Wenngleich die Barmherzigkeit die Gerechtigkeit und Wahrheit nicht ausschließt, »müssen wir [vor allem] erklären, dass die Barmherzigkeit die Fülle der Gerechtigkeit und die leuchtendste Bekundung der Wahrheit Gottes ist«.[90] Sie ist »der Schlüssel zum Himmel«.[91]\n\n106. Ich kann nicht umhin, an die Frage zu erinnern, die sich der heilige Thomas von Aquin bezüglich unserer größten Handlungen, der äußeren Werke, die unserer Liebe zu Gott am besten Ausdruck verleihen, stellte. Ohne zu zweifeln antwortete er, dass es die Werke der Barmherzigkeit gegenüber dem Nächsten[92] sind, mehr als die Akte des Gottesdienstes: »Wir ehren Gott durch die äußeren Opfer und Geschenke nicht seinetwegen, sondern unseretwegen und des Nächsten wegen; denn er bedarf unserer Opfer nicht, sondern will, dass sie ihm dargebracht werden um unserer Hingabe und um des Nutzens des Nächsten willen. Deshalb ist das Erbarmen, durch das wir dem Elend der anderen zu Hilfe kommen, ein Opfer, das ihm wohlgefälliger ist, weil es dem Nutzen des Nächsten näherkommt.«[93]\n\n107. Wer in Wahrheit Gott mit seinem Leben ehren möchte, wer sich wirklich nach der Heiligung sehnt, damit sein Dasein Gott, den Heiligen, verherrlicht, der ist berufen, sich voll Leidenschaft zu verzehren und abzuplagen im Bemühen, die Werke der Barmherzigkeit zu leben. Eben dies hat die heilige Teresa von Kalkutta sehr gut verstanden: »Ja, ich habe viele menschliche Schwächen, viele menschliche Armseligkeiten. […] Aber er erniedrigt sich und bedient sich unser – deiner und meiner –, damit wir seine Liebe und sein Mitleid in der Welt sind, trotz unserer Sünden, trotz unserer Armseligkeiten und unserer Fehler. Er hängt von uns ab, um die Welt zu lieben und ihr zu zeigen, wie sehr er sie liebt. Wenn wir uns zu sehr um uns selbst kümmern, bleibt uns keine Zeit für die anderen.«[94]\n\n108. Der hedonistische Konsumismus kann uns einen bösen Streich spielen, denn in der Vergnügungssucht sind wir schließlich allzu sehr konzentriert auf uns selbst, auf unsere Rechte und auf die verbissene Jagd auf freie Zeit, um das Leben zu genießen. Kraft zur Hilfe für Notleidende aufzubringen und einzusetzen fällt uns schwer, wenn wir nicht eine gewisse Genügsamkeit pflegen und gegen den fieberhaften Kaufzwang der Konsumgesellschaft ankämpfen, der uns am Ende bloß zu unzufriedenen Armen macht, die alles haben und ausprobieren wollen. Auch der Konsum oberflächlicher Nachrichten und die Formen schneller virtueller Kommunikation können ein Faktor von Verblödung sein, der uns unsere ganze Zeit raubt und uns vom leidenden Fleisch der Brüder und Schwestern entfernt. Inmitten dieses aktuellen Trubels erschallt wieder das Evangelium, um uns ein anderes, gesünderes und glücklicheres Leben anzubieten.\n\n* * *\n\n109. Die Kraft des Zeugnisses der Heiligen liegt darin, die Seligpreisungen und den Maßstab des Jüngsten Gerichts zu leben. Es sind wenige, einfache Worte, aber praktisch und für alle gültig; das Christentum ist nämlich vor allem dafür gemacht, gelebt zu werden; wenn es auch Gegenstand von Reflexion ist, so hat dies nur Wert, wenn es hilft, das Evangelium im Alltag zu leben. Ich empfehle nachdrücklich, diese großen biblischen Texte immer wieder zu lesen, sich an sie zu erinnern, mit ihnen zu beten und zu versuchen, sie Gestalt werden zu lassen. Sie werden uns gut tun und uns wahrhaft glücklich machen.\n\nVIERTES KAPITEL\n\nEINIGE MERKMALE DER HEILIGKEIT IN DER WELT VON HEUTE\n\n110. Innerhalb des großen Rahmens der Heiligkeit, die uns die Seligpreisungen und Matthäus 25,31-46 vorlegen, möchte ich einige Merkmale oder spirituelle Ausdrücke aufgreifen, die meines Erachtens nicht fehlen dürfen, um den Lebensstil zu verstehen, zu dem der Herr uns ruft. Ich werde mich nicht dabei aufhalten, die Mittel der Heiligung zu erklären, die wir bereits kennen: die verschiedenartigen Methoden des Gebets, die kostbaren Sakramente der Eucharistie und der Versöhnung, das Opferbringen, die verschiedenen Frömmigkeitsformen, die geistliche Begleitung und viele andere. Ich werde mich nur auf einige Aspekte des Rufes zur Heiligkeit beziehen, von denen ich hoffe, dass sie in besonderer Weise Resonanz finden.\n\n111. Diese Merkmale, die ich hervorheben will, umfassen beileibe nicht alle, die einem Modell von Heiligkeit Gestalt geben können. Es sind jedoch fünf große Bekundungen der Liebe zu Gott und zum Nächsten, die ich als von besonderer Wichtigkeit erachte aufgrund einiger Gefahren und Grenzen der heutigen Kultur. In ihr zeigen sich: die nervöse und heftige Unruhe, die uns zerstreut und schwächt; die negative Einstellung und die Traurigkeit; die bequeme, konsumorientierte und egoistische Trägheit; der Individualismus und viele Formen einer falschen Spiritualität ohne Gottesbegegnung, die den aktuellen Religionsmarkt beherrschen.\n\nDurchhaltevermögen, Geduld und Sanftmut\n\n112. Das erste dieser wichtigen Merkmale ist, auf Gott hin, der uns liebt und trägt, zentriert und in ihm gefestigt zu sein. Von dieser inneren Gefestigtheit her ist es möglich, die Unannehmlichkeiten zu ertragen und zu erdulden, die Höhen und Tiefen des Lebens, aber auch die Aggressionen der anderen, ihre Treulosigkeiten und Fehler: »Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?« (Röm 8,31). Dies ist die Quelle des Friedens, der sich im Verhalten eines Heiligen zeigt. Ausgehend von einer solchen inneren Gefestigtheit besteht in unserer beschleunigten, unbeständigen und aggressiven Welt das Zeugnis der Heiligkeit aus Geduld und Beständigkeit im Guten. Es ist die Treue der Liebe, denn wer sich auf Gott stützt (griech. pistis), der kann auch den Brüdern und Schwestern gegenüber treu sein (griech. pistós), lässt sie in schlechten Zeiten nicht im Stich, lässt sich nicht von ihrer Angst anstecken und bleibt beharrlich an der Seite der anderen, auch wenn ihm das keine unmittelbaren Genugtuungen bringt.\n\n113. Der heilige Paulus lud die Römer dazu ein, »niemandem Böses mit Bösem« zu vergelten (Röm 12,17), sich »nicht selbst« Gerechtigkeit zu verschaffen (12,19) und sich nicht vom Bösen besiegen zu lassen, sondern »das Böse durch das Gute zu besiegen« (12,21). Diese Haltung ist nicht Ausdruck von Schwäche, sondern von wahrer Stärke, denn Gott selbst »ist langmütig und groß an Kraft« (Nah 1,3). Das Wort Gottes fordert uns auf: »Jede Art von Bitterkeit und Wut und Zorn und Geschrei und Lästerung mit allem Bösen verbannt aus eurer Mitte!« (Eph 4,31).\n\n114. Wir müssen kämpfen und aufmerksam sein gegenüber unseren eigenen aggressiven und egozentrischen Neigungen, um sie nicht Wurzeln schlagen zu lassen: »Wenn ihr zürnt, sündigt nicht! Die Sonne soll über eurem Zorn nicht untergehen« (Eph 4,26). Wenn es belastende Umstände gibt, können wir immer auf den Anker der inständigen Bitte zurückgreifen, der uns wieder in den Händen Gottes und an der Quelle des Friedens fest macht: »Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen […] bewahren« (Phil 4,6-7).\n\n115. Auch Christen können über das Internet und die verschiedenen Foren und Räume des digitalen Austausches Teil von Netzwerken verbaler Gewalt werden. Sogar in katholischen Medien können die Grenzen überschritten werden; oft bürgern sich Verleumdung und üble Nachrede ein, und jegliche Ethik und jeglicher Respekt vor dem Ansehen anderer scheinen außen vor zu bleiben. So entsteht ein gefährlicher Dualismus, weil in diesen Netzwerken Dinge gesagt werden, die im öffentlichen Leben nicht tolerierbar wären, und man versucht, im wütenden Abladen von Rachegelüsten die eigene Unzufriedenheit zu kompensieren. Es ist auffällig, dass unter dem Vorwand, andere Gebote zu verteidigen, das achte Gebot – »Du sollst kein falsches Zeugnis geben« – zuweilen komplett übergangen und das Ansehen anderer gnadenlos zerstört wird. Dort zeigt sich ohne Kontrolle, dass die Zunge »eine Welt voll Ungerechtigkeit ist« und »das Rad des Lebens in Brand setzt«, während sie selbst »von der Hölle in Brand gesetzt« wird (Jak 3,6).\n\n116. Die innere Gefestigtheit ist ein Werk der Gnade und bewahrt uns davor, uns von der Gewalt mitreißen zu lassen, die sich im sozialen Leben verbreitet. Denn die Gnade schwächt die Eitelkeit ab und ermöglicht die Sanftmut des Herzens. Der Heilige verschwendet seine Energien nicht damit, über fremde Fehler zu klagen; er kann über die Schwächen seiner Brüder und Schwestern schweigen und vermeidet verbale Gewalt, die zerstört und misshandelt; er hält sich nämlich nicht für würdig, den anderen gegenüber hart zu sein, sondern schätzt sie vielmehr »höher ein als sich selbst« (Phil 2,3).\n\n117. Es tut uns nicht gut, von oben herabzuschauen, die Rolle gnadenloser Richter einzunehmen, die anderen für unwürdig zu halten und ständig Belehrungen geben zu wollen. Dies ist eine subtile Form der Gewalt.[95] Der heilige Johannes vom Kreuz schlug etwas anderes vor: »Sei stets mehr ein Freund davon, von allen belehrt zu werden, als auch nur den geringsten von allen belehren zu wollen.«[96] Und er fügte einen Ratschlag hinzu, um den Feind fernzuhalten: »Indem du dich über das Gute bei den anderen genauso freust wie über das deine und wünschst – und zwar mit aufrichtigem Herzen –, dass man ihnen in allem den Vorrang vor dir gebe. Auf diese Weise wirst du das Böse durch das Gute besiegen und den bösen Geist weit vertreiben und Herzensfreude erlangen. Bemühe dich, das noch mehr denen gegenüber zu üben, die dir am wenigsten gefallen. Und wisse, dass du, wenn du dies nicht ausübst, weder zur wahren Nächstenliebe gelangen, noch in ihr vorankommen wirst.«[97]\n\n118. Die Demut kann im Herzen nur durch Demütigungen Wurzeln schlagen. Ohne sie gibt es weder Demut noch Heiligkeit. Wenn du nicht fähig bist, einige Demütigungen zu ertragen und aufzuopfern, so bist du nicht demütig und befindest dich nicht auf dem Weg der Heiligkeit. Die Heiligkeit, die Gott seiner Kirche schenkt, kommt durch die Demütigung seines Sohnes, das ist der Weg. Die Demütigung macht dich Jesus ähnlich, sie ist unumgänglicher Teil der Nachfolge Christi: »Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt« (1 Petr 2,21). Er bringt seinerseits die Demut des Vaters zum Ausdruck, der sich demütigt, um mit seinem Volk unterwegs zu sein, der dessen Treulosigkeiten und Murren erträgt (vgl. Ex 34,6-9; Weish 11,23-12,2; Lk 6,36). Aus diesem Grund »freuten sich« die Apostel nach ihrer Demütigung, »dass sie gewürdigt worden waren, für Jesu Namen Schmach zu erleiden« (Apg 5,41).\n\n119. Ich beziehe mich nicht nur auf die grausamen Situationen des Martyriums, sondern auf die alltäglichen Demütigungen jener, die schweigen, um ihre Familie zu retten; oder die es vermeiden, gut von sich selbst zu sprechen, und es vorziehen, andere zu preisen, anstatt sich selbst zu rühmen; die weniger glanzvolle Aufgaben wählen, und es sogar manchmal vorziehen, etwas Ungerechtes zu ertragen, um es dem Herrn aufzuopfern: »Wenn ihr aber recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes« (1 Petr 2,20). Das bedeutet nicht, mit gesenktem Kopf umherzulaufen, wenig zu sprechen oder die Gesellschaft zu fliehen. Manchmal kann jemand – gerade weil er von der Ichbezogenheit befreit ist – es wagen, auf liebevolle Weise zu diskutieren, Gerechtigkeit einzufordern oder die Schwachen vor den Mächtigen zu verteidigen, auch wenn ihm das negative Folgen für sein Ansehen einbringt.\n\n120. Ich sage nicht, dass die Demütigung etwas Angenehmes ist – denn das wäre Masochismus –, sondern dass es sich um einen Weg handelt, um Jesus nachzuahmen und in der Vereinigung mit ihm zu wachsen. Das ist nicht auf natürliche Weise zu verstehen und die Welt spottet über einen solchen Vorschlag. Es ist eine Gnade, die wir erbitten müssen: „Herr, wenn die Demütigungen kommen, so hilf mir, zu erkennen, dass ich dir folge, auf deinem Weg.“\n\n121. Eine solche Haltung setzt ein durch Christus befriedetes Herz voraus, befreit von dieser Aggressivität, die aus einem überhöhten Ich hervorgeht. Ebendiese gnadengewirkte Befriedung erlaubt uns, eine innere Sicherheit zu bewahren sowie im Guten durchzuhalten und auszuharren, selbst wenn ich »durch das trostlose Tal« gehe (Ps 23,4), oder selbst wenn »ein Heer mich belagert« (Ps 27,3). Fest gegründet im Herrn, dem Fels, können wir singen: »In Frieden leg’ ich mich nieder und schlafe ein; denn du allein, Herr, lässt mich sorglos wohnen« (Ps 4,9). Letzten Endes »ist« Christus »unser Friede« (Eph 2,14), er kam, »um unsre Schritte zu lenken auf den Weg des Friedens« (Lk 1,79). Er übermittelte der heiligen Faustyna Kowalska: »Die Menschheit wird keinen Frieden finden, solange sie sich nicht mit Vertrauen an die göttliche Barmherzigkeit wendet.«[98] Verfallen wir also nicht der Versuchung, die innere Sicherheit in den Erfolgen, in den leeren Vergnügungen, in den Besitztümern, in der Herrschaft über andere oder im gesellschaftlichen Ansehen zu suchen: »Meinen Frieden gebe ich euch; nicht, wie die Welt ihn gibt« (Joh 14,27).\n\nFreude und Sinn für Humor\n\n122. Das bisher Gesagte impliziert nicht einen apathischen, traurigen, säuerlichen, melancholischen Geist oder ein schwaches Profil ohne Kraft. Der Heilige ist fähig, mit Freude und Sinn für Humor zu leben. Ohne den Sinn für die Wirklichkeit zu verlieren, erleuchtet er die anderen mit einem positiven und hoffnungsfrohen Geist. Christ sein bedeutet »Freude im Heiligen Geist« (Röm 14,17), denn »auf die heilige Liebe folgt mit Notwendigkeit die Freude. Denn der Liebende freut sich über die Verbindung mit dem Geliebten […] Daher ist die Gefolgschaft der Liebe die Freude.«[99] Wir haben die Schönheit seines Wortes empfangen und es mit offenen Armen »trotz großer Bedrängnis mit der Freude aufgenommen, die der Heilige Geist gibt« (1 Thess 1,6). Wenn wir zulassen, dass der Herr uns aus unserem Korsett herausholt und unser Leben verwandelt, dann werden wir verwirklichen können, was der heilige Paulus forderte: »Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!« (Phil 4,4).\n\n123. Die Propheten kündigten die Zeit Jesu, die wir nun leben, als eine Offenbarung der Freude an: »Jauchzt und jubelt!« (Jes 12,6). »Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude!« (Jes 40,9). »Freut euch, ihr Berge! Denn der Herr hat sein Volk getröstet und sich seiner Armen erbarmt« (Jes 49,13). »Juble laut, Tochter Zion! Jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir. Gerecht ist er und Rettung wurde ihm zuteil« (Sach 9,9). Vergessen wir nicht die Aufforderung Nehemias: »Seid nicht besorgt, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke« (8,10).\n\n124. Maria hat verstanden, die Neuheit zu entdecken, die Jesus uns brachte, und sang: »Mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter« (Lk 1,47). Jesus selbst war »vom Heiligen Geist erfüllt, voll Freude« (Lk 10,21). Wenn er vorüberging, »freute sich das ganze Volk« (Lk 13,17). Nach seiner Auferstehung herrschte dort, wo die Jünger hinkamen, »große Freude« (Apg 8,8). Uns gibt Jesus eine Sicherheit: »Ihr werdet traurig sein, aber eure Trauer wird sich in Freude verwandeln […] ich werde euch wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude« (Joh 16,20.22). »Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird« (Joh 15,11).\n\n125. Es gibt schwere Momente, Zeiten des Kreuzes, doch nichts kann die übernatürliche Freude zerstören: »Sie passt sich an und verwandelt sich, und bleibt immer wenigstens wie ein Lichtstrahl, der aus der persönlichen Gewissheit hervorgeht, jenseits von allem grenzenlos geliebt zu sein.«[100] Es ist eine innere Sicherheit, eine hoffnungsfrohe Gelassenheit, die eine geistliche Zufriedenheit schenkt, die für weltliche Maßstäbe unverständlich ist.\n\n126. Normalerweise wird die christliche Freude von einem Sinn für Humor begleitet, sehr markant zum Beispiel beim heiligen Thomas Morus, beim heiligen Vinzenz von Paul oder beim heiligen Philipp Neri. Missmut ist kein Zeichen von Heiligkeit: »Halte deinen Sinn von Ärger frei!« (Koh 11,10). Es ist so viel, was wir vom Herrn erhalten, »um es zu genießen« (1 Tim 6,17), dass die Traurigkeit mitunter mit Undankbarkeit zu tun hat: Man ist so in sich selbst verschlossen, dass man unfähig wird, die Geschenke Gottes anzuerkennen.[101]\n\n127. Seine väterliche Liebe lädt uns ein: »Mein Sohn, tu dir selbst Gutes […] Versag dir nicht das Glück des heutigen Tages« (Sir 14,11.14). Er will, dass wir positiv sind, dankbar und nicht zu kompliziert: »Am Glückstag erfreue dich […] Gott hat die Menschen recht gemacht, sie aber haben sich in allen möglichen Berechnungen versucht« (Koh 7,14.29). In jedem Fall muss man einen beweglichen Geist bewahren und es wie der heilige Paulus machen: »Ich habe gelernt, mich in jeder Lage zurechtzufinden« (Phil 4,11). Dies lebte der heilige Franz von Assisi. Er konnte angesichts eines Stücks harten Brotes von Dankbarkeit ergriffen werden oder Gott allein wegen der Windbrise, die sein Gesicht streichelte, glücklich lobpreisen.\n\n128. Ich rede nicht von der konsumorientierten und individualistischen Freude, die in einigen kulturellen Ausprägungen von heute so präsent ist. Denn der Konsumismus stopft das Herz nur voll; er kann gelegentliches und vorübergehendes Vergnügen bieten, aber keine Freude. Ich beziehe mich vielmehr auf die Freude, die man in Gemeinschaft erlebt, die man teilt und verteilt, denn »geben ist seliger als nehmen« (Apg 20,35) und »Gott liebt einen fröhlichen Geber« (2 Kor 9,7). Die geschwisterliche Liebe vervielfacht unsere Fähigkeit zur Freude, weil sie uns fähig macht, uns über das Wohl der anderen zu freuen: »Freut euch mit den Fröhlichen« (Röm 12,15). »So ist es uns eine Freude, wenn wir schwach dastehen, ihr aber euch als stark erweist« (2 Kor 13,9). Wenn wir uns dagegen »vor allem auf unsere eigenen Bedürfnisse konzentrieren, verurteilen wir uns dazu, mit wenig Freude zu leben«.[102]\n\nWagemut und Eifer\n\n129. Zugleich bedeutet Heiligkeit auch parrhesía: sie ist Wagemut, ist Antrieb zur Evangelisierung, die eine Spur in dieser Welt hinterlässt. Damit das möglich ist, kommt Jesus selbst uns entgegen und sagt uns einmal mehr mit Gelassenheit und Entschlossenheit: »Fürchtet euch nicht!« (Mk 6,50). »Ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt« (Mt 28,20). Diese Worte helfen uns, voranzuschreiten und zu dienen mit jener Haltung voller Mut, die der Heilige Geist in den Aposteln weckte und die sie antrieb, Jesus Christus zu verkünden. Wagemut, Enthusiasmus, mit Freimut sprechen, apostolischer Eifer – all das ist im griechischen Wort parrhesía enthalten, dem Wort, mit dem die Bibel auch die Freiheit einer Existenz ausdrückt, die offen ist, weil sie für Gott und für die anderen verfügbar ist (vgl. Apg 4,29; 9,28; 28,31; 2 Kor 3,12; Eph 3,12; Hebr 3,6; 10,19).\n\n130. Der selige Paul VI. erwähnte unter den Hindernissen für die Evangelisierung gerade den Mangel an parrhesía: »den Mangel an Eifer, der umso schwerwiegender ist, weil er aus dem Innern entspringt«.[103] Wie oft sind wir versucht, aus Bequemlichkeit am Ufer zu bleiben! Doch der Herr ruft uns, aufs Meer hinauszufahren und die Netze in tieferen Gewässern auszuwerfen (vgl. Lk 5,4). Er lädt uns ein, unser Leben in seinem Dienst zu verausgaben. In ihm verankert fassen wir Mut, alle unsere Charismen in den Dienst der anderen zu stellen. Hoffentlich fühlen wir uns durch seine Liebe gedrängt (vgl. 2 Kor 5,14) und können mit dem heiligen Paulus sagen: »Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!« (1 Kor 9,16).\n\n131. Schauen wir auf Jesus: Sein tiefes Mitleid ließ ihn nicht in sich selbst zurückziehen, es war kein lähmendes, furchtsames oder verschämtes Mitleid, wie es bei uns oft vorkommt, sondern das genaue Gegenteil. Es war ein Mitleid, das ihn dazu bewegte, kraftvoll aus sich herauszugehen, um zu verkünden, um in die Mission zu senden, um auszusenden, zu heilen und zu befreien. Erkennen wir unsere Schwachheit, aber lassen wir zu, dass Jesus sie in seine Hände nimmt und uns in die Mission hinaustreibt. Wir sind schwach, aber Träger eines Schatzes, der uns groß macht und der die besser und glücklicher machen kann, die ihn empfangen. Wagemut und apostolischer Mut sind konstitutiv für die Mission.\n\n132. Die parrhesía ist Kennzeichen des Heiligen Geistes, Zeugnis für die Glaubwürdigkeit der Verkündigung. Sie ist frohe Sicherheit, die uns dazu bringt, uns des Evangeliums, das wir verkünden, zu rühmen, sie ist unerschütterliches Vertrauen in die Treue des treuen Zeugen schlechthin, der uns die Sicherheit gibt, dass nichts »uns scheiden« kann »von der Liebe Gottes« (Röm 8,39).\n\n133. Wir brauchen den Anstoß des Heiligen Geistes, um nicht durch Furcht und Berechnung gelähmt zu werden, um uns nicht daran zu gewöhnen, nur innerhalb sicherer Grenzen unterwegs zu sein. Denken wir daran, dass verschlossene Räume am Ende nach Moder riechen und uns krank machen. Als die Apostel die Versuchung spürten, sich vor Ängsten und Gefahren lähmen zu lassen, begannen sie, gemeinsam zu beten und um die parrhesía zu bitten: »Doch jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden!« (Apg 4,29). Und die Antwort war: »Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes.« (Apg 4,31).\n\n134. Wie der Prophet Jona sind wir immer latent in der Versuchung, an einen sicheren Ort zu fliehen, der viele Namen haben kann: Individualismus, Spiritualismus, Einschließen in kleine Welten, Abhängigkeit, Sich-Einrichten, Wiederholung bereits festgelegter Schemata, Dogmatismus, Nostalgie, Pessimismus, Zuflucht zu den Normen. Womöglich haben wir uns dagegen gesträubt, ein Gebiet zu verlassen, das uns bekannt und leicht handzuhaben war. Die Schwierigkeiten können jedoch so etwas sein wie der Sturm, wie der Wal, wie der Wurm, der den Rizinusstrauch des Jona vertrocknen ließ, oder wie der Wind und die Sonne, die Jona auf den Kopf brannte; wie für ihn, so können sie auch für uns die Funktion haben, uns zu diesem Gott zurückkehren zu lassen, der Zärtlichkeit ist und der uns auf eine ständige und erneuernde Wanderung mitnehmen möchte.\n\n135. Gott ist immer Neuheit, die uns antreibt, ein ums andere Mal aufzubrechen und uns an neue Orte zu begeben, um über das Bekannte hinauszugehen, hin zu den Rändern und Grenzen. Er bringt uns dort hin, wo die Menschheit am meisten verletzt ist und wo die Menschen – unter dem Anschein der Oberflächlichkeit und des Konformismus – weiter die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens suchen. Gott hat keine Angst! Er hat keine Angst! Er geht immer über unsere Schemata hinaus und hat keine Angst vor den Rändern. Er selbst hat sich zum „Rand“ gemacht (vgl. Phil 2,6-8; Joh 1,14). Deshalb werden wir, wenn wir es wagen, an die Ränder zu gehen, ihn dort antreffen, er wird schon dort sein. Jesus kommt uns zuvor im Herzen unserer Brüder und Schwestern, in ihrem verletzten Leib, in ihrem unterdrückten Leben, in ihrer verdunkelten Seele. Er ist schon dort.\n\n136. Es ist wahr, dass wir die Tür unseres Herzens öffnen müssen, denn er klopft an und ruft (vgl. Offb 3,20). Allerdings frage ich mich manchmal, ob Jesus – wegen der stickigen Luft unserer Selbstbezogenheit – in unserem Inneren nicht schon klopft, damit wir ihn hinauslassen. Im Evangelium sehen wir: Jesus »wanderte von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes« (Lk 8,1). Ebenso sehen wir es nach seiner Auferstehung, als die Jünger überallhin auszogen: »Der Herr stand ihnen bei und bekräftigte das Wort durch die Zeichen, die es begleiteten« (Mk 16,20). Dies ist die Dynamik, die aus der wahren Begegnung entspringt.\n\n137. Die Gewohnheit verführt uns und behauptet, dass es keinen Sinn habe, etwas zu ändern zu versuchen, dass wir angesichts dieser Situation nichts tun können, dass es immer so gewesen ist und dass wir dennoch weitergelebt haben. Weil wir daran gewöhnt sind, treten wir dem Bösen nicht mehr entgegen und lassen es zu, dass die Dinge „eben sind, wie sie sind“ oder wie einige wenige entschieden haben, dass sie sein sollen. Lassen wir doch zu, dass der Herr kommt, um uns aufzuwecken, um uns in unserer Schläfrigkeit einen Ruck zu versetzen, um uns von der Trägheit zu befreien. Bieten wir der Gewohnheit die Stirn, öffnen wir weit unsere Augen und Ohren, vor allem aber das Herz, um uns bewegen zu lassen durch das, was um uns herum geschieht, und durch den Ruf des lebendigen und wirkmächtigen Wortes des Auferstandenen.\n\n138. Das Vorbild vieler Priester, Ordensfrauen, Ordensmänner und Laien, die sich mit großer Treue hingeben, um zu verkündigen und zu dienen – oftmals unter Einsatz ihres Lebens und gewiss auf Kosten ihrer Bequemlichkeit –, versetzt uns in Bewegung. Ihr Zeugnis erinnert uns daran, dass die Kirche nicht viele Bürokraten und Funktionäre braucht, sondern leidenschaftliche Missionare, die verzehrt werden von der Begeisterung, das wahre Leben mitzuteilen. Die Heiligen überraschen, verwirren, weil ihr Leben uns einlädt, aus der ruhigen und betäubenden Mittelmäßigkeit hinauszugehen.\n\n139. Bitten wir den Herrn um die Gnade, nicht zu zögern, wenn der Heilige Geist uns auffordert, einen Schritt vorwärts zu tun; bitten wir um den apostolischen Mut, anderen das Evangelium weiterzugeben und es zu unterlassen, aus unserem christlichen Leben ein Museum voller Andenken zu machen. Lassen wir es unbedingt zu, dass der Heilige Geist bewirkt, dass wir die Geschichte unter dem Vorzeichen des auferstandenen Jesus betrachten. Auf diese Weise wird die Kirche, statt zu ermüden, weiter vorwärtsgehen und dabei die Überraschungen des Herrn begrüßen.\n\nIn Gemeinschaft\n\n140. Es ist sehr schwierig, gegen die eigene Begehrlichkeit und gegen die Nachstellungen und Versuchungen des Bösen und der egoistischen Welt zu kämpfen, wenn wir uns absondern. Es ist ein solches Bombardement, das uns verleitet, dass wir – wenn wir zu viel alleine sind – leicht den Sinn für die Wirklichkeit, die innere Klarheit, verlieren und unterliegen.\n\n141. Die Heiligung ist ein gemeinschaftlicher Weg, immer zu zweit. So spiegeln es einige heilige Gemeinschaften wider. Bei verschiedenen Gelegenheiten hat die Kirche ganze Gemeinschaften heiliggesprochen, die das Evangelium auf heroische Weise lebten oder Gott das Leben all ihrer Mitglieder darbrachten. Denken wir zum Beispiel an die sieben heiligen Gründer des Ordens der Diener Mariens (Serviten), an die sieben seligen Ordensfrauen des ersten Heimsuchungsklosters in Madrid (Salesianerinnen), an den heiligen Paul Miki und seine Gefährten, Märtyrer in Japan, an den heiligen Andreas Kim Taegon und seine Gefährten, Märtyrer in Korea, an den heiligen Roque González de Santa Cruz und seine Gefährten, Märtyrer in Südamerika. Wir erinnern uns auch an das jüngste Zeugnis der Trappistenmönche von Tibhirine (Algerien), die sich gemeinsam auf das Martyrium vorbereiteten. Ebenso gibt es viele heilige Ehepaare, bei denen jeder einzelne ein Werkzeug Christi zur Heiligung des Ehepartners war. Mit anderen zusammen zu leben oder zu arbeiten, ist zweifellos ein Weg der geistlichen Entwicklung. Der heilige Johannes vom Kreuz sagte zu einem seiner Schüler: Du lebst mit anderen zusammen, »damit sie dich bearbeiten und einüben«.[104]\n\n142. Die Gemeinschaft ist dazu berufen, diesen »göttlichen Ort« zu schaffen, »an dem die mystische Gegenwart des auferstandenen Herrn erfahren werden kann«.[105] Das Wort Gottes miteinander zu teilen und die Eucharistie gemeinsam zu feiern, macht uns immer mehr zu Brüdern und Schwestern und verwandelt uns in eine heilige und missionarische Gemeinschaft. Daraus erwachsen auch echte mystische und in Gemeinschaft gelebte Erfahrungen, wie es beim heiligen Benedikt und der heiligen Scholastika der Fall war oder bei jener erhebenden geistlichen Begegnung, die der heilige Augustinus und seine Mutter, die heilige Monika, gemeinsam erlebten: »Schon nahte der Tag, da sie aus diesem Leben scheiden sollte – du kanntest ihn, wir nicht –, da traf es sich, wie ich glaube durch deine geheime Fügung, dass wir beide allein, ich und sie, an ein Fenster gelehnt standen, das in den Garten innerhalb des Hauses ging, das uns beherbergte […] Doch lechzte begierig unser Herz nach den Wassern aus der Höhe, den Wassern „deiner Quelle“, der „Quelle des Lebens, die bei dir ist“ […] Und während wir so reden von dieser ewigen Weisheit, voll Sehnsucht nach ihr, da streiften wir sie leise in einem vollen Schlag des Herzens […] dass so nun ewig Leben wäre, wie jetzt dieser Augenblick Erkennen, dem unser Seufzen galt.«[106]\n\n143. Doch diese Erfahrungen sind weder sehr häufig, noch sind sie das Wichtigste. Das Gemeinschaftsleben – sei es in der Familie, in der Pfarrei, in der Ordensgemeinschaft oder in irgendeiner anderen Gemeinschaft – besteht aus vielen kleinen alltäglichen Details. Das geschah in der heiligen Gemeinschaft, die Jesus, Maria und Josef bildeten und wo sich auf vorbildhafte Weise die Schönheit der Gemeinschaft der Dreieinigkeit widerspiegelte. Das ist es auch, was sich in dem Gemeinschaftsleben ereignete, das Jesus mit seinen Jüngern und mit dem einfachen Volk führte.\n\n144. Erinnern wir uns daran, wie Jesus seine Jünger einlud, aufmerksam zu sein für die Details.\n\nDas kleine Detail, dass bei einem Fest der Wein ausging.\n\nDas kleine Detail, dass ein Schaf fehlte.\n\nDas kleine Detail der Witwe, die zwei kleine Münzen als Opfergabe gab.Das kleine Detail, für die Lampen Öl in Reserve zu haben, falls der Bräutigam sich verspätet.\n\nDas kleine Detail, seine Jünger aufzufordern, sie sollten nachschauen, wie viele Brote sie hatten.\n\nDas kleine Detail, ein Feuer vorbereitet und Fisch auf dem Grillrost liegen zu haben, während er die Jünger frühmorgens erwartete.\n\n145. Die Gemeinschaft, die die kleinen Details der Liebe bewahrt,[107] wo die Mitglieder sich umeinander kümmern und einen offenen und evangelisierenden Raum bilden, ist Ort der Gegenwart des Auferstandenen, der sie entsprechend dem Heilsplan des Vaters heiligt. Gelegentlich werden uns – durch ein Gnadengeschenk des Herrn – inmitten dieser kleines Details tröstliche Erfahrungen Gottes geschenkt: »Eines Abends im Winter verrichtete ich wie gewöhnlich meinen kleinen Dienst […] plötzlich hörte ich aus der Ferne den harmonischen Klang eines Musikinstrumentes, da stellte ich mir einen wohlerleuchteten Salon vor, glänzend in Goldschmuck, worin elegant gekleidete Mädchen Artigkeiten und weltliche Höflichkeiten austauschten; dann fiel mein Blick auf die arme Kranke, die ich stützte; statt einer Melodie vernahm ich von Zeit zu Zeit ihr klagendes Stöhnen […] Ich vermag nicht in Worte zu fassen, was in meiner Seele vorging; was ich weiß, ist, dass der Herr sie mit den Strahlen der Wahrheit erleuchtete, die den trüben Glanz irdischer Feste derart übertreffen, dass ich mein Glück nicht zu fassen vermochte.«[108]\n\n146. Gegen die Tendenz zum konsumistischen Individualismus – der uns schließlich isoliert auf der Suche nach dem Wohlergehen abseits von den anderen – dürfen wir auf unserem Weg der Heiligung nicht aufhören, uns mit dem Wunsch Jesu zu identifizieren: »Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin« (Joh 17,21).\n\nIn beständigem Gebet\n\n147. Auch wenn es offenkundig scheinen mag, erinnern wir schließlich daran, dass die Heiligkeit in einer gewohnheitsmäßigen Offenheit für die Transzendenz besteht, die sich in Gebet und Anbetung äußert. Der Heilige ist ein Mensch mit einem betenden Geist, der die Kommunikation mit Gott braucht. Er ist jemand, der es nicht erträgt, in der verschlossenen Immanenz dieser Welt zu ersticken, sondern inmitten seiner Anstrengungen und Hingabe nach Gott Luft holt, der aus sich herausgeht im Lobpreis und seine Grenzen weitet in der Betrachtung des Herrn. Ich glaube nicht an eine Heiligkeit ohne Gebet, auch wenn es sich nicht notwendigerweise um ausgedehnte Zeiten oder intensive Gefühle handeln muss.\n\n148. Der heilige Johannes vom Kreuz empfahl, sich »zu bemühen, immer in der Gegenwart Gottes zu wandeln – sei es in der wirklichen, in der imaginären oder in der einigenden –, in Abstimmung mit dem, was die Werke erlauben, die man gerade ausführt«.[109] Im Grunde ist es die Sehnsucht nach Gott, die sich unweigerlich auf irgendeine Weise inmitten unseres alltäglichen Lebens zeigt: »Bemühen Sie sich, im Gebet beständig zu sein, und inmitten der körperlichen Arbeiten unterlassen Sie es nicht. Sei es, dass Sie essen, trinken, mit anderen sprechen, oder irgendeine Sache tun, wandeln Sie immer im Sehnen nach Gott und Ihr Herz ihm zuneigend.«[110]\n\n149. Damit dies jedoch möglich ist, sind auch einige Momente nur für Gott notwendig, in Abgeschiedenheit mit ihm. Für die heilige Teresa von Ávila ist das Gebet ein »freundschaftliches Umgehen, indem wir uns viele Male ganz allein mit dem unterreden, von dem wir wissen, dass er uns liebt«.[111] Ich möchte darauf bestehen, dass dies nicht nur für einige wenige Privilegierte gilt, sondern für alle, weil »wir alle dieses von angebeteter Gegenwart erfüllte Schweigen nötig haben«.[112] Das vertrauensvolle Gebet ist eine Reaktion des Herzens, das sich Gott von Angesicht zu Angesicht öffnet, wo alles Gerede zum Verstummen kommt, um auf die sanfte Stimme des Herrn zu horchen, die im Schweigen widerhallt.\n\n150. In diesem Schweigen kann man im Licht des Heiligen Geistes die Wege der Heiligkeit erkennen, die der Herr uns vorschlägt. Andernfalls werden alle unsere Entscheidungen nur „Dekorationen“ sein können, die das Evangelium verdecken oder ersticken, anstatt es in unserem Leben zu verherrlichen. Für jeden Jünger ist es unerlässlich, mit dem Meister zusammen zu sein, auf ihn zu hören, von ihm zu lernen, immer zu lernen. Wenn wir nicht hinhorchen, werden alle unsere Worte einzig und allein Lärm sein, der zu nichts dient.\n\n151. Erinnern wir uns daran: »Es ist die Betrachtung des Antlitzes des gestorbenen und auferstandenen Jesus, die unsere Menschheit wieder zusammenfügt, auch jene, die durch die Mühen des Lebens zerteilt oder von der Sünde gezeichnet ist. Wir dürfen die Macht des Antlitzes Christi nicht domestizieren.«[113] Also wage ich es, dich zu fragen: Gibt es Momente, in denen du dich im Schweigen in seine Gegenwart versetzt, ohne Hast bei ihm verweilst und dich von ihm anschauen lässt? Lässt du es zu, dass sein Feuer dein Herz entflammt? Wenn du ihm nicht erlaubst, dass er die Wärme seiner Liebe und Zärtlichkeit nährt, wirst du kein Feuer besitzen. Wie also wirst du dann das Herz der anderen mit deinem Zeugnis und deinen Worten entflammen können? Und wenn du es vor dem Antlitz Jesu noch immer nicht schaffst, dich heilen und verwandeln zu lassen, dann dring in das Innere Jesu ein, begib dich in seine Wunden, denn dort hat die göttliche Barmherzigkeit ihren Sitz.[114]\n\n152. Ich bitte aber, dass wir das betende Schweigen nicht als eine Flucht verstehen, welche die Welt verneint, die uns umgibt. Der russische Pilger, der im immerwährenden Gebet unterwegs war, erzählt, dass dieses Gebet ihn nicht von der äußeren Realität trennte: »Geschah es aber am Tage, dass ich irgendjemanden traf, so erschienen mir alle ohne Ausnahme so lieb und nah, als wären sie meine Verwandten […] Diese [Wonne] fühlte ich nicht nur im Inneren meiner Seele, sondern auch die ganze Außenwelt schien mir wunderbar schön.«[115]\n\n153. Ebenso wenig verschwindet die Geschichte. Das Gebet sollte – gerade weil es sich von der Gabe Gottes nährt, die sich in unser Leben ergießt – immer ein gutes Gedächtnis besitzen. Das Gedächtnis der Taten Gottes ist die Grundlage der Erfahrung des Bundes zwischen Gott und seinem Volk. Da Gott in die Geschichte eintreten wollte, ist das Gebet aus Erinnerungen gewoben: nicht nur aus der Erinnerung des geoffenbarten Wortes, sondern auch aus der Erinnerung des eigenen Lebens, des Lebens der anderen, dessen, was der Herr in seiner Kirche gewirkt hat. Es ist das dankbare Gedächtnis, von dem auch der heilige Ignatius von Loyola in seiner »Betrachtung, um Liebe zu erlangen«[116] spricht, wenn er uns auffordert, uns alle Wohltaten Gottes in Erinnerung zu rufen, die wir vom Herrn empfangen haben. Schau auf deine Lebensgeschichte, wenn du betest, und du wirst in ihr so viel an Erbarmen finden. Zugleich wird dies in dir das Bewusstsein nähren, dass der Herr dich in seinem Gedächtnis behält und dich niemals vergisst. Daher ist es sinnvoll, ihn zu bitten, dass er auch die kleinen Details deiner Existenz, die ihm nicht entgehen, erleuchten möge.\n\n154. Die inständige Bitte ist Ausdruck des Herzens, das auf Gott vertraut, das weiß, dass es alleine nichts vermag. Im Leben des gläubigen Gottesvolkes finden wir viel an inniger Bitte, voll gläubiger Zärtlichkeit und tiefen Vertrauens. Nehmen wir dem Bittgebet nicht seinen Wert, das oft unser Herz beruhigt und uns hilft, mit Hoffnung weiter zu kämpfen. Die Fürbitte hat einen besonderen Wert, weil sie ein Akt des Gottvertrauens und zugleich ein Ausdruck der Nächstenliebe ist. Manche glauben aufgrund von spiritualistischen Vorurteilen, dass das Gebet eine reine Kontemplation Gottes sein müsse, ohne Ablenkungen, so als ob die Namen und Gesichter der Brüder und Schwestern eine zu vermeidende Störung wären. Die Realität ist dagegen, dass das Gebet Gott gefälliger und heiligmachender wird, wenn wir darin durch die Fürbitte versuchen, das uns von Jesus hinterlassene Doppelgebot zu leben. Die Fürbitte drückt das brüderliche Engagement für andere aus, wenn wir in ihr fähig sind, das Leben anderer aufzunehmen, mit ihren verstörenden Seelennöten und besten Träumen. Wer sich großmütig der Fürbitte widmet, von dem kann man mit den Worten der Heiligen Schrift sagen: »Dieser ist der Freund seiner Brüder, der viel für das Volk betet« (2 Makk 15,14).\n\n155. Wenn wir wirklich glauben, dass Gott existiert, können wir es nicht unterlassen, ihn anzubeten – bisweilen in einem von Anbetung erfüllten Schweigen – oder ihn in festlichem Lobpreis zu besingen. So drücken wir das aus, was der selige Charles de Foucauld lebte, wenn er sagte: »Sobald ich glaubte, dass es einen Gott gibt, wurde mir klar, dass ich nichts anderes tun konnte, als für ihn allein zu leben.«[117] Auch im Leben des pilgernden Volkes Gottes gibt es viele schlichte Gesten der reinen Anbetung, zum Beispiel wenn »der Blick des Pilgers […] auf einem Abbild [ruht], das die zärtliche Zuwendung und Nähe Gottes symbolisiert. Die Liebe hält inne, betrachtet das Mysterium und erfreut sich im Schweigen daran.«[118]\n\n156. Das betende Lesen des Wortes Gottes, das »süßer als Honig« (Ps 119,103) und »schärfer als jedes zweischneidige Schwert« (Hebr 4,12) ist, erlaubt uns, innezuhalten und dem Meister zuzuhören, damit er eine Leuchte für unsere Schritte sei, Licht für unsere Wege (vgl. Ps 119,105). Wie die Bischöfe Indiens uns richtig in Erinnerung gerufen haben, ist »die Verehrung des Wortes Gottes […] nicht bloß eine von vielen Andachtsformen, schön, aber etwas Optionales. Sie gehört zum Herzen und zur ureigenen Identität des christlichen Lebens. Das Wort Gottes hat eine ihm innewohnende Kraft, das Leben der Menschen zu verwandeln.«[119]\n\n157. Die Begegnung mit Jesus in der Heiligen Schrift führt uns zur Eucharistie, wo eben dieses Wort selbst seine größte Wirksamkeit erlangt, weil die Eucharistie Realpräsenz dessen ist, der das Lebendige Wort ist. Dort empfängt der einzig Absolute die höchste Anbetung, die ihm diese Erde geben kann, weil es Christus selbst ist, der sich hingibt. Und wenn wir ihn in der Kommunion empfangen, erneuern wir unseren Bund mit ihm und erlauben ihm, dass er sein verwandelndes Werk immer mehr verwirklicht.\n\nFÜNFTES KAPITEL\n\nKAMPF, WACHSAMKEIT UND UNTERSCHEIDUNG\n\n158. Das Leben des Christen ist ein ständiger Kampf. Es bedarf Kraft und Mut, um den Versuchungen des Teufels zu widerstehen und das Evangelium zu verkünden. Dieses Ringen ist schön, weil es uns jedes Mal feiern lässt, dass der Herr in unserem Leben siegt.\n\nDer Kampf und die Wachsamkeit\n\n159. Es handelt sich nicht nur um einen Kampf gegen die Welt und die weltliche Mentalität, die betrügt, betäubt und uns mittelmäßig werden lässt, ohne Engagement und freudlos. Ebenso wenig beschränkt er sich auf ein Ringen mit der eigenen Schwäche und den eigenen Lastern (ein jeder hat seine: Trägheit, Wollust, Neid, Eifersucht usw.). Es ist auch ein beständiger Kampf gegen den Teufel, welcher der Fürst des Bösen ist. Jesus selbst feiert unsere Siege. Er freute sich, als seine Jünger mit der Verkündigung des Evangeliums fortzuschreiten vermochten und den Widerstand des Bösen überwanden. Da rief er jubelnd aus: »Ich sah den Satan wie einen Blitz aus dem Himmel fallen« (Lk 10,18).\n\nMehr als ein Mythos\n\n160. Wir würden die Existenz des Teufels nicht anerkennen, wenn wir darauf beharrten, das Leben nur mit empirischen Kriterien und ohne übernatürlichen Sinn zu betrachten. Gerade die Überzeugung, dass diese böse Macht unter uns gegenwärtig ist, lässt uns verstehen, weshalb das Böse manchmal eine so zerstörerische Kraft besitzt. Gewiss hatten die biblischen Verfasser nur ein begrenztes begriffliches Rüstzeug zur Verfügung, um einige Sachverhalte auszudrücken, und man konnte zu Jesu Zeiten zum Beispiel eine Epilepsie mit der Besessenheit durch den Teufel verwechseln. Das darf uns jedoch nicht dazu verleiten, die Wirklichkeit so zu vereinfachen, dass wir sagen, dass alle Fälle, von denen in den Evangelien berichtet wird, von psychischen Krankheiten handeln und dass letztendlich der Teufel nicht existiert oder nicht tätig ist. Der Teufel ist auf den ersten Seiten der Bibel gegenwärtig, an deren Ende aber steht der Sieg Gottes über den Satan.[120] Als Jesus uns das Vaterunser lehrte, wollte er tatsächlich, dass wir am Ende den Vater bitten, er möge uns von dem Bösen erlösen. Der dort benutzte Ausdruck bezieht sich nicht auf etwas Böses im abstrakten Sinn, sondern lässt sich genauer mit „der Böse“ übersetzen. Er weist auf ein personales Wesen hin, das uns bedrängt. Jesus lehrte uns, täglich um diese Befreiung zu bitten, damit die Macht Satans uns nicht beherrsche.\n\n161. Wir sollen also nicht denken, dass dies ein Mythos, ein Schauspiel, ein Symbol, ein Bild oder eine Idee sei.[121] Dieser Irrtum bringt uns dazu, die Hände in den Schoß zu legen, nachlässig zu sein und mehr Gefährdungen ausgesetzt zu sein. Der Teufel hat es nicht nötig, uns zu beherrschen. Er vergiftet uns mit Hass, Traurigkeit, Neid, mit den Lastern. Er nützt dann unsere Achtlosigkeit, um unser Leben, unsere Familien und unsere Gemeinschaften zu zerstören, denn er »geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann« (1 Petr 5,8).\n\nWach und vertrauensvoll\n\n162. Das Wort Gottes lädt uns mit deutlichen Worten ein, »den listigen Anschlägen des Teufels zu widerstehen« (Eph 6,11) und »alle feurigen Geschosse des Bösen« (Eph 6,16) abzuwehren. Das sind keine romantischen Phrasen, denn unser Weg auf die Heiligkeit zu ist auch ein ständiger Kampf. Wer das nicht akzeptieren will, wird scheitern oder mittelmäßig bleiben. Für den Kampf haben wir die wirksamen Waffen, die der Herr uns gibt: der im Gebet zum Ausdruck gebrachte Glaube, die Betrachtung des Wortes Gottes, die Feier der heiligen Messe, die eucharistische Anbetung, das Sakrament der Versöhnung, die guten Werke, das Gemeinschaftsleben, der missionarische Einsatz. Wenn wir nachlässig werden, werden die falschen Versprechungen des Bösen uns leicht verführen, wie der heilige Pfarrer Brochero sagt: »Was nützt es, wenn Luzifer euch freimachen und mit all seinen Gütern überschütten will, wenn diese Güter verlogen sind, wenn es vergiftete Güter sind.«[122]\n\n163. Auf diesem Weg ist das Wachstum im Guten, in der geistlichen Reife und der Liebe das beste Gegengewicht zum Bösen. Niemand widersteht, wenn er sich entscheidet, an einem toten Punkt stehen zu bleiben; wenn er sich mit Wenigem begnügt; wenn er aufhört, davon zu träumen, sich dem Herrn noch mehr hinzugeben. Am allerwenigsten, wenn er einem Gefühl der Niederlage verfällt, denn »wer ohne Zuversicht beginnt, hat von vornherein die Schlacht zur Hälfte verloren und vergräbt die eigenen Talente. […] Der christliche Sieg ist immer ein Kreuz, doch ein Kreuz, das zugleich ein Siegesbanner ist, das man mit einer kämpferischen Sanftmut gegen die Angriffe des Bösen trägt.«[123]\n\nDie geistliche Korruption\n\n164. Der Weg der Heiligkeit ist eine Quelle des Friedens und der Freude, die uns der Heilige Geist schenkt. Zugleich verlangt er jedoch, dass unsere »Lampen brennen« (Lk 12,35) und dass wir wachsam bleiben: »Meidet das Böse in jeder Gestalt!« (1 Thess 5,22). »Seid also wachsam!« (Mt 24,42; Mk 13,35). »Darum wollen wir nicht schlafen« (1 Thess 5,6). Denn wer meint, keine schweren Fehler gegen das Gesetz Gottes zu begehen, kann in einer Art Verblödung oder Schläfrigkeit nachlässig werden. Da er nichts Schlimmes findet, das er sich vorwerfen müsste, bemerkt er die Lauheit nicht, die sich allmählich in seinem geistlichen Leben breitmacht, und am Ende ist er aufgerieben und verdorben.\n\n165. Die geistliche Korruption ist schlimmer als der Fall eines Sünders, weil es sich um eine bequeme und selbstgefällige Blindheit handelt, wo schließlich alles zulässig erscheint: Unwahrheit, üble Nachrede, Egoismus und viele subtile Formen von Selbstbezogenheit – denn schon »der Satan tarnt sich als Engel des Lichts« (2 Kor 11,14). So passierte es seinerzeit Salomon, während der große Sünder David sein Elend zu überwinden wusste. In einer Erzählung warnte uns Jesus sehr vor dieser trügerischen Versuchung, die uns in die Korruption hineingleiten lässt: Er spricht von einem Menschen, der von einem Dämon befreit wurde. Als dieser meint, dass sein Leben schon rein wäre, wird er am Ende von sieben anderen bösen Geistern heimgesucht (vgl. Lk 11,24-26). Ein weiterer biblischer Text verwendet ein drastisches Bild: »Der Hund kehrt zurück zu dem, was er erbrochen hat« (2 Petr 2,22; vgl. Spr 26,11).\n\nDie Unterscheidung\n\n166. Wie wissen wir, ob etwas vom Heiligen Geist kommt oder ob es im Geist der Welt oder im Geist des Teufels seinen Ursprung hat? Die einzige Methode ist die Unterscheidung, die nicht nur ein gutes Denkvermögen und einen gesunden Menschenverstand voraussetzt. Sie ist auch eine Gabe, um die man beten muss. Wenn wir sie vertrauensvoll vom Heiligen Geist erbitten und uns zugleich darum bemühen, sie durch Gebet, Betrachtung, Lektüre und guten Rat zu entfalten, können wir sicherlich in dieser geistlichen Fähigkeit wachsen.\n\nEine dringende Notwendigkeit\n\n167. Heutzutage ist die Haltung der Unterscheidung besonders notwendig. Das gegenwärtige Leben bietet enorme Möglichkeiten der Betätigung und der Ablenkung. Die Welt präsentiert sie, als wären sie alle wertvoll und gut. Alle, besonders die jungen Menschen, sind einem ständigen Zapping ausgesetzt. Man kann auf zwei oder drei Bildschirmen gleichzeitig navigieren und zugleich auf verschiedenen virtuellen Ebenen interagieren. Ohne die Weisheit der Unterscheidung können wir leicht zu Marionetten werden, die den augenblicklichen Trends ausgeliefert sind.\n\n168. Das erweist sich als besonders wichtig, wenn eine neue Situation in unserem Leben auftaucht und wir dann unterscheiden müssen, ob es neuer Wein ist, der von Gott kommt, oder aber eine trügerische Neuigkeit des Geistes der Welt oder des Geistes des Teufels. Bei anderen Gelegenheiten geschieht das Gegenteil, wenn die Kräfte des Bösen uns verleiten, uns nicht zu ändern, die Dinge so zu lassen, wie sie sind, sich für die Unbeweglichkeit und eine starre Haltung zu entscheiden. So behindern wir das Wehen des Heiligen Geistes. Wir sind frei, mit der Freiheit Jesu Christi; doch er ruft uns, das zu prüfen, was in uns ist – Wünsche, Ängste, Furcht, Sehnsüchte – und das, was außerhalb von uns geschieht – die „Zeichen der Zeit“ –, damit wir die Wege der Freiheit in Fülle erkennen: »Prüft alles und behaltet das Gute!« (1 Thess 5,21).\n\nImmer im Licht des Herrn\n\n169. Der Unterscheidung bedarf es nicht nur bei außergewöhnlichen Ereignissen, wenn es schwierige Probleme zu lösen gilt oder wenn eine wichtige Entscheidung getroffen werden soll. Sie ist ein Mittel im Kampf, um dem Herrn besser zu folgen. Wir brauchen sie immer, um fähig zu sein, die Zeiten Gottes und seiner Gnade zu erkennen, um die Inspirationen des Herrn nicht zu verpassen, um seine Einladung zum Wachstum nicht vorbeigehen zu lassen. Oftmals entscheidet sich dies im Kleinen, in dem, was irrelevant erscheint, weil sich die Hochherzigkeit im Einfachen und Alltäglichen zeigt.[124] Es handelt sich darum, dem Großen, dem Besten und Schönsten keine Grenzen zu setzen, aber sich gleichzeitig auf das Kleine zu konzentrieren, auf die tägliche Hingabe. Deshalb bitte ich alle Christen, es nicht zu unterlassen, jeden Tag im Gespräch mit dem uns liebenden Herrn eine ehrliche Gewissenserforschung zu machen. Zugleich führt uns die Unterscheidung dazu, die konkreten Mittel zu erkennen, die der Herr in seinem geheimnisvollen Plan der Liebe vorbereitet hat, damit wir nicht nur bei guten Vorsätzen stehen bleiben.\n\nEine übernatürliche Gabe\n\n170. In der Tat schließt die geistliche Unterscheidung die Hilfe der menschlichen, existentiellen, psychologischen, soziologischen oder moralischen Weisheit nicht aus. Sie transzendiert sie jedoch. Nicht einmal die weisen Normen der Kirche reichen ihr aus. Erinnern wir uns immer daran, dass die Unterscheidung eine Gnade ist. Sie schließt Vernunft und Besonnenheit mit ein, übersteigt sie aber; denn sie trachtet danach, das Geheimnis des einzigartigen und unwiederholbaren Plans zu erfassen, den Gott für jeden einzelnen Menschen hegt und der sich inmitten der unterschiedlichsten Lebensumstände und Begrenzungen verwirklicht. Es geht nicht nur um ein zeitlich begrenztes Wohlbefinden, noch um die Befriedigung, etwas Nützliches zu tun, und nicht einmal um das Verlangen, ein ruhiges Gewissen zu haben. Es geht um den Sinngehalt meines Lebens vor dem Vater, der mich kennt und liebt; es geht um den wahren Sinn meiner Existenz, die niemand besser kennt als er. Die Unterscheidung führt letzten Endes zur Quelle des Lebens selbst, das nicht stirbt, zur Erkenntnis des Vaters, des einzigen wahren Gottes, und dessen, den er gesandt hat, Jesus Christus (vgl. Joh 17,3). Das erfordert weder besondere Fähigkeiten, noch bleibt es nur den Klugen und Gebildeten vorbehalten. Der Vater offenbart sich gerne den Demütigen (vgl. Mt 11,25).\n\n171. Wenn auch der Herr auf verschiedene Weise zu uns spricht, inmitten unserer Arbeit, durch die anderen und in jedem Augenblick, so kann man doch nicht auf die Stille des Gebets verzichten, um seine Sprache besser wahrzunehmen, um die wirkliche Bedeutung von Eingebungen zu interpretieren, die wir zu empfangen glauben, um die Angst zu verlieren und um die Gesamtheit unserer eigenen Existenz im Licht Gottes wieder zusammenzufügen. So können wir diese neue Synthese entstehen lassen, die aus einem vom Heiligen Geist erleuchteten Leben entspringt.\n\nRede, Herr\n\n172. Dennoch kann es sein, dass wir uns selbst beim Gebet nicht der Freiheit des Geistes, der wirkt, wo er will, stellen wollen. Wir müssen uns bewusst sein, dass die Unterscheidung im Gebet von einer Bereitschaft zum Hören ausgehen muss: auf den Herrn, auf die anderen, auf die Wirklichkeit selbst, die uns immer auf neue Weisen fordert. Nur wer bereit ist zu hören, besitzt die Freiheit, seine eigene partielle und unzulängliche Betrachtungsweise, seine Gewohnheiten und seine Denkschemata aufzugeben. So ist man wirklich bereit, den Ruf zu hören, der die eigenen Sicherheiten aufbricht und zu einem besseren Leben führt, weil es nicht genügt, dass alles soweit gut geht und ruhig ist. Vielleicht will Gott uns Größeres schenken, und wir in unserer bequemen Zerstreutheit merken es nicht.\n\n173. Diese Haltung des Hörens schließt im Übrigen den Gehorsam gegenüber dem Evangelium als letztes Kriterium ein, aber auch gegenüber dem Lehramt, das es bewahrt und versucht, im Schatz der Kirche das zu finden, was am fruchtbarsten für das Heute des Heils ist. Es geht nicht darum, Rezepte anzuwenden oder die Vergangenheit zu wiederholen; denn die gleichen Lösungen gelten nicht unter allen Umständen, und was in einem Zusammenhang nützlich war, kann es in einem anderen nicht sein. Die Unterscheidung der Geister befreit uns von einer Starrheit, die keinen Bestand hat vor dem ewigen Heute des Auferstandenen. Einzig und allein der Heilige Geist weiß, in die dunkelsten Winkel der Wirklichkeit vorzudringen und alle ihre Schattierungen im Auge zu haben, damit die Neuheit des Evangeliums in einem anderen Licht aufleuchtet.\n\nDie Logik des Geschenks und des Kreuzes\n\n174. Eine wesentliche Bedingung für das Fortschreiten in der Unterscheidung besteht in der Einübung in die Geduld Gottes und in seine Zeitmaßstäbe, die niemals unseren entsprechen. Er lässt nicht Feuer über die Ungläubigen vom Himmel fallen (vgl. Lk 9,54); er gestattet es den Eifernden nicht, das Unkraut auszureißen, das gemeinsam mit dem Weizen wächst (vgl. Mt 13,29). Zudem bedarf es der Großherzigkeit, denn »geben ist seliger als nehmen« (Apg 20,35). Wir führen die Unterscheidung nicht durch, um herauszufinden, was wir sonst noch aus diesem Leben herausholen können, sondern um zu erkennen, wie wir diese Sendung, die uns in der Taufe anvertraut wurde, besser erfüllen können. Das bedeutet, zum Verzicht bereit zu sein und sogar alles hinzugeben. Denn das Glück ist paradox, und es schenkt uns die tiefsten Erfahrungen, wenn wir diese geheimnisvolle Logik, die nicht von dieser Welt ist, akzeptieren. So sagte der heilige Bonaventura in Bezug auf das Kreuz: »Das ist unsere Logik.«[125] Wenn jemand diese Dynamik annimmt, dann lässt er sein Gewissen nicht betäuben und öffnet sich großherzig der Unterscheidung.\n\n175. Wenn wir vor Gott die Wege des Lebens prüfen, gibt es keine Räume, die ausgeschlossen bleiben. In allen Bereichen unserer Existenz können wir weiter wachsen und sie etwas mehr Gott übergeben, auch dort, wo wir die größten Schwierigkeiten erfahren. Doch müssen wir den Heiligen Geist darum bitten, dass er uns befreie und jene Angst vertreibe, die uns dazu bringt zu verhindern, dass er in einige Bereiche unseres Lebens eintritt. Wer alles von ihm erbittet, dem gibt er auch alles. Er will nicht bei uns eintreten, um zu verstümmeln oder zu schwächen, sondern um die Fülle zu schenken. Dies lässt uns sehen, dass die Unterscheidung keine stolze Selbstanalyse oder egoistische Nabelschau ist, sondern ein wahrer Ausgang von uns selbst auf das Geheimnis Gottes zu, der uns hilft, die Sendung zu leben, zu der wir zum Wohl der Mitmenschen berufen sind.\n\n* * *\n\n176. Mein Wunsch ist es, dass Maria diese Überlegungen kröne, weil sie wie keine andere die Seligpreisungen Jesu gelebt hat. Sie erbebte vor Freude in der Gegenwart des Herrn, sie bewahrte alles in ihrem Herzen und ließ es von einem Schwert durchdringen. Sie ist die Heilige unter den Heiligen, die Hochgebenedeite, die uns den Weg der Heiligkeit lehrt und uns begleitet. Sie nimmt es nicht hin, dass wir fallen und liegen bleiben, und zuweilen nimmt sie uns in ihre Arme, ohne uns zu verurteilen. Das Gespräch mit ihr tröstet uns, macht uns frei und heiligt uns. Die Mutter braucht nicht viele Worte, sie hat es nicht nötig, dass wir uns anstrengen, um ihr zu erklären, was uns passiert. Es genügt, ein ums andere Mal zu flüstern: »Gegrüßet seist du, Maria …«\n\n177. Ich hoffe, dass diese Seiten nützlich sind, damit sich die ganze Kirche um die Förderung des Wunsches nach Heiligkeit bemüht. Bitten wir darum, dass der Heilige Geist uns eine große Sehnsucht eingebe, heilig zu sein zur größeren Ehre Gottes. Ermutigen wir uns gegenseitig in diesem Anliegen. So werden wir ein Glück teilen, das uns die Welt nicht nehmen kann.\n\nGegeben zu Rom, bei St. Peter, am 19. März, dem Hochfest des heiligen Josef, im Jahr 2018, dem sechsten meines Pontifikats.\n\nFranziskus\n\n[1] Benedikt XVI., Predigt bei der heiligen Messe zur Amtseinführung (24. April 2005): AAS 97 (2005), 708.\n\n[2] Vorausgesetzt ist in jedem Fall, dass die betreffende Person im Ruf der Heiligkeit steht und die christlichen Tugenden zumindest im ordentlichen Grad gelebt hat – vgl. Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Maiorem hac dilectionem (11. Juli 2017), Art. 2c: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 47 (2017), Nr. 34 (25. August 2017), S. 7.\n\n[3] Zweites Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. Lumen gentium über die Kirche, 9.\n\n[4] Vgl. Joseph Malègue, Pierres noires. Les classes moyennes du Salut, Paris 1958.\n\n[5] Zweites Vatikanisches Konzil, Dogm. Konst. Lumen gentium über die Kirche, 12.\n\n[6]Verborgenes Leben und Epiphanie (1940), in: Gesamtausgabe Band 20, Freiburg i. Br. 2015, S. 124-125.\n\n[7] Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 56: AAS 93 (2001), 307.\n\n[8] Apostolisches Schreiben Tertio millennio adveniente (10. November 1994), 37: AAS 87 (1995), 29.\n\n[9] Predigt zur Gedächtnisfeier für die Zeugen des Glaubens im 20. Jahrhundert (7. Mai 2000), 5: AAS 92 (2000), 680-681.\n\n[10] Dogm. Konst. Lumen gentium über die Kirche, 11.\n\n[11] Hans Urs von Balthasar, Theologie und Heiligkeit, in: Communio 6 (1987), 486.\n\n[12] Das Lied der Liebe, Vorrede, 2, Einsiedeln 41992, S. 10.\n\n[13] Ebd., XIV-XV, 2, Einsiedeln 41992, S. 90.\n\n[14] Vgl. Katechese bei der Generalaudienz am 19. November 2014: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 44 (2014), Nr. 48 (28. November 2014), S. 2.\n\n[15] Franz von Sales, Abhandlung über die Gottesliebe. Theotimus, VIII, 11, Eichstätt-Wien 1960, S. 106.\n\n[16] Hoffnungswege. Botschaft der Freude aus dem Gefängnis, Vallendar 2008, S. 23 u. 285.\n\n[17] Neuseeländische Bischofskonferenz, Healing love (1. Januar 1988).\n\n[18] Vgl. Geistliche Übungen, 101-312, Würzburg 32015, S. 63-126.\n\n[19] Katechismus der Katholischen Kirche, 515.\n\n[20] Ebd., 516.\n\n[21] Ebd., 517.\n\n[22] Ebd., 518.\n\n[23] Ebd., 521.\n\n[24] Benedikt XVI., Katechese bei der Generalaudienz am 13. April 2011: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 41 (2011), Nr.16/17 (22. April 2011), S. 2.\n\n[25] Vgl. ebd.\n\n[26] Vgl. Hans Urs von Balthasar, Theologie und Heiligkeit, in: Communio 6 (1987), 483-490.\n\n[27]Xavier Zubiri, Naturaleza, historia, Dios, Madrid 31999, S. 427.\n\n[28] Carlo M. Martini, Im Zweifel nicht untergehen, Freiburg i. Br. 1994, S. 66.\n\n[29] Diese oberflächliche Ablenkung ist von einer gesunden Freizeitkultur zu unterscheiden, welche uns in einem bereitwilligen und kontemplativen Geist offen macht für den anderen und für die Wirklichkeit.\n\n[30] Johannes Paul II., Predigt bei der Messe zur Heiligsprechung (1. Oktober 2000), 5: AAS 92 (2000), 852.\n\n[31] Regionale Bischofskonferenz von Westafrika, Pastoralbotschaft zum Abschluss der 2. Vollversammlung (29. Februar 2016), 2.\n\n[32]La femme pauvre, II, 27, Paris, 1897.\n\n[33] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Placuit Deo über einige Aspekte des christlichen Heils (22. Februar 2018), Nr. 4 (L’Osservatore Romano [dt.], Jg. 48 [2018], Nr. 10 [9. März 2018], S. 7): »Der Individualismus des Neu-Pelagianismus sowie die Leibverachtung des Neu-Gnostizismus entstellen das Bekenntnis des Glaubens an Christus, den einzigen und universalen Retter.« In diesem Dokument finden sich die lehramtlichen Grundlagen für das Verständnis des christlichen Heils angesichts des heutigen Abdriftens zu neognostischen und neopelagianischen Vorstellungen.\n\n[34] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 94: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[35] Ebd.: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[36] Predigt bei der Frühmesse in Santa Marta am 11. November 2016: L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 46 (2016), Nr. 48 (2. Dezember 2016), S. 12.\n\n[37] Der heilige Bonaventura lehrt: »So muss alle Geistestätigkeit aufhören, damit die Spitze der Liebe in Gott hinein getaucht und verwandelt wird. […] Weil hierin die Natur gar nichts und die eigene Anstrengung nur wenig zu vollbringen vermag, deshalb sollte man wenig Wert legen auf Forschung und viel auf Ergriffenheit; wenig auf das Reden, aber sehr viel auf die innere Freude; wenig auf Wort und Schrift, aber alles auf die Gabe Gottes, also den Heiligen Geist; wenig oder nichts sollte man auf das Geschöpf geben, alles aber auf das schöpferische Sein völlig, auf den Vater und den Sohn und den Heiligen Geist« (Itinerarium mentis in Deum, VII, 4-5).\n\n[38] Brief an den Großkanzler der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien zum hundertjährigen Jubiläum der Theologischen Fakultät (3. März 2015): L’Osservatore Romano (it.), 9./10. März 2015, S. 6.\n\n[39] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 40: AAS 105 (2013), 1037.\n\n[40] Videobotschaft anlässlich des internationalen theologischen Kongresses der Päpstlichen Universität von Argentinien (1.-3. September 2015): AAS 107 (2015), 980.\n\n[41] Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 38: AAS 88 (1996), 412.\n\n[42] Brief an den Großkanzler der Päpstlichen Katholischen Universität von Argentinien zum hundertjährigen Jubiläum der Theologischen Fakultät (3. März 2015): L’Osservatore Romano (it.), 9./10. März 2015, S. 6.\n\n[43] Brief an Bruder Antonius, 2, in: Franziskus-Quellen, Kevelaer 2009, S. 108.\n\n[44] De septem donis, 9, 15.\n\n[45] Ders., Comm. in IV Sent. 37, 1, 3, ad 6.\n\n[46] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 94: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[47] Vgl. Bonaventura, De sex alis Seraphim 3, 8: »Non omnes omnia possunt.« Dies muss im Sinne des Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1735 verstanden werden.\n\n[48] Vgl. Thomas von Aquin, Summa Theologiae I-II, q. 109, a. 9, ad 1: »Nun aber ist die Gnade in gewissem Sinne unvollkommen, insofern sie den Menschen nicht völlig heilt.«\n\n[49] Vgl. De natura et gratia, XLIII, 50: PL 44,2 71.\n\n[50] Ders., Confessiones, X, 29, 40: PL 32, 769.\n\n[51] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 44: AAS 105 (2013), 1038.\n\n[52] Im Verständnis des christlichen Glaubens kommt die Gnade all unserem Tun zuvor, begleitet es und folgt ihm (vgl. Konzil von Trient, Sess. VI., Decr. de iustificatione, cap. 5: DH 1525).\n\n[53] In Romanos IX, 11: PG 60, 470.\n\n[54] Hom. de humil.: PG 31, 530.\n\n[55] Canon 4, DH 374.\n\n[56] Sess. VI., Decr. de iustificatione, cap. 8: DH 1532.\n\n[57] Nr. 1998.\n\n[58] Ebd., 2007.\n\n[59]Thomas von Aquin, Summa Theologiae I-II, q. 114, a. 5.\n\n[60] Thérèse von Lisieux, Weiheakt an die barmherzige Liebe, in: Selbstbiographische Schriften, Einsiedeln 131996, S. 281.\n\n[61]Lucio Gera, Sobre el misterio del pobre, in: P. Grelot - L. Gera - A. Dumas, El Pobre, Buenos Aires 1962, S. 103.\n\n[62] Dies ist letztlich die katholische Lehre über das auf die Rechtfertigung folgende „Verdienst“. Es geht dabei um die Mitwirkung des Gerechtfertigten am Wachstum im Leben der Gnade (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 2010). Aber diese Mitwirkung macht die Rechtfertigung selbst und die Freundschaft mit Gott keineswegs zu einem Gegenstand menschlichen Verdienstes.\n\n[63] Vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 95: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[64]\n\nSumma Theologiae I-II, q. 107, a. 4.\n\n[65] Predigt bei der Eucharistiefeier zum Jubiläum der von der Gesellschaft Ausgeschlossenen (13. November 2016): L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 46 (2016), Nr. 46 (18. November 2016), S. 12.\n\n[66] Vgl.\n\nPredigt bei der Frühmesse in Santa Marta (9. Juni 2014):\n\nL’Osservatore Romano (dt.), Jg. 44 (2014), Nr. 25 (20. Juni 2014), S. 11.\n\n[67] Die Reihenfolge der zweiten und dritten Seligpreisung variiert in der Textüberlieferung.\n\n[68] Ignatius von Loyola, Geistliche Übungen, 23, 5-6, Würzburg 32015, S. 39.\n\n[69] Selbstbiographische Schriften, Handschrift C, 12r, Einsiedeln 131996, S. 232.\n\n[70] Seit der Zeit der Kirchenväter schätzt die Kirche die Gabe der Tränen, wie es auch in der schönen Oration Ad petendam compunctionem cordis zu finden ist: »Allmächtiger und mildreicher Gott, du ließest dem dürstenden Volke eine Quelle lebendigen Wassers aus dem Felsen strömen; so entlocke auch unserem harten Herzen Tränen der Zerknirschung, damit wir unsere Sünden beweinen können und durch dein Erbarmen deren Verzeihung erlangen« (Missale Romanum, Editio typica 1962, S. [110]; Schott-Messbuch 1962, S. [167]).\n\n[71] Katechismus der Katholischen Kirche, 1789; vgl. 1970.\n\n[72] Ebd., 1787.\n\n[73] Die üble Nachrede und die Verleumdung sind wie ein Terrorakt: Es wird eine Bombe geworfen, es gibt Zerstörung und der Attentäter geht glücklich und ruhig davon. Dies unterscheidet sich sehr von der Redlichkeit dessen, der sich mit gelassener Aufrichtigkeit annähert, um ein Gespräch von Angesicht zu Angesicht zu führen und dabei an das Wohl des anderen denkt.\n\n[74] Gelegentlich mag es notwendig sein, über die Schwierigkeiten eines Bruders oder einer Schwester zu sprechen. In diesem Fall kann es vorkommen, dass man eine Geschichte anstelle der objektiven Gegebenheit weitergibt. Die Gefühle verzerren die konkrete Wirklichkeit der Gegebenheit, sie ändern sie in eine Geschichte um und geben am Ende diese subjektiv gefärbte Geschichte weiter. So wird die Wirklichkeit zerstört und die Wahrheit des anderen nicht respektiert.\n\n[75] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 218: AAS 105 (2013), 1110.\n\n[76] Ebd., 239: AAS 105 (2013), 1116.\n\n[77] Ebd., 227: AAS 105 (2013), 1112.\n\n[78] Johannes Paul II., Enzyklika Centesimus annus (1. Mai 1991), 41c: AAS 83 (1991), 844-845.\n\n[79] Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 49: AAS 93 (2001), 302.\n\n[80] Ebd.\n\n[81] Verkündigungsbulle des außerordentlichen Jubiläums der Barmherzigkeit Misericordiae vultus (11. April 2015), 12: AAS 107 (2015), 407.\n\n[82] Denken wir an die Reaktion des barmherzigen Samariters angesichts des von Räubern am Straßenrand halbtot liegen gelassenen Mannes (vgl. Lk 10,30-37).\n\n[83]Kommission für soziale Angelegenheiten der Kanadischen Bischofskonferenz, Open Letter to the Members of Parliament, The Common Good or Exclusion: A Choice for Canadians (1. Februar 2001), 9.\n\n[84] Die fünfte Generalversammlung des Episkopats von Lateinamerika und der Karibik lehrte gemäß dem beständigen Lehramt der Kirche, dass der Mensch »vom Moment der Empfängnis an durch alle Etappen seines Daseins hindurch bis zum natürlichen Tod und über den Tod hinaus stets geheiligt« ist und das Leben »von der Empfängnis an in all seinen Entwicklungsstufen bis hin zum natürlichen Tod« geschützt werden muss (Dokument von Aparecida [29. Juni 2007], 388; 464).\n\n[85] Regel, 53,1: PL 66,749.\n\n[86] Vgl. ebd., 53,7: PL 66,750.\n\n[87] Ebd., 53,15: PL 66,751.\n\n[88] Bulle Misericordiae vultus (11. April 2015), 9: AAS 107 (2015), 405.\n\n[89] Ebd., 10: AAS 107 (2015), 406.\n\n[90] Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia (19. März 2016), 311: AAS 108 (2016), 439.\n\n[91] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 197: AAS 105 (2013), 1103.\n\n[92] Vgl. Summa Theologiae, II-II, q. 30, a. 4.\n\n[93]Ebd., ad 1.\n\n[94]Cristo en los Pobres, Madrid 1981, S. 37-38.\n\n[95] Es gibt viele Formen von Bullying, die – obwohl sie elegant und respektvoll und sogar sehr spirituell scheinen mögen – an der Selbstachtung der anderen viel Leid anrichten.\n\n[96] Klugheitsregeln, 13, in: Worte von Licht und Liebe. Briefe und kleinere Schriften, Freiburg 32003, S. 161.\n\n[97] Ebd.\n\n[98] Tagebuch der Schwester Maria Faustyna Kowalska, Nr. 300 (Heft I), Hauteville 1990, S. 119.\n\n[99] Thomas von Aquin, Summa Theologiae, I-II, q. 70, a. 3.\n\n[100] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 6: AAS 105 (2013), 1021.\n\n[101] Ich empfehle, das dem heiligen Thomas Morus zugeschriebene Gebet zu beten: »Schenke mir eine gute Verdauung, Herr, und auch etwas zum Verdauen. Schenke mir Gesundheit des Leibes, mit dem nötigen Sinn dafür, ihn möglichst gut zu erhalten. Schenke mir eine heilige Seele, Herr, die das im Auge behält, was gut ist und rein, damit sie im Anblick der Sünde nicht erschrecke, sondern das Mittel finde, die Dinge wieder in Ordnung zu bringen. Schenke mir eine Seele, der die Langeweile fremd ist, die kein Murren kennt und kein Seufzen und Klagen, und lass nicht zu, dass ich mir übermäßig Sorgen mache über dieses sich breit machende Etwas, das sich „Ich“ nennt. Herr, schenke mir Sinn für Humor, gib mir die Gnade, einen Scherz zu verstehen, damit ich ein wenig Glück kenne im Leben und anderen davon mitteile.«\n\n[102] Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia (19. März 2016), 110: AAS 108 (2016), 354.\n\n[103] Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi (8. Dezember 1975), 80: AAS 68 (1976), 73. Es ist interessant festzustellen, dass der selige Paul VI. in diesem Text die Freude auf das engste mit der parrhesía verbindet. Ebenso wie er den »Mangel an Freude und Hoffnung« beklagt, so lobt er die »innige und tröstliche Freude der Verkündigung des Evangeliums«, die verbunden ist mit einem »inneren Antrieb, den niemand und nichts ersticken kann«, damit die Welt das Evangelium »nicht aus dem Munde trauriger und mutlos gemachter Verkünder« empfange. Im Heiligen Jahr 1975 widmete der selige Paul VI. der Freude das Apostolische Schreiben Gaudete in Domino (9. Mai 1975): AAS 67 (1975), 289-322.\n\n[104] Klugheitsregeln, 15, in: Worte von Licht und Liebe. Briefe und kleinere Schriften, Freiburg 32003, S. 161.\n\n[105] Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Vita consecrata (25. März 1996), 42: AAS 88 (1996), 416.\n\n[106] Confessiones, IX, 10, 23-25: PL 32, 773-775.\n\n[107] Besonders erinnere ich an die drei Schlüsselworte „Darf ich?“, „Danke!“ und „Entschuldige!“, denn es »schützen und nähren die passenden Worte, im richtigen Moment gesagt, die Liebe Tag für Tag«: Nachsynodales Apostolisches Schreiben Amoris laetitia (19. März 2016),133: AAS 108 (2016), 363.\n\n[108] Thérèse von Lisieux, Selbstbiographische Schriften, Handschrift C, 29v - 30r, Einsiedeln 131996, S. 262.\n\n[109] Vier Anweisungen für einen Ordensmann. Stufen der Vollkommenheit, 2, in: Worte von Licht und Liebe. Briefe und kleinere Schriften, Freiburg 32003, S. 170.\n\n[110] Ders., Vier Anweisungen für einen Ordensmann. Stufen der Vollkommenheit, 9, in: Worte von Licht und Liebe. Briefe und kleinere Schriften, Freiburg 32003, S. 171.\n\n[111] Das Buch meines Lebens, 8, 5, Freiburg 32001, S. 156f.\n\n[112] Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Orientale lumen (2. Mai 1995), 16: AAS 87 (1995), 762.\n\n[113] Ansprache bei der Begegnung mit den Vertretern des 5. Nationalen Kongresses der Kirche in Italien, Florenz (10. November 2015): AAS 107 (2015), 1284.\n\n[114] Vgl. Bernhard von Clairvaux, Sermones in Canticum Canticorum 61, 3-5: PL 183, 1071-1073.\n\n[115] Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers, Freiburg 112004, S. 36f u. 115.\n\n[116] Vgl. Geistliche Übungen, 230-237, Würzburg 32015, S. 100-103.\n\n[117] Brief an Henry de Castries, 14. August 1901.\n\n[118] 5. Generalversammlung des Episkopats von Lateinamerika und der Karibik, Dokument von Aparecida (29. Juni 2007), 259.\n\n[119] Konferenz der katholischen Bischöfe Indiens, Schlusserklärung der 21. Vollversammlung (18. Februar 2009), 3.2.\n\n[120] Vgl. Predigt bei der Frühmesse in Santa Marta (11. Oktober 2013): L’Osservatore Romano (dt.), Jg. 43 (2013), Nr. 43 (25. Oktober 2013), S. 10.\n\n[121] Vgl. Paul VI., Katechese bei der Generalaudienz am 15. November 1972 (L’Osservatore Romano [dt.], Jg. 2 [1972], Nr. 47 [24. November 1972], S. 1): »Eines der größten Bedürfnisse der Kirche ist die Abwehr jenes Bösen, den wir den Teufel nennen. […] Das Böse ist nicht mehr nur ein Mangel, sondern es ist eine wirkende Macht, ein lebendiges, geistliches Wesen, verderbt und verderbend, eine schreckliche Realität, geheimnisvoll und beängstigend. Wer die Existenz dieser Realität bestreitet, stellt sich außerhalb der biblischen und kirchlichen Lehre; desgleichen, wer daraus ein eigenständiges Prinzip macht, das nicht, wie alles Geschaffene, seinen Ursprung aus Gott nimmt; oder auch, wer es zu einer Pseudowirklichkeit erklärt, es für eine erfundene, phantastische Personifikation der unbekannten Ursachen unseres Unheils hält.«\n\n[122]José Gabriel del Rosario Brochero, Plática de las banderas, in: Argentinische Bischofskonferenz, El Cura Brochero. Cartas y sermones, Buenos Aires 1999, S. 71.\n\n[123] Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium (24. November 2013), 85: AAS 105 (2013), 1056.\n\n[124] Auf dem Grabmal des heiligen Ignatius von Loyola findet man die geistreiche Inschrift: »Non coerceri a maximo, contineri tamen a minimo divinum est.« (Nicht vom Größten gedrängt zu werden, sondern vom Kleinsten eingenommen zu werden, das ist göttlich.)\n\n[125] Collationes in Hexameron, 1, 30.\n\nCopyright © Dikasterium für Kommunikation\n\nDer Heilige Stuhl\n\nDer Heilige Stuhl","witnesses":[{"sourceUrl":"https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20180319_gaudete-et-exsultate.html","sha256":"b43548583fb4bbe3086b8fe383b098bcf57fe2905bc6d76b969f4f1d4bdff340","localUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/de.html","textUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/de.txt"}]},"en":{"code":"en","label":"English","contentFormat":"plain-text","text":"\"Gaudete et exsultate\": Apostolic Exhortation on the call to holiness in today's world (19 March 2018)\n\nThe Holy See\n\nEnglish\n\nFrançais\n\nEnglish\n\nItaliano\n\nPortuguês\n\nEspañol\n\nDeutsch\n\nPolski\n\nالعربيّة\n\n中文\n\nLatine\n\n×\n\nThe Holy See\n\nMagisterium\n\nCalendar\n\nLiturgical Celebrations\n\nTickets for Papal Audiences and Celebrations\n\nSupreme Pontiffs\n\nCollege of Cardinals\n\nRoman Curia and Other Organizations\n\nSynod\n\nPress Office\n\nVatican News - Radio Vaticana\n\nL'Osservatore Romano\n\nFrancis\n\nApostolic Exhortations\n\nA\n\nA\n\nA\n\nPDF generation in progress.....\n\nAR\n\n- BE\n\n- DE\n\n- EN\n\n- ES\n\n- FR\n\n- IT\n\n- LA\n\n- LV\n\n- PL\n\n- PT\n\n- SL\n\n- VI\n\n- ZH_CN\n\n- ZH_TW\n\nAPOSTOLIC EXHORTATION\n\nGAUDETE ET EXSULTATE\n\nOF THE HOLY FATHER\n\nFRANCIS\n\nON THE CALL TO HOLINESS\n\nIN TODAY’S WORLD\n\nINDEX\n\n« Rejoice and be glad » [1-2]\n\nChapter One\n\nTHE CALL TO HOLINESS\n\nThe saints who encourage and accompany us [3-5]\n\nThe saints “next door” [6-9]\n\nThe Lord calls [10-13]\n\nFor you too [14-18]\n\nYour mission in Christ [19-24]\n\nActivity that sanctifies [25-31]\n\nMore alive, more human [32-34]\n\nChapter Two\n\nTWO SUBTLE ENEMIES OF HOLINESS\n\nContemporary gnosticism [36]\n\nAn intellect without God and without flesh [37-39]\n\nA doctrine without mystery [40-42]\n\nThe limits of reason [43-46]\n\nContemporary Pelagianism [47-48]\n\nA will lacking humility [49-51]\n\nAn often overlooked Church teaching [52-56]\n\nNew pelagians [57-59]\n\nThe summation of the Law [60-62]\n\nChapter Three\n\nIN THE LIGHT OF THE MASTER\n\nGoing against the flow [65-66]\n\n“Blessed are the poor in spirit, for theirs is the kingdom of heaven” [67-70]\n\n“Blessed are the meek, for they will inherit the earth” [71-74]\n\n“Blessed are those who mourn, for they will be comforted” [75-76]\n\n“Blessed are those who hunger and thirst for righteousness, for they will be filled” [77-79]\n\n“Blessed are the merciful, for they will receive mercy” [80-82]\n\n“Blessed are the pure in heart, for they will see God” [83-86]\n\n“Blessed are the peacemakers, for they will be called children of God” [87-89]\n\n“Blessed are those who are persecuted for righteousness’ sake, for theirs is the kingdom of heaven” [90-94]\n\nThe great criterion [95]\n\nIn fidelity to the Master [96-99]\n\nIdeologies striking at the heart of the Gospel [100-103]\n\nThe worship most acceptable to God [104-109]\n\nChapter Four\n\nSIGNS OF HOLINESS IN TODAY ’S WORLD\n\nPerseverance, patience and meekness [112-121]\n\nJoy and a sense of humour [122-128]\n\nBoldness and passion [129-139]\n\nIn community [140-146]\n\nIn constant prayer [147-157]\n\nChapter Five\n\nSPIRITUAL COMBAT, VIGILANCE AND DISCERNMENT\n\nCombat and vigilance [159]\n\nMore than a myth [160-161]\n\nAlert and trustful [162-163]\n\nSpiritual corruption [164-165]\n\nDiscernment [166]\n\nAn urgent need [167-168]\n\nAlways in the light of the Lord [169]\n\nA supernatural gift [170-171]\n\nSpeak, Lord [172-173]\n\nThe logic of the gift and of the cross [174-177]\n\n1. “REJOICE AND BE GLAD” (Mt 5:12), Jesus tells those persecuted or humiliated for his sake. The Lord asks everything of us, and in return he offers us true life, the happiness for which we were created. He wants us to be saints and not to settle for a bland and mediocre existence. The call to holiness is present in various ways from the very first pages of the Bible. We see it expressed in the Lord’s words to Abraham: “Walk before me, and be blameless” (Gen 17:1).\n\n2. What follows is not meant to be a treatise on holiness, containing definitions and distinctions helpful for understanding this important subject, or a discussion of the various means of sanctification. My modest goal is to repropose the call to holiness in a practical way for our own time, with all its risks, challenges and opportunities. For the Lord has chosen each one of us “to be holy and blameless before him in love” (Eph 1:4).\n\nCHAPTER ONE\n\nTHE CALL TO HOLINESS\n\nTHE SAINTS WHO ENCOURAGE AND ACCOMPANY US\n\n3. The Letter to the Hebrews presents a number of testimonies that encourage us to “run with perseverance the race that is set before us” (12:1). It speaks of Abraham, Sarah, Moses, Gideon and others (cf. 11:1-12:3). Above all, it invites us to realize that “a great cloud of witnesses” (12:1) impels us to advance constantly towards the goal. These witnesses may include our own mothers, grandmothers or other loved ones (cf. 2 Tim 1:5). Their lives may not always have been perfect, yet even amid their faults and failings they kept moving forward and proved pleasing to the Lord.\n\n4. The saints now in God’s presence preserve their bonds of love and communion with us. The Book of Revelation attests to this when it speaks of the intercession of the martyrs: “I saw under the altar the souls of those who had been slain for the word of God and for the witness they had borne; they cried out with a loud voice, ‘O sovereign Lord, holy and true, how long will it be before you judge?’” (6:9-10). Each of us can say: “Surrounded, led and guided by the friends of God… I do not have to carry alone what, in truth, I could never carry alone. All the saints of God are there to protect me, to sustain me and to carry me”.[1]\n\n5. The processes of beatification and canonization recognize the signs of heroic virtue, the sacrifice of one’s life in martyrdom, and certain cases where a life is constantly offered for others, even until death. This shows an exemplary imitation of Christ, one worthy of the admiration of the faithful.[2] We can think, for example, of Blessed Maria Gabriella Sagheddu, who offered her life for the unity of Christians.\n\nTHE SAINTS “NEXT DOOR”\n\n6. Nor need we think only of those already beatified and canonized. The Holy Spirit bestows holiness in abundance among God’s holy and faithful people, for “it has pleased God to make men and women holy and to save them, not as individuals without any bond between them, but rather as a people who might acknowledge him in truth and serve him in holiness”.[3] In salvation history, the Lord saved one people. We are never completely ourselves unless we belong to a people. That is why no one is saved alone, as an isolated individual. Rather, God draws us to himself, taking into account the complex fabric of interpersonal relationships present in a human community. God wanted to enter into the life and history of a people.\n\n7. I like to contemplate the holiness present in the patience of God’s people: in those parents who raise their children with immense love, in those men and women who work hard to support their families, in the sick, in elderly religious who never lose their smile. In their daily perseverance I see the holiness of the Church militant. Very often it is a holiness found in our next-door neighbours, those who, living in our midst, reflect God’s presence. We might call them “the middle class of holiness”.[4]\n\n8. Let us be spurred on by the signs of holiness that the Lord shows us through the humblest members of that people which “shares also in Christ’s prophetic office, spreading abroad a living witness to him, especially by means of a life of faith and charity”.[5] We should consider the fact that, as Saint Teresa Benedicta of the Cross suggests, real history is made by so many of them. As she writes: “The greatest figures of prophecy and sanctity step forth out of the darkest night. But for the most part, the formative stream of the mystical life remains invisible. Certainly the most decisive turning points in world history are substantially co-determined by souls whom no history book ever mentions. And we will only find out about those souls to whom we owe the decisive turning points in our personal lives on the day when all that is hidden is revealed”.[6]\n\n9. Holiness is the most attractive face of the Church. But even outside the Catholic Church and in very different contexts, the Holy Spirit raises up “signs of his presence which help Christ’s followers”.[7] Saint John Paul II reminded us that “the witness to Christ borne even to the shedding of blood has become a common inheritance of Catholics, Orthodox, Anglicans and Protestants”.[8] In the moving ecumenical commemoration held in the Colosseum during the Great Jubilee of the Year 2000, he stated that the martyrs are “a heritage which speaks more powerfully than all the causes of division”.[9]\n\nTHE LORD CALLS\n\n10. All this is important. Yet with this Exhortation I would like to insist primarily on the call to holiness that the Lord addresses to each of us, the call that he also addresses, personally, to you: “Be holy, for I am holy” (Lev 11:44; cf. 1 Pet 1:16). The Second Vatican Council stated this clearly: “Strengthened by so many and such great means of salvation, all the faithful, whatever their condition or state, are called by the Lord – each in his or her own way – to that perfect holiness by which the Father himself is perfect”.[10]\n\n11. “Each in his or her own way” the Council says. We should not grow discouraged before examples of holiness that appear unattainable. There are some testimonies that may prove helpful and inspiring, but that we are not meant to copy, for that could even lead us astray from the one specific path that the Lord has in mind for us. The important thing is that each believer discern his or her own path, that they bring out the very best of themselves, the most personal gifts that God has placed in their hearts (cf. 1 Cor 12:7), rather than hopelessly trying to imitate something not meant for them. We are all called to be witnesses, but there are many actual ways of bearing witness.[11] Indeed, when the great mystic, Saint John of the Cross, wrote his Spiritual Canticle, he preferred to avoid hard and fast rules for all. He explained that his verses were composed so that everyone could benefit from them “in his or her own way”.[12] For God’s life is communicated “to some in one way and to others in another”.[13]\n\n12. Within these various forms, I would stress too that the “genius of woman” is seen in feminine styles of holiness, which are an essential means of reflecting God’s holiness in this world. Indeed, in times when women tended to be most ignored or overlooked, the Holy Spirit raised up saints whose attractiveness produced new spiritual vigour and important reforms in the Church. We can mention Saint Hildegard of Bingen, Saint Bridget, Saint Catherine of Siena, Saint Teresa of Avila and Saint Thérèse of Lisieux. But I think too of all those unknown or forgotten women who, each in her own way, sustained and transformed families and communities by the power of their witness.\n\n13. This should excite and encourage us to give our all and to embrace that unique plan that God willed for each of us from eternity: “Before I formed you in the womb I knew you, and before you were born I consecrated you” (Jer 1:5).\n\nFOR YOU TOO\n\n14. To be holy does not require being a bishop, a priest or a religious. We are frequently tempted to think that holiness is only for those who can withdraw from ordinary affairs to spend much time in prayer. That is not the case. We are all called to be holy by living our lives with love and by bearing witness in everything we do, wherever we find ourselves. Are you called to the consecrated life? Be holy by living out your commitment with joy. Are you married? Be holy by loving and caring for your husband or wife, as Christ does for the Church. Do you work for a living? Be holy by labouring with integrity and skill in the service of your brothers and sisters. Are you a parent or grandparent? Be holy by patiently teaching the little ones how to follow Jesus. Are you in a position of authority? Be holy by working for the common good and renouncing personal gain.[14]\n\n15. Let the grace of your baptism bear fruit in a path of holiness. Let everything be open to God; turn to him in every situation. Do not be dismayed, for the power of the Holy Spirit enables you to do this, and holiness, in the end, is the fruit of the Holy Spirit in your life (cf. Gal 5:22-23). When you feel the temptation to dwell on your own weakness, raise your eyes to Christ crucified and say: “Lord, I am a poor sinner, but you can work the miracle of making me a little bit better”. In the Church, holy yet made up of sinners, you will find everything you need to grow towards holiness. The Lord has bestowed on the Church the gifts of scripture, the sacraments, holy places, living communities, the witness of the saints and a multifaceted beauty that proceeds from God’s love, “like a bride bedecked with jewels” (Is 61:10).\n\n16. This holiness to which the Lord calls you will grow through small gestures. Here is an example: a woman goes shopping, she meets a neighbour and they begin to speak, and the gossip starts. But she says in her heart: “No, I will not speak badly of anyone”. This is a step forward in holiness. Later, at home, one of her children wants to talk to her about his hopes and dreams, and even though she is tired, she sits down and listens with patience and love. That is another sacrifice that brings holiness. Later she experiences some anxiety, but recalling the love of the Virgin Mary, she takes her rosary and prays with faith. Yet another path of holiness. Later still, she goes out onto the street, encounters a poor person and stops to say a kind word to him. One more step.\n\n17. At times, life presents great challenges. Through them, the Lord calls us anew to a conversion that can make his grace more evident in our lives, “in order that we may share his holiness” (Heb 12:10). At other times, we need only find a more perfect way of doing what we are already doing: “There are inspirations that tend solely to perfect in an extraordinary way the ordinary things we do in life”.[15] When Cardinal François-Xavier Nguyên van Thuân was imprisoned, he refused to waste time waiting for the day he would be set free. Instead, he chose “to live the present moment, filling it to the brim with love”. He decided: “I will seize the occasions that present themselves every day; I will accomplish ordinary actions in an extraordinary way”.[16]\n\n18. In this way, led by God’s grace, we shape by many small gestures the holiness God has willed for us, not as men and women sufficient unto ourselves but rather “as good stewards of the manifold grace of God” (1 Pet 4:10). The New Zealand bishops rightly teach us that we are capable of loving with the Lord’s unconditional love, because the risen Lord shares his powerful life with our fragile lives: “His love set no limits and, once given, was never taken back. It was unconditional and remained faithful. To love like that is not easy because we are often so weak. But just to try to love as Christ loved us shows that Christ shares his own risen life with us. In this way, our lives demonstrate his power at work – even in the midst of human weakness”.[17]\n\nYOUR MISSION IN CHRIST\n\n19. A Christian cannot think of his or her mission on earth without seeing it as a path of holiness, for “this is the will of God, your sanctification” (1 Thess 4:3). Each saint is a mission, planned by the Father to reflect and embody, at a specific moment in history, a certain aspect of the Gospel.\n\n20. That mission has its fullest meaning in Christ, and can only be understood through him. At its core, holiness is experiencing, in union with Christ, the mysteries of his life. It consists in uniting ourselves to the Lord’s death and resurrection in a unique and personal way, constantly dying and rising anew with him. But it can also entail reproducing in our own lives various aspects of Jesus’ earthly life: his hidden life, his life in community, his closeness to the outcast, his poverty and other ways in which he showed his self-sacrificing love. The contemplation of these mysteries, as Saint Ignatius of Loyola pointed out, leads us to incarnate them in our choices and attitudes.[18] Because “everything in Jesus’ life was a sign of his mystery”,[19] “Christ’s whole life is a revelation of the Father”,[20] “Christ’s whole life is a mystery of redemption”,[21] “Christ’s whole life is a mystery of recapitulation”.[22] “Christ enables us to live in him all that he himself lived, and he lives it in us”.[23]\n\n21. The Father’s plan is Christ, and ourselves in him. In the end, it is Christ who loves in us, for “holiness is nothing other than charity lived to the full”.[24] As a result, “the measure of our holiness stems from the stature that Christ achieves in us, to the extent that, by the power of the Holy Spirit, we model our whole life on his”.[25] Every saint is a message which the Holy Spirit takes from the riches of Jesus Christ and gives to his people.\n\n22. To recognize the word that the Lord wishes to speak to us through one of his saints, we do not need to get caught up in details, for there we might also encounter mistakes and failures. Not everything a saint says is completely faithful to the Gospel; not everything he or she does is authentic or perfect. What we need to contemplate is the totality of their life, their entire journey of growth in holiness, the reflection of Jesus Christ that emerges when we grasp their overall meaning as a person.[26]\n\n23. This is a powerful summons to all of us. You too need to see the entirety of your life as a mission. Try to do so by listening to God in prayer and recognizing the signs that he gives you. Always ask the Spirit what Jesus expects from you at every moment of your life and in every decision you must make, so as to discern its place in the mission you have received. Allow the Spirit to forge in you the personal mystery that can reflect Jesus Christ in today’s world.\n\n24. May you come to realize what that word is, the message of Jesus that God wants to speak to the world by your life. Let yourself be transformed. Let yourself be renewed by the Spirit, so that this can happen, lest you fail in your precious mission. The Lord will bring it to fulfilment despite your mistakes and missteps, provided that you do not abandon the path of love but remain ever open to his supernatural grace, which purifies and enlightens.\n\nACTIVITY THAT SANCTIFIES\n\n25. Just as you cannot understand Christ apart from the kingdom he came to bring, so too your personal mission is inseparable from the building of that kingdom: “Strive first for the kingdom of God and his righteousness” (Mt 6:33). Your identification with Christ and his will involves a commitment to build with him that kingdom of love, justice and universal peace. Christ himself wants to experience this with you, in all the efforts and sacrifices that it entails, but also in all the joy and enrichment it brings. You cannot grow in holiness without committing yourself, body and soul, to giving your best to this endeavour.\n\n26. It is not healthy to love silence while fleeing interaction with others, to want peace and quiet while avoiding activity, to seek prayer while disdaining service. Everything can be accepted and integrated into our life in this world, and become a part of our path to holiness. We are called to be contemplatives even in the midst of action, and to grow in holiness by responsibly and generously carrying out our proper mission.\n\n27. Could the Holy Spirit urge us to carry out a mission and then ask us to abandon it, or not fully engage in it, so as to preserve our inner peace? Yet there are times when we are tempted to relegate pastoral engagement or commitment in the world to second place, as if these were “distractions” along the path to growth in holiness and interior peace. We can forget that “life does not have a mission, but is a mission”.[27]\n\n28. Needless to say, anything done out of anxiety, pride or the need to impress others will not lead to holiness. We are challenged to show our commitment in such a way that everything we do has evangelical meaning and identifies us all the more with Jesus Christ. We often speak, for example, of the spirituality of the catechist, the spirituality of the diocesan priesthood, the spirituality of work. For the same reason, in Evangelii Gaudium I concluded by speaking of a spirituality of mission, in Laudato Si’ of an ecological spirituality, and in Amoris Laetitia of a spirituality of family life.\n\n29. This does not mean ignoring the need for moments of quiet, solitude and silence before God. Quite the contrary. The presence of constantly new gadgets, the excitement of travel and an endless array of consumer goods at times leave no room for God’s voice to be heard. We are overwhelmed by words, by superficial pleasures and by an increasing din, filled not by joy but rather by the discontent of those whose lives have lost meaning. How can we fail to realize the need to stop this rat race and to recover the personal space needed to carry on a heartfelt dialogue with God? Finding that space may prove painful but it is always fruitful. Sooner or later, we have to face our true selves and let the Lord enter. This may not happen unless “we see ourselves staring into the abyss of a frightful temptation, or have the dizzying sensation of standing on the precipice of utter despair, or find ourselves completely alone and abandoned”.[28] In such situations, we find the deepest motivation for living fully our commitment to our work.\n\n30. The same distractions that are omnipresent in today’s world also make us tend to absolutize our free time, so that we can give ourselves over completely to the devices that provide us with entertainment or ephemeral pleasures.[29] As a result, we come to resent our mission, our commitment grows slack, and our generous and ready spirit of service begins to flag. This denatures our spiritual experience. Can any spiritual fervour be sound when it dwells alongside sloth in evangelization or in service to others?\n\n31. We need a spirit of holiness capable of filling both our solitude and our service, our personal life and our evangelizing efforts, so that every moment can be an expression of self-sacrificing love in the Lord’s eyes. In this way, every minute of our lives can be a step along the path to growth in holiness.\n\nMORE ALIVE, MORE HUMAN\n\n32. Do not be afraid of holiness. It will take away none of your energy, vitality or joy. On the contrary, you will become what the Father had in mind when he created you, and you will be faithful to your deepest self. To depend on God sets us free from every form of enslavement and leads us to recognize our great dignity. We see this in Saint Josephine Bakhita: “Abducted and sold into slavery at the tender age of seven, she suffered much at the hands of cruel masters. But she came to understand the profound truth that God, and not man, is the true Master of every human being, of every human life. This experience became a source of great wisdom for this humble daughter of Africa”.[30]\n\n33. To the extent that each Christian grows in holiness, he or she will bear greater fruit for our world. The bishops of West Africa have observed that “we are being called in the spirit of the New Evangelization to be evangelized and to evangelize through the empowering of all you, the baptized, to take up your roles as salt of the earth and light of the world wherever you find yourselves”.[31]\n\n34. Do not be afraid to set your sights higher, to allow yourself to be loved and liberated by God. Do not be afraid to let yourself be guided by the Holy Spirit. Holiness does not make you less human, since it is an encounter between your weakness and the power of God’s grace. For in the words of León Bloy, when all is said and done, “the only great tragedy in life, is not to become a saint”.[32]\n\nCHAPTER TWO\n\nTWO SUBTLE ENEMIES OF HOLINESS\n\n35. Here I would like to mention two false forms of holiness that can lead us astray: gnosticism and pelagianism. They are two heresies from early Christian times, yet they continue to plague us. In our times too, many Christians, perhaps without realizing it, can be seduced by these deceptive ideas, which reflect an anthropocentric immanentism disguised as Catholic truth.[33] Let us take a look at these two forms of doctrinal or disciplinary security that give rise “toa narcissistic and authoritarian elitism, whereby instead of evangelizing, one analyses and classifies others, and instead of opening the door to grace, one exhausts his or her energies in inspecting and verifying. In neither case is one really concerned about Jesus Christ or others”.[34]\n\nCONTEMPORARY GNOSTICISM\n\n36. Gnosticism presumes “a purely subjective faith whose only interest is a certain experience or a set of ideas and bits of information which are meant to console and enlighten, but which ultimately keep one imprisoned in his or her own thoughts and feelings”.[35]\n\nAn intellect without God and without flesh\n\n37. Thanks be to God, throughout the history of the Church it has always been clear that a person’s perfection is measured not by the information or knowledge they possess, but by the depth of their charity. “Gnostics” do not understand this, because they judge others based on their ability to understand the complexity of certain doctrines. They think of the intellect as separate from the flesh, and thus become incapable of touching Christ’s suffering flesh in others, locked up as they are in an encyclopaedia of abstractions. In the end, by disembodying the mystery, they prefer “a God without Christ, a Christ without the Church, a Church without her people”.[36]\n\n38. Certainly this is a superficial conceit: there is much movement on the surface, but the mind is neither deeply moved nor affected. Still, gnosticism exercises a deceptive attraction for some people, since the gnostic approach is strict and allegedly pure, and can appear to possess a certain harmony or order that encompasses everything.\n\n39. Here we have to be careful. I am not referring to a rationalism inimical to Christian faith. It can be present within the Church, both among the laity in parishes and teachers of philosophy and theology in centres of formation. Gnostics think that their explanations can make the entirety of the faith and the Gospel perfectly comprehensible. They absolutize their own theories and force others to submit to their way of thinking. A healthy and humble use of reason in order to reflect on the theological and moral teaching of the Gospel is one thing. It is another to reduce Jesus’ teaching to a cold and harsh logic that seeks to dominate everything.[37]\n\nA doctrine without mystery\n\n40. Gnosticism is one of the most sinister ideologies because, while unduly exalting knowledge or a specific experience, it considers its own vision of reality to be perfect. Thus, perhaps without even realizing it, this ideology feeds on itself and becomes even more myopic. It can become all the more illusory when it masks itself as a disembodied spirituality. For gnosticism “by its very nature seeks to domesticate the mystery”,[38] whether the mystery of God and his grace, or the mystery of others’ lives.\n\n41. When somebody has an answer for every question, it is a sign that they are not on the right road. They may well be false prophets, who use religion for their own purposes, to promote their own psychological or intellectual theories. God infinitely transcends us; he is full of surprises. We are not the ones to determine when and how we will encounter him; the exact times and places of that encounter are not up to us. Someone who wants everything to be clear and sure presumes to control God’s transcendence.\n\n42. Nor can we claim to say where God is not, because God is mysteriously present in the life of every person, in a way that he himself chooses, and we cannot exclude this by our presumed certainties. Even when someone’s life appears completely wrecked, even when we see it devastated by vices or addictions, God is present there. If we let ourselves be guided by the Spirit rather than our own preconceptions, we can and must try to find the Lord in every human life. This is part of the mystery that a gnostic mentality cannot accept, since it is beyond its control.\n\nThe limits of reason\n\n43. It is not easy to grasp the truth that we have received from the Lord. And it is even more difficult to express it. So we cannot claim that our way of understanding this truth authorizes us to exercise a strict supervision over others’ lives. Here I would note that in the Church there legitimately coexist different ways of interpreting many aspects of doctrine and Christian life; in their variety, they “help to express more clearly the immense riches of God’s word”. It is true that “for those who long for a monolithic body of doctrine guarded by all and leaving no room for nuance, this might appear as undesirable and leading to confusion”.[39] Indeed, some currents of gnosticism scorned the concrete simplicity of the Gospel and attempted to replace the trinitarian and incarnate God with a superior Unity, wherein the rich diversity of our history disappeared.\n\n44. In effect, doctrine, or better, our understanding and expression of it, “is not a closed system, devoid of the dynamic capacity to pose questions, doubts, inquiries… The questions of our people, their suffering, their struggles, their dreams, their trials and their worries, all possess an interpretational value that we cannot ignore if we want to take the principle of the incarnation seriously. Their wondering helps us to wonder, their questions question us”.[40]\n\n45. A dangerous confusion can arise. We can think that because we know something, or are able to explain it in certain terms, we are already saints, perfect and better than the “ignorant masses”. Saint John Paul II warned of the temptation on the part of those in the Church who are more highly educated “to feel somehow superior to other members of the faithful”.[41] In point of fact, what we think we know should always motivate us to respond more fully to God’s love. Indeed, “you learn so as to live: theology and holiness are inseparable”.[42]\n\n46. When Saint Francis of Assisi saw that some of his disciples were engaged in teaching, he wanted to avoid the temptation to gnosticism. He wrote to Saint Anthony of Padua: “I am pleased that you teach sacred theology to the brothers, provided that… you do not extinguish the spirit of prayer and devotion during study of this kind”.[43] Francis recognized the temptation to turn the Christian experience into a set of intellectual exercises that distance us from the freshness of the Gospel. Saint Bonaventure, on the other hand, pointed out that true Christian wisdom can never be separated from mercy towards our neighbour: “The greatest possible wisdom is to share fruitfully what we have to give… Even as mercy is the companion of wisdom, avarice is its enemy”.[44] “There are activities that, united to contemplation, do not prevent the latter, but rather facilitate it, such as works of mercy and devotion”.[45]\n\nCONTEMPORARY PELAGIANISM\n\n47. Gnosticism gave way to another heresy, likewise present in our day. As time passed, many came to realize that it is not knowledge that betters us or makes us saints, but the kind of life we lead. But this subtly led back to the old error of the gnostics, which was simply transformed rather than eliminated.\n\n48. The same power that the gnostics attributed to the intellect, others now began to attribute to the human will, to personal effort. This was the case with the pelagians and semi-pelagians. Now it was not intelligence that took the place of mystery and grace, but our human will. It was forgotten that everything “depends not on human will or exertion, but on God who shows mercy” (Rom 9:16) and that “he first loved us” (cf. 1 Jn 4:19).\n\nA will lacking humility\n\n49. Those who yield to this pelagian or semi-pelagian mindset, even though they speak warmly of God’s grace, “ultimately trust only in their own powers and feel superior to others because they observe certain rules or remain intransigently faithful to a particular Catholic style”.[46] When some of them tell the weak that all things can be accomplished with God’s grace, deep down they tend to give the idea that all things are possible by the human will, as if it were something pure, perfect, all-powerful, to which grace is then added. They fail to realize that “not everyone can do everything”,[47] and that in this life human weaknesses are not healed completely and once for all by grace.[48] In every case, as Saint Augustine taught, God commands you to do what you can and to ask for what you cannot,[49] and indeed to pray to him humbly: “Grant what you command, and command what you will”.[50]\n\n50. Ultimately, the lack of a heartfelt and prayerful acknowledgment of our limitations prevents grace from working more effectively within us, for no room is left for bringing about the potential good that is part of a sincere and genuine journey of growth.[51] Grace, precisely because it builds on nature, does not make us superhuman all at once. That kind of thinking would show too much confidence in our own abilities. Underneath our orthodoxy, our attitudes might not correspond to our talk about the need for grace, and in specific situations we can end up putting little trust in it. Unless we can acknowledge our concrete and limited situation, we will not be able to see the real and possible steps that the Lord demands of us at every moment, once we are attracted and empowered by his gift. Grace acts in history; ordinarily it takes hold of us and transforms us progressively.[52] If we reject this historical and progressive reality, we can actually refuse and block grace, even as we extol it by our words.\n\n51. When God speaks to Abraham, he tells him: “I am God Almighty, walk before me, and be blameless” (Gen 17:1). In order to be blameless, as he would have us, we need to live humbly in his presence, cloaked in his glory; we need to walk in union with him, recognizing his constant love in our lives. We need to lose our fear before that presence which can only be for our good. God is the Father who gave us life and loves us greatly. Once we accept him, and stop trying to live our lives without him, the anguish of loneliness will disappear (cf. Ps 139:23-24). In this way we will know the pleasing and perfect will of the Lord (cf. Rom 12:1-2) and allow him to mould us like a potter (cf. Is 29:16). So often we say that God dwells in us, but it is better to say that we dwell in him, that he enables us to dwell in his light and love. He is our temple; we ask to dwell in the house of the Lord all the days of our life (cf. Ps 27:4). “For one day in your courts is better than a thousand elsewhere” (Ps 84:10). In him is our holiness.\n\nAn often overlooked Church teaching\n\n52. The Church has repeatedly taught that we are justified not by our own works or efforts, but by the grace of the Lord, who always takes the initiative. The Fathers of the Church, even before Saint Augustine, clearly expressed this fundamental belief. Saint John Chrysostom said that God pours into us the very source of all his gifts even before we enter into battle.[53] Saint Basil the Great remarked that the faithful glory in God alone, for “they realize that they lack true justice and are justified only through faith in Christ”.[54]\n\n53. The Second Synod of Orange taught with firm authority that nothing human can demand, merit or buy the gift of divine grace, and that all cooperation with it is a prior gift of that same grace: “Even the desire to be cleansed comes about in us through the outpouring and working of the Holy Spirit”.[55] Subsequently, the Council of Trent, while emphasizing the importance of our cooperation for spiritual growth, reaffirmed that dogmatic teaching: “We are said to be justified gratuitously because nothing that precedes justification, neither faith nor works, merits the grace of justification; for ‘if it is by grace, it is no longer on the basis of works; otherwise, grace would no longer be grace’ (Rom 11:6)”.[56]\n\n54. The Catechism of the Catholic Church also reminds us that the gift of grace “surpasses the power of human intellect and will”[57] and that “with regard to God, there is no strict right to any merit on the part of man. Between God and us there is an immeasurable inequality”.[58] His friendship infinitely transcends us; we cannot buy it with our works, it can only be a gift born of his loving initiative. This invites us to live in joyful gratitude for this completely unmerited gift, since “after one has grace, the grace already possessed cannot come under merit”.[59] The saints avoided putting trust in their own works: “In the evening of this life, I shall appear before you empty-handed, for I do not ask you, Lord, to count my works. All our justices have stains in your sight”.[60]\n\n55. This is one of the great convictions that the Church has come firmly to hold. It is so clearly expressed in the word of God that there can be no question of it. Like the supreme commandment of love, this truth should affect the way we live, for it flows from the heart of the Gospel and demands that we not only accept it intellectually but also make it a source of contagious joy. Yet we cannot celebrate this free gift of the Lord’s friendship unless we realize that our earthly life and our natural abilities are his gift. We need “to acknowledge jubilantly that our life is essentially a gift, and recognize that our freedom is a grace. This is not easy today, in a world that thinks it can keep something for itself, the fruits of its own creativity or freedom”.[61]\n\n56. Only on the basis of God’s gift, freely accepted and humbly received, can we cooperate by our own efforts in our progressive transformation.[62] We must first belong to God, offering ourselves to him who was there first, and entrusting to him our abilities, our efforts, our struggle against evil and our creativity, so that his free gift may grow and develop within us: “I appeal to you, therefore, brethren, by the mercies of God, to present your bodies as a living sacrifice, holy and acceptable to God” (Rom 12:1). For that matter, the Church has always taught that charity alone makes growth in the life of grace possible, for “if I do not have love, I am nothing” (1 Cor 13:2).\n\nNew pelagians\n\n57. Still, some Christians insist on taking another path, that of justification by their own efforts, the worship of the human will and their own abilities. The result is a self-centred and elitist complacency, bereft of true love. This finds expression in a variety of apparently unconnected ways of thinking and acting: an obsession with the law, an absorption with social and political advantages, a punctilious concern for the Church’s liturgy, doctrine and prestige, a vanity about the ability to manage practical matters, and an excessive concern with programmes of self-help and personal fulfilment. Some Christians spend their time and energy on these things, rather than letting themselves be led by the Spirit in the way of love, rather than being passionate about communicating the beauty and the joy of the Gospel and seeking out the lost among the immense crowds that thirst for Christ.[63]\n\n58. Not infrequently, contrary to the promptings of the Spirit, the life of the Church can become a museum piece or the possession of a select few. This can occur when some groups of Christians give excessive importance to certain rules, customs or ways of acting. The Gospel then tends to be reduced and constricted, deprived of its simplicity, allure and savour. This may well be a subtle form of pelagianism, for it appears to subject the life of grace to certain human structures. It can affect groups, movements and communities, and it explains why so often they begin with an intense life in the Spirit, only to end up fossilized… or corrupt.\n\n59. Once we believe that everything depends on human effort as channelled by ecclesial rules and structures, we unconsciously complicate the Gospel and become enslaved to a blueprint that leaves few openings for the working of grace. Saint Thomas Aquinas reminded us that the precepts added to the Gospel by the Church should be imposed with moderation “lest the conduct of the faithful become burdensome”, for then our religion would become a form of servitude.[64]\n\nThe summation of the Law\n\n60. To avoid this, we do well to keep reminding ourselves that there is a hierarchy of virtues that bids us seek what is essential. The primacy belongs to the theological virtues, which have God as their object and motive. At the centre is charity. Saint Paul says that what truly counts is “faith working through love” (Gal 5:6). We are called to make every effort to preserve charity: “The one who loves another has fulfilled the law… for love is the fulfilment of the law” (Rom 13:8.10). “For the whole law is summed up in a single commandment, ‘You shall love your neighbour as yourself’” (Gal 5:14).\n\n61. In other words, amid the thicket of precepts and prescriptions, Jesus clears a way to seeing two faces, that of the Father and that of our brother. He does not give us two more formulas or two more commands. He gives us two faces, or better yet, one alone: the face of God reflected in so many other faces. For in every one of our brothers and sisters, especially the least, the most vulnerable, the defenceless and those in need, God’s very image is found. Indeed, with the scraps of this frail humanity, the Lord will shape his final work of art. For “what endures, what has value in life, what riches do not disappear? Surely these two: the Lord and our neighbour. These two riches do not disappear!”[65]\n\n62. May the Lord set the Church free from these new forms of gnosticism and pelagianism that weigh her down and block her progress along the path to holiness! These aberrations take various shapes, according to the temperament and character of each person. So I encourage everyone to reflect and discern before God whether they may be present in their lives.\n\nCHAPTER THREE\n\nIN THE LIGHT OF THE MASTER\n\n63. There can be any number of theories about what constitutes holiness, with various explanations and distinctions. Such reflection may be useful, but nothing is more enlightening than turning to Jesus’ words and seeing his way of teaching the truth. Jesus explained with great simplicity what it means to be holy when he gave us the Beatitudes (cf. Mt 5:3-12; Lk 6:20-23). The Beatitudes are like a Christian’s identity card. So if anyone asks: “What must one do to be a good Christian?”, the answer is clear. We have to do, each in our own way, what Jesus told us in the Sermon on the Mount.[66] In the Beatitudes, we find a portrait of the Master, which we are called to reflect in our daily lives.\n\n64. The word “happy” or “blessed” thus becomes a synonym for “holy”. It expresses the fact that those faithful to God and his word, by their self-giving, gain true happiness.\n\nGOING AGAINST THE FLOW\n\n65. Although Jesus’ words may strike us as poetic, they clearly run counter to the way things are usually done in our world. Even if we find Jesus’ message attractive, the world pushes us towards another way of living. The Beatitudes are in no way trite or undemanding, quite the opposite. We can only practise them if the Holy Spirit fills us with his power and frees us from our weakness, our selfishness, our complacency and our pride.\n\n66. Let us listen once more to Jesus, with all the love and respect that the Master deserves. Let us allow his words to unsettle us, to challenge us and to demand a real change in the way we live. Otherwise, holiness will remain no more than an empty word. We turn now to the individual Beatitudes in the Gospel of Matthew (cf. Mt 5:3-12).[67]\n\n“Blessed are the poor in spirit, for theirs is the kingdom of heaven”\n\n67. The Gospel invites us to peer into the depths of our heart, to see where we find our security in life. Usually the rich feel secure in their wealth, and think that, if that wealth is threatened, the whole meaning of their earthly life can collapse. Jesus himself tells us this in the parable of the rich fool: he speaks of a man who was sure of himself, yet foolish, for it did not dawn on him that he might die that very day (cf. Lk 12:16-21).\n\n68. Wealth ensures nothing. Indeed, once we think we are rich, we can become so self-satisfied that we leave no room for God’s word, for the love of our brothers and sisters, or for the enjoyment of the most important things in life. In this way, we miss out on the greatest treasure of all. That is why Jesus calls blessed those who are poor in spirit, those who have a poor heart, for there the Lord can enter with his perennial newness.\n\n69. This spiritual poverty is closely linked to what Saint Ignatius of Loyola calls “holy indifference”, which brings us to a radiant interior freedom: “We need to train ourselves to be indifferent in our attitude to all created things, in all that is permitted to our free will and not forbidden; so that on our part, we do not set our hearts on good health rather than bad, riches rather than poverty, honour rather than dishonour, a long life rather than a short one, and so in all the rest”.[68]\n\n70. Luke does not speak of poverty “of spirit” but simply of those who are “poor” (cf. Lk 6:20). In this way, he too invites us to live a plain and austere life. He calls us to share in the life of those most in need, the life lived by the Apostles, and ultimately to configure ourselves to Jesus who, though rich, “made himself poor” (2 Cor 8:9).\n\nBeing poor of heart: that is holiness.\n\n“Blessed are the meek, for they will inherit the earth”\n\n71. These are strong words in a world that from the beginning has been a place of conflict, disputes and enmity on all sides, where we constantly pigeonhole others on the basis of their ideas, their customs and even their way of speaking or dressing. Ultimately, it is the reign of pride and vanity, where each person thinks he or she has the right to dominate others. Nonetheless, impossible as it may seem, Jesus proposes a different way of doing things: the way of meekness. This is what we see him doing with his disciples. It is what we contemplate on his entrance to Jerusalem: “Behold, your king is coming to you, humble, and mounted on a donkey” (Mt 21:5; Zech 9:9).\n\n72. Christ says: “Learn from me; for I am gentle and humble of heart, and you will find rest for your souls” (Mt 11:29). If we are constantly upset and impatient with others, we will end up drained and weary. But if we regard the faults and limitations of others with tenderness and meekness, without an air of superiority, we can actually help them and stop wasting our energy on useless complaining. Saint Thérèse of Lisieux tells us that “perfect charity consists in putting up with others’ mistakes, and not being scandalized by their faults”.[69]\n\n73. Paul speaks of meekness as one of the fruits of the Holy Spirit (cf. Gal 5:23). He suggests that, if a wrongful action of one of our brothers or sisters troubles us, we should try to correct them, but “with a spirit of meekness”, since “you too could be tempted” (Gal 6:1). Even when we defend our faith and convictions, we are to do so “with meekness” (cf. 1 Pet 3:16). Our enemies too are to be treated “with meekness” (2 Tim 2:25). In the Church we have often erred by not embracing this demand of God’s word.\n\n74. Meekness is yet another expression of the interior poverty of those who put their trust in God alone. Indeed, in the Bible the same word – anawim – usually refers both to the poor and to the meek. Someone might object: “If I am that meek, they will think that I am an idiot, a fool or a weakling”. At times they may, but so be it. It is always better to be meek, for then our deepest desires will be fulfilled. The meek “shall inherit the earth”, for they will see God’s promises accomplished in their lives. In every situation, the meek put their hope in the Lord, and those who hope for him shall possess the land… and enjoy the fullness of peace (cf. Ps 37:9.11). For his part, the Lord trusts in them: “This is the one to whom I will look, to the humble and contrite in spirit, who trembles at my word” (Is 66:2).\n\nReacting with meekness and humility: that is holiness.\n\n“Blessed are those who mourn, for they will be comforted”\n\n75. The world tells us exactly the opposite: entertainment, pleasure, diversion and escape make for the good life. The worldly person ignores problems of sickness or sorrow in the family or all around him; he averts his gaze. The world has no desire to mourn; it would rather disregard painful situations, cover them up or hide them. Much energy is expended on fleeing from situations of suffering in the belief that reality can be concealed. But the cross can never be absent.\n\n76. A person who sees things as they truly are and sympathizes with pain and sorrow is capable of touching life’s depths and finding authentic happiness.[70] He or she is consoled, not by the world but by Jesus. Such persons are unafraid to share in the suffering of others; they do not flee from painful situations. They discover the meaning of life by coming to the aid of those who suffer, understanding their anguish and bringing relief. They sense that the other is flesh of our flesh, and are not afraid to draw near, even to touch their wounds. They feel compassion for others in such a way that all distance vanishes. In this way they can embrace Saint Paul’s exhortation: “Weep with those who weep” (Rom 12:15).\n\nKnowing how to mourn with others: that is holiness.\n\n“Blessed are those who hunger and thirst for righteousness, for they will be filled”\n\n77. Hunger and thirst are intense experiences, since they involve basic needs and our instinct for survival. There are those who desire justice and yearn for righteousness with similar intensity. Jesus says that they will be satisfied, for sooner or later justice will come. We can cooperate to make that possible, even if we may not always see the fruit of our efforts.\n\n78. Jesus offers a justice other than that of the world, so often marred by petty interests and manipulated in various ways. Experience shows how easy it is to become mired in corruption, ensnared in the daily politics of quid pro quo, where everything becomes business. How many people suffer injustice, standing by powerlessly while others divvy up the good things of this life. Some give up fighting for real justice and opt to follow in the train of the winners. This has nothing to do with the hunger and thirst for justice that Jesus praises.\n\n79. True justice comes about in people’s lives when they themselves are just in their decisions; it is expressed in their pursuit of justice for the poor and the weak. While it is true that the word “justice” can be a synonym for faithfulness to God’s will in every aspect of our life, if we give the word too general a meaning, we forget that it is shown especially in justice towards those who are most vulnerable: “Seek justice, correct oppression; defend the fatherless, plead for the widow” (Is 1:17).\n\nHungering and thirsting for righteousness: that is holiness.\n\n“Blessed are the merciful, for they will receive mercy”\n\n80. Mercy has two aspects. It involves giving, helping and serving others, but it also includes forgiveness and understanding. Matthew sums it up in one golden rule: “In everything, do to others as you would have them do to you” (7:12). The Catechism reminds us that this law is to be applied “in every case”,[71]especially when we are “confronted by situations that make moral judgments less assured and decision difficult”.[72]\n\n81. Giving and forgiving means reproducing in our lives some small measure of God’s perfection, which gives and forgives superabundantly. For this reason, in the Gospel of Luke we do not hear the words, “Be perfect” (Mt 5:48), but rather, “Be merciful, even as your Father is merciful. Judge not, and you will not be judged; condemn not, and you will not be condemned; forgive, and you will be forgiven; give, and it will be given to you” (6:36-38). Luke then adds something not to be overlooked: “The measure you give will be the measure you get back” (6:38). The yardstick we use for understanding and forgiving others will measure the forgiveness we receive. The yardstick we use for giving will measure what we receive. We should never forget this.\n\n82. Jesus does not say, “Blessed are those who plot revenge”. He calls “blessed” those who forgive and do so “seventy times seven” (Mt 18:22). We need to think of ourselves as an army of the forgiven. All of us have been looked upon with divine compassion. If we approach the Lord with sincerity and listen carefully, there may well be times when we hear his reproach: “Should not you have had mercy on your fellow servant, as I had mercy on you?” (Mt 18:33).\n\nSeeing and acting with mercy: that is holiness.\n\n“Blessed are the pure in heart, for they will see God”\n\n83. This Beatitude speaks of those whose hearts are simple, pure and undefiled, for a heart capable of love admits nothing that might harm, weaken or endanger that love. The Bible uses the heart to describe our real intentions, the things we truly seek and desire, apart from all appearances. “Man sees the appearance, but the Lord looks into the heart” (1Sam 16:7). God wants to speak to our hearts (cf. Hos 2:16); there he desires to write his law (cf. Jer 31:33). In a word, he wants to give us a new heart (cf. Ezek 36:26).\n\n84. “Guard your heart with all vigilance” (Prov 4:23). Nothing stained by falsehood has any real worth in the Lord’s eyes. He “flees from deceit, and rises and departs from foolish thoughts” (Wis 1:5). The Father, “who sees in secret” (Mt 6:6), recognizes what is impure and insincere, mere display or appearance, as does the Son, who knows “what is in man” (cf. Jn 2:25).\n\n85. Certainly there can be no love without works of love, but this Beatitude reminds us that the Lord expects a commitment to our brothers and sisters that comes from the heart. For “if I give away all I have, and if I deliver my body to be burned, but have no love, I gain nothing” (1 Cor 13:3). In Matthew’s Gospel too, we see that what proceeds from the heart is what defiles a person (cf. 15:18), for from the heart come murder, theft, false witness, and other evil deeds (cf. 15:19). From the heart’s intentions come the desires and the deepest decisions that determine our actions.\n\n86. A heart that loves God and neighbour (cf. Mt 22:36-40), genuinely and not merely in words, is a pure heart; it can see God. In his hymn to charity, Saint Paul says that “now we see in a mirror, dimly” (1 Cor 13:12), but to the extent that truth and love prevail, we will then be able to see “face to face”. Jesus promises that those who are pure in heart “will see God”.\n\nKeeping a heart free of all that tarnishes love: that is holiness.\n\n“Blessed are the peacemakers, for they will be called children of God”\n\n87. This Beatitude makes us think of the many endless situations of war in our world. Yet we ourselves are often a cause of conflict or at least of misunderstanding. For example, I may hear something about someone and I go off and repeat it. I may even embellish it the second time around and keep spreading it… And the more harm it does, the more satisfaction I seem to derive from it. The world of gossip, inhabited by negative and destructive people, does not bring peace. Such people are really the enemies of peace; in no way are they “blessed”.[73]\n\n88. Peacemakers truly “make” peace; they build peace and friendship in society. To those who sow peace Jesus makes this magnificent promise: “They will be called children of God” (Mt 5:9). He told his disciples that, wherever they went, they were to say: “Peace to this house!” (Lk 10:5). The word of God exhorts every believer to work for peace, “along with all who call upon the Lord with a pure heart” (cf. 2 Tim 2:22), for “the harvest of righteousness is sown in peace by those who make peace” (Jas 3:18). And if there are times in our community when we question what ought to be done, “let us pursue what makes for peace” (Rom 14:19), for unity is preferable to conflict.[74]\n\n89. It is not easy to “make” this evangelical peace, which excludes no one but embraces even those who are a bit odd, troublesome or difficult, demanding, different, beaten down by life or simply uninterested. It is hard work; it calls for great openness of mind and heart, since it is not about creating “a consensus on paper or a transient peace for a contented minority”,[75] or a project “by a few for the few”.[76] Nor can it attempt to ignore or disregard conflict; instead, it must “face conflict head on, resolve it and make it a link in the chain of a new process”.[77] We need to be artisans of peace, for building peace is a craft that demands serenity, creativity, sensitivity and skill.\n\nSowing peace all around us: that is holiness.\n\n“Blessed are those who are persecuted for righteousness’ sake, for theirs is the kingdom of heaven”\n\n90. Jesus himself warns us that the path he proposes goes against the flow, even making us challenge society by the way we live and, as a result, becoming a nuisance. He reminds us how many people have been, and still are, persecuted simply because they struggle for justice, because they take seriously their commitment to God and to others. Unless we wish to sink into an obscure mediocrity, let us not long for an easy life, for “whoever would save his life will lose it” (Mt 16:25).\n\n91. In living the Gospel, we cannot expect that everything will be easy, for the thirst for power and worldly interests often stands in our way. Saint John Paul II noted that “a society is alienated if its forms of social organization, production and consumption make it more difficult to offer this gift of self and to establish this solidarity between people”.[78] In such a society, politics, mass communications and economic, cultural and even religious institutions become so entangled as to become an obstacle to authentic human and social development. As a result, the Beatitudes are not easy to live out; any attempt to do so will be viewed negatively, regarded with suspicion, and met with ridicule.\n\n92. Whatever weariness and pain we may experience in living the commandment of love and following the way of justice, the cross remains the source of our growth and sanctification. We must never forget that when the New Testament tells us that we will have to endure suffering for the Gospel’s sake, it speaks precisely of persecution (cf. Acts 5:41; Phil 1:29; Col 1:24; 2 Tim 1:12; 1 Pet 2:20, 4:14-16; Rev 2:10).\n\n93. Here we are speaking about inevitable persecution, not the kind of persecution we might bring upon ourselves by our mistreatment of others. The saints are not odd and aloof, unbearable because of their vanity, negativity and bitterness. The Apostles of Christ were not like that. The Book of Acts states repeatedly that they enjoyed favour “with all the people” (2:47; cf. 4:21.33; 5:13), even as some authorities harassed and persecuted them (cf. 4:1-3, 5:17-18).\n\n94. Persecutions are not a reality of the past, for today too we experience them, whether by the shedding of blood, as is the case with so many contemporary martyrs, or by more subtle means, by slander and lies. Jesus calls us blessed when people “utter all kinds of evil against you falsely on my account” (Mt 5:11). At other times, persecution can take the form of gibes that try to caricature our faith and make us seem ridiculous.\n\nAccepting daily the path of the Gospel, even though it may cause us problems: that is holiness.\n\nTHE GREAT CRITERION\n\n95. In the twenty-fifth chapter of Matthew’s Gospel (vv. 31-46), Jesus expands on the Beatitude that calls the merciful blessed. If we seek the holiness pleasing to God’s eyes, this text offers us one clear criterion on which we will be judged. “I was hungry and you gave me food, I was thirsty and you gave me drink, I was a stranger and you welcomed me, I was naked and you clothed me, I was sick and you took care of me, I was in prison and you visited me” (vv. 35-36).\n\nIn fidelity to the Master\n\n96. Holiness, then, is not about swooning in mystic rapture. As Saint John Paul II said: “If we truly start out anew from the contemplation of Christ, we must learn to see him especially in the faces of those with whom he himself wished to be identified”.[79] The text of Matthew 25:35-36 is “not a simple invitation to charity: it is a page of Christology which sheds a ray of light on the mystery of Christ”.[80] In this call to recognize him in the poor and the suffering, we see revealed the very heart of Christ, his deepest feelings and choices, which every saint seeks to imitate.\n\n97. Given these uncompromising demands of Jesus, it is my duty to ask Christians to acknowledge and accept them in a spirit of genuine openness, sine glossa. In other words, without any “ifs or buts” that could lessen their force. Our Lord made it very clear that holiness cannot be understood or lived apart from these demands, for mercy is “the beating heart of the Gospel”.[81]\n\n98. If I encounter a person sleeping outdoors on a cold night, I can view him or her as an annoyance, an idler, an obstacle in my path, a troubling sight, a problem for politicians to sort out, or even a piece of refuse cluttering a public space. Or I can respond with faith and charity, and see in this person a human being with a dignity identical to my own, a creature infinitely loved by the Father, an image of God, a brother or sister redeemed by Jesus Christ. That is what it is to be a Christian! Can holiness somehow be understood apart from this lively recognition of the dignity of each human being?[82]\n\n99. For Christians, this involves a constant and healthy unease. Even if helping one person alone could justify all our efforts, it would not be enough. The bishops of Canada made this clear when they noted, for example, that the biblical understanding of the jubilee year was about more than simply performing certain good works. It also meant seeking social change: “For later generations to also be released, clearly the goal had to be the restoration of just social and economic systems, so there could no longer be exclusion”.[83]\n\nIdeologies striking at the heart of the Gospel\n\n100. I regret that ideologies lead us at times to two harmful errors. On the one hand, there is the error of those Christians who separate these Gospel demands from their personal relationship with the Lord, from their interior union with him, from openness to his grace. Christianity thus becomes a sort of NGO stripped of the luminous mysticism so evident in the lives of Saint Francis of Assisi, Saint Vincent de Paul, Saint Teresa of Calcutta, and many others. For these great saints, mental prayer, the love of God and the reading of the Gospel in no way detracted from their passionate and effective commitment to their neighbours; quite the opposite.\n\n101. The other harmful ideological error is found in those who find suspect the social engagement of others, seeing it as superficial, worldly, secular, materialist, communist or populist. Or they relativize it, as if there are other more important matters, or the only thing that counts is one particular ethical issue or cause that they themselves defend. Our defence of the innocent unborn, for example, needs to be clear, firm and passionate, for at stake is the dignity of a human life, which is always sacred and demands love for each person, regardless of his or her stage of development. Equally sacred, however, are the lives of the poor, those already born, the destitute, the abandoned and the underprivileged, the vulnerable infirm and elderly exposed to covert euthanasia, the victims of human trafficking, new forms of slavery, and every form of rejection.[84] We cannot uphold an ideal of holiness that would ignore injustice in a world where some revel, spend with abandon and live only for the latest consumer goods, even as others look on from afar, living their entire lives in abject poverty.\n\n102. We often hear it said that, with respect to relativism and the flaws of our present world, the situation of migrants, for example, is a lesser issue. Some Catholics consider it a secondary issue compared to the “grave” bioethical questions. That a politician looking for votes might say such a thing is understandable, but not a Christian, for whom the only proper attitude is to stand in the shoes of those brothers and sisters of ours who risk their lives to offer a future to their children. Can we not realize that this is exactly what Jesus demands of us, when he tells us that in welcoming the stranger we welcome him (cf. Mt 25:35)? Saint Benedict did so readily, and though it might have “complicated” the life of his monks, he ordered that all guests who knocked at the monastery door be welcomed “like Christ”,[85] with a gesture of veneration;[86] the poor and pilgrims were to be met with “the greatest care and solicitude”.[87]\n\n103. A similar approach is found in the Old Testament: “You shall not wrong a stranger or oppress him, for you yourselves were strangers in the land of Egypt” (Ex 22:21). “When a stranger resides with you in your land, you shall not oppress him. The stranger who resides with you shall be to you as the citizen among you; and you shall love him as yourself; for you were strangers in the land of Egypt” (Lev 19:33-34). This is not a notion invented by some Pope, or a momentary fad. In today’s world too, we are called to follow the path of spiritual wisdom proposed by the prophet Isaiah to show what is pleasing to God. “Is it not to share your bread with the hungry and bring the homeless poor into your house; when you see the naked, to cover him, and not to hide yourself from your own kin? Then your light shall break forth like the dawn” (58:7-8).\n\nThe worship most acceptable to God\n\n104. We may think that we give glory to God only by our worship and prayer, or simply by following certain ethical norms. It is true that the primacy belongs to our relationship with God, but we cannot forget that the ultimate criterion on which our lives will be judged is what we have done for others. Prayer is most precious, for it nourishes a daily commitment to love. Our worship becomes pleasing to God when we devote ourselves to living generously, and allow God’s gift, granted in prayer, to be shown in our concern for our brothers and sisters.\n\n105. Similarly, the best way to discern if our prayer is authentic is to judge to what extent our life is being transformed in the light of mercy. For “mercy is not only an action of the Father; it becomes a criterion for ascertaining who his true children are”.[88] Mercy “is the very foundation of the Church’s life”.[89] In this regard, I would like to reiterate that mercy does not exclude justice and truth; indeed, “we have to say that mercy is the fullness of justice and the most radiant manifestation of God’s truth”.[90] It is “the key to heaven”.[91]\n\n106. Here I think of Saint Thomas Aquinas, who asked which actions of ours are noblest, which external works best show our love for God. Thomas answered unhesitatingly that they are the works of mercy towards our neighbour,[92] even more than our acts of worship: “We worship God by outward sacrifices and gifts, not for his own benefit, but for that of ourselves and our neighbour. For he does not need our sacrifices, but wishes them to be offered to him, in order to stir our devotion and to profit our neighbour. Hence mercy, whereby we supply others’ defects, is a sacrifice more acceptable to him, as conducing more directly to our neighbour’s well-being”.[93]\n\n107. Those who really wish to give glory to God by their lives, who truly long to grow in holiness, are called to be single-minded and tenacious in their practice of the works of mercy. Saint Teresa of Calcutta clearly realized this: “Yes, I have many human faults and failures… But God bends down and uses us, you and me, to be his love and his compassion in the world; he bears our sins, our troubles and our faults. He depends on us to love the world and to show how much he loves it. If we are too concerned with ourselves, we will have no time left for others”.[94]\n\n108. Hedonism and consumerism can prove our downfall, for when we are obsessed with our own pleasure, we end up being all too concerned about ourselves and our rights, and we feel a desperate need for free time to enjoy ourselves. We will find it hard to feel and show any real concern for those in need, unless we are able to cultivate a certain simplicity of life, resisting the feverish demands of a consumer society, which leave us impoverished and unsatisfied, anxious to have it all now. Similarly, when we allow ourselves to be caught up in superficial information, instant communication and virtual reality, we can waste precious time and become indifferent to the suffering flesh of our brothers and sisters. Yet even amid this whirlwind of activity, the Gospel continues to resound, offering us the promise of a different life, a healthier and happier life.\n\n* * *\n\n109. The powerful witness of the saints is revealed in their lives, shaped by the Beatitudes and the criterion of the final judgement. Jesus’ words are few and straightforward, yet practical and valid for everyone, for Christianity is meant above all to be put into practice. It can also be an object of study and reflection, but only to help us better live the Gospel in our daily lives. I recommend rereading these great biblical texts frequently, referring back to them, praying with them, trying to embody them. They will benefit us; they will make us genuinely happy.\n\nCHAPTER FOUR\n\nSIGNS OF HOLINESS IN TODAY’S WORLD\n\n110. Within the framework of holiness offered by the Beatitudes and Matthew 25:31-46, I would like to mention a few signs or spiritual attitudes that, in my opinion, are necessary if we are to understand the way of life to which the Lord calls us. I will not pause to explain the means of sanctification already known to us: the various methods of prayer, the inestimable sacraments of the Eucharist and Reconciliation, the offering of personal sacrifices, different forms of devotion, spiritual direction, and many others as well. Here I will speak only of certain aspects of the call to holiness that I hope will prove especially meaningful.\n\n111. The signs I wish to highlight are not the sum total of a model of holiness, but they are five great expressions of love for God and neighbour that I consider of particular importance in the light of certain dangers and limitations present in today’s culture. There we see a sense of anxiety, sometimes violent, that distracts and debilitates; negativity and sullenness; the self-content bred by consumerism; individualism; and all those forms of ersatz spirituality – having nothing to do with God – that dominate the current religious marketplace.\n\nPERSEVERANCE, PATIENCE AND MEEKNESS\n\n112. The first of these great signs is solid grounding in the God who loves and sustains us. This source of inner strength enables us to persevere amid life’s ups and downs, but also to endure hostility, betrayal and failings on the part of others. “If God is for us, who is against us?” (Rom 8:31): this is the source of the peace found in the saints. Such inner strength makes it possible for us, in our fast-paced, noisy and aggressive world, to give a witness of holiness through patience and constancy in doing good. It is a sign of the fidelity born of love, for those who put their faith in God (pístis) can also be faithful to others (pistós). They do not desert others in bad times; they accompany them in their anxiety and distress, even though doing so may not bring immediate satisfaction.\n\n113. Saint Paul bade the Romans not to repay evil for evil (cf. Rom 12:17), not to seek revenge (v. 19), and not to be overcome by evil, but instead to “overcome evil with good” (v. 21). This attitude is not a sign of weakness but of true strength, because God himself “is slow to anger but great in power” (Nah 1:3). The word of God exhorts us to “put away all bitterness and wrath and wrangling and slander, together with all malice” (Eph 4:31).\n\n114. We need to recognize and combat our aggressive and selfish inclinations, and not let them take root. “Be angry but do not sin; do not let the sun go down on your anger” (Eph 4:26). When we feel overwhelmed, we can always cling to the anchor of prayer, which puts us back in God’s hands and the source of our peace. “Have no anxiety about anything, but in everything, by prayer and supplication with thanksgiving, let your requests be made known to God. And the peace of God, which surpasses all understanding, will guard your hearts...” (Phil 4:6-7).\n\n115. Christians too can be caught up in networks of verbal violence through the internet and the various forums of digital communication. Even in Catholic media, limits can be overstepped, defamation and slander can become commonplace, and all ethical standards and respect for the good name of others can be abandoned. The result is a dangerous dichotomy, since things can be said there that would be unacceptable in public discourse, and people look to compensate for their own discontent by lashing out at others. It is striking that at times, in claiming to uphold the other commandments, they completely ignore the eighth, which forbids bearing false witness or lying, and ruthlessly vilify others. Here we see how the unguarded tongue, set on fire by hell, sets all things ablaze (cf. Jas 3:6).\n\n116. Inner strength, as the work of grace, prevents us from becoming carried away by the violence that is so much a part of life today, because grace defuses vanity and makes possible meekness of heart. The saints do not waste energy complaining about the failings of others; they can hold their tongue before the faults of their brothers and sisters, and avoid the verbal violence that demeans and mistreats others. Saints hesitate to treat others harshly; they consider others better than themselves (cf. Phil 2:3).\n\n117. It is not good when we look down on others like heartless judges, lording it over them and always trying to teach them lessons. That is itself a subtle form of violence.[95] Saint John of the Cross proposed a different path: “Always prefer to be taught by all, rather than to desire teaching even the least of all”.[96] And he added advice on how to keep the devil at bay: “Rejoice in the good of others as if it were your own, and desire that they be given precedence over you in all things; this you should do wholeheartedly. You will thereby overcome evil with good, banish the devil, and possess a happy heart. Try to practise this all the more with those who least attract you. Realize that if you do not train yourself in this way, you will not attain real charity or make any progress in it”.[97]\n\n118. Humility can only take root in the heart through humiliations. Without them, there is no humility or holiness. If you are unable to suffer and offer up a few humiliations, you are not humble and you are not on the path to holiness. The holiness that God bestows on his Church comes through the humiliation of his Son. He is the way. Humiliation makes you resemble Jesus; it is an unavoidable aspect of the imitation of Christ. For “Christ suffered for you, leaving you an example, so that you might follow in his steps” (1 Pet 2:21). In turn, he reveals the humility of the Father, who condescends to journey with his people, enduring their infidelities and complaints (cf. Ex 34:6-9; Wis 11:23-12:2; Lk 6:36). For this reason, the Apostles, after suffering humiliation, rejoiced “that they were counted worthy to suffer dishonour for [Jesus’] name” (Acts 5:41).\n\n119. Here I am not speaking only about stark situations of martyrdom, but about the daily humiliations of those who keep silent to save their families, who prefer to praise others rather than boast about themselves, or who choose the less welcome tasks, at times even choosing to bear an injustice so as to offer it to the Lord. “If when you do right and suffer for it, you have God’s approval” (1 Pet 2:20). This does not mean walking around with eyes lowered, not saying a word and fleeing the company of others. At times, precisely because someone is free of selfishness, he or she can dare to disagree gently, to demand justice or to defend the weak before the powerful, even if it may harm his or her reputation.\n\n120. I am not saying that such humiliation is pleasant, for that would be masochism, but that it is a way of imitating Jesus and growing in union with him. This is incomprehensible on a purely natural level, and the world mocks any such notion. Instead, it is a grace to be sought in prayer: “Lord, when humiliations come, help me to know that I am following in your footsteps”.\n\n121. To act in this way presumes a heart set at peace by Christ, freed from the aggressiveness born of overweening egotism. That same peacefulness, the fruit of grace, makes it possible to preserve our inner trust and persevere in goodness, “though I walk through the valley of the shadow of death” (Ps 23:4) or “a host encamp against me” (Ps 27:3). Standing firm in the Lord, the Rock, we can sing: “In peace I will both lie down and sleep; for you alone, O Lord, make me dwell in safety” (Ps 4:8). Christ, in a word, “is our peace” (Eph 2:14); he came “to guide our feet into the way of peace” (Lk 1:79). As he told Saint Faustina Kowalska, “Mankind will not have peace until it turns with trust to my mercy”.[98] So let us not fall into the temptation of looking for security in success, vain pleasures, possessions, power over others or social status. Jesus says: “My peace I give to you; I do not give it to you as the world gives peace” (Jn 14:27).\n\nJOY AND A SENSE OF HUMOUR\n\n122. Far from being timid, morose, acerbic or melancholy, or putting on a dreary face, the saints are joyful and full of good humour. Though completely realistic, they radiate a positive and hopeful spirit. The Christian life is “joy in the Holy Spirit” (Rom 14:17), for “the necessary result of the love of charity is joy; since every lover rejoices at being united to the beloved… the effect of charity is joy”.[99] Having received the beautiful gift of God’s word, we embrace it “in much affliction, with joy inspired by the Holy Spirit” (1 Thess 1:6). If we allow the Lord to draw us out of our shell and change our lives, then we can do as Saint Paul tells us: “Rejoice in the Lord always; I say it again, rejoice!” (Phil 4:4).\n\n123. The prophets proclaimed the times of Jesus, in which we now live, as a revelation of joy. “Shout and sing for joy!” (Is 12:6). “Get you up to a high mountain, O herald of good tidings to Zion; lift up your voice with strength, O herald of good tidings to Jerusalem!” (Is 40:9). “Break forth, O mountains, into singing! For the Lord has comforted his people, and he will have compassion on his afflicted” (Is 49:13). “Rejoice greatly, O daughter of Zion! Shout aloud, O daughter of Jerusalem! Behold, your king comes to you; triumphant and victorious is he” (Zech 9:9). Nor should we forget Nehemiah’s exhortation: “Do not be grieved, for the joy of the Lord is your strength!” (8:10).\n\n124. Mary, recognizing the newness that Jesus brought, sang: “My spirit rejoices” (Lk 1:47), and Jesus himself “rejoiced in the Holy Spirit” (Lk 10:21). As he passed by, “all the people rejoiced” (Lk 13:17). After his resurrection, wherever the disciples went, there was “much joy” (Acts 8:8). Jesus assures us: “You will be sorrowful, but your sorrow will turn into joy... I will see you again and your hearts will rejoice, and no one will take your joy from you” (Jn 16:20.22). “These things I have spoken to you, that my joy may be in you, and that your joy may be full” (Jn 15:11).\n\n125. Hard times may come, when the cross casts its shadow, yet nothing can destroy the supernatural joy that “adapts and changes, but always endures, even as a flicker of light born of our personal certainty that, when everything is said and done, we are infinitely loved”.[100] That joy brings deep security, serene hope and a spiritual fulfilment that the world cannot understand or appreciate.\n\n126. Christian joy is usually accompanied by a sense of humour. We see this clearly, for example, in Saint Thomas More, Saint Vincent de Paul and Saint Philip Neri. Ill humour is no sign of holiness. “Remove vexation from your mind” (Eccl 11:10). We receive so much from the Lord “for our enjoyment” (1 Tim 6:17), that sadness can be a sign of ingratitude. We can get so caught up in ourselves that we are unable to recognize God’s gifts.[101]\n\n127. With the love of a father, God tells us: “My son, treat yourself well... Do not deprive yourself of a happy day” (Sir 14:11.14). He wants us to be positive, grateful and uncomplicated: “In the day of prosperity, be joyful... God created human beings straightforward, but they have devised many schemes” (Eccl 7:14.29). Whatever the case, we should remain resilient and imitate Saint Paul: “I have learned to be content with what I have” (Phil 4:11). Saint Francis of Assisi lived by this; he could be overwhelmed with gratitude before a piece of hard bread, or joyfully praise God simply for the breeze that caressed his face.\n\n128. This is not the joy held out by today’s individualistic and consumerist culture. Consumerism only bloats the heart. It can offer occasional and passing pleasures, but not joy. Here I am speaking of a joy lived in communion, which shares and is shared, since “there is more happiness in giving than in receiving” (Acts 20:35) and “God loves a cheerful giver” (2 Cor 9:7). Fraternal love increases our capacity for joy, since it makes us capable of rejoicing in the good of others: “Rejoice with those who rejoice” (Rom 12:15). “We rejoice when we are weak and you are strong” (2 Cor 13:9). On the other hand, when we “focus primarily on our own needs, we condemn ourselves to a joyless existence”.[102]\n\nBOLDNESS AND PASSION\n\n129. Holiness is also parrhesía: it is boldness, an impulse to evangelize and to leave a mark in this world. To allow us to do this, Jesus himself comes and tells us once more, serenely yet firmly: “Do not be afraid” (Mk 6:50). “I am with you always, to the end of the world” (Mt 28:20). These words enable us to go forth and serve with the same courage that the Holy Spirit stirred up in the Apostles, impelling them to proclaim Jesus Christ. Boldness, enthusiasm, the freedom to speak out, apostolic fervour, all these are included in the word parrhesía. The Bible also uses this word to describe the freedom of a life open to God and to others (cf. Acts 4:29, 9:28, 28:31; 2 Cor 3:12; Eph 3:12; Heb 3:6, 10:19).\n\n130. Blessed Paul VI, in referring to obstacles to evangelization, spoke of a lack of fervour (parrhesía) that is “all the more serious because it comes from within”.[103] How often we are tempted to keep close to the shore! Yet the Lord calls us to put out into the deep and let down our nets (cf. Lk 5:4). He bids us spend our lives in his service. Clinging to him, we are inspired to put all our charisms at the service of others. May we always feel compelled by his love (2 Cor 5:14) and say with Saint Paul: “Woe to me if I do not preach the Gospel” (1 Cor 9:16).\n\n131. Look at Jesus. His deep compassion reached out to others. It did not make him hesitant, timid or self-conscious, as often happens with us. Quite the opposite. His compassion made him go out actively to preach and to send others on a mission of healing and liberation. Let us acknowledge our weakness, but allow Jesus to lay hold of it and send us too on mission. We are weak, yet we hold a treasure that can enlarge us and make those who receive it better and happier. Boldness and apostolic courage are an essential part of mission.\n\n132. Parrhesía is a seal of the Spirit; it testifies to the authenticity of our preaching. It is a joyful assurance that leads us to glory in the Gospel we proclaim. It is an unshakeable trust in the faithful Witness who gives us the certainty that nothing can “separate us from the love of God” (Rom 8:39).\n\n133. We need the Spirit’s prompting, lest we be paralyzed by fear and excessive caution, lest we grow used to keeping within safe bounds. Let us remember that closed spaces grow musty and unhealthy. When the Apostles were tempted to let themselves be crippled by danger and threats, they joined in prayer to implore parrhesía: “And now, Lord, look upon their threats, and grant to your servants to speak your word with all boldness” (Acts 4:29). As a result, “when they had prayed, the place in which they were gathered together was shaken; and they were all filled with the Holy Spirit and spoke the word of God with boldness” (Acts 4:31).\n\n134. Like the prophet Jonah, we are constantly tempted to flee to a safe haven. It can have many names: individualism, spiritualism, living in a little world, addiction, intransigence, the rejection of new ideas and approaches, dogmatism, nostalgia, pessimism, hiding behind rules and regulations. We can resist leaving behind a familiar and easy way of doing things. Yet the challenges involved can be like the storm, the whale, the worm that dried the gourd plant, or the wind and sun that burned Jonah’s head. For us, as for him, they can serve to bring us back to the God of tenderness, who invites us to set out ever anew on our journey.\n\n135. God is eternal newness. He impels us constantly to set out anew, to pass beyond what is familiar, to the fringes and beyond. He takes us to where humanity is most wounded, where men and women, beneath the appearance of a shallow conformity, continue to seek an answer to the question of life’s meaning. God is not afraid! He is fearless! He is always greater than our plans and schemes. Unafraid of the fringes, he himself became a fringe (cf. Phil 2:6-8; Jn 1:14). So if we dare to go to the fringes, we will find him there; indeed, he is already there. Jesus is already there, in the hearts of our brothers and sisters, in their wounded flesh, in their troubles and in their profound desolation. He is already there.\n\n136. True enough, we need to open the door of our hearts to Jesus, who stands and knocks (cf. Rev 3:20). Sometimes I wonder, though, if perhaps Jesus is already inside us and knocking on the door for us to let him escape from our stale self-centredness. In the Gospel, we see how Jesus “went through the cities and villages, preaching and bringing the good news of the kingdom of God” (Lk 8:1). After the resurrection, when the disciples went forth in all directions, the Lord accompanied them (cf. Mk 16:20). This is what happens as the result of true encounter.\n\n137. Complacency is seductive; it tells us that there is no point in trying to change things, that there is nothing we can do, because this is the way things have always been and yet we always manage to survive. By force of habit we no longer stand up to evil. We “let things be”, or as others have decided they ought to be. Yet let us allow the Lord to rouse us from our torpor, to free us from our inertia. Let us rethink our usual way of doing things; let us open our eyes and ears, and above all our hearts, so as not to be complacent about things as they are, but unsettled by the living and effective word of the risen Lord.\n\n138. We are inspired to act by the example of all those priests, religious, and laity who devote themselves to proclamation and to serving others with great fidelity, often at the risk of their lives and certainly at the cost of their comfort. Their testimony reminds us that, more than bureaucrats and functionaries, the Church needs passionate missionaries, enthusiastic about sharing true life. The saints surprise us, they confound us, because by their lives they urge us to abandon a dull and dreary mediocrity.\n\n139. Let us ask the Lord for the grace not to hesitate when the Spirit calls us to take a step forward. Let us ask for the apostolic courage to share the Gospel with others and to stop trying to make our Christian life a museum of memories. In every situation, may the Holy Spirit cause us to contemplate history in the light of the risen Jesus. In this way, the Church will not stand still, but constantly welcome the Lord’s surprises.\n\nIN COMMUNITY\n\n140. When we live apart from others, it is very difficult to fight against concupiscence, the snares and temptations of the devil and the selfishness of the world. Bombarded as we are by so many enticements, we can grow too isolated, lose our sense of reality and inner clarity, and easily succumb.\n\n141. Growth in holiness is a journey in community, side by side with others. We see this in some holy communities. From time to time, the Church has canonized entire communities that lived the Gospel heroically or offered to God the lives of all their members. We can think, for example, of the seven holy founders of the Order of the Servants of Mary, the seven blessed sisters of the first monastery of the Visitation in Madrid, the Japanese martyrs Saint Paul Miki and companions, the Korean martyrs Saint Andrew Taegon and companions, or the South American martyrs Saint Roque González, Saint Alonso Rodríguez and companions. We should also remember the more recent witness borne by the Trappists of Tibhirine, Algeria, who prepared as a community for martyrdom. In many holy marriages too, each spouse becomes a means used by Christ for the sanctification of the other. Living or working alongside others is surely a path of spiritual growth. Saint John of the Cross told one of his followers: “You are living with others in order to be fashioned and tried”.[104]\n\n142. Each community is called to create a “God-enlightened space in which to experience the hidden presence of the risen Lord”.[105] Sharing the word and celebrating the Eucharist together fosters fraternity and makes us a holy and missionary community. It also gives rise to authentic and shared mystical experiences. Such was the case with Saints Benedict and Scholastica. We can also think of the sublime spiritual experience shared by Saint Augustine and his mother, Saint Monica. “As the day now approached on which she was to depart this life, a day known to you but not to us, it came about, as I believe by your secret arrangement, that she and I stood alone leaning in a window that looked onto a garden… We opened wide our hearts to drink in the streams of your fountain, the source of life that is in you... And as we spoke of that wisdom and strained after it, we touched it in some measure by the impetus of our hearts... eternal life might be like that one moment of knowledge which we now sighed after”.[106]\n\n143. Such experiences, however, are neither the most frequent nor the most important. The common life, whether in the family, the parish, the religious community or any other, is made up of small everyday things. This was true of the holy community formed by Jesus, Mary and Joseph, which reflected in an exemplary way the beauty of the Trinitarian communion. It was also true of the life that Jesus shared with his disciples and with ordinary people.\n\n144. Let us not forget that Jesus asked his disciples to pay attention to details.\n\nThe little detail that wine was running out at a party.\n\nThe little detail that one sheep was missing.\n\nThe little detail of noticing the widow who offered her two small coins.\n\nThe little detail of having spare oil for the lamps, should the bridegroom delay.\n\nThe little detail of asking the disciples how many loaves of bread they had.\n\nThe little detail of having a fire burning and a fish cooking as he waited for the disciples at daybreak.\n\n145. A community that cherishes the little details of love,[107] whose members care for one another and create an open and evangelizing environment, is a place where the risen Lord is present, sanctifying it in accordance with the Father’s plan. There are times when, by a gift of the Lord’s love, we are granted, amid these little details, consoling experiences of God. “One winter night I was carrying out my little duty as usual… Suddenly, I heard off in the distance the harmonious sound of a musical instrument. I then pictured a well-lighted drawing room, brilliantly gilded, filled with elegantly dressed young ladies conversing together and conferring upon each other all sorts of compliments and other worldly remarks. Then my glance fell upon the poor invalid whom I was supporting. Instead of the beautiful strains of music I heard only her occasional complaints… I cannot express in words what happened in my soul; what I know is that the Lord illumined it with rays of truth which so surpassed the dark brilliance of earthly feasts that I could not believe my happiness”.[108]\n\n146. Contrary to the growing consumerist individualism that tends to isolate us in a quest for well-being apart from others, our path to holiness can only make us identify all the more with Jesus’ prayer “that all may be one; even as you, Father, are in me, and I in you” (Jn 17:21).\n\nIN CONSTANT PRAYER\n\n147. Finally, though it may seem obvious, we should remember that holiness consists in a habitual openness to the transcendent, expressed in prayer and adoration. The saints are distinguished by a spirit of prayer and a need for communion with God. They find an exclusive concern with this world to be narrow and stifling, and, amid their own concerns and commitments, they long for God, losing themselves in praise and contemplation of the Lord. I do not believe in holiness without prayer, even though that prayer need not be lengthy or involve intense emotions.\n\n148. SaintJohn of the Cross tells us: “Endeavour to remain always in the presence of God, either real, imaginative, or unitive, insofar as is permitted by your works”.[109] In the end, our desire for God will surely find expression in our daily lives: “Try to be continuous in prayer, and in the midst of bodily exercises do not leave it. Whether you eat, drink, talk with others, or do anything, always go to God and attach your heart to him”.[110]\n\n149. For this to happen, however, some moments spent alone with God are also necessary. For Saint Teresa of Avila, prayer “is nothing but friendly intercourse, and frequent solitary converse, with him who we know loves us”.[111] I would insist that this is true not only for a privileged few, but for all of us, for “we all have need of this silence, filled with the presence of him who is adored”.[112] Trust-filled prayer is a response of a heart open to encountering God face to face, where all is peaceful and the quiet voice of the Lord can be heard in the midst of silence.\n\n150. In that silence, we can discern, in the light of the Spirit, the paths of holiness to which the Lord is calling us. Otherwise, any decisions we make may only be window-dressing that, rather than exalting the Gospel in our lives, will mask or submerge it. For each disciple, it is essential to spend time with the Master, to listen to his words, and to learn from him always. Unless we listen, all our words will be nothing but useless chatter.\n\n151. We need to remember that “contemplation of the face of Jesus, died and risen, restores our humanity, even when it has been broken by the troubles of this life or marred by sin. We must not domesticate the power of the face of Christ”.[113] So let me ask you: Are there moments when you place yourself quietly in the Lord’s presence, when you calmly spend time with him, when you bask in his gaze? Do you let his fire inflame your heart? Unless you let him warm you more and more with his love and tenderness, you will not catch fire. How will you then be able to set the hearts of others on fire by your words and witness? If, gazing on the face of Christ, you feel unable to let yourself be healed and transformed, then enter into the Lord’s heart, into his wounds, for that is the abode of divine mercy.[114]\n\n152. I ask that we never regard prayerful silence as a form of escape and rejection of the world around us. The Russian pilgrim, who prayed constantly, says that such prayer did not separate him from what was happening all around him. “Everybody was kind to me; it was as though everyone loved me... Not only did I feel [happiness and consolation] in my own soul, but the whole outside world also seemed to me full of charm and delight”.[115]\n\n153. Nor does history vanish. Prayer, because it is nourished by the gift of God present and at work in our lives, must always be marked by remembrance. The memory of God’s works is central to the experience of the covenant between God and his people. God wished to enter history, and so our prayer is interwoven with memories. We think back not only on his revealed Word, but also on our own lives, the lives of others, and all that the Lord has done in his Church. This is the grateful memory that Saint Ignatius of Loyola refers to in his Contemplation for Attaining Love,[116] when he asks us to be mindful of all the blessings we have received from the Lord. Think of your own history when you pray, and there you will find much mercy. This will also increase your awareness that the Lord is ever mindful of you; he never forgets you. So it makes sense to ask him to shed light on the smallest details of your life, for he sees them all.\n\n154. Prayer of supplication is an expression of a heart that trusts in God and realizes that of itself it can do nothing. The life of God’s faithful people is marked by constant supplication born of faith-filled love and great confidence. Let us not downplay prayer of petition, which so often calms our hearts and helps us persevere in hope. Prayer of intercession has particular value, for it is an act of trust in God and, at the same time, an expression of love for our neighbour. There are those who think, based on a one-sided spirituality, that prayer should be unalloyed contemplation of God, free of all distraction, as if the names and faces of others were somehow an intrusion to be avoided. Yet in reality, our prayer will be all the more pleasing to God and more effective for our growth in holiness if, through intercession, we attempt to practise the twofold commandment that Jesus left us. Intercessory prayer is an expression of our fraternal concern for others, since we are able to embrace their lives, their deepest troubles and their loftiest dreams. Of those who commit themselves generously to intercessory prayer we can apply the words of Scripture: “This is a man who loves the brethren and prays much for the people” (2 Mac 15:14).\n\n155. If we realize that God exists, we cannot help but worship him, at times in quiet wonder, and praise him in festive song. We thus share in the experience of Blessed Charles de Foucauld, who said: “As soon as I believed that there was a God, I understood that I could do nothing other than to live for him”.[117] In the life of God’s pilgrim people, there can be many simple gestures of pure adoration, as when “the gaze of a pilgrim rests on an image that symbolizes God’s affection and closeness. Love pauses, contemplates the mystery, and enjoys it in silence”.[118]\n\n156. The prayerful reading of God’s word, which is “sweeter than honey” (Ps 119:103) yet a “two-edged sword” (Heb 4:12), enables us to pause and listen to the voice of the Master. It becomes a lamp for our steps and a light for our path (cf. Ps 119:105). As the bishops of India have reminded us, “devotion to the word of God is not simply one of many devotions, beautiful but somewhat optional. It goes to the very heart and identity of Christian life. The word has the power to transform lives”.[119]\n\n157. Meeting Jesus in the Scriptures leads us to the Eucharist, where the written word attains its greatest efficacy, for there the living Word is truly present. In the Eucharist, the one true God receives the greatest worship the world can give him, for it is Christ himself who is offered. When we receive him in Holy Communion, we renew our covenant with him and allow him to carry out ever more fully his work of transforming our lives.\n\nCHAPTER FIVE\n\nSPIRITUAL COMBAT, VIGILANCE AND DISCERNMENT\n\n158. The Christian life is a constant battle. We need strength and courage to withstand the temptations of the devil and to proclaim the Gospel. This battle is sweet, for it allows us to rejoice each time the Lord triumphs in our lives.\n\nCOMBAT AND VIGILANCE\n\n159. We are not dealing merely with a battle against the world and a worldly mentality that would deceive us and leave us dull and mediocre, lacking in enthusiasm and joy. Nor can this battle be reduced to the struggle against our human weaknesses and proclivities (be they laziness, lust, envy, jealousy or any others). It is also a constant struggle against the devil, the prince of evil. Jesus himself celebrates our victories. He rejoiced when his disciples made progress in preaching the Gospel and overcoming the opposition of the evil one: “I saw Satan fall like lightning from heaven” (Lk 10:18).\n\nMore than a myth\n\n160. We will not admit the existence of the devil if we insist on regarding life by empirical standards alone, without a supernatural understanding. It is precisely the conviction that this malign power is present in our midst that enables us to understand how evil can at times have so much destructive force. True enough, the biblical authors had limited conceptual resources for expressing certain realities, and in Jesus’ time epilepsy, for example, could easily be confused with demonic possession. Yet this should not lead us to an oversimplification that would conclude that all the cases related in the Gospel had to do with psychological disorders and hence that the devil does not exist or is not at work. He is present in the very first pages of the Scriptures, which end with God’s victory over the devil.[120] Indeed, in leaving us the Our Father, Jesus wanted us to conclude by asking the Father to “deliver us from evil”. That final word does not refer to evil in the abstract; a more exact translation would be “the evil one”. It indicates a personal being who assails us. Jesus taught us to ask daily for deliverance from him, lest his power prevail over us.\n\n161. Hence, we should not think of the devil as a myth, a representation, a symbol, a figure of speech or an idea.[121] This mistake would lead us to let down our guard, to grow careless and end up more vulnerable. The devil does not need to possess us. He poisons us with the venom of hatred, desolation, envy and vice. When we let down our guard, he takes advantage of it to destroy our lives, our families and our communities. “Like a roaring lion, he prowls around, looking for someone to devour” (1 Pet 5:8).\n\nAlert and trustful\n\n162. God’s word invites us clearly to “stand against the wiles of the devil” (Eph 6:11) and to “quench all the flaming darts of the evil one” (Eph 6:16). These expressions are not melodramatic, precisely because our path towards holiness is a constant battle. Those who do not realize this will be prey to failure or mediocrity. For this spiritual combat, we can count on the powerful weapons that the Lord has given us: faith-filled prayer, meditation on the word of God, the celebration of Mass, Eucharistic adoration, sacramental Reconciliation, works of charity, community life, missionary outreach. If we become careless, the false promises of evil will easily seduce us. As the sainted Cura Brochero observed: “What good is it when Lucifer promises you freedom and showers you with all his benefits, if those benefits are false, deceptive and poisonous?”[122]\n\n163. Along this journey, the cultivation of all that is good, progress in the spiritual life and growth in love are the best counterbalance to evil. Those who choose to remain neutral, who are satisfied with little, who renounce the ideal of giving themselves generously to the Lord, will never hold out. Even less if they fall into defeatism, for “if we start without confidence, we have already lost half the battle and we bury our talents… Christian triumph is always a cross, yet a cross which is at the same time a victorious banner, borne with aggressive tenderness against the assaults of evil”.[123]\n\nSpiritual corruption\n\n164. The path of holiness is a source of peace and joy, given to us by the Spirit. At the same time, it demands that we keep “our lamps lit” (Lk 12:35) and be attentive. “Abstain from every form of evil” (1 Thess 5:22). “Keep awake” (Mt 24:42; Mk 13:35). “Let us not fall asleep” (1 Thess 5:6). Those who think they commit no grievous sins against God’s law can fall into a state of dull lethargy. Since they see nothing serious to reproach themselves with, they fail to realize that their spiritual life has gradually turned lukewarm. They end up weakened and corrupted.\n\n165. Spiritual corruption is worse than the fall of a sinner, for it is a comfortable and self-satisfied form of blindness. Everything then appears acceptable: deception, slander, egotism and other subtle forms of self-centredness, for “even Satan disguises himself as an angel of light” (2 Cor 11:14). So Solomon ended his days, whereas David, who sinned greatly, was able to make up for disgrace. Jesus warned us against this self-deception that easily leads to corruption. He spoke of a person freed from the devil who, convinced that his life was now in order, ended up being possessed by seven other evil spirits (cf. Lk 11:24-26). Another biblical text puts it bluntly: “The dog turns back to his own vomit” (2 Pet 2:22; cf. Pr 26:11).\n\nDISCERNMENT\n\n166. How can we know if something comes from the Holy Spirit or if it stems from the spirit of the world or the spirit of the devil? The only way is through discernment, which calls for something more than intelligence or common sense. It is a gift which we must implore. If we ask with confidence that the Holy Spirit grant us this gift, and then seek to develop it through prayer, reflection, reading and good counsel, then surely we will grow in this spiritual endowment.\n\nAn urgent need\n\n167. The gift of discernment has become all the more necessary today, since contemporary life offers immense possibilities for action and distraction, and the world presents all of them as valid and good. All of us, but especially the young, are immersed in a culture of zapping. We can navigate simultaneously on two or more screens and interact at the same time with two or three virtual scenarios. Without the wisdom of discernment, we can easily become prey to every passing trend.\n\n168. This is all the more important when some novelty presents itself in our lives. Then we have to decide whether it is new wine brought by God or an illusion created by the spirit of this world or the spirit of the devil. At other times, the opposite can happen, when the forces of evil induce us not to change, to leave things as they are, to opt for a rigid resistance to change. Yet that would be to block the working of the Spirit. We are free, with the freedom of Christ. Still, he asks us to examine what is within us – our desires, anxieties, fears and questions – and what takes place all around us – “the signs of the times” – and thus to recognize the paths that lead to complete freedom. “Test everything; hold fast to what is good” (1 Thess 5:21).\n\nAlways in the light of the Lord\n\n169. Discernment is necessary not only at extraordinary times, when we need to resolve grave problems and make crucial decisions. It is a means of spiritual combat for helping us to follow the Lord more faithfully. We need it at all times, to help us recognize God’s timetable, lest we fail to heed the promptings of his grace and disregard his invitation to grow. Often discernment is exercised in small and apparently irrelevant things, since greatness of spirit is manifested in simple everyday realities.[124] It involves striving untrammelled for all that is great, better and more beautiful, while at the same time being concerned for the little things, for each day’s responsibilities and commitments. For this reason, I ask all Christians not to omit, in dialogue with the Lord, a sincere daily “examination of conscience”. Discernment also enables us to recognize the concrete means that the Lord provides in his mysterious and loving plan, to make us move beyond mere good intentions.\n\nA supernatural gift\n\n170. Certainly, spiritual discernment does not exclude existential, psychological, sociological or moral insights drawn from the human sciences. At the same time, it transcends them. Nor are the Church’s sound norms sufficient. We should always remember that discernment is a grace. Even though it includes reason and prudence, it goes beyond them, for it seeks a glimpse of that unique and mysterious plan that God has for each of us, which takes shape amid so many varied situations and limitations. It involves more than my temporal well-being, my satisfaction at having accomplished something useful, or even my desire for peace of mind. It has to do with the meaning of my life before the Father who knows and loves me, with the real purpose of my life, which nobody knows better than he. Ultimately, discernment leads to the wellspring of undying life: to know the Father, the only true God, and the one whom he has sent, Jesus Christ (cf. Jn 17:3). It requires no special abilities, nor is it only for the more intelligent or better educated. The Father readily reveals himself to the lowly (cf. Mt 11:25).\n\n171. The Lord speaks to us in a variety of ways, at work, through others and at every moment. Yet we simply cannot do without the silence of prolonged prayer, which enables us better to perceive God’s language, to interpret the real meaning of the inspirations we believe we have received, to calm our anxieties and to see the whole of our existence afresh in his own light. In this way, we allow the birth of a new synthesis that springs from a life inspired by the Spirit.\n\nSpeak, Lord\n\n172. Nonetheless, it is possible that, even in prayer itself, we could refuse to let ourselves be confronted by the freedom of the Spirit, who acts as he wills. We must remember that prayerful discernment must be born of a readiness to listen: to the Lord and to others, and to reality itself, which always challenges us in new ways. Only if we are prepared to listen, do we have the freedom to set aside our own partial or insufficient ideas, our usual habits and ways of seeing things. In this way, we become truly open to accepting a call that can shatter our security, but lead us to a better life. It is not enough that everything be calm and peaceful. God may be offering us something more, but in our comfortable inadvertence, we do not recognize it.\n\n173. Naturally, this attitude of listening entails obedience to the Gospel as the ultimate standard, but also to the Magisterium that guards it, as we seek to find in the treasury of the Church whatever is most fruitful for the “today” of salvation. It is not a matter of applying rules or repeating what was done in the past, since the same solutions are not valid in all circumstances and what was useful in one context may not prove so in another. The discernment of spirits liberates us from rigidity, which has no place before the perennial “today” of the risen Lord. The Spirit alone can penetrate what is obscure and hidden in every situation, and grasp its every nuance, so that the newness of the Gospel can emerge in another light.\n\nThe logic of gift and of the cross\n\n174. An essential condition for progress in discernment is a growing understanding of God’s patience and his timetable, which are never our own. God does not pour down fire upon those who are unfaithful (cf. Lk 9:54), or allow the zealous to uproot the tares growing among the wheat (cf. Mt 13:29). Generosity too is demanded, for “it is more blessed to give than to receive” (Acts 20:35). Discernment is not about discovering what more we can get out of this life, but about recognizing how we can better accomplish the mission entrusted to us at our baptism. This entails a readiness to make sacrifices, even to sacrificing everything. For happiness is a paradox. We experience it most when we accept the mysterious logic that is not of this world: “This is our logic”, says Saint Bonaventure,[125] pointing to the cross. Once we enter into this dynamic, we will not let our consciences be numbed and we will open ourselves generously to discernment.\n\n175. When, in God’s presence, we examine our life’s journey, no areas can be off limits. In all aspects of life we can continue to grow and offer something greater to God, even in those areas we find most difficult. We need, though, to ask the Holy Spirit to liberate us and to expel the fear that makes us ban him from certain parts of our lives. God asks everything of us, yet he also gives everything to us. He does not want to enter our lives to cripple or diminish them, but to bring them to fulfilment. Discernment, then, is not a solipsistic self-analysis or a form of egotistical introspection, but an authentic process of leaving ourselves behind in order to approach the mystery of God, who helps us to carry out the mission to which he has called us, for the good of our brothers and sisters.\n\n* * *\n\n176. I would like these reflections to be crowned by Mary, because she lived the Beatitudes of Jesus as none other. She is that woman who rejoiced in the presence of God, who treasured everything in her heart, and who let herself be pierced by the sword. Mary is the saint among the saints, blessed above all others. She teaches us the way of holiness and she walks ever at our side. She does not let us remain fallen and at times she takes us into her arms without judging us. Our converse with her consoles, frees and sanctifies us. Mary our Mother does not need a flood of words. She does not need us to tell her what is happening in our lives. All we need do is whisper, time and time again: “Hail Mary…”\n\n177. It is my hope that these pages will prove helpful by enabling the whole Church to devote herself anew to promoting the desire for holiness. Let us ask the Holy Spirit to pour out upon us a fervent longing to be saints for God’s greater glory, and let us encourage one another in this effort. In this way, we will share a happiness that the world will not be able to take from us.\n\nGiven in Rome, at Saint Peter’s, on 19 March, the Solemnity of Saint Joseph, in the year 2018, the sixth of my Pontificate.\n\nFrancis\n\n[1] BENEDICT XVI, Homily for the Solemn Inauguration of the Petrine Ministry (24 April 2005): AAS 97 (2005), 708.\n\n[2] This always presumes a reputation of holiness and the exercise, at least to an ordinary degree, of the Christian virtues: cf. Motu Proprio Maiorem Hac Dilectionem (11 July 2017), Art. 2c: L’Osservatore Romano, 12 July 2017, p. 8.\n\n[3] SECOND VATICAN ECUMENICAL COUNCIL, Dogmatic Constitution on the Church Lumen Gentium, 9.\n\n[4] Cf. JOSEPH MALEGUE, Pierres noires. Les classes moyennes du Salut, Paris, 1958.\n\n[5] SECOND VATICAN ECUMENICAL COUNCIL, Dogmatic Constitution on the Church Lumen Gentium, 12.\n\n[6] Verborgenes Leben und Epiphanie: GW XI, 145.\n\n[7] JOHN PAUL II, Encyclical Letter Novo Millennio Ineunte (6 January 2001), 56: AAS 93 (2001), 307.\n\n[8] Encyclical Letter Tertio Millennio Adveniente (10 November 1994), 37: AAS 87 (1995), 29.\n\n[9] Homily for the Ecumenical Commemoration of Witnesses to the Faith in the Twentieth Century (7 May 2000), 5: AAS 92 (2000), 680-681.\n\n[10] Dogmatic Constitution on the Church Lumen Gentium, 11.\n\n[11] Cf. HANS URS VON BALTHASAR, “Theology and Holiness”, in Communio 14/4 (1987), 345.\n\n[12] Spiritual Canticle, Red. B, Prologue, 2.\n\n[13] Cf. ibid., 14-15, 2.\n\n[14] Cf. Catechesis, General Audience of 19 November 2014: Insegnamenti II/2 (2014), 555.\n\n[15] FRANCIS DE SALES, Treatise on the Love of God, VIII, 11.\n\n[16] Five Loaves and Two Fish, Pauline Books and Media, 2003, pp. 9, 13.\n\n[17] NEW ZEALAND CATHOLIC BISHOPS’ CONFERENCE, Healing Love, 1 January 1988.\n\n[18] Spiritual Exercises, 102-312.\n\n[19] Catechism of the Catholic Church, 515.\n\n[20] Ibid., 516.\n\n[21] Ibid., 517.\n\n[22] Ibid., 518.\n\n[23] Ibid., 521.\n\n[24] BENEDICT XVI, Catechesis, General Audience of 13 April 2011: Insegnamenti VII (2011), 451.\n\n[25] Ibid., 450.\n\n[26] Cf. HANS URS VON BALTHASAR, “Theology and Holiness”, in Communio 14/4 (1987), 341-350.\n\n[27] XAVIER ZUBIRI, Naturaleza, historia, Dios, Madrid, 19933, 427.\n\n[28] CARLO M. MARTINI, Le confessioni di Pietro, Cinisello Balsamo, 2017, 69.\n\n[29] We need to distinguish between this kind of superficial entertainment and a healthy culture of leisure, which opens us to others and to reality itself in a spirit of openness and contemplation.\n\n[30] JOHN PAUL II, Homily at the Mass of Canonization (1 October 2000), 5: AAS 92 (2000), 852.\n\n[31] REGIONAL EPISCOPAL CONFERENCE OF WEST AFRICA, Pastoral Message at the End of the Second Plenary Assembly, 29 February 2016, 2.\n\n[32] La femme pauvre, Paris, II, 27.\n\n[33] Cf. CONGREGATION FOR THE DOCTRINE OF THE FAITH, Letter Placuit Deo on Certain Aspects of Christian Salvation (22 February 2018), 4, in L’Osservatore Romano, 2 March 2018, pp. 4-5: “Both neo-Pelagian individualism and the neo-Gnostic disregard of the body deface the confession of faith in Christ, the one, universal Saviour”. This document provides the doctrinal bases for understanding Christian salvation in reference to contemporary neo-gnostic and neo-pelagian tendencies.\n\n[34] Apostolic Exhortation Evangelii Gaudium (24 November 2013), 94: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[35] Ibid.: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[36] Homily at Mass in Casa Santa Marta, 11 November 2016: L’Osservatore Romano, 12 November 2016, p. 8.\n\n[37] As Saint Bonaventure teaches, “we must suspend all the operations of the mind and we must transform the peak of our affections, directing them to God alone… Since nature can achieve nothing and personal effort very little, it is necessary to give little importance to investigation and much to unction, little to speech and much to interior joy, little to words or writing but all to the gift of God, namely the Holy Spirit, little or no importance should be given to the creature, but all to the Creator, the Father and the Son and the Holy Spirit”: BONAVENTURE, Itinerarium Mentis in Deum, VII, 4-5.\n\n[38] Cf. Letter to the Grand Chancellor of the Pontifical Catholic University of Argentina for the Centenary of the Founding of the Faculty of Theology (3 March 2015): L’Osservatore Romano, 9-10 March 2015, p. 6.\n\n[39] Apostolic Exhortation Evangelii Gaudium (24 November 2013), 40: AAS 105 (2013), 1037.\n\n[40] Video Message to Participants in an International Theological Congress held at the Pontifical Catholic University of Argentina (1-3 September 2015): AAS 107 (2015), 980.\n\n[41] Post-Synodal Apostolic Exhortation Vita Consecrata (25 March 1996), 38: AAS 88 (1996), 412.\n\n[42] Letter to the Grand Chancellor of the Pontifical Catholic University of Argentina for the Centenary of the Founding of the Faculty of Theology (3 March 2015): L’Osservatore Romano, 9-10 March 2015, p. 6.\n\n[43] Letter to Brother Anthony, 2: FF 251.\n\n[44] De septem donis, 9, 15.\n\n[45] In IV Sent. 37, 1, 3, ad 6.\n\n[46] Apostolic Exhortation Evangelii Gaudium (24 November 2013), 94: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[47] Cf. Bonaventure, De sex alis Seraphim, 3, 8: “Non omnes omnia possunt”. The phrase is to be understood along the lines of the Catechism of the Catholic Church, 1735.\n\n[48] Cf. THOMAS AQUINAS, Summa Theologiae II-II, q. 109, a. 9, ad 1: “But here grace is to some extent imperfect, inasmuch as it does not completely heal man, as we have said”.\n\n[49] Cf. De natura et gratia, 43, 50: PL 44, 271.\n\n[50] Confessiones, X, 29, 40: PL 32, 796.\n\n[51] Cf. Apostolic Exhortation Evangelii Gaudium (24 November 2013), 44: AAS 105 (2013), 1038.\n\n[52] In the understanding of Christian faith, grace precedes, accompanies and follows all our actions (cf. ECUMENICAL COUNCIL OF TRENT, Session VI, Decree on Justification, ch. 5: DH 1525).\n\n[53] Cf. In Ep. ad Romanos, 9, 11: PG 60, 470.\n\n[54] Homilia de Humilitate: PG 31, 530.\n\n[55] Canon 4: DH 374.\n\n[56] Session VI, Decree on Justification, ch. 8: DH 1532.\n\n[57] No. 1998.\n\n[58] Ibid., 2007.\n\n[59] Thomas Aquinas, Summa Theologiae, I-II, q. 114, a. 5.\n\n[60] ThÉrÈse of the Child Jesus, “Act of Offering to Merciful Love” (Prayers, 6).\n\n[61] Lucio Gera, Sobre el misterio del pobre, in P. GRELOT-L. GERA-A. DUMAS, El Pobre, Buenos Aires, 1962, 103.\n\n[62] This is, in a word, the Catholic doctrine on “merit” subsequent to justification: it has to do with the cooperation of the justified for growth in the life of grace (cf. Catechism of the Catholic Church, 2010). Yet this cooperation in no way makes justification itself or friendship with God the object of human merit.\n\n[63] Cf. Apostolic Exhortation\n\nEvangelii Gaudium (24 November 2013), 95: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[64] Summa Theologiae I-II, q. 107, art. 4.\n\n[65] FRANCIS, Homily at Mass for the Jubilee of Socially Excluded People (13 November 2016): L’Osservatore Romano, 14-15 November 2016, p. 8.\n\n[66] Cf. Homily at Mass in Casa Santa Marta, 9 June 2014: L’Osservatore Romano, 10 June 2014, p. 8.\n\n[67] The order of the second and third Beatitudes varies in accordance with the different textual traditions.\n\n[68] Spiritual Exercises, 23d.\n\n[69] Manuscript C, 12r.\n\n[70] From the patristic era, the Church has valued the gift of tears, as seen in the fine prayer “Ad petendam compunctionem cordis”. It reads: “Almighty and most merciful God, who brought forth from the rock a spring of living water for your thirsting people: bring forth tears of compunction from our hardness of heart, that we may grieve for our sins, and, by your mercy, obtain their forgiveness” (cf. Missale Romanum, ed. typ. 1962, p. [110]).\n\n[71] Catechism of the Catholic Church, 1789; cf. 1970.\n\n[72] Ibid., 1787.\n\n[73] Detraction and calumny are acts of terrorism: a bomb is thrown, it explodes and the attacker walks away calm and contented. This is completely different from the nobility of those who speak to others face to face, serenely and frankly, out of genuine concern for their good.\n\n[74] At times, it may be necessary to speak of the difficulties of a particular brother or sister. In such cases, it can happen that an interpretation is passed on in place of an objective fact. Emotions can misconstrue and alter the facts of a matter, and end up passing them on laced with subjective elements. In this way, neither the facts themselves nor the truth of the other person are respected.\n\n[75] Apostolic Exhortation, Evangelii Gaudium (24 November 2013), 218: AAS 105 (2013), 1110.\n\n[76] Ibid., 239: 1116.\n\n[77] Ibid., 227: 1112.\n\n[78] Encyclical Letter Centesimus Annus (1 May 1991), 41c: AAS 81 (1993), 844-845.\n\n[79] Apostolic Letter Novo Millennio Ineunte (6 January 2001), 49: AAS 93 (2001), 302.\n\n[80] Ibid.\n\n[81] Bull Misericordiae Vultus (11 April 2015), 12: AAS 107 (2015), 407.\n\n[82] We can recall the Good Samaritan’s reaction upon meeting the man attacked by robbers and left for dead (cf. Lk 10:30-37).\n\n[83] SOCIAL AFFAIRS COMMISSION OF THE CANADIAN CONFERENCE OF CATHOLIC BISHOPS, Open Letter to the Members of Parliament, The Common Good or Exclusion: A Choice for Canadians (1 February 2001), 9.\n\n[84] The Fifth General Conference of the Latin American and Caribbean Bishops, echoing the Church’s constant teaching, stated that human beings “are always sacred, from their conception, at all stages of existence, until their natural death, and after death”, and that life must be safeguarded “starting at conception, in all its stages, until natural death” (Aparecida Document, 29 June 2007, 388; 464).\n\n[85] Rule, 53, 1: PL 66, 749.\n\n[86] Cf. ibid., 53, 7: PL 66, 750.\n\n[87] Ibid., 53, 15: PL 66, 751.\n\n[88] Bull Misericordiae Vultus (11 April 2015), 9: AAS 107 (2015), 405.\n\n[89] Ibid., 10, 406.\n\n[90] Post-Synodal Apostolic Exhortation Amoris Laetitia (19 March 2016), 311: AAS 108 (2016), 439.\n\n[91] Apostolic Exhortation Evangelii Gaudium (24 November 2013), 197: AAS 105 (2013), 1103.\n\n[92] Cf. Summa Theologiae, II-II, q. 30, a. 4.\n\n[93] Ibid., ad 1.\n\n[94] Cited (in Spanish translation) in: Cristo en los Pobres, Madrid, 1981, 37-38.\n\n[95] There are some forms of bullying that, while seeming delicate or respectful and even quite spiritual, cause great damage to others’ self-esteem.\n\n[96] Precautions, 13.\n\n[97] Ibid., 13.\n\n[98] Cf. Diary. Divine Mercy in My Soul, Stockbridge, 2000, p. 139 (300).\n\n[99] THOMAS AQUINAS, Summa Theologiae, I-II, q. 70, a. 3.\n\n[100] Apostolic Exhortation Evangelii Gaudium (24 November 2013), 6: AAS 105 (2013), 1221.\n\n[101] I recommend praying the prayer attributed to Saint Thomas More: “Grant me, O Lord, good digestion, and also something to digest. Grant me a healthy body, and the necessary good humour to maintain it. Grant me a simple soul that knows to treasure all that is good and that doesn’t frighten easily at the sight of evil, but rather finds the means to put things back in their place. Give me a soul that knows not boredom, grumbling, sighs and laments, nor excess of stress, because of that obstructing thing called ‘I’. Grant me, O Lord, a sense of good humour. Allow me the grace to be able to take a joke and to discover in life a bit of joy, and to be able to share it with others”.\n\n[102] Post-Synodal Apostolic Exhortation Amoris Laetitia (19 March 2016), 110: AAS 108 (2016), 354.\n\n[103] Apostolic Exhortation Evangelii Nuntiandi (8 December 1975), 80: AAS 68 (1976), 73. It is worth noting that in this text Blessed Paul VI closely links joy and parrhesía. While lamenting a “lack of joy and hope” as an obstacle to evangelization, he extols the “delightful and comforting joy of evangelizing”, linked to “an interior enthusiasm that nobody and nothing can quench”. This ensures that the world does not receive the Gospel “from evangelizers who are dejected [and] discouraged”. During the 1975 Holy Year, Pope Paul devoted to joy his Apostolic Exhortation Gaudete in Domino (9 May 1975): AAS 67 (1975), 289-322.\n\n[104] Precautions, 15.\n\n[105] JOHN PAUL II, Apostolic Exhortation Vita Consecrata (25 March 1996), 42: AAS 88 (1996), 416.\n\n[106] Confessiones, IX, 10, 23-25: PL 32, 773-775.\n\n[107] I think especially of the three key words “please”, “thank you” and “sorry”. “The right words, spoken at the right time, daily protect and nurture love”: Post-Synodal Apostolic Exhortation Amoris Laetitia (19 March 2016), 133: AAS 108 (2016), 363.\n\n[108] THÉRÈSE OF THE CHILD JESUS, Manuscript C, 29 v-30r.\n\n[109] Degrees of Perfection, 2.\n\n[110] ID., Counsels to a Religious on How to Attain Perfection, 9.\n\n[111] Autobiography, 8, 5.\n\n[112] JOHN PAUL II, Apostolic Letter Orientale Lumen (2 May 1995), 16: AAS 87 (1995), 762.\n\n[113] Meeting with the Participants in the Fifth Convention of the Italian Church, Florence, (10 November 2015): AAS 107 (2015), 1284.\n\n[114] Cf. BERNARD OF CLAIRVAUX, Sermones in Canticum Canticorum, 61, 3-5: PL 183:1071-1073.\n\n[115] The Way of a Pilgrim, New York, 1965, pp. 17, 105-106.\n\n[116] Cf. Spiritual Exercises, 230-237.\n\n[117] Letter to Henry de Castries, 14 August 1901.\n\n[118] FIFTH GENERAL CONFERENCE OF THE LATIN AMERICAN AND CARIBBEAN BISHOPS, Aparecida Document (29 June 2007), 259.\n\n[119] CONFERENCE OF CATHOLIC BISHOPS OF INDIA, Final Declaration of the Twenty-First Plenary Assembly, 18 February 2009, 3.2.\n\n[120] Cf. Homily at Mass in Casa Santa Marta, 11 October 2013: L’Osservatore Romano, 12 October 2013, p. 2.\n\n[121] Cf. PAUL VI, Catechesis, General Audience of 15 November 1972: Insegnamenti X (1972), pp. 1168-1170: “One of our greatest needs is defence against that evil which we call the devil… Evil is not simply a deficiency, it is an efficiency, a living spiritual being, perverted and perverting. A terrible reality, mysterious and frightful. They no longer remain within the framework of biblical and ecclesiastical teaching who refuse to recognize its existence, or who make of it an independent principle that does not have, like every creature, its origin in God, or explain it as a pseudo-reality, a conceptual and imaginative personification of the hidden causes of our misfortunes”.\n\n[122] JOSÉ GABRIEL DEL ROSARIO BROCHERO, “Plática de las banderas”, in CONFERENCIA EPISCOPAL ARGENTINA, El Cura Brochero. Cartas y sermones, Buenos Aires, 1999, 71.\n\n[123] Apostolic Exhortation Evangelii Gaudium (24 November 2013), 85: AAS 105 (2013), 1056.\n\n[124] The tomb of Saint Ignatius of Loyola bears this thought-provoking inscription: Non coerceri a maximo, conteneri tamen a minimo divinum est (“Not to be confined by the greatest, yet to be contained within the smallest, is truly divine”).\n\n[125] Collationes in Hexaemeron, 1, 30.\n\nCopyright © Dicastery for Communication\n\nThe Holy See\n\nThe Holy See","witnesses":[{"sourceUrl":"https://www.vatican.va/content/francesco/en/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20180319_gaudete-et-exsultate.html","sha256":"a6f21ec2d501ceb4586e1bcea757d0bb9fc1aa13c5ce425649e0db6b0d09684a","localUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/en.html","textUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/en.txt"}]},"es":{"code":"es","label":"Español","contentFormat":"plain-text","text":"Gaudete et exsultate: Exhortación Apostólica sobre la llamada a la santidad en el mundo contemporáneo (19 de marzo de 2018)\n\nLa Santa Sede\n\nespañol\n\nFrançais\n\nEnglish\n\nItaliano\n\nPortuguês\n\nEspañol\n\nDeutsch\n\nPolski\n\nالعربيّة\n\n中文\n\nLatine\n\n×\n\nLa Santa Sede\n\nMagisterium\n\nCalendario\n\nCelebraciones Litúrgicas\n\nBilletes Audiencias y Celebraciones papales\n\nSumos Pontífices\n\nColegio Cardenalicio\n\nCuria Romana y otras organizaciones\n\nSínodo\n\nOficina de Prensa\n\nVatican News\n\nL'Osservatore Romano\n\nFrancisco\n\nExhortaciones Apostólicas\n\nA\n\nA\n\nA\n\nGeneración de PDF en curso.....\n\nAR\n\n- BE\n\n- DE\n\n- EN\n\n- ES\n\n- FR\n\n- IT\n\n- LA\n\n- LV\n\n- PL\n\n- PT\n\n- SL\n\n- VI\n\n- ZH_CN\n\n- ZH_TW\n\nEXHORTACIÓN APOSTÓLICA\n\nGAUDETE ET EXSULTATE\n\nDEL SANTO PADRE\n\nFRANCISCO\n\nSOBRE EL LLAMADO A LA SANTIDAD\n\nEN EL MUNDO ACTUAL\n\nÍNDICE\n\n«Alegraos y regocijaos» [1-2]\n\nCapítulo Primero\n\nEL LLAMADO A LA SANTIDAD\n\nLos santos que nos alientan y acompañan [3-5]\n\nLos santos de la puerta de al lado [6-9]\n\nEl Señor llama [10-13]\n\nTambién para ti [14-18]\n\nTu misión en Cristo [19-24]\n\nLa actividad que santifica [25-31]\n\nMás vivos, más humanos [32-34]\n\nCapítulo Segundo\n\nDOS SUTILES ENEMIGOS DE LA SANTIDAD\n\nEl gnosticismo actual [36]\n\nUna mente sin Dios y sin carne [37-39]\n\nUna doctrina sin misterio [40-42]\n\nLos límites de la razón [43-46]\n\nEl pelagianismo actual [47-48]\n\nUna voluntad sin humildad [49-51]\n\nUna enseñanza de la Iglesia muchas veces olvidada [52-56]\n\nLos nuevos pelagianos [57-59]\n\nEl resumen de la Ley [60-62]\n\nCapítulo Tercero\n\nA LA LUZ DEL MAESTRO\n\nA contracorriente [65-66]\n\n«Felices los pobres de espíritu, porque de ellos es el reino de los cielos» [67-70]\n\n«Felices los mansos, porque heredarán la tierra» [71-74]\n\n«Felices los que lloran, porque ellos serán consolados» [75-76]\n\n«Felices los que tienen hambre y sed de justicia, porque ellos quedarán saciados» [77-79]\n\n«Felices los misericordiosos, porque ellos alcanzarán misericordia» [80-82]\n\n«Felices los de corazón limpio, porque ellos verán a Dios» [83-86]\n\n«Felices los que trabajan por la paz, porque ellos serán llamados hijos de Dios» [87-89]\n\n«Felices los perseguidos por causa de la justicia, porque de ellos es el reino de los cielos» [90-94]\n\nEl gran protocolo [95]\n\nPor fidelidad al Maestro [96-99]\n\nLas ideologías que mutilan el corazón del Evangelio [100-103]\n\nEl culto que más le agrada [104-109]\n\nCapítulo Cuarto\n\nALGUNAS NOTAS DE LA SANTIDAD EN EL MUNDO ACTUAL\n\nAguante, paciencia y mansedumbre [112-121]\n\nAlegría y sentido del humor [122-128]\n\nAudacia y fervor [129-139]\n\nEn comunidad [140-146]\n\nEn oración constante [147-157]\n\nCapítulo Quinto\n\nCOMBATE, VIGILANCIA Y DISCERNIMIENTO\n\nEl combate y la vigilancia [159]\n\nAlgo más que un mito [160-161]\n\nDespiertos y confiados [162-163]\n\nLa corrupción espiritual [164-165]\n\nEl discernimiento [166]\n\nUna necesidad imperiosa [167-168]\n\nSiempre a la luz del Señor [169]\n\nUn don sobrenatural [170-171]\n\nHabla, Señor [172-173]\n\nLa lógica del don y de la cruz [174-177]\n\n1. «Alegraos y regocijaos» (Mt 5,12), dice Jesús a los que son perseguidos o humillados por su causa. El Señor lo pide todo, y lo que ofrece es la verdadera vida, la felicidad para la cual fuimos creados. Él nos quiere santos y no espera que nos conformemos con una existencia mediocre, aguada, licuada. En realidad, desde las primeras páginas de la Biblia está presente, de diversas maneras, el llamado a la santidad. Así se lo proponía el Señor a Abraham: «Camina en mi presencia y sé perfecto» (Gn 17,1).\n\n2. No es de esperar aquí un tratado sobre la santidad, con tantas definiciones y distinciones que podrían enriquecer este importante tema, o con análisis que podrían hacerse acerca de los medios de santificación. Mi humilde objetivo es hacer resonar una vez más el llamado a la santidad, procurando encarnarlo en el contexto actual, con sus riesgos, desafíos y oportunidades. Porque a cada uno de nosotros el Señor nos eligió «para que fuésemos santos e irreprochables ante él por el amor» (Ef 1,4).\n\nCAPÍTULO PRIMERO\n\nEL LLAMADO A LA SANTIDAD\n\nLos santos que nos alientan y acompañan\n\n3. En la carta a los Hebreos se mencionan distintos testimonios que nos animan a que «corramos, con constancia, en la carrera que nos toca» (12,1). Allí se habla de Abraham, de Sara, de Moisés, de Gedeón y de varios más (cf. 11,1-12,3) y sobre todo se nos invita a reconocer que tenemos «una nube tan ingente de testigos» (12,1) que nos alientan a no detenernos en el camino, nos estimulan a seguir caminando hacia la meta. Y entre ellos puede estar nuestra propia madre, una abuela u otras personas cercanas (cf. 2 Tm 1,5). Quizá su vida no fue siempre perfecta, pero aun en medio de imperfecciones y caídas siguieron adelante y agradaron al Señor.\n\n4. Los santos que ya han llegado a la presencia de Dios mantienen con nosotros lazos de amor y comunión. Lo atestigua el libro del Apocalipsis cuando habla de los mártires que interceden: «Vi debajo del altar las almas de los degollados por causa de la Palabra de Dios y del testimonio que mantenían. Y gritaban con voz potente: “¿Hasta cuándo, Dueño santo y veraz, vas a estar sin hacer justicia?”» (6,9-10). Podemos decir que «estamos rodeados, guiados y conducidos por los amigos de Dios […] No tengo que llevar yo solo lo que, en realidad, nunca podría soportar yo solo. La muchedumbre de los santos de Dios me protege, me sostiene y me conduce»[1].\n\n5. En los procesos de beatificación y canonización se tienen en cuenta los signos de heroicidad en el ejercicio de las virtudes, la entrega de la vida en el martirio y también los casos en que se haya verificado un ofrecimiento de la propia vida por los demás, sostenido hasta la muerte. Esa ofrenda expresa una imitación ejemplar de Cristo, y es digna de la admiración de los fieles[2]. Recordemos, por ejemplo, a la beata María Gabriela Sagheddu, que ofreció su vida por la unión de los cristianos.\n\nLos santos de la puerta de al lado\n\n6. No pensemos solo en los ya beatificados o canonizados. El Espíritu Santo derrama santidad por todas partes, en el santo pueblo fiel de Dios, porque «fue voluntad de Dios el santificar y salvar a los hombres, no aisladamente, sin conexión alguna de unos con otros, sino constituyendo un pueblo, que le confesara en verdad y le sirviera santamente»[3]. El Señor, en la historia de la salvación, ha salvado a un pueblo. No existe identidad plena sin pertenencia a un pueblo. Por eso nadie se salva solo, como individuo aislado, sino que Dios nos atrae tomando en cuenta la compleja trama de relaciones interpersonales que se establecen en la comunidad humana: Dios quiso entrar en una dinámica popular, en la dinámica de un pueblo.\n\n7. Me gusta ver la santidad en el pueblo de Dios paciente: a los padres que crían con tanto amor a sus hijos, en esos hombres y mujeres que trabajan para llevar el pan a su casa, en los enfermos, en las religiosas ancianas que siguen sonriendo. En esta constancia para seguir adelante día a día, veo la santidad de la Iglesia militante. Esa es muchas veces la santidad «de la puerta de al lado», de aquellos que viven cerca de nosotros y son un reflejo de la presencia de Dios, o, para usar otra expresión, «la clase media de la santidad»[4].\n\n8. Dejémonos estimular por los signos de santidad que el Señor nos presenta a través de los más humildes miembros de ese pueblo que «participa también de la función profética de Cristo, difundiendo su testimonio vivo sobre todo con la vida de fe y caridad»[5]. Pensemos, como nos sugiere santa Teresa Benedicta de la Cruz, que a través de muchos de ellos se construye la verdadera historia: «En la noche más oscura surgen los más grandes profetas y los santos. Sin embargo, la corriente vivificante de la vida mística permanece invisible. Seguramente, los acontecimientos decisivos de la historia del mundo fueron esencialmente influenciados por almas sobre las cuales nada dicen los libros de historia. Y cuáles sean las almas a las que hemos de agradecer los acontecimientos decisivos de nuestra vida personal, es algo que solo sabremos el día en que todo lo oculto será revelado»[6].\n\n9. La santidad es el rostro más bello de la Iglesia. Pero aun fuera de la Iglesia Católica y en ámbitos muy diferentes, el Espíritu suscita «signos de su presencia, que ayudan a los mismos discípulos de Cristo»[7]. Por otra parte, san Juan Pablo II nos recordó que «el testimonio ofrecido a Cristo hasta el derramamiento de la sangre se ha hecho patrimonio común de católicos, ortodoxos, anglicanos y protestantes»[8]. En la hermosa conmemoración ecuménica que él quiso celebrar en el Coliseo, durante el Jubileo del año 2000, sostuvo que los mártires son «una herencia que habla con una voz más fuerte que la de los factores de división»[9].\n\nEl Señor llama\n\n10. Todo esto es importante. Sin embargo, lo que quisiera recordar con esta Exhortación es sobre todo el llamado a la santidad que el Señor hace a cada uno de nosotros, ese llamado que te dirige también a ti: «Sed santos, porque yo soy santo» (Lv 11,45; cf. 1 P 1,16). El Concilio Vaticano II lo destacó con fuerza: «Todos los fieles, cristianos, de cualquier condición y estado, fortalecidos con tantos y tan poderosos medios de salvación, son llamados por el Señor, cada uno por su camino, a la perfección de aquella santidad con la que es perfecto el mismo Padre»[10].\n\n11. «Cada uno por su camino», dice el Concilio. Entonces, no se trata de desalentarse cuando uno contempla modelos de santidad que le parecen inalcanzables. Hay testimonios que son útiles para estimularnos y motivarnos, pero no para que tratemos de copiarlos, porque eso hasta podría alejarnos del camino único y diferente que el Señor tiene para nosotros. Lo que interesa es que cada creyente discierna su propio camino y saque a la luz lo mejor de sí, aquello tan personal que Dios ha puesto en él (cf. 1 Co 12, 7), y no que se desgaste intentando imitar algo que no ha sido pensado para él. Todos estamos llamados a ser testigos, pero «existen muchas formas existenciales de testimonio»[11]. De hecho, cuando el gran místico san Juan de la Cruz escribía su Cántico Espiritual, prefería evitar reglas fijas para todos y explicaba que sus versos estaban escritos para que cada uno los aproveche «según su modo»[12]. Porque la vida divina se comunica «a unos en una manera y a otros en otra»[13].\n\n12. Dentro de las formas variadas, quiero destacar que el «genio femenino» también se manifiesta en estilos femeninos de santidad, indispensables para reflejar la santidad de Dios en este mundo. Precisamente, aun en épocas en que las mujeres fueron más relegadas, el Espíritu Santo suscitó santas cuya fascinación provocó nuevos dinamismos espirituales e importantes reformas en la Iglesia. Podemos mencionar a santa Hildegarda de Bingen, santa Brígida, santa Catalina de Siena, santa Teresa de Ávila o santa Teresa de Lisieux. Pero me interesa recordar a tantas mujeres desconocidas u olvidadas quienes, cada una a su modo, han sostenido y transformado familias y comunidades con la potencia de su testimonio.\n\n13. Esto debería entusiasmar y alentar a cada uno para darlo todo, para crecer hacia ese proyecto único e irrepetible que Dios ha querido para él desde toda la eternidad: «Antes de formarte en el vientre, te elegí; antes de que salieras del seno materno, te consagré» (Jr 1,5).\n\nTambién para ti\n\n14. Para ser santos no es necesario ser obispos, sacerdotes, religiosas o religiosos. Muchas veces tenemos la tentación de pensar que la santidad está reservada solo a quienes tienen la posibilidad de tomar distancia de las ocupaciones ordinarias, para dedicar mucho tiempo a la oración. No es así. Todos estamos llamados a ser santos viviendo con amor y ofreciendo el propio testimonio en las ocupaciones de cada día, allí donde cada uno se encuentra. ¿Eres consagrada o consagrado? Sé santo viviendo con alegría tu entrega. ¿Estás casado? Sé santo amando y ocupándote de tu marido o de tu esposa, como Cristo lo hizo con la Iglesia. ¿Eres un trabajador? Sé santo cumpliendo con honradez y competencia tu trabajo al servicio de los hermanos. ¿Eres padre, abuela o abuelo? Sé santo enseñando con paciencia a los niños a seguir a Jesús. ¿Tienes autoridad? Sé santo luchando por el bien común y renunciando a tus intereses personales[14].\n\n15. Deja que la gracia de tu Bautismo fructifique en un camino de santidad. Deja que todo esté abierto a Dios y para ello opta por él, elige a Dios una y otra vez. No te desalientes, porque tienes la fuerza del Espíritu Santo para que sea posible, y la santidad, en el fondo, es el fruto del Espíritu Santo en tu vida (cf. Ga 5,22-23). Cuando sientas la tentación de enredarte en tu debilidad, levanta los ojos al Crucificado y dile: «Señor, yo soy un pobrecillo, pero tú puedes realizar el milagro de hacerme un poco mejor». En la Iglesia, santa y compuesta de pecadores, encontrarás todo lo que necesitas para crecer hacia la santidad. El Señor la ha llenado de dones con la Palabra, los sacramentos, los santuarios, la vida de las comunidades, el testimonio de sus santos, y una múltiple belleza que procede del amor del Señor, «como novia que se adorna con sus joyas» (Is 61,10).\n\n16. Esta santidad a la que el Señor te llama irá creciendo con pequeños gestos. Por ejemplo: una señora va al mercado a hacer las compras, encuentra a una vecina y comienza a hablar, y vienen las críticas. Pero esta mujer dice en su interior: «No, no hablaré mal de nadie». Este es un paso en la santidad. Luego, en casa, su hijo le pide conversar acerca de sus fantasías, y aunque esté cansada se sienta a su lado y escucha con paciencia y afecto. Esa es otra ofrenda que santifica. Luego vive un momento de angustia, pero recuerda el amor de la Virgen María, toma el rosario y reza con fe. Ese es otro camino de santidad. Luego va por la calle, encuentra a un pobre y se detiene a conversar con él con cariño. Ese es otro paso.\n\n17. A veces la vida presenta desafíos mayores y a través de ellos el Señor nos invita a nuevas conversiones que permiten que su gracia se manifieste mejor en nuestra existencia «para que participemos de su santidad» (Hb 12,10). Otras veces solo se trata de encontrar una forma más perfecta de vivir lo que ya hacemos: «Hay inspiraciones que tienden solamente a una extraordinaria perfección de los ejercicios ordinarios de la vida»[15]. Cuando el Cardenal Francisco Javier Nguyên van Thuânestaba en la cárcel, renunció a desgastarse esperando su liberación. Su opción fue «vivir el momento presente colmándolo de amor»; y el modo como se concretaba esto era: «Aprovecho las ocasiones que se presentan cada día para realizar acciones ordinarias de manera extraordinaria»[16].\n\n18. Así, bajo el impulso de la gracia divina, con muchos gestos vamos construyendo esa figura de santidad que Dios quería, pero no como seres autosuficientes sino «como buenos administradores de la multiforme gracia de Dios» (1 P 4,10). Bien nos enseñaron los Obispos de Nueva Zelanda que es posible amar con el amor incondicional del Señor, porque el Resucitado comparte su vida poderosa con nuestras frágiles vidas: «Su amor no tiene límites y una vez dado nunca se echó atrás. Fue incondicional y permaneció fiel. Amar así no es fácil porque muchas veces somos tan débiles. Pero precisamente para tratar de amar como Cristo nos amó, Cristo comparte su propia vida resucitada con nosotros. De esta manera, nuestras vidas demuestran su poder en acción, incluso en medio de la debilidad humana»[17].\n\nTu misión en Cristo\n\n19. Para un cristiano no es posible pensar en la propia misión en la tierra sin concebirla como un camino de santidad, porque «esta es la voluntad de Dios: vuestra santificación» (1 Ts 4,3). Cada santo es una misión; es un proyecto del Padre para reflejar y encarnar, en un momento determinado de la historia, un aspecto del Evangelio.\n\n20. Esa misión tiene su sentido pleno en Cristo y solo se entiende desde él. En el fondo la santidad es vivir en unión con él los misterios de su vida. Consiste en asociarse a la muerte y resurrección del Señor de una manera única y personal, en morir y resucitar constantemente con él. Pero también puede implicar reproducir en la propia existencia distintos aspectos de la vida terrena de Jesús: su vida oculta, su vida comunitaria, su cercanía a los últimos, su pobreza y otras manifestaciones de su entrega por amor. La contemplación de estos misterios, como proponía san Ignacio de Loyola, nos orienta a hacerlos carne en nuestras opciones y actitudes[18]. Porque «todo en la vida de Jesús es signo de su misterio»[19], «toda la vida de Cristo es Revelación del Padre»[20], «toda la vida de Cristo es misterio de Redención»[21], «toda la vida de Cristo es misterio de Recapitulación»[22], y «todo lo que Cristo vivió hace que podamos vivirlo en él y que él lo viva en nosotros»[23].\n\n21. El designio del Padre es Cristo, y nosotros en él. En último término, es Cristo amando en nosotros, porque «la santidad no es sino la caridad plenamente vivida»[24]. Por lo tanto, «la santidad se mide por la estatura que Cristo alcanza en nosotros, por el grado como, con la fuerza del Espíritu Santo, modelamos toda nuestra vida según la suya»[25]. Así, cada santo es un mensaje que el Espíritu Santo toma de la riqueza de Jesucristo y regala a su pueblo.\n\n22. Para reconocer cuál es esa palabra que el Señor quiere decir a través de un santo, no conviene entretenerse en los detalles, porque allí también puede haber errores y caídas. No todo lo que dice un santo es plenamente fiel al Evangelio, no todo lo que hace es auténtico o perfecto. Lo que hay que contemplar es el conjunto de su vida, su camino entero de santificación, esa figura que refleja algo de Jesucristo y que resulta cuando uno logra componer el sentido de la totalidad de su persona[26].\n\n23. Esto es un fuerte llamado de atención para todos nosotros. Tú también necesitas concebir la totalidad de tu vida como una misión. Inténtalo escuchando a Dios en la oración y reconociendo los signos que él te da. Pregúntale siempre al Espíritu qué espera Jesús de ti en cada momento de tu existencia y en cada opción que debas tomar, para discernir el lugar que eso ocupa en tu propia misión. Y permítele que forje en ti ese misterio personal que refleje a Jesucristo en el mundo de hoy.\n\n24. Ojalá puedas reconocer cuál es esa palabra, ese mensaje de Jesús que Dios quiere decir al mundo con tu vida. Déjate transformar, déjate renovar por el Espíritu, para que eso sea posible, y así tu preciosa misión no se malogrará. El Señor la cumplirá también en medio de tus errores y malos momentos, con tal que no abandones el camino del amor y estés siempre abierto a su acción sobrenatural que purifica e ilumina.\n\nLa actividad que santifica\n\n25. Como no puedes entender a Cristo sin el reino que él vino a traer, tu propia misión es inseparable de la construcción de ese reino: «Buscad sobre todo el reino de Dios y su justicia» (Mt 6,33). Tu identificación con Cristo y sus deseos, implica el empeño por construir, con él, ese reino de amor, justicia y paz para todos. Cristo mismo quiere vivirlo contigo, en todos los esfuerzos o renuncias que implique, y también en las alegrías y en la fecundidad que te ofrezca. Por lo tanto, no te santificarás sin entregarte en cuerpo y alma para dar lo mejor de ti en ese empeño.\n\n26. No es sano amar el silencio y rehuir el encuentro con el otro, desear el descanso y rechazar la actividad, buscar la oración y menospreciar el servicio. Todo puede ser aceptado e integrado como parte de la propia existencia en este mundo, y se incorpora en el camino de santificación. Somos llamados a vivir la contemplación también en medio de la acción, y nos santificamos en el ejercicio responsable y generoso de la propia misión.\n\n27. ¿Acaso el Espíritu Santo puede lanzarnos a cumplir una misión y al mismo tiempo pedirnos que escapemos de ella, o que evitemos entregarnos totalmente para preservar la paz interior? Sin embargo, a veces tenemos la tentación de relegar la entrega pastoral o el compromiso en el mundo a un lugar secundario, como si fueran «distracciones» en el camino de la santificación y de la paz interior. Se olvida que «no es que la vida tenga una misión, sino que es misión»[27].\n\n28. Una tarea movida por la ansiedad, el orgullo, la necesidad de aparecer y de dominar, ciertamente no será santificadora. El desafío es vivir la propia entrega de tal manera que los esfuerzos tengan un sentido evangélico y nos identifiquen más y más con Jesucristo. De ahí que suela hablarse, por ejemplo, de una espiritualidad del catequista, de una espiritualidad del clero diocesano, de una espiritualidad del trabajo. Por la misma razón, en Evangelii gaudium quise concluir con una espiritualidad de la misión, en Laudato si’ con una espiritualidad ecológica y en Amoris laetitia con una espiritualidad de la vida familiar.\n\n29. Esto no implica despreciar los momentos de quietud, soledad y silencio ante Dios. Al contrario. Porque las constantes novedades de los recursos tecnológicos, el atractivo de los viajes, las innumerables ofertas para el consumo, a veces no dejan espacios vacíos donde resuene la voz de Dios. Todo se llena de palabras, de disfrutes epidérmicos y de ruidos con una velocidad siempre mayor. Allí no reina la alegría sino la insatisfacción de quien no sabe para qué vive. ¿Cómo no reconocer entonces que necesitamos detener esa carrera frenética para recuperar un espacio personal, a veces doloroso pero siempre fecundo, donde se entabla el diálogo sincero con Dios? En algún momento tendremos que percibir de frente la propia verdad, para dejarla invadir por el Señor, y no siempre se logra esto si uno «no se ve al borde del abismo de la tentación más agobiante, si no siente el vértigo del precipicio del más desesperado abandono, si no se encuentra absolutamente solo, en la cima de la soledad más radical»[28]. Así encontramos las grandes motivaciones que nos impulsan a vivir a fondo las propias tareas.\n\n30. Los mismos recursos de distracción que invaden la vida actual nos llevan también a absolutizar el tiempo libre, en el cual podemos utilizar sin límites esos dispositivos que nos brindan entretenimiento o placeres efímeros[29]. Como consecuencia, es la propia misión la que se resiente, es el compromiso el que se debilita, es el servicio generoso y disponible el que comienza a retacearse. Eso desnaturaliza la experiencia espiritual. ¿Puede ser sano un fervor espiritual que conviva con una acedia en la acción evangelizadora o en el servicio a los otros?\n\n31. Nos hace falta un espíritu de santidad que impregne tanto la soledad como el servicio, tanto la intimidad como la tarea evangelizadora, de manera que cada instante sea expresión de amor entregado bajo la mirada del Señor. De este modo, todos los momentos serán escalones en nuestro camino de santificación.\n\nMás vivos, más humanos\n\n32. No tengas miedo de la santidad. No te quitará fuerzas, vida o alegría. Todo lo contrario, porque llegarás a ser lo que el Padre pensó cuando te creó y serás fiel a tu propio ser. Depender de él nos libera de las esclavitudes y nos lleva a reconocer nuestra propia dignidad. Esto se refleja en santa Josefina Bakhita, quien fue «secuestrada y vendida como esclava a la tierna edad de siete años, sufrió mucho en manos de amos crueles. Pero llegó a comprender la profunda verdad de que Dios, y no el hombre, es el verdadero Señor de todo ser humano, de toda vida humana. Esta experiencia se transformó en una fuente de gran sabiduría para esta humilde hija de África»[30].\n\n33. En la medida en que se santifica, cada cristiano se vuelve más fecundo para el mundo. Los Obispos de África occidental nos enseñaron: «Estamos siendo llamados, en el espíritu de la nueva evangelización, a ser evangelizados y a evangelizar a través del empoderamiento de todos los bautizados para que asumáis vuestros roles como sal de la tierra y luz del mundo donde quiera que os encontréis»[31].\n\n34. No tengas miedo de apuntar más alto, de dejarte amar y liberar por Dios. No tengas miedo de dejarte guiar por el Espíritu Santo. La santidad no te hace menos humano, porque es el encuentro de tu debilidad con la fuerza de la gracia. En el fondo, como decía León Bloy, en la vida «existe una sola tristeza, la de no ser santos»[32].\n\nCAPÍTULO SEGUNDO\n\nDOS SUTILES ENEMIGOS DE LA SANTIDAD\n\n35. En este marco, quiero llamar la atención acerca de dos falsificaciones de la santidad que podrían desviarnos del camino: el gnosticismo y el pelagianismo. Son dos herejías que surgieron en los primeros siglos cristianos, pero que siguen teniendo alarmante actualidad. Aun hoy los corazones de muchos cristianos, quizá sin darse cuenta, se dejan seducir por estas propuestas engañosas. En ellas se expresa un inmanentismo antropocéntrico disfrazado de verdad católica.[33] Veamos estas dos formas de seguridad doctrinal o disciplinaria que dan lugar «a un elitismo narcisista y autoritario, donde en lugar de evangelizar lo que se hace es analizar y clasificar a los demás, y en lugar de facilitar el acceso a la gracia se gastan las energías en controlar. En los dos casos, ni Jesucristo ni los demás interesan verdaderamente»[34].\n\nEl gnosticismo actual\n\n36. El gnosticismo supone «una fe encerrada en el subjetivismo, donde solo interesa una determinada experiencia o una serie de razonamientos y conocimientos que supuestamente reconfortan e iluminan, pero en definitiva el sujeto queda clausurado en la inmanencia de su propia razón o de sus sentimientos»[35].\n\nUna mente sin Dios y sin carne\n\n37. Gracias a Dios, a lo largo de la historia de la Iglesia quedó muy claro que lo que mide la perfección de las personas es su grado de caridad, no la cantidad de datos y conocimientos que acumulen. Los «gnósticos» tienen una confusión en este punto, y juzgan a los demás según la capacidad que tengan de comprender la profundidad de determinadas doctrinas. Conciben una mente sin encarnación, incapaz de tocar la carne sufriente de Cristo en los otros, encorsetada en una enciclopedia de abstracciones. Al descarnar el misterio finalmente prefieren «un Dios sin Cristo, un Cristo sin Iglesia, una Iglesia sin pueblo»[36].\n\n38. En definitiva, se trata de una superficialidad vanidosa: mucho movimiento en la superficie de la mente, pero no se mueve ni se conmueve la profundidad del pensamiento. Sin embargo, logra subyugar a algunos con una fascinación engañosa, porque el equilibrio gnóstico es formal y supuestamente aséptico, y puede asumir el aspecto de una cierta armonía o de un orden que lo abarca todo.\n\n39. Pero estemos atentos. No me refiero a los racionalistas enemigos de la fe cristiana. Esto puede ocurrir dentro de la Iglesia, tanto en los laicos de las parroquias como en quienes enseñan filosofía o teología en centros de formación. Porque también es propio de los gnósticos creer que con sus explicaciones ellos pueden hacer perfectamente comprensible toda la fe y todo el Evangelio. Absolutizan sus propias teorías y obligan a los demás a someterse a los razonamientos que ellos usan. Una cosa es un sano y humilde uso de la razón para reflexionar sobre la enseñanza teológica y moral del Evangelio; otra es pretender reducir la enseñanza de Jesús a una lógica fría y dura que busca dominarlo todo[37].\n\nUna doctrina sin misterio\n\n40. El gnosticismo es una de las peores ideologías, ya que, al mismo tiempo que exalta indebidamente el conocimiento o una determinada experiencia, considera que su propia visión de la realidad es la perfección. Así, quizá sin advertirlo, esta ideología se alimenta a sí misma y se enceguece aún más. A veces se vuelve especialmente engañosa cuando se disfraza de una espiritualidad desencarnada. Porque el gnosticismo «por su propia naturaleza quiere domesticar el misterio»[38], tanto el misterio de Dios y de su gracia, como el misterio de la vida de los demás.\n\n41. Cuando alguien tiene respuestas a todas las preguntas, demuestra que no está en un sano camino y es posible que sea un falso profeta, que usa la religión en beneficio propio, al servicio de sus elucubraciones psicológicas y mentales. Dios nos supera infinitamente, siempre es una sorpresa y no somos nosotros los que decidimos en qué circunstancia histórica encontrarlo, ya que no depende de nosotros determinar el tiempo y el lugar del encuentro. Quien lo quiere todo claro y seguro pretende dominar la trascendencia de Dios.\n\n42. Tampoco se puede pretender definir dónde no está Dios, porque él está misteriosamente en la vida de toda persona, está en la vida de cada uno como él quiere, y no podemos negarlo con nuestras supuestas certezas. Aun cuando la existencia de alguien haya sido un desastre, aun cuando lo veamos destruido por los vicios o las adicciones, Dios está en su vida. Si nos dejamos guiar por el Espíritu más que por nuestros razonamientos, podemos y debemos buscar al Señor en toda vida humana. Esto es parte del misterio que las mentalidades gnósticas terminan rechazando, porque no lo pueden controlar.\n\nLos límites de la razón\n\n43. Nosotros llegamos a comprender muy pobremente la verdad que recibimos del Señor. Con mayor dificultad todavía logramos expresarla. Por ello no podemos pretender que nuestro modo de entenderla nos autorice a ejercer una supervisión estricta de la vida de los demás. Quiero recordar que en la Iglesia conviven lícitamente distintas maneras de interpretar muchos aspectos de la doctrina y de la vida cristiana que, en su variedad, «ayudan a explicitar mejor el riquísimo tesoro de la Palabra». Es verdad que «a quienes sueñan con una doctrina monolítica defendida por todos sin matices, esto puede parecerles una imperfecta dispersión»[39]. Precisamente, algunas corrientes gnósticas despreciaron la sencillez tan concreta del Evangelio e intentaron reemplazar al Dios trinitario y encarnado por una Unidad superior donde desaparecía la rica multiplicidad de nuestra historia.\n\n44. En realidad, la doctrina, o mejor, nuestra comprensión y expresión de ella, «no es un sistema cerrado, privado de dinámicas capaces de generar interrogantes, dudas, cuestionamientos», y «las preguntas de nuestro pueblo, sus angustias, sus peleas, sus sueños, sus luchas, sus preocupaciones, poseen valor hermenéutico que no podemos ignorar si queremos tomar en serio el principio de encarnación. Sus preguntas nos ayudan a preguntarnos, sus cuestionamientos nos cuestionan»[40].\n\n45. Con frecuencia se produce una peligrosa confusión: creer que porque sabemos algo o podemos explicarlo con una determinada lógica, ya somos santos, perfectos, mejores que la «masa ignorante». A todos los que en la Iglesia tienen la posibilidad de una formación más alta, san Juan Pablo II les advertía de la tentación de desarrollar «un cierto sentimiento de superioridad respecto a los demás fieles»[41]. Pero en realidad, eso que creemos saber debería ser siempre una motivación para responder mejor al amor de Dios, porque «se aprende para vivir: teología y santidad son un binomio inseparable»[42].\n\n46. Cuando san Francisco de Asís veía que algunos de sus discípulos enseñaban la doctrina, quiso evitar la tentación del gnosticismo. Entonces escribió esto a san Antonio de Padua: «Me agrada que enseñes sagrada teología a los hermanos con tal que, en el estudio de la misma, no apagues el espíritu de oración y devoción»[43]. Él reconocía la tentación de convertir la experiencia cristiana en un conjunto de elucubraciones mentales que terminan alejándonos de la frescura del Evangelio. San Buenaventura, por otra parte, advertía que la verdadera sabiduría cristiana no se debe desconectar de la misericordia hacia el prójimo: «La mayor sabiduría que puede existir consiste en difundir fructuosamente lo que uno tiene para dar, lo que se le ha dado precisamente para que lo dispense. [...] Por eso, así como la misericordia es amiga de la sabiduría, la avaricia es su enemiga»[44]. «Hay una actividad que al unirse a la contemplación no la impide, sino que la facilita, como las obras de misericordia y piedad»[45].\n\nEl pelagianismo actual\n\n47. El gnosticismo dio lugar a otra vieja herejía, que también está presente hoy. Con el paso del tiempo, muchos comenzaron a reconocer que no es el conocimiento lo que nos hace mejores o santos, sino la vida que llevamos. El problema es que esto se degeneró sutilmente, de manera que el mismo error de los gnósticos simplemente se transformó, pero no fue superado.\n\n48. Porque el poder que los gnósticos atribuían a la inteligencia, algunos comenzaron a atribuírselo a la voluntad humana, al esfuerzo personal. Así surgieron los pelagianos y los semipelagianos. Ya no era la inteligencia lo que ocupaba el lugar del misterio y de la gracia, sino la voluntad. Se olvidaba que «todo depende no del querer o del correr, sino de la misericordia de Dios» (Rm 9,16) y que «él nos amó primero» (1 Jn 4,19).\n\nUna voluntad sin humildad\n\n49. Los que responden a esta mentalidad pelagiana o semipelagiana, aunque hablen de la gracia de Dios con discursos edulcorados «en el fondo solo confían en sus propias fuerzas y se sienten superiores a otros por cumplir determinadas normas o por ser inquebrantablemente fieles a cierto estilo católico»[46]. Cuando algunos de ellos se dirigen a los débiles diciéndoles que todo se puede con la gracia de Dios, en el fondo suelen transmitir la idea de que todo se puede con la voluntad humana, como si ella fuera algo puro, perfecto, omnipotente, a lo que se añade la gracia. Se pretende ignorar que «no todos pueden todo»[47], y que en esta vida las fragilidades humanas no son sanadas completa y definitivamente por la gracia[48]. En cualquier caso, como enseñaba san Agustín, Dios te invita a hacer lo que puedas y a pedir lo que no puedas[49]; o bien a decirle al Señor humildemente: «Dame lo que me pides y pídeme lo que quieras»[50].\n\n50. En el fondo, la falta de un reconocimiento sincero, dolorido y orante de nuestros límites es lo que impide a la gracia actuar mejor en nosotros, ya que no le deja espacio para provocar ese bien posible que se integra en un camino sincero y real de crecimiento[51]. La gracia, precisamente porque supone nuestra naturaleza, no nos hace superhombres de golpe. Pretenderlo sería confiar demasiado en nosotros mismos. En este caso, detrás de la ortodoxia, nuestras actitudes pueden no corresponder a lo que afirmamos sobre la necesidad de la gracia, y en los hechos terminamos confiando poco en ella. Porque si no advertimos nuestra realidad concreta y limitada, tampoco podremos ver los pasos reales y posibles que el Señor nos pide en cada momento, después de habernos capacitado y cautivado con su don. La gracia actúa históricamente y, de ordinario, nos toma y transforma de una forma progresiva[52]. Por ello, si rechazamos esta manera histórica y progresiva, de hecho podemos llegar a negarla y bloquearla, aunque la exaltemos con nuestras palabras.\n\n51. Cuando Dios se dirige a Abraham le dice: «Yo soy Dios todopoderoso, camina en mi presencia y sé perfecto» (Gn 17,1). Para poder ser perfectos, como a él le agrada, necesitamos vivir humildemente en su presencia, envueltos en su gloria; nos hace falta caminar en unión con él reconociendo su amor constante en nuestras vidas. Hay que perderle el miedo a esa presencia que solamente puede hacernos bien. Es el Padre que nos dio la vida y nos ama tanto. Una vez que lo aceptamos y dejamos de pensar nuestra existencia sin él, desaparece la angustia de la soledad (cf. Sal 139,7). Y si ya no ponemos distancias frente a Dios y vivimos en su presencia, podremos permitirle que examine nuestro corazón para ver si va por el camino correcto (cf. Sal 139,23-24). Así conoceremos la voluntad agradable y perfecta del Señor (cf. Rm 12,1-2) y dejaremos que él nos moldee como un alfarero (cf. Is 29,16). Hemos dicho tantas veces que Dios habita en nosotros, pero es mejor decir que nosotros habitamos en él, que él nos permite vivir en su luz y en su amor. Él es nuestro templo: lo que busco es habitar en la casa del Señor todos los días de mi vida (cf. Sal 27,4). «Vale más un día en tus atrios que mil en mi casa»(Sal 84,11). En él somos santificados.\n\nUna enseñanza de la Iglesia muchas veces olvidada\n\n52. La Iglesia enseñó reiteradas veces que no somos justificados por nuestras obras o por nuestros esfuerzos, sino por la gracia del Señor que toma la iniciativa. Los Padres de la Iglesia, aun antes de san Agustín, expresaban con claridad esta convicción primaria. San Juan Crisóstomo decía que Dios derrama en nosotros la fuente misma de todos los dones antes de que nosotros hayamos entrado en el combate[53]. San Basilio Magno remarcaba que el fiel se gloría solo en Dios, porque «reconoce estar privado de la verdadera justicia y que es justificado únicamente mediante la fe en Cristo»[54].\n\n53. El II Sínodo de Orange enseñó con firme autoridad que nada humano puede exigir, merecer o comprar el don de la gracia divina, y que todo lo que pueda cooperar con ella es previamente don de la misma gracia: «Aun el querer ser limpios se hace en nosotros por infusión y operación sobre nosotros del Espíritu Santo»[55]. Posteriormente, aun cuando el Concilio de Trento destacó la importancia de nuestra cooperación para el crecimiento espiritual, reafirmó aquella enseñanza dogmática: «Se dice que somos justificados gratuitamente, porque nada de lo que precede a la justificación, sea la fe, sean las obras, merece la gracia misma de la justificación; “porque si es gracia, ya no es por las obras; de otro modo la gracia ya no sería gracia” (Rm 11,6)»[56].\n\n54. El Catecismo de la Iglesia Católica también nos recuerda que el don de la gracia «sobrepasa las capacidades de la inteligencia y las fuerzas de la voluntad humana»[57], y que «frente a Dios no hay, en el sentido de un derecho estricto, mérito alguno de parte del hombre. Entre él y nosotros la desigualdad no tiene medida»[58]. Su amistad nos supera infinitamente, no puede ser comprada por nosotros con nuestras obras y solo puede ser un regalo de su iniciativa de amor. Esto nos invita a vivir con una gozosa gratitud por ese regalo que nunca mereceremos, puesto que «después que uno ya posee la gracia, no puede la gracia ya recibida caer bajo mérito»[59]. Los santos evitan depositar la confianza en sus acciones: «En el atardecer de esta vida me presentaré ante ti con las manos vacías, Señor, porque no te pido que lleves cuenta de mis obras. Todas nuestras justicias tienen manchas a tus ojos»[60].\n\n55. Esta es una de las grandes convicciones definitivamente adquiridas por la Iglesia, y está tan claramente expresada en la Palabra de Dios que queda fuera de toda discusión. Así como el supremo mandamiento del amor, esta verdad debería marcar nuestro estilo de vida, porque bebe del corazón del Evangelio y nos convoca no solo a aceptarla con la mente, sino a convertirla en un gozo contagioso. Pero no podremos celebrar con gratitud el regalo gratuito de la amistad con el Señor si no reconocemos que aun nuestra existencia terrena y nuestras capacidades naturales son un regalo. Necesitamos «consentir jubilosamente que nuestra realidad sea dádiva, y aceptar aun nuestra libertad como gracia. Esto es lo difícil hoy en un mundo que cree tener algo por sí mismo, fruto de su propia originalidad o de su libertad»[61].\n\n56. Solamente a partir del don de Dios, libremente acogido y humildemente recibido, podemos cooperar con nuestros esfuerzos para dejarnos transformar más y más[62]. Lo primero es pertenecer a Dios. Se trata de ofrecernos a él que nos primerea, de entregarle nuestras capacidades, nuestro empeño, nuestra lucha contra el mal y nuestra creatividad, para que su don gratuito crezca y se desarrolle en nosotros: «Os exhorto, pues, hermanos, por la misericordia de Dios, a que presentéis vuestros cuerpos como sacrificio vivo, santo, agradable a Dios» (Rm 12,1). Por otra parte, la Iglesia siempre enseñó que solo la caridad hace posible el crecimiento en la vida de la gracia, porque si no tengo caridad, no soy nada (cf. 1 Co 13,2).\n\nLos nuevos pelagianos\n\n57. Todavía hay cristianos que se empeñan en seguir otro camino: el de la justificación por las propias fuerzas, el de la adoración de la voluntad humana y de la propia capacidad, que se traduce en una autocomplacencia egocéntrica y elitista privada del verdadero amor. Se manifiesta en muchas actitudes aparentemente distintas: la obsesión por la ley, la fascinación por mostrar conquistas sociales y políticas, la ostentación en el cuidado de la liturgia, de la doctrina y del prestigio de la Iglesia, la vanagloria ligada a la gestión de asuntos prácticos, el embeleso por las dinámicas de autoayuda y de realización autorreferencial. En esto algunos cristianos gastan sus energías y su tiempo, en lugar de dejarse llevar por el Espíritu en el camino del amor, de apasionarse por comunicar la hermosura y la alegría del Evangelio y de buscar a los perdidos en esas inmensas multitudes sedientas de Cristo[63].\n\n58. Muchas veces, en contra del impulso del Espíritu, la vida de la Iglesia se convierte en una pieza de museo o en una posesión de pocos. Esto ocurre cuando algunos grupos cristianos dan excesiva importancia al cumplimiento de determinadas normas propias, costumbres o estilos. De esa manera, se suele reducir y encorsetar el Evangelio, quitándole su sencillez cautivante y su sal. Es quizás una forma sutil de pelagianismo, porque parece someter la vida de la gracia a unas estructuras humanas. Esto afecta a grupos, movimientos y comunidades, y es lo que explica por qué tantas veces comienzan con una intensa vida en el Espíritu, pero luego terminan fosilizados... o corruptos.\n\n59. Sin darnos cuenta, por pensar que todo depende del esfuerzo humano encauzado por normas y estructuras eclesiales, complicamos el Evangelio y nos volvemos esclavos de un esquema que deja pocos resquicios para que la gracia actúe. Santo Tomás de Aquino nos recordaba que los preceptos añadidos al Evangelio por la Iglesia deben exigirse con moderación «para no hacer pesada la vida a los fieles», porque así «se convertiría nuestra religión en una esclavitud»[64].\n\nEl resumen de la Ley\n\n60. En orden a evitarlo, es sano recordar frecuentemente que existe una jerarquía de virtudes, que nos invita a buscar lo esencial. El primado lo tienen las virtudes teologales, que tienen a Dios como objeto y motivo. Y en el centro está la caridad. San Pablo dice que lo que cuenta de verdad es «la fe que actúa por el amor» (Ga 5,6). Estamos llamados a cuidar atentamente la caridad: «El que ama ha cumplido el resto de la ley […] por eso la plenitud de la ley es el amor» (Rm 13,8.10). «Porque toda la ley se cumple en una sola frase, que es: Amarás a tu prójimo como a ti mismo» (Ga 5,14).\n\n61. Dicho con otras palabras: en medio de la tupida selva de preceptos y prescripciones, Jesús abre una brecha que permite distinguir dos rostros, el del Padre y el del hermano. No nos entrega dos fórmulas o dos preceptos más. Nos entrega dos rostros, o mejor, uno solo, el de Dios que se refleja en muchos. Porque en cada hermano, especialmente en el más pequeño, frágil, indefenso y necesitado, está presente la imagen misma de Dios. En efecto, el Señor, al final de los tiempos, plasmará su obra de arte con el desecho de esta humanidad vulnerable. Pues, «¿qué es lo que queda?, ¿qué es lo que tiene valor en la vida?, ¿qué riquezas son las que no desaparecen? Sin duda, dos: El Señor y el prójimo. Estas dos riquezas no desaparecen»[65].\n\n62. ¡Que el Señor libere a la Iglesia de las nuevas formas de gnosticismo y de pelagianismo que la complican y la detienen en su camino hacia la santidad! Estas desviaciones se expresan de diversas formas, según el propio temperamento y las propias características. Por eso exhorto a cada uno a preguntarse y a discernir frente a Dios de qué manera pueden estar manifestándose en su vida.\n\nCAPÍTULO TERCERO\n\nA LA LUZ DEL MAESTRO\n\n63. Puede haber muchas teorías sobre lo que es la santidad, abundantes explicaciones y distinciones. Esa reflexión podría ser útil, pero nada es más iluminador que volver a las palabras de Jesús y recoger su modo de transmitir la verdad. Jesús explicó con toda sencillez qué es ser santos, y lo hizo cuando nos dejó las bienaventuranzas (cf. Mt 5,3-12; Lc 6,20-23). Son como el carnet de identidad del cristiano. Así, si alguno de nosotros se plantea la pregunta: «¿Cómo se hace para llegar a ser un buen cristiano?», la respuesta es sencilla: es necesario hacer, cada uno a su modo, lo que dice Jesús en el sermón de las bienaventuranzas[66]. En ellas se dibuja el rostro del Maestro, que estamos llamados a transparentar en lo cotidiano de nuestras vidas.\n\n64. La palabra «feliz» o «bienaventurado», pasa a ser sinónimo de «santo», porque expresa que la persona que es fiel a Dios y vive su Palabra alcanza, en la entrega de sí, la verdadera dicha.\n\nA contracorriente\n\n65. Aunque las palabras de Jesús puedan parecernos poéticas, sin embargo van muy a contracorriente con respecto a lo que es costumbre, a lo que se hace en la sociedad; y, si bien este mensaje de Jesús nos atrae, en realidad el mundo nos lleva hacia otro estilo de vida. Las bienaventuranzas de ninguna manera son algo liviano o superficial; al contrario, ya que solo podemos vivirlas si el Espíritu Santo nos invade con toda su potencia y nos libera de la debilidad del egoísmo, de la comodidad, del orgullo.\n\n66. Volvamos a escuchar a Jesús, con todo el amor y el respeto que merece el Maestro. Permitámosle que nos golpee con sus palabras, que nos desafíe, que nos interpele a un cambio real de vida. De otro modo, la santidad será solo palabras. Recordamos ahora las distintas bienaventuranzas en la versión del evangelio de Mateo (cf. Mt 5,3-12)[67].\n\n«Felices los pobres de espíritu, porque de ellos es el reino de los cielos»\n\n67. El Evangelio nos invita a reconocer la verdad de nuestro corazón, para ver dónde colocamos la seguridad de nuestra vida. Normalmente el rico se siente seguro con sus riquezas, y cree que cuando están en riesgo, todo el sentido de su vida en la tierra se desmorona. Jesús mismo nos lo dijo en la parábola del rico insensato, de ese hombre seguro que, como necio, no pensaba que podría morir ese mismo día (cf. Lc 12,16-21).\n\n68. Las riquezas no te aseguran nada. Es más: cuando el corazón se siente rico, está tan satisfecho de sí mismo que no tiene espacio para la Palabra de Dios, para amar a los hermanos ni para gozar de las cosas más grandes de la vida. Así se priva de los mayores bienes. Por eso Jesús llama felices a los pobres de espíritu, que tienen el corazón pobre, donde puede entrar el Señor con su constante novedad.\n\n69. Esta pobreza de espíritu está muy relacionada con aquella «santa indiferencia» que proponía san Ignacio de Loyola, en la cual alcanzamos una hermosa libertad interior: «Es menester hacernos indiferentes a todas las cosas criadas, en todo lo que es concedido a la libertad de nuestro libre albedrío, y no le está prohibido; en tal manera, que no queramos de nuestra parte más salud que enfermedad, riqueza que pobreza, honor que deshonor, vida larga que corta, y por consiguiente en todo lo demás»[68].\n\n70. Lucas no habla de una pobreza «de espíritu» sino de ser «pobres» a secas (cf. Lc 6,20), y así nos invita también a una existencia austera y despojada. De ese modo, nos convoca a compartir la vida de los más necesitados, la vida que llevaron los Apóstoles, y en definitiva a configurarnos con Jesús, que «siendo rico se hizo pobre» (2 Co 8,9).\n\nSer pobre en el corazón, esto es santidad.\n\n«Felices los mansos, porque heredarán la tierra»\n\n71. Es una expresión fuerte, en este mundo que desde el inicio es un lugar de enemistad, donde se riñe por doquier, donde por todos lados hay odio, donde constantemente clasificamos a los demás por sus ideas, por sus costumbres, y hasta por su forma de hablar o de vestir. En definitiva, es el reino del orgullo y de la vanidad, donde cada uno se cree con el derecho de alzarse por encima de los otros. Sin embargo, aunque parezca imposible, Jesús propone otro estilo: la mansedumbre. Es lo que él practicaba con sus propios discípulos y lo que contemplamos en su entrada a Jerusalén: «Mira a tu rey, que viene a ti, humilde, montado en una borrica» (Mt 21,5; cf. Za 9,9).\n\n72. Él dijo: «Aprended de mí, que soy manso y humilde de corazón, y encontraréis descanso para vuestras almas» (Mt 11,29). Si vivimos tensos, engreídos ante los demás, terminamos cansados y agotados. Pero cuando miramos sus límites y defectos con ternura y mansedumbre, sin sentirnos más que ellos, podemos darles una mano y evitamos desgastar energías en lamentos inútiles. Para santa Teresa de Lisieux «la caridad perfecta consiste en soportar los defectos de los demás, en no escandalizarse de sus debilidades»[69].\n\n73. Pablo menciona la mansedumbre como un fruto del Espíritu Santo (cf. Ga 5,23). Propone que, si alguna vez nos preocupan las malas acciones del hermano, nos acerquemos a corregirle, pero «con espíritu de mansedumbre» (Ga 6,1), y recuerda: «Piensa que también tú puedes ser tentado» (ibíd.). Aun cuando uno defienda su fe y sus convicciones debe hacerlo con mansedumbre (cf. 1 P 3,16), y hasta los adversarios deben ser tratados con mansedumbre (cf. 2 Tm 2,25). En la Iglesia muchas veces nos hemos equivocado por no haber acogido este pedido de la Palabra divina.\n\n74. La mansedumbre es otra expresión de la pobreza interior, de quien deposita su confianza solo en Dios. De hecho, en la Biblia suele usarse la misma palabra anawin para referirse a los pobres y a los mansos. Alguien podría objetar: «Si yo soy tan manso, pensarán que soy un necio, que soy tonto o débil». Tal vez sea así, pero dejemos que los demás piensen esto. Es mejor ser siempre mansos, y se cumplirán nuestros mayores anhelos: los mansos «poseerán la tierra», es decir, verán cumplidas en sus vidas las promesas de Dios. Porque los mansos, más allá de lo que digan las circunstancias, esperan en el Señor, y los que esperan en el Señor poseerán la tierra y gozarán de inmensa paz (cf. Sal 37,9.11). Al mismo tiempo, el Señor confía en ellos: «En ese pondré mis ojos, en el humilde y el abatido, que se estremece ante mis palabras» (Is 66,2).\n\nReaccionar con humilde mansedumbre, esto es santidad.\n\n«Felices los que lloran, porque ellos serán consolados»\n\n75. El mundo nos propone lo contrario: el entretenimiento, el disfrute, la distracción, la diversión, y nos dice que eso es lo que hace buena la vida. El mundano ignora, mira hacia otra parte cuando hay problemas de enfermedad o de dolor en la familia o a su alrededor. El mundo no quiere llorar: prefiere ignorar las situaciones dolorosas, cubrirlas, esconderlas. Se gastan muchas energías por escapar de las circunstancias donde se hace presente el sufrimiento, creyendo que es posible disimular la realidad, donde nunca, nunca, puede faltar la cruz.\n\n76. La persona que ve las cosas como son realmente, se deja traspasar por el dolor y llora en su corazón, es capaz de tocar las profundidades de la vida y de ser auténticamente feliz[70]. Esa persona es consolada, pero con el consuelo de Jesús y no con el del mundo. Así puede atreverse a compartir el sufrimiento ajeno y deja de huir de las situaciones dolorosas. De ese modo encuentra que la vida tiene sentido socorriendo al otro en su dolor, comprendiendo la angustia ajena, aliviando a los demás. Esa persona siente que el otro es carne de su carne, no teme acercarse hasta tocar su herida, se compadece hasta experimentar que las distancias se borran. Así es posible acoger aquella exhortación de san Pablo: «Llorad con los que lloran» (Rm 12,15).\n\nSaber llorar con los demás, esto es santidad.\n\n«Felices los que tienen hambre y sed de justicia, porque ellos quedarán saciados»\n\n77. «Hambre y sed» son experiencias muy intensas, porque responden a necesidades primarias y tienen que ver con el instinto de sobrevivir. Hay quienes con esa intensidad desean la justicia y la buscan con un anhelo tan fuerte. Jesús dice que serán saciados, ya que tarde o temprano la justicia llega, y nosotros podemos colaborar para que sea posible, aunque no siempre veamos los resultados de este empeño.\n\n78. Pero la justicia que propone Jesús no es como la que busca el mundo, tantas veces manchada por intereses mezquinos, manipulada para un lado o para otro. La realidad nos muestra qué fácil es entrar en las pandillas de la corrupción, formar parte de esa política cotidiana del «doy para que me den», donde todo es negocio. Y cuánta gente sufre por las injusticias, cuántos se quedan observando impotentes cómo los demás se turnan para repartirse la torta de la vida. Algunos desisten de luchar por la verdadera justicia, y optan por subirse al carro del vencedor. Eso no tiene nada que ver con el hambre y la sed de justicia que Jesús elogia.\n\n79. Tal justicia empieza por hacerse realidad en la vida de cada uno siendo justo en las propias decisiones, y luego se expresa buscando la justicia para los pobres y débiles. Es cierto que la palabra «justicia» puede ser sinónimo de fidelidad a la voluntad de Dios con toda nuestra vida, pero si le damos un sentido muy general olvidamos que se manifiesta especialmente en la justicia con los desamparados: «Buscad la justicia, socorred al oprimido, proteged el derecho del huérfano, defended a la viuda» (Is 1,17).\n\nBuscar la justicia con hambre y sed, esto es santidad.\n\n«Felices los misericordiosos, porque ellos alcanzarán misericordia»\n\n80. La misericordia tiene dos aspectos: es dar, ayudar, servir a los otros, y también perdonar, comprender. Mateo lo resume en una regla de oro: «Todo lo que queráis que haga la gente con vosotros, hacedlo vosotros con ella» (7,12). El Catecismo nos recuerda que esta ley se debe aplicar «en todos los casos»[71], de manera especial cuando alguien «se ve a veces enfrentado con situaciones que hacen el juicio moral menos seguro, y la decisión difícil»[72].\n\n81. Dar y perdonar es intentar reproducir en nuestras vidas un pequeño reflejo de la perfección de Dios, que da y perdona sobreabundantemente. Por tal razón, en el evangelio de Lucas ya no escuchamos el «sed perfectos» (Mt 5,48) sino «sed misericordiosos como vuestro Padre es misericordioso; no juzguéis, y no seréis juzgados; no condenéis, y no seréis condenados; perdonad, y seréis perdonados; dad, y se os dará» (6,36-38). Y luego Lucas agrega algo que no deberíamos ignorar: «Con la medida con que midiereis se os medirá a vosotros» (6,38). La medida que usemos para comprender y perdonar se aplicará a nosotros para perdonarnos. La medida que apliquemos para dar, se nos aplicará en el cielo para recompensarnos. No nos conviene olvidarlo.\n\n82. Jesús no dice: «Felices los que planean venganza», sino que llama felices a aquellos que perdonan y lo hacen «setenta veces siete» (Mt 18,22). Es necesario pensar que todos nosotros somos un ejército de perdonados. Todos nosotros hemos sido mirados con compasión divina. Si nos acercamos sinceramente al Señor y afinamos el oído, posiblemente escucharemos algunas veces este reproche: «¿No debías tú también tener compasión de tu compañero, como yo tuve compasión de ti?» (Mt 18,33).\n\nMirar y actuar con misericordia, esto es santidad.\n\n«Felices los de corazón limpio, porque ellos verán a Dios»\n\n83. Esta bienaventuranza se refiere a quienes tienen un corazón sencillo, puro, sin suciedad, porque un corazón que sabe amar no deja entrar en su vida algo que atente contra ese amor, algo que lo debilite o lo ponga en riesgo. En la Biblia, el corazón son nuestras intenciones verdaderas, lo que realmente buscamos y deseamos, más allá de lo que aparentamos: «El hombre mira las apariencias, pero el Señor mira el corazón» (1 S 16,7). Él busca hablarnos en el corazón (cf. Os 2,16) y allí desea escribir su Ley (cf. Jr 31,33). En definitiva, quiere darnos un corazón nuevo (cf. Ez 36,26).\n\n84. Lo que más hay que cuidar es el corazón (cf. Pr 4,23). Nada manchado por la falsedad tiene un valor real para el Señor. Él «huye de la falsedad, se aleja de los pensamientos vacíos» (Sb 1,5). El Padre, que «ve en lo secreto» (Mt 6,6), reconoce lo que no es limpio, es decir, lo que no es sincero, sino solo cáscara y apariencia, así como el Hijo sabe también «lo que hay dentro de cada hombre» (Jn 2,25).\n\n85. Es cierto que no hay amor sin obras de amor, pero esta bienaventuranza nos recuerda que el Señor espera una entrega al hermano que brote del corazón, ya que «si repartiera todos mis bienes entre los necesitados; si entregara mi cuerpo a las llamas, pero no tengo amor, de nada me serviría» (1 Co 13,3). En el evangelio de Mateo vemos también que lo que viene de dentro del corazón es lo que contamina al hombre (cf. 15,18), porque de allí proceden los asesinatos, el robo, los falsos testimonios, y demás cosas (cf. 15,19). En las intenciones del corazón se originan los deseos y las decisiones más profundas que realmente nos mueven.\n\n86. Cuando el corazón ama a Dios y al prójimo (cf. Mt 22,36-40), cuando esa es su intención verdadera y no palabras vacías, entonces ese corazón es puro y puede ver a Dios. San Pablo, en medio de su himno a la caridad, recuerda que «ahora vemos como en un espejo, confusamente» (1 Co 13,12), pero en la medida que reine de verdad el amor, nos volveremos capaces de ver «cara a cara» (ibíd.). Jesús promete que los de corazón puro «verán a Dios».\n\nMantener el corazón limpio de todo lo que mancha el amor, esto es santidad.\n\n«Felices los que trabajan por la paz, porque ellos serán llamados hijos de Dios»\n\n87. Esta bienaventuranza nos hace pensar en las numerosas situaciones de guerra que se repiten. Para nosotros es muy común ser agentes de enfrentamientos o al menos de malentendidos. Por ejemplo, cuando escucho algo de alguien y voy a otro y se lo digo; e incluso hago una segunda versión un poco más amplia y la difundo. Y si logro hacer más daño, parece que me provoca mayor satisfacción. El mundo de las habladurías, hecho por gente que se dedica a criticar y a destruir, no construye la paz. Esa gente más bien es enemiga de la paz y de ningún modo bienaventurada[73].\n\n88. Los pacíficos son fuente de paz, construyen paz y amistad social. A esos que se ocupan de sembrar paz en todas partes, Jesús les hace una promesa hermosa: «Ellos serán llamados hijos de Dios» (Mt 5,9). Él pedía a los discípulos que cuando llegaran a un hogar dijeran: «Paz a esta casa» (Lc 10,5). La Palabra de Dios exhorta a cada creyente para que busque la paz junto con todos (cf. 2 Tm 2,22), porque «el fruto de la justicia se siembra en la paz para quienes trabajan por la paz» (St 3,18). Y si en alguna ocasión en nuestra comunidad tenemos dudas acerca de lo que hay que hacer, «procuremos lo que favorece la paz» (Rm 14,19) porque la unidad es superior al conflicto[74].\n\n89. No es fácil construir esta paz evangélica que no excluye a nadie sino que integra también a los que son algo extraños, a las personas difíciles y complicadas, a los que reclaman atención, a los que son diferentes, a quienes están muy golpeados por la vida, a los que tienen otros intereses. Es duro y requiere una gran amplitud de mente y de corazón, ya que no se trata de «un consenso de escritorio o una efímera paz para una minoría feliz»[75], ni de un proyecto «de unos pocos para unos pocos»[76]. Tampoco pretende ignorar o disimular los conflictos, sino «aceptar sufrir el conflicto, resolverlo y transformarlo en el eslabón de un nuevo proceso»[77]. Se trata de ser artesanos de la paz, porque construir la paz es un arte que requiere serenidad, creatividad, sensibilidad y destreza.\n\nSembrar paz a nuestro alrededor, esto es santidad.\n\n«Felices los perseguidos por causa de la justicia, porque de ellos es el reino de los cielos»\n\n90. Jesús mismo remarca que este camino va a contracorriente hasta el punto de convertirnos en seres que cuestionan a la sociedad con su vida, personas que molestan. Jesús recuerda cuánta gente es perseguida y ha sido perseguida sencillamente por haber luchado por la justicia, por haber vivido sus compromisos con Dios y con los demás. Si no queremos sumergirnos en una oscura mediocridad no pretendamos una vida cómoda, porque «quien quiera salvar su vida la perderá» (Mt 16,25).\n\n91. No se puede esperar, para vivir el Evangelio, que todo a nuestro alrededor sea favorable, porque muchas veces las ambiciones del poder y los intereses mundanos juegan en contra nuestra. San Juan Pablo II decía que «está alienada una sociedad que, en sus formas de organización social, de producción y consumo, hace más difícil la realización de esta donación [de sí] y la formación de esa solidaridad interhumana»[78]. En una sociedad así, alienada, atrapada en una trama política, mediática, económica, cultural e incluso religiosa que impide un auténtico desarrollo humano y social, se vuelve difícil vivir las bienaventuranzas, llegando incluso a ser algo mal visto, sospechado, ridiculizado.\n\n92. La cruz, sobre todo los cansancios y los dolores que soportamos por vivir el mandamiento del amor y el camino de la justicia, es fuente de maduración y de santificación. Recordemos que cuando el Nuevo Testamento habla de los sufrimientos que hay que soportar por el Evangelio, se refiere precisamente a las persecuciones (cf. Hch 5,41; Flp 1,29; Col 1,24; 2 Tm 1,12; 1 P 2,20; 4,14-16; Ap 2,10).\n\n93. Pero hablamos de las persecuciones inevitables, no de las que podamos ocasionarnos nosotros mismos con un modo equivocado de tratar a los demás. Un santo no es alguien raro, lejano, que se vuelve insoportable por su vanidad, su negatividad y sus resentimientos. No eran así los Apóstoles de Cristo. El libro de los Hechos cuenta insistentemente que ellos gozaban de la simpatía «de todo el pueblo» (2,47; cf. 4,21.33; 5,13) mientras algunas autoridades los acosaban y perseguían (cf. 4,1-3; 5,17-18).\n\n94. Las persecuciones no son una realidad del pasado, porque hoy también las sufrimos, sea de manera cruenta, como tantos mártires contemporáneos, o de un modo más sutil, a través de calumnias y falsedades. Jesús dice que habrá felicidad cuando «os calumnien de cualquier modo por mi causa» (Mt 5,11). Otras veces se trata de burlas que intentan desfigurar nuestra fe y hacernos pasar como seres ridículos.\n\nAceptar cada día el camino del Evangelio aunque nos traiga problemas, esto es santidad.\n\nEl gran protocolo\n\n95. En el capítulo 25 del evangelio de Mateo (vv. 31-46), Jesús vuelve a detenerse en una de estas bienaventuranzas, la que declara felices a los misericordiosos. Si buscamos esa santidad que agrada a los ojos de Dios, en este texto hallamos precisamente un protocolo sobre el cual seremos juzgados: «Porque tuve hambre y me disteis de comer, tuve sed y me disteis de beber, fui forastero y me hospedasteis, estuve desnudo y me vestisteis, enfermo y me visitasteis, en la cárcel y vinisteis a verme» (25,35-36).\n\nPor fidelidad al Maestro\n\n96. Por lo tanto, ser santos no significa blanquear los ojos en un supuesto éxtasis. Decía san Juan Pablo II que «si verdaderamente hemos partido de la contemplación de Cristo, tenemos que saberlo descubrir sobre todo en el rostro de aquellos con los que él mismo ha querido identificarse»[79]. El texto de Mateo 25,35-36 «no es una simple invitación a la caridad: es una página de cristología, que ilumina el misterio de Cristo»[80]. En este llamado a reconocerlo en los pobres y sufrientes se revela el mismo corazón de Cristo, sus sentimientos y opciones más profundas, con las cuales todo santo intenta configurarse.\n\n97. Ante la contundencia de estos pedidos de Jesús es mi deber rogar a los cristianos que los acepten y reciban con sincera apertura, «sine glossa», es decir, sin comentario, sin elucubraciones y excusas que les quiten fuerza. El Señor nos dejó bien claro que la santidad no puede entenderse ni vivirse al margen de estas exigencias suyas, porque la misericordia es «el corazón palpitante del Evangelio»[81].\n\n98. Cuando encuentro a una persona durmiendo a la intemperie, en una noche fría, puedo sentir que ese bulto es un imprevisto que me interrumpe, un delincuente ocioso, un estorbo en mi camino, un aguijón molesto para mi conciencia, un problema que deben resolver los políticos, y quizá hasta una basura que ensucia el espacio público. O puedo reaccionar desde la fe y la caridad, y reconocer en él a un ser humano con mi misma dignidad, a una creatura infinitamente amada por el Padre, a una imagen de Dios, a un hermano redimido por Jesucristo. ¡Eso es ser cristianos! ¿O acaso puede entenderse la santidad al margen de este reconocimiento vivo de la dignidad de todo ser humano?[82]\n\n99. Esto implica para los cristianos una sana y permanente insatisfacción. Aunque aliviar a una sola persona ya justificaría todos nuestros esfuerzos, eso no nos basta. Los Obispos de Canadá lo expresaron claramente mostrando que, en las enseñanzas bíblicas sobre el Jubileo, por ejemplo, no se trata solo de realizar algunas buenas obras sino de buscar un cambio social: «Para que las generaciones posteriores también fueran liberadas, claramente el objetivo debía ser la restauración de sistemas sociales y económicos justos para que ya no pudiera haber exclusión»[83].\n\nLas ideologías que mutilan el corazón del Evangelio\n\n100. Lamento que a veces las ideologías nos lleven a dos errores nocivos. Por una parte, el de los cristianos que separan estas exigencias del Evangelio de su relación personal con el Señor, de la unión interior con él, de la gracia. Así se convierte al cristianismo en una especie de ONG, quitándole esa mística luminosa que tan bien vivieron y manifestaron san Francisco de Asís, san Vicente de Paúl, santa Teresa de Calcuta y otros muchos. A estos grandes santos ni la oración, ni el amor de Dios, ni la lectura del Evangelio les disminuyeron la pasión o la eficacia de su entrega al prójimo, sino todo lo contrario.\n\n101. También es nocivo e ideológico el error de quienes viven sospechando del compromiso social de los demás, considerándolo algo superficial, mundano, secularista, inmanentista, comunista, populista. O lo relativizan como si hubiera otras cosas más importantes o como si solo interesara una determinada ética o una razón que ellos defienden. La defensa del inocente que no ha nacido, por ejemplo, debe ser clara, firme y apasionada, porque allí está en juego la dignidad de la vida humana, siempre sagrada, y lo exige el amor a cada persona más allá de su desarrollo. Pero igualmente sagrada es la vida de los pobres que ya han nacido, que se debaten en la miseria, el abandono, la postergación, la trata de personas, la eutanasia encubierta en los enfermos y ancianos privados de atención, las nuevas formas de esclavitud, y en toda forma de descarte[84]. No podemos plantearnos un ideal de santidad que ignore la injusticia de este mundo, donde unos festejan, gastan alegremente y reducen su vida a las novedades del consumo, al mismo tiempo que otros solo miran desde afuera mientras su vida pasa y se acaba miserablemente.\n\n102. Suele escucharse que, frente al relativismo y a los límites del mundo actual, sería un asunto menor la situación de los migrantes, por ejemplo. Algunos católicos afirman que es un tema secundario al lado de los temas «serios» de la bioética. Que diga algo así un político preocupado por sus éxitos se puede comprender; pero no un cristiano, a quien solo le cabe la actitud de ponerse en los zapatos de ese hermano que arriesga su vida para dar un futuro a sus hijos. ¿Podemos reconocer que es precisamente eso lo que nos reclama Jesucristo cuando nos dice que a él mismo lo recibimos en cada forastero (cf. Mt 25,35)? San Benito lo había asumido sin vueltas y, aunque eso pudiera «complicar» la vida de los monjes, estableció que a todos los huéspedes que se presentaran en el monasterio se los acogiera «como a Cristo»[85], expresándolo aun con gestos de adoración[86], y que a los pobres y peregrinos se los tratara «con el máximo cuidado y solicitud»[87].\n\n103. Algo semejante plantea el Antiguo Testamento cuando dice: «No maltratarás ni oprimirás al emigrante, pues emigrantes fuisteis vosotros en la tierra de Egipto» (Ex 22,20). «Si un emigrante reside con vosotros en vuestro país, no lo oprimiréis. El emigrante que reside entre vosotros será para vosotros como el indígena: lo amarás como a ti mismo, porque emigrantes fuisteis en Egipto» (Lv 19,33-34). Por lo tanto, no se trata de un invento de un Papa o de un delirio pasajero. Nosotros también, en el contexto actual, estamos llamados a vivir el camino de iluminación espiritual que nos presentaba el profeta Isaías cuando se preguntaba qué es lo que agrada a Dios: «Partir tu pan con el hambriento, hospedar a los pobres sin techo, cubrir a quien ves desnudo y no desentenderte de los tuyos. Entonces surgirá tu luz como la aurora» (58,7-8).\n\nEl culto que más le agrada\n\n104. Podríamos pensar que damos gloria a Dios solo con el culto y la oración, o únicamente cumpliendo algunas normas éticas ―es verdad que el primado es la relación con Dios―, y olvidamos que el criterio para evaluar nuestra vida es ante todo lo que hicimos con los demás. La oración es preciosa si alimenta una entrega cotidiana de amor. Nuestro culto agrada a Dios cuando allí llevamos los intentos de vivir con generosidad y cuando dejamos que el don de Dios que recibimos en él se manifieste en la entrega a los hermanos.\n\n105. Por la misma razón, el mejor modo de discernir si nuestro camino de oración es auténtico será mirar en qué medida nuestra vida se va transformando a la luz de la misericordia. Porque «la misericordia no es solo el obrar del Padre, sino que ella se convierte en el criterio para saber quiénes son realmente sus verdaderos hijos»[88]. Ella «es la viga maestra que sostiene la vida de la Iglesia»[89]. Quiero remarcar una vez más que, si bien la misericordia no excluye la justicia y la verdad, «ante todo tenemos que decir que la misericordia es la plenitud de la justicia y la manifestación más luminosa de la verdad de Dios»[90]. Ella «es la llave del cielo»[91].\n\n106. No puedo dejar de recordar aquella pregunta que se hacía santo Tomás de Aquino cuando se planteaba cuáles son nuestras acciones más grandes, cuáles son las obras externas que mejor manifiestan nuestro amor a Dios. Él respondió sin dudar que son las obras de misericordia con el prójimo[92], más que los actos de culto: «No adoramos a Dios con sacrificios y dones exteriores por él mismo, sino por nosotros y por el prójimo. Él no necesita nuestros sacrificios, pero quiere que se los ofrezcamos por nuestra devoción y para la utilidad del prójimo. Por eso, la misericordia, que socorre los defectos ajenos, es el sacrificio que más le agrada, ya que causa más de cerca la utilidad del prójimo»[93].\n\n107. Quien de verdad quiera dar gloria a Dios con su vida, quien realmente anhele santificarse para que su existencia glorifique al Santo, está llamado a obsesionarse, desgastarse y cansarse intentando vivir las obras de misericordia. Es lo que había comprendido muy bien santa Teresa de Calcuta: «Sí, tengo muchas debilidades humanas, muchas miserias humanas. […] Pero él baja y nos usa, a usted y a mí, para ser su amor y su compasión en el mundo, a pesar de nuestros pecados, a pesar de nuestras miserias y defectos. Él depende de nosotros para amar al mundo y demostrarle lo mucho que lo ama. Si nos ocupamos demasiado de nosotros mismos, no nos quedará tiempo para los demás»[94].\n\n108. El consumismo hedonista puede jugarnos una mala pasada, porque en la obsesión por pasarla bien terminamos excesivamente concentrados en nosotros mismos, en nuestros derechos y en esa desesperación por tener tiempo libre para disfrutar. Será difícil que nos ocupemos y dediquemos energías a dar una mano a los que están mal si no cultivamos una cierta austeridad, si no luchamos contra esa fiebre que nos impone la sociedad de consumo para vendernos cosas, y que termina convirtiéndonos en pobres insatisfechos que quieren tenerlo todo y probarlo todo. También el consumo de información superficial y las formas de comunicación rápida y virtual pueden ser un factor de atontamiento que se lleva todo nuestro tiempo y nos aleja de la carne sufriente de los hermanos. En medio de esta vorágine actual, el Evangelio vuelve a resonar para ofrecernos una vida diferente, más sana y más feliz.\n\n***\n\n109. La fuerza del testimonio de los santos está en vivir las bienaventuranzas y el protocolo del juicio final. Son pocas palabras, sencillas, pero prácticas y válidas para todos, porque el cristianismo es principalmente para ser practicado, y si es también objeto de reflexión, eso solo es válido cuando nos ayuda a vivir el Evangelio en la vida cotidiana. Recomiendo vivamente releer con frecuencia estos grandes textos bíblicos, recordarlos, orar con ellos, intentar hacerlos carne. Nos harán bien, nos harán genuinamente felices.\n\nCAPÍTULO CUARTO\n\nALGUNAS NOTAS DE LA SANTIDAD EN EL MUNDO ACTUAL\n\n110. Dentro del gran marco de la santidad que nos proponen las bienaventuranzas y Mateo 25,31-46, quisiera recoger algunas notas o expresiones espirituales que, a mi juicio, no deben faltar para entender el estilo de vida al que el Señor nos llama. No me detendré a explicar los medios de santificación que ya conocemos: los distintos métodos de oración, los preciosos sacramentos de la Eucaristía y la Reconciliación, la ofrenda de sacrificios, las diversas formas de devoción, la dirección espiritual, y tantos otros. Solo me referiré a algunos aspectos del llamado a la santidad que espero resuenen de modo especial.\n\n111. Estas notas que quiero destacar no son todas las que pueden conformar un modelo de santidad, pero son cinco grandes manifestaciones del amor a Dios y al prójimo que considero de particular importancia, debido a algunos riesgos y límites de la cultura de hoy. En ella se manifiestan: la ansiedad nerviosa y violenta que nos dispersa y nos debilita; la negatividad y la tristeza; la acedia cómoda, consumista y egoísta; el individualismo, y tantas formas de falsa espiritualidad sin encuentro con Dios que reinan en el mercado religioso actual.\n\nAguante, paciencia y mansedumbre\n\n112. La primera de estas grandes notas es estar centrado, firme en torno a Dios que ama y que sostiene. Desde esa firmeza interior es posible aguantar, soportar las contrariedades, los vaivenes de la vida, y también las agresiones de los demás, sus infidelidades y defectos: «Si Dios está con nosotros, ¿quién estará contra nosotros?» (Rm 8,31).Esto es fuente de la paz que se expresa en las actitudes de un santo. A partir de tal solidez interior, el testimonio de santidad, en nuestro mundo acelerado, voluble y agresivo, está hecho de paciencia y constancia en el bien. Es la fidelidad del amor, porque quien se apoya en Dios (pistis) también puede ser fiel frente a los hermanos (pistós), no los abandona en los malos momentos, no se deja llevar por su ansiedad y se mantiene al lado de los demás aun cuando eso no le brinde satisfacciones inmediatas.\n\n113. San Pablo invitaba a los romanos a no devolver «a nadie mal por mal» (Rm 12,17), a no querer hacerse justicia «por vuestra cuenta» (v.19), y a no dejarse vencer por el mal, sino a vencer «al mal con el bien» (v.21). Esta actitud no es expresión de debilidad sino de la verdadera fuerza, porque el mismo Dios «es lento para la ira pero grande en poder» (Na 1,3). La Palabra de Dios nos reclama: «Desterrad de vosotros la amargura, la ira, los enfados e insultos y toda maldad» (Ef 4,31).\n\n114. Hace falta luchar y estar atentos frente a nuestras propias inclinaciones agresivas y egocéntricas para no permitir que se arraiguen: «Si os indignáis, no lleguéis a pecar; que el sol no se ponga sobre vuestra ira» (Ef 4,26). Cuando hay circunstancias que nos abruman, siempre podemos recurrir al ancla de la súplica, que nos lleva a quedar de nuevo en las manos de Dios y junto a la fuente de la paz: «Nada os preocupe; sino que, en toda ocasión, en la oración y en la súplica, con acción de gracias, vuestras peticiones sean presentadas a Dios. Y la paz de Dios, que supera todo juicio, custodiará vuestros corazones» (Flp 4,6-7).\n\n115. También los cristianos pueden formar parte de redes de violencia verbal a través de internet y de los diversos foros o espacios de intercambio digital. Aun en medios católicos se pueden perder los límites, se suelen naturalizar la difamación y la calumnia, y parece quedar fuera toda ética y respeto por la fama ajena. Así se produce un peligroso dualismo, porque en estas redes se dicen cosas que no serían tolerables en la vida pública, y se busca compensar las propias insatisfacciones descargando con furia los deseos de venganza. Es llamativo que a veces, pretendiendo defender otros mandamientos, se pasa por alto completamente el octavo: «No levantar falso testimonio ni mentir», y se destroza la imagen ajena sin piedad. Allí se manifiesta con descontrol que la lengua «es un mundo de maldad» y «encendida por el mismo infierno, hace arder todo el ciclo de la vida» (St 3,6).\n\n116. La firmeza interior que es obra de la gracia, nos preserva de dejarnos arrastrar por la violencia que invade la vida social, porque la gracia aplaca la vanidad y hace posible la mansedumbre del corazón. El santo no gasta sus energías lamentando los errores ajenos, es capaz de hacer silencio ante los defectos de sus hermanos y evita la violencia verbal que arrasa y maltrata, porque no se cree digno de ser duro con los demás, sino que los considera como superiores a uno mismo (cf. Flp 2,3).\n\n117. No nos hace bien mirar desde arriba, colocarnos en el lugar de jueces sin piedad, considerar a los otros como indignos y pretender dar lecciones permanentemente. Esa es una sutil forma de violencia[95]. San Juan de la Cruz proponía otra cosa: «Sea siempre más amigo de ser enseñado por todos que de querer enseñar aun al que es menos que todos»[96]. Y agregaba un consejo para tener lejos al demonio: «Gozándote del bien de los otros como de ti mismo, y queriendo que los pongan a ellos delante de ti en todas las cosas, y esto con verdadero corazón. De esta manera vencerás el mal con el bien y echarás lejos al demonio y traerás alegría de corazón. Procura ejercitarlo más con los que menos te caen en gracia. Y sabe que si no ejercitas esto, no llegarás a la verdadera caridad ni aprovecharás en ella»[97].\n\n118. La humildad solamente puede arraigarse en el corazón a través de las humillaciones. Sin ellas no hay humildad ni santidad. Si tú no eres capaz de soportar y ofrecer algunas humillaciones no eres humilde y no estás en el camino de la santidad. La santidad que Dios regala a su Iglesia viene a través de la humillación de su Hijo, ése es el camino. La humillación te lleva a asemejarte a Jesús, es parte ineludible de la imitación de Jesucristo: «Cristo padeció por vosotros, dejándoos un ejemplo para que sigáis sus huellas» (1 P 2,21). Él a su vez expresa la humildad del Padre, que se humilla para caminar con su pueblo, que soporta sus infidelidades y murmuraciones (cf. Ex 34,6-9; Sb 11,23-12,2; Lc 6,36). Por esta razón los Apóstoles, después de la humillación, «salieron del Sanedrín dichosos de haber sido considerados dignos de padecer por el nombre de Jesús» (Hch 5,41).\n\n119. No me refiero solo a las situaciones crudas de martirio, sino a las humillaciones cotidianas de aquellos que callan para salvar a su familia, o evitan hablar bien de sí mismos y prefieren exaltar a otros en lugar de gloriarse, eligen las tareas menos brillantes, e incluso a veces prefieren soportar algo injusto para ofrecerlo al Señor: «En cambio, que aguantéis cuando sufrís por hacer el bien, eso es una gracia de parte de Dios» (1 P 2,20). No es caminar con la cabeza baja, hablar poco o escapar de la sociedad. A veces, precisamente porque está liberado del egocentrismo, alguien puede atreverse a discutir amablemente, a reclamar justicia o a defender a los débiles ante los poderosos, aunque eso le traiga consecuencias negativas para su imagen.\n\n120. No digo que la humillación sea algo agradable, porque eso sería masoquismo, sino que se trata de un camino para imitar a Jesús y crecer en la unión con él. Esto no se entiende naturalmente y el mundo se burla de semejante propuesta. Es una gracia que necesitamos suplicar: «Señor, cuando lleguen las humillaciones, ayúdame a sentir que estoy detrás de ti, en tu camino».\n\n121. Tal actitud supone un corazón pacificado por Cristo, liberado de esa agresividad que brota de un yo demasiado grande. La misma pacificación que obra la gracia nos permite mantener una seguridad interior y aguantar, perseverar en el bien «aunque camine por cañadas oscuras» (Sal 23,4) o «si un ejército acampa contra mí» (Sal 27,3). Firmes en el Señor, la Roca, podemos cantar: «En paz me acuesto y enseguida me duermo, porque tú solo, Señor, me haces vivir tranquilo» (Sal 4,9). En definitiva, Cristo «es nuestra paz» (Ef 2,14), vino a «guiar nuestros pasos por el camino de la paz» (Lc 1,79). Él transmitió a santa Faustina Kowalska que «la humanidad no encontrará paz hasta que no se dirija con confianza a la misericordia divina»[98]. Entonces no caigamos en la tentación de buscar la seguridad interior en los éxitos, en los placeres vacíos, en las posesiones, en el dominio sobre los demás o en la imagen social: «Os doy mi paz; pero no como la da el mundo» (Jn 14,27).\n\nAlegría y sentido del humor\n\n122. Lo dicho hasta ahora no implica un espíritu apocado, tristón, agriado, melancólico, o un bajo perfil sin energía. El santo es capaz de vivir con alegría y sentido del humor. Sin perder el realismo, ilumina a los demás con un espíritu positivo y esperanzado. Ser cristianos es «gozo en el Espíritu Santo» (Rm 14,17), porque «al amor de caridad le sigue necesariamente el gozo, pues todo amante se goza en la unión con el amado […] De ahí que la consecuencia de la caridad sea el gozo»[99]. Hemos recibido la hermosura de su Palabra y la abrazamos «en medio de una gran tribulación, con la alegría del Espíritu Santo» (1Ts 1,6). Si dejamos que el Señor nos saque de nuestro caparazón y nos cambie la vida, entonces podremos hacer realidad lo que pedía san Pablo: «Alegraos siempre en el Señor; os lo repito, alegraos» (Flp 4,4).\n\n123. Los profetas anunciaban el tiempo de Jesús, que nosotros estamos viviendo, como una revelación de la alegría: «Gritad jubilosos» (Is 12,6). «Súbete a un monte elevado, heraldo de Sión; alza fuerte la voz, heraldo de Jerusalén» (Is 40,9). «Romped a cantar, montañas, porque el Señor consuela a su pueblo y se compadece de los desamparados» (Is 49,13). «¡Salta de gozo, Sión; alégrate, Jerusalén! Mira que viene tu rey, justo y triunfador» (Za 9,9). Y no olvidemos la exhortación de Nehemías: «¡No os pongáis tristes; el gozo del Señor es vuestra fuerza!» (8,10).\n\n124. María, que supo descubrir la novedad que Jesús traía, cantaba: «Se alegra mi espíritu en Dios, mi salvador» (Lc 1,47) y el mismo Jesús «se llenó de alegría en el Espíritu Santo» (Lc 10,21). Cuando él pasaba «toda la gente se alegraba» (Lc 13,17). Después de su resurrección, donde llegaban los discípulos había una gran alegría (cf. Hch 8,8). A nosotros, Jesús nos da una seguridad: «Estaréis tristes, pero vuestra tristeza se convertirá en alegría. […] Volveré a veros, y se alegrará vuestro corazón, y nadie os quitará vuestra alegría» (Jn 16,20.22). «Os he hablado de esto para que mi alegría esté en vosotros, y vuestra alegría llegue a plenitud» (Jn 15,11).\n\n125. Hay momentos duros, tiempos de cruz, pero nada puede destruir la alegría sobrenatural, que «se adapta y se transforma, y siempre permanece al menos como un brote de luz que nace de la certeza personal de ser infinitamente amado, más allá de todo»[100]. Es una seguridad interior, una serenidad esperanzada que brinda una satisfacción espiritual incomprensible para los parámetros mundanos.\n\n126. Ordinariamente la alegría cristiana está acompañada del sentido del humor, tan destacado, por ejemplo, en santo Tomás Moro, en san Vicente de Paúl o en san Felipe Neri. El mal humor no es un signo de santidad: «Aparta de tu corazón la tristeza» (Qo 11,10). Es tanto lo que recibimos del Señor, «para que lo disfrutemos» (1 Tm 6,17), que a veces la tristeza tiene que ver con la ingratitud, con estar tan encerrado en sí mismo que uno se vuelve incapaz de reconocer los regalos de Dios[101].\n\n127. Su amor paterno nos invita: «Hijo, en cuanto te sea posible, cuida de ti mismo […]. No te prives de pasar un día feliz» (Si 14,11.14). Nos quiere positivos, agradecidos y no demasiado complicados: «En tiempo de prosperidad disfruta […]. Dios hizo a los humanos equilibrados, pero ellos se buscaron preocupaciones sin cuento» (Qo 7,14.29). En todo caso, hay que mantener un espíritu flexible, y hacer como san Pablo: «Yo he aprendido a bastarme con lo que tengo» (Flp 4,11). Es lo que vivía san Francisco de Asís, capaz de conmoverse de gratitud ante un pedazo de pan duro, o de alabar feliz a Dios solo por la brisa que acariciaba su rostro.\n\n128. No estoy hablando de la alegría consumista e individualista tan presente en algunas experiencias culturales de hoy. Porque el consumismo solo empacha el corazón; puede brindar placeres ocasionales y pasajeros, pero no gozo. Me refiero más bien a esa alegría que se vive en comunión, que se comparte y se reparte, porque «hay más dicha en dar que en recibir» (Hch 20,35) y «Dios ama al que da con alegría» (2 Co 9,7). El amor fraterno multiplica nuestra capacidad de gozo, ya que nos vuelve capaces de gozar con el bien de los otros: «Alegraos con los que están alegres» (Rm 12,15). «Nos alegramos siendo débiles, con tal de que vosotros seáis fuertes» (2 Co 13,9). En cambio, si «nos concentramos en nuestras propias necesidades, nos condenamos a vivir con poca alegría»[102].\n\nAudacia y fervor\n\n129. Al mismo tiempo, la santidad es parresía: es audacia, es empuje evangelizador que deja una marca en este mundo. Para que sea posible, el mismo Jesús viene a nuestro encuentro y nos repite con serenidad y firmeza: «No tengáis miedo» (Mc 6,50). «Yo estoy con vosotros todos los días, hasta el final de los tiempos» (Mt 28,20). Estas palabras nos permiten caminar y servir con esa actitud llena de coraje que suscitaba el Espíritu Santo en los Apóstoles y los llevaba a anunciar a Jesucristo. Audacia, entusiasmo, hablar con libertad, fervor apostólico, todo eso se incluye en el vocablo parresía, palabra con la que la Biblia expresa también la libertad de una existencia que está abierta, porque se encuentra disponible para Dios y para los demás (cf. Hch 4,29; 9,28; 28,31; 2Co 3,12; Ef 3,12; Hb 3,6; 10,19).\n\n130. El beato Pablo VI mencionaba, entre los obstáculos de la evangelización, precisamente la carencia de parresía: «La falta de fervor, tanto más grave cuanto que viene de dentro»[103].\n\n¡Cuántas veces nos sentimos tironeados a quedarnos en la comodidad de la orilla! Pero el Señor nos llama para navegar mar adentro y arrojar las redes en aguas más profundas (cf. Lc 5,4). Nos invita a gastar nuestra vida en su servicio. Aferrados a él nos animamos a poner todos nuestros carismas al servicio de los otros. Ojalá nos sintamos apremiados por su amor (cf. 2 Co 5,14) y podamos decir con san Pablo: «¡Ay de mí si no anuncio el Evangelio!» (1 Co 9,16).\n\n131. Miremos a Jesús: su compasión entrañable no era algo que lo ensimismara, no era una compasión paralizante, tímida o avergonzada como muchas veces nos sucede a nosotros, sino todo lo contrario. Era una compasión que lo movía a salir de sí con fuerza para anunciar, para enviar en misión, para enviar a sanar y a liberar. Reconozcamos nuestra fragilidad pero dejemos que Jesús la tome con sus manos y nos lance a la misión. Somos frágiles, pero portadores de un tesoro que nos hace grandes y que puede hacer más buenos y felices a quienes lo reciban. La audacia y el coraje apostólico son constitutivos de la misión.\n\n132. La parresía es sello del Espíritu, testimonio de la autenticidad del anuncio. Es feliz seguridad que nos lleva a gloriarnos del Evangelio que anunciamos, es confianza inquebrantable en la fidelidad del Testigo fiel, que nos da la seguridad de que nada «podrá separarnos del amor de Dios» (Rm 8,39).\n\n133. Necesitamos el empuje del Espíritu para no ser paralizados por el miedo y el cálculo, para no acostumbrarnos a caminar solo dentro de confines seguros. Recordemos que lo que está cerrado termina oliendo a humedad y enfermándonos. Cuando los Apóstoles sintieron la tentación de dejarse paralizar por los temores y peligros, se pusieron a orar juntos pidiendo la parresía: «Ahora, Señor, fíjate en sus amenazas y concede a tus siervos predicar tu palabra con toda valentía» (Hch 4,29). Y la respuesta fue que «al terminar la oración, tembló el lugar donde estaban reunidos; los llenó a todos el Espíritu Santo, y predicaban con valentía la palabra de Dios» (Hch 4,31).\n\n134. Como el profeta Jonás, siempre llevamos latente la tentación de huir a un lugar seguro que puede tener muchos nombres: individualismo, espiritualismo, encerramiento en pequeños mundos, dependencia, instalación, repetición de esquemas ya prefijados, dogmatismo, nostalgia, pesimismo, refugio en las normas. Tal vez nos resistimos a salir de un territorio que nos era conocido y manejable. Sin embargo, las dificultades pueden ser como la tormenta, la ballena, el gusano que secó el ricino de Jonás, o el viento y el sol que le quemaron la cabeza; y lo mismo que para él, pueden tener la función de hacernos volver a ese Dios que es ternura y que quiere llevarnos a una itinerancia constante y renovadora.\n\n135. Dios siempre es novedad, que nos empuja a partir una y otra vez y a desplazarnos para ir más allá de lo conocido, hacia las periferias y las fronteras. Nos lleva allí donde está la humanidad más herida y donde los seres humanos, por debajo de la apariencia de la superficialidad y el conformismo, siguen buscando la respuesta a la pregunta por el sentido de la vida. ¡Dios no tiene miedo! ¡No tiene miedo! Él va siempre más allá de nuestros esquemas y no le teme a las periferias. Él mismo se hizo periferia (cf. Flp 2,6-8; Jn 1,14). Por eso, si nos atrevemos a llegar a las periferias, allí lo encontraremos, él ya estará allí. Jesús nos primerea en el corazón de aquel hermano, en su carne herida, en su vida oprimida, en su alma oscurecida. Él ya está allí.\n\n136. Es verdad que hay que abrir la puerta del corazón a Jesucristo, porque él golpea y llama (cf. Ap 3,20). Pero a veces me pregunto si, por el aire irrespirable de nuestra autorreferencialidad, Jesús no estará ya dentro de nosotros golpeando para que lo dejemos salir. En el Evangelio vemos cómo Jesús «iba caminando de ciudad en ciudad y de pueblo en pueblo, proclamando y anunciando la Buena Noticia del reino de Dios» (Lc 8,1). También después de la resurrección, cuando los discípulos salieron a predicar por todas partes, «el Señor cooperaba confirmando la palabra con las señales que los acompañaban» (Mc 16,20). Esa es la dinámica que brota del verdadero encuentro.\n\n137. La costumbre nos seduce y nos dice que no tiene sentido tratar de cambiar algo, que no podemos hacer nada frente a esta situación, que siempre ha sido así y que, sin embargo, sobrevivimos. A causa de ese acostumbrarnos ya no nos enfrentamos al mal y permitimos que las cosas «sean lo que son», o lo que algunos han decidido que sean. Pero dejemos que el Señor venga a despertarnos, a pegarnos un sacudón en nuestra modorra, a liberarnos de la inercia. Desafiemos la costumbre, abramos bien los ojos y los oídos, y sobre todo el corazón, para dejarnos descolocar por lo que sucede a nuestro alrededor y por el grito de la Palabra viva y eficaz del Resucitado.\n\n138. Nos moviliza el ejemplo de tantos sacerdotes, religiosas, religiosos y laicos que se dedican a anunciar y a servir con gran fidelidad, muchas veces arriesgando sus vidas y ciertamente a costa de su comodidad. Su testimonio nos recuerda que la Iglesia no necesita tantos burócratas y funcionarios, sino misioneros apasionados, devorados por el entusiasmo de comunicar la verdadera vida. Los santos sorprenden, desinstalan, porque sus vidas nos invitan a salir de la mediocridad tranquila y anestesiante.\n\n139. Pidamos al Señor la gracia de no vacilar cuando el Espíritu nos reclame que demos un paso adelante, pidamos el valor apostólico de comunicar el Evangelio a los demás y de renunciar a hacer de nuestra vida cristiana un museo de recuerdos. En todo caso, dejemos que el Espíritu Santo nos haga contemplar la historia en la clave de Jesús resucitado. De ese modo la Iglesia, en lugar de estancarse, podrá seguir adelante acogiendo las sorpresas del Señor.\n\nEn comunidad\n\n140. Es muy difícil luchar contra la propia concupiscencia y contra las asechanzas y tentaciones del demonio y del mundo egoísta si estamos aislados. Es tal el bombardeo que nos seduce que, si estamos demasiado solos, fácilmente perdemos el sentido de la realidad, la claridad interior, y sucumbimos.\n\n141. La santificación es un camino comunitario, de dos en dos. Así lo reflejan algunas comunidades santas. En varias ocasiones la Iglesia ha canonizado a comunidades enteras que vivieron heroicamente el Evangelio o que ofrecieron a Dios la vida de todos sus miembros. Pensemos, por ejemplo, en los siete santos fundadores de la Orden de los Siervos de María, en las siete beatas religiosas del primer monasterio de la Visitación de Madrid, en san Pablo Miki y compañeros mártires en Japón, en san Andrés Kim Taegon y compañeros mártires en Corea, en san Roque González, san Alfonso Rodríguez y compañeros mártires en Sudamérica. También recordemos el reciente testimonio de los monjes trapenses de Tibhirine (Argelia), que se prepararon juntos para el martirio. Del mismo modo, hay muchos matrimonios santos, donde cada uno fue un instrumento de Cristo para la santificación del cónyuge. Vivir o trabajar con otros es sin duda un camino de desarrollo espiritual. San Juan de la Cruz decía a un discípulo: estás viviendo con otros «para que te labren y ejerciten»[104].\n\n142. La comunidad está llamada a crear ese «espacio teologal en el que se puede experimentar la presencia mística del Señor resucitado»[105]. Compartir la Palabra y celebrar juntos la Eucaristía nos hace más hermanos y nos va convirtiendo en comunidad santa y misionera. Esto da lugar también a verdaderas experiencias místicas vividas en comunidad, como fue el caso de san Benito y santa Escolástica, o aquel sublime encuentro espiritual que vivieron juntos san Agustín y su madre santa Mónica: «Cuando ya se acercaba el día de su muerte ―día por ti conocido, y que nosotros ignorábamos―, sucedió, por tus ocultos designios, como lo creo firmemente, que nos encontramos ella y yo solos, apoyados en una ventana que daba al jardín interior de la casa donde nos hospedábamos […]. Y abríamos la boca de nuestro corazón, ávidos de las corrientes de tu fuente, la fuente de vida que hay en ti […]. Y mientras estamos hablando y suspirando por ella [la sabiduría], llegamos a tocarla un poco con todo el ímpetu de nuestro corazón […] de modo que fuese la vida sempiterna cual fue este momento de intuición por el cual suspiramos»[106].\n\n143. Pero estas experiencias no son lo más frecuente, ni lo más importante. La vida comunitaria, sea en la familia, en la parroquia, en la comunidad religiosa o en cualquier otra, está hecha de muchos pequeños detalles cotidianos. Esto ocurría en la comunidad santa que formaron Jesús, María y José, donde se reflejó de manera paradigmática la belleza de la comunión trinitaria. También es lo que sucedía en la vida comunitaria que Jesús llevó con sus discípulos y con el pueblo sencillo.\n\n144. Recordemos cómo Jesús invitaba a sus discípulos a prestar atención a los detalles.\n\nEl pequeño detalle de que se estaba acabando el vino en una fiesta.\n\nEl pequeño detalle de que faltaba una oveja.\n\nEl pequeño detalle de la viuda que ofreció sus dos moneditas.\n\nEl pequeño detalle de tener aceite de repuesto para las lámparas por si el novio se demora.\n\nEl pequeño detalle de pedir a sus discípulos que vieran cuántos panes tenían.\n\nEl pequeño detalle de tener un fueguito preparado y un pescado en la parrilla mientras esperaba a los discípulos de madrugada.\n\n145. La comunidad que preserva los pequeños detalles del amor[107], donde los miembros se cuidan unos a otros y constituyen un espacio abierto y evangelizador, es lugar de la presencia del Resucitado que la va santificando según el proyecto del Padre. A veces, por un don del amor del Señor, en medio de esos pequeños detalles se nos regalan consoladoras experiencias de Dios: «Una tarde de invierno estaba yo cumpliendo, como de costumbre, mi dulce tarea […]. De pronto, oí a lo lejos el sonido armonioso de un instrumento musical. Entonces me imaginé un salón muy bien iluminado, todo resplandeciente de ricos dorados; y en él, señoritas elegantemente vestidas, prodigándose mutuamente cumplidos y cortesías mundanas. Luego posé la mirada en la pobre enferma, a quien sostenía. En lugar de una melodía, escuchaba de vez en cuando sus gemidos lastimeros […]. No puedo expresar lo que pasó por mi alma. Lo único que sé es que el Señor la iluminó con los rayos de la verdad, los cuales sobrepasaban de tal modo el brillo tenebroso de las fiestas de la tierra, que no podía creer en mi felicidad»[108].\n\n146. En contra de la tendencia al individualismo consumista que termina aislándonos en la búsqueda del bienestar al margen de los demás, nuestro camino de santificación no puede dejar de identificarnos con aquel deseo de Jesús: «Que todos sean uno, como tú Padre en mí y yo en ti» (Jn 17,21).\n\nEn oración constante\n\n147. Finalmente, aunque parezca obvio, recordemos que la santidad está hecha de una apertura habitual a la trascendencia, que se expresa en la oración y en la adoración. El santo es una persona con espíritu orante, que necesita comunicarse con Dios. Es alguien que no soporta asfixiarse en la inmanencia cerrada de este mundo, y en medio de sus esfuerzos y entregas suspira por Dios, sale de sí en la alabanza y amplía sus límites en la contemplación del Señor. No creo en la santidad sin oración, aunque no se trate necesariamente de largos momentos o de sentimientos intensos.\n\n148. San Juan de la Cruz recomendaba «procurar andar siempre en la presencia de Dios, sea real, imaginaria o unitiva, de acuerdo con lo que le permitan las obras que esté haciendo»[109]. En el fondo, es el deseo de Dios que no puede dejar de manifestarse de alguna manera en medio de nuestra vida cotidiana: «Procure ser continuo en la oración, y en medio de los ejercicios corporales no la deje. Sea que coma, beba, hable con otros, o haga cualquier cosa, siempre ande deseando a Dios y apegando a él su corazón»[110].\n\n149. No obstante, para que esto sea posible, también son necesarios algunos momentos solo para Dios, en soledad con él. Para santa Teresa de Ávila la oración es «tratar de amistad estando muchas veces a solas con quien sabemos nos ama»[111]. Quisiera insistir que esto no es solo para pocos privilegiados, sino para todos, porque «todos tenemos necesidad de este silencio penetrado de presencia adorada»[112]. La oración confiada es una reacción del corazón que se abre a Dios frente a frente, donde se hacen callar todos los rumores para escuchar la suave voz del Señor que resuena en el silencio.\n\n150. En ese silencio es posible discernir, a la luz del Espíritu, los caminos de santidad que el Señor nos propone. De otro modo, todas nuestras decisiones podrán ser solamente «decoraciones» que, en lugar de exaltar el Evangelio en nuestras vidas, lo recubrirán o lo ahogarán. Para todo discípulo es indispensable estar con el Maestro, escucharle, aprender de él, siempre aprender. Si no escuchamos, todas nuestras palabras serán únicamente ruidos que no sirven para nada.\n\n151. Recordemos que «es la contemplación del rostro de Jesús muerto y resucitado la que recompone nuestra humanidad, también la que está fragmentada por las fatigas de la vida, o marcada por el pecado. No hay que domesticar el poder del rostro de Cristo»[113]. Entonces, me atrevo a preguntarte: ¿Hay momentos en los que te pones en su presencia en silencio, permaneces con él sin prisas, y te dejas mirar por él? ¿Dejas que su fuego inflame tu corazón? Si no le permites que él alimente el calor de su amor y de su ternura, no tendrás fuego, y así ¿cómo podrás inflamar el corazón de los demás con tu testimonio y tus palabras? Y si ante el rostro de Cristo todavía no logras dejarte sanar y transformar, entonces penetra en las entrañas del Señor, entra en sus llagas, porque allí tiene su sede la misericordia divina[114].\n\n152. Pero ruego que no entendamos el silencio orante como una evasión que niega el mundo que nos rodea. El «peregrino ruso», que caminaba en oración continua, cuenta que esa oración no lo separaba de la realidad externa: «Cuando me encontraba con la gente, me parecía que eran todos tan amables como si fueran mi propia familia. [...] Y la felicidad no solamente iluminaba el interior de mi alma, sino que el mundo exterior me aparecía bajo un aspecto maravilloso»[115].\n\n153. Tampoco la historia desaparece. La oración, precisamente porque se alimenta del don de Dios que se derrama en nuestra vida, debería ser siempre memoriosa. La memoria de las acciones de Dios está en la base de la experiencia de la alianza entre Dios y su pueblo. Si Dios ha querido entrar en la historia, la oración está tejida de recuerdos. No solo del recuerdo de la Palabra revelada, sino también de la propia vida, de la vida de los demás, de lo que el Señor ha hecho en su Iglesia. Es la memoria agradecida de la que también habla san Ignacio de Loyola en su «Contemplación para alcanzar amor»[116], cuando nos pide que traigamos a la memoria todos los beneficios que hemos recibido del Señor. Mira tu historia cuando ores y en ella encontrarás tanta misericordia. Al mismo tiempo esto alimentará tu consciencia de que el Señor te tiene en su memoria y nunca te olvida. Por consiguiente, tiene sentido pedirle que ilumine aun los pequeños detalles de tu existencia, que a él no se le escapan.\n\n154. La súplica es expresión del corazón que confía en Dios, que sabe que solo no puede. En la vida del pueblo fiel de Dios encontramos mucha súplica llena de ternura creyente y de profunda confianza. No quitemos valor a la oración de petición, que tantas veces nos serena el corazón y nos ayuda a seguir luchando con esperanza. La súplica de intercesión tiene un valor particular, porque es un acto de confianza en Dios y al mismo tiempo una expresión de amor al prójimo. Algunos, por prejuicios espiritualistas, creen que la oración debería ser una pura contemplación de Dios, sin distracciones, como si los nombres y los rostros de los hermanos fueran una perturbación a evitar. Al contrario, la realidad es que la oración será más agradable a Dios y más santificadora si en ella, por la intercesión, intentamos vivir el doble mandamiento que nos dejó Jesús. La intercesión expresa el compromiso fraterno con los otros cuando en ella somos capaces de incorporar la vida de los demás, sus angustias más perturbadoras y sus mejores sueños. De quien se entrega generosamente a interceder puede decirse con las palabras bíblicas: «Este es el que ama a sus hermanos, el que ora mucho por el pueblo» (2 M 15,14).\n\n155. Si de verdad reconocemos que Dios existe no podemos dejar de adorarlo, a veces en un silencio lleno de admiración, o de cantarle en festiva alabanza. Así expresamos lo que vivía el beato Carlos de Foucauld cuando dijo: «Apenas creí que Dios existía, comprendí que solo podía vivir para él»[117]. También en la vida del pueblo peregrino hay muchos gestos simples de pura adoración, como por ejemplo cuando «la mirada del peregrino se deposita sobre una imagen que simboliza la ternura y la cercanía de Dios. El amor se detiene, contempla el misterio, lo disfruta en silencio»[118].\n\n156. La lectura orante de la Palabra de Dios, más dulce que la miel (cf. Sal 119,103) y «espada de doble filo» (Hb 4,12), nos permite detenernos a escuchar al Maestro para que sea lámpara para nuestros pasos, luz en nuestro camino (cf. Sal 119,105). Como bien nos recordaron los Obispos de India: «La devoción a la Palabra de Dios no es solo una de muchas devociones, hermosa pero algo opcional. Pertenece al corazón y a la identidad misma de la vida cristiana. La Palabra tiene en sí el poder para transformar las vidas»[119].\n\n157. El encuentro con Jesús en las Escrituras nos lleva a la Eucaristía, donde esa misma Palabra alcanza su máxima eficacia, porque es presencia real del que es la Palabra viva. Allí, el único Absoluto recibe la mayor adoración que puede darle esta tierra, porque es el mismo Cristo quien se ofrece. Y cuando lo recibimos en la comunión, renovamos nuestra alianza con él y le permitimos que realice más y más su obra transformadora.\n\nCAPÍTULO QUINTO\n\nCOMBATE, VIGILANCIA Y DISCERNIMIENTO\n\n158. La vida cristiana es un combate permanente. Se requieren fuerza y valentía para resistir las tentaciones del diablo y anunciar el Evangelio. Esta lucha es muy bella, porque nos permite celebrar cada vez que el Señor vence en nuestra vida.\n\nEl combate y la vigilancia\n\n159. No se trata solo de un combate contra el mundo y la mentalidad mundana, que nos engaña, nos atonta y nos vuelve mediocres sin compromiso y sin gozo. Tampoco se reduce a una lucha contra la propia fragilidad y las propias inclinaciones (cada uno tiene la suya: la pereza, la lujuria, la envidia, los celos, y demás). Es también una lucha constante contra el diablo, que es el príncipe del mal. Jesús mismo festeja nuestras victorias. Se alegraba cuando sus discípulos lograban avanzar en el anuncio del Evangelio, superando la oposición del Maligno, y celebraba: «Estaba viendo a Satanás caer del cielo como un rayo» (Lc 10,18).\n\nAlgo más que un mito\n\n160. No aceptaremos la existencia del diablo si nos empeñamos en mirar la vida solo con criterios empíricos y sin sentido sobrenatural. Precisamente, la convicción de que este poder maligno está entre nosotros, es lo que nos permite entender por qué a veces el mal tiene tanta fuerza destructiva. Es verdad que los autores bíblicos tenían un bagaje conceptual limitado para expresar algunas realidades y que en tiempos de Jesús se podía confundir, por ejemplo, una epilepsia con la posesión del demonio. Sin embargo, eso no debe llevarnos a simplificar tanto la realidad diciendo que todos los casos narrados en los evangelios eran enfermedades psíquicas y que en definitiva el demonio no existe o no actúa. Su presencia está en la primera página de las Escrituras, que acaban con la victoria de Dios sobre el demonio[120]. De hecho, cuando Jesús nos dejó el Padrenuestro quiso que termináramos pidiendo al Padre que nos libere del Malo. La expresión utilizada allí no se refiere al mal en abstracto y su traducción más precisa es «el Malo». Indica un ser personal que nos acosa. Jesús nos enseñó a pedir cotidianamente esa liberación para que su poder no nos domine.\n\n161. Entonces, no pensemos que es un mito, una representación, un símbolo, una figura o una idea[121]. Ese engaño nos lleva a bajar los brazos, a descuidarnos y a quedar más expuestos. Él no necesita poseernos. Nos envenena con el odio, con la tristeza, con la envidia, con los vicios. Y así, mientras nosotros bajamos la guardia, él aprovecha para destruir nuestra vida, nuestras familias y nuestras comunidades, porque «como león rugiente, ronda buscando a quien devorar» (1 P 5,8).\n\nDespiertos y confiados\n\n162. La Palabra de Dios nos invita claramente a «afrontar las asechanzas del diablo» (Ef 6,11) y a detener «las flechas incendiarias del maligno» (Ef 6,16). No son palabras románticas, porque nuestro camino hacia la santidad es también una lucha constante. Quien no quiera reconocerlo se verá expuesto al fracaso o a la mediocridad. Para el combate tenemos las armas poderosas que el Señor nos da: la fe que se expresa en la oración, la meditación de la Palabra de Dios, la celebración de la Misa, la adoración eucarística, la reconciliación sacramental, las obras de caridad, la vida comunitaria, el empeño misionero. Si nos descuidamos nos seducirán fácilmente las falsas promesas del mal, porque, como decía el santo cura Brochero, «¿qué importa que Lucifer os prometa liberar y aun os arroje al seno de todos sus bienes, si son bienes engañosos, si son bienes envenenados?»[122].\n\n163. En este camino, el desarrollo de lo bueno, la maduración espiritual y el crecimiento del amor son el mejor contrapeso ante el mal. Nadie resiste si opta por quedarse en un punto muerto, si se conforma con poco, si deja de soñar con ofrecerle al Señor una entrega más bella. Menos aún si cae en un espíritu de derrota, porque «el que comienza sin confiar perdió de antemano la mitad de la batalla y entierra sus talentos. […] El triunfo cristiano es siempre una cruz, pero una cruz que al mismo tiempo es bandera de victoria, que se lleva con una ternura combativa ante los embates del mal»[123].\n\nLa corrupción espiritual\n\n164. El camino de la santidad es una fuente de paz y de gozo que nos regala el Espíritu, pero al mismo tiempo requiere que estemos «con las lámparas encendidas» (Lc 12,35) y permanezcamos atentos: «Guardaos de toda clase de mal» (1 Ts 5,22). «Estad en vela» (Mt 24,42; cf. Mc 13,35). «No nos entreguemos al sueño» (1 Ts 5,6). Porque quienes sienten que no cometen faltas graves contra la Ley de Dios, pueden descuidarse en una especie de atontamiento o adormecimiento. Como no encuentran algo grave que reprocharse, no advierten esa tibieza que poco a poco se va apoderando de su vida espiritual y terminan desgastándose y corrompiéndose.\n\n165. La corrupción espiritual es peor que la caída de un pecador, porque se trata de una ceguera cómoda y autosuficiente donde todo termina pareciendo lícito: el engaño, la calumnia, el egoísmo y tantas formas sutiles de autorreferencialidad, ya que «el mismo Satanás se disfraza de ángel de luz» (2 Co 11,14). Así acabó sus días Salomón, mientras el gran pecador David supo remontar su miseria. En un relato, Jesús nos advirtió acerca de esta tentación engañosa que nos va deslizando hacia la corrupción: menciona una persona liberada del demonio que, pensando que su vida ya estaba limpia, terminó poseída por otros siete espíritus malignos (cf. Lc 11,24-26). Otro texto bíblico utiliza una imagen fuerte: «El perro vuelve a su propio vómito» (2 P 2,22; cf. Pr 26,11).\n\nEl discernimiento\n\n166. ¿Cómo saber si algo viene del Espíritu Santo o si su origen está en el espíritu del mundo o en el espíritu del diablo? La única forma es el discernimiento, que no supone solamente una buena capacidad de razonar o un sentido común, es también un don que hay que pedir. Si lo pedimos confiadamente al Espíritu Santo, y al mismo tiempo nos esforzamos por desarrollarlo con la oración, la reflexión, la lectura y el buen consejo, seguramente podremos crecer en esta capacidad espiritual.\n\nUna necesidad imperiosa\n\n167. Hoy día, el hábito del discernimiento se ha vuelto particularmente necesario. Porque la vida actual ofrece enormes posibilidades de acción y de distracción, y el mundo las presenta como si fueran todas válidas y buenas. Todos, pero especialmente los jóvenes, están expuestos a un zapping constante. Es posible navegar en dos o tres pantallas simultáneamente e interactuar al mismo tiempo en diferentes escenarios virtuales. Sin la sabiduría del discernimiento podemos convertirnos fácilmente en marionetas a merced de las tendencias del momento.\n\n168. Esto resulta especialmente importante cuando aparece una novedad en la propia vida, y entonces hay que discernir si es el vino nuevo que viene de Dios o es una novedad engañosa del espíritu del mundo o del espíritu del diablo. En otras ocasiones sucede lo contrario, porque las fuerzas del mal nos inducen a no cambiar, a dejar las cosas como están, a optar por el inmovilismo o la rigidez. Entonces impedimos que actúe el soplo del Espíritu. Somos libres, con la libertad de Jesucristo, pero él nos llama a examinar lo que hay dentro de nosotros ―deseos, angustias, temores, búsquedas― y lo que sucede fuera de nosotros —los «signos de los tiempos»— para reconocer los caminos de la libertad plena: «Examinadlo todo; quedaos con lo bueno» (1 Ts 5,21).\n\nSiempre a la luz del Señor\n\n169. El discernimiento no solo es necesario en momentos extraordinarios, o cuando hay que resolver problemas graves, o cuando hay que tomar una decisión crucial. Es un instrumento de lucha para seguir mejor al Señor. Nos hace falta siempre, para estar dispuestos a reconocer los tiempos de Dios y de su gracia, para no desperdiciar las inspiraciones del Señor, para no dejar pasar su invitación a crecer. Muchas veces esto se juega en lo pequeño, en lo que parece irrelevante, porque la magnanimidad se muestra en lo simple y en lo cotidiano[124]. Se trata de no tener límites para lo grande, para lo mejor y más bello, pero al mismo tiempo concentrados en lo pequeño, en la entrega de hoy. Por tanto, pido a todos los cristianos que no dejen de hacer cada día, en diálogo con el Señor que nos ama, un sincero «examen de conciencia». Al mismo tiempo, el discernimiento nos lleva a reconocer los medios concretos que el Señor predispone en su misterioso plan de amor, para que no nos quedemos solo en las buenas intenciones.\n\nUn don sobrenatural\n\n170. Es verdad que el discernimiento espiritual no excluye los aportes de sabidurías humanas, existenciales, psicológicas, sociológicas o morales. Pero las trasciende. Ni siquiera le bastan las sabias normas de la Iglesia. Recordemos siempre que el discernimiento es una gracia. Aunque incluya la razón y la prudencia, las supera, porque se trata de entrever el misterio del proyecto único e irrepetible que Dios tiene para cada uno y que se realiza en medio de los más variados contextos y límites. No está en juego solo un bienestar temporal, ni la satisfacción de hacer algo útil, ni siquiera el deseo de tener la conciencia tranquila. Está en juego el sentido de mi vida ante el Padre que me conoce y me ama, el verdadero para qué de mi existencia que nadie conoce mejor que él. El discernimiento, en definitiva, conduce a la fuente misma de la vida que no muere, es decir, conocer al Padre, el único Dios verdadero, y al que ha enviado: Jesucristo (cf. Jn 17,3). No requiere de capacidades especiales ni está reservado a los más inteligentes o instruidos, y el Padre se manifiesta con gusto a los humildes (cf. Mt 11,25).\n\n171. Si bien el Señor nos habla de modos muy variados en medio de nuestro trabajo, a través de los demás, y en todo momento, no es posible prescindir del silencio de la oración detenida para percibir mejor ese lenguaje, para interpretar el significado real de las inspiraciones que creímos recibir, para calmar las ansiedades y recomponer el conjunto de la propia existencia a la luz de Dios. Así podemos dejar nacer esa nueva síntesis que brota de la vida iluminada por el Espíritu.\n\nHabla, Señor\n\n172. Sin embargo, podría ocurrir que en la misma oración evitemos dejarnos confrontar por la libertad del Espíritu, que actúa como quiere. Hay que recordar que el discernimiento orante requiere partir de una disposición a escuchar: al Señor, a los demás, a la realidad misma que siempre nos desafía de maneras nuevas. Solo quien está dispuesto a escuchar tiene la libertad para renunciar a su propio punto de vista parcial o insuficiente, a sus costumbres, a sus esquemas. Así está realmente disponible para acoger un llamado que rompe sus seguridades pero que lo lleva a una vida mejor, porque no basta que todo vaya bien, que todo esté tranquilo. Dios puede estar ofreciendo algo más, y en nuestra distracción cómoda no lo reconocemos.\n\n173. Tal actitud de escucha implica, por cierto, obediencia al Evangelio como último criterio, pero también al Magisterio que lo custodia, intentando encontrar en el tesoro de la Iglesia lo que sea más fecundo para el hoy de la salvación. No se trata de aplicar recetas o de repetir el pasado, ya que las mismas soluciones no son válidas en toda circunstancia y lo que era útil en un contexto puede no serlo en otro. El discernimiento de espíritus nos libera de la rigidez, que no tiene lugar ante el perenne hoy del Resucitado. Únicamente el Espíritu sabe penetrar en los pliegues más oscuros de la realidad y tener en cuenta todos sus matices, para que emerja con otra luz la novedad del Evangelio.\n\nLa lógica del don y de la cruz\n\n174. Una condición esencial para el progreso en el discernimiento es educarse en la paciencia de Dios y en sus tiempos, que nunca son los nuestros. Él no hace caer fuego sobre los infieles (cf. Lc 9,54), ni permite a los celosos «arrancar la cizaña» que crece junto al trigo (cf. Mt 13,29). También se requiere generosidad, porque «hay más dicha en dar que en recibir» (Hch 20,35). No se discierne para descubrir qué más le podemos sacar a esta vida, sino para reconocer cómo podemos cumplir mejor esa misión que se nos ha confiado en el Bautismo, y eso implica estar dispuestos a renuncias hasta darlo todo. Porque la felicidad es paradójica y nos regala las mejores experiencias cuando aceptamos esa lógica misteriosa que no es de este mundo, como decía san Buenaventura refiriéndose a la cruz: «Esta es nuestra lógica»[125]. Si uno asume esta dinámica, entonces no deja anestesiar su conciencia y se abre generosamente al discernimiento.\n\n175. Cuando escrutamos ante Dios los caminos de la vida, no hay espacios que queden excluidos. En todos los aspectos de la existencia podemos seguir creciendo y entregarle algo más a Dios, aun en aquellos donde experimentamos las dificultades más fuertes. Pero hace falta pedirle al Espíritu Santo que nos libere y que expulse ese miedo que nos lleva a vedarle su entrada en algunos aspectos de la propia vida. El que lo pide todo también lo da todo, y no quiere entrar en nosotros para mutilar o debilitar sino para plenificar. Esto nos hace ver que el discernimiento no es un autoanálisis ensimismado, una introspección egoísta, sino una verdadera salida de nosotros mismos hacia el misterio de Dios, que nos ayuda a vivir la misión a la cual nos ha llamado para el bien de los hermanos.\n\n***\n\n176. Quiero que María corone estas reflexiones, porque ella vivió como nadie las bienaventuranzas de Jesús. Ella es la que se estremecía de gozo en la presencia de Dios, la que conservaba todo en su corazón y se dejó atravesar por la espada. Es la santa entre los santos, la más bendita, la que nos enseña el camino de la santidad y nos acompaña. Ella no acepta que nos quedemos caídos y a veces nos lleva en sus brazos sin juzgarnos. Conversar con ella nos consuela, nos libera y nos santifica. La Madre no necesita de muchas palabras, no le hace falta que nos esforcemos demasiado para explicarle lo que nos pasa. Basta musitar una y otra vez: «Dios te salve, María…».\n\n177. Espero que estas páginas sean útiles para que toda la Iglesia se dedique a promover el deseo de la santidad. Pidamos que el Espíritu Santo infunda en nosotros un intenso anhelo de ser santos para la mayor gloria de Dios y alentémonos unos a otros en este intento. Así compartiremos una felicidad que el mundo no nos podrá quitar.\n\nDado en Roma, junto a San Pedro, el 19 de marzo, Solemnidad de San José, del año 2018, sexto de mi Pontificado.\n\nFrancisco\n\n[1] Benedicto XVI, Homilía en el solemne inicio del ministerio petrino (24 abril 2005): AAS 97 (2005), 708.\n\n[2] Supone de todos modos que haya fama de santidad y un ejercicio, al menos en grado ordinario, de las virtudes cristianas: cf. Motu proprio Maiorem hac dilectionem (11 julio 2017), art. 2c: L’Osservatore Romano (12 julio 2017), p. 8.\n\n[3] Conc. Ecum. Vat. II, Const. dogm. Lumen gentium, sobre la Iglesia, 9.\n\n[4] Cf. Joseph Malègue, Pierres noires. Les classes moyennes du Salut, París 1958.\n\n[5] Conc. Ecum. Vat. II, Const. dogm. Lumen gentium, sobre la Iglesia, 12.\n\n[6] Vida escondida y epifanía, en Obras Completas V, Burgos 2007, 637.\n\n[7] S. Juan Pablo II, Carta ap. Novo millennio ineunte (6 enero 2001), 56: AAS 93 (2001), 307.\n\n[8] Carta ap. Tertio millennio adveniente (10 noviembre 1994), 37: AAS 87 (1995), 29.\n\n[9] Homilía en la Conmemoración ecuménica de los testigos de la fe del siglo XX (7 mayo 2000), 5: AAS 92 (2000), 680-681.\n\n[10] Const. dogm. Lumen gentium, sobre la Iglesia, 11.\n\n[11] Hans U. von Balthasar, “Teología y santidad”, en Communio 6 (1987), 489.\n\n[12] Cántico Espiritual B, Prólogo, 2.\n\n[13] Ibíd., XIV-XV, 2.\n\n[14] Cf. Catequesis (19 noviembre 2014): L’Osservatore Romano, ed. semanal en lengua española (21 noviembre 2014), p. 16.\n\n[15] S. Francisco de Sales, Tratado del amor a Dios, VIII, 11.\n\n[16] Cinco panes y dos peces: un gozoso testimonio de fe desde el sufrimiento en la cárcel, México 19999, 21.\n\n[17] Conferencia de Obispos católicos de Nueva Zelanda, Healing love (1 enero 1988).\n\n[18] Cf. Ejercicios espirituales, 102-312.\n\n[19] Catecismo de la Iglesia Católica, 515.\n\n[20] Ibíd., 516.\n\n[21] Ibíd., 517.\n\n[22] Ibíd., 518.\n\n[23] Ibíd., 521.\n\n[24] Benedicto XVI, Catequesis (13 abril 2011): L’Osservatore Romano, ed. semanal en lengua española (17 abril 2011), p. 11.\n\n[25] Ibíd.\n\n[26] Cf. Hans U. von Balthasar, “Teología y santidad”, en Communio 6 (1987), 486-493.\n\n[27] Xavier Zubiri, Naturaleza, historia, Dios, Madrid 19993, 427.\n\n[28] Carlo M. Martini, Las confesiones de Pedro, Estella 1994, 76.\n\n[29] Es necesario distinguir esta distracción superficial, de una sana cultura del ocio, que nos abre al otro y a la realidad con un espíritu disponible y contemplativo.\n\n[30] S. Juan Pablo II, Homilía en la Misa de canonización (1 octubre 2000), 5: AAS 92 (2000), 852.\n\n[31] Conferencia Episcopal Regional de África Occidental, Mensaje pastoral a la conclusión de la II Asamblea Plenaria (29 febrero 2016), 2.\n\n[32] La mujer pobre, II, 27.\n\n[33] Cf. Congregación para la Doctrina de la Fe, Carta Placuit Deo, sobre algunos aspectos de la salvación cristiana (22 febrero 2018), 4: L’Osservatore Romano (2 marzo 2018), pp. 4-5: «Tanto el individualismo neo-pelagiano como el desprecio neo-gnóstico del cuerpo deforman la confesión de fe en Cristo, el Salvador único y universal». En este documento se encuentran las bases doctrinales para la comprensión de la salvación cristiana en relación con las derivas neo-gnósticas y neo-pelagianas actuales.\n\n[34] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 94: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[35] Ibíd.: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[36] Homilía en la Misa de la Casa Santa Marta (11 noviembre 2016): L’Osservatore Romano (12 noviembre 2016), p. 8.\n\n[37] Como enseña S. Buenaventura: «Es necesario que se dejen todas las operaciones intelectuales, y que el ápice del afecto se traslade todo a Dios y todo se transforme en Dios. […] Y así, no pudiendo nada la naturaleza y poco la industria, ha de darse poco a la inquisición y mucho a la unción; poco a la lengua y muchísimo a la alegría interior; poco a la palabra y a los escritos, y todo al don de Dios, que es el Espíritu Santo; poco o nada a la criatura, todo a la esencia creadora, esto es, al Padre, y al Hijo, y a Espíritu Santo» (Itinerario de la mente a Dios, VII, 4-5).\n\n[38] Carta al Gran Canciller de la Pontificia Universidad Católica Argentina en el centenario de la Facultad de Teología (3 marzo 2015): L’Osservatore Romano (10 marzo 2015), p. 6.\n\n[39] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 40: AAS 105 (2013), 1037.\n\n[40] Videomensaje al Congreso internacional de Teología de la Pontificia Universidad Católica Argentina (1-3 septiembre 2015): AAS 107 (2015), 980.\n\n[41] Exhort. ap. postsin. Vita consecrata (25 marzo 1996), 38: AAS 88 (1996), 412.\n\n[42] Carta al Gran Canciller de la Pontificia Universidad Católica Argentina en el centenario de la Facultad de Teología (3 marzo 2015): L’Osservatore Romano (10 marzo 2015), p. 6.\n\n[43] Carta a Fray Antonio, 2: FF 251.\n\n[44] Los siete dones del Espíritu Santo, 9, 15.\n\n[45] Id., In IV Sent., 37, 1, 3, ad 6.\n\n[46] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 94: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[47] Cf. S. Buenaventura, Las seis alas del Serafín 3, 8: «Non omnes omnia possunt». Cabe entenderlo en la línea del Catecismo de la Iglesia Católica, 1735.\n\n[48] Sto. Tomás de Aquino, Summa Theologiae I-II, q.109, a.9, ad 1: «La gracia entraña cierta imperfección, en cuanto no sana perfectamente al hombre».\n\n[49] Cf. La naturaleza y la gracia, XLIII, 50: PL 44, 271.\n\n[50] Confesiones X, 29, 40: PL 32, 796.\n\n[51] Cf. Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 44: AAS 105 (2013), 1038.\n\n[52] La fe cristiana entiende la gracia como preveniente, concomitante y subsecuente a nuestras acciones (cf. Conc. Ecum. de Trento, Ses. VI, Decr. de iustificatione, sobre la justificación, cap. 5: DH, 1525).\n\n[53] Cf. Homilías sobre la carta a los Romanos, IX, 11: PG 60, 470.\n\n[54] Homilía sobre la humildad: PG 31, 530.\n\n[55] Canon 4, DH 374.\n\n[56] Ses. VI, Decr. de iustificatione, sobre la justificación, cap. 8: DH 1532.\n\n[57] N. 1998.\n\n[58] Ibíd., 2007.\n\n[59] Sto. Tomás de Aquino, Summa Theologiae I-II, q.114, a.5.\n\n[60] Sta. Teresa de Lisieux, “Acto de ofrenda al Amor misericordioso” (Oraciones, 6).\n\n[61] Lucio Gera, “Sobre el misterio del pobre”, en P. Grelot-L. Gera-A. Dumas, El Pobre, Buenos Aires 1962, 103.\n\n[62] Esta es, en definitiva, la doctrina católica acerca del «mérito» posterior a la justificación: se trata de la cooperación del justificado para el crecimiento de la vida de la gracia (cf. Catecismo de la Iglesia Católica, 2010). Pero esta cooperación de ninguna manera hace que la justificación misma y la amistad con Dios se vuelvan objeto de un mérito humano.\n\n[63] Cf. Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 95: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[64] Summa Theologiae I-II, q.107, a.4.\n\n[65] Homilía durante el Jubileo de las personas socialmente excluidas (13 noviembre 2016): L’Osservatore Romano (14-15 noviembre 2016), p. 8.\n\n[66] Cf. Homilía en la Misa de la Casa Santa Marta (9 junio 2014): L’Osservatore Romano, ed. semanal en lengua española (13 junio 2014), p. 11.\n\n[67] El orden entre la segunda y la tercera bienaventuranza cambia según las diversas tradiciones textuales.\n\n[68] Ejercicios espirituales, 23.\n\n[69] Manuscrito C, 12r.\n\n[70] Desde los tiempos patrísticos, la Iglesia valora el don de lágrimas, como se puede ver también en la hermosa oración Ad petendam compunctionem cordis: «Oh Dios omnipotente y mansísimo, que para el pueblo sediento hiciste surgir de la roca una fuente de agua viva, haz brotar de la dureza de nuestros corazones lágrimas de compunción, para que llorando nuestros pecados, obtengamos por tu misericordia el perdón» (Missale Romanum, ed. typ. 1962, p. [110]).\n\n[71] Catecismo de la Iglesia Católica, 1789; cf. 1970.\n\n[72] Ibíd., 1787.\n\n[73] La difamación y la calumnia son como un acto terrorista: se arroja la bomba, se destruye, y el atacante se queda feliz y tranquilo. Esto es muy diferente de la nobleza de quien se acerca a conversar cara a cara, con serena sinceridad, pensando en el bien del otro.\n\n[74] En algunas ocasiones puede ser necesario conversar acerca de las dificultades de algún hermano. En estos casos puede ocurrir que se transmita un relato en lugar de un hecho objetivo. La pasión deforma la realidad concreta del hecho, lo transforma en relato y termina transmitiendo ese relato cargado de subjetividad. Así se destruye la realidad y no se respeta la verdad del otro.\n\n[75] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 218: AAS 105 (2013), 1110.\n\n[76] Ibíd., 239: 1116.\n\n[77] Ibíd., 227: 1112.\n\n[78] Carta enc. Centesimus annus (1 mayo 1991), 41c: AAS 83 (1991), 844-845.\n\n[79]Carta ap. Novo millennio ineunte (6 enero 2001), 49: AAS 93 (2001), 302.\n\n[80] Ibíd.\n\n[81] Bula Misericordiae Vultus (11 abril 2015), 12: AAS 107 (2015), 407.\n\n[82] Recordemos la reacción del buen samaritano ante el hombre que unos bandidos dejaron medio muerto al borde del camino (cf. Lc 10,30-37).\n\n[83] Conferencia Canadiense de Obispos Católicos. Comisión de Asuntos Sociales, Carta abierta a los miembros del Parlamento, The Common Good or Exclusion: A Choice for Canadians (1 febrero 2001), 9.\n\n[84] Cf. La V Conferencia General del Episcopado Latinoamericano y del Caribe, según el magisterio constante de la Iglesia, ha enseñado que el ser humano «es siempre sagrado, desde su concepción, en todas las etapas de su existencia, hasta su muerte natural y después de la muerte», y que su vida debe ser cuidada «desde la concepción, en todas sus etapas, y hasta la muerte natural» (Documento de Aparecida, 29 junio 2007, 388,464).\n\n[85] Regla, 53, 1: PL 66, 749.\n\n[86] Cf. Ibíd., 53, 7: PL 66, 750.\n\n[87] Ibíd., 53, 15: PL 66, 751.\n\n[88] Bula Misericordiae Vultus (11 abril 2015), 9: AAS 107 (2015), 405.\n\n[89] Ibíd., 10: AAS 107 (2015), 406.\n\n[90] Exhort. ap. postsin. Amoris laetitia (19 marzo 2016), 311: AAS 108 (2016), 439.\n\n[91] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 197: AAS 105 (2013), 1103.\n\n[92] Cf. Summa Theologiae II-II, q.30, a.4.\n\n[93] Ibíd., ad 1.\n\n[94] Cristo en los pobres, Madrid 1981, 37-38.\n\n[95] Hay muchas formas de bullying que, aunque parezcan elegantes o respetuosas e incluso muy espirituales, provocan mucho sufrimiento en la autoestima de los demás.\n\n[96] Cautelas, 13b.\n\n[97] Ibíd., 13a.\n\n[98] Diario, p. 132.\n\n[99] Sto. Tomás de Aquino, Summa Theologiae I-II, q.70, a.3.\n\n[100] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 6: AAS 105 (2013), 1221.\n\n[101] Recomiendo rezar la oración atribuida a santo Tomás Moro: «Concédeme, Señor, una buena digestión, y también algo que digerir. Concédeme la salud del cuerpo, con el buen humor necesario para mantenerla. Dame, Señor, un alma santa que sepa aprovechar lo que es bueno y puro, para que no se asuste ante el pecado, sino que encuentre el modo de poner las cosas de nuevo en orden. Concédeme un alma que no conozca el aburrimiento, las murmuraciones, los suspiros y los lamentos y no permitas que sufra excesivamente por esa cosa tan dominante que se llama yo. Dame, Señor, el sentido del humor. Concédeme la gracia de comprender las bromas, para que conozca en la vida un poco de alegría y pueda comunicársela a los demás. Así sea».\n\n[102] Exhort. ap. postsin. Amoris laetitia (19 marzo 2016), 110: AAS 108 (2016), 354.\n\n[103] Exhort. ap. Evangelii nuntiandi (8 diciembre 1975), 80: AAS 68 (1976), 73. Es interesante advertir que en este texto el beato Pablo VI une íntimamente la alegría a la parresía. Así como lamenta «la falta de alegría y de esperanza», exalta la «dulce y confortadora alegría de evangelizar» que está unida a «un ímpetu interior que nadie ni nada sea capaz de extinguir», para que el mundo no reciba el Evangelio «a través de evangelizadores tristes y desalentados». Durante el Año Santo de 1975, el mismo Pablo VI dedicó a la alegría la Exhortación Apostólica, Gaudete in Domino (9 mayo 1975): AAS 67 (1975), 289-322.\n\n[104] Cautelas, 15.\n\n[105] S. Juan Pablo II, Exhort. ap. postsin. Vita consecrata (25 marzo 1996), 42: AAS 88 (1996), 416.\n\n[106] Confesiones, IX, 10, 23-25: PL 32, 773-775.\n\n[107] Especialmente recuerdo las tres palabras clave «permiso, gracias, perdón», porque «las palabras adecuadas, dichas en el momento justo, protegen y alimentan el amor día tras día»: Exhort. ap. postsin. Amoris laetitia (19 marzo 2016), 133: AAS108 (2016), 363.\n\n[108] Sta. Teresa de Lisieux, Manuscrito C, 29v-30r.\n\n[109] Grados de perfección, 2.\n\n[110] Id., Avisos a un religioso para alcanzar la perfección, 9b.\n\n[111] Libro de la Vida, 8, 5.\n\n[112] Juan Pablo II, Carta ap. Orientale lumen (2 mayo 1995), 16: AAS 87 (1995), 762.\n\n[113] Discurso en el V Congreso de la Iglesia italiana, Florencia (10 noviembre 2015): AAS 107 (2015), 1284.\n\n[114] Cf. S. Bernardo, Sermones sobre el Cantar de los Cantares 61, 3-5: PL 183, 1071-1073.\n\n[115] Relatos de un peregrino ruso, Buenos Aires 1990, 25.96.\n\n[116] Cf. Ejercicios espirituales, 230-237.\n\n[117] Carta a Henry de Castries (14 agosto 1901).\n\n[118] V Conferencia General del Episcopado Latinoamericano y del Caribe, Documento de Aparecida (29 junio 2007), 259.\n\n[119] Conferencia de Obispos Católicos de India, Declaración final de la XXI Asamblea plenaria (18 febrero 2009), 3.2.\n\n[120] Cf. Homilía en la Misa de la Casa Santa Marta (11 octubre 2013): L’Osservatore Romano, ed. semanal en lengua española (18 octubre 2013), p. 12.\n\n[121] Cf. B. Pablo VI, Catequesis (15 noviembre 1972): Ecclesia (1972/II), 1605: «Una de las necesidades mayores es la defensa de aquel mal que llamamos Demonio. […] El mal no es solamente una deficiencia, sino una eficiencia, un ser vivo, espiritual, pervertido y pervertidor. Terrible realidad. Misteriosa y pavorosa. Se sale del cuadro de la enseñanza bíblica y eclesiástica quien se niega a reconocer su existencia; o bien quien hace de ella un principio que existe por sí y que no tiene, como cualquier otra criatura, su origen en Dios; o bien la explica como una pseudorrealidad, una personificación conceptual y fantástica de las causas desconocidas de nuestras desgracias».\n\n[122] S. José Gabriel del Rosario Brochero, Plática de las banderas, en Conferencia Episcopal Argentina, El Cura Brochero. Cartas y sermones, Buenos Aires 1999, 71.\n\n[123] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 noviembre 2013), 85: AAS 105 (2013), 1056.\n\n[124] En la tumba de san Ignacio de Loyola se encuentra este sabio epitafio: «Non coerceri a maximo, contineri tamen a minimo divinum est» (Es divino no asustarse por las cosas grandes y a la vez estar atento a lo más pequeño).\n\n[125] Colaciones sobre el Hexaemeron, 1, 30.\n\nCopyright © Dicasterio para la Comunicación\n\nLa Santa Sede\n\nLa Santa Sede","witnesses":[{"sourceUrl":"https://www.vatican.va/content/francesco/es/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20180319_gaudete-et-exsultate.html","sha256":"aea9b21656ff9f804bc547d8e71285b67aa243cbeb6575ba2dd486b395865b6c","localUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/es.html","textUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/es.txt"}]},"fr":{"code":"fr","label":"Français","contentFormat":"plain-text","text":"Gaudete et exsultate : Exhortation apostolique sur l'appel à la sainteté dans le monde actuel (19 mars 2018)\n\nLe Saint-Siège\n\nfrançais\n\nFrançais\n\nEnglish\n\nItaliano\n\nPortuguês\n\nEspañol\n\nDeutsch\n\nPolski\n\nالعربيّة\n\n中文\n\nLatine\n\n×\n\nLe Saint-Siège\n\nMagisterium\n\nCalendrier\n\nCélébrations liturgiques\n\nBillets pour les audiences et les célébrations papales\n\nSouverains Pontifes\n\nCollège Cardinalice\n\nCurie Romaine et autres Organisations\n\nSynode\n\nBureau de presse\n\nVatican News - Radio Vaticana\n\nL'Osservatore Romano\n\nFrançois\n\nExhortations Apostoliques\n\nA\n\nA\n\nA\n\nGénération du PDF en cours.....\n\nAR\n\n- BE\n\n- DE\n\n- EN\n\n- ES\n\n- FR\n\n- IT\n\n- LA\n\n- LV\n\n- PL\n\n- PT\n\n- SL\n\n- VI\n\n- ZH_CN\n\n- ZH_TW\n\nEXHORTATION APOSTOLIQUE\n\nGAUDETE ET EXSULTATE\n\nDU SAINT-PÈRE\n\nFRANÇOIS\n\nSUR L’APPEL À LA SAINTETÉ\n\nDANS LE MONDE ACTUEL\n\n1. « Soyez dans la joie et l’allégresse » (Mt 5, 12), dit Jésus à ceux qui sont persécutés ou humiliés à cause de lui. Le Seigneur demande tout ; et ce qu’il offre est la vraie vie, le bonheur pour lequel nous avons été créés. Il veut que nous soyons saints et il n’attend pas de nous que nous nous contentions d’une existence médiocre, édulcorée, sans consistance. En réalité, dès les premières pages de la Bible, il y a, sous diverses formes, l’appel à la sainteté. Voici comment le Seigneur le proposait à Abraham : « Marche en ma présence et sois parfait » (Gn 17, 1).\n\n2. Il ne faut pas s’attendre, ici, à un traité sur la sainteté, avec de nombreuses définitions et distinctions qui pourraient enrichir cet important thème, ou avec des analyses qu’on pourrait faire concernant les moyens de sanctification. Mon humble objectif, c’est de faire résonner une fois de plus l’appel à la sainteté, en essayant de l’insérer dans le contexte actuel, avec ses risques, ses défis et ses opportunités. En effet, le Seigneur a élu chacun d’entre nous pour que nous soyons « saints et immaculés en sa présence, dans l’amour » (Ep 1, 4).\n\nPremier chapitre\n\nL’APPEL À LA SAINTETÉ\n\nLes saints qui nous encouragent et nous accompagnent\n\n3. Dans la Lettre aux Hébreux, sont mentionnés divers témoignages qui nous encouragent à « courir avec constance l’épreuve qui nous est proposée » (12, 1). On y parle d’Abraham, de Sara, de Moïse, de Gédéon et de plusieurs autres (cf. 11, 1-12, 3) et surtout on nous invite à reconnaître que nous sommes enveloppés « d’une si grande nuée de témoins » (12, 1) qui nous encouragent à ne pas nous arrêter en chemin, qui nous incitent à continuer de marcher vers le but. Et parmi eux, il peut y avoir notre propre mère, une grand-mère ou d’autres personnes proches (cf. 2 Tm 1, 5). Peut-être leur vie n’a-t-elle pas toujours été parfaite, mais, malgré des imperfections et des chutes, ils sont allés de l’avant et ils ont plu au Seigneur.\n\n4. Les saints qui sont déjà parvenus en la présence de Dieu gardent avec nous des liens d’amour et de communion. Le Livre de l’Apocalypse en témoigne quand il parle des martyrs qui intercèdent : « Je vis sous l’autel les âmes de ceux qui furent égorgés pour la Parole de Dieu et le témoignage qu'ils avaient rendu. Ils crièrent d’une voix puissante : ‘‘Jusques à quand, Maître saint et vrai, tarderas-tu à faire Justice ?’’ » (6, 9-10). Nous pouvons dire que « nous nous savions entourés, conduits et guidés par les amis de Dieu […] Je ne dois pas porter seul ce que, en réalité, je ne pourrais jamais porter seul. La troupe des saints de Dieu me protège, me soutient et me porte »[1].\n\n5. Lors des procès de béatification et de canonisation, on prend en compte les signes d’héroïcité dans l’exercice des vertus, le don de la vie chez le martyr et également les cas du don de sa propre vie en faveur des autres, y compris jusqu’à la mort. Ce don exprime une imitation exemplaire du Christ et est digne d’admiration de la part des fidèles[2]. Souvenons-nous, par exemple, de la bienheureuse Maria Gabriela Sagheddu qui a offert sa vie pour l’union des chrétiens.\n\nLes saints de la porte d’à côté\n\n6. Ne pensons pas uniquement à ceux qui sont déjà béatifiés ou canonisés. L’Esprit Saint répand la sainteté partout, dans le saint peuple fidèle de Dieu, car « le bon vouloir de Dieu a été que les hommes ne reçoivent pas la sanctification et le salut séparément, hors de tout lien mutuel ; il a voulu en faire un peuple qui le connaîtrait selon la vérité et le servirait dans la sainteté »[3]. Le Seigneur, dans l’histoire du salut, a sauvé un peuple. Il n’y a pas d’identité pleine sans l’appartenance à un peuple. C’est pourquoi personne n’est sauvé seul, en tant qu’individu isolé, mais Dieu nous attire en prenant en compte la trame complexe des relations interpersonnelles qui s’établissent dans la communauté humaine : Dieu a voulu entrer dans une dynamique populaire, dans la dynamique d’un peuple.\n\n7. J’aime voir la sainteté dans le patient peuple de Dieu : chez ces parents qui éduquent avec tant d’amour leurs enfants, chez ces hommes et ces femmes qui travaillent pour apporter le pain à la maison, chez les malades, chez les religieuses âgées qui continuent de sourire. Dans cette constance à aller de l’avant chaque jour, je vois la sainteté de l’Église militante. C’est cela, souvent, la sainteté ‘‘de la porte d’à côté’’, de ceux qui vivent proches de nous et sont un reflet de la présence de Dieu, ou, pour employer une autre expression, ‘‘la classe moyenne de la sainteté’’[4].\n\n8. Laissons-nous encourager par les signes de sainteté que le Seigneur nous offre à travers les membres les plus humbles de ce peuple qui « participe aussi de la fonction prophétique du Christ ; il répand son vivant témoignage avant tout par une vie de foi et de charité »[5]. Pensons, comme nous le suggère sainte Thérèse Bénédicte de la Croix, que par l’intermédiaire de beaucoup d’entre eux se construit la vraie histoire : « Dans la nuit la plus obscure surgissent les plus grandes figures de prophètes et de saints. Mais le courant de la vie mystique qui façonne les âmes reste en grande partie invisible. Certaines âmes dont aucun livre d’histoire ne fait mention, ont une influence déterminante aux tournants décisifs de l’histoire universelle. Ce n’est qu’au jour où tout ce qui est caché sera manifesté que nous découvrirons aussi à quelles âmes nous sommes redevables des tournants décisifs de notre vie personnelle »[6].\n\n9. La sainteté est le visage le plus beau de l’Église. Mais même en dehors de l’Église catholique et dans des milieux très différents, l’Esprit suscite « des signes de sa présence, qui aident les disciples mêmes du Christ »[7]. D’autre part, saint Jean-Paul II nous a rappelé que « le témoignage rendu au Christ jusqu’au sang est devenu un patrimoine commun aux catholiques, aux orthodoxes, aux anglicans et aux protestants »[8]. Lors de la belle commémoration œcuménique qu’il a voulu célébrer au Colisée à l’occasion du Jubilé de l’an 2000, il a affirmé que les martyrs sont un « héritage qui nous parle d’une voix plus forte que celle des fauteurs de division »[9].\n\nLe Seigneur appelle\n\n10. Tout cela est important. Cependant, ce que je voudrais rappeler par la présente Exhortation, c’est surtout l’appel à la sainteté que le Seigneur adresse à chacun d’entre nous, cet appel qu’il t’adresse à toi aussi : « Vous êtes devenus saints car je suis saint » (Lv 11, 44 ; cf. 1 P 1, 16). Le Concile Vatican II l’a souligné avec force : « Pourvus de moyens salutaires d’une telle abondance et d’une telle grandeur, tous ceux qui croient au Christ, quels que soient leur condition et leur état de vie, sont appelés par Dieu, chacun dans sa route, à une sainteté dont la perfection est celle même du Père »[10].\n\n11. « Chacun dans sa route » dit le Concile. Il ne faut donc pas se décourager quand on contemple des modèles de sainteté qui semblent inaccessibles. Il y a des témoins qui sont utiles pour nous encourager et pour nous motiver, mais non pour que nous les copiions, car cela pourrait même nous éloigner de la route unique et spécifique que le Seigneur veut pour nous. Ce qui importe, c’est que chaque croyant discerne son propre chemin et mette en lumière le meilleur de lui-même, ce que le Seigneur a déposé de vraiment personnel en lui (cf. 1 Co 12, 7) et qu’il ne s’épuise pas en cherchant à imiter quelque chose qui n’a pas été pensé pour lui. Nous sommes tous appelés à être des témoins, mais il y a de nombreuses formes existentielles de témoignage[11]. De fait, quand le grand mystique saint Jean de la Croix écrivait son Cantique spirituel, il préférait éviter des règles fixes pour tout le monde et il expliquait que ses vers étaient écrits pour que chacun en tire profit à sa manière[12]. En effet, la vie divine se communique aux uns « d’une manière [et aux] autres d’une autre »[13].\n\n12. Parmi les formes variées, je voudrais souligner que le ‘‘génie féminin’’ se manifeste également dans des styles féminins de sainteté, indispensables pour refléter la sainteté de Dieu en ce monde. Même à des époques où les femmes ont été plus marginalisées, l’Esprit Saint a précisément suscité des saintes dont le rayonnement a provoqué de nouveaux dynamismes spirituels et d’importantes réformes dans l’Église. Nous pouvons mentionner sainte Hildegarde de Bingen, sainte Brigitte, sainte Catherine de Sienne, sainte Thérèse d’Avila ou sainte Thérèse de Lisieux. Mais je tiens à évoquer tant de femmes inconnues ou oubliées qui, chacune à sa manière, ont soutenu et transformé des familles et des communautés par la puissance de leur témoignage.\n\n13. Cela devrait enthousiasmer chacun et l’encourager à tout donner pour progresser vers ce projet unique et inimitable que Dieu a voulu pour lui de toute éternité : « Avant même de te former au ventre maternel, je t’ai connu; avant même que tu sois sorti du sein, je t’ai consacré » (Jr 1, 5).\n\nPour toi aussi\n\n14. Pour être saint, il n’est pas nécessaire d’être évêque, prêtre, religieuse ou religieux. Bien des fois, nous sommes tentés de penser que la sainteté n’est réservée qu’à ceux qui ont la possibilité de prendre de la distance par rapport aux occupations ordinaires, afin de consacrer beaucoup de temps à la prière. Il n’en est pas ainsi. Nous sommes tous appelés à être des saints en vivant avec amour et en offrant un témoignage personnel dans nos occupations quotidiennes, là où chacun se trouve. Es-tu une consacrée ou un consacré ? Sois saint en vivant avec joie ton engagement. Es-tu marié ? Sois saint en aimant et en prenant soin de ton époux ou de ton épouse, comme le Christ l’a fait avec l’Église. Es-tu un travailleur ? Sois saint en accomplissant honnêtement et avec compétence ton travail au service de tes frères. Es-tu père, mère, grand-père ou grand-mère ? Sois saint en enseignant avec patience aux enfants à suivre Jésus. As-tu de l’autorité ? Sois saint en luttant pour le bien commun et en renonçant à tes intérêts personnels[14].\n\n15. Laisse la grâce de ton baptême porter du fruit dans un cheminement de sainteté. Permets que tout soit ouvert à Dieu et pour cela choisis-le, choisis Dieu sans relâche. Ne te décourage pas, parce que tu as la force de l’Esprit Saint pour que ce soit possible ; et la sainteté, au fond, c’est le fruit de l’Esprit Saint dans ta vie (cf. Ga 5, 22-23). Quand tu sens la tentation de t’enliser dans ta fragilité, lève les yeux vers le Crucifié et dis-lui : ‘‘Seigneur, je suis un pauvre, mais tu peux réaliser le miracle de me rendre meilleur’’. Dans l’Église, sainte et composée de pécheurs, tu trouveras tout ce dont tu as besoin pour progresser vers la sainteté. Le Seigneur l’a remplie de dons par sa Parole, par les sacrements, les sanctuaires, la vie des communautés, le témoignage de ses saints, et par une beauté multiforme qui provient de l’amour du Seigneur, « comme la fiancée qui se pare de ses bijoux » (Is 61, 10).\n\n16. Cette sainteté à laquelle le Seigneur t’appelle grandira par de petits gestes. Par exemple : une dame va au marché pour faire des achats, elle rencontre une voisine et commence à parler, et les critiques arrivent. Mais cette femme se dit en elle-même : « Non, je ne dirai du mal de personne ». Voilà un pas dans la sainteté ! Ensuite, à la maison, son enfant a besoin de parler de ses rêves, et, bien qu’elle soit fatiguée, elle s’assoit à côté de lui et l’écoute avec patience et affection. Voilà une autre offrande qui sanctifie ! Ensuite, elle connaît un moment d’angoisse, mais elle se souvient de l’amour de la Vierge Marie, prend le chapelet et prie avec foi. Voilà une autre voie de sainteté ! Elle sort après dans la rue, rencontre un pauvre et s’arrête pour échanger avec lui avec affection. Voilà un autre pas !\n\n17. Parfois, la vie présente des défis importants et à travers eux le Seigneur nous invite à de nouvelles conversions qui permettent à sa grâce de mieux se manifester dans notre existence « afin de nous faire participer à sa sainteté » (He 12, 10). D’autres fois il ne s’agit que de trouver une forme plus parfaite de vivre ce que nous vivons déjà : « Il y a des inspirations qui tendent seulement à une extraordinaire perfection des exercices ordinaires de la vie chrétienne »[15]. Quand le Cardinal François-Xavier Nguyên Van Thuân était en prison, il avait renoncé à s’évertuer à demander sa libération. Son choix était de vivre « le moment présent en le comblant d’amour » ; et voilà la manière dont cela se concrétisait : « Je saisis les occasions qui se présentent chaque jour, pour accomplir les actes ordinaires de façon extraordinaire »[16].\n\n18. Ainsi, sous l’impulsion de la grâce divine, par de nombreux gestes, nous construisons ce modèle de sainteté que Dieu a voulu, non pas en tant qu’êtres autosuffisants mais « comme de bons intendants d’une multiple grâce de Dieu » (1 P 4, 10). Comme nous l’ont bien rappelé les Évêques de Nouvelle Zélande, l’amour inconditionnel du Seigneur est possible parce que le Ressuscité partage sa vie puissante avec nos vies fragiles : « Son amour n’a pas de limites et, une fois donné, il ne recule jamais. Il a été inconditionnel et demeure fidèle. Aimer ainsi n’est pas facile, car souvent nous sommes vraiment faibles. Mais précisément pour que nous nous efforcions d’aimer comme le Christ nous a aimés, le Christ partage sa propre vie ressuscitée avec nous. Ainsi, nos vies révèlent son pouvoir en action, y compris au milieu de la faiblesse humaine »[17].\n\nTa mission dans le Christ\n\n19. Pour un chrétien, il n’est pas possible de penser à sa propre mission sur terre sans la concevoir comme un chemin de sainteté, car « voici quelle est la volonté de Dieu : c’est votre sanctification » (1 Th 4, 3). Chaque saint est une mission ; il est un projet du Père pour refléter et incarner, à un moment déterminé de l’histoire, un aspect de l’Évangile.\n\n20. Cette mission trouve son sens plénier dans le Christ et ne se comprend qu’à partir de lui. Au fond, la sainteté, c’est vivre les mystères de sa vie en union avec lui. Elle consiste à s’associer à la mort et à la résurrection du Seigneur d’une manière unique et personnelle, à mourir et à ressusciter constamment avec lui. Mais cela peut impliquer également de reproduire dans l’existence personnelle divers aspects de la vie terrestre de Jésus : sa vie cachée, sa vie communautaire, sa proximité avec les derniers, sa pauvreté et d’autres manifestations du don de lui-même par amour. La contemplation de ces mystères, comme le proposait saint Ignace de Loyola, nous amène à les faire chair dans nos choix et dans nos attitudes[18]. Car « tout dans la vie de Jésus est signe de son mystère »,[19] « toute la vie du Christ est Révélation du Père »[20], « toute la vie du Christ est mystère de Rédemption »[21], « toute la vie du Christ est mystère de Récapitulation »[22], et « tout ce que le Christ a vécu, il fait que nous puissions le vivre en lui et qu’il le vive en nous »[23].\n\n21. Le dessein du Père, c’est le Christ, et nous en lui. En dernière analyse, c’est le Christ aimant en nous, car « la sainteté n’est rien d’autre que la charité pleinement vécue »[24]. C’est pourquoi, « la mesure de la sainteté est donnée par la stature que le Christ atteint en nous, par la mesure dans laquelle, avec la force de l’Esprit Saint, nous modelons toute notre vie sur la sienne »[25]. Ainsi, chaque saint est un message que l’Esprit Saint puise dans la richesse de Jésus-Christ et offre à son peuple.\n\n22. Pour reconnaître quelle est cette parole que le Seigneur veut dire à travers un saint, il ne faut pas s’arrêter aux détails, car là aussi il peut y avoir des erreurs et des chutes. Tout ce que dit un saint n’est pas forcément fidèle à l’Évangile, tout ce qu’il fait n’est pas nécessairement authentique et parfait. Ce qu’il faut considérer, c’est l’ensemble de sa vie, tout son cheminement de sanctification, cette figure qui reflète quelque chose de Jésus-Christ et qui se révèle quand on parvient à percevoir le sens de la totalité de sa personne[26].\n\n23. Pour nous tous, c’est un rappel fort. Toi aussi, tu as besoin de percevoir la totalité de ta vie comme une mission. Essaie de le faire en écoutant Dieu dans la prière et en reconnaissant les signes qu’il te donne. Demande toujours à l’Esprit ce que Jésus attend de toi à chaque moment de ton existence et dans chaque choix que tu dois faire, pour discerner la place que cela occupe dans ta propre mission. Et permets-lui de forger en toi ce mystère personnel qui reflète Jésus-Christ dans le monde d’aujourd’hui.\n\n24. Puisses-tu reconnaître quelle est cette parole, ce message de Jésus que Dieu veut délivrer au monde par ta vie ! Laisse-toi transformer, laisse-toi renouveler par l’Esprit pour que cela soit possible, et qu’ainsi ta belle mission ne soit pas compromise. Le Seigneur l’accomplira même au milieu de tes erreurs et de tes mauvaises passes, pourvu que tu n’abandonnes pas le chemin de l’amour et que tu sois toujours ouvert à son action surnaturelle qui purifie et illumine.\n\nL’activité qui sanctifie\n\n25. Comme tu ne peux pas comprendre le Christ sans le Royaume qu’il est venu apporter, ta propre mission est inséparable de la construction de ce Royaume : « Cherchez d’abord son Royaume et sa justice, et tout cela vous sera donné par surcroît » (Mt 6, 33). Ton identification avec le Christ et avec ses désirs implique l’engagement à construire, avec lui, ce Royaume d’amour, de justice et de paix pour tout le monde. Le Christ lui-même veut le vivre avec toi, dans tous les efforts ou les renoncements que cela implique, et également dans les joies et dans la fécondité qu’il peut t’offrir. Par conséquent, tu ne te sanctifieras pas sans te donner corps et âme pour offrir le meilleur de toi-même dans cet engagement.\n\n26. Il n’est pas sain d’aimer le silence et de fuir la rencontre avec l’autre, de souhaiter le repos et d’éviter l’activité, de chercher la prière et de mépriser le service. Tout peut être accepté et être intégré comme faisant partie de l’existence personnelle dans ce monde, et être incorporé au cheminement de sanctification. Nous sommes appelés à vivre la contemplation également au sein de l’action, et nous nous sanctifions dans l’exercice responsable et généreux de notre propre mission.\n\n27. L’Esprit Saint peut-il nous inciter à accomplir une mission et en même temps nous demander de la fuir, ou d’éviter de nous engager totalement pour préserver la paix intérieure ? Cependant, nous sommes parfois tentés de reléguer au second plan le dévouement pastoral ou l’engagement dans le monde, comme si c’étaient des ‘‘distractions’’ sur le chemin de la sanctification et de la paix intérieure. On oublie que « la vie n’a pas une mission, mais qu’elle est mission »[27].\n\n28. Une tâche accomplie sous l’impulsion de l’anxiété, de l’orgueil, du besoin de paraître et de dominer, ne sera sûrement pas sanctifiante. Le défi, c’est de vivre son propre engagement de façon à ce que les efforts aient un sens évangélique et nous identifient toujours davantage avec Jésus-Christ. C’est pourquoi on a coutume de parler, par exemple, d’une spiritualité du catéchiste, d’une spiritualité du clergé diocésain, d’une spiritualité du travail. C’est pour la même raison que, dans Evangelii gaudium, j’ai voulu conclure par une spiritualité de la mission, dans Laudato si’, par une spiritualité écologique et, dans Amoris laetitia, par une spiritualité de la vie familiale.\n\n29. Cela n’implique pas de déprécier les moments de quiétude, de solitude et de silence devant Dieu. Bien au contraire ! Car les nouveautés constantes des moyens technologiques, l’attraction des voyages, les innombrables offres de consommation, ne laissent pas parfois d’espaces libres où la voix de Dieu puisse résonner. Tout se remplit de paroles, de jouissances épidermiques et de bruit à une vitesse toujours croissante. Il n’y règne pas la joie mais plutôt l’insatisfaction de celui qui ne sait pas pourquoi il vit. Comment donc ne pas reconnaître que nous avons besoin d’arrêter cette course fébrile pour retrouver un espace personnel, parfois douloureux mais toujours fécond, où s’établit le dialogue sincère avec Dieu ? À un certain moment, nous devrons regarder en face notre propre vérité, pour la laisser envahir par le Seigneur, et on n’y parvient pas toujours si « on ne se sent pas au bord de l’abîme de la tentation la plus étouffante, si on ne sent pas le vertige du précipice de l’abandon le plus désespéré, si on ne se trouve pas absolument seul, au faîte de la solitude la plus radicale »[28]. C’est ainsi que nous trouvons les grandes motivations qui nous incitent à vivre à fond les devoirs personnels.\n\n30. Les mêmes moyens de distraction qui envahissent la vie actuelle nous conduisent aussi à absolutiser le temps libre au cours duquel nous pouvons utiliser sans limites ces dispositifs qui nous offrent du divertissement ou des plaisirs éphémères[29]. Par voie de conséquence, c’est la mission elle-même qui s’en ressent, c’est l’engagement qui s’affaiblit, c’est le service généreux et disponible qui commence à en pâtir. Cela dénature l’expérience spirituelle. Une ferveur spirituelle peut-elle cohabiter avec une lassitude dans l’œuvre d’évangélisation ou dans le service des autres ?\n\n31. Il nous faut un esprit de sainteté qui imprègne aussi bien la solitude que le service, aussi bien l’intimité que l’œuvre d’évangélisation, en sorte que chaque instant soit l’expression d’un amour dévoué sous le regard du Seigneur. Ainsi, tous les moments seront des marches sur notre chemin de sanctification.\n\nPlus vivants, plus frères\n\n32. N’aie pas peur de la sainteté. Elle ne t’enlèvera pas les forces, ni la vie ni la joie. C’est tout le contraire, car tu arriveras à être ce que le Père a pensé quand il t’a créé et tu seras fidèle à ton propre être. Dépendre de lui nous libère des esclavages et nous conduit à reconnaître notre propre dignité. Cela se reflète en sainte Joséphine Bakhita qui « enlevée et vendue en esclavage à l’âge de 7 ans, […] endura de nombreuses souffrances entre les mains de maîtres cruels. Mais elle comprit que la vérité profonde est que Dieu, et non pas l’homme, est le véritable Maître de chaque être humain, de toute vie humaine. L’expérience devint une source de profonde sagesse pour cette humble fille d'Afrique »[30].\n\n33. Dans la mesure où il se sanctifie, chaque chrétien devient plus fécond pour le monde. Les évêques de l’Afrique occidentale nous ont enseigné : « Nous sommes appelés dans l’esprit de la Nouvelle Évangélisation à nous laisser évangéliser et à évangéliser à travers les responsabilités confiées à tous les baptisés. Nous devons jouer notre rôle en tant que sel de la terre et lumière du monde où que nous nous trouvions »[31].\n\n34. N’aie pas peur de viser plus haut, de te laisser aimer et libérer par Dieu. N’aie pas peur de te laisser guider par l’Esprit Saint. La sainteté ne te rend pas moins humain, car c’est la rencontre de ta faiblesse avec la force de la grâce. Au fond, comme disait Léon Bloy, dans la vie « il n’y a qu’une tristesse, c’est de n’être pas des saints »[32].\n\nDeuxième chapitre\n\nDEUX ENNEMIS SUBTILS DE LA SAINTETE\n\n35. Dans ce cadre, je voudrais attirer l’attention sur deux falsifications de la sainteté qui pourraient nous faire dévier du chemin : le gnosticisme et le pélagianisme. Ce sont deux hérésies apparues au cours des premiers siècles du christianisme mais qui sont encore d’une préoccupante actualité. Même aujourd’hui les cœurs de nombreux chrétiens, peut-être sans qu’ils s’en rendent compte, se laissent séduire par ces propositions trompeuses. En elles s’exprime un immanentisme anthropocentrique déguisé en vérité catholique[33]. Voyons ces deux formes de sécurité, doctrinale ou disciplinaire, qui donnent lieu à « un élitisme narcissique et autoritaire, où, au lieu d’évangéliser, on analyse et classifie les autres, et, au lieu de faciliter l’accès à la grâce, les énergies s’usent dans le contrôle. Dans les deux cas, ni Jésus-Christ ni les autres n’intéressent vraiment »[34].\n\nLe gnosticisme actuel\n\n36. Le gnosticisme suppose « une foi renfermée dans le subjectivisme, où seule compte une expérience déterminée ou une série de raisonnements et de connaissances que l’on considère comme pouvant réconforter et éclairer, mais où le sujet reste en définitive fermé dans l’immanence de sa propre raison ou de ses sentiments »[35].\n\nUn esprit sans Dieu et sans chair\n\n37. Grâce à Dieu, tout au long de l’histoire de l’Église, il a toujours été très clair que la perfection des personnes se mesure par leur degré de charité et non par la quantité des données et des connaissances qu’elles accumulent. Les ‘‘gnostiques’’ font une confusion sur ce point et jugent les autres par leur capacité à comprendre la profondeur de certaines doctrines. Ils conçoivent un esprit sans incarnation, incapable de toucher la chair souffrante du Christ dans les autres, corseté dans une encyclopédie d’abstractions. En désincarnant le mystère, ils préfèrent finalement « un Dieu sans Christ, un Christ sans Église, une Église sans peuple »[36].\n\n38. En définitive, il s’agit d’une superficialité vaniteuse : beaucoup de mouvement à la surface de l’esprit, mais la profondeur de la pensée ne se meut ni ne s’émeut. Cette superficialité arrive cependant à subjuguer certains par une fascination trompeuse, car l’équilibre gnostique réside dans la forme et semble aseptisé ; et il peut prendre l’aspect d’une certaine harmonie ou d’un ordre qui englobent tout.\n\n39. Mais attention ! Je ne fais pas référence aux rationalistes ennemis de la foi chrétienne. Cela peut se produire dans l’Église, tant chez les laïcs des paroisses que chez ceux qui enseignent la philosophie ou la théologie dans les centres de formation. Car c’est aussi le propre des gnostiques de croire que, par leurs explications, ils peuvent rendre parfaitement compréhensibles toute la foi et tout l’Evangile. Ils absolutisent leurs propres théories et obligent les autres à se soumettre aux raisonnements qu’ils utilisent. Une chose est un sain et humble usage de la raison pour réfléchir sur l’enseignement théologique et moral de l’Evangile ; une autre est de prétendre réduire l’enseignement de Jésus à une logique froide et dure qui cherche à tout dominer[37].\n\nUne doctrine sans mystère\n\n40. Le gnosticisme est l’une des pires idéologies puisqu’en même temps qu’il exalte indûment la connaissance ou une expérience déterminée, il considère que sa propre vision de la réalité représente la perfection. Ainsi, peut-être sans s’en rendre compte, cette idéologie se nourrit-elle elle-même et sombre-t-elle d’autant plus dans la cécité. Elle devient parfois particulièrement trompeuse quand elle se déguise en spiritualité désincarnée. Car le gnosticisme « de par sa nature même veut apprivoiser le mystère »[38], tant le mystère de Dieu et de sa grâce que le mystère de la vie des autres.\n\n41. Lorsque quelqu’un a réponse à toutes les questions, cela montre qu’il n’est pas sur un chemin sain, et il est possible qu’il soit un faux prophète utilisant la religion à son propre bénéfice, au service de ses élucubrations psychologiques et mentales. Dieu nous dépasse infiniment, il est toujours une surprise et ce n’est pas nous qui décidons dans quelle circonstance historique le rencontrer, puisqu’il ne dépend pas de nous de déterminer le temps, le lieu et la modalité de la rencontre. Celui qui veut que tout soit clair et certain prétend dominer la transcendance de Dieu.\n\n42. On ne peut pas non plus prétendre définir là où Dieu ne se trouve pas, car il est présent mystérieusement dans la vie de toute personne, il est dans la vie de chacun comme il veut, et nous ne pouvons pas le nier par nos supposées certitudes. Même quand l’existence d’une personne a été un désastre, même quand nous la voyons détruite par les vices et les addictions, Dieu est dans sa vie. Si nous nous laissons guider par l’Esprit plus que par nos raisonnements, nous pouvons et nous devons chercher le Seigneur dans toute vie humaine. Cela fait partie du mystère que les mentalités gnostiques finissent par rejeter, parce qu’elles ne peuvent pas le contrôler.\n\nLes limites de la raison\n\n43. Nous ne parvenons à comprendre que très pauvrement la vérité que nous recevons du Seigneur. Plus difficilement encore nous parvenons à l’exprimer. Nous ne pouvons donc pas prétendre que notre manière de la comprendre nous autorise à exercer une supervision stricte sur la vie des autres. Je voudrais rappeler que dans l’Église cohabitent à bon droit diverses manières d’interpréter de nombreux aspects de la doctrine et de la vie chrétienne qui, dans leur variété, « aident à mieux expliquer le très riche trésor de la Parole ». En réalité « à ceux qui rêvent d’une doctrine monolithique défendue par tous sans nuances, cela peut sembler une dispersion imparfaite »[39]. Précisément, certains courants gnostiques ont déprécié la simplicité si concrète de l’Evangile et ont cherché à remplacer le Dieu trinitaire et incarné par une Unité supérieure où disparaissait la riche multiplicité de notre histoire.\n\n44. En réalité, la doctrine, ou mieux, notre compréhension et expression de celle-ci, « n’est pas un système clos, privé de dynamiques capables d’engendrer des questions, des doutes, des interrogations », et « les questions de notre peuple, ses angoisses, ses combats, ses rêves, ses luttes, ses préoccupations, possèdent une valeur herméneutique que nous ne pouvons ignorer si nous voulons prendre au sérieux le principe de l’incarnation. Ses questions nous aident à nous interroger, ses interrogations nous interrogent »[40].\n\n45. Il se produit fréquemment une dangereuse confusion : croire que parce que nous savons quelque chose ou que nous pouvons l’expliquer selon une certaine logique, nous sommes déjà saints, parfaits, meilleurs que la « masse ignorante ». Saint Jean-Paul II mettait en garde ceux qui dans l’Église ont la chance d’une formation plus poussée contre la tentation de nourrir « un certain sentiment de supériorité par rapport aux autres fidèles »[41]. Mais en réalité, ce que nous croyons savoir devrait être toujours un motif pour mieux répondre à l’amour de Dieu, car « on apprend pour vivre : théologie et sainteté sont un binôme inséparable »[42].\n\n46. Quand saint François d’Assise a vu que certains de ses disciples enseignaient la doctrine, il a voulu éviter la tentation du gnosticisme. Il a donc écrit ceci à saint Antoine de Padoue : « Il me plaît que tu lises la théologie sacrée aux frères, pourvu que, dans l’étude de celle-ci, tu n’éteignes pas l’esprit de sainte oraison et de dévotion »[43]. Il percevait la tentation de transformer l’expérience chrétienne en un ensemble d’élucubrations mentales qui finissent par éloigner de la fraîcheur de l’Evangile. Saint Bonaventure, d’autre part, faisait remarquer que la vraie sagesse chrétienne ne doit pas être séparée de la miséricorde envers le prochain : « La plus grande sagesse qui puisse exister consiste à diffuser fructueusement ce qu’on a à offrir, ce qui a été précisément donné pour être offert […] C’est pourquoi tout comme la miséricorde est amie de la sagesse, l’avarice est son ennemi »[44]. « Il y a une activité qui, en s’unissant à la contemplation ne l’entrave pas, mais la favorise ainsi que les œuvres de miséricorde et de piété »[45].\n\nLe pélagianisme actuel\n\n47. Le gnosticisme a donné lieu à une autre vieille hérésie qui est également présente aujourd’hui. A mesure que passait le temps, beaucoup ont commencé à reconnaître que ce n’est pas la connaissance qui nous rend meilleurs ni saints, mais la vie que nous menons. Le problème, c’est que cela a dégénéré subtilement, de sorte que l’erreur même des gnostiques s’est simplement transformée mais n’a pas été surmontée.\n\n48. Car le pouvoir que les gnostiques attribuaient à l’intelligence, certains commencèrent à l’attribuer à la volonté humaine, à l’effort personnel. C’est ainsi que sont apparus les pélagiens et les semi-pélagiens. Ce n’était plus l’intelligence qui occupait la place du mystère et de la grâce, mais la volonté. On oubliait qu’« il n’est pas question de l’homme qui veut ou qui court, mais de Dieu qui fait miséricorde » (Rm 9, 16) et que « lui nous a aimés le premier» (1Jn 4, 19).\n\nUne volonté sans humilité\n\n49. Ceux qui épousent cette mentalité pélagienne ou semi-pélagienne, bien qu’ils parlent de la grâce de Dieu dans des discours édulcorés, « en définitive font confiance uniquement à leurs propres forces et se sentent supérieurs aux autres parce qu’ils observent des normes déterminées ou parce qu’ils sont inébranlablement fidèles à un certain style catholique »[46]. Quand certains d’entre eux s’adressent aux faibles en leur disant que tout est possible avec la grâce de Dieu, au fond ils font d’habitude passer l’idée que tout est possible par la volonté humaine, comme si celle-ci était quelque chose de pur, de parfait, de tout-puissant, auquel s’ajoute la grâce. On cherche à ignorer que ‘‘tous ne peuvent pas tout’’[47], et qu’en cette vie les fragilités humaines ne sont pas complètement et définitivement guéries par la grâce[48]. De toute manière, comme l’enseignait saint Augustin, Dieu t’invite à faire ce que tu peux et à demander ce que tu ne peux pas [49]; ou bien à dire humblement au Seigneur : « Donne ce que tu commandes et commande ce que tu veux »[50].\n\n50. Au fond, l’absence de la reconnaissance sincère, douloureuse et priante de nos limites est ce qui empêche la grâce de mieux agir en nous, puisqu’on ne lui laisse pas de place pour réaliser ce bien possible qui s’insère dans un cheminement sincère et réel de croissance[51]. La grâce, justement parce qu’elle suppose notre nature, ne fait pas de nous, d’un coup, des surhommes. Le prétendre serait placer trop de confiance en nous-mêmes. Dans ce cas, derrière l’orthodoxie, nos attitudes pourraient ne pas correspondre à ce que nous affirmons sur la nécessité de la grâce, et dans les faits nous finissons par compter peu sur elle. Car si nous ne percevons pas notre réalité concrète et limitée, nous ne pourrons pas voir non plus les pas réels et possibles que le Seigneur nous demande à chaque instant, après nous avoir rendus capables et nous avoir conquis par ses dons. La grâce agit historiquement et, d’ordinaire, elle nous prend et nous transforme de manière progressive[52]. C’est pourquoi si nous rejetons ce caractère historique et progressif, nous pouvons, de fait, arriver à la nier et à la bloquer, bien que nous l’exaltions par nos paroles.\n\n51. Quand Dieu s’adresse à Abraham, il lui dit : « Je suis Dieu tout-puissant. Marche en ma présence et sois parfait » (Gn 17, 1). Pour que nous soyons parfaits comme il le désire, nous devons vivre humblement en sa présence, enveloppés de sa gloire ; il nous faut marcher en union avec lui en reconnaissant son amour constant dans nos vies. Il ne faut plus avoir peur de cette présence qui ne peut que nous faire du bien. Il est le Père qui nous a donné la vie et qui nous aime tant. Une fois que nous l’acceptons et que nous cessons de penser notre vie sans lui, l’angoisse de la solitude disparaît (cf. Ps 139, 7). Et si nous n’éloignons plus Dieu de nous et que nous vivons en sa présence, nous pourrons lui permettre d’examiner nos cœurs pour qu’il voie s’ils sont sur le bon chemin (cf. Ps 139, 23-24). Ainsi, nous connaîtrons la volonté du Seigneur, ce qui lui plaît et ce qui est parfait (cf. Rm 12, 1-2) et nous le laisserons nous modeler comme un potier (cf. Is 29, 16). Nous avons souvent dit que Dieu habite en nous, mais il est mieux de dire que nous habitons en lui, qu’il nous permet de vivre dans sa lumière et dans son amour. Il est notre temple : « La chose que je cherche, c’est d’habiter la maison du Seigneur tous les jours de ma vie » (cf. Ps 27, 4). « Mieux vaut un jour dans tes parvis que mille à ma guise » (Ps 84, 11). C’est en lui que nous sommes sanctifiés.\n\nUn enseignement de l’Église souvent oublié\n\n52. L’Église catholique a maintes fois enseigné que nous ne sommes pas justifiés par nos œuvres ni par nos efforts mais par la grâce du Seigneur qui prend l’initiative. Les Pères de l’Église, même avant saint Augustin, exprimaient clairement cette conviction primordiale. Saint Jean Chrysostome disait que Dieu verse en nous la source même de tous les dons avant même que nous n’entrions dans le combat[53]. Saint Basile le Grand faisait remarquer que le fidèle se glorifie seulement en Dieu, car il sait qu’il « est dépourvu de vraie justice et ne [trouve] sa justice que dans la foi au Christ »[54].\n\n53. Le deuxième Synode d’Orange a enseigné avec grande autorité que nul homme peut exiger, mériter ou acheter le don de la grâce divine et que toute coopération avec elle est d’abord un don de la grâce elle-même : « Même notre volonté de purification est un effet de l’infusion et de l’opération du Saint Esprit en nous »[55]. Plus tard, même quand le Concile de Trente souligne l’importance de notre coopération pour la croissance spirituelle, il réaffirme cet enseignement dogmatique : on dit que nous sommes « justifiés gratuitement parce que rien de ce qui précède la justification, que ce soit la foi ou les œuvres, ne mérite cette grâce de la justification. En effet, si c’est une grâce, elle ne vient pas des œuvres ; autrement, la grâce n’est plus la grâce (Rm 11, 6)»[56].\n\n54. Le Catéchisme de l’Église catholique aussi nous rappelle que le don de la grâce « surpasse les capacités de l’intelligence et les forces de la volonté humaine »[57], et qu’« à l’égard de Dieu, il n’y a pas, au sens d’un droit strict, de mérite de la part de l’homme. Entre Lui et nous l’inégalité est sans mesure »[58]. Son amitié nous dépasse infiniment, nous ne pouvons pas l’acheter par nos œuvres et elle ne peut être qu’un don de son initiative d’amour. Cela nous invite à vivre dans une joyeuse gratitude pour ce don que nous ne mériterons jamais, puisque « quand [quelqu’un] possède déjà la grâce, il ne peut mériter cette grâce déjà reçue »[59]. Les saints évitent de mettre leur confiance dans leurs propres actions : « Au soir de cette vie, je paraîtrai devant vous les mains vides, car je ne vous demande pas, Seigneur, de compter mes œuvres. Toutes nos justices ont des taches à vos yeux »[60].\n\n55. C’est l’une des grandes convictions définitivement acquises par l’Église, et cela est si clairement exprimé dans la Parole de Dieu que c’est hors de toute discussion. Tout comme le commandement suprême de l’amour, cette vérité devrait marquer notre style de vie, parce qu’elle s’abreuve au cœur de l’Evangile et elle demande non seulement à être accueillie par notre esprit, mais aussi à être transformée en une joie contagieuse. Cependant nous ne pourrons pas célébrer avec gratitude le don gratuit de l’amitié avec le Seigneur si nous ne reconnaissons pas que même notre existence terrestre et nos capacités naturelles sont un don. Il nous faut « accepter joyeusement que notre être soit un don, et accepter même notre liberté comme une grâce. C’est ce qui est difficile aujourd’hui dans un monde qui croit avoir quelque chose par lui-même, fruit de sa propre originalité ou de sa liberté »[61].\n\n56. C’est seulement à partir du don de Dieu, librement accueilli et humblement reçu, que nous pouvons coopérer par nos efforts à nous laisser transformer de plus en plus[62]. Il faut d’abord appartenir à Dieu. Il s’agit de nous offrir à celui qui nous devance, de lui remettre nos capacités, notre engagement, notre lutte contre le mal et notre créativité, pour que son don gratuit grandisse et se développe en nous : « Je vous exhorte, frères, par la miséricorde de Dieu, à offrir vos personnes en hostie vivante, sainte, agréable à Dieu » (Rm 12, 1). D’autre part, l’Église a toujours enseigné que seule la charité rend possible la croissance dans la vie de la grâce car « si je n’ai pas la charité, je ne suis rien » (1Co 13, 2).\n\nLes nouveaux pélagiens\n\n57. Il y a encore des chrétiens qui s’emploient à suivre un autre chemin : celui de la justification par leurs propres forces, celui de l’adoration de la volonté humaine et de ses propres capacités, ce qui se traduit par une autosatisfaction égocentrique et élitiste dépourvue de l’amour vrai. Cela se manifeste par de nombreuses attitudes apparemment différentes : l’obsession pour la loi, la fascination de pouvoir montrer des conquêtes sociales et politiques, l’ostentation dans le soin de la liturgie, de la doctrine et du prestige de l’Église, la vaine gloire liée à la gestion d’affaires pratiques, l’enthousiasme pour les dynamiques d’autonomie et de réalisation autoréférentielle. Certains chrétiens consacrent leurs énergies et leur temps à cela, au lieu de se laisser porter par l’Esprit sur le chemin de l’amour, de brûler du désir de communiquer la beauté et la joie de l’Evangile, et de chercher ceux qui sont perdus parmi ces immenses multitudes assoiffées du Christ[63].\n\n58. Souvent, contre l’impulsion de l’Esprit, la vie de l’Église se transforme en pièce de musée ou devient la propriété d’un petit nombre. Cela se produit quand certains groupes chrétiens accordent une importance excessive à l’accomplissement de normes, de coutumes ou de styles déterminés. De cette manière, on a l’habitude de réduire et de mettre l’Evangile dans un carcan en lui retirant sa simplicité captivante et sa saveur. C’est peut-être une forme subtile de pélagianisme, parce que cela semble soumettre la vie de la grâce à quelques structures humaines. Cela touche des groupes, des mouvements et des communautés, et c’est ce qui explique que, très souvent, ils commencent par une vie intense dans l’Esprit mais finissent fossilisés… ou corrompus.\n\n59. Sans nous en rendre compte, en pensant que tout dépend de l’effort humain canalisé par des normes et des structures ecclésiales, nous compliquons l’Evangile et nous devenons esclaves d’un schéma qui laisse peu de place pour que la grâce agisse. Saint Thomas d’Aquin nous rappelait que les préceptes ajoutés à l’Evangile par l’Église doivent s’exiger avec modération « de peur que la vie des fidèles en devienne pénible » et qu’ainsi notre religion ne se transforme en « un fardeau asservissant »[64].\n\nLe résumé de la Loi\n\n60. Pour éviter cela, il est bon de rappeler fréquemment qu’il y a une hiérarchie des vertus qui nous invite à rechercher l’essentiel. Le primat revient aux vertus théologales qui ont Dieu pour objet et cause. Et au centre se trouve la charité. Saint Paul affirme que ce qui compte vraiment, c’est la « la foi opérant par la charité » (Ga 5, 6). Nous sommes appelés à préserver plus soigneusement la charité : « Celui qui aime autrui a de ce fait accompli la loi […]. La charité est donc la loi dans sa plénitude » (Rm 13, 8.10). « Car une seule formule contient toute la Loi en sa plénitude : “Tu aimeras ton prochain comme toi-même” » (Ga 5, 14).\n\n61. En d’autres termes : dans l’épaisse forêt de préceptes et de prescriptions, Jésus ouvre une brèche qui permet de distinguer deux visages : celui du Père et celui du frère. Il ne nous offre pas deux formules ou deux préceptes de plus. Il nous offre deux visages, ou mieux, un seul, celui de Dieu qui se reflète dans beaucoup d’autres. Car en chaque frère, spécialement le plus petit, fragile, sans défense et en celui qui est dans le besoin, se trouve présente l’image même de Dieu. En effet, avec cette humanité vulnérable considérée comme déchet, à la fin des temps, le Seigneur façonnera sa dernière œuvre d’art. Car « qu’est-ce qui reste, qu’est-ce qui a de la valeur dans la vie, quelles richesses ne s’évanouissent pas ? Sûrement deux : le Seigneur et le prochain. Ces deux richesses ne s’évanouissent pas »[65].\n\n62. Que le Seigneur délivre l’Église des nouvelles formes de gnosticisme et de pélagianisme qui l’affublent et l’entravent sur le chemin de la sainteté ! Ces déviations s’expriment de diverses manières, selon le tempérament et des caractéristiques propres à chacun. C’est pourquoi j’exhorte chacun à se demander et à discerner devant Dieu de quelle manière elles peuvent être en train de se manifester dans sa vie.\n\nTroisième chapitre\n\nA LA LUMIERE DU MAÎTRE\n\n63. Il peut y avoir de nombreuses théories sur ce qu’est la sainteté, d’abondantes explications et distinctions. Cette réflexion pourrait être utile, mais rien n’est plus éclairant que de revenir aux paroles de Jésus et de recueillir sa manière de transmettre la vérité. Jésus a expliqué avec grande simplicité ce que veut dire être saint, et il l’a fait quand il nous a enseigné les béatitudes (cf. Mt 5, 3-12 ; Lc 6, 20-23). Elles sont comme la carte d’identité du chrétien. Donc, si quelqu’un d’entre nous se pose cette question, “comment fait-on pour parvenir à être un bon chrétien ?”, la réponse est simple : il faut mettre en œuvre, chacun à sa manière, ce que Jésus déclare dans le sermon des béatitudes[66]. À travers celles-ci se dessine le visage du Maître que nous sommes appelés à révéler dans le quotidien de nos vies.\n\n64. Le mot “heureux” ou “bienheureux”, devient synonyme de “saint”, parce qu’il exprime le fait que la personne qui est fidèle à Dieu et qui vit sa Parole atteint, dans le don de soi, le vrai bonheur.\n\nÀ contrecourant\n\n65. Bien que les paroles de Jésus puissent nous sembler poétiques, elles vont toutefois vraiment à contrecourant de ce qui est habituel, de ce qui se fait dans la société ; et, bien que ce message de Jésus nous attire, en réalité le monde nous mène vers un autre style de vie. Les béatitudes ne sont nullement quelque chose de léger ou de superficiel, bien au contraire ; car nous ne pouvons les vivre que si l’Esprit Saint nous envahit avec toute sa puissance et nous libère de la faiblesse de l’égoïsme, du confort, de l’orgueil.\n\n66. Écoutons encore Jésus, avec tout l’amour et le respect que mérite le Maître. Permettons-lui de nous choquer par ses paroles, de nous provoquer, de nous interpeller en vue d’un changement réel de vie. Autrement, la sainteté ne sera qu’un mot. Examinons à présent les différentes béatitudes dans la version de l’Évangile selon Matthieu (cf. Mt 5, 3-12) [67]:\n\n« Heureux les pauvres en esprit, car le Royaume des cieux est à eux ».\n\n67. L’Évangile nous invite à reconnaître la vérité de notre cœur, pour savoir où nous plaçons la sécurité de notre vie. En général, le riche se sent en sécurité avec ses richesses, et il croit que lorsqu’elles sont menacées, tout le sens de sa vie sur terre s’effondre. Jésus lui-même nous l’a dit dans la parabole du riche insensé, en parlant de cet homme confiant qui, comme un insensé, ne pensait pas qu’il pourrait mourir le jour même (cf. Lc 12, 16-21).\n\n68. Les richesses ne te garantissent rien. Qui plus est, quand le cœur se sent riche, il est tellement satisfait de lui-même qu’il n’y a plus de place pour la Parole de Dieu, pour aimer les frères ni pour jouir des choses les plus importantes de la vie. Il se prive ainsi de plus grands biens. C’est pourquoi Jésus déclare heureux les pauvres en esprit, ceux qui ont le cœur pauvre, où le Seigneur peut entrer avec sa nouveauté constante.\n\n69. Cette pauvreté d’esprit est étroitement liée à la “sainte indifférence” que saint Ignace de Loyola proposait, et par laquelle nous atteignons une merveilleuse liberté intérieure : « Pour cela il est nécessaire de nous rendre indifférents à toutes les choses créées, en tout ce qui est laissé à la liberté de notre libre-arbitre et qui ne lui est pas défendu ; de telle manière que nous ne voulions pas, pour notre part, davantage la santé que la maladie, la richesse que la pauvreté, l’honneur que le déshonneur, une vie longue qu’une vie courte et ainsi de suite pour tout le reste »[68].\n\n70. Luc ne parle pas d’une pauvreté en “esprit” mais d’être “pauvre” tout court (cf. Lc 6, 20), et ainsi il nous invite également à une existence austère et dépouillée. De cette façon, il nous appelle à partager la vie des plus pauvres, la vie que les Apôtres ont menée, et en définitive à nous configurer à Jésus qui, étant riche, « s’est fait pauvre » (2 Co 8, 9).\n\nÊtre pauvre de cœur, c’est cela la sainteté !\n\n« Heureux les doux, car ils possèderont la terre ».\n\n71. C’est une expression forte, dans ce monde qui depuis le commencement est un lieu d’inimitié, où l’on se dispute partout, où, de tous côtés, il y a de la haine, où constamment nous classons les autres en fonction de leurs idées, de leurs mœurs, voire de leur manière de parler ou de s’habiller. En définitive, c’est le règne de l’orgueil et de la vanité, où chacun croit avoir le droit de s’élever au-dessus des autres. Néanmoins, bien que cela semble impossible, Jésus propose un autre style : la douceur. C’est ce qu’il pratiquait avec ses propres disciples et c’est ce que nous voyons au moment de son entrée à Jérusalem : « Voici que ton Roi vient à toi ; modeste, il monte une ânesse » (Mt 21, 5 ; cf. Zc 9, 9).\n\n72. Jésus a dit : « Mettez-vous à mon école, car je suis doux et humble de cœur, et vous trouverez soulagement pour vos âmes » (Mt 11, 29). Si nous vivons tendus, prétentieux face aux autres, nous finissons par être fatigués et épuisés. Mais si nous regardons leurs limites et leurs défauts avec tendresse et douceur, sans nous sentir meilleurs qu’eux, nous pouvons les aider et nous évitons d’user nos énergies en lamentations inutiles. Pour sainte Thérèse de Lisieux, « la charité parfaite consiste à supporter les défauts des autres, à ne point s’étonner de leurs faiblesses »[69].\n\n73. Paul mentionne la douceur comme un fruit de l’Esprit Saint (cf. Ga 5, 23). Il propose que, si nous sommes parfois préoccupés par les mauvaises actions du frère, nous nous approchions pour le corriger, mais « avec un esprit de douceur » (Ga 6, 1), et il rappelle : « Tu pourrais bien toi aussi être tenté » (ibid.). Même lorsque l’on défend sa foi et ses convictions, il faut le faire « avec douceur » (1 P 3, 16), y compris avec les adversaires qui doivent être traités « avec douceur » (2 Tm 2, 25). Dans l’Église, bien des fois nous nous sommes trompés pour ne pas avoir accueilli cette requête de la Parole de Dieu.\n\n74. La douceur est une autre expression de la pauvreté intérieure de celui qui place sa confiance seulement en Dieu. En effet, dans la Bible on utilise habituellement le même mot anawin pour désigner les pauvres et les doux. Quelqu’un pourrait objecter : “Si je suis trop doux, on pensera que je suis stupide, que je suis idiot ou faible”. C’est peut-être le cas, mais laissons les autres penser cela. Il vaut mieux toujours être doux, et nos plus grands désirs s’accompliront : les doux « possèderont la terre », autrement dit, ils verront accomplies, dans leurs vies, les promesses de Dieu. En effet, les doux, indépendamment des circonstances, espèrent dans le Seigneur, et les humbles possèderont la terre et jouiront d’une grande paix (cf. Ps 37, 9.11). En même temps, le Seigneur leur fait confiance : « Celui sur qui je porte les yeux, c’est le pauvre et l’humilié, celui qui tremble à ma parole » (Is 66, 2).\n\nRéagir avec une humble douceur, c’est cela la sainteté !\n\n« Heureux les affligés, car ils seront consolés »\n\n75. Le monde nous propose le contraire : le divertissement, la jouissance, le loisir, la diversion, et il nous dit que c’est cela qui fait la bonne vie. L’homme mondain ignore, détourne le regard quand il y a des problèmes de maladie ou de souffrance dans sa famille ou autour de lui. Le monde ne veut pas pleurer : il préfère ignorer les situations douloureuses, les dissimuler, les cacher. Il s’ingénie à fuir les situations où il y a de la souffrance, croyant qu’il est possible de masquer la réalité, où la croix ne peut jamais, jamais manquer.\n\n76. La personne qui voit les choses comme elles sont réellement se laisse transpercer par la douleur et pleure dans son cœur, elle est capable de toucher les profondeurs de la vie et d’être authentiquement heureuse[70]. Cette personne est consolée, mais par le réconfort de Jésus et non par celui du monde. Elle peut ainsi avoir le courage de partager la souffrance des autres et elle cesse de fuir les situations douloureuses. De cette manière, elle trouve que la vie a un sens, en aidant l’autre dans sa souffrance, en comprenant les angoisses des autres, en soulageant les autres. Cette personne sent que l’autre est la chair de sa chair, elle ne craint pas de s’en approcher jusqu’à toucher sa blessure, elle compatit jusqu’à se rendre compte que les distances ont été supprimées. Il devient ainsi possible d’accueillir cette exhortation de saint Paul : « Pleurez avec qui pleure » (Rm 12, 15).\n\nSavoir pleurer avec les autres, c’est cela la sainteté !\n\n« Heureux les affamés et les assoiffés de la justice, car ils seront rassasiés »\n\n77. ‘‘Avoir faim et soif’’ sont des expériences très intenses, parce qu’elles répondent à des besoins vitaux et sont liées à l’instinct de survie. Il y a des gens qui avec cette même intensité aspirent à la justice et la recherchent avec un désir vraiment ardent. Jésus dit qu’ils seront rassasiés, puisque, tôt ou tard, la justice devient réalité, et nous, nous pouvons contribuer à ce que ce soit possible, même si nous ne voyons pas toujours les résultats de cet engagement.\n\n78. Mais la justice que Jésus propose n’est pas comme celle que le monde recherche ; une justice tant de fois entachée par des intérêts mesquins, manipulée d’un côté ou de l’autre. La réalité nous montre combien il est facile d’entrer dans les bandes organisées de la corruption, de participer à cette politique quotidienne du “donnant-donnant”, où tout est affaire. Et que de personnes souffrent d’injustices, combien sont contraintes à observer, impuissantes, comment les autres se relaient pour se partager le gâteau de la vie. Certains renoncent à lutter pour la vraie justice et choisissent de monter dans le train du vainqueur. Cela n’a rien à voir avec la faim et la soif de justice dont Jésus fait l’éloge.\n\n79. Une telle justice commence à devenir réalité dans la vie de chacun lorsque l’on est juste dans ses propres décisions, et elle se manifeste ensuite, quand on recherche la justice pour les pauvres et les faibles. Il est vrai que le mot “justice” peut être synonyme de fidélité à la volonté de Dieu par toute notre vie, mais si nous lui donnons un sens très général, nous oublions qu’elle se révèle en particulier dans la justice envers les désemparés : « Recherchez le droit, redressez le violent ! Faites droit à l’orphelin, plaidez pour la veuve ! » (Is 1, 17).\n\nRechercher la justice avec faim et soif, c’est cela la sainteté !\n\n« Heureux les miséricordieux, car ils obtiendront miséricorde ».\n\n80. La miséricorde a deux aspects : elle consiste à donner, à aider, à servir les autres, et aussi à pardonner, à comprendre. Matthieu le résume dans une règle d’or : « Ainsi, tout ce que vous voulez que les hommes fassent pour vous, faites-le vous-mêmes pour eux » (7, 12). Le Catéchisme nous rappelle que cette loi doit être appliquée « dans tous les cas »[71], spécialement quand quelqu’un « est quelquefois affronté à des situations qui rendent le jugement moral moins assuré et la décision difficile »[72].\n\n81. Donner et pardonner, c’est essayer de reproduire dans nos vies un petit reflet de la perfection de Dieu qui donne et pardonne en surabondance. C’est pourquoi, dans l’évangile de Luc, nous n’entendons plus le « soyez parfaits » (Mt 5, 48) mais : « Montrez-vous compatissants, comme votre Père est compatissant. Ne jugez pas, et vous ne serez pas jugés ; ne condamnez pas et vous ne serez pas condamnés ; remettez, et il vous sera remis. Donnez et l’on vous donnera » (6, 36-38). Et puis Luc ajoute quelque chose que nous ne devrions pas ignorer : « De la mesure dont vous mesurez on mesurera pour vous en retour » (6, 38). La mesure que nous utilisons pour comprendre et pour pardonner nous sera appliquée pour nous pardonner. La mesure que nous appliquons pour donner, nous sera appliquée au ciel pour nous récompenser. Nous n’avons pas intérêt à l’oublier.\n\n82. Jésus ne dit pas : “Heureux ceux qui planifient la vengeance”, mais il appelle heureux ceux qui pardonnent et qui le font « jusqu’à soixante-dix-sept fois » (Mt 18, 22). Il faut savoir que tous, nous constituons une armée de gens pardonnés. Nous tous, nous avons bénéficié de la compassion divine. Si nous nous approchons sincèrement du Seigneur et si nous tendons l’oreille, nous entendrons parfois probablement ce reproche : « Ne devais-tu pas, toi aussi, avoir pitié de ton compagnon comme moi j’ai eu pitié de toi ? » (Mt 18, 33).\n\nRegarder et agir avec miséricorde, c’est cela la sainteté !\n\n« Heureux les cœurs purs, car ils verront Dieu ».\n\n83. Cette béatitude concerne les personnes qui ont un cœur simple, pur, sans souillure, car un cœur qui sait aimer ne laisse pas entrer dans sa vie ce qui porte atteinte à cet amour, ce qui le fragilise ou ce qui le met en danger. Dans la Bible, le cœur, ce sont nos intentions véritables, ce que nous cherchons vraiment et que nous désirons, au-delà de ce qui nous laissons transparaître : « Car ils [les hommes] ne voient que les yeux, mais le Seigneur voit le cœur » (1 S 16, 7). Il cherche à parler à notre cœur (cf. Os 2, 16) et il désire y écrire sa Loi (cf. Jr. 31, 33). En définitive, il veut nous donner un cœur nouveau (cf. Ez 36, 26).\n\n84. Plus que sur toute chose, il faut veiller sur le cœur (cf. Pr 4, 23). S’il n’est en rien souillé par le mensonge, ce cœur a une valeur réelle pour le Seigneur. Il « fuit la fourberie, il se retire devant des pensées sans intelligence » (Sg 1, 5). Le Père, qui « voit dans le secret » (Mt 6, 6), reconnaît ce qui n’est pas pur, autrement dit, ce qui n’est pas sincère, mais qui est seulement une coquille et une apparence, tout comme le Fils sait « ce qu'il y [a] dans l'homme » (Jn 2, 25).\n\n85. Il est vrai qu’il n’y a pas d’amour sans des œuvres d’amour, mais cette béatitude nous rappelle que le Seigneur demande un don de soi au frère qui vienne du cœur, puisque « quand je distribuerais tous mes biens en aumône, quand je livrerais mon corps aux flammes, si je n’ai pas la charité, cela ne me sert de rien » (1 Co 13, 3). Dans l’Évangile selon Matthieu, nous voyons aussi que ce qui procède du cœur, c’est cela qui souille l’homme (cf. 15, 18), car de là proviennent, entre autres, les crimes, le vol, les faux témoignages. (cf. Mt 15, 19). Les désirs et les décisions les plus profonds, qui nous guident réellement, trouvent leur origine dans les intentions du cœur.\n\n86. Quand le cœur aime Dieu et le prochain (cf. Mt 22, 36-40), quand telle est son intention véritable et non pas de vaines paroles, alors ce cœur est pur et il peut voir Dieu. Saint Paul, dans son hymne à la charité, rappelle que « nous voyons, à présent, dans un miroir, en énigme » (1 Co 13, 12), mais dans la mesure où règne l’amour vrai, nous serons capables de voir « face à face » (ibid.). Jésus promet que ceux qui ont un cœur pur ‘‘verront Dieu’’.\n\nGarder le cœur pur de tout ce qui souille l’amour, c’est cela la sainteté !\n\n« Heureux les artisans de paix, car ils seront appelés fils de Dieu ».\n\n87. Cette béatitude nous fait penser aux nombreuses situations de guerre qui se répètent. En ce qui nous concerne, il est fréquent que nous soyons des instigateurs de conflits ou au moins des causes de malentendus. Par exemple, quand j’entends quelque chose de quelqu’un, que je vais voir une autre personne et que je le lui répète ; et que j’en fais même une deuxième version un peu plus étoffée et que je la propage. Et si je réussis à faire plus de mal, il semble que cela me donne davantage de satisfaction. Le monde des ragots, fait de gens qui s’emploient à critiquer et à détruire, ne construit pas la paix. Ces gens sont au contraire des ennemis de la paix et aucunement bienheureux[73].\n\n88. Les pacifiques sont source de paix, ils bâtissent la paix et l’amitié sociales. À ceux qui s’efforcent de semer la paix en tous lieux, Jésus a fait une merveilleuse promesse : « Ils seront appelés fils de Dieu » (Mt 5, 9). Il a demandé à ses disciples de dire en entrant dans une maison : « Paix à cette maison ! » (Lc 10, 5). La Parole de Dieu exhorte chaque croyant à rechercher la paix ‘‘en union avec tous’’ (cf. 2 Tm 2, 22), car « un fruit de justice est semé dans la paix pour ceux qui produisent la paix » (Jc 3, 18). Et si parfois, dans notre communauté, nous avons des doutes quant à ce que nous devons faire, « poursuivons donc ce qui favorise la paix » (Rm 14, 19), parce que l’unité est supérieure au conflit[74].\n\n89. Il n’est pas facile de bâtir cette paix évangélique qui n’exclut personne mais qui inclut également ceux qui sont un peu étranges, les personnes difficiles et compliquées, ceux qui réclament de l’attention, ceux qui sont différents, ceux qui sont malmenés par la vie, ceux qui ont d’autres intérêts. C’est dur et cela requiert une grande ouverture d’esprit et de cœur, parce qu’il ne s’agit pas d’« un consensus de bureau ou d’une paix éphémère, pour une minorité heureuse »[75] ni d’un projet « de quelques-uns destiné à quelques-uns »[76]. Il ne s’agit pas non plus d’ignorer ou de dissimuler les conflits, mais « d’accepter de supporter le conflit, de le résoudre et de le transformer en un maillon d’un nouveau processus »[77]. Il s’agit d’être des artisans de paix, parce que bâtir la paix est un art qui exige sérénité, créativité, sensibilité et dextérité.\n\nSemer la paix autour de nous, c’est cela la sainteté !\n\n« Heureux les persécutés pour la justice, car le Royaume des cieux est à eux ».\n\n90. Jésus lui-même souligne que ce chemin va à contrecourant, au point de nous transformer en sujets qui interpellent la société par leur vie, en personnes qui dérangent. Jésus rappelle combien de personnes sont persécutées et ont été persécutées simplement pour avoir lutté pour la justice, pour avoir vécu leurs engagements envers Dieu et envers les autres. Si nous ne voulons pas sombrer dans une obscure médiocrité, ne recherchons pas une vie confortable, car « qui veut […] sauver sa vie la perdra » (Mt 16, 25).\n\n91. Pour vivre l’Évangile, on ne peut pas s’attendre à ce que tout autour de nous soit favorable, parce que souvent les ambitions du pouvoir et les intérêts mondains jouent contre nous. Saint Jean-Paul II disait qu’« une société est aliénée quand, dans les formes de son organisation sociale, de la production et de la consommation, elle rend plus difficile la réalisation [du] don [de soi] et la constitution de [la] solidarité entre hommes »[78]. Dans une telle société aliénée, prise dans un enchevêtrement politique, médiatique, économique, culturel et même religieux qui empêche un authentique développement humain et social, il devient difficile de vivre les béatitudes, et cela est même mal vu, suspecté, ridiculisé.\n\n92. La croix, en particulier les peines et les souffrances que nous supportons pour suivre le commandement de l’amour et le chemin de la justice, est une source de maturation et de sanctification. Rappelons-nous que, lorsque le Nouveau Testament parle des souffrances qu’il faut supporter pour l’Évangile, il se réfère précisément aux persécutions (cf. Ac 5, 41 ; Ph 1, 29 ; Col 1, 24 ; 2 Tm 1, 12 ; 1 P 2, 20 ; 4, 14-16 ; Ap 2, 10).\n\n93. Mais nous parlons des persécutions inévitables, non pas de celles que nous pouvons causer nous-mêmes par une mauvaise façon de traiter les autres. Un saint n’est pas quelqu’un de bizarre, de distant, qui se rend insupportable par sa vanité, sa négativité et ses rancœurs. Les Apôtres du Christ n’étaient pas ainsi. Le livre des Actes rapporte avec insistance que ceux-ci jouissaient de la sympathie « de tout le peuple » (2, 47 ; cf. 4, 21.33 ; 5, 13), tandis que certaines autorités les harcelaient et les persécutaient (cf. 4, 1-3 ; 5, 17-18).\n\n94. Les persécutions ne sont pas une réalité du passé, parce qu’aujourd’hui également, nous en subissons, que ce soit d’une manière sanglante, comme tant de martyrs contemporains, ou d’une façon plus subtile, à travers des calomnies et des mensonges. Jésus dit d’être heureux quand « on dira faussement contre vous toute sorte d’infamie » (Mt 5, 11). D’autres fois, il s’agit de moqueries qui cherchent à défigurer notre foi et à nous faire passer pour des êtres ridicules.\n\nAccepter chaque jour le chemin de l’Évangile même s’il nous crée des problèmes, c’est cela la sainteté !\n\nLe grand critère\n\n95. Dans le chapitre 25 de l’Évangile selon Matthieu (vv. 31-46), Jésus s’arrête de nouveau sur l’une des béatitudes, celle qui déclare heureux les miséricordieux. Si nous recherchons cette sainteté qui plaît aux yeux de Dieu, nous trouvons précisément dans ce texte un critère sur la base duquel nous serons jugés : « J’ai eu faim et vous m’avez donné à manger, j’ai eu soif et vous m’avez donné à boire, j’étais un étranger et vous m’avez accueilli, nu et vous m’avez vêtu, malade et vous m’avez visité, prisonnier et vous êtes venus me voir » (25, 35-36).\n\nPar fidélité au Maître\n\n96. Donc, être saint ne signifie pas avoir le regard figé dans une prétendue extase. Saint Jean-Paul II disait que « si nous sommes vraiment repartis de la contemplation du Christ, nous devrons savoir le découvrir surtout dans le visage de ceux auxquels il a voulu lui-même s’identifier »[79]. Le texte de Matthieu 25, 35-36 « n’est pas une simple invitation à la charité ; c’est une page de christologie qui projette un rayon de lumière sur le mystère du Christ »[80]. Dans cet appel à le reconnaître dans les pauvres et les souffrants, se révèle le cœur même du Christ, ses sentiments et ses choix les plus profonds, auxquels tout saint essaie de se conformer.\n\n97. Vu le caractère formel de ces requêtes de Jésus, il est de mon devoir de supplier les chrétiens de les accepter et de les recevoir avec une ouverture d’esprit sincère, “sine glossa”, autrement dit, sans commentaire, sans élucubrations et sans des excuses qui les privent de leur force. Le Seigneur nous a précisé que la sainteté ne peut pas être comprise ni être vécue en dehors de ces exigences, parce que la miséricorde est « le cœur battant de l’Évangile»[81].\n\n98. Quand je rencontre une personne dormant exposée aux intempéries, dans une nuit froide, je peux considérer que ce fagot est un imprévu qui m’arrête, un délinquant désœuvré, un obstacle sur mon chemin, un aiguillon gênant pour ma conscience, un problème que doivent résoudre les hommes politiques, et peut-être même un déchet qui pollue l’espace public. Ou bien je peux réagir à partir de la foi et de la charité, et reconnaître en elle un être humain doté de la même dignité que moi, une créature infiniment aimée par le Père, une image de Dieu, un frère racheté par Jésus-Christ. C’est cela être chrétien ! Ou bien peut-on comprendre la sainteté en dehors de cette reconnaissance vivante de la dignité de tout être humain ?[82]\n\n99. Pour les chrétiens, cela implique une saine et permanente insatisfaction. Bien que soulager une seule personne justifierait déjà tous nos efforts, cela ne nous suffit pas. Les Evêques du Canada l’ont exprimé clairement en soulignant que, dans les enseignements bibliques sur le Jubilé, par exemple, il ne s’agit pas seulement d’accomplir quelques bonnes œuvres mais de rechercher un changement social : « Pour que les générations futures soient également libérées, il est clair que l’objectif doit être la restauration de systèmes sociaux et économiques justes de manière que, désormais, il ne puisse plus y avoir d’exclusion »[83].\n\nLes idéologies qui mutilent le cœur de l’Evangile\n\n100. Je regrette que parfois les idéologies nous conduisent à deux erreurs nuisibles. D’une part, celle des chrétiens qui séparent ces exigences de l’Evangile de leur relation personnelle avec le Seigneur, de l’union intérieure avec lui, de la grâce. Ainsi, le christianisme devient une espèce d’ONG, privée de cette mystique lumineuse qu’ont si bien vécue et manifestée saint François d’Assise, saint Vincent de Paul, sainte Teresa de Calcutta, et beaucoup d’autres. Chez ces grands saints, ni la prière, ni l’amour de Dieu, ni la lecture de l’Evangile n’ont diminué la passion ou l’efficacité du don de soi au prochain, mais bien au contraire.\n\n101. Est également préjudiciable et idéologique l’erreur de ceux qui vivent en suspectant l’engagement social des autres, le considérant comme quelque chose de superficiel, de mondain, de laïcisant, d’immanentiste, de communiste, de populiste. Ou bien, ils le relativisent comme s’il y avait d’autres choses plus importantes ou comme si les intéressait seulement une certaine éthique ou une cause qu’eux-mêmes défendent. La défense de l’innocent qui n’est pas encore né, par exemple, doit être sans équivoque, ferme et passionnée, parce que là est en jeu la dignité de la vie humaine, toujours sacrée, et l’amour de chaque personne indépendamment de son développement exige cela. Mais est également sacrée la vie des pauvres qui sont déjà nés, de ceux qui se débattent dans la misère, l’abandon, le mépris, la traite des personnes, l’euthanasie cachée des malades et des personnes âgées privées d’attention, dans les nouvelles formes d’esclavage, et dans tout genre de marginalisation[84]. Nous ne pouvons pas envisager un idéal de sainteté qui ignore l’injustice de ce monde où certains festoient, dépensent allègrement et réduisent leur vie aux nouveautés de la consommation, alors que, dans le même temps, d’autres regardent seulement du dehors, pendant que leur vie s’écoule et finit misérablement.\n\n102. On entend fréquemment que, face au relativisme et aux défaillances du monde actuel, la situation des migrants, par exemple, serait un problème mineur. Certains catholiques affirment que c’est un sujet secondaire à côté des questions “sérieuses” de la bioéthique. Qu’un homme politique préoccupé par ses succès dise une telle chose, on peut arriver à la comprendre ; mais pas un chrétien, à qui ne sied que l’attitude de se mettre à la place de ce frère qui risque sa vie pour donner un avenir à ses enfants. Pouvons-nous reconnaître là précisément ce que Jésus-Christ nous demande quand il nous dit que nous l’accueillons lui-même dans chaque étranger (cf. Mt 25, 35) ? Saint Benoît l’avait accepté sans réserve et, bien que cela puisse “compliquer” la vie des moines, il a disposé que tous les hôtes qui se présenteraient au monastère, on les accueille « comme le Christ »[85] en l’exprimant même par des gestes d’adoration[86], et que les pauvres et les pèlerins soient traités « avec le plus grand soin et sollicitude »[87].\n\n103. L’Ancien Testament ordonne quelque chose de semblable quand il dit : « Tu ne molesteras pas l’étranger ni ne l’opprimeras, car vous-mêmes avez été étrangers dans le pays d’Égypte » (Ex 22, 20). « L’étranger qui réside avec vous sera pour vous comme un compatriote et tu l’aimeras comme toi-même, car vous avez été des étrangers au pays d’Égypte » (Lv 19, 33-34). Par conséquent, il ne s’agit pas d’une invention d’un Pape ou d’un délire passager. Nous aussi, dans le contexte actuel, nous sommes appelés à parcourir le chemin de l’illumination spirituelle que nous indiquait le prophète Isaïe quand il s’interrogeait sur ce qui plaît à Dieu : « N’est-ce pas partager ton pain avec l’affamé, héberger chez toi les pauvres sans abri, si tu vois un homme nu, le vêtir, ne pas te dérober devant celui qui est ta propre chair ? Alors ta lumière éclatera comme l’aurore » (58, 7-8).\n\nLe culte qui lui plaît le plus\n\n104. Nous pourrions penser que nous rendons gloire à Dieu seulement par le culte et la prière, ou uniquement en respectant certaines normes éthiques – certes la primauté revient à la relation avec Dieu – et nous oublions que le critère pour évaluer notre vie est, avant tout, ce que nous avons fait pour les autres. La prière a de la valeur si elle alimente un don de soi quotidien par amour. Notre culte plaît à Dieu quand nous y mettons la volonté de vivre avec générosité et quand nous laissons le don reçu de Dieu se traduire dans le don de nous-mêmes aux frères.\n\n105. Pour la même raison, la meilleure façon de discerner si notre approche de la prière est authentique sera de regarder dans quelle mesure notre vie est en train de se transformer à la lumière de la miséricorde. En effet, « la miséricorde n’est pas seulement l’agir du Père, mais elle devient le critère pour comprendre qui sont ses véritables enfants »[88]. Elle « est le pilier qui soutient la vie de l’Église »[89]. Je voudrais souligner une fois de plus que, si la miséricorde n’exclut pas la justice et la vérité, « avant tout, nous devons dire que la miséricorde est la plénitude de la justice et la manifestation la plus lumineuse de la vérité de Dieu »[90]. Elle « est la clef du ciel »[91].\n\n106. Je ne peux pas m’empêcher de rappeler cette question que se posait saint Thomas d’Aquin quand il examinait quelles sont nos actions les plus grandes, quelles sont les œuvres extérieures qui manifestent le mieux notre amour de Dieu. Il a répondu sans hésiter que ce sont les œuvres de miséricorde envers le prochain[92]. plus que les actes de culte : « Les sacrifices et les offrandes qui font partie du culte divin ne sont pas pour Dieu lui-même, mais pour nous et nos proches. Lui-même n’en a nul besoin, et s’il les veut, c’est pour exercer notre dévotion et pour aider le prochain. C’est pourquoi la miséricorde qui subvient aux besoins des autres, lui agrée davantage, étant plus immédiatement utile au prochain »[93].\n\n107. Celui qui veut vraiment rendre gloire à Dieu par sa vie, celui qui désire réellement se sanctifier pour que son existence glorifie le Saint, est appelé à se consacrer, à s’employer, et à s’évertuer à essayer de vivre les œuvres de miséricorde. C’est ce qu’a parfaitement compris sainte Teresa de Calcutta : « Oui, j’ai beaucoup de faiblesses humaines, beaucoup de misères humaines […] Mais il s’abaisse et il se sert de nous, de vous et de moi, pour que nous soyons son amour et sa compassion dans le monde, malgré nos péchés, malgré nos misères et nos défauts. Il dépend de nous pour aimer le monde, et lui prouver à quel point il l’aime. Si nous nous occupons trop de nous-mêmes, nous n’aurons plus de temps pour les autres »[94].\n\n108. Le consumérisme hédoniste peut nous jouer un mauvais tour, parce qu’avec l’obsession de passer du bon temps, nous finissons par être excessivement axés sur nous-mêmes, sur nos droits et sur la hantise d’avoir du temps libre pour en jouir. Il sera difficile pour nous de nous soucier de ceux qui se sentent mal et de consacrer des énergies à les aider, si nous ne cultivons pas une certaine austérité, si nous ne luttons pas contre cette fièvre que nous impose la société de consommation pour nous vendre des choses, et qui finit par nous transformer en pauvres insatisfaits qui veulent tout avoir et tout essayer. La consommation de l’information superficielle et les formes de communication rapide et virtuelle peuvent également être un facteur d’abrutissement qui nous enlève tout notre temps et nous éloigne de la chair souffrante des frères. Au milieu de ce tourbillon actuel, l’Évangile vient résonner de nouveau pour nous offrir une vie différente, plus saine et plus heureuse.\n\n***\n\n109. La force du témoignage des saints, c’est d’observer les béatitudes et le critère du jugement dernier. Ce sont peu de paroles, simples mais pratiques et valables pour tout le monde, parce que le christianisme est principalement fait pour être pratiqué, et s’il est objet de réflexion, ceci n’est valable que quand il nous aide à incarner l’Évangile dans la vie quotidienne. Je recommande de nouveau de relire fréquemment ces grands textes bibliques, de se les rappeler, de prier en s’en servant, d’essayer de les faire chair. Ils nous feront du bien, ils nous rendront vraiment heureux.\n\nQuatrième chapitre\n\nQUELQUES CARACTÉRISTIQUES\n\nDE LA SAINTETÉ DANS LE MONDE ACTUEL\n\n110. Dans le grand tableau de la sainteté que nous proposent les béatitudes et Matthieu 25, 31-46, je voudrais recueillir certaines caractéristiques ou expressions spirituelles qui, à mon avis, sont indispensables pour comprendre le style de vie auquel Jésus nous appelle. Je ne vais pas m’attarder à expliquer les moyens de sanctification que nous connaissons déjà : les différentes méthodes de prière, les précieux sacrements de l’Eucharistie et de la Réconciliation, l’offrande de sacrifices, les diverses formes de dévotion, la direction spirituelle, et tant d’autres. Je me référerai uniquement à quelques aspects de l’appel à la sainteté dont j’espère qu’ils résonneront de manière spéciale.\n\n111. Ces caractéristiques que je voudrais souligner ne sont pas toutes celles qui peuvent composer un modèle de sainteté, mais elles sont au nombre de cinq, les grandes manifestations de l’amour envers Dieu et le prochain que je considère d’une importance particulière, vu certains risques et certaines limites de la culture d’aujourd’hui. Dans cette culture se manifestent : l’anxiété nerveuse et violente qui nous disperse et nous affaiblit ; la négativité et la tristesse ; l’acédie commode, consumériste et égoïste ; l’individualisme et de nombreuses formes de fausse spiritualité sans rencontre avec Dieu qui règnent dans le marché religieux actuel.\n\nEndurance, patience et douceur\n\n112. La première de ces grandes caractéristiques, c’est d’être centré, solidement axé sur Dieu qui aime et qui soutient. Grâce à cette force intérieure, il est possible d’endurer, de supporter les contrariétés, les vicissitudes de la vie, et aussi les agressions de la part des autres, leurs infidélités et leurs défauts : « Si Dieu est pour nous, qui sera contre nous ? » (Rm 8, 31). Voilà la source de la paix qui s’exprime dans les attitudes d’un saint. Grâce à cette force intérieure, le témoignage de sainteté, dans notre monde pressé, changeant et agressif, est fait de patience et de constance dans le bien. C’est la fidélité de l’amour, car celui qui s’appuie sur Dieu (pistis) peut également être fidèle aux frères (pistós) ; il ne les abandonne pas dans les moments difficiles, il ne se laisse pas mener par l’anxiété et reste aux côtés des autres même lorsque cela ne lui donne pas de satisfactions immédiates.\n\n113. Saint Paul invitait les Romains à ne « rendre à personne le mal pour le mal » (Rm 12, 17), à ne pas vouloir se « faire justice à [eux]-mêmes » (v. 19), et à ne pas se laisser vaincre par le mal, mais à être vainqueurs « du mal par le bien » (v. 21). Cette attitude n’est pas un signe de faiblesse mais de la vraie force, car Dieu lui-même « est lent à la colère, mais grand par sa puissance » (Na 1, 3). La Parole de Dieu nous met en garde : « Aigreur, emportement, colère, clameurs, outrages, tout cela doit être extirpé de chez vous, avec la malice sous toutes ses formes » (Ep 4, 31).\n\n114. Il nous faut lutter et être attentifs face à nos propres penchants agressifs et égocentriques pour ne pas permettre qu’ils s’enracinent : « Emportez-vous, mais ne commettez pas le péché : que le soleil ne se couche pas sur votre colère » (Ep 4, 26). Quand des circonstances nous accablent, nous pouvons toujours recourir à l’ancre de la supplication qui nous conduit à demeurer encore dans les mains de Dieu et près de la source de la paix : « N’entretenez aucun souci ; mais en tout besoin recourez à l’oraison et à la prière, pénétrées d’action de grâces, pour présenter vos requêtes à Dieu. Alors la paix de Dieu, qui surpasse toute intelligence, prendra sous sa garde vos cœurs et vos pensées » (Ph 4, 6-7).\n\n115. Les chrétiens aussi peuvent faire partie des réseaux de violence verbale sur Internet et à travers les différents forums ou espaces d’échange digital. Même dans des milieux catholiques, on peut dépasser les limites, on a coutume de banaliser la diffamation et la calomnie, et toute éthique ainsi que tout respect de la renommée d’autrui semblent évacués. Ainsi se produit un dangereux dualisme, car sur ces réseaux on dit des choses qui ne seraient pas tolérables dans la vie publique, et on cherche à compenser ses propres insatisfactions en faisant déferler avec furie les désirs de vengeance. Il est significatif que parfois, en prétendant défendre d’autres commandements, on ignore complètement le huitième : ‘‘Ne pas porter de faux témoignage ni mentir’’, et on détruit l’image de l’autre sans pitié. Là se manifeste sans contrôle le fait que la langue est un « monde du mal » et « elle enflamme le cycle de la création, enflammée qu’elle est par la Géhenne » (Jc 3, 6).\n\n116. La force intérieure qui est l’œuvre de la grâce nous préserve de la contagion de la violence qui envahit la vie sociale, car la grâce apaise la vanité et rend possible la douceur du cœur. Le saint ne consacre pas ses énergies à déplorer les erreurs d’autrui ; il est capable de faire silence devant les défauts de ses frères et il évite la violence verbale qui dévaste et maltraite, parce qu’il ne se juge pas digne d’être dur envers les autres, mais il les estime supérieurs à lui-même (cf. Ph 2, 3).\n\n117. Il n’est pas bon pour nous de regarder de haut, d’adopter la posture de juges impitoyables, d’estimer les autres indignes et de prétendre donner des leçons constamment. C’est là une forme subtile de violence[95]. Saint Jean de la Croix proposait autre chose : « Préfère être enseigné de tout le monde que d’instruire le moindre de tous »[96]. Et il ajoutait un conseil pour tenir éloigné le démon : « [...| Te réjouir du bien d’autrui comme du tien propre, [...] désirer que les autres te soient préférés en toutes choses, le désirer, dis-je, très sincèrement. De cette façon, tu surmonteras le mal par le bien, tu repousseras le démon loin de toi, tu auras le cœur dans la joie. Et tout cela, tu chercheras à l’exercer envers les personnes qui te reviendront le moins. Sache que si tu n’en viens là, tu n’arriveras pas à la parfaite charité, et que même tu n’en approcheras point »[97].\n\n118. L’humilité ne peut s’enraciner dans le cœur qu’à travers les humiliations. Sans elles, il n’y a ni humilité ni sainteté. Si tu n’es pas capable de supporter et de souffrir quelques humiliations, tu n’es pas humble et tu n’es pas sur le chemin de la sainteté. La sainteté que Dieu offre à son Église vient à travers l’humiliation de son Fils. Voilà le chemin ! L’humiliation te conduit à ressembler à Jésus, c’est une partie inéluctable de l’imitation de Jésus-Christ : « Le Christ […] a souffert pour vous, vous laissant un modèle afin que vous suiviez ses traces » (1 P 2, 21). Pour sa part, il exprime l’humilité du Père qui s’humilie pour marcher avec son peuple, qui supporte ses infidélités et ses murmures (cf. Ex 34, 6-9 ; Sg 11, 23-12, 2 ; Lc 6, 36). C’est pourquoi les Apôtres, après l’humiliation, étaient « tout joyeux d’avoir été jugés dignes de subir des outrages pour le Nom de Jésus » (Ac 5, 41).\n\n119. Je ne me réfère pas uniquement aux situations cruelles de martyre, mais aux humiliations quotidiennes de ceux qui se taisent pour sauver leur famille, ou évitent de parler bien d’eux-mêmes et préfèrent louer les autres au lieu de se glorifier, choisissent les tâches les moins gratifiantes, et même préfèrent parfois supporter quelque chose d’injuste pour l’offrir au Seigneur : « Si, faisant le bien, vous supportez la souffrance, c’est une grâce auprès de Dieu » (1 P 2, 20). Il ne s’agit pas de marcher la tête basse, de parler peu ou de fuir la société. Parfois précisément, parce que libéré de l’égocentrisme, quelqu’un peut oser discuter gentiment, réclamer la justice ou défendre les faibles face aux puissants, bien que cela lui attire des conséquences négatives pour son image.\n\n120. Je ne dis pas que l’humiliation soit quelque chose d’agréable, car ce serait du masochisme, mais je dis qu’il s’agit d’un chemin pour imiter Jésus et grandir dans l’union avec lui. Cela ne va pas de soi et le monde se moque d’une pareille proposition. C’est une grâce qu’il nous faut demander : ‘‘Seigneur, quand arrivent les humiliations, aide-moi à sentir que je suis derrière toi, sur ton chemin’’.\n\n121. Cette attitude suppose un cœur pacifié par le Christ, libéré de cette agressivité qui jaillit d’un ego démesuré. La même pacification que réalise la grâce nous permet de garder une assurance intérieure et de supporter, de persévérer dans le bien même en traversant « un ravin de ténèbres » (Ps 23, 4), ou même si une armée vient « camper contre moi » (Ps 27, 3). Fermes dans le Seigneur, le Rocher, nous pouvons chanter : « En paix, tout aussitôt, je me couche et je dors : c’est toi, Seigneur, qui m’établis à part, en sûreté » (Ps 4, 9). En définitive, le Christ « est notre paix » (Ep 2, 14), il vient « guider nos pas dans le chemin de la paix » (Lc 1, 79). Il a communiqué à sainte Faustine Kowalska : « L’humanité ne trouvera pas la paix tant qu’elle ne se tournera pas avec confiance vers ma miséricorde divine »[98]. Ne tombons donc pas dans la tentation de chercher l’assurance intérieure dans le succès, dans les plaisirs vides, dans la possession, dans la domination des autres ou dans l’image sociale : « Je vous laisse la paix ; c’est ma paix que je vous donne ; je ne vous la donne pas comme le monde la donne » (Jn 14, 27).\n\nJoie et sens de l’humour\n\n122. Ce qui a été dit jusqu’à présent n’implique pas un esprit inhibé, triste, aigri, mélancolique ou un profil bas amorphe. Le saint est capable de vivre joyeux et avec le sens de l’humour. Sans perdre le réalisme, il éclaire les autres avec un esprit positif et rempli d’espérance. Être chrétien est « joie dans l’Esprit Saint » (Rm 14, 17), parce que « l’amour de charité entraîne nécessairement la joie. Toujours celui qui aime se réjouit d’être uni à l’aimé […]. C’est pourquoi la joie est conséquence de la charité »[99]. Nous avons reçu la merveille de sa Parole et nous l’embrassons « parmi bien des tribulations, avec la joie de l’Esprit Saint » (1 Th 1, 6). Si nous laissons le Seigneur nous sortir de notre carapace et nous changer la vie, alors nous pourrons réaliser ce que demandait saint Paul : « Réjouissez-vous sans cesse dans le Seigneur, je le dis encore, réjouissez-vous » (Ph 4, 4).\n\n123. Les prophètes annonçaient le temps de Jésus que nous sommes en train de vivre comme une révélation de la joie : « Pousse des cris de joie, des clameurs » (Is 12, 6). « Monte sur une haute montagne, messagère de Sion ; élève et force la voix, messagère de Jérusalem » (Is 40, 9). « Que les montagnes poussent des cris, car le Seigneur a consolé son peuple, il prend en pitié ses affligés » (Is 49, 13). « Exulte avec force, fille de Sion ! Crie de joie, fille de Jérusalem ! Voici que ton roi vient à toi : il est juste et victorieux, humble » (Za 9, 9). Et n’oublions pas l’exhortation de Néhémie : « Ne vous affligez point : la joie du Seigneur est votre forteresse ! » (8, 10).\n\n124. Marie, qui a su découvrir la nouveauté que Jésus apportait, chantait : « Mon esprit tressaille de joie en Dieu mon sauveur » (Lc 1, 47) et Jésus lui-même « tressaillit de joie sous l’action de l’Esprit Saint » (Lc 10, 21). Quand il passait, « la foule était dans la joie » (Lc 13, 17). Après sa résurrection, là où arrivaient les disciples il y avait une « joie vive » (Ac 8, 8). Jésus nous donne une assurance : « Vous serez tristes, mais votre tristesse se changera en joie […]. Je vous verrai de nouveau et votre cœur sera dans la joie, et votre joie, nul ne vous l’enlèvera » (Jn 16, 20.22). « Je vous dis cela pour que ma joie soit en vous et que votre joie soit complète » (Jn 15, 11).\n\n125. Il y a des moments difficiles, des temps de croix, mais rien ne peut détruire la joie surnaturelle qui « s’adapte et se transforme, et elle demeure toujours au moins comme un rayon de lumière qui naît de la certitude personnelle d’être infiniment aimé, au-delà de tout »[100]. C’est une assurance intérieure, une sérénité remplie d’espérance qui donne une satisfaction spirituelle incompréhensible selon les critères du monde.\n\n126. Ordinairement, la joie chrétienne est accompagnée du sens de l’humour, si remarquable, par exemple, chez saint Thomas More, chez saint Vincent de Paul ou chez saint Philippe Néri. La mauvaise humeur n’est pas un signe de sainteté : « Eloigne de ton cœur le chagrin » (Qo 11, 10). Ce que nous recevons du Seigneur « afin d’en jouir » (1 Tm 6, 17) est tel que parfois la tristesse frise l’ingratitude de notre part, frise le repli sur nous-mêmes au point que nous sommes incapables de reconnaître les dons de Dieu[101].\n\n127. Son amour paternel nous invite : « Mon fils, traite-toi bien […]. Ne te refuse pas le bonheur présent » (Si 14, 11.14). Il nous veut positifs, reconnaissants et pas trop compliqués : « Au jour du bonheur, sois heureux […]. Dieu a fait l’homme tout droit, et lui, cherche bien des calculs » (Qo 7, 14.29). En toute circonstance, il faut garder un esprit souple, et faire comme saint Paul : « J’ai appris en effet à me suffire en toute occasion » (Ph 4, 11). C’est ce que vivait saint François d’Assise, capable d’être ému de gratitude devant un morceau de pain dur, ou bien, heureux de louer Dieu uniquement pour la brise qui caressait son visage.\n\n128. Je ne parle pas de la joie consumériste et individualiste si répandue dans certaines expériences culturelles d’aujourd’hui. Car le consumérisme ne fait que surcharger le cœur ; il peut offrir des plaisirs occasionnels et éphémères, mais pas la joie. Je me réfère plutôt à cette joie qui se vit en communion, qui se partage et se distribue, car « il y a plus de bonheur à donner qu’à recevoir » (Ac 20, 35) et « Dieu aime celui qui donne avec joie » (2 Co 9, 7). L’amour fraternel accroît notre capacité de joie, puisqu’il nous rend capables de jouir du bien des autres : « Réjouissez-vous avec qui est dans la joie » (Rm 12, 15). « Nous nous réjouissons, quand nous sommes faibles et que vous êtes forts » (2 Co 13, 9). En revanche, « si nous nous concentrons sur nos propres besoins, nous nous condamnons à vivre avec peu de joie »[102].\n\nAudace et ferveur\n\n129. En même temps, la sainteté est parresía : elle est audace, elle est une incitation à l’évangélisation qui laisse une marque dans ce monde. Pour que cela soit possible, Jésus lui-même vient à notre rencontre et nous répète avec sérénité et fermeté : « Soyez sans crainte » (Mc 6, 50). « Et voici que je suis avec vous pour toujours jusqu’à la fin du monde » (Mt 28, 20). Ces paroles nous permettent de marcher et de servir dans cette attitude pleine de courage que suscitait l’Esprit Saint chez les Apôtres et qui les conduisait à annoncer Jésus-Christ. Audace, enthousiasme, parler en toute liberté, ferveur apostolique, tout cela est compris dans le vocable parresía, terme par lequel la Bible désigne également la liberté d’une existence qui est ouverte, parce qu’elle se trouve disponible à Dieu et aux autres (cf. Ac 4, 29 ; 9, 28 ; 28, 31 ; 2 Co 3, 12 ; Ep 3, 12 ; He 3, 6 ; 10, 19).\n\n130. Le bienheureux Paul VI mentionnait parmi les obstacles à l’évangélisation précisément le manque de parresía : « Le manque de ferveur […] est d’autant plus grave qu’il vient du dedans »[103]. Que de fois nous nous sentons engourdis par le confort de la rive ! Mais le Seigneur nous appelle à naviguer au large et à jeter les filets dans des eaux plus profondes (cf. Lc 5, 4). Il nous invite à consacrer notre vie à son service. Attachés à lui, nous avons le courage de mettre tous nos charismes au service des autres. Puissions-nous nous sentir récompensés par son amour (cf. 2 Co 5, 14) et puissions-nous dire avec saint Paul : « Malheur à moi si je n'annonçais pas l’Evangile ! » (1 Co 9, 16).\n\n131. Regardons Jésus : sa compassion profonde n’était pas quelque chose qui l’isolait, ce n’était pas une compassion paralysante, timide ou honteuse comme bien des fois cela nous arrive, bien au contraire ! C’était une compassion qui l’incitait à sortir de lui-même avec vigueur pour annoncer, pour envoyer en mission, pour envoyer guérir et libérer. Reconnaissons notre fragilité mais laissons Jésus la saisir de ses mains et nous envoyer en mission. Nous sommes fragiles mais porteurs d’un trésor qui nous grandit et qui peut rendre meilleurs et plus heureux ceux qui le reçoivent. L’audace et le courage apostoliques sont des caractéristiques de la mission.\n\n132. La parresía est un sceau de l’Esprit, une marque de l’authenticité de l’annonce. Elle est l’assurance heureuse qui nous conduit à trouver notre gloire dans l’Évangile que nous annonçons, elle est confiance inébranlable dans la fidélité du Témoin fidèle qui nous donne l’assurance que rien « ne pourra nous séparer de l’amour de Dieu » (Rm 8, 39).\n\n133. Nous avons besoin de l’impulsion de l’Esprit pour ne pas être paralysés par la peur et par le calcul, pour ne pas nous habituer à ne marcher que dans des périmètres sûrs. Souvenons-nous que ce qui est renfermé finit par sentir l’humidité et par nous rendre malades. Quand les Apôtres ont senti la tentation de se laisser paralyser par les craintes et les dangers, ils se sont mis à prier ensemble en demandant la parresía : « À présent donc, Seigneur, considère leurs menaces et [permets] à tes serviteurs d’annoncer ta parole en toute assurance » (Ac 4, 29). Et la réponse a été que « tandis qu’ils priaient, l’endroit où ils se trouvaient réunis trembla ; tous furent alors remplis du Saint Esprit et se mirent à annoncer la parole de Dieu avec assurance » (Ac 4, 31).\n\n134. Comme le prophète Jonas, nous avons en nous la tentation latente de fuir vers un endroit sûr qui peut avoir beaucoup de noms : individualisme, spiritualisme, repli dans de petits cercles, dépendance, routine, répétition de schémas préfixés, dogmatisme, nostalgie, pessimisme, refuge dans les normes. Peut-être refusons-nous de sortir d’un territoire qui nous était connu et commode. Toutefois, les difficultés peuvent être comme la tempête, la baleine, le ver qui a fait sécher le ricin de Jonas, ou le vent et le soleil qui l’ont brûlé à la tête ; et comme dans son cas, ils peuvent servir à nous faire retourner à ce Dieu qui est tendresse et qui veut nous conduire dans un cheminement continu et rénovateur.\n\n135. Dieu est toujours une nouveauté, qui nous pousse à partir sans relâche et à nous déplacer pour aller au-delà de ce qui est connu, vers les périphéries et les frontières. Il nous conduit là où l’humanité est la plus blessée et là où les êtres humains, sous l’apparence de la superficialité et du conformisme, continuent à chercher la réponse à la question du sens de la vie. Dieu n’a pas peur ! Il n’a pas peur ! Il va toujours au-delà de nos schémas et ne craint pas les périphéries. Lui-même s’est fait périphérie (cf. Ph 2, 6-8 ; Jn 1, 14). C’est pourquoi, si nous osons aller aux périphéries, nous l’y trouverons, il y sera. Jésus nous devance dans le cœur de ce frère, dans sa chair blessée, dans sa vie opprimée, dans son âme obscurcie. Il y est déjà.\n\n136. Il faut, certes, ouvrir la porte du cœur à Jésus-Christ, car il frappe et appelle (cf. Ap 3, 20). Mais parfois, je me demande si, à cause de l’air irrespirable de notre auto-référentialité, Jésus n’était pas déjà en nous, frappant pour que nous le laissions sortir. Dans l’Évangile, nous voyons comment Jésus « cheminait à travers villes et villages, prêchant et annonçant la Bonne Nouvelle du Royaume de Dieu » (Lc 8, 1). De même, après la résurrection, quand les disciples sont allés partout, le Seigneur œuvrait avec eux (cf. Mc 16, 20). Voilà la dynamique qui jaillit de la vraie rencontre !\n\n137. L’accoutumance nous séduit et nous dit que chercher à changer quelque chose n’a pas de sens, que nous ne pouvons rien faire face à cette situation, qu’il en a toujours été ainsi et que nous avons survécu malgré cela. À cause de l’accoutumance, nous n’affrontons plus le mal et nous permettons que les choses ‘‘soient ce qu’elles sont’’, ou ce que certains ont décidé qu’elles soient. Mais laissons le Seigneur venir nous réveiller, nous secouer dans notre sommeil, nous libérer de l’inertie. Affrontons l’accoutumance, ouvrons bien les yeux et les oreilles, et surtout le cœur, pour nous laisser émouvoir par ce qui se passe autour de nous et par le cri de la Parole vivante et efficace du Ressuscité.\n\n138. L’exemple de nombreux prêtres, religieuses, religieux et laïcs qui se consacrent à évangéliser et à servir avec grande fidélité, bien des fois en risquant leurs vies et sûrement au prix de leur confort, nous galvanise. Leur témoignage nous rappelle que l’Église n’a pas tant besoin de bureaucrates et de fonctionnaires, que de missionnaires passionnés, dévorés par l’enthousiasme de transmettre la vraie vie. Les saints surprennent, dérangent, parce que leurs vies nous invitent à sortir de la médiocrité tranquille et anesthésiante.\n\n139. Demandons au Seigneur la grâce de ne pas vaciller quand l’Esprit nous demande de faire un pas en avant ; demandons le courage apostolique d’annoncer l’Évangile aux autres et de renoncer à faire de notre vie chrétienne un musée de souvenirs. De toute manière, laissons l’Esprit Saint nous faire contempler l’histoire sous l’angle de Jésus ressuscité. Ainsi, l’Église, au lieu de stagner, pourra aller de l’avant en accueillant les surprises du Seigneur.\n\nEn communauté\n\n140. Il est très difficile de lutter contre notre propre concupiscence ainsi que contre les embûches et les tentations du démon et du monde égoïste, si nous sommes trop isolés. Le bombardement qui nous séduit est tel que, si nous sommes trop seuls, nous perdons facilement le sens de la réalité, la clairvoyance intérieure, et nous succombons.\n\n141. La sanctification est un cheminement communautaire, à faire deux à deux. C’est ainsi que le reflètent certaines communautés saintes. En diverses occasions, l’Église a canonisé des communautés entières qui ont vécu héroïquement l’Évangile ou qui ont offert à Dieu la vie de tous leurs membres. Pensons, à titre d’exemple, aux sept saints fondateurs de l’Ordre des Servites de Marie, aux sept religieuses bienheureuses du premier monastère de la Visitation de Madrid, à saint Paul Miki et ses compagnons martyrs au Japon, à saint André Kim Taegon et ses compagnons martyrs en Corée, à saint Roque González, saint Alphonse Rodríguez et leurs compagnons martyrs en Amérique du Sud. Souvenons-nous également du récent témoignage des moines trappistes de Tibhirine (Algérie), qui se sont préparés ensemble au martyre. Il y a, de même, beaucoup de couples saints au sein desquels chacun a été un instrument du Christ pour la sanctification de l’autre époux. Vivre ou travailler avec d’autres, c’est sans aucun doute un chemin de développement spirituel. Saint Jean de la Croix disait à un disciple : tu ne vis avec d’autres « que pour être travaillé, exercé par tous […] »[104].\n\n142. La communauté est appelée à créer ce « lieu théologal où l’on peut faire l’expérience de la présence mystique du Seigneur ressuscité »[105]. Partager la Parole et célébrer ensemble l’Eucharistie fait davantage de nous des frères et nous convertit progressivement en communauté sainte et missionnaire. Cela donne lieu aussi à d’authentiques expériences mystiques vécues en communauté, comme ce fut le cas de saint Benoît et de sainte Scholastique, ou lors de cette sublime rencontre spirituelle qu’ont vécue ensemble saint Augustin et sa mère sainte Monique : « Or, le jour était imminent où elle allait quitter cette vie, jour que tu connaissais, toi, mais que nous, nous ignorions. Il se trouva, par tes soins j’en suis sûr, par tes secrètes dispositions, que nous étions seuls, elle et moi, debout, accoudés à une fenêtre ; de là le jardin intérieur […]. Nous tenions grande ouverte la bouche de notre cœur vers les eaux qui ruissellent d’en haut de ta source, de la source de vie qui est près de toi […]. Et pendant que nous parlons et aspirons à elle [la sagesse éternelle], voici que nous la touchons, à peine, d’une poussée rapide et totale du cœur. […] [Comme si] la vie éternelle fût telle qu’a été cet instant d’intelligence après lequel nous avions soupiré… »[106].\n\n143. Mais ces expériences ne sont pas ce qu’il y a de plus fréquent, ni de plus important. La vie communautaire, soit en famille, en paroisse, en communauté religieuse ou en quelque autre communauté, est faite de beaucoup de petits détails quotidiens. Il en était ainsi dans la sainte communauté qu’ont formée Jésus, Marie et Joseph, où s’est reflétée de manière exemplaire la beauté de la communion trinitaire. C’est également ce qui se passait dans la vie communautaire menée par Jésus avec ses disciples et avec les gens simples.\n\n144. Rappelons comment Jésus invitait ses disciples à prêter attention aux détails.\n\nLe petit détail du vin qui était en train de manquer lors d’une fête.\n\nLe petit détail d’une brebis qui manquait.\n\nLe petit détail de la veuve qui offrait ses deux piécettes.\n\nLe petit détail d’avoir de l’huile en réserve pour les lampes au cas où tarderait le fiancé.\n\nLe petit détail de demander à ses disciples de vérifier combien de pains ils avaient.\n\nLe petit détail d’avoir allumé un feu de braise avec du poisson posé dessus tandis qu’il attendait les disciples à l’aube.\n\n145. La communauté qui préserve les petits détails de l’amour[107], où les membres se protègent les uns les autres et créent un lieu ouvert et d’évangélisation, est le lieu de la présence du Ressuscité qui la sanctifie selon le projet du Père. Parfois, par un don de l’amour du Seigneur, au milieu de ces petits détails, s’offrent à nous des expériences consolantes de Dieu : « Un soir d’hiver j’accomplissais comme d’habitude mon petit office… tout à coup j’entendis dans le lointain le son harmonique d’un instrument de musique, alors je me représentai un salon bien éclairé, tout brillant de dorures, des jeunes filles élégamment vêtues se faisant mutuellement des compliments et des politesses mondaines ; puis mon regard se porta sur la pauvre malade que je soutenais ; au lieu d’une mélodie j’entendais de temps en temps ses gémissements plaintifs […]. Je ne puis exprimer ce qui se passa dans mon âme, ce que je sais c’est que le Seigneur l’illumina des rayons de la vérité qui surpassèrent tellement l’éclat ténébreux des fêtes de la terre, que je ne pouvais croire à mon bonheur »[108].\n\n146. À l’opposé de la tendance à l’individualisme consumériste qui finit par nous isoler dans la quête du bien-être en marge des autres, notre chemin de sanctification ne peut se lasser de nous identifier à ce désir de Jésus : « Que tous soient un. Comme toi, Père, tu es en moi et moi en toi » (Jn 17, 21).\n\nEn prière constante\n\n147. Finalement, même si cela semble évident, souvenons-nous que la sainteté est faite d’une ouverture habituelle à la transcendance, qui s’exprime dans la prière et dans l’adoration. Le saint est une personne dotée d’un esprit de prière, qui a besoin de communiquer avec Dieu. C’est quelqu’un qui ne supporte pas d’être asphyxié dans l’immanence close de ce monde, et au milieu de ses efforts et de ses engagements, il soupire vers Dieu, il sort de lui-même dans la louange et élargit ses limites dans la contemplation du Seigneur. Je ne crois pas dans la sainteté sans prière, bien qu’il ne s’agisse pas nécessairement de longs moments ou de sentiments intenses.\n\n148. Saint Jean de la Croix recommandait de « s’efforcer de vivre toujours en la présence de Dieu, soit réelle, soit imaginaire, soit unitive, selon que les actions commandées le permettent »[109]. Au fond, c’est le désir de Dieu qui ne peut se lasser de se manifester de quelque manière dans notre vie quotidienne : « Efforcez-vous de vivre dans une oraison continuelle, sans l’abandonner au milieu des exercices corporels. Que vous mangiez, que vous buviez [...], que vous parliez, que vous traitiez avec les séculiers, ou que vous fassiez toute autre chose, entretenez constamment en vous le désir de Dieu, élevez vers lui vos affections »[110].\n\n149. Cependant, pour que cela soit possible, il faut aussi quelques moments uniquement pour Dieu, dans la solitude avec lui. Pour sainte Thérèse d’Avila, la prière, c’est « un commerce intime d’amitié où l’on s’entretient souvent seul à seul avec ce Dieu dont on se sait aimé »[111]. Je voudrais insister sur le fait que ce n’est pas seulement pour quelques privilégiés, mais pour tous, car « nous avons tous besoin de ce silence chargé de présence adorée »[112]. La prière confiante est une réaction du cœur qui s’ouvre à Dieu face à face, où on fait taire tous les bruits pour écouter la voix suave du Seigneur qui résonne dans le silence.\n\n150. Dans le silence, il est possible de discerner, à la lumière de l’Esprit, les chemins de sainteté que le Seigneur nous propose. Autrement, toutes nos décisions ne pourront être que des ‘‘décorations’’ qui, au lieu d’exalter l’Évangile dans nos vies, le recouvriront ou l’étoufferont. Pour tout disciple, il est indispensable d’être avec le Maître, de l’écouter, d’apprendre de lui, d’apprendre toujours. Si nous n’écoutons pas, toutes nos paroles ne seront que du bruit qui ne sert à rien.\n\n151. Souvenons-nous que « c’est la contemplation du visage de Jésus mort et ressuscité qui recompose notre humanité, même celle qui est fragmentée par les vicissitudes de la vie, ou celle qui est marquée par le péché. Nous ne devons pas apprivoiser la puissance du visage du Christ »[113]. J’ose donc te demander : Y a-t-il des moments où tu te mets en sa présence en silence, où tu restes avec lui sans hâte, et tu te laisses regarder par lui ? Est-ce que tu laisses son feu embraser ton cœur ? Si tu ne lui permets pas d’alimenter la chaleur de son amour et de sa tendresse, tu n’auras pas de feu, et ainsi comment pourras-tu enflammer le cœur des autres par ton témoignage et par tes paroles ? Et si devant le visage du Christ tu ne parviens pas à te laisser guérir et transformer, pénètre donc les entrailles du Seigneur, entre dans ses plaies, car c’est là que la miséricorde divine a son siège[114].\n\n152. Mais je prie pour que nous ne considérions pas le silence priant comme une évasion niant le monde qui nous entoure. Le ‘‘pèlerin russe’’, qui marchait dans une prière continue, raconte que cette prière ne le séparait pas de la réalité extérieure : « Lorsqu’il m’arrivait de rencontrer des gens, ils me semblaient aussi aimables que s’ils avaient été de ma famille [...] Ce bonheur n’illuminait pas seulement l’intérieur de mon âme ; le monde extérieur aussi m’apparaissait sous un aspect ravissant »[115].\n\n153. L’histoire ne disparaît pas non plus. La prière, précisément parce qu’elle s’alimente du don de Dieu qui se répand dans notre vie, devrait toujours faire mémoire. La mémoire des actions de Dieu se trouve à la base de l’expérience de l’alliance entre Dieu et son peuple. Puisque Dieu a voulu entrer dans l’histoire, la prière est tissée de souvenirs. Non seulement du souvenir de la Parole révélée, mais aussi de la vie personnelle, de la vie des autres, de ce que le Seigneur a fait dans son Église. C’est la mémoire reconnaissante dont parle également saint Ignace de Loyola dans sa ‘‘Contemplation pour parvenir à l’amour’’[116], quand il nous demande de ramener à la mémoire tous les bénéfices que nous avons reçus du Seigneur. Regarde ton histoire quand tu pries et tu y trouveras beaucoup de miséricorde. En même temps, cela alimentera ta conscience du fait que le Seigneur te garde dans sa mémoire et ne t’oublie jamais. Cela a donc un sens de lui demander d’éclairer encore les petits détails de ton existence, qui ne lui échappent pas.\n\n154. La supplication est l’expression d’un cœur confiant en Dieu, qui sait que seul il est impuissant. Dans la vie du peuple fidèle de Dieu, nous trouvons beaucoup de supplications débordantes d’une tendresse croyante et d’une confiance profonde. N’ôtons pas de la valeur à la prière de demande, qui bien des fois donne de la sérénité à notre cœur et nous aide à continuer de lutter avec espérance. La supplication d’intercession a une valeur particulière, car c’est un acte de confiance en Dieu et en même temps une expression d’amour du prochain. Certains, par préjugés spiritualistes, croient que la prière devrait être une pure contemplation de Dieu, sans distractions, comme si les noms et les visages des frères étaient une perturbation à éviter. Au contraire, la réalité, c’est que la prière sera plus agréable à Dieu et plus sanctifiante si, à travers elle, par l’intercession, nous essayons de vivre le double commandement que Jésus nous a donné. L’intercession exprime l’engagement fraternel envers les autres quand grâce à elle nous sommes capables d’intégrer la vie des autres, leurs plus pressantes angoisses et leurs plus grands rêves. Recourant aux paroles bibliques, on peut dire de celui qui se dévoue généreusement à intercéder : « Celui-ci est l’ami de ses frères, qui prie beaucoup pour le peuple » (2 M 15, 14).\n\n155. Si nous reconnaissons vraiment que Dieu existe, nous ne pouvons pas nous lasser de l’adorer, parfois dans un silence débordant d’admiration, ou de le chanter dans une louange festive. Nous exprimons ainsi ce que vivait le bienheureux Charles de Foucauld quand il disait : « Aussitôt que je crus qu’il y avait un Dieu, je compris que je ne pouvais faire autrement que de ne vivre que pour Lui »[117]. Il y a aussi, dans la vie du peuple pèlerin, de nombreux gestes simples de pure adoration, comme par exemple lorsque « le regard du pèlerin se fixe sur une image qui symbolise la tendresse et la proximité de Dieu. L’amour s’arrête, contemple le mystère, le savoure dans le silence »[118].\n\n156. La lecture priante de la Parole de Dieu, « plus douce que le miel » (Ps 119, 103) et « plus incisive qu’aucun glaive à deux tranchants » (He 4, 12) nous permet de nous arrêter pour écouter le Maître afin qu’il soit lampe sur nos pas, lumière sur notre route (cf. Ps 119, 105). Comme les Évêques de l’Inde l’ont bien rappelé : « La Parole de Dieu n’est pas seulement une dévotion parmi tant d’autres, certes belle mais optionnelle ; elle appartient au cœur et à l’identité même de la vie chrétienne. La Parole a en elle-même le pouvoir de transformer les vies »[119].\n\n157. La rencontre avec Jésus dans les Écritures nous conduit à l’Eucharistie, où cette même Parole atteint son efficacité maximale, car elle est présence réelle de celui qui est la Parole vivante. Là, l’unique Absolu reçoit la plus grande adoration que puisse lui rendre cette terre, car c’est le Christ qui s’offre. Et quand nous le recevons dans la communion, nous renouvelons notre alliance avec lui et nous lui permettons de réaliser toujours davantage son œuvre de transformation.\n\nCinquième chapitre\n\nCOMBAT, VIGILANCE ET DISCERNEMENT\n\n158. La vie chrétienne est un combat permanent. Il faut de la force et du courage pour résister aux tentations du diable et annoncer l’Evangile. Cette lutte est très belle, car elle nous permet de célébrer chaque fois le Seigneur vainqueur dans notre vie.\n\nLe combat et la vigilance\n\n159. Il ne s’agit pas seulement d’un combat contre le monde et la mentalité mondaine qui nous trompe, nous abrutit et fait de nous des médiocres dépourvus d’engagement et sans joie. Il ne se réduit pas non plus à une lutte contre sa propre fragilité et contre ses propres inclinations (chacun a la sienne : la paresse, la luxure, l’envie, la jalousie, entre autres). C’est aussi une lutte permanente contre le diable qui est le prince du mal. Jésus lui-même fête nos victoires. Il se réjouissait quand ses disciples arrivaient à progresser dans l’annonce de l’Evangile, en surmontant les obstacles du Malin, et il s’exclamait : « Je voyais Satan tomber du ciel comme l’éclair » (Lc 10, 18).\n\nPlus qu’un mythe\n\n160. Nous n’admettrons pas l’existence du diable si nous nous évertuons à regarder la vie seulement avec des critères empiriques et sans le sens du surnaturel. Précisément, la conviction que ce pouvoir malin est parmi nous est ce qui nous permet de comprendre pourquoi le mal a parfois tant de force destructrice. Les auteurs bibliques avaient certes un bagage conceptuel limité pour exprimer certaines réalités et au temps de Jésus, on pouvait confondre, par exemple, une épilepsie avec la possession du démon. Cependant cela ne doit pas nous porter à trop simplifier la réalité en disant que tous les cas rapportés dans les Evangiles étaient des maladies psychiques et qu’en définitive le démon n’existe pas ou n’agit pas. Sa présence se trouve à la première page des Ecritures, qui se concluent avec la victoire de Dieu sur le démon[120]. De fait, quand Jésus nous a enseigné le Notre Père, il a demandé que nous terminions en demandant au Père de nous délivrer du Mal. Le terme utilisé ici ne se réfère pas au mal abstrait et sa traduction plus précise est “le Malin”. Il désigne un être personnel qui nous harcèle. Jésus nous a enseigné à demander tous les jours cette délivrance pour que son pouvoir ne nous domine pas.\n\n161. Ne pensons donc pas que c’est un mythe, une représentation, un symbole, une figure ou une idée[121]. Cette erreur nous conduit à baisser les bras, à relâcher l’attention et à être plus exposés. Il n’a pas besoin de nous posséder. Il nous empoisonne par la haine, par la tristesse, par l’envie, par les vices. Et ainsi, alors que nous baissons la garde, il en profite pour détruire notre vie, nos familles et nos communautés, car il rôde « comme un lion rugissant cherchant qui dévorer » (1P 5, 8).\n\nEveillés et confiants\n\n162. La Parole de Dieu nous invite clairement à « résister aux manœuvres du diable » (Ep 6, 11) et à éteindre « tous les traits enflammés du Mauvais » (Ep 6, 16). Ce ne sont pas des paroles romantiques, car notre chemin vers la sainteté est aussi une lutte constante. Celui qui ne veut pas le reconnaître se trouvera exposé à l’échec ou à la médiocrité. Nous avons pour le combat les armes puissantes que le Seigneur nous donne : la foi qui s’exprime dans la prière, la méditation de la parole de Dieu, la célébration de la Messe, l’adoration eucharistique, la réconciliation sacramentelle, les œuvres de charité, la vie communautaire et l’engagement missionnaire. Si nous nous négligeons, les fausses promesses du mal nous séduiront facilement, car comme le disait le saint prêtre Brochero : « Qu’importe que Lucifer nous promette de nous libérer et même nous comble de tous ses biens, si ce sont des biens trompeurs, si ce sont des biens envenimés ? »[122].\n\n163. Sur ce chemin, le progrès du bien, la maturation spirituelle et la croissance de l’amour sont les meilleurs contrepoids au mal. Personne ne résiste s’il reste au point mort, s’il se contente de peu, s’il cesse de rêver de faire au Seigneur un don de soi plus généreux. Encore moins, s’il tombe dans un esprit de défaite, car « celui qui commence sans confiance a perdu d’avance la moitié de la bataille et enfouit ses talents […] le triomphe chrétien est toujours une croix, mais une croix qui en même temps est un étendard de victoire, qu’on porte avec une tendresse combative contre les assauts du mal »[123].\n\nLa corruption spirituelle\n\n164. Le chemin de la sainteté est une source de paix et de joie que nous offre l’Esprit, mais en même temps il demande que nous soyons avec « les lampes allumées » (Lc 12, 35) et que nous restions attentifs : « Gardez-vous de toute espèce de mal » (1Th 5, 22). « Veillez donc » (Mt 24, 42 ; Mc 13, 35). « Ne nous endormons pas » (1Th 5, 6). Car ceux qui ont le sentiment qu’ils ne commettent pas de fautes graves contre la Loi de Dieu peuvent tomber dans une sorte d’étourdissement ou de torpeur. Comme ils ne trouvent rien de grave à se reprocher, ils ne perçoivent pas cette tiédeur qui peu à peu s’empare de leur vie spirituelle et ils finissent par se débiliter et se corrompre.\n\n165. La corruption spirituelle est pire que la chute d’un pécheur, car il s’agit d’un aveuglement confortable et autosuffisant où tout finit par sembler licite : la tromperie, la calomnie, l’égoïsme et d’autres formes subtiles d’autoréférentialité, puisque « Satan lui-même se déguise en ange de lumière » (2Co 11, 14). C’est ainsi que Salomon a fini ses jours, alors que le grand pécheur David sut se relever de sa misère. Dans un épisode, Jésus nous met en garde contre cette tentation trompeuse qui nous fait glisser vers la corruption : il parle d’une personne libérée du démon qui, pensant que sa vie est pure, finit par être possédée par sept autres esprits malins (cf. Lc 11, 24-26). Un autre texte biblique utilise une image forte : « Le chien est retourné à son propre vomissement » (2P 2, 22 ; cf. Pr 26, 11).\n\nLe discernement\n\n166. Comment savoir si une chose vient de l’Esprit Saint ou si elle a son origine dans l’esprit du monde ou dans l’esprit du diable ? Le seul moyen, c’est le discernement qui ne requiert pas seulement une bonne capacité à raisonner ou le sens commun. C’est aussi un don qu’il faut demander. Si nous le demandons avec confiance au Saint Esprit, et que nous nous efforçons en même temps de le développer par la prière, la réflexion, la lecture et le bon conseil, nous pourrons sûrement grandir dans cette capacité spirituelle.\n\nUne nécessité impérieuse\n\n167. Aujourd’hui, l’aptitude au discernement est redevenue particulièrement nécessaire. En effet, la vie actuelle offre d’énormes possibilités d’actions et de distractions et le monde les présente comme si elles étaient toutes valables et bonnes. Tout le monde, mais spécialement les jeunes, est exposé à un zapping constant. Il est possible de naviguer sur deux ou trois écrans simultanément et d’interagir en même temps sur différents lieux virtuels. Sans la sagesse du discernement, nous pouvons devenir facilement des marionnettes à la merci des tendances du moment.\n\n168. Cela devient particulièrement important quand apparaît une nouveauté dans notre vie et qu’il faudrait alors discerner pour savoir s’il s’agit du vin nouveau de Dieu ou bien d’une nouveauté trompeuse de l’esprit du monde ou de l’esprit du diable. En d’autres occasions, il arrive le contraire, parce que les forces du mal nous induisent à ne pas changer, à laisser les choses comme elles sont, à choisir l’immobilisme et la rigidité. Nous empêchons donc le souffle de l’Esprit d’agir. Nous sommes libres, de la liberté de Jésus-Christ, mais il nous appelle à examiner ce qu’il y a en nous – désirs, angoisses, craintes, aspirations – et ce qui se passe en dehors de nous – “les signes des temps” – pour reconnaître les chemins de la pleine liberté : « Vérifiez tout. Ce qui est bon retenez-le » (1Th 5, 21).\n\nToujours à la lumière du Seigneur\n\n169. Le discernement n’est pas seulement nécessaire pour les moments extraordinaires, ou quand il faut résoudre de graves problèmes, ou quand il faut prendre une décision cruciale. C’est un instrument de lutte pour mieux suivre le Seigneur. Nous en avons toujours besoin pour être disposés à reconnaître les temps de Dieu et de sa grâce, pour ne pas gaspiller les inspirations du Seigneur, pour ne pas laisser passer son invitation à grandir. Souvent cela se joue dans les petites choses, dans ce qui paraît négligeable, parce que la grandeur se montre dans ce qui est simple et quotidien[124]. Il s’agit de ne pas avoir de limites pour ce qui est grand, pour ce qu’il y a de mieux et de plus beau, mais en même temps d’être attentif à ce qui est petit, au don de soi d’aujourd’hui. Je demande donc à tous les chrétiens de faire chaque jour, en dialogue avec le Seigneur qui nous aime, un sincère “examen de conscience”. En même temps, le discernement nous conduit à reconnaître les moyens concrets que le Seigneur prédispose dans son mystérieux plan d’amour, pour que nous n’en restions pas seulement à de bonnes intentions.\n\nUn don surnaturel\n\n170. Il est vrai que le discernement spirituel n’exclut pas les apports des connaissances humaines, existentielles, psychologiques, sociologiques ou morales. Mais il les transcende. Même les sages normes de l’Église n’y suffisent pas. Rappelons-nous toujours que le discernement est une grâce. Bien qu’il inclue la raison et la prudence, il les dépasse parce qu’il s’agit d’entrevoir le mystère du projet unique et inimitable que Dieu a pour chacun, et qui se réalise dans des contextes et des limites les plus variés. Ne sont pas seulement en jeu un bien-être temporel ni la satisfaction de faire quelque chose d’utile, ni le désir d’avoir la conscience tranquille non plus. Ce qui est en jeu, c’est le sens de ma vie devant le Père qui me connaît et qui m’aime, le vrai sens de mon existence que personne ne connaît mieux que lui. Le discernement, en définitive, conduit à la source même de la vie qui ne meurt pas, c’est-à-dire connaître le Père, le seul vrai Dieu, et celui qu’il a envoyé, Jésus-Christ (cf. Jn 17, 3). Il ne requiert pas de capacités spéciales ni n’est réservé aux plus intelligents ou aux plus instruits, et le Père se révèle volontiers aux humbles (cf. Mt 11, 25).\n\n171. Même si le Seigneur nous parle de manières variées, dans notre travail, à travers les autres et à tout moment, il n’est pas possible de se passer du silence de la prière attentive pour mieux percevoir ce langage, pour interpréter la signification réelle des inspirations que nous croyons recevoir, pour apaiser les angoisses et recomposer l’ensemble de l’existence personnelle à la lumière de Dieu. Nous pouvons ainsi laisser naître cette nouvelle synthèse qui jaillit de la vie illuminée par l’Esprit.\n\nParle, Seigneur\n\n172. Cependant, il pourrait arriver que dans la prière même nous évitions de nous laisser interpeller par la liberté de l’Esprit qui agit comme il veut. Il faut rappeler que le discernement priant doit trouver son origine dans la disponibilité à écouter le Seigneur, les autres, la réalité même qui nous interpelle toujours de manière nouvelle. Seul celui qui est disposé à écouter possède la liberté pour renoncer à son propre point de vue partiel ou insuffisant, à ses habitudes, à ses schémas. De la sorte, il est vraiment disponible pour accueillir un appel qui brise ses sécurités mais qui le conduit à une vie meilleure, car il ne suffit pas que tout aille bien, que tout soit tranquille. Dieu pourrait être en train de nous offrir quelque chose de plus, et à cause de notre distraction dans la commodité, nous ne nous en rendons pas compte.\n\n173. Une telle attitude d’écoute implique, c’est certain, l’obéissance à l’Evangile comme ultime critère, mais aussi au Magistère qui le garde, en cherchant à trouver dans le trésor de l’Église ce qui est le plus fécond pour l’aujourd’hui du salut. Il ne s’agit pas d’appliquer des recettes ni de répéter le passé, puisque les mêmes solutions ne sont pas valables en toutes circonstances, et ce qui sera utile dans un certain contexte peut ne pas l’être dans un autre. Le discernement des esprits nous libère de la rigidité qui n’est pas de mise devant l’éternel aujourd’hui du Ressuscité. Seul l’Esprit sait pénétrer dans les replis les plus sombres de la réalité et prendre en compte toutes ses nuances, pour que, sous un nouveau jour, émerge la nouveauté de l’Evangile.\n\nLa logique du don et de la croix\n\n174. Une condition essentielle au progrès dans le discernement, c’est de s’éduquer à la patience de Dieu et à ses temps qui ne sont jamais les nôtres. Il ne fait pas tomber le feu sur les infidèles (cf. Lc 9, 54) ni ne permet d’‘‘arracher l’ivraie” qui grandit avec le blé (cf. Mt 13, 29). Il faut aussi de la générosité parce qu’« il y a plus de bonheur à donner qu’à recevoir » (Ac 20, 35). Nous ne discernons pas pour découvrir ce que nous pouvons tirer davantage de cette vie, mais pour reconnaître comment nous pouvons mieux accomplir cette mission qui nous a été confiée dans le Baptême, et cela implique que nous soyons disposés à des renoncements jusqu’à tout donner. En effet, le bonheur est paradoxal et nous offre les meilleures expériences quand nous acceptons cette logique mystérieuse qui n’est pas de ce monde. Comme l’affirmait saint Bonaventure en parlant de la croix : « Telle est notre logique »[125]. Si quelqu’un entre dans cette dynamique, alors il ne laisse pas sa conscience s’anesthésier et il s’ouvre généreusement au discernement.\n\n175. Quand nous scrutons devant Dieu les chemins de la vie, il n’y a pas de domaines qui soient exclus. Sur tous les plans de notre vie, nous pouvons continuer à grandir et offrir quelque chose de plus à Dieu, y compris sur les plans où nous faisons l’expérience des difficultés les plus fortes. Mais il faut demander à l’Esprit Saint de nous délivrer et d’expulser cette peur qui nous porte à lui interdire d’entrer dans certains domaines de notre vie. Lui qui demande tout donne également tout, et il ne veut pas entrer en nous pour mutiler ou affaiblir mais pour porter à la plénitude. Cela nous fait voir que le discernement n’est pas une autoanalyse intimiste, une introspection égoïste, mais une véritable sortie de nous-mêmes vers le mystère de Dieu qui nous aide à vivre la mission à laquelle il nous a appelés pour le bien de nos frères.\n\n***\n\n176. Je voudrais que la Vierge Marie couronne ces réflexions, car elle a vécu comme personne les béatitudes de Jésus. Elle est celle qui tressaillait de joie en la présence de Dieu, celle qui gardait tout dans son cœur et qui s’est laissée traverser par le glaive. Elle est la sainte parmi les saints, la plus bénie, celle qui nous montre le chemin de la sainteté et qui nous accompagne. Elle n’accepte pas que nous restions à terre et parfois elle nous porte dans ses bras sans nous juger. Parler avec elle nous console, nous libère et nous sanctifie. La Mère n’a pas besoin de beaucoup de paroles, elle n’a pas besoin que nous fassions trop d’efforts pour lui expliquer ce qui nous arrive. Il suffit de chuchoter encore et encore : “Je vous salue Marie…’’.\n\n177. J’espère que ces pages seront utiles pour que toute l’Église se consacre à promouvoir le désir de la sainteté. Demandons à l’Esprit Saint d’infuser en nous un intense désir d’être saint pour la plus grande gloire de Dieu et aidons-nous les uns les autres dans cet effort. Ainsi, nous partagerons un bonheur que le monde ne pourra nous enlever.\n\nDonné à Rome, près de Saint-Pierre, le 19 mars, Solennité de Saint Joseph, de l’an 2018, sixième année de mon Pontificat.\n\nFrançois\n\n[1] Benoît XVI, Homélie lors de l’inauguration solennelle du ministère pétrinien (24 avril 2005) : AAS 97 (2005), p. 708.\n\n[2] Cela suppose qu’il y ait, de toute façon, la réputation de sainteté et l’exercice, au moins à un niveau ordinaire, des vertus chrétiennes : Cf. Lettre Apostolique sous forme de Motu proprio\n\nMaiorem hac dilectionem (11 juillet 2017), art. 2c :\n\nL’Osservatore Romano, éd. en langue française (13 juillet 2017), p. 12.\n\n[3] Conc. œcum. Vat. II, Const. dogm. Lumen gentium, sur l’Église, n. 9.\n\n[4] Cf. Joseph Malègue, Pierres noires. Les classes moyennes du Salut, Paris 1958.\n\n[5] Conc. œcum. Vat. II, Const. dogm. Lumen gentium, sur l’Église, n. 12.\n\n[6] Vie cachée et épiphanie, Source cachée (Œuvres spirituelles, Paris 1998, pp. 241-247).\n\n[7] Jean-Paul II, Lett. ap. Novo millennio ineunte (6 janvier 2001), n. 56 : AAS 93 (2001), p. 307.\n\n[8] Lett. ap. Tertio millennio adveniente (10 novembre 1994), n. 37 : AAS 87 (1995), p. 29.\n\n[9] Homélie lors de la Commémoration œcuménique des témoins de la foi du 20ème siècle (7 mai 2000) : AAS 92 (2000), n. 5 : pp.680-681.\n\n[10] Const. dogm. Lumen gentium, sur l’Église, n. 11.\n\n[11] Cf. Hans U. Von Balthasar, Teología y santidad, in Communio 6 (1987), p. 489.\n\n[12] Cantique Spirituel B, Prologue 2, (Œuvres complètes, Paris 1990, p. 1196).\n\n[13] Ibid., 14, 2, (Op. cit. p. 1285).\n\n[14] Cf. Catéchèse de l’Audience générale (19 novembre 2014) : L’Osservatore Romano, éd. en langue française (20 novembre 2014), p. 2.\n\n[15] François de Sales, Traité de l’amour de Dieu, VIII, 11, (Œuvres complètes, Paris 1969, p. 743).\n\n[16] J’ai suivi Jésus : Un évêque témoigne, Paris 1997, p. 17.\n\n[17] Conférence des Évêques catholiques de Nouvelle Zélande, Healing love (1er janvier 1988).\n\n[18] Cf. Exercices spirituels, Paris 1986/2008, nn. 102-312.\n\n[19] Catéchisme de l’Église catholique, n. 515.\n\n[20] Ibid., n. 516.\n\n[21] Ibid., n. 517.\n\n[22] Ibid., n. 518.\n\n[23] Ibid., n. 521.\n\n[24] Benoît XVI, Audience générale (13 avril 2011), in : L’Osservatore Romano, éd. en langue française (14 avril 2011), n. 15, p 2.\n\n[25] Ibid.\n\n[26] Cf. Hans U. Von Balthasar, Teología y santidad, in Communio 6 (1987), pp. 486-493.\n\n[27] Xavier Zubiri, Naturaleza, historia, Dios, Madrid 19993, p. 427.\n\n[28] Carlo M. Martini, Le confesioni di Pietro, Cinisello Balsamo 2017, p. 69.\n\n[29] Il faut distinguer ce divertissement superficiel d’une saine culture du loisir, qui nous ouvre à l’autre et à la réalité avec un esprit détendu et contemplatif.\n\n[30] Jean-Paul II, Homélie lors de la Messe de canonisation (1er octobre 2000), n. 5 : AAS 92 (2000), p. 852.\n\n[31] Conférence Episcopale Régionale de l’Afrique Occidentale, Message pastoral à la fin de la 2ème Assemblée plénière (29 février 2016), n. 2.\n\n[32] León Bloy, La femme pauvre, II, 27, Paris 1897, p. 388.\n\n[33] Cf. Congrégation pour la Doctrine de la Foi, Lett. Placuit Deo sur certains aspects du salut chrétien (22 février 2018), n. 4 : L’Osservatore Romano (2 mars 2018), pp.4-5 : « L’individualisme néo-pélagien et le mépris néo-gnostique du corps défigurent la confession de foi au Christ, Sauveur unique et universel ». Dans ce document, se trouvent les bases doctrinales pour la compréhension du salut chrétien en référence aux dérives néo-gnostiques et néo-pélagiennes actuelles.\n\n[34] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 94 : AAS 105 (2013), p. 1060.\n\n[35] Ibid : AAS 105 (2013), p. 1059.\n\n[36] Homélie lors de la Messe à la Résidence Sainte-Marthe (11 novembre 2016) : L’Osservatore Romano, éd. en langue française (1er décembre 2016), p. 8.\n\n[37] Comme l’enseigne saint Bonaventure, on doit « laisser en arrière toutes les opérations de l’intelligence, puis transporter et transformer en Dieu le foyer de toutes nos affections […] Il faut accorder peu à la recherche et beaucoup à l’onction ; peu à la langue et le plus possible à la joie intérieure ; peu aux discours et aux livres, et tout au don de Dieu, c’est-à-dire au saint Esprit ; peu ou rien à la créature et tout à l’Être créateur : Père, Fils et saint Esprit » (Itinerarium mentis in Deum, VII, 4-5 [Texte latin de Quaracchi traduit par H. Dumery], Paris 2001, pp. 103.105).\n\n[38] Lettre au Grand Chancelier de l’Université Pontificale Catholique d’Argentine pour le centenaire de la Faculté de théologie (3 mars 2015) : L’Osservatore Romano (9-10 mars 2015), p. 6.\n\n[39] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 40 : AAS 105 (2013), p. 1037.\n\n[40] Vidéo-message au congrès international de théologie de l’Université Pontificale Catholique d’Argentine (1-3 septembre 2015) : AAS 107 (2015), p. 980.\n\n[41] Exhort. ap. post-synodale Vita consecrata (25 mars 1996), n. 38 : AAS 88 (1996), p. 412.\n\n[42] Lettre au Grand Chancelier de l’Université Pontificale Catholique d’Argentine pour le centenaire de la Faculté de théologie (3 mars 2015) : L’Osservatore Romano (9-10 mars 2015), p. 6.\n\n[43] Lettre à Frère Antoine, 2 (Ecrits, vies, témoignages, Ed. du 8ème centenaire vol. 1, Paris 2010, p. 383).\n\n[44] Les sept dons de l’Esprit Saint, 9, 15.\n\n[45] Id, Commentaire sur le Livre IV des Sentences 37, 1, 3, ad 6.\n\n[46] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 94 : AAS 105 (2013), p. 1059.\n\n[47] Cf. Bonaventure de Bagnoregio, De sex alis Seraphim 3, 8 : « Non omnes omnia possunt ». Il faut le comprendre dans la ligne du Catéchisme de l’Église catholique, n. 1735.\n\n[48] Cf. Thomas d’Aquin, Somme Théologique I-II, q. 109, a. 9, ad 1. « La grâce est de quelque manière imparfaite en ce qu’elle ne guérit pas totalement l’homme ».\n\n[49] Cf. La nature et la grâce XLIII, 50 : PL 44, p. 271.\n\n[50] Confessions X, XXIX, 40 (Paris 1962, Livres VIII-XIII, p. 213).\n\n[51] Cf. Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 44 : AAS 105 (2013), p. 1038.\n\n[52] Dans la compréhension de la foi chrétienne, la grâce est prévenante, concomitante et subséquente à tout notre agir. (Cf. Conc. œcum. de Trente, Sess. VI, Decr. de iustificatione, ch. 5, in DH, n. 1525).\n\n[53] Cf. Homélie sur la Lettre aux Romains IX, 11 : PG 60, p. 470.\n\n[54] Homélie sur l’humilité : PG 31, p. 530.\n\n[55] Canon 4, DH 374 (H. Denziger, Symboles et définitions de la foi catholique, Paris 2010, p. 137).\n\n[56] Ses. 6ème, Decretum de iustificatione, chap. 8, DH 1532 (H. Denziger, Symboles et définitions de la foi catholique, Paris 2010, p. 422).\n\n[57] N. 1998.\n\n[58] Ibid., n. 2007.\n\n[59] Thomas d’Aquin, Somme Théologique I-II, q. 114, art. 5.\n\n[60] Thérèse de Lisieux, ‘‘Acte d’offrande à l’Amour miséricordieux’’ (Prières, 6), (Œuvres complètes, Paris 1996, p. 963).\n\n[61] Liucio Gera, Sobre el misterio del pobre, dans P. Grelot- L. Gera-A. Dumas, El Pobre, Buenos Aires 1962, p. 103.\n\n[62] C’est, en définitive, la doctrine catholique du “mérite” postérieur à la justification. Il s’agit de la coopération du justifié à l’accroissement de la vie de la grâce (cf. Catéchisme de l’Église Catholique, n. 2010). Mais cette coopération ne fait en aucune manière que la justification elle-même et l’amitié de Dieu deviennent l’objet d’un mérite humain.\n\n[63] Cf. Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 95 : AAS 105 (2013), p. 1060.\n\n[64] Somme Théologique I-II, q. 107, art. 4.\n\n[65] Homélie de la Sainte Messe à l’occasion du Jubilé des personnes socialement exclues (13 novembre 2016) : L’Osservatore Romano, éd. en langue française (17 novembre 2016), p. 7.\n\n[66] Cf. Homélie lors de la Messe à la Résidence Sainte-Marthe (9 juin 2014) : L’Osservatore Romano, éd. en langue française (26 juin 2014), p. 6.\n\n[67] L’ordre entre la deuxième et la troisième béatitude varie selon les diverses traditions textuelles.\n\n[68] Exercices spirituels, n. 23 (Paris 1986/2008, p. 44).\n\n[69] Manuscrit C, 12r. (Œuvres complètes, Paris 1996, p. 250).\n\n[70] Depuis les temps patristiques, l’Église apprécie le don des larmes, comme en témoigne aussi la belle prière Ad petendam compunctionem cordis : « O Dieu tout puissant et très compatissant, qui pour le peuple assoiffé a fait surgir du rocher une source d’eau vive, fais jaillir de nos cœurs endurcis des larmes de contrition, pour que, pleurant nos péchés, nous obtenions par ta miséricorde le pardon » (Missale Romanum, ed. typ. 1962, p. [110]).\n\n[71] Catéchisme de l’Église catholique, n. 1789, cf. n. 1970.\n\n[72] Ibid., n. 1787.\n\n[73] La diffamation et la calomnie sont comme un acte terroriste : on jette la bombe, on détruit, et l’agresseur reste heureux et tranquille. C’est très différent de la grandeur d’âme de celui qui s’approche pour discuter face à face, avec une sincérité sereine, en pensant au bien de l’autre.\n\n[74] À certaines occasions, il peut être nécessaire de discuter à propos des difficultés d’un frère. Dans ces cas, il peut arriver que se transmette une reconstruction au lieu d’un fait objectif. La passion déforme la réalité concrète du fait, le transforme en une reconstruction et finit par transmettre cette reconstruction chargée de subjectivité. On détruit ainsi la réalité et on ne respecte pas la vérité de l’autre.\n\n[75] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 218 : AAS 105 (2013), p. 1110.\n\n[76] Ibid., n. 239, p. 1116.\n\n[77] Ibid., n. 227, p. 1112.\n\n[78] Lett. enc. Centesimus annus (1er mai 1991), n. 41c : AAS 83 (1991), pp. 844-845.\n\n[79] Lett. ap. Novo millennio ineunte (6 janvier 2001), n. 49 : AAS 93 (2001), p. 302.\n\n[80] Ibid. : AAS 93 (2001), p. 302.\n\n[81] Bulle Misericordiae Vultus (11 avril 2015), n. 12 : AAS 107 (2015), p. 407.\n\n[82] Rappelons-nous la réaction du bon samaritain face à l’homme que les brigands avaient laissé à demi-mort au bord du chemin (cf. Lc 10, 30-37).\n\n[83] Conférence Canadienne des Évêques catholiques : Commission des Affaires Sociales, Lettre ouverte aux membres du Parlement, Le bien commun ou l’exclusion, un choix pour les canadiens (1er février 2001), n. 9.\n\n[84] Suivant le magistère constant de l’Église, la 5ème Conférence générale de l’Épiscopat latino-américain et des Caraïbes a enseigné que l’être humain « est toujours sacré, depuis sa conception, dans toutes les étapes de son existence, jusqu’à sa mort naturelle et après la mort », et que sa vie doit être protégée « depuis la conception, à toutes les étapes, et jusqu’à la mort naturelle » (Document d’Aparecida (29 juin 2007), nn. 388.464).\n\n[85] Règle, 53, 1 : PL 66, p. 749.\n\n[86] Cf. Ibid., 53, 7 : PL 66, p. 750.\n\n[87] Ibid. 53, 15 : PL 66, p. 751.\n\n[88] Bulle Misericordiae Vultus (11 avril 2015), n. 9 : AAS 107 (2015), p. 405.\n\n[89] Ibid., n. 10 : AAS 107 (2015), p. 406.\n\n[90] Exhort. ap. post-synodale Amoris laetitia (19 mars 2016), n. 311 : AAS 108 (2016), p. 439.\n\n[91] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 197 : AAS 105 (2013), p. 1103.\n\n[92] Cf. Somme Théologique, II-II, 30, a. 4.\n\n[93] Ibid. ad. 1\n\n[94] Cristo en los pobres, Madrid, 1981, p. 37-38.\n\n[95] Il y a de nombreuses formes de harcèlement qui, bien qu’elles semblent élégantes ou respectueuses, voire spirituelles, provoquent beaucoup de souffrance dans l’estime de soi des autres.\n\n[96] Précautions, 13 b (Œuvres complètes, Paris 1990, p. 304).\n\n[97] Ibid, 13 a (Op. cit., p. 304).\n\n[98] Petit Journal : la miséricorde divine dans mon âme, n. 300 (Paris 20106, p. 148).\n\n[99] Thomas d’Aquin, Somme Théologique, I-II, 70, a. 3.\n\n[100] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 6 : AAS 105 (2013), p. 1221.\n\n[101] Je recommande de dire la prière attribuée à saint Thomas More : « Donne-moi une bonne digestion, Seigneur, et aussi quelque chose à digérer. Donne-moi la santé du corps avec le sens de la garder au mieux. Donne-moi une âme sainte, Seigneur, qui ait les yeux sur la beauté et la pureté, afin qu’elle ne s’épouvante pas en voyant le péché, mais sache redresser la situation. Donne-moi une âme qui ignore l’ennui, le gémissement et le soupir. Ne permets pas que je me fasse trop de souci pour cette chose encombrante que j’appelle ‘‘moi’’. Seigneur, donne-moi l’humour pour que je tire quelque bonheur de cette vie et en fasse profiter les autres. Ainsi soit-il ».\n\n[102] Exhort. ap. post-synodale Amoris laetitia (19 mars 2016), n. 110 : AAS 108 (2016), p. 354.\n\n[103] Exhort. ap. Evangelii nuntiandi (8 décembre 1975), n. 80 : AAS 68 (1976), p. 73. Il est intéressant de noter que dans ce texte, le bienheureux Paul VI lie intimement la joie à la parresía. De même qu’il déplore “surtout le manque de joie et d’espérance”, exalte la “douce et réconfortante joie d’évangéliser” qui est unie à “un élan intérieur que personne ni rien ne saurait éteindre”, pour que le monde ne reçoive pas l’Évangile “d’évangélisateurs tristes et découragés ”. À l’occasion de l’Année Sainte 1975, le même Paul VI a consacré à la joie l’Exhortation apostolique Gaudete in Domino (9 mai 1975) : AAS 67 (1075), pp. 289-322.\n\n[104] Précautions, n. 15 (Œuvres complètes, Paris 1990, p. 304).\n\n[105] Jean Paul-Paul II, Exhort. ap. post-synodale Vita consecrata (25 mars 1996), n. 42 : AAS 88 (1996), p. 416.\n\n[106] Confessions, IX, 10, 23-25 : PL 32, p. 773-775 (Paris 1962, Livres VIII-XIII, pp. 115-121).\n\n[107] Spécialement, je rappelle les trois mots-clefs ‘‘s’il te plaît, merci, pardon’’, car « dits au bon moment, [ils] protègent et alimentent l’amour, jour après jour » : Exhort. ap. post-synodale Amoris laetitia (19 mars 2016), n. 133 : AAS 108 (2016), p. 363.\n\n[108] Thérèse de Lisieux, Manuscrit C, 29vo-30ro (Œuvres Complètes, Paris 1996, pp. 274-275).\n\n[109] Degrés de perfection, 2 (Œuvres complètes, Paris 1990, p. 313).\n\n[110] Id., Avis à un religieux pour atteindre la perfection, 9b (Op. cit., p. 311).\n\n[111] Livre de la Vie 8, 5 (Œuvres complètes, Paris 1949, p. 82).\n\n[112] Jean-Paul II, Lett. ap. Orientale lumen (2 mai 1995), n. 16 : AAS 87 (1995), p. 762.\n\n[113] Discours lors de la rencontre avec les participants au Vème Congrès de l’Église italienne, Florence (10 novembre 2015) : AAS 107 (2015), p. 1284.\n\n[114] Cf. Bernard de Clairvaux, Sermon sur le cantique des cantiques 61, 3-5 : PL 183, pp. 1071-1073.\n\n[115] Récits d’un pèlerin russe, (Traduits par Jean Laloy, Baconnière/Paris 1966, pp-37-38.149).\n\n[116] Cf. Exercices spirituels, Paris 1986/2008, nn. 230-237.\n\n[117] Lettre à Henry de Castries, Notre-Dame des Neiges, 14 août 1901.\n\n[118] Vème Conférence Générale de L’Episcopat Latino-américain et des Caraïbes, Document d’Aparecida (29 juin 2007), n. 259.\n\n[119] Conférence des Évêques catholiques de l’inde, Déclaration finale de la 21ème Assemblée plénière (18 février 2009), n. 3.2.\n\n[120] Cf. Homélie lors de la Messe à la Résidence Sainte-Marthe (11 octobre 2013) : L’Osservatore Romano, éd. en langue française (17 octobre 2013), p. 7.\n\n[121] Cf. Paul VI, Catéchèse (15 novembre 1972) : Insegnamenti X [1972], pp. 1168-1170 : « Un des besoins principaux est la défense contre ce mal que nous appelons Démon […] Le mal n’est pas seulement une déficience mais une efficience, un être vivant, spirituel, perverti et pervertisseur. Réalité terrible, mystérieuse et effrayante. Celui qui se refuse à la reconnaître comme existante sort du cadre de l’enseignement biblique et ecclésiastique ; ou bien celui qui en fait un principe se tenant par lui-même, n’ayant pas lui-même, comme toute créature, son origine en Dieu ; ou qui l’explique comme pseudo-réalité, une personnification conceptuelle et fantastique des causes ignorées de nos infirmités ».\n\n[122] José Gabriel del Rosario Brochero, Plática de las banderas, in : Conférence épiscopale d’Argentine, El Cura Brochero. Cartas y sermones, Buenos Aires 1999, p. 71.\n\n[123] Exhort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), n. 85 : AAS 105 (2013), p. 1056.\n\n[124] On trouve sur la tombe de saint Ignace de Loyola ce sage épitaphe : “Non coerceri a maximo, contineri tamen a minimo divinum est” (Il est divin de ne pas avoir peur des grandes choses et en même temps d’être attentif aux plus petites).\n\n[125] Collationes in Hexaemeron, 1, 30.\n\nCopyright © Dicastère pour la Communication\n\nLe Saint-Siège\n\nLe Saint-Siège","witnesses":[{"sourceUrl":"https://www.vatican.va/content/francesco/fr/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20180319_gaudete-et-exsultate.html","sha256":"35d3025c24e99fc2977b0b80b436cb5f89302397b84fe495c85eaba1857438b7","localUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/fr.html","textUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/fr.txt"}]},"it":{"code":"it","label":"Italiano","contentFormat":"plain-text","text":"\"Gaudete et exsultate\": Esortazione Apostolica sulla chiamata alla santità nel mondo contemporaneo (19 marzo 2018)\n\nLa Santa Sede\n\nitaliano\n\nFrançais\n\nEnglish\n\nItaliano\n\nPortuguês\n\nEspañol\n\nDeutsch\n\nPolski\n\nالعربيّة\n\n中文\n\nLatine\n\n×\n\nLa Santa Sede\n\nMagisterium\n\nCalendario\n\nCelebrazioni Liturgiche\n\nBiglietti Udienze e Celebrazioni Pontificie\n\nSommi Pontefici\n\nCollegio Cardinalizio\n\nCuria Romana e altre Organizzazioni\n\nSinodo\n\nSala Stampa\n\nVatican News - Radio Vaticana\n\nL'Osservatore Romano\n\nFrancesco\n\nEsortazioni Apostoliche\n\nA\n\nA\n\nA\n\nGenerazione pdf in corso.....\n\nAR\n\n- BE\n\n- DE\n\n- EN\n\n- ES\n\n- FR\n\n- IT\n\n- LA\n\n- LV\n\n- PL\n\n- PT\n\n- SL\n\n- VI\n\n- ZH_CN\n\n- ZH_TW\n\nESORTAZIONE APOSTOLICA\n\nGAUDETE ET EXSULTATE\n\nDEL SANTO PADRE\n\nFRANCESCO\n\nSULLA CHIAMATA ALLA SANTITÀ\n\nNEL MONDO CONTEMPORANEO\n\nINDICE\n\n« Rallegratevi ed esultate » [1-2]\n\nCapitolo Primo\n\nLA CHIAMATA ALLA SANTITÀ\n\nI santi che ci incoraggiano e ci accompagnano [3-5]\n\nI santi della porta accanto [6-9]\n\nIl Signore chiama [10-13]\n\nAnche per te [14-18]\n\nLa tua missione in Cristo [19-24]\n\nL’attività che santifica [25-31]\n\nPiù vivi, più umani [32-34]\n\nCapitolo Secondo\n\nDUE SOTTILI NEMICI DELLA SANTITÀ\n\nLo gnosticismo attuale [36]\n\nUna mente senza Dio e senza carne [37-39]\n\nUna dottrina senza mistero [40-42]\n\nI limiti della ragione [43-46]\n\nIl Pelagianesimo attuale [47-48]\n\nUna volontà senza umiltà [49-51]\n\nUn insegnamento della Chiesa spesso dimenticato [52-56]\n\nI nuovi pelagiani [57-59]\n\nIl riassunto della Legge [60-62]\n\nCapitolo Terzo\n\nALLA LUCE DEL MAESTRO\n\nControcorrente [65-66]\n\n« Beati i poveri in spirito, perché di essi è il regno dei cieli » [67-70]\n\n« Beati i miti, perché avranno in eredità la terra » [71-74]\n\n« Beati quelli che sono nel pianto, perché saranno consolati » [75-76]\n\n« Beati quelli che hanno fame e sete della giustizia, perché saranno saziati » [77-79]\n\n« Beati i misericordiosi, perché troveranno misericordia » [80-82]\n\n« Beati i puri di cuore, perché vedranno Dio » [83-86]\n\n« Beati gli operatori di pace, perché saranno chiamati figli di Dio » [87-89]\n\n« Beati i perseguitati per la giustizia, perché di essi è il regno dei cieli » [90-94]\n\nLa grande regola di comportamento [95]\n\nPer fedeltà al Maestro [96-99]\n\nLe ideologie che mutilano il cuore del Vangelo [100-103]\n\nIl culto che Lui più gradisce [104-109]\n\nCapitolo Quarto\n\nALCUNE CARATTERISTICHE DELLA SANTITÀ NEL MONDO ATTUALE\n\nSopportazione, pazienza e mitezza [112-121]\n\nGioia e senso dell’umorismo [122-128]\n\nAudacia e fervore [129-139]\n\nIn comunità [140-146]\n\nIn preghiera costante [147-157]\n\nCapitolo Quinto\n\nCOMBATTIMENTO, VIGILANZA E DISCERNIMENTO\n\nIl combattimento e la vigilanza [159]\n\nQualcosa di più di un mito [160-161]\n\nSvegli e fiduciosi [162-163]\n\nLa corruzione spirituale [164-165]\n\nIl discernimento [166]\n\nUn bisogno urgente [167-168]\n\nSempre alla luce del Signore [169]\n\nUn dono soprannaturale [170-171]\n\nParla, Signore [172-173]\n\nLa logica del dono e della croce [174-177]\n\n1. «Rallegratevi ed esultate» (Mt 5,12), dice Gesù a coloro che sono perseguitati o umiliati per causa sua. Il Signore chiede tutto, e quello che offre è la vera vita, la felicità per la quale siamo stati creati. Egli ci vuole santi e non si aspetta che ci accontentiamo di un’esistenza mediocre, annacquata, inconsistente. In realtà, fin dalle prime pagine della Bibbia è presente, in diversi modi, la chiamata alla santità. Così il Signore la proponeva ad Abramo: «Cammina davanti a me e sii integro» (Gen 17,1).\n\n2. Non ci si deve aspettare qui un trattato sulla santità, con tante definizioni e distinzioni che potrebbero arricchire questo importante tema, o con analisi che si potrebbero fare circa i mezzi di santificazione. Il mio umile obiettivo è far risuonare ancora una volta la chiamata alla santità, cercando di incarnarla nel contesto attuale, con i suoi rischi, le sue sfide e le sue opportunità. Perché il Signore ha scelto ciascuno di noi «per essere santi e immacolati di fronte a Lui nella carità» (Ef 1,4).\n\nCAPITOLO PRIMO\n\nLA CHIAMATA ALLA SANTITÀ\n\nI santi che ci incoraggiano e ci accompagnano\n\n3. Nella Lettera agli Ebrei si menzionano diversi testimoni che ci incoraggiano a «[correre] con perseveranza nella corsa che ci sta davanti» (12,1). Lì si parla di Abramo, di Sara, di Mosè, di Gedeone e di altri ancora (cfr 11,1-12,3) e soprattutto siamo invitati a riconoscere che siamo «circondati da una moltitudine di testimoni» (12,1) che ci spronano a non fermarci lungo la strada, ci stimolano a continuare a camminare verso la meta. E tra di loro può esserci la nostra stessa madre, una nonna o altre persone vicine (cfr 2 Tm 1,5). Forse la loro vita non è stata sempre perfetta, però, anche in mezzo a imperfezioni e cadute, hanno continuato ad andare avanti e sono piaciute al Signore.\n\n4. I santi che già sono giunti alla presenza di Dio mantengono con noi legami d’amore e di comunione. Lo attesta il libro dell’Apocalisse quando parla dei martiri che intercedono: «Vidi sotto l’altare le anime di coloro che furono immolati a causa della parola di Dio e della testimonianza che gli avevano reso. E gridarono a gran voce: “Fino a quando, Sovrano, tu che sei santo e veritiero, non farai giustizia?”» (6,9-10). Possiamo dire che «siamo circondati, condotti e guidati dagli amici di Dio. […] Non devo portare da solo ciò che in realtà non potrei mai portare da solo. La schiera dei santi di Dio mi protegge, mi sostiene e mi porta».[1]\n\n5. Nei processi di beatificazione e canonizzazione si prendono in considerazione i segni di eroicità nell’esercizio delle virtù, il sacrificio della vita nel martirio e anche i casi nei quali si sia verificata un’offerta della propria vita per gli altri, mantenuta fino alla morte. Questa donazione esprime un’imitazione esemplare di Cristo, ed è degna dell’ammirazione dei fedeli.[2] Ricordiamo, ad esempio, la beata Maria Gabriella Sagheddu, che ha offerto la sua vita per l’unità dei cristiani.\n\nI santi della porta accanto\n\n6. Non pensiamo solo a quelli già beatificati o canonizzati. Lo Spirito Santo riversa santità dappertutto nel santo popolo fedele di Dio, perché «Dio volle santificare e salvare gli uomini non individualmente e senza alcun legame tra loro, ma volle costituire di loro un popolo, che lo riconoscesse secondo la verità e lo servisse nella santità».[3] Il Signore, nella storia della salvezza, ha salvato un popolo. Non esiste piena identità senza appartenenza a un popolo. Perciò nessuno si salva da solo, come individuo isolato, ma Dio ci attrae tenendo conto della complessa trama di relazioni interpersonali che si stabiliscono nella comunità umana: Dio ha voluto entrare in una dinamica popolare, nella dinamica di un popolo.\n\n7. Mi piace vedere la santità nel popolo di Dio paziente: nei genitori che crescono con tanto amore i loro figli, negli uomini e nelle donne che lavorano per portare il pane a casa, nei malati, nelle religiose anziane che continuano a sorridere. In questa costanza per andare avanti giorno dopo giorno vedo la santità della Chiesa militante. Questa è tante volte la santità “della porta accanto”, di quelli che vivono vicino a noi e sono un riflesso della presenza di Dio, o, per usare un’altra espressione, “la classe media della santità”.[4]\n\n8. Lasciamoci stimolare dai segni di santità che il Signore ci presenta attraverso i più umili membri di quel popolo che «partecipa pure dell’ufficio profetico di Cristo col diffondere dovunque la viva testimonianza di Lui, soprattutto per mezzo di una vita di fede e di carità».[5] Pensiamo, come ci suggerisce santa Teresa Benedetta della Croce, che mediante molti di loro si costruisce la vera storia: «Nella notte più oscura sorgono i più grandi profeti e i santi. Tuttavia, la corrente vivificante della vita mistica rimane invisibile. Sicuramente gli avvenimenti decisivi della storia del mondo sono stati essenzialmente influenzati da anime sulle quali nulla viene detto nei libri di storia. E quali siano le anime che dobbiamo ringraziare per gli avvenimenti decisivi della nostra vita personale, è qualcosa che sapremo soltanto nel giorno in cui tutto ciò che è nascosto sarà svelato».[6]\n\n9. La santità è il volto più bello della Chiesa. Ma anche fuori della Chiesa Cattolica e in ambiti molto differenti, lo Spirito suscita «segni della sua presenza, che aiutano gli stessi discepoli di Cristo».[7] D’altra parte, san Giovanni Paolo II ci ha ricordato che «la testimonianza resa a Cristo sino allo spargimento del sangue è divenuta patrimonio comune di cattolici, ortodossi, anglicani e protestanti».[8] Nella bella commemorazione ecumenica che egli volle celebrare al Colosseo durante il Giubileo del 2000, sostenne che i martiri sono «un’eredità che parla con una voce più alta dei fattori di divisione».[9]\n\nIl Signore chiama\n\n10. Tutto questo è importante. Tuttavia, quello che vorrei ricordare con questa Esortazione è soprattutto la chiamata alla santità che il Signore fa a ciascuno di noi, quella chiamata che rivolge anche a te: «Siate santi, perché io sono santo» (Lv 11,44; 1 Pt 1,16). Il Concilio Vaticano II lo ha messo in risalto con forza: «Muniti di salutari mezzi di una tale abbondanza e di una tale grandezza, tutti i fedeli di ogni stato e condizione sono chiamati dal Signore, ognuno per la sua via, a una santità la cui perfezione è quella stessa del Padre celeste».[10]\n\n11. «Ognuno per la sua via», dice il Concilio. Dunque, non è il caso di scoraggiarsi quando si contemplano modelli di santità che appaiono irraggiungibili. Ci sono testimonianze che sono utili per stimolarci e motivarci, ma non perché cerchiamo di copiarle, in quanto ciò potrebbe perfino allontanarci dalla via unica e specifica che il Signore ha in serbo per noi. Quello che conta è che ciascun credente discerna la propria strada e faccia emergere il meglio di sé, quanto di così personale Dio ha posto in lui (cfr 1 Cor 12,7) e non che si esaurisca cercando di imitare qualcosa che non è stato pensato per lui. Tutti siamo chiamati ad essere testimoni, però esistono molte forme esistenziali di testimonianza.[11] Di fatto, quando il grande mistico san Giovanni della Croce scriveva il suo Cantico spirituale, preferiva evitare regole fisse per tutti e spiegava che i suoi versi erano scritti perché ciascuno se ne giovasse «a modo suo».[12] Perché la vita divina si comunica ad alcuni in un modo e ad altri in un altro.[13]\n\n12. Tra le diverse forme, voglio sottolineare che anche il “genio femminile” si manifesta in stili femminili di santità, indispensabili per riflettere la santità di Dio in questo mondo. E proprio anche in epoche nelle quali le donne furono maggiormente escluse, lo Spirito Santo ha suscitato sante il cui fascino ha provocato nuovi dinamismi spirituali e importanti riforme nella Chiesa. Possiamo menzionare santa Ildegarda di Bingen, santa Brigida, santa Caterina da Siena, santa Teresa d’Avila o Santa Teresa di Lisieux. Ma mi preme ricordare tante donne sconosciute o dimenticate le quali, ciascuna a modo suo, hanno sostenuto e trasformato famiglie e comunità con la forza della loro testimonianza.\n\n13. Questo dovrebbe entusiasmare e incoraggiare ciascuno a dare tutto sé stesso, per crescere verso quel progetto unico e irripetibile che Dio ha voluto per lui o per lei da tutta l’eternità: «Prima di formarti nel grembo materno, ti ho conosciuto, prima che tu uscissi alla luce, ti ho consacrato» (Ger 1,5).\n\nAnche per te\n\n14. Per essere santi non è necessario essere vescovi, sacerdoti, religiose o religiosi. Molte volte abbiamo la tentazione di pensare che la santità sia riservata a coloro che hanno la possibilità di mantenere le distanze dalle occupazioni ordinarie, per dedicare molto tempo alla preghiera. Non è così. Tutti siamo chiamati ad essere santi vivendo con amore e offrendo ciascuno la propria testimonianza nelle occupazioni di ogni giorno, lì dove si trova. Sei una consacrata o un consacrato? Sii santo vivendo con gioia la tua donazione. Sei sposato? Sii santo amando e prendendoti cura di tuo marito o di tua moglie, come Cristo ha fatto con la Chiesa. Sei un lavoratore? Sii santo compiendo con onestà e competenza il tuo lavoro al servizio dei fratelli. Sei genitore o nonna o nonno? Sii santo insegnando con pazienza ai bambini a seguire Gesù. Hai autorità? Sii santo lottando a favore del bene comune e rinunciando ai tuoi interessi personali.[14]\n\n15. Lascia che la grazia del tuo Battesimo fruttifichi in un cammino di santità. Lascia che tutto sia aperto a Dio e a tal fine scegli Lui, scegli Dio sempre di nuovo. Non ti scoraggiare, perché hai la forza dello Spirito Santo affinché sia possibile, e la santità, in fondo, è il frutto dello Spirito Santo nella tua vita (cfr Gal 5,22-23). Quando senti la tentazione di invischiarti nella tua debolezza, alza gli occhi al Crocifisso e digli: “Signore, io sono un poveretto, ma tu puoi compiere il miracolo di rendermi un poco migliore”. Nella Chiesa, santa e composta da peccatori, troverai tutto ciò di cui hai bisogno per crescere verso la santità. Il Signore l’ha colmata di doni con la Parola, i Sacramenti, i santuari, la vita delle comunità, la testimonianza dei santi, e una multiforme bellezza che procede dall’amore del Signore, «come una sposa si adorna di gioielli» (Is 61,10).\n\n16. Questa santità a cui il Signore ti chiama andrà crescendo mediante piccoli gesti. Per esempio: una signora va al mercato a fare la spesa, incontra una vicina e inizia a parlare, e vengono le critiche. Ma questa donna dice dentro di sé: “No, non parlerò male di nessuno”. Questo è un passo verso la santità. Poi, a casa, suo figlio le chiede di parlare delle sue fantasie e, anche se è stanca, si siede accanto a lui e ascolta con pazienza e affetto. Ecco un’altra offerta che santifica. Quindi sperimenta un momento di angoscia, ma ricorda l’amore della Vergine Maria, prende il rosario e prega con fede. Questa è un’altra via di santità. Poi esce per strada, incontra un povero e si ferma a conversare con lui con affetto. Anche questo è un passo avanti.\n\n17. A volte la vita presenta sfide più grandi e attraverso queste il Signore ci invita a nuove conversioni che permettono alla sua grazia di manifestarsi meglio nella nostra esistenza «allo scopo di farci partecipi della sua santità» (Eb 12,10). Altre volte si tratta soltanto di trovare un modo più perfetto di vivere quello che già facciamo: «Ci sono delle ispirazioni che tendono soltanto ad una straordinaria perfezione degli esercizi ordinari della vita cristiana».[15] Quando il Cardinale Francesco Saverio Nguyên Van Thuân era in carcere, rinunciò a consumarsi aspettando la liberazione. La sua scelta fu: «vivo il momento presente, colmandolo di amore»; e il modo con il quale si concretizzava questo era: «afferro le occasioni che si presentano ogni giorno, per compiere azioni ordinarie in un modo straordinario».[16]\n\n18. Così, sotto l’impulso della grazia divina, con tanti gesti andiamo costruendo quella figura di santità che Dio ha voluto per noi, ma non come esseri autosufficienti bensì «come buoni amministratori della multiforme grazia di Dio» (1 Pt 4,10). Bene hanno insegnato i Vescovi della Nuova Zelanda che è possibile amare con l’amore incondizionato del Signore perché il Risorto condivide la sua vita potente con le nostre fragili vite: «Il suo amore non ha limiti e una volta donato non si è mai tirato indietro. E’ stato incondizionato ed è rimasto fedele. Amare così non è facile perché molte volte siamo tanto deboli. Però, proprio affinché possiamo amare come Lui ci ha amato, Cristo condivide la sua stessa vita risorta con noi. In questo modo, la nostra vita dimostra la sua potenza in azione, anche in mezzo alla debolezza umana».[17]\n\nLa tua missione in Cristo\n\n19. Per un cristiano non è possibile pensare alla propria missione sulla terra senza concepirla come un cammino di santità, perché «questa infatti è volontà di Dio, la vostra santificazione» (1 Ts 4,3). Ogni santo è una missione; è un progetto del Padre per riflettere e incarnare, in un momento determinato della storia, un aspetto del Vangelo.\n\n20. Tale missione trova pienezza di senso in Cristo e si può comprendere solo a partire da Lui. In fondo, la santità è vivere in unione con Lui i misteri della sua vita. Consiste nell’unirsi alla morte e risurrezione del Signore in modo unico e personale, nel morire e risorgere continuamente con Lui. Ma può anche implicare di riprodurre nella propria esistenza diversi aspetti della vita terrena di Gesù: la vita nascosta, la vita comunitaria, la vicinanza agli ultimi, la povertà e altre manifestazioni del suo donarsi per amore. La contemplazione di questi misteri, come proponeva sant’Ignazio di Loyola, ci orienta a renderli carne nelle nostre scelte e nei nostri atteggiamenti.[18] Perché «tutto nella vita di Gesù è segno del suo mistero»,[19] «tutta la vita di Cristo è Rivelazione del Padre»,[20] «tutta la vita di Cristo è mistero di Redenzione»,[21] «tutta la vita di Cristo è mistero di ricapitolazione»,[22] e «tutto ciò che Cristo ha vissuto fa sì che noi possiamo viverlo in Lui e che Egli lo viva in noi».[23]\n\n21. Il disegno del Padre è Cristo, e noi in Lui. In definitiva, è Cristo che ama in noi, perché «la santità non è altro che la carità pienamente vissuta».[24] Pertanto, «la misura della santità è data dalla statura che Cristo raggiunge in noi, da quanto, con la forza dello Spirito Santo, modelliamo tutta la nostra vita sulla sua».[25] Così, ciascun santo è un messaggio che lo Spirito Santo trae dalla ricchezza di Gesù Cristo e dona al suo popolo.\n\n22. Per riconoscere quale sia quella parola che il Signore vuole dire mediante un santo, non conviene soffermarsi sui particolari, perché lì possono esserci anche errori e cadute. Non tutto quello che dice un santo è pienamente fedele al Vangelo, non tutto quello che fa è autentico e perfetto. Ciò che bisogna contemplare è l’insieme della sua vita, il suo intero cammino di santificazione, quella figura che riflette qualcosa di Gesù Cristo e che emerge quando si riesce a comporre il senso della totalità della sua persona.[26]\n\n23. Questo è un forte richiamo per tutti noi. Anche tu hai bisogno di concepire la totalità della tua vita come una missione. Prova a farlo ascoltando Dio nella preghiera e riconoscendo i segni che Egli ti offre. Chiedi sempre allo Spirito che cosa Gesù si attende da te in ogni momento della tua esistenza e in ogni scelta che devi fare, per discernere il posto che ciò occupa nella tua missione. E permettigli di plasmare in te quel mistero personale che possa riflettere Gesù Cristo nel mondo di oggi.\n\n24. Voglia il Cielo che tu possa riconoscere qual è quella parola, quel messaggio di Gesù che Dio desidera dire al mondo con la tua vita. Lasciati trasformare, lasciati rinnovare dallo Spirito, affinché ciò sia possibile, e così la tua preziosa missione non andrà perduta. Il Signore la porterà a compimento anche in mezzo ai tuoi errori e ai tuoi momenti negativi, purché tu non abbandoni la via dell’amore e rimanga sempre aperto alla sua azione soprannaturale che purifica e illumina.\n\nL’attività che santifica\n\n25. Poiché non si può capire Cristo senza il Regno che Egli è venuto a portare, la tua stessa missione è inseparabile dalla costruzione del Regno: «Cercate innanzitutto il Regno di Dio e la sua giustizia» (Mt 6,33). La tua identificazione con Cristo e i suoi desideri implica l’impegno a costruire, con Lui, questo Regno di amore, di giustizia e di pace per tutti. Cristo stesso vuole viverlo con te, in tutti gli sforzi e le rinunce necessari, e anche nelle gioie e nella fecondità che ti potrà offrire. Pertanto non ti santificherai senza consegnarti corpo e anima per dare il meglio di te in tale impegno.\n\n26. Non è sano amare il silenzio ed evitare l’incontro con l’altro, desiderare il riposo e respingere l’attività, ricercare la preghiera e sottovalutare il servizio. Tutto può essere accettato e integrato come parte della propria esistenza in questo mondo, ed entra a far parte del cammino di santificazione. Siamo chiamati a vivere la contemplazione anche in mezzo all’azione, e ci santifichiamo nell’esercizio responsabile e generoso della nostra missione.\n\n27. Forse che lo Spirito Santo può inviarci a compiere una missione e nello stesso tempo chiederci di fuggire da essa, o che evitiamo di donarci totalmente per preservare la pace interiore? Tuttavia, a volte abbiamo la tentazione di relegare la dedizione pastorale e l’impegno nel mondo a un posto secondario, come se fossero “distrazioni” nel cammino della santificazione e della pace interiore. Si dimentica che «non è che la vita abbia una missione, ma che è missione».[27]\n\n28. Un impegno mosso dall’ansietà, dall’orgoglio, dalla necessità di apparire e di dominare, certamente non sarà santificante. La sfida è vivere la propria donazione in maniera tale che gli sforzi abbiano un senso evangelico e ci identifichino sempre più con Gesù Cristo. Da qui il fatto che si parli spesso, ad esempio, di una spiritualità del catechista, di una spiritualità del clero diocesano, di una spiritualità del lavoro. Per la stessa ragione, in Evangelii gaudium ho voluto concludere con una spiritualità della missione, in Laudato si’ con una spiritualità ecologica e in Amoris laetitia, con una spiritualità della vita familiare.\n\n29. Questo non implica disprezzare i momenti di quiete, solitudine e silenzio davanti a Dio. Al contrario. Perché le continue novità degli strumenti tecnologici, l’attrattiva dei viaggi, le innumerevoli offerte di consumo, a volte non lasciano spazi vuoti in cui risuoni la voce di Dio. Tutto si riempie di parole, di piaceri epidermici e di rumori ad una velocità sempre crescente. Lì non regna la gioia ma l’insoddisfazione di chi non sa per che cosa vive. Come dunque non riconoscere che abbiamo bisogno di fermare questa corsa febbrile per recuperare uno spazio personale, a volte doloroso ma sempre fecondo, in cui si intavola il dialogo sincero con Dio? In qualche momento dovremo guardare in faccia la verità di noi stessi, per lasciarla invadere dal Signore, e non sempre si ottiene questo se uno «non viene a trovarsi sull’orlo dell’abisso, della tentazione più grave, sulla scogliera dell’abbandono, sulla cima solitaria dove si ha l’impressione di rimanere totalmente soli».[28] In questo modo troviamo le grandi motivazioni che ci spingono a vivere fino in fondo i nostri compiti.\n\n30. Gli stessi strumenti di svago che invadono la vita attuale ci portano anche ad assolutizzare il tempo libero, nel quale possiamo utilizzare senza limiti quei dispositivi che ci offrono divertimento e piaceri effimeri.[29] Come conseguenza, è la propria missione che ne risente, è l’impegno che si indebolisce, è il servizio generoso e disponibile che inizia a ridursi. Questo snatura l’esperienza spirituale. Può essere sano un fervore spirituale che conviva con l’accidia nell’azione evangelizzatrice o nel servizio agli altri?\n\n31. Ci occorre uno spirito di santità che impregni tanto la solitudine quanto il servizio, tanto l’intimità quanto l’impegno evangelizzatore, così che ogni istante sia espressione di amore donato sotto lo sguardo del Signore. In questo modo, tutti i momenti saranno scalini nella nostra via di santificazione.\n\nPiù vivi, più umani\n\n32. Non avere paura della santità. Non ti toglierà forze, vita e gioia. Tutto il contrario, perché arriverai ad essere quello che il Padre ha pensato quando ti ha creato e sarai fedele al tuo stesso essere. Dipendere da Lui ci libera dalle schiavitù e ci porta a riconoscere la nostra dignità. Questa realtà si riflette in santa Giuseppina Bakhita, che fu «resa schiava e venduta come tale alla tenera età di sette anni, soffrì molto nelle mani di padroni crudeli. Tuttavia comprese la verità profonda che Dio, e non l’uomo, è il vero padrone di ogni essere umano, di ogni vita umana. Questa esperienza divenne fonte di grande saggezza per questa umile figlia d’Africa».[30]\n\n33. Ogni cristiano, nella misura in cui si santifica, diventa più fecondo per il mondo. I Vescovi dell’Africa Occidentale ci hanno insegnato: «Siamo chiamati, nello spirito della nuova evangelizzazione, ad essere evangelizzati e a evangelizzare mediante la promozione di tutti i battezzati, affinché assumiate i vostri ruoli come sale della terra e luce del mondo dovunque vi troviate».[31]\n\n34. Non avere paura di puntare più in alto, di lasciarti amare e liberare da Dio. Non avere paura di lasciarti guidare dallo Spirito Santo. La santità non ti rende meno umano, perché è l’incontro della tua debolezza con la forza della grazia. In fondo, come diceva León Bloy, nella vita «non c’è che una tristezza, […] quella di non essere santi».[32]\n\nCAPITOLO SECONDO\n\nDUE SOTTILI NEMICI DELLA SANTITÀ\n\n35. In questo quadro, desidero richiamare l’attenzione su due falsificazioni della santità che potrebbero farci sbagliare strada: lo gnosticismo e il pelagianesimo. Sono due eresie sorte nei primi secoli cristiani, ma che continuano ad avere un’allarmante attualità. Anche oggi i cuori di molti cristiani, forse senza esserne consapevoli, si lasciano sedurre da queste proposte ingannevoli. In esse si esprime un immanentismo antropocentrico travestito da verità cattolica.[33] Vediamo queste due forme di sicurezza dottrinale o disciplinare che danno luogo «ad un elitarismo narcisista e autoritario dove, invece di evangelizzare, si analizzano e si classificano gli altri, e invece di facilitare l’accesso alla grazia si consumano le energie nel controllare. In entrambi i casi, né Gesù Cristo né gli altri interessano veramente».[34]\n\nLo gnosticismo attuale\n\n36. Lo gnosticismo suppone «una fede rinchiusa nel soggettivismo, dove interessa unicamente una determinata esperienza o una serie di ragionamenti e conoscenze che si ritiene possano confortare e illuminare, ma dove il soggetto in definitiva rimane chiuso nell’immanenza della sua propria ragione o dei suoi sentimenti».[35]\n\nUna mente senza Dio e senza carne\n\n37. Grazie a Dio, lungo la storia della Chiesa è risultato molto chiaro che ciò che misura la perfezione delle persone è il loro grado di carità, non la quantità di dati e conoscenze che possono accumulare. Gli “gnostici” fanno confusione su questo punto e giudicano gli altri sulla base della verifica della loro capacità di comprendere la profondità di determinate dottrine. Concepiscono una mente senza incarnazione, incapace di toccare la carne sofferente di Cristo negli altri, ingessata in un’enciclopedia di astrazioni. Alla fine, disincarnando il mistero, preferiscono «un Dio senza Cristo, un Cristo senza Chiesa, una Chiesa senza popolo».[36]\n\n38. In definitiva, si tratta di una vanitosa superficialità: molto movimento alla superficie della mente, però non si muove né si commuove la profondità del pensiero. Tuttavia, riesce a soggiogare alcuni con un fascino ingannevole, perché l’equilibrio gnostico è formale e presume di essere asettico, e può assumere l’aspetto di una certa armonia o di un ordine che ingloba tutto.\n\n39. Facciamo però attenzione. Non mi riferisco ai razionalisti nemici della fede cristiana. Questo può accadere dentro la Chiesa, tanto tra i laici delle parrocchie quanto tra coloro che insegnano filosofia o teologia in centri di formazione. Perché è anche tipico degli gnostici credere che con le loro spiegazioni possono rendere perfettamente comprensibili tutta la fede e tutto il Vangelo. Assolutizzano le proprie teorie e obbligano gli altri a sottomettersi ai propri ragionamenti. Una cosa è un sano e umile uso della ragione per riflettere sull’insegnamento teologico e morale del Vangelo; altra cosa è pretendere di ridurre l’insegnamento di Gesù a una logica fredda e dura che cerca di dominare tutto.[37]\n\nUna dottrina senza mistero\n\n40. Lo gnosticismo è una delle peggiori ideologie, poiché, mentre esalta indebitamente la conoscenza o una determinata esperienza, considera che la propria visione della realtà sia la perfezione. In tal modo, forse senza accorgersene, questa ideologia si autoalimenta e diventa ancora più cieca. A volte diventa particolarmente ingannevole quando si traveste da spiritualità disincarnata. Infatti, lo gnosticismo «per sua propria natura vuole addomesticare il mistero»,[38] sia il mistero di Dio e della sua grazia, sia il mistero della vita degli altri.\n\n41. Quando qualcuno ha risposte per tutte le domande, dimostra di trovarsi su una strada non buona ed è possibile che sia un falso profeta, che usa la religione a proprio vantaggio, al servizio delle proprie elucubrazioni psicologiche e mentali. Dio ci supera infinitamente, è sempre una sorpresa e non siamo noi a determinare in quale circostanza storica trovarlo, dal momento che non dipendono da noi il tempo e il luogo e la modalità dell’incontro. Chi vuole tutto chiaro e sicuro pretende di dominare la trascendenza di Dio.\n\n42. Neppure si può pretendere di definire dove Dio non si trova, perché Egli è misteriosamente presente nella vita di ogni persona, nella vita di ciascuno così come Egli desidera, e non possiamo negarlo con le nostre presunte certezze. Anche qualora l’esistenza di qualcuno sia stata un disastro, anche quando lo vediamo distrutto dai vizi o dalle dipendenze, Dio è presente nella sua vita. Se ci lasciamo guidare dallo Spirito più che dai nostri ragionamenti, possiamo e dobbiamo cercare il Signore in ogni vita umana. Questo fa parte del mistero che le mentalità gnostiche finiscono per rifiutare, perché non lo possono controllare.\n\nI limiti della ragione\n\n43. Noi arriviamo a comprendere in maniera molto povera la verità che riceviamo dal Signore. E con difficoltà ancora maggiore riusciamo ad esprimerla. Perciò non possiamo pretendere che il nostro modo di intenderla ci autorizzi a esercitare un controllo stretto sulla vita degli altri. Voglio ricordare che nella Chiesa convivono legittimamente modi diversi di interpretare molti aspetti della dottrina e della vita cristiana che, nella loro varietà, «aiutano ad esplicitare meglio il ricchissimo tesoro della Parola». Certo, «a quanti sognano una dottrina monolitica difesa da tutti senza sfumature, ciò può sembrare un’imperfetta dispersione».[39] Per l’appunto, alcune correnti gnostiche hanno disprezzato la semplicità così concreta del Vangelo e hanno tentato di sostituire il Dio trinitario e incarnato con una Unità superiore in cui scompariva la ricca molteplicità della nostra storia.\n\n44. In realtà, la dottrina, o meglio, la nostra comprensione ed espressione di essa, «non è un sistema chiuso, privo di dinamiche capaci di generare domande, dubbi, interrogativi», e «le domande del nostro popolo, le sue pene, le sue battaglie, i suoi sogni, le sue lotte, le sue preoccupazioni, possiedono un valore ermeneutico che non possiamo ignorare se vogliamo prendere sul serio il principio dell’incarnazione. Le sue domande ci aiutano a domandarci, i suoi interrogativi ci interrogano».[40]\n\n45. Frequentemente si verifica una pericolosa confusione: credere che, poiché sappiamo qualcosa o possiamo spiegarlo con una certa logica, già siamo santi, perfetti, migliori della “massa ignorante”. San Giovanni Paolo II metteva in guardia quanti nella Chiesa hanno la possibilità di una formazione più elevata dalla tentazione di sviluppare «un certo sentimento di superiorità rispetto agli altri fedeli».[41] In realtà, però, quello che crediamo di sapere dovrebbe sempre costituire una motivazione per meglio rispondere all’amore di Dio, perché «si impara per vivere: teologia e santità sono un binomio inscindibile».[42]\n\n46. Quando san Francesco d’Assisi vedeva che alcuni dei suoi discepoli insegnavano la dottrina, volle evitare la tentazione dello gnosticismo. Quindi scrisse così a Sant’Antonio di Padova: «Ho piacere che tu insegni la sacra teologia ai frati, purché, in tale occupazione, tu non estingua lo spirito di orazione e di devozione».[43] Egli riconosceva la tentazione di trasformare l’esperienza cristiana in un insieme di elucubrazioni mentali che finiscono per allontanarci dalla freschezza del Vangelo. San Bonaventura, da parte sua, avvertiva che la vera saggezza cristiana non deve separarsi dalla misericordia verso il prossimo: «La più grande saggezza che possa esistere consiste nel dispensare fruttuosamente ciò che si possiede, e che si è ricevuto proprio perché fosse dispensato. [...] Per questo, come la misericordia è amica della saggezza, così l’avarizia le è nemica».[44] «Vi sono attività che, unendosi alla contemplazione, non la impediscono, bensì la favoriscono, come le opere di misericordia e di pietà».[45]\n\nIl Pelagianesimo attuale\n\n47. Lo gnosticismo ha dato luogo ad un’altra vecchia eresia, anch’essa oggi presente. Col passare del tempo, molti iniziarono a riconoscere che non è la conoscenza a renderci migliori o santi, ma la vita che conduciamo. Il problema è che questo degenerò sottilmente, in maniera tale che il medesimo errore degli gnostici semplicemente si trasformò, ma non venne superato.\n\n48. Infatti, il potere che gli gnostici attribuivano all’intelligenza, alcuni cominciarono ad attribuirlo alla volontà umana, allo sforzo personale. Così sorsero i pelagiani e i semipelagiani. Non era più l’intelligenza ad occupare il posto del mistero e della grazia, ma la volontà. Si dimenticava che tutto «dipende [non] dalla volontà né dagli sforzi dell’uomo, ma da Dio che ha misericordia» (Rm 9,16) e che Egli «ci ha amati per primo» (1 Gv 4,19).\n\nUna volontà senza umiltà\n\n49. Quelli che rispondono a questa mentalità pelagiana o semipelagiana, benché parlino della grazia di Dio con discorsi edulcorati, «in definitiva fanno affidamento unicamente sulle proprie forze e si sentono superiori agli altri perché osservano determinate norme o perché sono irremovibilmente fedeli ad un certo stile cattolico».[46] Quando alcuni di loro si rivolgono ai deboli dicendo che con la grazia di Dio tutto è possibile, in fondo sono soliti trasmettere l’idea che tutto si può fare con la volontà umana, come se essa fosse qualcosa di puro, perfetto, onnipotente, a cui si aggiunge la grazia. Si pretende di ignorare che «non tutti possono tutto»[47] e che in questa vita le fragilità umane non sono guarite completamente e una volta per tutte dalla grazia.[48] In qualsiasi caso, come insegnava sant’Agostino, Dio ti invita a fare quello che puoi e «a chiedere quello che non puoi»;[49] o a dire umilmente al Signore: «Dammi quello che comandi e comandami quello che vuoi».[50]\n\n50. In ultima analisi, la mancanza di un riconoscimento sincero, sofferto e orante dei nostri limiti è ciò che impedisce alla grazia di agire meglio in noi, poiché non le lascia spazio per provocare quel bene possibile che si integra in un cammino sincero e reale di crescita.[51] La grazia, proprio perché suppone la nostra natura, non ci rende di colpo superuomini. Pretenderlo sarebbe confidare troppo in noi stessi. In questo caso, dietro l’ortodossia, i nostri atteggiamenti possono non corrispondere a quello che affermiamo sulla necessità della grazia, e nei fatti finiamo per fidarci poco di essa. Infatti, se non riconosciamo la nostra realtà concreta e limitata, neppure potremo vedere i passi reali e possibili che il Signore ci chiede in ogni momento, dopo averci attratti e resi idonei col suo dono. La grazia agisce storicamente e, ordinariamente, ci prende e ci trasforma in modo progressivo.[52] Perciò, se rifiutiamo questa modalità storica e progressiva, di fatto possiamo arrivare a negarla e bloccarla, anche se con le nostre parole la esaltiamo.\n\n51. Quando Dio si rivolge ad Abramo gli dice: «Io sono Dio l’Onnipotente: cammina davanti a me e sii integro» (Gen 17,1). Per poter essere perfetti, come a Lui piace, abbiamo bisogno di vivere umilmente alla sua presenza, avvolti nella sua gloria; abbiamo bisogno di camminare in unione con Lui riconoscendo il suo amore costante nella nostra vita. Occorre abbandonare la paura di questa presenza che ci può fare solo bene. E’ il Padre che ci ha dato la vita e ci ama tanto. Una volta che lo accettiamo e smettiamo di pensare la nostra esistenza senza di Lui, scompare l’angoscia della solitudine (cfr Sal 139,7). E se non poniamo più distanze tra noi e Dio e viviamo alla sua presenza, potremo permettergli di esaminare i nostri cuori per vedere se vanno per la retta via (cfr Sal 139,23-24). Così conosceremo la volontà amabile e perfetta del Signore (cfr Rm 12,1-2) e lasceremo che Lui ci plasmi come un vasaio (cfr Is 29,16). Abbiamo detto tante volte che Dio abita in noi, ma è meglio dire che noi abitiamo in Lui, che Egli ci permette di vivere nella sua luce e nel suo amore. Egli è il nostro tempio: «Una cosa ho chiesto al Signore, questa sola io cerco: abitare nella casa del Signore tutti i giorni della mia vita» (Sal 27,4). «E’ meglio un giorno nei tuoi atri che mille nella mia casa» (Sal 84,11). In Lui veniamo santificati.\n\nUn insegnamento della Chiesa spesso dimenticato\n\n52. La Chiesa ha insegnato numerose volte che non siamo giustificati dalle nostre opere o dai nostri sforzi, ma dalla grazia del Signore che prende l’iniziativa. I Padri della Chiesa, anche prima di sant’Agostino, hanno espresso con chiarezza questa convinzione primaria. San Giovanni Crisostomo affermava che Dio versa in noi la fonte stessa di tutti i doni «prima che noi siamo entrati nel combattimento».[53] San Basilio Magno rimarcava che il fedele si gloria solo in Dio, perché «riconosce di essere privo della vera giustizia e giustificato unicamente mediante la fede in Cristo».[54]\n\n53. Il secondo Sinodo di Orange ha insegnato con ferma autorità che nessun essere umano può esigere, meritare o comprare il dono della grazia divina, e che tutto ciò che può cooperare con essa è previamente dono della medesima grazia: «Persino il desiderare di essere puri si attua in noi per infusione e operazione su di noi dello Spirito Santo».[55] Successivamente il Concilio di Trento, anche quando sottolineò l’importanza della nostra cooperazione per la crescita spirituale, riaffermò quell’insegnamento dogmatico: «Si afferma che siamo giustificati gratuitamente, perché nulla di quanto precede la giustificazione, sia la fede, siano le opere, merita la grazia stessa della giustificazione; perché se è grazia, allora non è per le opere; altrimenti la grazia non sarebbe più grazia (Rm 11,6)».[56]\n\n54. Anche il Catechismo della Chiesa Cattolica ci ricorda che il dono della grazia «supera le capacità dell’intelligenza e le forze della volontà dell’uomo»,[57] e che «nei confronti di Dio in senso strettamente giuridico non c’è merito da parte dell’uomo. Tra Lui e noi la disuguaglianza è smisurata».[58] La sua amicizia ci supera infinitamente, non può essere comprata da noi con le nostre opere e può solo essere un dono della sua iniziativa d’amore. Questo ci invita a vivere con gioiosa gratitudine per tale dono che mai meriteremo, dal momento che «quando uno è in grazia, la grazia che ha già ricevuto non può essere meritata».[59] I santi evitano di porre la fiducia nelle loro azioni: «Alla sera di questa vita, comparirò davanti a te a mani vuote, perché non ti chiedo, Signore, di contare le mie opere. Ogni nostra giustizia è imperfetta ai tuoi occhi».[60]\n\n55. Questa è una delle grandi convinzioni definitivamente acquisite dalla Chiesa, ed è tanto chiaramente espressa nella Parola di Dio che rimane fuori da ogni discussione. Così come il supremo comandamento dell’amore, questa verità dovrebbe contrassegnare il nostro stile di vita, perché attinge al cuore del Vangelo e ci chiama non solo ad accettarla con la mente, ma a trasformarla in una gioia contagiosa. Non potremo però celebrare con gratitudine il dono gratuito dell’amicizia con il Signore, se non riconosciamo che anche la nostra esistenza terrena e le nostre capacità naturali sono un dono. Abbiamo bisogno di «riconoscere gioiosamente che la nostra realtà è frutto di un dono, e accettare anche la nostra libertà come grazia. Questa è la cosa difficile oggi, in un mondo che crede di possedere qualcosa da sé stesso, frutto della propria originalità e libertà».[61]\n\n56. Solo a partire dal dono di Dio, liberamente accolto e umilmente ricevuto, possiamo cooperare con i nostri sforzi per lasciarci trasformare sempre di più.[62] La prima cosa è appartenere a Dio. Si tratta di offrirci a Lui che ci anticipa, di offrirgli le nostre capacità, il nostro impegno, la nostra lotta contro il male e la nostra creatività, affinché il suo dono gratuito cresca e si sviluppi in noi: «Vi esorto dunque, fratelli, per la misericordia di Dio, a offrire i vostri corpi come sacrificio vivente, santo e gradito a Dio» (Rm 12,1). Del resto, la Chiesa ha sempre insegnato che solo la carità rende possibile la crescita nella vita di grazia, perché «se non avessi la carità, non sarei nulla» (1 Cor 13,2).\n\nI nuovi pelagiani\n\n57. Ci sono ancora dei cristiani che si impegnano nel seguire un’altra strada: quella della giustificazione mediante le proprie forze, quella dell’adorazione della volontà umana e della propria capacità, che si traduce in un autocompiacimento egocentrico ed elitario privo del vero amore. Si manifesta in molti atteggiamenti apparentemente diversi tra loro: l’ossessione per la legge, il fascino di esibire conquiste sociali e politiche, l’ostentazione nella cura della liturgia, della dottrina e del prestigio della Chiesa, la vanagloria legata alla gestione di faccende pratiche, l’attrazione per le dinamiche di auto-aiuto e di realizzazione autoreferenziale. In questo alcuni cristiani spendono le loro energie e il loro tempo, invece di lasciarsi condurre dallo Spirito sulla via dell’amore, invece di appassionarsi per comunicare la bellezza e la gioia del Vangelo e di cercare i lontani nelle immense moltitudini assetate di Cristo.[63]\n\n58. Molte volte, contro l’impulso dello Spirito, la vita della Chiesa si trasforma in un pezzo da museo o in un possesso di pochi. Questo accade quando alcuni gruppi cristiani danno eccessiva importanza all’osservanza di determinate norme proprie, di costumi o stili. In questo modo, spesso si riduce e si reprime il Vangelo, togliendogli la sua affascinante semplicità e il suo sapore. E’ forse una forma sottile di pelagianesimo, perché sembra sottomettere la vita della grazia a certe strutture umane. Questo riguarda gruppi, movimenti e comunità, ed è ciò che spiega perché tante volte iniziano con un’intensa vita nello Spirito, ma poi finiscono fossilizzati... o corrotti.\n\n59. Senza renderci conto, per il fatto di pensare che tutto dipende dallo sforzo umano incanalato attraverso norme e strutture ecclesiali, complichiamo il Vangelo e diventiamo schiavi di uno schema che lascia pochi spiragli perché la grazia agisca. San Tommaso d’Aquino ci ricordava che i precetti aggiunti al Vangelo da parte della Chiesa devono esigersi con moderazione «per non rendere gravosa la vita ai fedeli», perché così si muterebbe la nostra religione in una schiavitù.[64]\n\nIl riassunto della Legge\n\n60. Al fine di evitare questo, è bene ricordare spesso che esiste una gerarchia delle virtù, che ci invita a cercare l’essenziale. Il primato appartiene alle virtù teologali, che hanno Dio come oggetto e motivo. E al centro c’è la carità. San Paolo dice che ciò che conta veramente è «la fede che si rende operosa per mezzo della carità» (Gal 5,6). Siamo chiamati a curare attentamente la carità: «Chi ama l’altro ha adempiuto la Legge [...] pienezza della Legge infatti è la carità» (Rm 13,8.10). Perché «tutta la Legge infatti trova la sua pienezza in un solo precetto: Amerai il tuo prossimo come te stesso» (Gal 5,14).\n\n61. Detto in altre parole: in mezzo alla fitta selva di precetti e prescrizioni, Gesù apre una breccia che permette di distinguere due volti, quello del Padre e quello del fratello. Non ci consegna due formule o due precetti in più. Ci consegna due volti, o meglio, uno solo, quello di Dio che si riflette in molti. Perché in ogni fratello, specialmente nel più piccolo, fragile, indifeso e bisognoso, è presente l’immagine stessa di Dio. Infatti, con gli scarti di questa umanità vulnerabile, alla fine del tempo, il Signore plasmerà la sua ultima opera d’arte. Poiché «che cosa resta, che cosa ha valore nella vita, quali ricchezze non svaniscono? Sicuramente due: il Signore e il prossimo. Queste due ricchezze non svaniscono!».[65]\n\n62. Che il Signore liberi la Chiesa dalle nuove forme di gnosticismo e di pelagianesimo che la complicano e la fermano nel suo cammino verso la santità! Queste deviazioni si esprimono in forme diverse, secondo il proprio temperamento e le proprie caratteristiche. Per questo esorto ciascuno a domandarsi e a discernere davanti a Dio in che modo si possano rendere manifeste nella sua vita.\n\nCAPITOLO TERZO\n\nALLA LUCE DEL MAESTRO\n\n63. Ci possono essere molte teorie su cosa sia la santità, abbondanti spiegazioni e distinzioni. Tale riflessione potrebbe essere utile, ma nulla è più illuminante che ritornare alle parole di Gesù e raccogliere il suo modo di trasmettere la verità. Gesù ha spiegato con tutta semplicità che cos’è essere santi, e lo ha fatto quando ci ha lasciato le Beatitudini (cfr Mt 5,3-12; Lc 6,20-23). Esse sono come la carta d’identità del cristiano. Così, se qualcuno di noi si pone la domanda: “Come si fa per arrivare ad essere un buon cristiano?”, la risposta è semplice: è necessario fare, ognuno a suo modo, quello che dice Gesù nel discorso delle Beatitudini.[66] In esse si delinea il volto del Maestro, che siamo chiamati a far trasparire nella quotidianità della nostra vita.\n\n64. La parola “felice” o “beato” diventa sinonimo di “santo”, perché esprime che la persona fedele a Dio e che vive la sua Parola raggiunge, nel dono di sé, la vera beatitudine.\n\nControcorrente\n\n65. Nonostante le parole di Gesù possano sembrarci poetiche, tuttavia vanno molto controcorrente rispetto a quanto è abituale, a quanto si fa nella società; e, anche se questo messaggio di Gesù ci attrae, in realtà il mondo ci porta verso un altro stile di vita. Le Beatitudini in nessun modo sono qualcosa di leggero o di superficiale; al contrario, possiamo viverle solamente se lo Spirito Santo ci pervade con tutta la sua potenza e ci libera dalla debolezza dell’egoismo, della pigrizia, dell’orgoglio.\n\n66. Torniamo ad ascoltare Gesù, con tutto l’amore e il rispetto che merita il Maestro. Permettiamogli di colpirci con le sue parole, di provocarci, di richiamarci a un reale cambiamento di vita. Altrimenti la santità sarà solo parole. Ricordiamo ora le singole Beatitudini nella versione del vangelo di Matteo (cfr 5,3-12).[67]\n\n«Beati i poveri in spirito, perché di essi è il regno dei cieli».\n\n67. Il Vangelo ci invita a riconoscere la verità del nostro cuore, per vedere dove riponiamo la sicurezza della nostra vita. Normalmente il ricco si sente sicuro con le sue ricchezze, e pensa che quando esse sono in pericolo, tutto il senso della sua vita sulla terra si sgretola. Gesù stesso ce l’ha detto nella parabola del ricco stolto, parlando di quell’uomo sicuro di sé che, come uno sciocco, non pensava che poteva morire quello stesso giorno (cfr Lc 12,16-21).\n\n68. Le ricchezze non ti assicurano nulla. Anzi, quando il cuore si sente ricco, è talmente soddisfatto di sé stesso che non ha spazio per la Parola di Dio, per amare i fratelli, né per godere delle cose più importanti della vita. Così si priva dei beni più grandi. Per questo Gesù chiama beati i poveri in spirito, che hanno il cuore povero, in cui può entrare il Signore con la sua costante novità.\n\n69. Questa povertà di spirito è molto legata con quella “santa indifferenza” che proponeva sant’Ignazio di Loyola, nella quale raggiungiamo una bella libertà interiore: «Per questa ragione è necessario renderci indifferenti verso tutte le cose create (in tutto quello che è permesso alla libertà del nostro libero arbitrio e non le è proibito), in modo da non desiderare da parte nostra più la salute che la malattia, più la ricchezza che la povertà, più l’onore che il disonore, più la vita lunga piuttosto che quella breve, e così in tutto il resto».[68]\n\n70. Luca non parla di una povertà “di spirito” ma di essere «poveri» e basta (cfr Lc 6,20), e così ci invita anche a un’esistenza austera e spoglia. In questo modo, ci chiama a condividere la vita dei più bisognosi, la vita che hanno condotto gli Apostoli e in definitiva a conformarci a Gesù, che «da ricco che era, si è fatto povero» (2 Cor 8,9).\n\nEssere poveri nel cuore, questo è santità.\n\n«Beati i miti, perché avranno in eredità la terra».\n\n71. È un’espressione forte, in questo mondo che fin dall’inizio è un luogo di inimicizia, dove si litiga ovunque, dove da tutte le parti c’è odio, dove continuamente classifichiamo gli altri per le loro idee, le loro abitudini, e perfino per il loro modo di parlare e di vestire. Insomma, è il regno dell’orgoglio e della vanità, dove ognuno crede di avere il diritto di innalzarsi al di sopra degli altri. Tuttavia, nonostante sembri impossibile, Gesù propone un altro stile: la mitezza. È quello che Lui praticava con i suoi discepoli e che contempliamo nel suo ingresso in Gerusalemme: «Ecco, a te viene il tuo re, mite, seduto su un’asina e su un puledro» (Mt 21,5; cfr Zc 9,9).\n\n72. Egli disse: «Imparate da me che sono mite e umile di cuore, e troverete ristoro per la vostra vita» (Mt 11,29). Se viviamo agitati, arroganti di fronte agli altri, finiamo stanchi e spossati. Ma quando vediamo i loro limiti e i loro difetti con tenerezza e mitezza, senza sentirci superiori, possiamo dar loro una mano ed evitiamo di sprecare energie in lamenti inutili. Per santa Teresa di Lisieux «la carità perfetta consiste nel sopportare i difetti altrui, non stupirsi assolutamente delle loro debolezze».[69]\n\n73. Paolo menziona la mitezza come un frutto dello Spirito Santo (cfr Gal 5,23). Propone che, se qualche volta ci preoccupano le cattive azioni del fratello, ci avviciniamo per correggerle, ma «con spirito di dolcezza» (Gal 6,1), e ricorda: «e tu vigila su te stesso, per non essere tentato anche tu» (ibid.). Anche quando si difende la propria fede e le proprie convinzioni, bisogna farlo con mitezza (cfr 1 Pt 3,16), e persino gli avversari devono essere trattati con mitezza (cfr 2 Tm 2,25). Nella Chiesa tante volte abbiamo sbagliato per non aver accolto questo appello della Parola divina.\n\n74. La mitezza è un’altra espressione della povertà interiore, di chi ripone la propria fiducia solamente in Dio. Di fatto nella Bibbia si usa spesso la medesima parola anawim per riferirsi ai poveri e ai miti. Qualcuno potrebbe obiettare: “Se sono troppo mite, penseranno che sono uno sciocco, che sono stupido o debole”. Forse sarà così, ma lasciamo che gli altri lo pensino. E’ meglio essere sempre miti, e si realizzeranno le nostre più grandi aspirazioni: i miti «avranno in eredità la terra», ovvero, vedranno compiute nella loro vita le promesse di Dio. Perché i miti, al di là di ciò che dicono le circostanze, sperano nel Signore e quelli che sperano nel Signore possederanno la terra e godranno di grande pace (cfr Sal 37,9.11). Nello stesso tempo, il Signore confida in loro: «Su chi volgerò lo sguardo? Sull’umile e su chi ha lo spirito contrito e su chi trema alla mia parola» (Is 66,2).\n\nReagire con umile mitezza, questo è santità.\n\n«Beati quelli che sono nel pianto, perché saranno consolati».\n\n75. Il mondo ci propone il contrario: il divertimento, il godimento, la distrazione, lo svago, e ci dice che questo è ciò che rende buona la vita. Il mondano ignora, guarda dall’altra parte quando ci sono problemi di malattia o di dolore in famiglia o intorno a lui. Il mondo non vuole piangere: preferisce ignorare le situazioni dolorose, coprirle, nasconderle. Si spendono molte energie per scappare dalle situazioni in cui si fa presente la sofferenza, credendo che sia possibile dissimulare la realtà, dove mai, mai può mancare la croce.\n\n76. La persona che vede le cose come sono realmente, si lascia trafiggere dal dolore e piange nel suo cuore, è capace di raggiungere le profondità della vita e di essere veramente felice.[70] Quella persona è consolata, ma con la consolazione di Gesù e non con quella del mondo. Così può avere il coraggio di condividere la sofferenza altrui e smette di fuggire dalle situazioni dolorose. In tal modo scopre che la vita ha senso nel soccorrere un altro nel suo dolore, nel comprendere l’angoscia altrui, nel dare sollievo agli altri. Questa persona sente che l’altro è carne della sua carne, non teme di avvicinarsi fino a toccare la sua ferita, ha compassione fino a sperimentare che le distanze si annullano. Così è possibile accogliere quell’esortazione di san Paolo: «Piangete con quelli che sono nel pianto» (Rm 12,15).\n\nSaper piangere con gli altri, questo è santità.\n\n«Beati quelli che hanno fame e sete della giustizia, perché saranno saziati».\n\n77. «Fame e sete» sono esperienze molto intense, perché rispondono a bisogni primari e sono legate all’istinto di sopravvivenza. Ci sono persone che con tale intensità aspirano alla giustizia e la cercano con un desiderio molto forte. Gesù dice che costoro saranno saziati, giacché presto o tardi la giustizia arriva, e noi possiamo collaborare perché sia possibile, anche se non sempre vediamo i risultati di questo impegno.\n\n78. Ma la giustizia che propone Gesù non è come quella che cerca il mondo, molte volte macchiata da interessi meschini, manipolata da un lato o dall’altro. La realtà ci mostra quanto sia facile entrare nelle combriccole della corruzione, far parte di quella politica quotidiana del “do perché mi diano”, in cui tutto è commercio. E quanta gente soffre per le ingiustizie, quanti restano ad osservare impotenti come gli altri si danno il cambio a spartirsi la torta della vita. Alcuni rinunciano a lottare per la vera giustizia e scelgono di salire sul carro del vincitore. Questo non ha nulla a che vedere con la fame e la sete di giustizia che Gesù elogia.\n\n79. Tale giustizia incomincia a realizzarsi nella vita di ciascuno quando si è giusti nelle proprie decisioni, e si esprime poi nel cercare la giustizia per i poveri e i deboli. Certo la parola “giustizia” può essere sinonimo di fedeltà alla volontà di Dio con tutta la nostra vita, ma se le diamo un senso molto generale dimentichiamo che si manifesta specialmente nella giustizia con gli indifesi: «Cercate la giustizia, soccorrete l’oppresso, rendete giustizia all’orfano, difendete la causa della vedova» (Is 1,17).\n\nCercare la giustizia con fame e sete, questo è santità.\n\n«Beati i misericordiosi, perché troveranno misericordia».\n\n80. La misericordia ha due aspetti: è dare, aiutare, servire gli altri e anche perdonare, comprendere. Matteo riassume questo in una regola d’oro: «Tutto quanto vorrete che gli uomini facciano a voi, anche voi fatelo a loro» (7,12). Il Catechismo ci ricorda che questa legge si deve applicare «in ogni caso»,[71] in modo speciale quando qualcuno «talvolta si trova ad affrontare situazioni difficili che rendono incerto il giudizio morale».[72]\n\n81. Dare e perdonare è tentare di riprodurre nella nostra vita un piccolo riflesso della perfezione di Dio, che dona e perdona in modo sovrabbondante. Per questo motivo nel vangelo di Luca non troviamo «siate perfetti» (Mt 5,48), ma «siate misericordiosi, come il Padre vostro è misericordioso. Non giudicate e non sarete giudicati; non condannate e non sarete condannati; perdonate e sarete perdonati; date e vi sarà dato» (6,36-38). E dopo Luca aggiunge qualcosa che non dovremmo trascurare: «Con la misura con la quale misurate, sarà misurato a voi in cambio» (6,38). La misura che usiamo per comprendere e perdonare verrà applicata a noi per perdonarci. La misura che applichiamo per dare, sarà applicata a noi nel cielo per ricompensarci. Non ci conviene dimenticarlo.\n\n82. Gesù non dice “Beati quelli che programmano vendetta”, ma chiama beati coloro che perdonano e lo fanno «settanta volte sette» (Mt 18,22). Occorre pensare che tutti noi siamo un esercito di perdonati. Tutti noi siamo stati guardati con compassione divina. Se ci accostiamo sinceramente al Signore e affiniamo l’udito, probabilmente sentiremo qualche volta questo rimprovero: «Non dovevi anche tu aver pietà del tuo compagno, così come io ho avuto pietà di te?» (Mt 18,33).\n\nGuardare e agire con misericordia, questo è santità.\n\n«Beati i puri di cuore, perché vedranno Dio».\n\n83. Questa beatitudine si riferisce a chi ha un cuore semplice, puro, senza sporcizia, perché un cuore che sa amare non lascia entrare nella propria vita alcuna cosa che minacci quell’amore, che lo indebolisca o che lo ponga in pericolo. Nella Bibbia, il cuore sono le nostre vere intenzioni, ciò che realmente cerchiamo e desideriamo, al di là di quanto manifestiamo: «L’uomo vede l’apparenza, ma il Signore vede il cuore» (1 Sam 16,7). Egli cerca di parlarci nel cuore (cfr Os 2,16) e lì desidera scrivere la sua Legge (cfr Ger 31,33). In definitiva, vuole darci un cuore nuovo (cfr Ez 36,26).\n\n84. «Più di ogni cosa degna di cura custodisci il tuo cuore» (Pr 4,23). Nulla di macchiato dalla falsità ha valore reale per il Signore. Egli «fugge ogni inganno, si tiene lontano dai discorsi insensati» (Sap 1,5). Il Padre, che «vede nel segreto» (Mt 6,6), riconosce ciò che non è pulito, vale a dire ciò che non è sincero, ma solo scorza e apparenza, come pure il Figlio sa «quello che c’è nell’uomo» (Gv 2,25).\n\n85. È vero che non c’è amore senza opere d’amore, ma questa beatitudine ci ricorda che il Signore si aspetta una dedizione al fratello che sgorghi dal cuore, poiché «se anche dessi in cibo tutti i miei beni e consegnassi il mio corpo per averne vanto, ma non avessi la carità, a nulla mi servirebbe» (1 Cor 13,3). Nel vangelo di Matteo vediamo pure che quanto viene dal cuore è ciò che rende impuro l’uomo (cfr 15,18), perché da lì procedono gli omicidi, i furti, le false testimonianze, e così via (cfr 15,19). Nelle intenzioni del cuore hanno origine i desideri e le decisioni più profondi che realmente ci muovono.\n\n86. Quando il cuore ama Dio e il prossimo (cfr Mt 22,36-40), quando questo è la sua vera intenzione e non parole vuote, allora quel cuore è puro e può vedere Dio. San Paolo, nel suo inno alla carità, ricorda che «adesso noi vediamo come in uno specchio, in modo confuso» (1 Cor 13,12), ma nella misura in cui regna veramente l’amore, diventeremo capaci di vedere «faccia a faccia» (ibid.). Gesù promette che quelli che hanno un cuore puro «vedranno Dio».\n\nMantenere il cuore pulito da tutto ciò che sporca l’amore, questo è santità.\n\n«Beati gli operatori di pace, perché saranno chiamati figli di Dio».\n\n87. Questa beatitudine ci fa pensare alle numerose situazioni di guerra che si ripetono. Per noi è molto comune essere causa di conflitti o almeno di incomprensioni. Per esempio, quando sento qualcosa su qualcuno e vado da un altro e glielo dico; e magari faccio una seconda versione un po’ più ampia e la diffondo. E se riesco a fare più danno, sembra che mi procuri più soddisfazione. Il mondo delle dicerie, fatto da gente che si dedica a criticare e a distruggere, non costruisce la pace. Questa gente è piuttosto nemica della pace e in nessun modo beata.[73]\n\n88. I pacifici sono fonte di pace, costruiscono pace e amicizia sociale. A coloro che si impegnano a seminare pace dovunque, Gesù fa una meravigliosa promessa: «Saranno chiamati figli di Dio» (Mt 5,9). Egli chiedeva ai discepoli che quando fossero giunti in una casa dicessero: «Pace a questa casa!» (Lc 10,5). La Parola di Dio sollecita ogni credente a cercare la pace insieme agli altri (cfr 2 Tm 2,22), perché «per coloro che fanno opera di pace viene seminato nella pace un frutto di giustizia» (Gc 3,18). E se in qualche caso nella nostra comunità abbiamo dubbi su che cosa si debba fare, «cerchiamo ciò che porta alla pace» (Rm 14,19), perché l’unità è superiore al conflitto.[74]\n\n89. Non è facile costruire questa pace evangelica che non esclude nessuno, ma che integra anche quelli che sono un po’ strani, le persone difficili e complicate, quelli che chiedono attenzione, quelli che sono diversi, chi è molto colpito dalla vita, chi ha altri interessi. È duro e richiede una grande apertura della mente e del cuore, poiché non si tratta di «un consenso a tavolino o [di] un’effimera pace per una minoranza felice»[75], né di un progetto «di pochi indirizzato a pochi».[76] Nemmeno cerca di ignorare o dissimulare i conflitti, ma di «accettare di sopportare il conflitto, risolverlo e trasformarlo in un anello di collegamento di un nuovo processo».[77] Si tratta di essere artigiani della pace, perché costruire la pace è un’arte che richiede serenità, creatività, sensibilità e destrezza.\n\nSeminare pace intorno a noi, questo è santità.\n\n«Beati i perseguitati per la giustizia, perché di essi è il regno dei cieli».\n\n90. Gesù stesso sottolinea che questo cammino va controcorrente fino al punto da farci diventare persone che con la propria vita mettono in discussione la società, persone che danno fastidio. Gesù ricorda quanta gente è perseguitata ed è stata perseguitata semplicemente per aver lottato per la giustizia, per aver vissuto i propri impegni con Dio e con gli altri. Se non vogliamo sprofondare in una oscura mediocrità, non pretendiamo una vita comoda, perché «chi vuol salvare la propria vita, la perderà» (Mt 16,25).\n\n91. Non si può aspettare, per vivere il Vangelo, che tutto intorno a noi sia favorevole, perché molte volte le ambizioni del potere e gli interessi mondani giocano contro di noi. San Giovanni Paolo II diceva che «è alienata la società che, nelle sue forme di organizzazione sociale, di produzione e di consumo, rende più difficile la realizzazione [del] dono [di sé] e il costituirsi [della] solidarietà interumana»[78]. In una tale società alienata, intrappolata in una trama politica, mediatica, economica, culturale e persino religiosa che ostacola l’autentico sviluppo umano e sociale, vivere le Beatitudini diventa difficile e può essere addirittura una cosa malvista, sospetta, ridicolizzata.\n\n92. La croce, soprattutto le stanchezze e i patimenti che sopportiamo per vivere il comandamento dell’amore e il cammino della giustizia, è fonte di maturazione e di santificazione. Ricordiamo che, quando il Nuovo Testamento parla delle sofferenze che bisogna sopportare per il Vangelo, si riferisce precisamente alle persecuzioni (cfr At 5,41; Fil 1,29; Col 1,24; 2 Tm 1,12; 1 Pt 2,20; 4,14-16; Ap 2,10).\n\n93. Parliamo però delle persecuzioni inevitabili, non di quelle che ci potremmo procurare noi stessi con un modo sbagliato di trattare gli altri. Un santo non è una persona eccentrica, distaccata, che si rende insopportabile per la sua vanità, la sua negatività e i suoi risentimenti. Non erano così gli Apostoli di Cristo. Il libro degli Atti racconta insistentemente che essi godevano della simpatia «di tutto il popolo» (2,47; cfr 4,21.33; 5,13), mentre alcune autorità li ricercavano e li perseguitavano (cfr 4,1-3; 5,17-18).\n\n94. Le persecuzioni non sono una realtà del passato, perché anche oggi le soffriamo, sia in maniera cruenta, come tanti martiri contemporanei, sia in un modo più sottile, attraverso calunnie e falsità. Gesù dice che ci sarà beatitudine quando «mentendo, diranno ogni sorta di male contro di voi per causa mia» (Mt 5,11). Altre volte si tratta di scherni che tentano di sfigurare la nostra fede e di farci passare per persone ridicole.\n\nAccettare ogni giorno la via del Vangelo nonostante ci procuri problemi, questo è santità.\n\nLa grande regola di comportamento\n\n95. Nel capitolo 25 del vangelo di Matteo (vv. 31-46), Gesù torna a soffermarsi su una di queste beatitudini, quella che dichiara beati i misericordiosi. Se cerchiamo quella santità che è gradita agli occhi di Dio, in questo testo troviamo proprio una regola di comportamento in base alla quale saremo giudicati: «Ho avuto fame e mi avete dato da mangiare, ho avuto sete e mi avete dato da bere, ero straniero e mi avete accolto, nudo e mi avete vestito, malato e mi avete visitato, ero in carcere e siete venuti a trovarmi» (25,35-36).\n\nPer fedeltà al Maestro\n\n96. Essere santi non significa, pertanto, lustrarsi gli occhi in una presunta estasi. Diceva san Giovanni Paolo II che «se siamo ripartiti davvero dalla contemplazione di Cristo, dovremo saperlo scorgere soprattutto nel volto di coloro con i quali egli stesso ha voluto identificarsi».[79] Il testo di Matteo 25,35-36 «non è un semplice invito alla carità: è una pagina di cristologia, che proietta un fascio di luce sul mistero di Cristo».[80] In questo richiamo a riconoscerlo nei poveri e nei sofferenti si rivela il cuore stesso di Cristo, i suoi sentimenti e le sue scelte più profonde, alle quali ogni santo cerca di conformarsi.\n\n97. Davanti alla forza di queste richieste di Gesù è mio dovere pregare i cristiani di accettarle e di accoglierle con sincera apertura, “sine glossa”, vale a dire senza commenti, senza elucubrazioni e scuse che tolgano ad esse forza. Il Signore ci ha lasciato ben chiaro che la santità non si può capire né vivere prescindendo da queste sue esigenze, perché la misericordia è il «cuore pulsante del Vangelo».[81]\n\n98. Quando incontro una persona che dorme alle intemperie, in una notte fredda, posso sentire che questo fagotto è un imprevisto che mi intralcia, un delinquente ozioso, un ostacolo sul mio cammino, un pungiglione molesto per la mia coscienza, un problema che devono risolvere i politici, e forse anche un’immondizia che sporca lo spazio pubblico. Oppure posso reagire a partire dalla fede e dalla carità e riconoscere in lui un essere umano con la mia stessa dignità, una creatura infinitamente amata dal Padre, un’immagine di Dio, un fratello redento da Cristo. Questo è essere cristiani! O si può forse intendere la santità prescindendo da questo riconoscimento vivo della dignità di ogni essere umano?[82]\n\n99. Questo implica per i cristiani una sana e permanente insoddisfazione. Anche se dare sollievo a una sola persona già giustificherebbe tutti i nostri sforzi, ciò non ci basta. I Vescovi del Canada lo hanno affermato chiaramente mostrando che, negli insegnamenti biblici riguardo al Giubileo, per esempio, non si tratta solo di realizzare alcune buone azioni, bensì di cercare un cambiamento sociale: «Affinché anche le generazioni a venire fossero liberate, evidentemente l’obiettivo doveva essere il ripristino di sistemi sociali ed economici giusti perché non potesse più esserci esclusione».[83]\n\nLe ideologie che mutilano il cuore del Vangelo\n\n100. Purtroppo a volte le ideologie ci portano a due errori nocivi. Da una parte, quello dei cristiani che separano queste esigenze del Vangelo dalla propria relazione personale con il Signore, dall’unione interiore con Lui, dalla grazia. Così si trasforma il cristianesimo in una sorta di ONG, privandolo di quella luminosa spiritualità che così bene hanno vissuto e manifestato san Francesco d’Assisi, san Vincenzo de Paoli, santa Teresa di Calcutta e molti altri. A questi grandi santi né la preghiera, né l’amore di Dio, né la lettura del Vangelo diminuirono la passione e l’efficacia della loro dedizione al prossimo, ma tutto il contrario.\n\n101. Nocivo e ideologico è anche l’errore di quanti vivono diffidando dell’impegno sociale degli altri, considerandolo qualcosa di superficiale, mondano, secolarizzato, immanentista, comunista, populista. O lo relativizzano come se ci fossero altre cose più importanti o come se interessasse solo una determinata etica o una ragione che essi difendono. La difesa dell’innocente che non è nato, per esempio, deve essere chiara, ferma e appassionata, perché lì è in gioco la dignità della vita umana, sempre sacra, e lo esige l’amore per ogni persona al di là del suo sviluppo. Ma ugualmente sacra è la vita dei poveri che sono già nati, che si dibattono nella miseria, nell’abbandono, nell’esclusione, nella tratta di persone, nell’eutanasia nascosta dei malati e degli anziani privati di cura, nelle nuove forme di schiavitù, e in ogni forma di scarto.[84] Non possiamo proporci un ideale di santità che ignori l’ingiustizia di questo mondo, dove alcuni festeggiano, spendono allegramente e riducono la propria vita alle novità del consumo, mentre altri guardano solo da fuori e intanto la loro vita passa e finisce miseramente.\n\n102. Spesso si sente dire che, di fronte al relativismo e ai limiti del mondo attuale, sarebbe un tema marginale, per esempio, la situazione dei migranti. Alcuni cattolici affermano che è un tema secondario rispetto ai temi “seri” della bioetica. Che dica cose simili un politico preoccupato per i suoi successi si può comprendere, ma non un cristiano, a cui si addice solo l’atteggiamento di mettersi nei panni di quel fratello che rischia la vita per dare un futuro ai suoi figli. Possiamo riconoscere che è precisamente quello che ci chiede Gesù quando ci dice che accogliamo Lui stesso in ogni forestiero (cfr Mt 25,35)? San Benedetto lo aveva accettato senza riserve e, anche se ciò avrebbe potuto “complicare” la vita dei monaci, stabilì che tutti gli ospiti che si presentassero al monastero li si accogliesse «come Cristo»,[85] esprimendolo perfino con gesti di adorazione,[86] e che i poveri pellegrini li si trattasse «con la massima cura e sollecitudine».[87]\n\n103. Qualcosa di simile prospetta l’Antico Testamento quando dice: «Non molesterai il forestiero né lo opprimerai, perché voi siete stati forestieri in terra d’Egitto» (Es 22,20). «Il forestiero dimorante fra voi lo tratterete come colui che è nato fra voi; tu l’amerai come te stesso, perché anche voi siete stati forestieri in terra d’Egitto» (Lv 19,33-34). Pertanto, non si tratta dell’invenzione di un Papa o di un delirio passeggero. Anche noi, nel contesto attuale, siamo chiamati a vivere il cammino di illuminazione spirituale che ci presentava il profeta Isaia quando si domandava che cosa è gradito a Dio: «Non consiste forse nel dividere il pane con l’affamato, nell’introdurre in casa i miseri, senza tetto, nel vestire uno che vedi nudo, senza trascurare i tuoi parenti? Allora la tua luce sorgerà come l’aurora» (58,7-8).\n\nIl culto che Lui più gradisce\n\n104. Potremmo pensare che diamo gloria a Dio solo con il culto e la preghiera, o unicamente osservando alcune norme etiche – è vero che il primato spetta alla relazione con Dio –, e dimentichiamo che il criterio per valutare la nostra vita è anzitutto ciò che abbiamo fatto agli altri. La preghiera è preziosa se alimenta una donazione quotidiana d’amore. Il nostro culto è gradito a Dio quando vi portiamo i propositi di vivere con generosità e quando lasciamo che il dono di Dio che in esso riceviamo si manifesti nella dedizione ai fratelli.\n\n105. Per la stessa ragione, il modo migliore per discernere se il nostro cammino di preghiera è autentico sarà osservare in che misura la nostra vita si va trasformando alla luce della misericordia. Perché «la misericordia non è solo l’agire del Padre, ma diventa il criterio per capire chi sono i suoi veri figli».[88] Essa è «l’architrave che sorregge la vita della Chiesa».[89] Desidero sottolineare ancora una volta che, benché la misericordia non escluda la giustizia e la verità, «anzitutto dobbiamo dire che la misericordia è la pienezza della giustizia e la manifestazione più luminosa della verità di Dio».[90] Essa «è la chiave del cielo».[91]\n\n106. Non posso tralasciare di ricordare quell’interrogativo che si poneva san Tommaso d’Aquino quando si domandava quali sono le nostre azioni più grandi, quali sono le opere esterne che meglio manifestano il nostro amore per Dio. Egli rispose senza dubitare che sono le opere di misericordia verso il prossimo,[92] più che gli atti di culto: «Noi non esercitiamo il culto verso Dio con sacrifici e con offerte esteriori a vantaggio suo, ma a vantaggio nostro e del prossimo: Egli infatti non ha bisogno dei nostri sacrifici, ma vuole che essi gli vengano offerti per la nostra devozione e a vantaggio del prossimo. Perciò la misericordia con la quale si soccorre la miseria altrui è un sacrificio a lui più accetto, assicurando esso più da vicino il bene del prossimo».[93]\n\n107. Chi desidera veramente dare gloria a Dio con la propria vita, chi realmente anela a santificarsi perché la sua esistenza glorifichi il Santo, è chiamato a tormentarsi, spendersi e stancarsi cercando di vivere le opere di misericordia. È ciò che aveva capito molto bene santa Teresa di Calcutta: «Sì, ho molte debolezze umane, molte miserie umane. […] Ma Lui si abbassa e si serve di noi, di te e di me, per essere suo amore e sua compassione nel mondo, nonostante i nostri peccati, nonostante le nostre miserie e i nostri difetti. Lui dipende da noi per amare il mondo e dimostrargli quanto lo ama. Se ci occupiamo troppo di noi stessi, non ci resterà tempo per gli altri».[94]\n\n108. Il consumismo edonista può giocarci un brutto tiro, perché nell’ossessione di divertirsi finiamo con l’essere eccessivamente concentrati su noi stessi, sui nostri diritti e nell’esasperazione di avere tempo libero per godersi la vita. Sarà difficile che ci impegniamo e dedichiamo energie a dare una mano a chi sta male se non coltiviamo una certa austerità, se non lottiamo contro questa febbre che ci impone la società dei consumi per venderci cose, e che alla fine ci trasforma in poveri insoddisfatti che vogliono avere tutto e provare tutto. Anche il consumo di informazione superficiale e le forme di comunicazione rapida e virtuale possono essere un fattore di stordimento che si porta via tutto il nostro tempo e ci allontana dalla carne sofferente dei fratelli. In mezzo a questa voragine attuale, il Vangelo risuona nuovamente per offrirci una vita diversa, più sana e più felice.\n\n* * *\n\n109. La forza della testimonianza dei santi sta nel vivere le Beatitudini e la regola di comportamento del giudizio finale. Sono poche parole, semplici, ma pratiche e valide per tutti, perché il cristianesimo è fatto soprattutto per essere praticato, e se è anche oggetto di riflessione, ciò ha valore solo quando ci aiuta a vivere il Vangelo nella vita quotidiana. Raccomando vivamente di rileggere spesso questi grandi testi biblici, di ricordarli, di pregare con essi e tentare di incarnarli. Ci faranno bene, ci renderanno genuinamente felici.\n\nCAPITOLO QUARTO\n\nALCUNE CARATTERISTICHE DELLA SANTITÀ\n\nNEL MONDO ATTUALE\n\n110. All’interno del grande quadro della santità che ci propongono le Beatitudini e Matteo 25,31-46, vorrei raccogliere alcune caratteristiche o espressioni spirituali che, a mio giudizio, sono indispensabili per comprendere lo stile di vita a cui il Signore ci chiama. Non mi fermerò a spiegare i mezzi di santificazione che già conosciamo: i diversi metodi di preghiera, i preziosi sacramenti dell’Eucaristia e della Riconciliazione, l’offerta dei sacrifici, le varie forme di devozione, la direzione spirituale, e tanti altri. Mi riferirò solo ad alcuni aspetti della chiamata alla santità che spero risuonino in maniera speciale.\n\n111. Queste caratteristiche che voglio evidenziare non sono tutte quelle che possono costituire un modello di santità, ma sono cinque grandi manifestazioni dell’amore per Dio e per il prossimo che considero di particolare importanza a motivo di alcuni rischi e limiti della cultura di oggi. In essa si manifestano: l’ansietà nervosa e violenta che ci disperde e debilita; la negatività e la tristezza; l’accidia comoda, consumista ed egoista; l’individualismo, e tante forme di falsa spiritualità senza incontro con Dio che dominano nel mercato religioso attuale.\n\nSopportazione, pazienza e mitezza\n\n112. La prima di queste grandi caratteristiche è rimanere centrati, saldi in Dio che ama e sostiene. A partire da questa fermezza interiore è possibile sopportare, sostenere le contrarietà, le vicissitudini della vita, e anche le aggressioni degli altri, le loro infedeltà e i loro difetti: «Se Dio è con noi, chi sarà contro di noi?» (Rm 8,31). Questo è fonte di pace che si esprime negli atteggiamenti di un santo. Sulla base di tale solidità interiore, la testimonianza di santità, nel nostro mondo accelerato, volubile e aggressivo, è fatta di pazienza e costanza nel bene. E’ la fedeltà dell’amore, perché chi si appoggia su Dio (pistis) può anche essere fedele davanti ai fratelli (pistós), non li abbandona nei momenti difficili, non si lascia trascinare dall’ansietà e rimane accanto agli altri anche quando questo non gli procura soddisfazioni immediate.\n\n113. San Paolo invitava i cristiani di Roma a non rendere «a nessuno male per male» (Rm 12,17), a non voler farsi giustizia da sé stessi (cfr v. 19) e a non lasciarsi vincere dal male, ma a vincere il male con il bene (cfr v. 21). Questo atteggiamento non è segno di debolezza ma della vera forza, perché Dio stesso «è lento all’ira, ma grande nella potenza» (Na 1,3). La Parola di Dio ci ammonisce: «Scompaiano da voi ogni asprezza, sdegno, ira, grida e maldicenze con ogni sorta di malignità» (Ef 4,31).\n\n114. E’ necessario lottare e stare in guardia davanti alle nostre inclinazioni aggressive ed egocentriche per non permettere che mettano radici: «Adiratevi, ma non peccate; non tramonti il sole sopra la vostra ira» (Ef 4,26). Quando ci sono circostanze che ci opprimono, possiamo sempre ricorrere all’ancora della supplica, che ci conduce a stare nuovamente nelle mani di Dio e vicino alla fonte della pace: «Non angustiatevi per nulla, ma in ogni circostanza fate presenti a Dio le vostre richieste con preghiere, suppliche e ringraziamenti. E la pace di Dio, che supera ogni intelligenza, custodirà i vostri cuori» (Fil 4,6-7).\n\n115. Anche i cristiani possono partecipare a reti di violenza verbale mediante internet e i diversi ambiti o spazi di interscambio digitale. Persino nei media cattolici si possono eccedere i limiti, si tollerano la diffamazione e la calunnia, e sembrano esclusi ogni etica e ogni rispetto per il buon nome altrui. Così si verifica un pericoloso dualismo, perché in queste reti si dicono cose che non sarebbero tollerabili nella vita pubblica, e si cerca di compensare le proprie insoddisfazioni scaricando con rabbia i desideri di vendetta. E’ significativo che a volte, pretendendo di difendere altri comandamenti, si passi sopra completamente all’ottavo: «Non dire falsa testimonianza», e si distrugga l’immagine altrui senza pietà. Lì si manifesta senza alcun controllo che la lingua è «il mondo del male» e «incendia tutta la nostra vita, traendo la sua fiamma dalla Geenna» (Gc 3,6).\n\n116. La fermezza interiore, che è opera della grazia, ci preserva dal lasciarci trascinare dalla violenza che invade la vita sociale, perché la grazia smorza la vanità e rende possibile la mitezza del cuore. Il santo non spreca le sue energie lamentandosi degli errori altrui, è capace di fare silenzio davanti ai difetti dei fratelli ed evita la violenza verbale che distrugge e maltratta, perché non si ritiene degno di essere duro con gli altri, ma piuttosto li considera «superiori a sé stesso» (Fil 2,3).\n\n117. Non ci fa bene guardare dall’alto in basso, assumere il ruolo di giudici spietati, considerare gli altri come indegni e pretendere continuamente di dare lezioni. Questa è una sottile forma di violenza.[95] San Giovanni della Croce proponeva un’altra cosa: «Sii più inclinato ad essere ammaestrato da tutti che a volere ammaestrare chi è inferiore a tutti».[96] E aggiungeva un consiglio per tenere lontano il demonio: «Rallegrandoti del bene degli altri come se fosse tuo e cercando sinceramente che questi siano preferiti a te in tutte le cose. In tal modo vincerai il male con il bene, caccerai lontano da te il demonio e ne ricaverai gioia di spirito. Cerca di fare ciò specialmente con coloro i quali meno ti sono simpatici. Sappi che se non ti eserciterai in questo campo, non giungerai alla vera carità né farai profitto in essa».[97]\n\n118. L’umiltà può radicarsi nel cuore solamente attraverso le umiliazioni. Senza di esse non c’è umiltà né santità. Se tu non sei capace di sopportare e offrire alcune umiliazioni non sei umile e non sei sulla via della santità. La santità che Dio dona alla sua Chiesa viene mediante l’umiliazione del suo Figlio: questa è la via. L’umiliazione ti porta ad assomigliare a Gesù, è parte ineludibile dell’imitazione di Cristo: «Cristo patì per voi, lasciandovi un esempio, perché ne seguiate le orme» (1 Pt 2,21). Egli a sua volta manifesta l’umiltà del Padre, che si umilia per camminare con il suo popolo, che sopporta le sue infedeltà e mormorazioni (cfr Es 34,6-9; Sap 11,23-12,2; Lc 6,36). Per questa ragione gli Apostoli, dopo l’umiliazione, erano «lieti di essere stati giudicati degni di subire oltraggi per il nome di Gesù» (At 5,41).\n\n119. Non mi riferisco solo alle situazioni violente di martirio, ma alle umiliazioni quotidiane di coloro che sopportano per salvare la propria famiglia, o evitano di parlare bene di sé stessi e preferiscono lodare gli altri invece di gloriarsi, scelgono gli incarichi meno brillanti, e a volte preferiscono addirittura sopportare qualcosa di ingiusto per offrirlo al Signore: «Se, facendo il bene, sopporterete con pazienza la sofferenza, ciò sarà gradito davanti a Dio» (1 Pt 2,20). Non è camminare a capo chino, parlare poco o sfuggire dalla società. A volte, proprio perché è libero dall’egocentrismo, qualcuno può avere il coraggio di discutere amabilmente, di reclamare giustizia o di difendere i deboli davanti ai potenti, benché questo gli procuri conseguenze negative per la sua immagine.\n\n120. Non dico che l’umiliazione sia qualcosa di gradevole, perché questo sarebbe masochismo, ma che si tratta di una via per imitare Gesù e crescere nell’unione con Lui. Questo non è comprensibile sul piano naturale e il mondo ridicolizza una simile proposta. E’ una grazia che abbiamo bisogno di supplicare: “Signore, quando vengono le umiliazioni, aiutami a sentire che mi trovo dietro di te, sulla tua via”.\n\n121. Tale atteggiamento presuppone un cuore pacificato da Cristo, libero da quell’aggressività che scaturisce da un io troppo grande. La stessa pacificazione, operata dalla grazia, ci permette di mantenere una sicurezza interiore e resistere, perseverare nel bene «anche se vado per una valle oscura» (Sal 23,4) o anche «se contro di me si accampa un esercito» (Sal 27,3). Saldi nel Signore, la Roccia, possiamo cantare: «In pace mi corico e subito mi addormento, perché tu solo, Signore, fiducioso mi fai riposare» (Sal 4,9). In definitiva, Cristo «è la nostra pace» (Ef 2,14) ed è venuto a «dirigere i nostri passi sulla via della pace» (Lc 1,79). Egli comunicò a santa Faustina Kowalska che «l’umanità non troverà pace, finché non si rivolgerà con fiducia alla Mia Misericordia».[98] Non cadiamo dunque nella tentazione di cercare la sicurezza interiore nei successi, nei piaceri vuoti, nel possedere, nel dominio sugli altri o nell’immagine sociale: «Vi do la mia pace», ma «non come la dà il mondo» (Gv 14,27).\n\nGioia e senso dell’umorismo\n\n122. Quanto detto finora non implica uno spirito inibito, triste, acido, malinconico, o un basso profilo senza energia. Il santo è capace di vivere con gioia e senso dell’umorismo. Senza perdere il realismo, illumina gli altri con uno spirito positivo e ricco di speranza. Essere cristiani è «gioia nello Spirito Santo» (Rm 14,17), perché «all’amore di carità segue necessariamente la gioia. Poiché chi ama gode sempre dell’unione con l’amato […] Per cui alla carità segue la gioia».[99] Abbiamo ricevuto la bellezza della sua Parola e la accogliamo «in mezzo a grandi prove, con la gioia dello Spirito Santo» (1 Ts 1,6). Se lasciamo che il Signore ci faccia uscire dal nostro guscio e ci cambi la vita, allora potremo realizzare ciò che chiedeva san Paolo: «Siate sempre lieti nel Signore, ve lo ripeto: siate lieti» (Fil 4,4).\n\n123. I profeti annunciavano il tempo di Gesù, che noi stiamo vivendo, come una rivelazione della gioia: «Canta ed esulta!» (Is 12,6); «Sali su un alto monte, tu che annunci liete notizie a Sion! Alza la tua voce con forza, tu che annunci liete notizie a Gerusalemme» (Is 40,9); «Gridate di gioia, o monti, perché il Signore consola il suo popolo e ha misericordia dei suoi poveri» (Is 49,13); «Esulta grandemente, figlia di Sion, giubila, figlia di Gerusalemme! Ecco, a te viene il tuo re. Egli è giusto e vittorioso» (Zc 9,9). E non dimentichiamo l’esortazione di Neemia: «Non vi rattristate, perché la gioia del Signore è la vostra forza» (8,10).\n\n124. Maria, che ha saputo scoprire la novità portata da Gesù, cantava: «Il mio spirito esulta» (Lc 1,47) e Gesù stesso «esultò di gioia nello Spirito Santo» (Lc 10,21). Quando Lui passava, «la folla intera esultava» (Lc 13,17). Dopo la sua risurrezione, dove giungevano i discepoli si riscontrava «una grande gioia» (At 8,8). A noi Gesù dà una sicurezza: «Voi sarete nella tristezza, ma la vostra tristezza si cambierà in gioia. […] Vi vedrò di nuovo e il vostro cuore si rallegrerà e nessuno potrà togliervi la vostra gioia» (Gv 16,20.22). «Vi ho detto queste cose perché la mia gioia sia in voi e la vostra gioia sia piena» (Gv 15,11).\n\n125. Ci sono momenti duri, tempi di croce, ma niente può distruggere la gioia soprannaturale, che «si adatta e si trasforma, e sempre rimane almeno come uno spiraglio di luce che nasce dalla certezza personale di essere infinitamente amato, al di là di tutto».[100] E’ una sicurezza interiore, una serenità piena di speranza che offre una soddisfazione spirituale incomprensibile secondo i criteri mondani.\n\n126. Ordinariamente la gioia cristiana è accompagnata dal senso dell’umorismo, così evidente, ad esempio, in san Tommaso Moro, in san Vincenzo de Paoli o in san Filippo Neri. Il malumore non è un segno di santità: «Caccia la malinconia dal tuo cuore» (Qo 11,10). E’ così tanto quello che riceviamo dal Signore «perché possiamo goderne» (1 Tm 6,17), che a volte la tristezza è legata all’ingratitudine, con lo stare talmente chiusi in sé stessi da diventare incapaci di riconoscere i doni di Dio.[101]\n\n127. Il suo amore paterno ci invita: «Figlio, […] trattati bene […]. Non privarti di un giorno felice» (Sir 14,11.14). Ci vuole positivi, grati e non troppo complicati: «Nel giorno lieto sta’ allegro […]. Dio ha creato gli esseri umani retti, ma essi vanno in cerca di infinite complicazioni» (Qo 7,14.29). In ogni situazione, occorre mantenere uno spirito flessibile, e fare come san Paolo: «Ho imparato a bastare a me stesso in ogni occasione» (Fil 4,11). E’ quello che viveva san Francesco d’Assisi, capace di commuoversi di gratitudine davanti a un pezzo di pane duro, o di lodare felice Dio solo per la brezza che accarezzava il suo volto.\n\n128. Non sto parlando della gioia consumista e individualista così presente in alcune esperienze culturali di oggi. Il consumismo infatti non fa che appesantire il cuore; può offrire piaceri occasionali e passeggeri, ma non gioia. Mi riferisco piuttosto a quella gioia che si vive in comunione, che si condivide e si partecipa, perché «si è più beati nel dare che nel ricevere» (At 20,35) e «Dio ama chi dona con gioia» (2 Cor 9,7). L’amore fraterno moltiplica la nostra capacità di gioia, poiché ci rende capaci di gioire del bene degli altri: «Rallegratevi con quelli che sono nella gioia» (Rm 12,15). «Ci rallegriamo quando noi siamo deboli e voi siete forti» (2 Cor 13,9). Invece, se «ci concentriamo soprattutto sulle nostre necessità, ci condanniamo a vivere con poca gioia».[102]\n\nAudacia e fervore\n\n129. Nello stesso tempo, la santità è parresia: è audacia, è slancio evangelizzatore che lascia un segno in questo mondo. Perché ciò sia possibile, Gesù stesso ci viene incontro e ci ripete con serenità e fermezza: «Non abbiate paura» (Mc 6,50). «Io sono con voi tutti i giorni, fino alla fine del mondo» (Mt 28,20). Queste parole ci permettono di camminare e servire con quell’atteggiamento pieno di coraggio che lo Spirito Santo suscitava negli Apostoli spingendoli ad annunciare Gesù Cristo. Audacia, entusiasmo, parlare con libertà, fervore apostolico, tutto questo è compreso nel vocabolo parresia, parola con cui la Bibbia esprime anche la libertà di un’esistenza che è aperta, perché si trova disponibile per Dio e per i fratelli (cfr At 4,29; 9,28; 28,31; 2 Cor 3,12; Ef 3,12; Eb 3,6; 10,19).\n\n130. Il beato Paolo VI menzionava tra gli ostacoli dell’evangelizzazione proprio la carenza di parresia: «la mancanza di fervore, tanto più grave perché nasce dal di dentro».[103] Quante volte ci sentiamo strattonati per fermarci sulla comoda riva! Ma il Signore ci chiama a navigare al largo e a gettare le reti in acque più profonde (cfr Lc 5,4). Ci invita a spendere la nostra vita al suo servizio. Aggrappati a Lui abbiamo il coraggio di mettere tutti i nostri carismi al servizio degli altri. Potessimo sentirci spinti dal suo amore (cfr 2 Cor 5,14) e dire con san Paolo: «Guai a me se non annuncio il Vangelo!» (1 Cor 9,16).\n\n131. Guardiamo a Gesù: la sua compassione profonda non era qualcosa che lo concentrasse su di sé, non era una compassione paralizzante, timida o piena di vergogna come molte volte succede a noi, ma tutto il contrario. Era una compassione che lo spingeva a uscire da sé con forza per annunciare, per inviare in missione, per inviare a guarire e a liberare. Riconosciamo la nostra fragilità ma lasciamo che Gesù la prenda nelle sue mani e ci lanci in missione. Siamo fragili, ma portatori di un tesoro che ci rende grandi e che può rendere più buoni e felici quelli che lo accolgono. L’audacia e il coraggio apostolico sono costitutivi della missione.\n\n132. La parresia è sigillo dello Spirito, testimonianza dell’autenticità dell’annuncio. E’ felice sicurezza che ci porta a gloriarci del Vangelo che annunciamo, è fiducia irremovibile nella fedeltà del Testimone fedele, che ci dà la certezza che nulla «potrà mai separarci dall’amore di Dio» (Rm 8,39).\n\n133. Abbiamo bisogno della spinta dello Spirito per non essere paralizzati dalla paura e dal calcolo, per non abituarci a camminare soltanto entro confini sicuri. Ricordiamoci che ciò che rimane chiuso alla fine ha odore di umidità e ci fa ammalare. Quando gli Apostoli provarono la tentazione di lasciarsi paralizzare dai timori e dai pericoli, si misero a pregare insieme chiedendo la parresia: «E ora, Signore, volgi lo sguardo alle loro minacce e concedi ai tuoi servi di proclamare con tutta franchezza la tua parola» (At 4,29). E la risposta fu che «quand’ebbero terminato la preghiera, il luogo in cui erano radunati tremò e tutti furono colmati di Spirito Santo e proclamavano la parola di Dio con franchezza» (At 4,31).\n\n134. Come il profeta Giona, sempre portiamo latente in noi la tentazione di fuggire in un luogo sicuro che può avere molti nomi: individualismo, spiritualismo, chiusura in piccoli mondi, dipendenza, sistemazione, ripetizione di schemi prefissati, dogmatismo, nostalgia, pessimismo, rifugio nelle norme. Talvolta facciamo fatica ad uscire da un territorio che ci era conosciuto e a portata di mano. Tuttavia, le difficoltà possono essere come la tempesta, la balena, il verme che fece seccare il ricino di Giona, o il vento e il sole che gli scottarono la testa; e come fu per lui, possono avere la funzione di farci tornare a quel Dio che è tenerezza e che vuole condurci a un’itineranza costante e rinnovatrice.\n\n135. Dio è sempre novità, che ci spinge continuamente a ripartire e a cambiare posto per andare oltre il conosciuto, verso le periferie e le frontiere. Ci conduce là dove si trova l’umanità più ferita e dove gli esseri umani, al di sotto dell’apparenza della superficialità e del conformismo, continuano a cercare la risposta alla domanda sul senso della vita. Dio non ha paura! Non ha paura! Va sempre al di là dei nostri schemi e non teme le periferie. Egli stesso si è fatto periferia (cfr Fil 2,6-8; Gv 1,14). Per questo, se oseremo andare nelle periferie, là lo troveremo: Lui sarà già lì. Gesù ci precede nel cuore di quel fratello, nella sua carne ferita, nella sua vita oppressa, nella sua anima ottenebrata. Lui è già lì.\n\n136. E’ vero che bisogna aprire la porta a Gesù Cristo, perché Lui bussa e chiama (cfr Ap 3,20). Ma a volte mi domando se, a causa dell’aria irrespirabile della nostra autoreferenzialità, Gesù non starà bussando dentro di noi perché lo lasciamo uscire. Nel Vangelo vediamo come Gesù «andava per città e villaggi, predicando e annunciando la buona notizia del regno di Dio» (Lc 8,1). Anche dopo la risurrezione, quando i discepoli partirono in ogni direzione, «il Signore agiva insieme con loro» (Mc 16,20). Questa è la dinamica che scaturisce dal vero incontro.\n\n137. L’abitudine ci seduce e ci dice che non ha senso cercare di cambiare le cose, che non possiamo far nulla di fronte a questa situazione, che è sempre stato così e che tuttavia siamo andati avanti. Per l’abitudine noi non affrontiamo più il male e permettiamo che le cose “vadano come vanno”, o come alcuni hanno deciso che debbano andare. Ma dunque lasciamo che il Signore venga a risvegliarci, a dare uno scossone al nostro torpore, a liberarci dall’inerzia. Sfidiamo l’abitudinarietà, apriamo bene gli occhi e gli orecchi, e soprattutto il cuore, per lasciarci smuovere da ciò che succede intorno a noi e dal grido della Parola viva ed efficace del Risorto.\n\n138. Ci mette in moto l’esempio di tanti sacerdoti, religiose, religiosi e laici che si dedicano ad annunciare e servire con grande fedeltà, molte volte rischiando la vita e certamente a prezzo della loro comodità. La loro testimonianza ci ricorda che la Chiesa non ha bisogno di tanti burocrati e funzionari, ma di missionari appassionati, divorati dall’entusiasmo di comunicare la vera vita. I santi sorprendono, spiazzano, perché la loro vita ci chiama a uscire dalla mediocrità tranquilla e anestetizzante.\n\n139. Chiediamo al Signore la grazia di non esitare quando lo Spirito esige da noi che facciamo un passo avanti; chiediamo il coraggio apostolico di comunicare il Vangelo agli altri e di rinunciare a fare della nostra vita un museo di ricordi. In ogni situazione, lasciamo che lo Spirito Santo ci faccia contemplare la storia nella prospettiva di Gesù risorto. In tal modo la Chiesa, invece di stancarsi, potrà andare avanti accogliendo le sorprese del Signore.\n\nIn comunità\n\n140. E’ molto difficile lottare contro la propria concupiscenza e contro le insidie e tentazioni del demonio e del mondo egoista se siamo isolati. E’ tale il bombardamento che ci seduce che, se siamo troppo soli, facilmente perdiamo il senso della realtà, la chiarezza interiore, e soccombiamo.\n\n141. La santificazione è un cammino comunitario, da fare a due a due. Così lo rispecchiano alcune comunità sante. In varie occasioni la Chiesa ha canonizzato intere comunità che hanno vissuto eroicamente il Vangelo o che hanno offerto a Dio la vita di tutti i loro membri. Pensiamo, ad esempio, ai sette santi fondatori dell’Ordine dei Servi di Maria, alle sette beate religiose del primo monastero della Visitazione di Madrid, a san Paolo Miki e compagni martiri in Giappone, a sant’Andrea Taegon e compagni martiri in Corea, ai santi Rocco Gonzáles e Alfonso Rodríguez e compagni martiri in Sud America. Ricordiamo anche la recente testimonianza dei monaci trappisti di Tibhirine (Algeria), che si sono preparati insieme al martirio. Allo stesso modo ci sono molte coppie di sposi sante, in cui ognuno dei coniugi è stato strumento per la santificazione dell’altro. Vivere e lavorare con altri è senza dubbio una via di crescita spirituale. San Giovanni della Croce diceva a un discepolo: stai vivendo con altri «perché ti lavorino e ti esercitino nella virtù».[104]\n\n142. La comunità è chiamata a creare quello «spazio teologale in cui si può sperimentare la mistica presenza del Signore risorto».[105] Condividere la Parola e celebrare insieme l’Eucaristia ci rende più fratelli e ci trasforma via via in comunità santa e missionaria. Questo dà luogo anche ad autentiche esperienze mistiche vissute in comunità, come fu il caso di san Benedetto e santa Scolastica, o di quel sublime incontro spirituale che vissero insieme sant’Agostino e sua madre santa Monica: «All’avvicinarsi del giorno in cui doveva uscire di questa vita, giorno a te noto, ignoto a noi, accadde, per opera tua, io credo, secondo i tuoi misteriosi ordinamenti, che ci trovassimo lei ed io soli, appoggiati a una finestra prospiciente il giardino della casa che ci ospitava […]. Aprivamo avidamente la bocca del cuore al getto superno della tua fonte, la fonte della vita, che è presso di te […]. E mentre parlavamo e anelavamo verso di lei [la Sapienza], la cogliemmo un poco con lo slancio totale della mente [… così che] la vita eterna [somiglierebbe] a quel momento d’intuizione che ci fece sospirare».[106]\n\n143. Ma queste esperienze non sono la cosa più frequente, né la più importante. La vita comunitaria, in famiglia, in parrocchia, nella comunità religiosa o in qualunque altra, è fatta di tanti piccoli dettagli quotidiani. Questo capitava nella comunità santa che formarono Gesù, Maria e Giuseppe, dove si è rispecchiata in modo paradigmatico la bellezza della comunione trinitaria. Ed è anche ciò che succedeva nella vita comunitaria che Gesù condusse con i suoi discepoli e con la gente semplice del popolo.\n\n144. Ricordiamo come Gesù invitava i suoi discepoli a fare attenzione ai particolari.\n\nIl piccolo particolare che si stava esaurendo il vino in una festa.\n\nIl piccolo particolare che mancava una pecora.\n\nIl piccolo particolare della vedova che offrì le sue due monetine.\n\nIl piccolo particolare di avere olio di riserva per le lampade se lo sposo ritarda.\n\nIl piccolo particolare di chiedere ai discepoli di vedere quanti pani avevano.\n\nIl piccolo particolare di avere un fuocherello pronto e del pesce sulla griglia mentre aspettava i discepoli all’alba.\n\n145. La comunità che custodisce i piccoli particolari dell’amore,[107] dove i membri si prendono cura gli uni degli altri e costituiscono uno spazio aperto ed evangelizzatore, è luogo della presenza del Risorto che la va santificando secondo il progetto del Padre. A volte, per un dono dell’amore del Signore, in mezzo a questi piccoli particolari ci vengono regalate consolanti esperienze di Dio: «Una sera d’inverno compivo come al solito il mio piccolo servizio, […] a un tratto udii in lontananza il suono armonioso di uno strumento musicale: allora mi immaginai un salone ben illuminato tutto splendente di ori, ragazze elegantemente vestite che si facevano a vicenda complimenti e convenevoli mondani; poi il mio sguardo cadde sulla povera malata che sostenevo; invece di una melodia udivo ogni tanto i suoi gemiti lamentosi […]. Non posso esprimere ciò che accadde nella mia anima, quello che so è che il Signore la illuminò con i raggi della verità che superano talmente lo splendore tenebroso delle feste della terra, che non potevo credere alla mia felicità».[108]\n\n146. Contro la tendenza all’individualismo consumista che finisce per isolarci nella ricerca del benessere appartato dagli altri, il nostro cammino di santificazione non può cessare di identificarci con quel desiderio di Gesù: che «tutti siano una sola cosa; come tu, Padre, sei in me e io in te» (Gv 17,21).\n\nIn preghiera costante\n\n147. Infine, malgrado sembri ovvio, ricordiamo che la santità è fatta di apertura abituale alla trascendenza, che si esprime nella preghiera e nell’adorazione. Il santo è una persona dallo spirito orante, che ha bisogno di comunicare con Dio. E’ uno che non sopporta di soffocare nell’immanenza chiusa di questo mondo, e in mezzo ai suoi sforzi e al suo donarsi sospira per Dio, esce da sé nella lode e allarga i propri confini nella contemplazione del Signore. Non credo nella santità senza preghiera, anche se non si tratta necessariamente di lunghi momenti o di sentimenti intensi.\n\n148. San Giovanni della Croce raccomandava di «procurare di stare sempre alla presenza di Dio, sia essa reale o immaginaria o unitiva, per quanto lo comporti l’attività».[109] In fondo è il desiderio di Dio che non può fare a meno di manifestarsi in qualche modo attraverso la nostra vita quotidiana: «Sia assiduo all’orazione senza tralasciarla neppure in mezzo alle occupazioni esteriori. Sia che mangi o beva, sia che parli o tratti con i secolari o faccia qualche altra cosa, desideri sempre Dio tenendo in Lui l’affetto del cuore».[110]\n\n149. Ciò nonostante, perché questo sia possibile, sono necessari anche alcuni momenti dedicati solo a Dio, in solitudine con Lui. Per santa Teresa d’Avila la preghiera è «un intimo rapporto di amicizia, un frequente trattenimento da solo a solo con Colui da cui sappiamo d’essere amati».[111] Vorrei insistere sul fatto che questo non è solo per pochi privilegiati, ma per tutti, perché «abbiamo tutti bisogno di questo silenzio carico di presenza adorata».[112] La preghiera fiduciosa è una risposta del cuore che si apre a Dio a tu per tu, dove si fanno tacere tutte le voci per ascoltare la soave voce del Signore che risuona nel silenzio.\n\n150. In tale silenzio è possibile discernere, alla luce dello Spirito, le vie di santità che il Signore ci propone. Diversamente, tutte le nostre decisioni potranno essere soltanto “decorazioni” che, invece di esaltare il Vangelo nella nostra vita, lo ricopriranno e lo soffocheranno. Per ogni discepolo è indispensabile stare con il Maestro, ascoltarlo, imparare da Lui, imparare sempre. Se non ascoltiamo, tutte le nostre parole saranno unicamente rumori che non servono a niente.\n\n151. Ricordiamo che «è la contemplazione del volto di Gesù morto e risorto che ricompone la nostra umanità, anche quella frammentata per le fatiche della vita, o segnata dal peccato. Non dobbiamo addomesticare la potenza del volto di Cristo».[113] mDunque mi permetto di chiederti: ci sono momenti in cui ti poni alla sua presenza in silenzio, rimani con Lui senza fretta, e ti lasci guardare da Lui? Lasci che il suo fuoco infiammi il tuo cuore? Se non permetti che Lui alimenti in esso il calore dell’amore e della tenerezza, non avrai fuoco, e così come potrai infiammare il cuore degli altri con la tua testimonianza e le tue parole? E se davanti al volto di Cristo ancora non riesci a lasciarti guarire e trasformare, allora penetra nelle viscere del Signore, entra nelle sue piaghe, perché lì ha sede la misericordia divina.[114]\n\n152. Prego tuttavia che non intendiamo il silenzio orante come un’evasione che nega il mondo intorno a noi. Il “pellegrino russo”, che camminava in preghiera continua, racconta che quella preghiera non lo separava dalla realtà esterna: «Se mi capitava di incontrare qualcuno, tutte quelle persone senza distinzione mi parevano altrettanto amabili che se fossero state della mia famiglia. […] Non solo sentivo questa luce dentro la mia anima, ma anche il mondo esterno mi appariva bellissimo e incantevole».[115]\n\n153. Nemmeno la storia scompare. La preghiera, proprio perché si nutre del dono di Dio che si riversa nella nostra vita, dovrebbe essere sempre ricca di memoria. La memoria delle opere di Dio è alla base dell’esperienza dell’alleanza tra Dio e il suo popolo. Se Dio ha voluto entrare nella storia, la preghiera è intessuta di ricordi. Non solo del ricordo della Parola rivelata, bensì anche della propria vita, della vita degli altri, di ciò che il Signore ha fatto nella sua Chiesa. E’ la memoria grata di cui pure parla sant’Ignazio di Loyola nella sua «Contemplazione per raggiungere l’amore»,[116] quando ci chiede di riportare alla memoria tutti i benefici che abbiamo ricevuto dal Signore. Guarda la tua storia quando preghi e in essa troverai tanta misericordia. Nello stesso tempo questo alimenterà la tua consapevolezza del fatto che il Signore ti tiene nella sua memoria e non ti dimentica mai. Di conseguenza ha senso chiedergli di illuminare persino i piccoli dettagli della tua esistenza, che a Lui non sfuggono.\n\n154. La supplica è espressione del cuore che confida in Dio, che sa che non può farcela da solo. Nella vita del popolo fedele di Dio troviamo molte suppliche piene di tenerezza credente e di profonda fiducia. Non togliamo valore alla preghiera di domanda, che tante volte ci rasserena il cuore e ci aiuta ad andare avanti lottando con speranza. La supplica di intercessione ha un valore particolare, perché è un atto di fiducia in Dio e insieme un’espressione di amore al prossimo. Alcuni, per pregiudizi spiritualisti, pensano che la preghiera dovrebbe essere una pura contemplazione di Dio, senza distrazioni, come se i nomi e i volti dei fratelli fossero un disturbo da evitare. Al contrario, la realtà è che la preghiera sarà più gradita a Dio e più santificatrice se in essa, con l’intercessione, cerchiamo di vivere il duplice comandamento che ci ha lasciato Gesù. L’intercessione esprime l’impegno fraterno con gli altri quando in essa siamo capaci di includere la vita degli altri, le loro angosce più sconvolgenti e i loro sogni più belli. Di chi si dedica generosamente a intercedere si può dire con le parole bibliche: «Questi è l’amico dei suoi fratelli, che prega molto per il popolo» (2 Mac 15,14).\n\n155. Se veramente riconosciamo che Dio esiste, non possiamo fare a meno di adorarlo, a volte in un silenzio colmo di ammirazione, o di cantare a Lui con lode festosa. Così esprimiamo ciò che viveva il beato Charles de Foucauld quando disse: «Appena credetti che c’era un Dio, compresi che non potevo fare altrimenti che vivere solo per Lui».[117] Anche nella vita del popolo pellegrinante ci sono molti gesti semplici di pura adorazione, come ad esempio quando «lo sguardo del pellegrino si posa su un’immagine che simboleggia la tenerezza e la vicinanza di Dio. L’amore si ferma, contempla il mistero, lo gusta in silenzio».[118]\n\n156. La lettura orante della Parola di Dio, più dolce del miele (cfr Sal 119,103) e «spada a doppio taglio» (Eb 4,12), ci permette di rimanere in ascolto del Maestro affinché sia lampada per i nostri passi, luce sul nostro cammino (cfr Sal 119,105). Come ci hanno ben ricordato i Vescovi dell’India, «la devozione alla Parola di Dio non è solo una delle tante devozioni, una cosa bella ma facoltativa. Appartiene al cuore e all’identità stessa della vita cristiana. La Parola ha in sé la forza per trasformare la vita».[119]\n\n157. L’incontro con Gesù nelle Scritture ci conduce all’Eucaristia, dove la stessa Parola raggiunge la sua massima efficacia, perché è presenza reale di Colui che è Parola vivente. Lì l’unico Assoluto riceve la più grande adorazione che si possa dargli in questo mondo, perché è Cristo stesso che si offre. E quando lo riceviamo nella comunione, rinnoviamo la nostra alleanza con Lui e gli permettiamo di realizzare sempre più la sua azione trasformante.\n\nCAPITOLO QUINTO\n\nCOMBATTIMENTO, VIGILANZA E DISCERNIMENTO\n\n158. La vita cristiana è un combattimento permanente. Si richiedono forza e coraggio per resistere alle tentazioni del diavolo e annunciare il Vangelo. Questa lotta è molto bella, perché ci permette di fare festa ogni volta che il Signore vince nella nostra vita.\n\nIl combattimento e la vigilanza\n\n159. Non si tratta solamente di un combattimento contro il mondo e la mentalità mondana, che ci inganna, ci intontisce e ci rende mediocri, senza impegno e senza gioia. Nemmeno si riduce a una lotta contro la propria fragilità e le proprie inclinazioni (ognuno ha la sua: la pigrizia, la lussuria, l’invidia, le gelosie, e così via). È anche una lotta costante contro il diavolo, che è il principe del male. Gesù stesso festeggia le nostre vittorie. Si rallegrava quando i suoi discepoli riuscivano a progredire nell’annuncio del Vangelo, superando l’opposizione del Maligno, ed esultava: «Vedevo Satana cadere dal cielo come una folgore» (Lc 10,18).\n\nQualcosa di più di un mito\n\n160. Non ammetteremo l’esistenza del diavolo se ci ostiniamo a guardare la vita solo con criteri empirici e senza una prospettiva soprannaturale. Proprio la convinzione che questo potere maligno è in mezzo a noi, è ciò che ci permette di capire perché a volte il male ha tanta forza distruttiva. È vero che gli autori biblici avevano un bagaglio concettuale limitato per esprimere alcune realtà e che ai tempi di Gesù si poteva confondere, ad esempio, un’epilessia con la possessione demoniaca. Tuttavia, questo non deve portarci a semplificare troppo la realtà affermando che tutti i casi narrati nei vangeli erano malattie psichiche e che in definitiva il demonio non esiste o non agisce. La sua presenza si trova nella prima pagina delle Scritture, che terminano con la vittoria di Dio sul demonio.[120] Di fatto, quando Gesù ci ha lasciato il “Padre Nostro” ha voluto che terminiamo chiedendo al Padre che ci liberi dal Maligno. L’espressione che lì si utilizza non si riferisce al male in astratto e la sua traduzione più precisa è «il Maligno». Indica un essere personale che ci tormenta. Gesù ci ha insegnato a chiedere ogni giorno questa liberazione perché il suo potere non ci domini.\n\n161. Non pensiamo dunque che sia un mito, una rappresentazione, un simbolo, una figura o un’idea.[121] Tale inganno ci porta ad abbassare la guardia, a trascurarci e a rimanere più esposti. Lui non ha bisogno di possederci. Ci avvelena con l’odio, con la tristezza, con l’invidia, con i vizi. E così, mentre riduciamo le difese, lui ne approfitta per distruggere la nostra vita, le nostre famiglie e le nostre comunità, perché «come leone ruggente va in giro cercando chi divorare» (1 Pt 5,8).\n\nSvegli e fiduciosi\n\n162. La Parola di Dio ci invita esplicitamente a «resistere alle insidie del diavolo» (Ef 6,11) e a fermare «tutte le frecce infuocate del maligno» (Ef 6,16). Non sono parole poetiche, perché anche il nostro cammino verso la santità è una lotta costante. Chi non voglia riconoscerlo si vedrà esposto al fallimento o alla mediocrità. Per il combattimento abbiamo le potenti armi che il Signore ci dà: la fede che si esprime nella preghiera, la meditazione della Parola di Dio, la celebrazione della Messa, l’adorazione eucaristica, la Riconciliazione sacramentale, le opere di carità, la vita comunitaria, l’impegno missionario. Se ci trascuriamo ci sedurranno facilmente le false promesse del male, perché, come diceva il santo sacerdote Brochero: «Che importa che Lucifero prometta di liberarvi e anzi vi getti in mezzo a tutti i suoi beni, se sono beni ingannevoli, se sono beni avvelenati?».[122]\n\n163. In questo cammino, lo sviluppo del bene, la maturazione spirituale e la crescita dell’amore sono il miglior contrappeso nei confronti del male. Nessuno resiste se sceglie di indugiare in un punto morto, se si accontenta di poco, se smette di sognare di offrire al Signore una dedizione più bella. Peggio ancora se cade in un senso di sconfitta, perché «chi comincia senza fiducia ha perso in anticipo metà della battaglia e sotterra i propri talenti. […] Il trionfo cristiano è sempre una croce, ma una croce che al tempo stesso è vessillo di vittoria, che si porta con una tenerezza combattiva contro gli assalti del male».[123]\n\nLa corruzione spirituale\n\n164. Il cammino della santità è una fonte di pace e di gioia che lo Spirito ci dona, ma nello stesso tempo richiede che stiamo con “le lampade accese” (cfr Lc 12,35) e rimaniamo attenti: «Astenetevi da ogni specie di male» (1 Ts 5,22); «vegliate» (cfr Mc 13,35; Mt 24,42); non addormentiamoci (cfr 1 Ts 5,6). Perché coloro che non si accorgono di commettere gravi mancanze contro la Legge di Dio possono lasciarsi andare ad una specie di stordimento o torpore. Dato che non trovano niente di grave da rimproverarsi, non avvertono quella tiepidezza che a poco a poco si va impossessando della loro vita spirituale e finiscono per logorarsi e corrompersi.\n\n165. La corruzione spirituale è peggiore della caduta di un peccatore, perché si tratta di una cecità comoda e autosufficiente dove alla fine tutto sembra lecito: l’inganno, la calunnia, l’egoismo e tante sottili forme di autoreferenzialità, poiché «anche Satana si maschera da angelo della luce» (2 Cor 11,14). Così terminò i suoi giorni Salomone, mentre il gran peccatore Davide seppe superare la sua miseria. In un passo Gesù ci ha avvertito circa questa tentazione insidiosa che ci fa scivolare verso la corruzione: parla di una persona liberata dal demonio che, pensando che la sua vita fosse ormai pulita, finì posseduta da altri sette spiriti maligni (cfr Lc 11,24-26). Un altro testo biblico usa un’immagine forte: «Il cane è tornato al suo vomito» (2 Pt 2,22; cfr Pro 26,11).\n\nIl discernimento\n\n166. Come sapere se una cosa viene dallo Spirito Santo o se deriva dallo spirito del mondo o dallo spirito del diavolo? L’unico modo è il discernimento, che non richiede solo una buona capacità di ragionare e di senso comune, è anche un dono che bisogna chiedere. Se lo chiediamo con fiducia allo Spirito Santo, e allo stesso tempo ci sforziamo di coltivarlo con la preghiera, la riflessione, la lettura e il buon consiglio, sicuramente potremo crescere in questa capacità spirituale.\n\nUn bisogno urgente\n\n167. Al giorno d’oggi l’attitudine al discernimento è diventata particolarmente necessaria. Infatti la vita attuale offre enormi possibilità di azione e di distrazione e il mondo le presenta come se fossero tutte valide e buone. Tutti, ma specialmente i giovani, sono esposti a uno zapping costante. È possibile navigare su due o tre schermi simultaneamente e interagire nello stesso tempo in diversi scenari virtuali. Senza la sapienza del discernimento possiamo trasformarci facilmente in burattini alla mercé delle tendenze del momento.\n\n168. Questo risulta particolarmente importante quando compare una novità nella propria vita, e dunque bisogna discernere se sia il vino nuovo che viene da Dio o una novità ingannatrice dello spirito del mondo o dello spirito del diavolo. In altre occasioni succede il contrario, perché le forze del male ci inducono a non cambiare, a lasciare le cose come stanno, a scegliere l’immobilismo e la rigidità, e allora impediamo che agisca il soffio dello Spirito. Siamo liberi, con la libertà di Gesù, ma Egli ci chiama a esaminare quello che c’è dentro di noi – desideri, angustie, timori, attese – e quello che accade fuori di noi – i “segni dei tempi” – per riconoscere le vie della libertà piena: «Vagliate ogni cosa e tenete ciò che è buono» (1 Ts 5,21).\n\nSempre alla luce del Signore\n\n169. Il discernimento è necessario non solo in momenti straordinari, o quando bisogna risolvere problemi gravi, oppure quando si deve prendere una decisione cruciale. È uno strumento di lotta per seguire meglio il Signore. Ci serve sempre: per essere capaci di riconoscere i tempi di Dio e la sua grazia, per non sprecare le ispirazioni del Signore, per non lasciar cadere il suo invito a crescere. Molte volte questo si gioca nelle piccole cose, in ciò che sembra irrilevante, perché la magnanimità si rivela nelle cose semplici e quotidiane.[124] Si tratta di non avere limiti per la grandezza, per il meglio e il più bello, ma nello stesso tempo di concentrarsi sul piccolo, sull’impegno di oggi. Pertanto chiedo a tutti i cristiani di non tralasciare di fare ogni giorno, in dialogo con il Signore che ci ama, un sincero esame di coscienza. Al tempo stesso, il discernimento ci conduce a riconoscere i mezzi concreti che il Signore predispone nel suo misterioso piano di amore, perché non ci fermiamo solo alle buone intenzioni.\n\nUn dono soprannaturale\n\n170. È vero che il discernimento spirituale non esclude gli apporti delle sapienze umane, esistenziali, psicologiche, sociologiche o morali. Però le trascende. E neppure gli bastano le sagge norme della Chiesa. Ricordiamo sempre che il discernimento è una grazia. Anche se include la ragione e la prudenza, le supera, perché si tratta di intravedere il mistero del progetto unico e irripetibile che Dio ha per ciascuno e che si realizza in mezzo ai più svariati contesti e limiti. Non è in gioco solo un benessere temporale, né la soddisfazione di fare qualcosa di utile, e nemmeno il desiderio di avere la coscienza tranquilla. È in gioco il senso della mia vita davanti al Padre che mi conosce e mi ama, quello vero, per il quale io possa dare la mia esistenza, e che nessuno conosce meglio di Lui. Il discernimento, insomma, conduce alla fonte stessa della vita che non muore, cioè «che conoscano te, l’unico vero Dio, e colui che hai mandato, Gesù Cristo» (Gv 17,3). Non richiede capacità speciali né è riservato ai più intelligenti e istruiti, e il Padre si manifesta con piacere agli umili (cfr Mt 11,25).\n\n171. Anche se il Signore ci parla in modi assai diversi durante il nostro lavoro, attraverso gli altri e in ogni momento, non è possibile prescindere dal silenzio della preghiera prolungata per percepire meglio quel linguaggio, per interpretare il significato reale delle ispirazioni che pensiamo di aver ricevuto, per calmare le ansie e ricomporre l’insieme della propria esistenza alla luce di Dio. Così possiamo permettere la nascita di quella nuova sintesi che scaturisce dalla vita illuminata dallo Spirito.\n\nParla, Signore\n\n172. Tuttavia potrebbe capitare che nella preghiera stessa evitiamo di disporci al confronto con la libertà dello Spirito, che agisce come vuole. Occorre ricordare che il discernimento orante richiede di partire da una disposizione ad ascoltare: il Signore, gli altri, la realtà stessa che sempre ci interpella in nuovi modi. Solamente chi è disposto ad ascoltare ha la libertà di rinunciare al proprio punto di vista parziale e insufficiente, alle proprie abitudini, ai propri schemi. Così è realmente disponibile ad accogliere una chiamata che rompe le sue sicurezze ma che lo porta a una vita migliore, perché non basta che tutto vada bene, che tutto sia tranquillo. Può essere che Dio ci stia offrendo qualcosa di più, e nella nostra pigra distrazione non lo riconosciamo.\n\n173. Tale atteggiamento di ascolto implica, naturalmente, obbedienza al Vangelo come ultimo criterio, ma anche al Magistero che lo custodisce, cercando di trovare nel tesoro della Chiesa ciò che può essere più fecondo per l’oggi della salvezza. Non si tratta di applicare ricette o di ripetere il passato, poiché le medesime soluzioni non sono valide in tutte le circostanze e quello che era utile in un contesto può non esserlo in un altro. Il discernimento degli spiriti ci libera dalla rigidità, che non ha spazio davanti al perenne oggi del Risorto. Unicamente lo Spirito sa penetrare nelle pieghe più oscure della realtà e tenere conto di tutte le sue sfumature, perché emerga con altra luce la novità del Vangelo.\n\nLa logica del dono e della croce\n\n174. Una condizione essenziale per il progresso nel discernimento è educarsi alla pazienza di Dio e ai suoi tempi, che non sono mai i nostri. Lui non fa “scendere fuoco sopra gli infedeli” (cfr Lc 9,54), né permette agli zelanti di “raccogliere la zizzania” che cresce insieme al grano (cfr Mt 13,29). Inoltre si richiede generosità, perché «si è più beati nel dare che nel ricevere» (At 20,35). Non si fa discernimento per scoprire cos’altro possiamo ricavare da questa vita, ma per riconoscere come possiamo compiere meglio la missione che ci è stata affidata nel Battesimo, e ciò implica essere disposti a rinunce fino a dare tutto. Infatti, la felicità è paradossale e ci regala le migliori esperienze quando accettiamo quella logica misteriosa che non è di questo mondo. Come diceva san Bonaventura riferendosi alla croce: «Questa è la nostra logica».[125] Se uno assume questa dinamica, allora non lascia anestetizzare la propria coscienza e si apre generosamente al discernimento.\n\n175. Quando scrutiamo davanti a Dio le strade della vita, non ci sono spazi che restino esclusi. In tutti gli aspetti dell’esistenza possiamo continuare a crescere e offrire a Dio qualcosa di più, perfino in quelli nei quali sperimentiamo le difficoltà più forti. Ma occorre chiedere allo Spirito Santo che ci liberi e che scacci quella paura che ci porta a vietargli l’ingresso in alcuni aspetti della nostra vita. Colui che chiede tutto dà anche tutto, e non vuole entrare in noi per mutilare o indebolire, ma per dare pienezza. Questo ci fa vedere che il discernimento non è un’autoanalisi presuntuosa, una introspezione egoista, ma una vera uscita da noi stessi verso il mistero di Dio, che ci aiuta a vivere la missione alla quale ci ha chiamato per il bene dei fratelli.\n\n* * *\n\n176. Desidero che Maria coroni queste riflessioni, perché lei ha vissuto come nessun altro le Beatitudini di Gesù. Ella è colei che trasaliva di gioia alla presenza di Dio, colei che conservava tutto nel suo cuore e che si è lasciata attraversare dalla spada. È la santa tra i santi, la più benedetta, colei che ci mostra la via della santità e ci accompagna. Lei non accetta che quando cadiamo rimaniamo a terra e a volte ci porta in braccio senza giudicarci. Conversare con lei ci consola, ci libera e ci santifica. La Madre non ha bisogno di tante parole, non le serve che ci sforziamo troppo per spiegarle quello che ci succede. Basta sussurrare ancora e ancora: «Ave o Maria…».\n\n177. Spero che queste pagine siano utili perché tutta la Chiesa si dedichi a promuovere il desiderio della santità. Chiediamo che lo Spirito Santo infonda in noi un intenso desiderio di essere santi per la maggior gloria di Dio e incoraggiamoci a vicenda in questo proposito. Così condivideremo una felicità che il mondo non ci potrà togliere.\n\nDato a Roma, presso San Pietro, il 19 marzo, Solennità di San Giuseppe, dell’anno 2018, sesto del mio Pontificato.\n\nFrancesco\n\n[1] Benedetto XVI, Omelia per il solenne inizio del ministero petrino (24 aprile 2005): AAS 97 (2005), 708.\n\n[2] In ogni caso suppone che vi sia fama di santità e un esercizio, almeno in grado ordinario, delle virtù cristiane: cfr Lett. ap. in forma di Motu proprio Maiorem hac dilectionem (11 luglio 2017), art. 2c: L’Osservatore Romano, 12 luglio 2017, p. 8.\n\n[3] Conc. Ecum. Vat. II, Cost. dogm. Lumen gentium, 9.\n\n[4] Cfr Joseph Malègue, Pierres noires. Les classes moyennes du Salut, Paris 1958.\n\n[5] Conc. Ecum. Vat. II, Cost. dogm. Lumen gentium, 12.\n\n[6] Verborgenes Leben und Epiphanie: GW XI, 145.\n\n[7] S. Giovanni Paolo II, Lett. ap. Novo millennio ineunte (6 gennaio 2001), 56: AAS 93 (2001), 307.\n\n[8] Lett. ap. Tertio millennio adveniente (10 novembre 1994), 37: AAS 87 (1995), 29.\n\n[9] Omelia nella Commemorazione ecumenica dei testimoni della fede del secolo XX (7 maggio 2000), 5: AAS 92 (2000), 680-681.\n\n[10] Cost. dogm. Lumen gentium, 11.\n\n[11] Cfr Hans U. Von Balthasar, “Teología y santidad”, Communio VI/87, 489.\n\n[12] Cantico spirituale B, Prologo, 2: Opere, Roma 1979, 490.\n\n[13] Cfr ibid., 14, 2: p. 575.\n\n[14] Cfr Catechesi nell’Udienza generale del 19 novembre 2014: Insegnamenti II, 2 (2014), 555.\n\n[15] S. Francesco di Sales, Trattato dell’amore di Dio, VIII, 11: Opere complete di Francesco di Sales, IV, Roma 2011, 468.\n\n[16] Cinque pani e due pesci. Dalla sofferenza del carcere una gioiosa testimonianza di fede, Milano 2014, 20.\n\n[17] Conferenza dei Vescovi cattolici della Nuova Zelanda, Healing love, 1 gennaio 1988.\n\n[18] Cfr Esercizi spirituali, 102-312.\n\n[19] Catechismo della Chiesa Cattolica, 515.\n\n[20] Ibid., 516.\n\n[21] Ibid., 517.\n\n[22] Ibid., 518.\n\n[23] Ibid., 521.\n\n[24] Benedetto XVI, Catechesi nell’Udienza generale del 13 aprile 2011: Insegnamenti VII (2011), 451.\n\n[25] Ibid.: 450.\n\n[26] Cfr Hans U. Von Balthasar, “Teología y santidad”, Communio VI/87, 486-493.\n\n[27] Xavier Zubiri, Naturaleza, historia, Dios, Madrid 19993, 427.\n\n[28] Carlo M. Martini, Le confessioni di Pietro, Cinisello Balsamo 2017, 69.\n\n[29] Bisogna distinguere questo svago superficiale da una sana cultura dell’ozio, che ci apre all’altro e alla realtà con uno spirito disponibile e contemplativo.\n\n[30] S. Giovanni Paolo II, Omelia nella Messa di canonizzazione (1 ottobre 2000), 5: AAS 92 (2000), 852.\n\n[31] Conferenza Episcopale Regionale dell’Africa Occidentale, Messaggio pastorale al termine della II Assemblea plenaria, 29 febbraio 2016, 2.\n\n[32] La donna povera, Reggio Emilia 1978, 375.\n\n[33] Cfr Congregazione per la Dottrina della Fede, Lett. Placuit Deo ai Vescovi della Chiesa Cattolica su alcuni aspetti della salvezza cristiana (22 febbraio 2018), 4: L’Osservatore Romano, 2 marzo 2018, pp. 4-5: «Sia l’individualismo neo-pelagiano che il disprezzo neo-gnostico del corpo sfigurano la confessione di fede in Cristo, Salvatore unico e universale». In questo documento si trovano le basi dottrinali per la comprensione della salvezza cristiana in riferimento alle derive neo-gnostiche e neo-pelagiane odierne.\n\n[34] Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 94: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[35] Ibid.: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[36] Omelia nella Messa a Casa S. Marta, 11 novembre 2016: L’Osservatore Romano, 12 novembre 2016, p. 8.\n\n[37] Come insegna san Bonaventura, «è necessario che si abbandonino tutte le operazioni dell’intelletto, e che l’apice dell’affetto sia per intero trasportato e trasformato in Dio. […] Siccome ad ottenere questo, nulla può la natura e poco la scienza, bisogna dare poco peso all’indagine e molto all’unzione spirituale; poco alla lingua e moltissimo alla gioia interiore; poco alle parole e ai libri, e tutto al dono di Dio, cioè allo Spirito Santo; poco o niente alla creatura, e tutto all’essenza creatrice, al Padre, al Figlio e allo Spirito Santo» (Itinerario della mente in Dio, VII, 4-5).\n\n[38] Lettera al Gran Cancelliere della Pontificia Università Cattolica Argentina per il centenario della Facoltà di Teologia (3 marzo 2015): L’Osservatore Romano, 9-10 marzo 2015, p. 6.\n\n[39] Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 40: AAS 105 (2013), 1037.\n\n[40] Videomessaggio al congresso internazionale di Teologia della Pontificia Università Cattolica Argentina (1-3 settembre 2015): AAS 107 (2015), 980.\n\n[41] Esort. ap. postsin. Vita consecrata (25 marzo 1996), 38: AAS 88 (1996), 412.\n\n[42] Lettera al Gran Cancelliere della Pontificia Università Cattolica Argentina per il centenario della Facoltà di Teologia (3 marzo 2015): L’Osservatore Romano, 9-10 marzo 2015, p. 6.\n\n[43] Lettera a Frate Antonio, 2: FF 251.\n\n[44] Sui sette doni dello Spirito Santo, 9, 15.\n\n[45] Id., Commento al Libro IV delle Sentenze, 37, 1, 3, ad 6.\n\n[46] Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 94: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[47] Cfr S. Bonaventura, Le sei ali dei Serafini, 3, 8: «Non omnes omnia possunt». Va inteso nella linea del Catechismo della Chiesa Cattolica, 1735.\n\n[48] Cfr S. Tommaso d’Aquino, Summa Theologiae, I-II, 109, 9, ad 1: «Adesso, tuttavia, la grazia è in certo qual modo imperfetta perché – come si è detto – non risana l’uomo totalmente».\n\n[49] La natura e la grazia, 43, 50: PL 44, 271.\n\n[50] Le confessioni, 10, 29, 40: PL 32, 796.\n\n[51] Cfr Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 44: AAS 105 (2013), 1038.\n\n[52] Nella comprensione della fede cristiana, la grazia è preveniente, concomitante e susseguente ogni nostro agire (cfr Conc. Ecum. di Trento, Sess. VI, Decr. de iustificatione, cap. 5: DH, 1525).\n\n[53] Omelie sulla Lettera ai Romani, 9, 11: PG 60, 470.\n\n[54] Omelia sull’umiltà: PG 31, 530.\n\n[55] Canone 4: DH 374.\n\n[56] Sess. VI, Decretum de iustificatione, cap. 8: DH 1532.\n\n[57] N. 1998.\n\n[58] Ibid., 2007.\n\n[59] S. Tommaso d’Aquino, Summa Theologiae, I-II, 114, 5.\n\n[60] S. Teresa di Gesù Bambino, “Offerta di me stessa come Vittima d’Olocausto all’Amore Misericordioso del Buon Dio” (Preghiere, 6): Opere complete, Roma 1997, 943.\n\n[61] Lucio Gera, “Sobre el misterio del pobre”, in P. Grelot-L. Gera-A. Dumas, El Pobre, Buenos Aires 1962, 103.\n\n[62] Questa è, in definitiva, la dottrina cattolica circa il “merito” successivo alla giustificazione: si tratta della cooperazione del giustificato per la crescita della vita di grazia (cfr Catechismo della Chiesa Cattolica, 2010). Ma questa cooperazione in nessun modo fa sì che la giustificazione stessa e l’amicizia con Dio diventino oggetto di un merito umano.\n\n[63] Cfr Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 95: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[64] Cfr Summa Theologiae, I-II, q. 107, art. 4.\n\n[65] Omelia nella Messa in occasione del Giubileo delle persone socialmente escluse, 13 novembre 2016: L’Osservatore Romano, 14-15 novembre 2016, p. 8.\n\n[66] Cfr Omelia nella Messa a Casa S. Marta, 9 giugno 2014: L’Osservatore Romano, 10 giugno 2014, p. 8.\n\n[67] L’ordine tra la seconda e la terza beatitudine varia nelle diverse tradizioni testuali.\n\n[68] Esercizi spirituali, 23d: Roma 19846, 58-59.\n\n[69] Manoscritto C, 12r: Opere complete, Roma 1997, 247.\n\n[70] Dai tempi patristici la Chiesa apprezza il dono delle lacrime, come si riscontra anche nella bella preghiera “Ad petendam compunctionem cordis”: «O Dio onnipotente e mitissimo, che hai fatto scaturire dalla roccia una fonte d’acqua viva per il popolo assetato, fa’ sgorgare dalla durezza del nostro cuore lacrime di pentimento, affinché possiamo piangere i nostri peccati e meritare, per tua misericordia, la loro remissione» (Missale Romanum, ed. typ. 1962, p. [110]).\n\n[71] Catechismo della Chiesa Cattolica, 1789; cfr 1970.\n\n[72] Ibid., 1787.\n\n[73] La diffamazione e la calunnia sono come un atto terroristico: si lancia la bomba, si distrugge, e l’attentatore se ne va felice e tranquillo. Questo è molto diverso dalla nobiltà di chi si avvicina per parlare faccia a faccia, con serena sincerità, pensando al bene dell’altro.\n\n[74] In certe occasioni può essere necessario parlare delle difficoltà di qualche fratello. In questi casi può succedere che si trasmetta un’interpretazione invece di un fatto obiettivo. La passione deforma la realtà concreta del fatto, lo trasforma in interpretazione e alla fine la trasmette carica di soggettività. Così si distrugge la realtà e non si rispetta la verità dell’altro.\n\n[75] Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 218: AAS 105 (2013), 1110.\n\n[76] Ibid., 239: 1116.\n\n[77] Ibid., 227: 1112.\n\n[78] Lett. enc. Centesimus annus (1 maggio 1991), 41c: AAS 83 (1991), 844-845.\n\n[79] Lett. ap. Novo millennio ineunte (6 gennaio 2001), 49: AAS 93 (2001), 302.\n\n[80] Ibid.\n\n[81] Bolla Misericordiae Vultus (11 aprile 2015), 12: AAS 107 (2015), 407.\n\n[82] Ricordiamo la reazione del buon samaritano davanti all’uomo che i briganti avevano lasciato mezzo morto sul bordo della strada (cfr Lc 10,30-37).\n\n[83] Conferenza Canadese dei Vescovi Cattolici - Commissione per gli Affari Sociali, Lettera aperta ai membri del Parlamento, The Common Good or Exclusion: A Choice for Canadians (1 febbraio 2001), 9.\n\n[84] La V Conferenza Generale dell’Episcopato Latinoamericano e dei Caraibi, secondo il costante magistero della Chiesa, ha insegnato che l’essere umano «è sempre sacro, dal suo concepimento, in tutte le fasi della sua esistenza, fino alla sua morte naturale e dopo la morte», e che la sua vita deve essere protetta «dal concepimento, in tutte le sue fasi, fino alla morte naturale» (Documento di Aparecida, 29 giugno 2007, 388; 464).\n\n[85] Regola, 53, 1: PL 66, 749.\n\n[86] Cfr ibid., 53, 7: PL 66, 750.\n\n[87] Ibid., 53, 15: PL 66, 751.\n\n[88] Bolla Misericordiae Vultus (11 aprile 2015), 9: AAS 107 (2015), 405.\n\n[89] Ibid., 10: AAS 107 (2015), 406.\n\n[90] Esort. ap. postsin. Amoris laetitia (19 marzo 2016), 311: AAS 108 (2016), 439.\n\n[91] Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 197: AAS 105 (2013), 1103.\n\n[92] Cfr Summa Theologiae, II-II, q. 30, a. 4.\n\n[93] Ibid., ad 1.\n\n[94] Cristo en los Pobres, Madrid 1981, 37-38.\n\n[95] Ci sono parecchie forme di bullismo che, pur apparendo eleganti e rispettose e addirittura molto spirituali, provocano tanta sofferenza nell’autostima degli altri.\n\n[96] Cautele, 13: Opere, Roma 19794, 1070.\n\n[97] Ibid.\n\n[98] La Misericordia Divina nella mia anima. Diario della beata Suor Faustina Kowalska, Città del Vaticano 1996, 132.\n\n[99] S. Tommaso d’Aquino, Summa Theologiae, I-II, q. 70, a. 3.\n\n[100] Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 6: AAS 105 (2013), 1221.\n\n[101] Raccomando di recitare la preghiera attribuita a san Tommaso Moro: «Dammi, Signore, una buona digestione, e anche qualcosa da digerire. Dammi la salute del corpo, con il buon umore necessario per mantenerla. Dammi, Signore, un’anima santa che sappia far tesoro di ciò che è buono e puro, e non si spaventi davanti al peccato, ma piuttosto trovi il modo di rimettere le cose a posto. Dammi un’anima che non conosca la noia, i brontolamenti, i sospiri e i lamenti, e non permettere che mi crucci eccessivamente per quella cosa tanto ingombrante che si chiama “io”. Dammi, Signore, il senso dell’umorismo. Fammi la grazia di capire gli scherzi, perché abbia nella vita un po’ di gioia e possa comunicarla agli altri. Così sia».\n\n[102] Esort. ap. postsin. Amoris laetitia (19 marzo 2016), 110: AAS 108 (2016), 354.\n\n[103] Esort. ap. Evangelii nuntiandi (8 dicembre 1975), 80: AAS 68 (1976), 73. E’ interessante osservare che in questo testo il beato Paolo VI lega intimamente la gioia alla parresia. Così come lamenta «la mancanza di gioia e di speranza», esalta la «dolce e confortante gioia di evangelizzare» che è unita a uno «slancio interiore che nessuno, né alcuna cosa potrà spegnere», affinché il mondo non riceva il Vangelo «da evangelizzatori tristi e scoraggiati». Durante l’Anno Santo del 1975, lo stesso Paolo VI dedicò alla gioia l’Esortazione apostolica Gaudete in Domino (9 maggio 1975): AAS 67 (1975), 289-322.\n\n[104] Cautele, 15: Opere, Roma 19794, 1072.\n\n[105] S. Giovanni Paolo II, Esort. ap. postsin. Vita consecrata (25 marzo 1996), 42: AAS 88 (1996), 416.\n\n[106] Confessioni, IX, 10, 23-25: PL 32, 773-775.\n\n[107] Ricordo in modo speciale le tre parole-chiave “permesso, grazie, scusa”, perché «le parole adatte, dette al momento giusto, proteggono e alimentano l’amore giorno dopo giorno» (Esort. ap. postsin. Amoris laetitia, 19 marzo 2016, 133: AAS 108 [2016], 363).\n\n[108] S. Teresa di Gesù Bambino, Manoscritto C, 29 v-30r: Opere complete, Roma 1997, 269.\n\n[109] Gradi di perfezione, 2: Opere, Roma 19794, 1079.\n\n[110] Id., Consigli per raggiungere la perfezione, 9: Opere, cit., 1078.\n\n[111] Vita di S. Teresa di Gesù scritta da lei stessa, 8, 5: Opere, Roma 1981, 95.\n\n[112] S. Giovanni Paolo II, Lett. ap. Orientale lumen (2 maggio 1995), 16: AAS 87 (1995), 762.\n\n[113] Discorso al V Convegno nazionale della Chiesa italiana, Firenze, 10 novembre 2015: AAS 107 (2015), 1284.\n\n[114] Cfr S. Bernardo, Discorsi sul Cantico dei Cantici 61, 3-5: PL 183, 1071-1073.\n\n[115] Racconti di un pellegrino russo, Milano 19793, 41; 129.\n\n[116] Cfr Esercizi spirituali, 230-237.\n\n[117] Lettera a Enrico de Castries, 14 agosto 1901: Charles de Foucauld, Opere spirituali. Antologia, Roma 19835, 623.\n\n[118] V Conferenza Generale dell’Episcopato Latinoamericano e dei Caraibi, Documento di Aparecida (29 giugno 2007), 259.\n\n[119] Conferenza dei Vescovi Cattolici dell’India, Dichiarazione finale della XXI Assemblea plenaria (18 febbraio 2009), 3.2.\n\n[120] Cfr Omelia nella Messa a Casa S. Marta, 11 ottobre 2013: L’Osservatore Romano, 12 ottobre 2013, p. 12.\n\n[121] Cfr B. Paolo VI, Catechesi nell’Udienza generale del 15 novembre 1972: Insegnamenti X [1972], 1168-1170: «Uno dei bisogni maggiori è la difesa da quel male, che chiamiamo il Demonio. […] Il male non è più soltanto una deficienza, ma un’efficienza, un essere vivo, spirituale, pervertito e pervertitore. Terribile realtà. Misteriosa e paurosa. Esce dal quadro dell’insegnamento biblico ed ecclesiastico chi si rifiuta di riconoscerla esistente; ovvero chi ne fa un principio a sé stante, non avente essa pure, come ogni creatura, origine da Dio; oppure la spiega come una pseudo-realtà, una personificazione concettuale e fantastica delle cause ignote dei nostri malanni».\n\n[122] S. José Gabriel del Rosario Brochero, Predica delle bandiere, in Conferenza Episcopale Argentina, El Cura Brochero. Cartas y sermones, Buenos Aires 1999, 71.\n\n[123] Esort. ap. Evangelii gaudium (24 novembre 2013), 85: AAS 105 (2013), 1056.\n\n[124] Sulla tomba di sant’Ignazio di Loyola si trova questo saggio epitaffio: «Non coerceri a maximo, contineri tamen a minimo divinum est» (Non aver nulla di più grande che ti limiti, e tuttavia stare dentro ciò che è più piccolo: questo è divino).\n\n[125] Sull’Hexaemeron, 1, 30.\n\nCopyright © Dicastero per la Comunicazione\n\nLa Santa Sede\n\nLa Santa Sede","witnesses":[{"sourceUrl":"https://www.vatican.va/content/francesco/it/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20180319_gaudete-et-exsultate.html","sha256":"d891928c04560279f8996fb82b5709d4c531575a52869fe8631cb8ba14157cc4","localUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/it.html","textUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/it.txt"}]},"la":{"code":"la","label":"Latin","contentFormat":"plain-text","text":"Gaudete et exsultate: Adhortatio Apostolica de vocatione ad sanctitatem in mundo huius temporis (die XIX mensis Martii anno MMXVIII)\n\nSancta Sedes\n\nLatin\n\nFrançais\n\nEnglish\n\nItaliano\n\nPortuguês\n\nEspañol\n\nDeutsch\n\nPolski\n\nالعربيّة\n\n中文\n\nLatine\n\n×\n\nSancta Sedes\n\nMagisterium\n\nCalendar\n\nLiturgical Celebrations\n\nTickets for Papal Audiences and Celebrations\n\nSupreme Pontiffs\n\nCollege of Cardinals\n\nRoman Curia and Other Organizations\n\nSynod\n\nPress Office\n\nVatican News - Radio Vaticana\n\nL'Osservatore Romano\n\nFranciscus - latino\n\nApostolic Exhortations\n\nA\n\nA\n\nA\n\nGeneratio PDF in progressu.....\n\nAR\n\n- BE\n\n- DE\n\n- EN\n\n- ES\n\n- FR\n\n- IT\n\n- LA\n\n- LV\n\n- PL\n\n- PT\n\n- SL\n\n- VI\n\n- ZH_CN\n\n- ZH_TW\n\nFRANCISCI PP.\n\nADHORTATIO APOSTOLICA\n\nGAUDETE ET EXSULTATE\n\nDE VOCATIONE AD SANCTITATEM\n\nIN MUNDO HUIUS TEMPORIS\n\nINDEX RERUM\n\nGaudete et exsultate [1-2]\n\nCaput primum\n\nVOCATIO AD SANCTITATEM\n\nSancti nobis animum addunt nosque comitantur [3-5]\n\nSancti proximae ianuae [6-9]\n\nDominus vocat [10-13]\n\nPro te quoque [14-18]\n\nTua in Christo missio [19-24]\n\nDe sanctificanti opera [25-31]\n\nViviores, humaniores [32-34]\n\nCaput secundum\n\nDUO EXILES SANCTITATIS INIMICI\n\nGnosticismus hodiernus [36]\n\nMens sine Deo ac sine carne [37-39]\n\nDoctrina sine mysterio [40-42]\n\nRationis fines [43-46]\n\nPelagii hodierna doctrina [47-48]\n\nVoluntas sine humilitate [49-51]\n\nEcclesiae doctrina saepe oblivioni data [52-56]\n\nNovi pelagiani [57-59]\n\nLegis compendium [60-62]\n\nCaput tertium\n\nSUB LUCE MAGISTRI\n\nContra consuetudinem [65-66]\n\n«Beati pauperes spiritu, quoniam ipsorum est regnum caelorum» [67-70]\n\n«Beati mites, quoniam ipsi possidebunt terram» [71-74]\n\n«Beati qui lugent, quoniam ipsi consolabuntur» [75-76]\n\n«Beati qui esuriunt et sitiunt iustitiam, quoniam ipsi saturabuntur» [77-79]\n\n«Beati misericordes, quia ipsi misericordiam consequentur» [80-82]\n\n«Beati mundo corde, quoniam ipsi Deum videbunt» [83-86]\n\n«Beati pacifici, quoniam filii Dei vocabuntur» [87-89]\n\n«Beati qui persecutionem patiuntur propter iustitiam, quoniam ipsorum est regnum caelorum» [90-94]\n\nMagna regula morum [95]\n\nPropter fidelitatem Magistro [96-99]\n\nDoctrinae quae cor Evangelii mutilant [100-103]\n\nCultus Ipsi magis acceptus [104-109]\n\nCaput quartum\n\nPROPRIETATES QUAEDAM SANCTITATIS\n\nIN MUNDO HUIUS AETATIS\n\nPerferentia, patientia et mansuetudo [112-121]\n\nLaetitia et sensus leporis [122-128]\n\nAudacia et fervor [129-139]\n\nIn communitate [140-146]\n\nIn oratione constanti [147-157]\n\nCaput quintum\n\nCONTENTIO, VIGILANTIA ET DISCRETIO\n\nContentio et vigilantia [159]\n\nAliquid plus quam mythus [160-161]\n\nVigiles et fidentes [162-163]\n\nSpiritualis corruptela [164-165]\n\nDiscretio [166]\n\nImpellens necessitas [167-168]\n\nSemper sub Domini lumine [169]\n\nSupernaturale donum [170-171]\n\nLoquere, Domine [172-173]\n\nDoni crucisque logica [174-177]\n\n1. Gaudete et exsultate (Mt 5,12), dicit Iesus iis qui persecutionem patiuntiur et humiliantur eius ob causam. Omnia requirit Dominus, et quod praebet vera est vita, beatitudo ad quam creati sumus. Ipse nos sanctos esse vult neque exspectat ad vitam mediocrem, aquatam, dilutam nos conformari. Re quidem vera inde a primis paginis Bibliorum adest diversimode ad sanctitatem vocatio. Sic Dominus Abram eam proposuit: «Ambula coram me et esto perfectus» (Gn 17,1).\n\n2. Non datur hic de sanctitate tractatus, tot cum definitionibus distinctionibusque, hoc magni momenti argumentum completuris, vel cum vestigationibus peragendis quae ad sanctificationis instrumenta spectant. Nostrum humile propositum illuc tendit ut vocatio ad sanctitatem rursus personet, eam ponentes in hodiernis rerum adiunctis, una cum eius discriminibus, provocationibus et opportunitatibus. Quoniam unumquemque nostrum elegit Dominus «ut essemus sancti et immaculati in conspectu eius in caritate» (Eph 1,4).\n\nCaput primum\n\nVOCATIO AD SANCTITATEM\n\nSancti nobis animum addunt nosque comitantur\n\n3. In Epistula ad Hebraeos nonnulli testes memorantur qui nos cohortantur ut «per patientiam curramus propositum nobis certamen» (12,1). Ibi sermo fit de Abraham, Sara, Moyse, Gedeon et nonnullis aliis (cfr 11,1-12,3) ac potissimum invitamur ut agnoscamus nos habere «circumpositam nobis nubem testium» (12,1), qui nos impellunt ut in via non sistamus, nos concitant ut sequamur ambulantes ad metam.Inter illos et ipsa nostra mater, avia vel aliae propinquae personae annumerari possunt (cfr 2 Tim 1,5). Fortasse earum vita haud semper perfecte acta est, sed inter imperfectiones et labes procedere perrexerunt ac Domino placuerunt.\n\n4. Sancti qui in conspectum Dei pervenerunt amoris communionisque vincula nobiscum servant. Apocalypsis liber id testatur, cum de intercedentibus martyribus loquitur: «Vidi subtus altare animas interfectorum propter verbum Dei et propter testimonium, quod habebant. Et clamaverunt voce magna dicentes: “Usquequo, Domine, sanctus et verus, non iudicas?”» (6,9-10). Effari possumus nos «circumdari, duci ac dirigi a Dei amicis. […] Id uni ferre non debemus quod revera soli ferre numquam possumus. Dei sanctorum turba Nos tuetur, Nos sustinet, Nos fert».[1]\n\n5. In beatificationis canonizationisque processibus perpenduntur signa virtutum heroum in modum exercitarum, vita per martyrium tradita atque casus in quibus palam propria vita pro aliis usque ad mortem offertur. Haec oblatio Christi eximiam imitationem demonstrat, et fidelium admiratione est digna[2]. Memoramus, exempli gratia, beatam Mariam Gabrielam Sagheddu, quae pro christianorum unitate suam obtulit vitam.\n\nSancti proximae ianuae\n\n6. Ne cogitemus tantum de his iam beatificatis ac canonizatis. Effundit Spiritus Sanctus sanctitatem quoquoversus in Dei sanctum populum fidelem, quandoquidem «placuit tamen Deo homines non singulatim, quavis mutua connexione seclusa, sanctificare et salvare, sed eos in populum constituere, qui in veritate ipsum agnosceret ipsique sancte serviret».[3] Dominus in salutis historia populum salvavit. Plena identitas non datur sine cuidam populo adhaesione. Itaque nemo solus, viritim seiunctus, salvatur, sed Deus nos attrahit, implicata inter personarum considerans vincula, quae in hominum communitate intercedunt: in popularem processum ingredi voluit Deus, in populi processum.\n\n7. Placet Nobis in patientis Dei populo sanctitatem cernere: in parentibus qui suos peramanter liberos colunt, in viris et mulieribus operantibus ut victualia suae domui deferant, in aegrotis, in senioribus religiosis quae subridere pergunt. Hac in constantia ut in dies procedatur militantis Ecclesiae videmus sanctitatem. Sanctitas haec est saepe «proximae ianuae», illorum qui prope nos vivunt ac Dei praesentiam referunt vel, ut alia verba adhibeamus, est «medius ordo sanctitatis».[4]\n\n8. Sanctitatis signis sinamus nos concitari quae Dominus nobis per humiliora membra illius populi ostendit qui «de munere quoque prophetico Christi participat, vivum eius testimonium maxime per vitam fidei ac caritatis diffundendo».[5] Putamus, ut suadet nobis sancta Teresia Benedicta a Cruce, complures per illos veram effici historiam: «In obscurissima nocte summi propheti sanctique oriuntur. Attamen vivificans torrens mysticae vitae invisibilis perstat. Procul dubio decretorii historiae mundi eventus essentialiter ab animabus sunt affecti, quas historiae volumina prorsus ignorant. Et quae sint animae quibus gratias agere de decretoriis eventibus nostrae ipsorum vitae debeamus, sciemus solummodo die illa qua omnia abscondita revelabuntur».[6]\n\n9. Sanctitas venustissimus est Ecclesiae vultus. Sed etiam extra Catholicam Ecclesiam ac in valde diversis provinciis, Spiritus «signa concitat suae praesentiae, quae ipsos Christi discipulos movent».[7] Ceterum sanctus Ioannes Paulus II nobis hoc innuit: «Qui Christo testimonium reddiderunt usque ad sanguinis effusionem, commune habentur patrimonium inter catholicos, orthodoxos, anglicanos et lutheranos».[8] In pulchra commemoratione oecumenica, quam ille apud amphitheatrum Flavium, interveniente Magno Iubilaeo anni MM, celebrare voluit, affirmavit martyres esse «hereditatem altiore voce loquentem quam divisionis elementa».[9]\n\nDominus vocat\n\n10. Haec omnia magni sunt ponderis. Attamen in memoriam revocare per hanc Adhortationem in primis volumus ad sanctitatem vocationem, quam unicuique nostrum tendit Dominus, eam quidem vocationem quam ad te quoque dirigit: «Sancti estote, quoniam et ego sanctus sum» (Lv 11,44: 1 Pe 1,16). Id Concilium Oecumenicum Vaticanum II vehementer extulit: «Tot ac tantis salutaribus mediis muniti, christifideles omnes, cuiusvis conditionis ac status, ad perfectionem sanctitatis qua Pater ipse perfectus est, sua quisque via, a Domino vocantur».[10]\n\n11. «Sua quisque via», Concilium effatur. Ergo non est animo concidendum, cum sanctitatis exempla contemplamur quae attingere videmur non posse. Exstant nempe testificationes quae utiles sunt ad nos concitandos et permovendos, sed non quod eas imitari studeamus, quia id nos etiam avertere potest ab una propriaque via quam nobis destinat Dominus. Tanti est unumquemque credentem suam viam reperire et meliora ex se trahare, proprium quiddam quod posuit in eo Dominus (cfr 1 Cor 12,7), atque non amittere vires imitando aliquid sibi non designatum. Omnes ad testimonium reddendum vocamur, at multae sunt re testificationis species.[11] Re quidem vera, cum eximius mysticus sanctus Ioannes a Cruce suum Canticum spirituale scripsit, finitas pro omnibus regulas vitare maluit atque explicavit suos versus esse scriptos ut unusquisque «sua ratione» iisdem uteretur.[12] Quoniam vita divina aliis aliter communicatur.[13]\n\n12. Diversas inter species, extollere volumus “femininum ingenium” in femininis sanctitatis rationibus etiam manifestari, necessariis ut in hunc mundum referatur Dei sanctitas. In ipsis etiam aetatibus in quibus mulieres magis secludebandur, Spiritus Sanctus sanctas suscitavit quarum gratia novas spirituales vires ac magni momenti reformationes in Ecclesia concitavit. Memorare possumus sanctam Hildegardem de Bingio, sanctam Birgittam, sanctam Catharinam Senensem, sanctam Teresiam a Iesu vel sanctam Teresiam a Iesu Infante. At volumus prorsus memorare tot incognitas vel oblivione obrutas mulieres quae, sua quaeque pro facultate, familias et communitates suorum testimoniorum vi fulserunt et mutaverunt.\n\n13. Hoc unumquemque concitare et animum addere debet ad omnem se ipsum tradendum ut adolescat in unum et haud iterabile propositum assequendum quod pro eo a tota aeternitate voluit Deus: «Priusquam te formarem in utero, novi te et, antequam exires de vulva, sanctificavi te» (Ier 1,5).\n\nPro te quoque\n\n14. Ut sancti sint non est necesse esse episcopos, sacerdotes, religiosos religiosasve. Saepe cogitare inducimur sanctitatem iis tantum destinari qui ab ordinariis occupationibus se subducere possint, ut perdiu precationi vacent. Ita non est. Omnes vocamur ut sancti simus amore viventes, dum unusquisque cotidianis in occupationibus, in loco ubi versatur, suam perhibet testificationem. Esne consecratus vel consecrata? Sanctus esto tuam laetans agens donationem. Esne matrimonio iunctus? Sanctus esto amans et colens maritum vel uxorem, sicut Christus Ecclesiae fecit. Esne operarius? Sanctus esto probe periteque opus tuum pro fratribus perficiens. Esne parens, avus vel avia? Sanctus esto parvulos patienter docens ut Iesum sequantur. Tibine est auctoritas? Sanctus esto operam dans bono communi persequendo ac tua negligens propria lucra.[14]\n\n15. Sine ut Baptismi tui gratia in sanctitatis itinere fructus afferat. Sine ut omnia Deo pateant atque propter hoc Eum elige, Deum usque denuo elige. Ne animo concidas, quoniam Spiritus Sancti virtus tibi est ut hoc fieri possit, atque sanctitas utique fructus Spiritus Sancti est tua in vita (cfr Gal 5,22-23). Cum tentaris et tua imbecillitas tibi blanditur, Crucifixum contuere ac dic ei: «Domine, pauperculus sum ego, sed tu miraculum patrare poteris, ut paulo meliorem me reddas». In Ecclesia, sancta et peccatoribus constituta, omnia invenire poteris quibus indiges ut ad sanctitatem progrediaris. Eam donis replevit Dominus per Verbum, sacramenta, sanctuaria, communitatum vitam, suorum sanctorum testimonia, necnon multiformem pulchritudinem quae ex Domini amore procedit, «quasi sponsam ornatam monilibus suis» (Is 61,10).\n\n16. Haec sanctitas ad quam te vocat Dominus parvis actibus paulatim adolescit. Exempli gratia: domina quaedam it ad mercatum obsonatura, proximam quandam convenit et loqui incipit, et vituperationes exstant. Sed mulier haec intra se dicit: «Non, minime quemquam vituperabo». Hic est ad sanctitatem gressus. Exinde domi eius filius quaerit ut de eius cogitationibus loquatur atque, quamvis lassa, prope eum sedet atque patienter amabiliterque auscultat. En alia sanctificans oblatio. Experitur porro aliquid aegritudinis, sed recordatur Virginis Mariae amorem, rosarium capit et fide precatur. Alia haec est sanctitatis via. Proinde exit in viam, pauperem invenit et sistit amabiliter loquens cum eo. Hic est alius gressus.\n\n17. Interdum maiores provocationes praebet vita atque per eas ad novas conversiones nos invitat Dominus quae sinunt ut sua gratia melius nostra in exsistentia se ostendat quod «utile est ad participandam sanctitatem eius» (Heb 12,10). Alias solummodo agitur de perfectiore invenienda faciendi ratione vivendi id quod iam facimus: «Sunt mentis motus qui tantummodo tendunt ad extraordinariam perfectionem exercitiorum ordinariorum vitae christianae».[15] Cum Cardinalis Franciscus Xaverius Nguyên Van Thuân in vinculis esset haud sivit se proterere, liberationem opperiens. Hoc elegit: «Praesens tempus vivo, id amore replens»; et id re conficiebatur hoc modo: «Occasiones nanciscor quae cotidie obveniunt, ut res ordinarias extraordinaria ratione compleam».[16]\n\n18. Sic gratiae divinae instinctu, pluribus actibus sanctitatis imaginem illam fingimus quam voluit Deus, at non tamquam ii qui sibi sufficiunt, sed «sicut boni dispensatores multiformis gratiae Dei» (1 Pe 4,10). Probe docuerunt Novae Zelandiae Episcopi amare posse sine condicione amore Domini, quia Resuscitatus suam potentem vitam cum nostris debilibus vitis communicat: «Eius amor fines non habet ac semel datus numquam est revocatus. Sine condicionibus fuit et fidelis mansit. Sic amare non est facile, quia pluries perquam debiles sumus. Sed, utique ut quomodo Christus nos amavit amare nos possimus, Christus suam ipsam vitam participat nobiscum resuscitatam. Hoc modo nostra vita agens suam ostendit potentiam, etiam in humana debilitate».[17]\n\nTua in Christo missio\n\n19. Fieri non potest ut christianus de sua missione in terra cogitet quin ad sanctitatis iter eam teneat, quoniam «haec est enim voluntas Dei, sanctificatio vestra» (1 Thess 4,3). Quisque sanctus est missio; est consilium Patris ut, in historiae certo tempore, referatur et efficiatur quaedam Evangelii facies.\n\n20. Talis missio in Christo penitus adimpletur et ab Eo initio sumpto solummodo intellegi potest. Demum sanctitas est in coniuctione cum Eo vitae eius mysteria vivere. Coniungi sibi vult cum morte ac resurrectione Domini una et personali ratione, constanter mori et resuscitari cum Eo. Se etiam complecti potest propria in exsistentia diversas terrestris Iesu vitae facies producendas: eius vitam absconditam, vitam communitariam, ultimis proximitatem, paupertatem ac ceteras suae donationis propter amorem manifestationes. Horum mysteriorum contemplatio, ut asseverabat sanctus Ignatius de Loyola, nos dirigit ut ea mysteria in nostris electionibus ac moribus carnem faciamus.[18] Quoniam «totum in vita Iesu signum est Eius mysterii»,[19] «tota Christi vita est Revelatio Patris»,[20] «Tota Christi vita mysterium est Redemptionis»,[21] «Tota vita Christi Recapitulationis est mysterium»[22], atque «Christus facit ut quidquid Ipse vita transegit, nos vita nostra in Eo geramus et Ipse vita sua in nobis gerat».[23]\n\n21. Patris consilium est Christus, et nos in Eo. Christus est denique qui in nobis amat, quia «sanctitas nihil est aliud nisi caritas plane retenta».[24] Itaque «sanctitatis mensura ex statura exstat quam attingit in nobis Christus, ex quo, Spiritus Sancti virtute, omnem nostram in eius vita fingimus».[25] Sic quisque sanctus est nuntius quem ex Iesu Christi divitiis deducit Spiritus Sanctus eiusque populo donat.\n\n22. Ut noscamus quale sit verbum quod per sanctum vult enuntiare Dominus, in particulis sistere non attinet, quandoquidem ibi errores et lapsus inveniri possunt. Non omnia quae dicit sanctus plane cum Evangelio congruunt, non omnia quae agit sunt vera ac perfecta. Contemplari oportet in universum eius vitam, totum eius sanctificationis iter, imaginem illam quae Iesu Christi aliquid refert et exprimitur cum componitur sensus totius eius personae.[26]\n\n23. Gravis quidem est id cunctis nobis revocatio. Oportet etiam tu totam tuam vitam uti missionem concipias. Id age Deum in oratione auscultans ac signa agnoscens quae Ipse tibi praebet. A Spiritu indesinenter roga quid ex te quaerat quocumque vitae tempore Iesus et in quacumque re tibi eligenda, ad intellegendum locum quem tua in missione id obtinet. Sine ut in te illud personale mysterium fingat, quod in hodierno mundo Iesum Christum reddere possit.\n\n24. Utinam illud verbum, illum Iesu nuntium agnoscere possis quem mundo tradere tuam per vitam vult Deus. Sine ut Spiritus te mutet, te renovet, ut id fiat, et sic tua magni ponderis missio ne pereat. Dominus tuos etiam inter errores et mala momenta eam complebit, dummodo amoris viam ne deseras et eius supernaturali operae usque pateas quae purificat ac illuminat.\n\nDe sanctificanti opera\n\n25. Quoniam Christus intellegi non potest sine Regno quod ille detulit, ab hoc Regno aedificando ipsa tua missio seiungi non potest: «Quaerite autem primum regnum Dei et iustitiam eius» (Mt 6,33). Eo quod Christo aequaris eiusque desideriis, id requirit munus aedificandi, una cum Eo, hoc amoris, iustitiae ac pro omnibus pacis Regnum. Ipse Christus tecum experiri vult, omnibus in conatibus et detractionibus necessariis, atque etiam in laetitiis ac fecunditate, quas tibi offert. Itaque sanctus haud fies quin corpus animamque dedas meliora tui traditurus in hoc munere explendo.\n\n26. Probum non est silentium diligere et convenire alterum vitare, quietem optare et actionem recusare, precationem requirere et minus servitium aestimare. Omnia accipi possunt et inseri ut pars propriae exsistentiae in hoc mundo, et itineri sanctificationis adduntur. Vocati sumus ad contemplationem etiam in agendo tenendam et sancti efficimur in responsali liberalique officio nostrae missionis.\n\n27. Num Spiritus Sanctus ad missionem complendam nos mittere potest et eodem tempore ex nobis quaerere ut ab ea declinemus, vel ut nos totos dedere vitemus ad interiorem pacem servandam? Attamen interdum in tentationem incidimus ut pastoralem operam et in mundo munus in secundum locum reiciamus, veluti si «animi evagationes» essent in sanctificationis interiorisque pacis itinere. Obliviscimur «vitam non habere missionem, sed eam esse missionem».[27]\n\n28. Officium anxietate, superbia, comparendi dominandique necessitate actum, procul dubio non perducit ad sanctitatem. Provocamur ad nos tradendos ita ut conatus evangelico sensu notentur ac magis magisque ad Christum nos coaequent. Dehinc, exempli gratia, de catechistae, cleri dioecesani, operis spiritualitate disseri solet. Eadem ratione in Adhortatione apostolica Evangelii gaudium missionis spiritualitate, in Litteris encyclicis Laudato si’ spiritualitate oecologica et in Adhortatione apostolica Amoris laetitia vitae familiaris spiritualitate ad finem pervenire voluimus.\n\n29. Id minime vult requietis, solitudinis ac coram Deo silentii tempora respuere. E contrario. Quandoquidem technologica instrumenta usque innovata, itinerum invitamenta, innumerae consumptionis oblationes, interdum vacua spatia haud relinquunt in quibus Dei vox personet. Omnia verbis, levibus voluptatibus ac rumoribus usque celerius complentur. Ibi non perstat laetitia, sed displicentia illius qui nescit qua ratione vivit. Quidni non agnoscamus oportere ut hanc fervidam festinationem sistamus, ut personale spatium recuperetur, nonnumquam dolens at semper fecundum, in quo sincerus cum Deo dialogus instituitur? Aliquo temporis puncto nostram veritatem palam conspicere debemus, sinentes ut eam invadat Dominus, et non semper id acquiritur nisi quis «cernat se manere in margine abyssi, gravioris temptationis, in desertionis scopulis, in cacumine solitario, ubi prorsus esse solus sibi videtur».[28] Hoc modo magna argumenta reperimus ad nostra munera funditus experienda.\n\n30. Eadem levamenti animi instrumenta quae hodiernam vitam pervadunt nos etiam inducunt ut otium absolute consideremus, in quo infinite subsidia illa adhibeamus quae fluxa oblectamenta voluptatesque ministrant.[29] Sequitur ut propria missio afficiatur, officium debilitetur, studiosus propensusque famulatus angustetur. Hoc spiritualem experientiam vitiat. Num sanus esse potest spiritualis fervor qui cum desidia coniungitur in evangelizandi aliisque inserviendi opera?\n\n31. Nobis opus est sanctitatis spiritu qui tum solitudinem tum famulatum imbuat, tum interiorem partem tum evangelizandi munus, ita ut singula momenta signa sint donati amoris sub Domini oculis. Hac ratione omnia momenta gradus erunt nostrae sanctificationis viae.\n\nViviores, humaniores\n\n32. Ne timeas sanctitatem. Vires, vitam laetitiamque non auferet. Omnino e contrario, quia is eris quem cogitavit Pater, cum te creavit et tibi ipsi eris fidelis. Ab Eo pendentes a servitutibus liberamur ac nostram dignitatem agnoscimus. Haec referuntur in sancta Iosephina Bakhita quae «serva facta est et in hac condicione venundata puella septem annos nata, multa a diris dominis passa est. Attamen altam veritatem percepit Deum esse, non hominem, verum cuiusque hominis, cuiusque humanae vitae dominum. Haec experientia facta est fons magnae sapientiae huic Africae humili filiae».[30]\n\n33. Quisque christianus, quatenus sanctificatur, mundo fit fecundior. Episcopi Africae Occidentalis hoc nos docuerunt: «In novae evangelizationis spiritu evangelizari et evangelizare vocamur per omnium baptizatorum provectionem, ut vestra officia assumatis tamquam sal terrae et lux mundi, ubicumque sitis».[31]\n\n34. Ne timeas altiora petere, amari nempe et liberari a Deo. Ne timeas a Spiritu Sancto regi. Non minus humanum te reddit sanctitas, quia tua debilitas gratiae robori obviam it. Demum, ut asseverabat Leo Bloy, in vita «una datur aegritudo, […] sanctos non esse».[32]\n\nCaput secundum\n\nDUO EXILES SANCTITATIS INIMICI\n\n35. Hoc in rerum adspectu, mentem dirigere volumus in duas sanctitatis falsas species, quae efficere possunt ut de itinere deerremus: gnosticismum et pelagianam doctrinam. Duae sunt haereses, quae primis christianis saeculis exortae sunt, sed hodie minanter invalescere pergunt. Hodie quoque complurium christianorum corda, fortasse inscienter, fallacibus his illecebris alliciuntur. In iis immanentismus anthropocentricus exprimitur catholica veritate indutus.[33] Duas has species securitatis doctrinae vel disciplinae inspiciamus quae inducunt «elitarismum Narcissianum imperiosum, ubi pro evangelizatione perpenduntur et in ordinem rediguntur ceteri, atque pro gratia facile adeunda vires in inquirendum insumuntur. In utroque casu, neque Iesus Christus neque alii vere respiciuntur».[34]\n\nGnosticismus hodiernus\n\n36. Gnosticismus sibi vult «fidem subiectivismo conclusam, ubi certa quaedam experientia respicitur vel argumentationum series et cognitiones quae roborare illuminareque putantur, sed tandem subiectum suae ipsius rationis vel affectionum immanentia saepitur».[35]\n\nMens sine Deo ac sine carne\n\n37. Gratias Deo, historiae Ecclesiae decursu perliquido exstitit personarum perfectionem metiri earum caritatis gradum, haud elementorum et cognitionum quantitatem quae coacervari possunt. “Gnostici” hoc confundunt et alios iudicant secundum facultatem intellegendi certarum doctrinarum altitudinem. Mentem cogitant sine incarnatione, quae patientem Christi in aliis carnem tangere non valet, encyclopaedia abstractionum coartatam. Tandem mysterio carne destituto, malunt «Deum sine Christo, Christum sine Ecclesia, Ecclesiam sine populo».[36]\n\n38. In summa, agitur de vana levitate: multo motu in summa mentis parte, qui tamen non movet neque cogitationis altitudinem commovet. Attamen quosdam fallaci fascinatione allicit, quia gnostica aequabilitas est formalis et aseptica esse vult, atque speciem exhibere potest cuiusdam congruentiae vel ordinis qui omnia complectitur.\n\n39. Sed animum intendamus. Haud mentem ad rationalistas, Ecclesiae inimicos, convertimus. Id intra Ecclesiam accidere potest, cum inter laicos paroeciarum, tum inter eos qui philosophiam vel theologiam docent in educationis institutis. Quandoquidem proprium est quoque gnosticorum credere suas per explanationes se facere posse ut tota fides totumque Evangelium plane intellegatur. Proprias disciplinas putant absolutas et aliis imperant ut suis argumentationibus concedant. Aliud est sanus humilisque rationis usus ad theologicam moralemque Evangelii doctrinam ponderandam; aliud est Iesu doctrinam ad frigidam rigidamque logicam redigere velle quae omnia dominari studet.[37]\n\nDoctrina sine mysterio\n\n40. Gnosticismus pessima est ideologia, quoniam, dum immerito cognitionem vel certam experientiam extollit, arbitratur propriam rerum considerationem esse perfectionem. Hac ratione, fortasse inconsulto, haec ideologia se ipsam alit et magis caeca fit. Interdum praecipue fallax fit cum speciem induit spiritualitatis corpore abstractam. Etenim gnosticismus «sua ipsius natura mysterium mansuefacere vult»,[38] tum Dei eiusque gratiae mysterium, tum vitae aliorum mysterium.\n\n41. Cum quis cunctis interrogationibus respondet, demonstrat viam se calcare non bonam et fieri potest ut falsus sit propheta, rationem proprio commodo adhibeat, propriis figmentis psychologicis ac mentis inservientem. Deus nos infinite superat, usque praevenit et non decernimus nos in qua historiae vice eum inveniamus, eo quod ex nobis non pendet statuere quando, ubi, quomodo eum conveniamus. Qui vult ut omnia sint manifesta et secura Dei transcendentiae dominari praesumit.\n\n42. Ne praesumi quidem potest definire ubi Deus non inveniatur, quia Ipse arcano in omnium personarum vita adest, in vita cuiusque sicut Ipse vult, atque nostris putatis certitudinibus hoc negare non possumus. Etiam si alicuius exsistentia sit calamitosa, etiam si vitiis ac ligaminibus sit obnoxius, Deus eius in vita adest. Si nos sinimus Spiritu magis quam nostris argumentationibus duci, in omni hominum vita Dominum quaerere possumum ac debemus. Id ad mysterium attinet quod gnosticae mentes denique respuunt, quandoquidem illud moderari non possunt.\n\nRationis fines\n\n43. Perexigue veritatem nos comprehendimus quam a Domino recipimus. At magis difficulter eam exprimere valemus. Quapropter praesumere non possumus rationem qua eam intellegimus nobis permittere ut aliorum vitam arte moderemur. Memorare volumus in Ecclesia legitime una adesse diversas rationes interpretandi multas doctrinae et vitae christianae facies quae, earum in varietate, «iuvant melius explicare locupletissimum Verbi thesaurum». Vero, «iis qui somniant monolithicam doctrinam ab omnibus sine varietatibus defensam, id imperfecta dissipatio videri potest».[39] Reapse nonnullae gnosticae disciplinae simplicitatem adeo concretam Evangelii spreverunt et Deum trinitarium et incarnatum pro superiore Unitate substituere sunt conati, in qua dives nostrae historiae multiplicitas excidebat.\n\n44. Re quidem vera, doctrina, vel potius nostra ipsius comprehensio et expressio, «non est seclusum quiddam, viribus carens quae interrogationes, dubia, percontationes gignere valent», atque «nostri populi interrogationes, eius angustiae, eius pugnae, eius somnia, eius contentiones, eius curae, vim explanatoriam habent quam ignorare non possumus, si serio animo incarnationis principium recipere volumus. Eius percontationes ad nos percontandos iuvant, eius interrogationes nos interrogant».[40]\n\n45. Saepenumero periculosa fit confusio: credimus, quoniam aliquid scimus vel quadam certa logica id explicare possumus, iam nos esse sanctos, perfectos, meliores “indocta multitudine”. Illos omnes, qui in Ecclesia altius institui possunt, sanctus Ioannes Paulus II de temptatione monebat ne admittant ut «quadamtenus se reliquis fidelibus superiores esse sentiant».[41] Reapse tamen id quod scire credimus rationem usque constituere debet melius Dei amori respondendi, quia «ad vivendum discitur: theologia et sanctitas binomium sunt inseparabile».[42]\n\n46. Cum sanctus Franciscus Assiensis cernebat nonnulos suos discipulos doctrinam docere, vitare voluit gnosticismi temptationem. Ideo sancto Antonio Patavino scripsit: «Placet mihi quod sacram theologiam legas fratribus, dummodo inter huius studium orationis et devotionis spiritum non exstinguas».[43] Noverat ipse temptationem experientiam christianam convertendi in mentis figmentorum coacervationem quae tandem nos ab Evangelii viriditate abducerent. Sanctus Bonaventura, altera ex parte, autumabat veram christianam sapientiam a misericordia in proximum seiungi non posse: «Maior sapientia, quae possit esse, est, quod dispensator fructuose expendat quae habet dispensare, et tradita sunt ei ad dispensandum. […] Ideo sicut misericordia amica est sapientiae, sic avaritia est inimica».[44] «Quaedam est actio quae iuncta contemplationi non eam impedit, sed faciliorem facit, ut sunt opera misericordiae et pietatis».[45]\n\nPelagii hodierna doctrina\n\n47. Gnosticismus aliam veterem haeresim induxit, quae etiam hodie adest. Progrediente tempore, multi agnoscere coeperunt haud cognitionem nos facere meliores vel sanctos, sed vitam quam ducimus. Quaestio est hoc subtiliter ita degeneravisse ut idem error gnosticorum plane sit conversus, sed non exstinctus.\n\n48. Etenim facultatem quam gnostici intellectui tribuebant, nonnulli adscribere coeperunt voluntati humanae, personali conatui. Sic pelagiani ac semipelagiani exstiterunt. Iam non intellectus mysterii ac gratiae obtinebat locum, sed voluntas. In oblivionem veniebat cuncta esse «non volentis neque currentis, sed miserentis Dei» (Rom 9,16) et quod «Ipse prior dilexit nos» (1 Io 4,19).\n\nVoluntas sine humilitate\n\n49. Qui huius mentis pelagianae vel semipelagianae sunt, quamvis de Dei gratia mollitis sermonibus loquantur, «tandem propriis viribus solummodo nituntur atque superiores aliis se putant, cum certas normas servent vel cuidam vivendi catholicae rationi firmiter sint fideles».[46] Cum eorum nonnulli ad debiles convertuntur, dicentes eis Dei gratia omnia esse possibilia, cogitationem demum inferre solent omnia per humanam voluntatem effici posse, perinde ac si aliquid puri, perfecti, omnipotentis ipsa esset, cui gratia additur. Illud ignorare praetendunt: «Non omnes omnia possunt»[47] et in hac vita humanae fragilitates non funditus ac definite gratia sanantur.[48] Quovis casu, ut docet sanctus Augustinus, Deus te «admonet et facere quod possis et petere quod non possis»;[49] vel humiliter Domino dicere: «Da quod iubes et iube quod vis».[50]\n\n50. Postremo eo quod sincere, patienter precanterque nostros fines non agnoscimus, id impedit quominus melius in nobis agat gratia, quoniam non dat locum bonum possibile gignendi quod in sincero realique incrementi itinere perficitur.[51] Gratia quippe quae nostram naturam prae se ferat, non extemplo nos superiores homines reddit. Si id quaerimus, nimis nobismet ipsis fidimus. Hoc in casu, propter orthodoxiam, nostri mores ad id respondere non possunt quod de gratiae necessitate autumamus, atque re demum parum ei confidimus. Etenim si nostram certam finitamque condicionem non agnoscimus, ne videre quidem possumus reales possibilesque gressus quos singulis momentis ex nobis quaerit Dominus, postquam suo dono idoneos nos reddidit et allexit. Gratia historice agit et, plerumque, nos recipit atque gradatim transformat.[52] Itaque si hanc historicam ac progredientem rationem reicimus, re eam negare et intercludere possumus, etiamsi nostris verbis eam extollimus.\n\n51. Cum Deus ad Abram se convertit ei dicit: «Ego Deus omnipotens, ambula coram me et esto perfectus» (Gn 17,1). Ut perfecti simus, ut Ei placet, necesse habemus coram Eo humiliter nos vivere, eius gloria involuti; oportet cum Eo coniuncti ambulemus, Eius amorem constantem nostra in vita agnoscentes. Necesse est huius praesentiae metum deserere, quae bonum nobis tantum afferre potest. Est Pater qui nobis dedit vitam nosque tantopere amat. Si tandem eum accipimus atque sine Eo nostram exsistentiam cogitare desistimus, solitudinis aegritudo dissipatur (cfr Ps 139,7). Et si inter nos et Deum intervalla non ponimus Eiusque in praesentia vivimus, sinere Ei possumus, ut cor nostrum introspiciat, inspecturus an rectam viam teneat (cfr Ps 139,23-24). Sic amabilem perfectamque Domini voluntatem cognoscimus (cfr Rom 12,1-2) et sinimus ut Ipse tamquam figulus nos fingat (cfr Is 29,16). Pluries diximus Deum in nobis habitare, sed melius est effari nos in Eo habitare, Eum sinere nos sua in luce suoque in amore vivere. Ipse nostrum est templum: «Unum petii a Domino, hoc requiram: ut inhabitem in domo Domini omnibus diebus vitae meae» (Ps 27,4). «Melior est dies una in atriis tuis super milia» (Ps 84,11) in domo mea. In Eo sanctificamur.\n\nEcclesiae doctrina saepe oblivioni data\n\n52. Pluries Ecclesia docuit nostris operibus nostrisve conatibus non iustificari nos, sed gratia Domini qui primus agit. Ecclesiae Patres, etiam ante sanctum Augustinum, plane hanc primariam persuasionem manifestarunt. Sanctus Ioannes Chrysostomus affirmabat fontem ipsum omnium donorum in nos derivare Deum «antequam in pugnam ingrediamur».[53] Sanctus Basilius Magnus confirmabat fidelem Deo solummodo gloriari, quoniam «agnoscit se vera iustitia carere et per fidem in Christum tantum iustificari».[54]\n\n53. Concilium Arausicanum II firma auctoritate docuit nullum hominem gratiae divinae donum exigere, mereri vel emere posse atque quod cum ea cooperari potest in antecessum eiusdem gratiae esse donum: «Ut etiam purgari velimus, per Sancti Spiritus infusionem et operationem in nos fieri confitetur».[55] Posterius Concilium Tridentinum, etiam cum momentum extulit nostrae cooperationis ad spirituale incrementum obtinendum, doctrinam illam dogmaticam confirmavit: «Gratis autem iustificari ideo dicamur, quia nihil eorum, quae iustificationem praecedunt, sive fides, sive opera, ipsam iustificationis gratiam promeretur; “si enim gratia est, iam non ex operibus; alioquin (ut idem Apostolus inquit) gratia iam non est gratia” (Rom 11,6)».[56]\n\n54. Etiam Catechismus Catholicae Ecclesiae nobis illud memorat: donum gratiae «facultates superat intelligentiae et vires voluntatis humanae»[57] atque «coram Deo, in sensu scricti iuris, meritum ex parte hominis non habetur. Inter Eum et nos inaequalitas mensura caret».[58] Eius amicitia nos infinite supergreditur, comparari nostris operibus a nobis non potest et eius amoris operantis donum solummodo esse potest. Hoc non invitat ut laeto gratoque animo hoc donum teneamus, quod numquam meremur, eo quod cum «iam aliquis habet gratiam, non potest gratia iam habita sub merito cadere».[59] Sancti suis actibus confidere vitant: «Huius vitae vesperi coram te manibus vacuis ero, quia ex te, Domine, non quaero ut mea opera numeres. Omnis nostra iustitia tuis oculis est imperfecta».[60]\n\n55. Haec est una ex magnis persuasionibus, quas Ecclesia decretorie adepta est, et quae tam lucide in Dei Verbo exprimitur ut omnes disputationes praetergrediatur. Sic ut supremum amoris mandatum, haec veritas nostram vivendi rationem afficere debet, quia ex intimo Evangelio haurit et non modo ad eam recipiendam mente nos vocat, sed ad eam in contagiosam laetitiam commutandam. Sed grato animo gratuitum munus amicitiae cum Domino celebrare non possumus, si nostram quoque terrestrem exsistentiam necnon nostras naturae facultates esse donum non agnoscimus. Necesse habemus «laetanter agnoscere nostram realitatem doni esse fructum, et nostram quoque libertatem ut gratiam suscipere. Hoc hodie difficile est, in mundo qui putat per se ipsum aliquid possidere, propriae singularitatis libertatisve fructum».[61]\n\n56. Solummodo a Dei dono, libere suscepto humiliterque accepto, initium sumentes, cooperari nostris conatibus possumus, ut magis magisque nos transformari sinamus.[62] Primum est ad Deum pertinere. De nobis Ei tradendis agitur, qui nos antecedit, de nostris facultatibus Ei dandis, nostro studio, nostra adversum malum pugna et nostra ingenii vi, ut eius gratuitum donum adolescat et in nobis augeatur: «Obsecro itaquevos, fratres, per misericordiam Dei, ut exhibeatis corpora vestra hostiam viventem, sanctam, Deo placentem» (Rom 12,1). Ceterum semper Ecclesia docuit per solam caritatem in gratiae vita fieri posse incrementum, quandoquidem si «caritatem autem non habuero, nihil sum» (1 Cor 13,2).\n\nNovi pelagiani\n\n57. Sunt adhuc christiani qui aliam semitam calcare student: scilicet iustificationis per proprias vires, adorationis humanae voluntatis ac propriae facultatis quae in sui ipsius pervenit oblectationem egocentricam et selectivam, vero amore carentem. In multis habitibus manifestatur qui inter se specie dissident: ultra modum lex extollitur, res sociales ac politicae adeptae exhibentur, liturgiae, doctrinae et Ecclesiae decoris cura ostenditur, negotia re tractata iactantur, sui ipsius auxilium actum et in se recidens effectus attrahitur. In hoc nunnulli christiani suas vires tempusque insumunt, potius quam a Spiritu in amoris via perduci sinant, potius quam studeant pulchritudini et Evangelii laetitiae communicandae et perditis requirendis in immensis multitudinibus Christum sitientibus.[63]\n\n58. Saepenumero, contra Spiritus impulsum, Ecclesiae vita in musei monumentum vel paucorum possessionem commutatur. Id accidit cum quidam christiani manipuli nimium ponunt pondus certis in normis, moribus vel rationibus observandis. Hoc modo saepe extenuatur et coartatur Evangelium, ab eo alliciente eius simplicitate ac sale detractis. Agitur fortasse de exili pelagianae doctrinae specie, quoniam gratiae vitam in quasdam humanas structuras subigere videtur. Id manipulos, motus et communitates respicit, idque explicat cur saepenumero ex Spiritus flagranter incohata vita in rigorem … vel corruptelam recidant.\n\n59. Inscientes, eo quod omnia ex humano conatu pendere putamus, qui per normas ecclesialesque structuras dirigitur, Evangelium implicamus et forma quadam arte detinemur, quae parum dat loci agenti gratiae. Sanctus Thomas Aquinas nos monebat addita Evangelio ab Ecclesia praecepta modice esse exigenda «ne conversatio fidelium onerosa reddatur»,[64] quoniam sic nostra religio in servitutem mutatur.\n\nLegis compendium\n\n60. Ad hoc vitandum, bonum est saepe memorare virtutes habere ordinem, qui ad praecipua quaerenda nos invitat. Primum locum occupant virtutes theologales, quae obiectum ac rationem habent Deum. Et mediam partem tenet caritas. Sanctus Paulus quod vere momentum habet dicit: est «fides, quae per caritatem operatur» (Gal 5,6). Vocamur ad caritatem diligenter curandam: «Qui enim diligit proximum, legem implevit […] plenitudo ergo legis est dilectio» (Rom 13,8-10). «Omnis enim lex in uno sermone impletur, in hoc: Diliges proximum tuum sicut teipsum» (Gal 5,14).\n\n61. Aliis verbis: in densa mandatorum ac praescriptionum silva, Iesus aditum aperit, qui duas facies discernere sinit, scilicet Patris ac fratris. Non duas formulas vel duo praecepta ulterius nobis tradit. Duos nobis tradit vultus, vel potius unum, scilicet Dei qui in multos refertur. Quoniam in unoquoque fratre, potissimum in magis parvulo, debili, intuto et indigenti, ipsa Dei imago adest. Etenim ex huius humanitatis, vulneri obnoxiae, reiectis, temporis sub fine, suum opus artis finget Dominus. Quia «quid superest, quid in vita valet, quae divitiae non evanescunt? Procul dubio duae: Dominus ac proximus. Hae duae divitiae non evanescunt».[65]\n\n62. Ecclesiam liberet Dominus a novis gnosticismi et pelagianae doctrinae formis quae eam implicant eamque in itinere eius ad sanctitatem sistunt! Hae deviationes multifarie exprimuntur, secundum cuiusque indolem et peculiaritates. Quapropter unumquemque cohortamur ut se interroget et coram Deo dignoscat quomodo eius in vita patefiant.\n\nCaput tertium\n\nSUB LUCE MAGISTRI\n\n63. De eo quod sit sanctitas plurimae doctrinae haberi possunt, abundantes explicationes et distinctiones. Huiusmodi consideratio utilis esse posset, sed nihil magis collustrat quam ad Iesu verba redire eiusque modum transmittendi veritatem recipere. Omni simplicitate Iesus explanavit quid sibi vult sanctos fieri idque fecit cum nobis Beatitudines reliquit (cfr Mt 5,3-12; Lc 6,20-23). Ipsae sunt veluti testimonium identitatis christiani. Itaque, si quis nostrum se interrogat: “Quomodo fit ut quis bonus sit christianus?”, responsum simplex est: necesse est id facere, unusquisque suo modo, quod Iesus dicit in Beatitudinum sermone.[66] In iis Magistri vultus fingitur, quem ad manifestandum in vita nostra cotidie vocamur.\n\n64. Verbum “felix” vel “beatus” idem significat quod “sanctus”, quoniam exprimit eum qui Deo fidelis est eiusque vivit Verbum, in sui ipsius donatione veram attingit beatitudinem.\n\nContra consuetudinem\n\n65. Etiamsi Iesu verba nobis poëtica videri possunt, multum tamen a consuetudine sunt remota pro eo quod est usitatum, quod in societate agitur; et, quamquam hic Iesu nuntius nos attrahit, revera mundus ad alium vitae agendae modum nos ducit. Beatitudines minime aliquid leve sunt vel tenue; e contra, eas vivere valemus tantum si Spiritus Sanctus invadit nos omni sua virtute nosque liberat ab infirmitate nimii studii nostri, ignaviae, elationis.\n\n66. Redeamus ad audiendum Iesum, omni dilectione et aestimatione quas Magister meretur. Sinamus ut nos suis verbis percutiat, nos provocet, nos revocet ad veram vitae mutationem. Alioquin sanctitas erit tantum verbis declarata. Repetamus nunc singulas Beatitudines, sicut in Evangelio secundum Matthaeum referuntur (cfr 5,3-12).[67]\n\n«Beati pauperes spiritu, quoniam ipsorum est regnum caelorum»\n\n67. Evangelium invitat nos ut veritatem nostri cordis agnoscamus, ad videndum ubi securitatem nostrae vitae collocamus. Solito more dives securum se sentit ob suas divitias et putat, cum eae in periculo versantur, omnem sensum eius vitae in terra corruere. Iesus ipse nobis hoc dixit in parabola divitis stulti, loquens de illo viro securo qui, tamquam insipiens, haud cogitabat se mori posse eodem die (cfr Lc 12,16-21).\n\n68. Divitiae nihil tibi praestant. Immo, cum cor se dives sentit, est tam contentum sui ipsius ut spatium non habeat pro Verbo Dei, pro diligendis fratribus nec pro delectando vitae praecipuis. Sic sibi aufert maxima bona. Quapropter Iesus beatos appellat pauperes spiritu, qui cor pauper habent, quo Dominus ingredi valet sua cum constanti novitate.\n\n69. Haec paupertas spiritus est valde coniuncta cum illa “sancta indifferentia”, quam sanctus Ignatius de Loyola proposuit, in qua pulchram consequimur interiorem libertatem: «Quapropter necesse est facere nos indifferentes erga res creatas omnes, quantum permissum est libertati nostri liberi arbitrii, et non est ei prohibitum, adeo ut non velimus ex parte nostra magis sanitatem quam infirmitatem, divitias quam paupertatem, honorem quam ignominiam, vitam longam quam brevem, et consequenter in ceteris omnibus».[68]\n\n70. Lucas haud loquitur de paupertate “spiritus”, sed tantum «pauperes» esse dicit (cfr Lc 6,20), atque sic nos hortatur ad vitam austeram et rebus destitutam. Hoc modo vocat nos ad vitam egentiorum communicandam, vitam quam agebant Apostoli, ac denique ad nos Iesu conformandos, qui «egenus factus est, cum esset dives» (2 Cor 8,9).\n\nPauperes esse corde, haec est sanctitas.\n\n«Beati mites, quoniam ipsi possidebunt terram»\n\n71. Praestat haec locutio, in hoc mundo qui inde ab initio locus est inimicitiae, ubi contentiones sunt ubique, ubi undique grassatur odium, ubi constanter alios in genera disponimus eorum ob opiniones, mores et etiam ob eorum modum loquendi et vestiendi. Tandem, regnum est animorum inflationis et vanitatis, ubi quisque arbitratur se ius habere super alios insurgendi. Attamen, etiamsi hoc impossibile videtur, Iesus aliam vivendi rationem proponit: mansuetudinem. Hoc est quod Ipse exercebat suis cum discipulis quodque contemplamur in eius ingressu Hierosolymam: «Ecce, Rex tuus venit tibi, mansuetus et sedens super asinam» (Mt 21,5; cfr Zach 9,9).\n\n72. Ipse dixit: «Discite a me, quia mitis sum et humilis corde, et invenietis requiem animabus vestris» (Mt 11,29). Si turbati vivimus, arrogantes in alios, denique lassi et imbecilli fiemus. Sed cum eorum limites vitiaque conspiciamus cum suavitate et mansuetudine, haud nos superiores eis considerantes, eos iuvare valemus ac vitamus ne vires inutilibus in questionibus amittamus. Iuxta sanctam Teresiam Lexoviensem «caritas perfecta est cum vitia aliorum sustinemus, nec de eorum infirmitatibus scandalum patimur».[69]\n\n73. Paulus mansuetudinem memorat uti fructum Spiritus Sancti (cfr Gal 5,23). Proponit ut, si aliquando nos turbant fratris mala facinora, studeamus eas corrigere, sed «in spiritu lenitatis» (Gal 6,1), et admonet: «considerans teipsum, ne et tu tenteris» (ibid.). Etiam cum quis defendat suam fidem suasque persuasiones, id cum mansuetudine agere debet (cfr 1 Pe 3,16), et etiam eos, qui resistunt, cum mansuetudine corripere (cfr 2 Tim 2,25). In Ecclesia pluries erravimus quia hanc Verbi divini monitionem non accepimus.\n\n74. Mansuetudo est alia manifestatio interioris paupertatis illius qui fiduciam tantum in Deo ponit. Revera in Sacra Scriptura solet adhiberi idem verbum anawim ad pauperes atque mites designandos. Aliquis potest obicere: “Si ego tam mitis sum, cogitabunt me fatuum esse, stultum vel hebetem”. Forsitan ita fiet, sed sinamus ut id sane cogitent alii. Melius est usque mites esse, et perficientur nostra maiora optata: mites “possidebunt terram”, id est videbunt completas sua in vita Dei promissiones. Nam mansueti, plus quam dicunt rerum adiuncta, sperant in Domino, et illi qui sperant in Domino «hereditabunt terram et delectabuntur in multitudine pacis» (Ps 37,9.11). Eodem tempore Dominus in iis confidat: «Ad hunc autem respiciam, ad pauperculum et contritum spiritu et trementem sermones meos» (Is 66,2).\n\nHumili mansuetudine respondere, haec est sanctitas.\n\n«Beati qui lugent, quoniam ipsi consolabuntur»\n\n75. Mundus contraria nobis proponit: ludum, oblectamentum, delectationem, relaxationem, ac dicit nobis haec esse illud quod vitam bonam efficit. Mundanus homo ignorat, in alteram partem respicit cum incommoda morbi vel doloris adsint in familia vel circum eum. Mundus lugere non vult: mavult dolorosas condiciones ignorare, operire, abscondere. Plures vires expenduntur ad aufugiendas condiciones ubi adest passio, putando dissimulari posse facta, ubi numquam prorsus crux deesse potest.\n\n76. Qui res videt sicut revera sunt, sinit se dolore transfigi suoque in corde luget, vitae altitudines attingere valet atque vere beatus esse.[70] Haec persona consolatur, sed consolatione Iesu et non mundi. Itaque animum habere potest alterius dolorem communicandi ac desinit a dolorosis rerum adiunctis aufugere. Hoc modo comperit vitam sensum habere cum alteri succurrat in eius dolore, cum angustias aliorum intellegat, cum alios allevet. Haec persona sentit quod alter est caro de carne eius, non timet accedere usque ad tangendum eius vulnus, compassionem habet donec experiatur longinquitatem inter se deleri. Ita accipi potest hortatio illa sancti Pauli: «Flere cum flentibus» (Rom 12,15).\n\nCum aliis lugere posse, haec est sanctitas.\n\n«Beati qui esuriunt et sitiunt iustitiam, quoniam ipsi saturabuntur»\n\n77. «Fames et sitis» sunt experientiae valde acres, quoniam primariis respondent necessitatibus et cum innata vivendi custodia iunguntur. Quidam homines intentius iustitiam cupiunt eamque sic perstudiose requirunt. Iesus dicit eos saturatum iri, quoniam serius ocius iustitia venit, et nos cooperari possumus ut hoc fieri possit, etiamsi haud semper huius operis effectus conspicimus.\n\n78. Sed iustitia, quam offert Iesus, haud est sicut illa quam mundus quaerit, pluries miseris utilitatibus maculata, ex alterutra parte propriis commodis aptata. Realitas ostendit nobis quam facile sit in corruptionis conventicula ingredi, illam rem politicam cotidianam participare in qua “do ut mihi dent”, ubi totum est negotiatio. Et quot homines patiuntur ob iniustitias, quot manent impotentes cernendo quomodo alii aliis succedunt vitae tortam inter se dividentes. Nonnulli desistunt luctari pro vera iustitia et optant in currum victoris ascendere. Hoc minime pertinet ad famem et sitim iustitiae quam Iesus laudat.\n\n79. Huiusmodi iustitia incipit exerceri in cuiusque vita, cum iusti simus nostra decernentes, ac proinde exprimitur in iustitia pro pauperibus et infirmis quaerenda. Profecto vocabulum “iustitia” idem significare potest ac Dei voluntati fidelitas per totam nostram vitam, at si sensum valde generalem ei tribuamus, obliviscimur eam praecipue manifestari in iustitia agenda de indefensis: «Quaerite iudicium, subvenite oppresso, iudicate pupillo, defendite viduam» (Is 1,17).\n\nFame et siti iustitiam quaerere, haec est sanctitas.\n\n«Beati misericordes, quia ipsi misericordiam consequentur»\n\n80. Misericordia duas habet species: est dare, adiuvare, aliis servire, et etiam ignoscere, intellegere. Quae Matthaeus in regula aurea constringit: «Omnia ergo, quaecumque vultis ut faciant vobis homines, ita et vos facite eis» (7,12). Catechismus nos recordatur hanc legem esse applicandam «in omnibus casibus»,[71] peculiari autem modo cum «homo quandoque in condicionibus invenitur quae iudicium morale minus certum et decisionem efficiunt difficilem».[72]\n\n81. Dare et ignoscere est conari nostra in vita repercutere aliquid perfectionis Dei, qui superabundanter dat et ignoscit. Quamobrem in Evangelio secundum Lucam iam non audimus effatum «estote perfecti» (Mt 5,48), sed «estote misericordes, sicut et Pater vester misericors est. Et nolite iudicare et non iudicabimini; et nolite condemnare et non condemnabimini. Dimittite et dimittemini; date, et dabitur vobis» (6,36-38). Et postea Lucas addit aliquid nobis haud neglegendum: «Eadem quippe mensura, qua mensi fueritis, remetietur vobis» (6,38). Mensura quam adhibemus, cum intellegamus et ignoscamus, applicabitur ad nos in ignoscendo nobis. Mensura, quam applicabimus in dando, applicabitur nobis in caelo in remunerando nos. Haud expedit nobis hoc oblivisci.\n\n82. Iesus non dicit: “Beati qui ultionem sibi proponunt”, sed beatos appellat eos qui dimittunt idque faciunt «usque septuagies septies» (Mt 18,22). Oportet cogitare nos omnes exercitum esse dimissorum. Nos omnes conspecti sumus cum miseratione divina. Si ad Dominum sincere accedimus et aures exacuimus, probabiliter aliquando hanc reprehensionem audiemus: «Non oportuit et te misereri conservi tui, sicut et ego tui misertus sum?» (Mt 18,33).\n\nConspicere et agere cum misericordia, haec est sanctitas.\n\n«Beati mundo corde, quoniam ipsi Deum videbunt»\n\n83. Haec beatitudo ad eos pertinet qui habent cor simplex, mundum, sine sordibus, quoniam cor aptum amare non patitur suam in vitam quidquam ingredi quod hunc amorem attentet, quod illum debilitet vel in discrimen ponat. Secundum Sacras Scripturas, cor sunt nostrae verae intentiones, id quod re quaerimus et cupimus, praeter ea quae patefacimus: «Homo enim videt ea, quae parent, Dominus autem intuetur cor» (1 Sam 16,7). Ipse conatur ad nos loqui in corde (cfr Os 2,16) ibique desiderat Legem suam scribere (cfr Ier 31,33). Denique vult nobis cor novum dare (cfr Ez 36,26).\n\n84. «Omni custodia serva cor tuum» (Prv 4,23). Nihil maculatum falsitate re valorem habet Domino. Ipse «effugiet fictum et auferet se a cogitationibus insensatis» (Sap 1,5). Pater, «qui videt in abscondito» (Mt 6,6), agnoscit quod non est mundum, id est quod non est sincerum, sed tantum cortex et simulacrum, sicut et Filius novit «quid esset in homine» (Io 2,25).\n\n85. Verum est non esse caritatem sine operibus caritatis, sed haec beatitudo nos recordatur Dominum exspectare studium in fratrem quod manet de corde, quia «et si distribuero in cibos omnes facultates meas et si tradidero corpus meum, ut glorier, caritatem autem non habuero, nihil mihi prodest» (1 Cor 13,3). In Evangelio secundum Matthaeum cernimus quoque ea quae de corde exeunt coinquinare hominem (cfr 15,18), quoniam inde exeunt homicidia, furta, falsa testimonia et cetera (cfr 15,19). Ex intentionibus cordis oriuntur intima desideria et consilia quae re nos permovent.\n\n86. Cum cor Deum et proximum diligit (cfr Mt 22,36-40), cum hoc est vera eius intentio et non vacua verba, tunc cor illud mundum est ac Deum videre potest. Sanctus Paulus in suo hymno de caritate recordatur nos videre «nunc per speculum in aenigmate» (1 Cor 13,12), sed prout vere regnat caritas, apti fiemus ut videamus «facie ad faciem» (ibid.). Qui sunt mundo corde, sicut Iesus pollicetur, «Deum videbunt».\n\nCor mundum servare ab his omnibus quae caritatem foedant, haec est sanctitas.\n\n«Beati pacifici, quoniam filii Dei vocabuntur»\n\n87. Haec beatitudo in mentem nobis adducit innumeras bellicas condiciones quae iterantur. Nobis autem admodum familiare est contentionum vel saltem dissensionum actores esse. Exempli gratia, cum de quodam aliquid audio et vado ad alterum eique hoc dico; et forsitan aliam versionem effingo parum ampliorem eamque diffundo. Et si plus damni facere valeo, videtur hoc mihi magis satisfacere. Orbis rumorum, factus a plebe quae studet carpere et diruere, haud pacem construit. Haec gens potius est inimica pacis ac nullo modo beata.[73]\n\n88. Pacifici sunt fons pacis, pacem socialemque amicitiam aedificant. Iis qui nituntur pro pace ubique seminanda, Iesus pulchram facit promissionem: «Ipsi filii Dei vocabuntur» (Mt 5,9). Ipse poscebat a discipulis ut, cum in quandam domum pervenirent, dicerent: «Pax huic domui!» (Lc 10,5). Verbum Dei quemque credentem hortatur ut una cum omnibus pacem sectetur (cfr 2 Tim 2,22), quoniam «fructus iustitiae in pace seminatur facientibus pacem» (Iac 3,18). Si autem aliquando nostra in communitate dubia adsunt quid sit faciendum, «quae pacis sunt, sectemur» (Rom 14,19), quoniam unitas maior est contentione.[74]\n\n89. Haud facile est istam pacem evangelicam exstruere, quae neminem excludit, sed integrat etiam eos qui paulisper insolentes sunt, homines difficiles et implicatos, qui attentionem evocant, qui diversi sunt, qui a vita nimirum percutiuntur, quorum alia intersunt. Durum est magnamque requirit ingenii sollertiam et cordis, quia non agitur de «consensu ad mensulam scriptoriam vel de pace fluxa pro felici minoritate»,[75] nec de proposito «paucorum pro paucis».[76] Neque nititur conflictus ignorare vel dissimulare, sed «accipere sufferre conflictum, dirimere eum et commutare in anellum catenae novi processus».[77] Oportet opifices pacis esse, quia pacem exstruere ars est quae requirit animum serenum, creativum, sensibilem et agilem.\n\nCircum nos pacem serere, haec est sanctitas.\n\n«Beati qui persecutionem patiuntur propter iustitiam, quoniam ipsorum est regnum caelorum»\n\n90. Ipse Iesus asserit hanc viam contra consuetudinem ducere usque adeo ut nos permutet in homines qui sua vita in dubium revocent societatem, homines incommodos. Iesus recordatur tot homines persecutionem pati ac persecutionem passos esse solummodo quoniam pro iustitia certaverunt, quoniam sua officia in Deum et in alios expleverunt. Si in obscuram mediocritatem delabi nolumus, ne postulemus vitam commodam: «Qui enim voluerit animam suam salvam facere, perdet eam» (Mt 16,25).\n\n91. Non licet exspectare, ad vivendum Evangelium, ut circum nos omnia favorabilia sint, quia saepe dominatus ambitiones mundanorumque negotiorum adversus nos contendunt. Sanctus Ioannes Paulus II ita dicebat: «Alienata est societas quae suis in formis ordinationis socialis et rerum confectionis atque consumptionis difficiliorem reddit traditionem huius doni et huius inter homines conspirationis constitutionem».[78] In huiusmodi societate alienata, decepta machinatione rei politicae, instrumentorum communicationis socialis, oeconomiae, culturae ac etiam religionis, quae sincerae progressioni humanae et sociali obsistit, Beatitudines vivere difficile fit, vel etiam invisum quoddam, suspectum et irrisum esse potest.\n\n92. Crux, praesertim defatigationes et passiones quas sustinemus ut caritatis mandatum et iustitiae iter vivamus, fons est maturationis et sanctificationis. Recordari debemus Novum Testamentum, cum de passionibus loquitur pro Evangelio sustinendis, plane ad persecutiones referri (cfr Act 5,41; Phil 1,29; Col 1,24; 2 Tim 1,12; 1 Pe 2,20; 4,14-16; Apc 2,10).\n\n93. Loquimur tamen de persecutionibus inevitabilibus, non de illis quas nos ipsi, alios perperam tractantes, concitare possemus. Sanctus non est quispiam insolitus, disiunctus, qui haud perferri potest ob eius vanitatem, indolem infensam eiusque simultates. Christi Apostoli tales non erant. Liber Actuum Apostolorum instanter enarrat eos habere «gratiam ad omnem plebem» (2,47; cfr 4,21.33; 5,13), dum quidam magistratus eos insectabantur et persequebantur (cfr 4,1-3; 5,17-18).\n\n94. Persecutiones re non pertinent ad praeteritum tempus, quoniam etiam hodie eas patimur, tum modo cruento, sicut tot martyres nostrae aetatis, cum modo subtiliore, per calumnias et falsitates. Iesus dicit beatitudinem adesse cum «dixerint omne malum adversum vos, mentientes, propter me» (Mt 5,11). Alias de ludibriis agitur, quae fidem nostram conantur detorquere nosque uti personas ridiculas ostentare.\n\nEvangelii viam cotidie accipere, etiamsi nobis aerumnas afferat, haec est sanctitas.\n\nMagna regula morum\n\n95. In capite XXV Evangelii secundum Matthaeum (vv. 31-46) Iesus iterum considerat unam harum beatitudinum, nempe eam quae declarat beatos misericordes. Si eam sanctitatem quaerimus quae accepta est oculis Dei, in hoc textu invenimus ipsam regulam agendi, secundum quam iudicabimur: «Esurivi enim, et dedistis mihi manducare; sitivi, et dedistis mihi bibere; hospes eram, et collegistis me; nudus, et operuistis me; infirmus, et visitastis me; in carcere eram, et venistis ad me» (25,35-36).\n\nPropter fidelitatem Magistro\n\n96. Itaque sanctos esse non significat oculos terere in quadam coniecta exstasi. Dixit sanctus Ioannes Paulus II: «Si revera a Christi contemplatione denuo viam incepimus, nostrum erit id advertere in vultu eorum cum quibus ille similis esse voluit».[79] Textus Mt 25,35-36 «non est mera adhortatio ad caritatem; agitur de pagina christologica, quae luminis radios effundit in Christi mysterium».[80] Hac in admonitione ad agnoscendum eum in pauperibus et patientibus cor ipsum Christi revelatur, eius sensus altioresque optiones, quibus omnis sanctus se conformare nititur.\n\n97. Prae horum Iesu postulatorum virtute Nos tenemur rogare christianos ut accipiant ea et assumant sincera animi propensione, „sine glossa”, videlicet sine commentariis, sine lucubrationibus et excusationibus quae iis vim auferant. Dominus nobis liquide demandavit sanctitatem non posse intellegi nec vivi si quis illa eius postulata praetereat, quoniam misericordia est «cor micans Evangelii».[81]\n\n98. Cum cuidam occurro dormienti sub divo, in nocte frigida, sentire possum sarcinam illam onus esse inexspectatum quod me implicat, maleficum otiosum, obstaculum in meo itinere, aculeum molestum meae conscientiae, incommodum a viris politicis resolvendum, et forsitan etiam sordem quae publicum spatium foedat. Vel possum ex fide et caritate agere atque in eo ens humanum cum eadem ac mea dignitate agnoscere, creaturam a Patre infinite dilectam, Dei imaginem, fratrem a Iesu Christo redemptum. Hoc est esse christiani! Num sanctitas intellegi potest praeter hanc vivam agnitionem dignitatis cuiusque hominis?[82]\n\n99. Hoc christianis implicat sanam ac permanentem insatisfactionem. Etiamsi tantum uni levamen afferre iam omnes conatus nostros iustificaret, hoc nobis haud sufficit. Episcopi Canadenses hoc clare affirmarunt, monstrantes quod in biblicis doctrinis de Iubilaeo, exempli gratia, non agitur tantum de quibusdam bonis operibus efficiendis, sed potius de commutatione sociali quaerenda: «Ut generationes futurae etiam liberentur, clare finis esse debet iustos sociales et oeconomicos ordines restituere, ita ut nulla exclusio amplius fieri possit».[83]\n\nDoctrinae quae cor Evangelii mutilant\n\n100. Pro dolor, nonnumquam doctrinae inducunt nos in duos noxios errores. Una ex parte, error christianorum qui separant haec Evangelii postulata a personali sua relatione cum Domino, ab interiori coniunctione cum Eo, a gratia. Ita christiana religio in aliquod genus ONG commutatur, auferens ei illam luminosam mysticam, quam tam bene vita sua sanctus Franciscus Assisiensis, sanctus Vincentius de Paul, sancta Teresia de Calcutta et plurimi alii manifestarunt. Apud hos magnos sanctos nec oratio nec Dei dilectio, nec Evangelii lectio eorum studii proximi passionem et efficaciam minuebant, sed e contra eam augebant.\n\n101. Noxius et doctrinis subiectus quoque est error eorum qui vivunt diffidentes de aliorum sociali studio, considerantes illud aliquid tenue, mundanum, profano usui destinatum, immanentismum sectans, communismi proprium, ad populismum pertinens. Vel illud relativum faciunt, uti essent aliae res maioris ponderis vel uti hoc pertineret tantum ad determinatam ethicam aut ad rationem quam ipsi defendunt. Exempli gratia, defensio innocentis qui nondum natus est debet esse clara, firma et ardens, quia ibi vitae humanae dignitas in discrimen adducitur, quae semper sacra est, illudque postulat amor erga omnem personam, praetermissa eius evolutione. Sed pariter sacra est vita pauperum, qui iam nati sunt, qui quatiuntur miseria, derelictu, exclusione, hominum mercatura, aegrorum ac senium absque cura occulta euthanasia, novis formis servitutis atque quaque forma sepositionis.[84] Non possumus nobis praeponere exemplar sanctitatis neglegens iniustitiam huius mundi, ubi quidam festum agunt, hilariter impendunt suamque vitam redigunt ad novitates consumptionis, eodem tempore quo alii tantum de foras inspiciunt, dum eorum vita praeterit et misere concluditur.\n\n102. Audiri saepe solet coram relativismo limitibusque mundi huius temporis minoris ponderis quaestionem esse, exempli gratia, condicionem migrantium. Nonnulli catholici affirmant illud esse argumentum secundarium respectu quaestionum “seriarum” bioethicae. Si huiusmodi dicit quidam vir politicus, sollicitus de suis exitibus, intellegi potest, sed minime christianus, quem decet tantum habitus se in locum illius fratris ponendi qui vitam suam in discrimen adducit ut filiis suis futuras opportunitates offerat. Possumusne quidem agnoscere hoc esse quod a nobis requirit Iesus Christus cum nobis dicit nos Ipsum suscipere in omni advena (cfr Mt 25,35)? Sanctus Benedictus accepit hoc sine condicionibus atque, etsi hoc “implicare” potuisset vitam monachorum, statuit cunctos hospites qui venirent ad monasterium suscipiendos esse «sicut Christum»,[85] etiam cum signis adorationis,[86] et pauperes ac peregrinos tractandos esse «maxima cura et sollicitudine».[87]\n\n103. Similia proponit Vetus Testamentum cum affirmat: «Advenam non opprimes neque affliges eum; advenae enim et ipsi fuistis in terra Aegypti» (Ex 22,20). «Si habitaverit tecum advena in terra vestra, non opprimetis eum; sed sit inter vos quasi indigena, et diliges eum sicut teipsum: fuistis enim et vos advenae in terra Aegypti» (Lv 19,33-34). Non agitur ergo de inventione cuiusdam Papae vel transitorio delirio. Nos quoque, hodiernis in adiunctis, vocamur ad vivendum iter spiritualis illuminationis quod nobis propheta Isaias ostendebat, cum quaeritabat quid Deo acceptum sit: «Nonne frangere esurienti panem tuum, et egenos, vagos inducere in domum? Cum videris nudum, operi eum et carnem tuam ne despexeris. Tunc erumpet quasi aurora lumen tuum» (58,7-8).\n\nCultus Ipsi magis acceptus\n\n104. Cogitare potuerimus nos Deo gloriam reddere tantum cultu et oratione, vel unice quarundam normarum ethicarum observatione – verum est in primis consuetudinem cum Deo esse colendam – ac obliviscimur mensuram pro aestimanda vita nostra ante omnia esse quod aliis fecerimus. Oratio est pretiosa si cotidianam amoris donationem alit. Noster cultus acceptus est Deo cum in eum ferimus proposita cum magnanimitate vivendi atque cum sinimus ut Dei donum, quod in eo accipimus, studio in fratres manifestetur.\n\n105. Propter eandem rationem optimus modus diiudicandi an nostra via orationis sit germana erit respicere quantopere nostra vita sub luce misericordiae commutetur. Etenim «misericordia non est tantum Patris actio, sed discrimen fit quo intellegatur qui sint eius veri filii».[88] Ipsa est stipes «qui vitam Ecclesiae sustinet».[89] Iterum affirmare cupimus quod, quamquam misericordia iustitiam et veritatem haud excludat, «potissimum dicere debemus misericordiam esse iustitiae plenitudinem ac clariorem Dei veritatis revelationem».[90] Ipsa «clavis est caeli».[91]\n\n106. Praeterire non possumus quin illam quaestionem recordemur quam sanctus Thomas Aquinas sibi posuit cum inquirebat quae sint nostrae actiones maiores, quae opera exteriora melius nostram erga Deum caritatem ostendant. Ipse absque dubitatione respondit haec esse opera misericordiae erga proximum,[92] plus quam actus cultus: «Nos non exercemus cultum in Deum per sacrificia et oblationes exteriores ad eius utilitatem, sed ad nostram utilitatem et proximi: Ipse enim non indiget nostris sacrificiis, sed vult ut ea offerantur pro nostra devotione et ad utilitatem proximi. Ideo misericordia qua subveniatur inopia alterius est sacrificium ei maxime acceptum, quia illud propius proximi bonum procurat».[93]\n\n107. Qui vere sua vita Deo gloriam reddere cupit, qui re anhaelat sanctificari ut sua exsistentia glorificet Sanctum, vocatur ut seipsum affligat, impendat et fatiget studens opera misericordiae exercere. Haec optime intellexit sancta Teresia de Calcutta: «Ita, multae sunt mihi humanae infirmitates, multae humanae miseriae. [...] Sed Ipse se humiliat nosque adhibet, te quidem et me, ut eius amor eiusque miseratio in mundo simus, non obstantibus nostris peccatis, non obstantibus nostris miseriis et vitiis. Ipse de nobis pendet ut diligat mundum eique ostendat quantopere eum diligat. Si nimis de nobis ipsis solliciti sumus, pro aliis tempus haud supererit».[94]\n\n108. Quod in rebus consumendis immoderate hedonisticeque involvimur, id nos fallere potest, quoniam propter nimium studium delectamenti in nos ipsos praeter modum intendimus, in nostra iura inque immoderatum desiderium habendi otii ut vita fruamur. Difficile erit ut nos impendamus viresque dicemus ad illos adiuvandos qui male se habent, nisi quandam austeritatem colamus, nisi cum hac cupiditate certemus quam nobis imponit societas consumptionis, ut res nobis venumdet, quaeque denique in pauperes non contentos nos commutat qui omnia habere et experiri cupiunt. Etiam levium notitiarum consumptio atque celeris et virtualis communicationis formae possunt nos utcumque obstupefacere, totum nostrum tempus occupare nosque longe abducere a patienti carne fratrum. In hac praesenti voragine Evangelium denuo resonat ut vitam diversam, saniorem felicioremque nobis praebeat.\n\n* * *\n\n109. Sanctorum testificationis vis est vivere Beatitudines et regulam morum novissimi iudicii. Verba sunt pauca, simplicia, sed realia et pro cunctis valida, quoniam christiana fides ante omnia est ut exerceatur, et etiamsi cogitationis est argumentum, id tantummodo valet cum nos adiuvat in cotidiana vita secundum Evangelium vivere. Exhortamur enixe ut hi magni textus biblici saepius legantur, memoria serventur, in orando adhibeantur et studiose in actum ponantur. Nobis sane proficient, nos germane felices efficient.\n\nCaput quartum\n\nPROPRIETATES QUAEDAM SANCTITATIS\n\nIN MUNDO HUIUS AETATIS\n\n110. Intra amplum sanctitatis conspectum quem Beatitudines nobis praebent et Evangelium Matthaei 25,31-46, proprietates quasdam vel expressiones spirituales colligere velimus quae, Nostra quidem sententia, necessariae sunt ad intellegendum modum vivendi, ad quem Dominus nos vocat. In instrumentis sanctificationis explicandis haud sistemus iam notis, in diversis scilicet precationis rationibus, in pretiosis sacramentis Eucharistiae et Reconciliationis, in sacrificiis offerendis, in variis formis devotionis, in spirituali moderatione multisque aliis. Quasdam tantum species vocationis ad sanctitatem significabimus, quas speramus praecipue personaturas.\n\n111. Haec proprietates, quas extollere volumus, non sunt illae omnes quae exemplar sanctitatis constituere possunt, sed quinque sunt magnae significationes dilectionis erga Deum et proximum, quas magni facimus propter discrimina et limites humani huius temporis cultus. In quo exhibentur: anxietas iracunda et violenta quae nos dissipat ac debilitat; indoles negativa ac maestitia; ignavia commoda, ad consumendum intenta et suipsius utilitati deserviens; sui commodi studium totque falsae spiritualitatis species Dei occursu carentes, quae in religioso hodierno mercatu praepollent.\n\nPerferentia, patientia et mansuetudo\n\n112. Harum magnarum proprietatum prima est in medium ponere firmiterque animo complecti Deum qui amat et sustentat. Hac ex interiore constantia quisque potest perferre, tolerare adversitates vitaeque vicissitudines, sicut et aliorum aggressiones eorumque infidelitates ac menda: «Si Deus pro nobis, quis contra nos?» (Rom 8,31). Hoc fons est pacis quae sancti actibus ex­primitur. Ex hac interiore stabilitate testimonium sanctitatis in nostro concitato, inconstanti vehementique mundo de patientia et firmitudine in bono constat. Hoc fidelitas est amoris, quippe qui Deo innititur (pistis), fidelis coram fratribus (pistós) etiam esse potest eosque numquam in malis temporibus deserit, sua trepidatione haud corripitur et iuxta alios manet, etiamsi nihil praesentaneo gaudio inde affi­ciatur.\n\n113. Sanctus Paulus Romanos adhortabatur, ut «nulli malum pro malo» (Rom 12,17) redderent neque semetipsos vindicarent (cfr v. 19), sed vincerent «in bono malum» (v. 21). Habitus hic signum non est infirmitatis, sed verae fortitudinis, quia Deus ipse est «patiens et magnus fortitudine» (Nah 1,3). Verbum Dei nos admonet: «Omnis amaritudo et ira et indignatio et clamor et blasphemia tollatur a vobis cum omni malitia» (Eph 4,31).\n\n114. Contendere ac cavere nos oportet animi nostri propensiones pugnaces et egocentricas atque vetare ne hae coalescant: «Irascimini et nolite peccare; sol non occidat super iracundiam vestram» (Eph 4,26). Cum rerum adiunctis obruimur, ad obsecrationis ancoram semper confugere possumus, quae nos ducit ut manibus Dei rursus committamur prope fontem pacis sistentes: «Nihil solliciti sitis, sed in omnibus oratione et obsecratione cum gratiarum actione petitiones vestrae innotescant apud Deum. Et pax Dei, quae exsuperat omnem sensum, custodiet corda vestra» (Phil 4,6-7).\n\n115. Christiani quoque violentiae verborum structuram per interrete itemque per diversos ambitus vel loca digitalis commercii participare possunt. In ipsis catholicis mediis communicationis modi excedi possunt, obtrectationes et calumniae assumi solent omnesque eximi videntur mores alteriusque bonae famae reverentia. Itaque infesta efficitur dualitas, cum his in apparatibus dicantur res quae in vita publica intolerabiles essent, ac quidem ea quae non satifaciunt eos redimere conantur, desideria ulciscendi rabie profundendo. Adnotandum est quod, aliorum praeceptorum postulata defensione, octavum mandatum quandoque omnino praetermittatur: «Non loqueris falsum testimonium», alteriusque imago immisericorditer deleatur. Illic manifestatur quod effrenata lingua est «universitas iniquitatis» et «inflammat rotam nativitatis et inflammatur a gehenna» (Iac 3,6).\n\n116. Constantia interior, quae opus est gratiae, nos servat, ne assentientes impellamur vi quae vitam socialem invadit, quia gratia restinguit vanitatem et lenitatem consummat cordis. Sanctus vires suas non insumit aliorum querens errores, silere valet coram mendis fratrum verborumque vitat insectationes quae mordent et vexant, quia dignum se esse non arbitratur qui severus in alios sit, eosque potius censet «superiores sibi» (Phil 2,3).\n\n117. Minime nobis est bonum alios despicere, iudicum saevorum gerere partes, alios reputare indignos et assidue contendere, ut illis praecipiamus. Subtilis haec est species violentiae.[95] Sanctus Ioannes a Cruce aliud suadebat: «Ama semper edoceri potius ab omnibus, quam velle docere etiam omnium minimum».[96] Et consilium adiciebat ad daemonium arcen­dum: «De aliorum bonis ita congaudens, sicut de tuis cupiensque ut in omnibus re­bus illi praeferantur tibi idque sincero corde. Qua ratione vinces in bono malum, daemonem procul pelles cordisque possidebis laetitiam. Et hoc ipsum praestare stude erga illos potius, quibus minimus afficeris, quam erga alios, certo tibi persuadens quod nisi hoc pacto te gesseris, nec ad veram perventurus caritatem, nec in ea progressus facturus sis».[97]\n\n118. Humilitas per humiliationes tantum in corde coalescere potest. Sine illis et humilitas abest et sanctitas. Si quasdam nescis pati et offerre humiliationes, humilis non es neque in via incedis sanctitatis. Sanctitas quam praebet Deus Ecclesiae suae, ex Filii eius humiliatione promanat: haec est via. Humiliatio te adducit ut Iesu similis fias, pars est ne­cessaria imitationis Iesu Christi: «Christus passus est pro vobis, vobis relinquens exemplum, ut sequamini vestigia eius» (1 Pe 2,21). Ipse rursus humilitatem Patris manifestat, qui humiliat semetipsum ut procedat cum populo suo, atque infidelitates eius patitur et murmurationes (cfr Ex 34,6-9; Sap 11,23 - 12,2; Lc 6,36). Ideo Apostoli post humiliationem «ibant gaudentes a conspectu concilii, quoniam digni habiti sunt pro nomine [Iesu] contumeliam pati» (Act 5,41).\n\n119. Non spectamus modo saevas condiciones martyrii, sed cotidianas humiliationes eorum qui patiuntur ad servandam familiam suam, vel sibi ipsis bene dicere vitant et alios laudare malunt quam gloriari, munera deligunt deteriora et interdum aliquid iniustum prorsus ferre praeoptant, quod Domino offerant: «Si benefacientes et patientes sustinetis, haec est gratia apud Deum» (1 Pe 2,20). Hoc non est demisso capite ambulare, pa­rum loqui vel societatem effugere. Quondam, cum suarum rerum tantum studio vacet, audere aliquis potest humaniter disserere, iustitiam vindicare vel infirmiores coram sum­ma­ti­bus defendere, licet hoc detrimenta eius imaginis afferat.\n\n120. Non dicimus humiliationem suave esse quiddam, quoniam hoc esset masochismus, sed de via agitur ad imitandum Iesum et ad crescendum in coniunctione cum eo. Quod naturaliter intellegi non potest et huiusmodi consilium irridit mundus. Gratia autem est nobis obsecranda: “Domine, advenientibus humiliationibus, adiuva me, ut sentiam me post te incedere in via tua”.\n\n121. Huiusmodi virtus cor postulat a Christo placatum, vehementia vacuum quae ex immani ‘ego’ manat. Ipsa pacificatio, quam gratia operatur, sinit nos interiorem securitatem servare atque resistere et perseverare in bono «et si ambulavero in valle umbrae mortis» (Ps 23,4), vel etiam «si consistant adversum me castra» (Ps 27,3). Firmi in Domino, qui Petra est, canere possumus: «In pace in idipsum dormiam et requiescam, quoniam tu, Domine, singulariter in spe constituisti me» (Ps 4,9). Christus denique «est pax nostra» (Eph 2,14) et venit «ad dirigendos pedes nostros in viam pacis» (Lc 1,79). Ipse sanctae Faustinae Kowalska id nuntiavit, quod «humanum genus quiescere non poterit, donec cum fiducia se ad Misericordiam divinam convertat».[98] Ne incidamus igitur in temptationem securitatem interiorem in prosperis eventibus quaerendi, in inanibus voluptatibus, in possessionibus, in dominatu aliorum vel in imagine sociali: «Pacem meam do vobis», sed «non quomodo mundus dat» (Io 14,27).\n\nLaetitia et sensus leporis\n\n122. Quae hactenus diximus secum non ferunt spiritum interdictionis, aegritudinis, asperitatis, maestitiae vel habitum demissum et exanimem. Sanctus vivere valet cum laetitia et sensu leporis. Rem e conspectu nusquam amittens, spiritu propenso ac spe re­ferto alios collustrat. Christifidelis est «gaudium in Spiritu Sancto» (Rom 14,17), quia «ad amorem caritatis ex necessitate sequitur gaudium. Omnis enim amans gaudet ex coniunctione amati. […] Unde sequela caritatis est gaudium».[99] Pulchritudinem Verbi eius excepimus, quod recipimus «in tribulatione multa cum gaudio Spiritus Sancti» (1 Thess 1,6). Si concedimus ut Dominus de nostra testa nos educat et vitam nostram immutet, tunc perficere possumus ea, quae sanctus Paulus exposcebat: «Gaudete in Domino semper. Iterum dico: Gaudete!» (Phil 4,4).\n\n123. Prophetae tempus Iesu, quod nos vivimus, praenuntiabant tamquam manifestationem laetitiae: «Exsulta et lauda» (Is 12,6); «Super montem excelsum ascende, tu, quae evangelizas Sion; exalta in fortitudine vocem tuam, quae evangelizas Ierusalem» (Is 40,9); «Iubilate, montes, laudem, quia consolatur Dominus populum suum et pauperum suorum miseretur» (Is 49,13); «Exsulta satis, filia Sion; iubila, filia Ierusalem. Ecce rex tuus venit tibi iustus et salvator ipse» (Zach 9,9). Ne obliscamur quidem adhortationis Nehemiae: «Nolite contristari, gaudium etenim Domini est fortitudo vestra» (Neh 8,10).\n\n124. Maria, quae novitatem allatam a Iesu cernere novit, canebat: «Exsultavit spiritus meus in Deo salvatore meo» (Lc 1,47), et ipse Iesus «exsultavit Spiritu Sancto» (Lc 10,21). Eo transeunte, «om­nis populus gaudebat» (Lc 13,17). Post eius resurrectionem, ubicumque discipuli ad­ve­niebant erat «magnum gaudium» (Act 8,8). Iesus fidem dat nobis: «Vos contristabimini, sed tristitia vestra vertetur in gaudium. […] Iterum autem videbo vos, et gaudebit cor vestrum, et gaudium vestrum nemo tollit a vobis» (Io 16,20.22). «Haec locutus sum vobis, ut gaudium meum in vobis sit, et gaudium vestrum impleatur» (Io 15,11).\n\n125. Dura intercedunt tempora, tempora crucis, at nihil restinguere potest supernaturalem laetitiam, quae «aptatur immutaturque, sed semper superest saltem veluti emissio lucis quae ex personali certitudine manat quod, praeter omnia, infinite amemur».[100] Fiducia est haec interior, tranquillitas spe referta, quae spirituali afficit gaudio, quod ad mundi iudicium comprehendi non potest.\n\n126. Christiana laetitia cum leporis sensu plerumque coniungitur, tam extraordinario, exempli gratia, in sanctis Thoma More, Vincentio de Paul vel Philippo Neri. Animi aegritudo cum sanctitate non congruit: «Aufer curam a corde tuo» (Eccli 11,10). Adeo Dominus praestat nobis omnia abunde «ad fruendum» (1 Tim 6,17), ut maestitia animo beneficiorum immemori nonnumquam adstringatur ac nos sic obseret in nobis ipsis, quo haud idonei efficimur ad dona Dei agnoscenda.[101]\n\n127. Eius amor Patris nos adhortatur: «Fili, si habes, benefac tecum […]. Non defrauderis a bono diei» (Eccli 14,11.14). Ad bonam spem vult nos proclives, gratos et animo non nimis perplexos: «In die bona fruere bonis […]. Inveni quod fecerit Deus hominem rectum, et ipsi quaesierint infinitas quaestiones» (Eccle 7,14.29). Omnibus in adiunctis oportet indulgens servetur spiritus, et sancti Pauli instar agatur: «Ego enim didici, in quibus sum, sufficiens esse» (Phil 4,11). Sanctus Franciscus Assisiensis sic vivebat, qui grato animo ante frustum panis duri commoveri valebat vel felix laudare Deum modo propter auram quae vultum ei mulcebat.\n\n128. Non loquimur de gaudio illo, quod e rerum consumendarum immoderatione et sui ipsius commodi augendi cura oritur, quod aliquibus in hodiernis humani cultus experientiis tam adest. Nam rerum consumendarum immoderatio cor tantummodo gravat; caduca suppeditare potest delectamenta, non autem laetitiam. Eam potius significamus laetitiam, quae simul cum aliis vivitur, quae communicatur et participatur, quia «beatius est magis dare quam accipere» (Act 20,35) et «hilarem datorem diligit Deus» (2 Cor 9,7). Fraterna dilectio facultatem nostram laetandi multiplicat, quoniam habiles nos facit aliorum bono gaudendi: «Gaudere cum gaudentibus» (Rom 12,15). «Gaudemus enim, quando nos infirmi sumus, vos autem potentes estis» (2 Cor 13,9). Si vero «potissimum nostras consideramus necessitates, nos ipsos condemnamus ad vivendum modica cum laetitia».[102]\n\nAudacia et fervor\n\n129. Uno eodem tempore sanctitas est parrhesia:est audacia, est impetus evangelizationis qui vestigium imprimit in hoc mundo. Quod ut fieri possit, Iesus ipse nobis venit obviam ac placide firmiterque iterat illud: «Nolite timere!» (Mc 6,50); «Ego vobiscum sum omnibus diebus usque ad consummationem saeculi» (Mt 28,20). Haec verba concedunt nobis ut gradiamur atque inserviamus ea animi repleti fortitudine quam Spiritus Sanctus in Apostolis suscitabat, eos ad Iesum Christum impellens nuntiandum. Audaciam, ardorem, libertatem loquendi, apostolicum fervorem, haec omnia vocabulum parrhesia amplectitur, quo verbo Sacra Scriptura et libertatem exprimit exsistentiae quae aperta est, quia Deo et fratribus praesto est (cfr Act 4,29; 9,28; 28,31; 2 Cor 3,12; Eph 3,12; Heb 3,6; 10,19).\n\n130. Beatus Paulus VI inter impedimenta evangelizationis ipsam parrhessiae defectionem indicabat, scilicet deficiens studium «quod gravissimum est, cum sit domesticum».[103] Quotiens nosmet percipimus vehementer concussos, ut in dulci sistamus ripa! At Dominus vocat nos ad navigandum in altum et ad laxanda retia in profundiora (cfr Lc 5,4). Nos invitat, ut vitam nostram ei famulando impendamus. Eidem adhaerentes, concitemus nos ut cuncta nostra charismata praebeamus aliis inserviendis. Utinam caritas eius urgeat nos (cfr 2 Cor 5,14) et cum sancto Paulo profiteamur: «Vae enim mihi est, si non evangelizavero!» (1 Cor 9,16).\n\n131. Contemplemur Iesum: sublimis eius miseratio non erat quiddam quod in eum penitus converteretur, neque miseratio erat membra debilitans, timida vel verecundia plena, sicuti saepius contingit nobis, sed omnino e contrario. Miseratio erat quae eum movit ut ex se erumperet ad annuntiandum, ad missionem procurandam, ad sanandum et liberandum. Fragilitatem agnoscamus nostram, sed sinamus Iesum in manus suas eam sumere et nos in missionem inferre. Fragiles sumus, gestatores autem thesauri qui auget nos et excipientes eum meliores felicioresque facit. Audacia et ardor apostolicus missionem consti­tuunt.\n\n132. Parrhesia sigillum est Spiritus, fidei nuntii testimonium. Felix pignus est, quod nos adducit ut de Evangelio, quod annuntiamus, gloriemur; firma est fiducia fidelitatis fidelis Testis, qui certitudinem nobis praestat quod nihil «poterit nos separare a caritate Dei» (Rom 8,39).\n\n133. Impellenti Spiritu indigemus ne formidine subductisque rationibus debilitemur, ne modo intra certos fines procedere consuescamus. Meminerimus loca conclusa tandem madorem sapere et nos morbo afficere. Cum Apostoli temptatione afficerentur formidini discriminibusque animo succumbendi, consociata oratione parrhesian simul quaesierunt: «Et nunc, Domine, respice in minas eorum et da servis tuis cum omni fiducia loqui verbum tuum» (Act 4,29). Et acceperunt responsum: «Et cum orassent, motus est locus, in quo erant congregati, et repleti sunt omnes Sancto Spiritu et loquebantur verbum Dei cum fiducia» (Act 4,31).\n\n134. Ionae prophetae ad instar, semper in nobis temptationem fugiendi celamus tuta petentes, quae plura habere possunt nomina: sui commodi studium, inanem spiritualitatem, inclusionem intra parvos mundos, obnoxietatem, commoditatem, praestitutarum rationum iterationem, dogmatismum, ardens desiderium, pessimismum, refugium in normas. Aliquando resistimus ut e territorio nobis noto atque expedito egrediamur. Difficultates tamen esse possunt tamquam procella, balaena, vermis qui ricinum Ionae arefecit, vel ventus et sol qui ei caput adusserunt; et quemadmodum illi, nobis quoque munere fungi possunt nos ad Deum reducendi, qui suavitas est et vult ad constans atque innovans iter nos provehere.\n\n135. Deus semper novitas est, nos impellens ut rursus proficiscamur et locum immutemus, iam nota praetereuntes, suburbia et confinia extrema petentes. Illuc nos ducit ubi humanitas iacet sauciatissima et ubi homines, infra simulationem levitatis et conformitatis studii, quaerere perseverant responsum ad quaesitum de sensu vitae. Non timet Deus! Non timet! Schemata nostra semper excedit neque reformidat suburbia. Ipse semet quasi suburbium effecit (cfr Phil 2,6-8; Io 1,14). Proinde, si suburbia adire audebimus, ibi eum inveniemus: Ille illic iam consistet. Iesus praecedit nos in corde illius fratris, in carne eius vulnerata, in vita eius oppressa, in anima eius tenebris offusa. Ille illic iam est.\n\n136. Oportet quidem aperire portam cordis Iesu Christo, quippe qui ostium pulsat et vocat (cfr Apc 3,20). Aliquando tamen nescimus an Iesus, spectato irrespirabili foetore nostrae commendationis sui ipsius, iam non intra nos pulset, ut eum evadere si­namus. In Evangelio conspicimus quomodo Iesus «iter faciebat per civitatem et castellum praedicans et evangelizans regnum Dei» (Lc 8,1). Etiam post resurrectionem di­sci­puli profecti sunt et praedicaverunt ubique, «Domino cooperante et sermonem confirmante, sequentibus signis» (Mc 16,20). Haec est vis quae e vero occursu oritur.\n\n137. Consuetudo nos decipit nobisque dicit immutationes conari sensu carere et nihil his in adiunctis nos agere posse, resque quidem sic semper se habuisse et nos tamen exsuperavisse. Consuetudinis causa malum amplius non adimus et concedimus ut “res se habeant sicut sunt”, vel sicuti quidam statuerunt eas se esse habendas. Attamen sinamus ut Dominus adveniens e somno nos expergefaciat, soporem nostrum quatiat, ab ignavia liberet nos. Pactam oppetamus consuetudinem, oculos bene aperiamus auresque, ac potissimum cor, ut eventibus circa nos ac voce Verbi vivi et efficacis Resurrecti commoveri sinamus.\n\n138. Tot sacerdotum, religiosorum virorum mulierumque et laicorum movet nos exemplum qui magna fidelitate ad annuntiandum ac ministrandum se offerunt, periclitantes saepius capite commodumque suum profecto posthabentes. Testimonium eorum nos commonefacit Ecclesiam tot burocratum administratorumque minime indigere, sed missionariorum qui zelo succensi sint fervoreque flagrantes verae vitae nuntiandae. Sancti nos admiratione afficiunt, perturbant, quia vita eorum nos concitat ut emergamus ex quieta sedanteque mediocritate.\n\n139. A Domino gratiam exposcamus ne dubitemus cum Spiritus novum nos postulat gressum; ardorem apostolicum exposcamus ad Evangelium aliis nuntiandum et ad desistendum ne vitam nostram in museum recordationum vertamus. Omnibus in adiunctis sinamus nos, Spiritu Sancto ducente, historiam contemplari in luce resurrectionis Iesu. Hoc modo Ecclesia, potius quam fatigari, procedere poterit inopinata Domini accipiens.\n\nIn communitate\n\n140. Perdifficile est propriae concupiscentiae obluctari atque insidiis temptationibusque daemonii ac mundi sui commodi studiosi, si segregati consistimus. Adeo illecebris per­cutimur ut, si nimis soli sumus, facile sensum rerum amittimus, interiorem perspicuitatem, et succumbimus.\n\n141. Sanctificatio iter consociatum est, quod bini oportet faciamus. Hoc ostendunt commu­nitates quaedam sanctae. Variis in occasionibus Ecclesia integras communitates canonizavit, quae heroico modo Evangelium vixerunt vel vitam omnium suorum sodalium Deo obtulerunt. Cogitamus, exempli gratia, septem sanctos fundatores Ordinis Servorum Mariae, septem beatas religiosas primi monasterii Matritensis Ordinis Visitationis Sanctae Mariae, sanctum Paulum Miki et socios martyres in Iaponia, sanctos Andream Kim Tae-gǒn et socios martyres in Corea, sanctos Rochum González, Alphonsum Rodríguez et alios martyres in America Meridionali. Recordamur etiam recens testimonium beatorum monachorum ex Ordine Cisterciensium Strictioris Observantiae de Tibhirine (Algeria), qui simul ad martyrium se praeparaverunt. Item multi sunt sancti coniuges, quorum uterque instrumentum factus est alterius sanctificationis. Vitam vel operam cum aliis impendere via profecto est spiritualis incrementi. Sanctus Ioannes a Cruce discipulo dicebat: cum aliis versaris «ut poliaris et exagiteris ab omnibus» in virtute.[104]\n\n142. Communitas vocatur ad creandum illud «theologale […] spatium, in quo experiri quis potest Dominum resuscitatum mystice adesse».[105] Verbum cum aliis communicare et Eucharistiam simul celebrare magis fratres nos facit ac tractim in communitatem sanctam et missionariam convertit. Hoc sinceras quoque mysticas gignit experientias in communitate actas, sicut fuerunt illae sancti Benedicti et sanctae Scholasticae, vel sublimis spiritualis conventus quem sanctus Augustinus et mater eius sancta Monica simul habuerunt: «Impendente autem die, quo ex hac vita erat exitura (quem diem tu noveras ignorantibus nobis) provenerat, ut credo, procurante te occultis tuis modis, ut ego et ipsa soli staremus incumbentes ad quamdam fenestram, unde hortus intra domum, quae nos habebat, prospectabatur. […] Sed inhiabamus ore cordis in superna fluenta fontis tui, fontis vitae, qui est apud te […]. Et dum loquimur et inhiamus illi, attingimus eam [sc.: sapientiam] modice toto ictu cordis, […] ut talis sit sempiterna vita, quale fuit hoc momentum intellegentiae, cui suspiravimus».[106]\n\n143. Hae autem experientiae nec frequentiores sunt nec praestantiores. Vita communis, in familia, in paroecia, in religiosa vel qualibet alia communitate, ex multis parvis particulis conficitur cotidianis. Hoc in sancta communitate a Iesu, Maria et Ioseph com­posita accidebat, ubi modo paradigmatico pulchritudo communionis trinitariae reddebatur. Quod etiam eveniebat in vita communi Iesu cum discipulis eius et cum simplici populo.\n\n144. Recordemur quomodo Iesus suos discipulos monuit, ut parvas particulas considerarent:\n\nparva particula quod in festo vinum deficiebat;\n\nparva particula quod ovis deerat;\n\nparva particula de vidua quae suos duos nummulos obtulit;\n\nparva particula quod opus erat oleum lampadum depositum habere, mo­ram faciente sponso;\n\nparva particula quod a discipulis suis petiit ut inspicerent quot eis essent panes;\n\nparva particula quod opus erat parvum ignem habere paratum ad piscem assandum, dum prima luce discipulos ex­spectaret.\n\n145. Communitas, quae parvas particulas amoris custodit,[107] in qua sodales mutuam de aliis cu­ram habent et apertum evangelizationis instituunt spatium, locus est praesentiae Resuscitati qui eandem sanctificat secundum Patris consilium. Interdum, tamquam donum Do­mi­nici amoris, inter has parvas particulas consolantes nobis donantur experientiae Dei: «Vesperi hieme parvum ministerium meum solito more agebam […]. Subito procul suavem audivi so­num instrumenti musici: mente tunc mihi atrium effinxi splendide collustratum auro pror­sus refulgens, et puellas venustis vestibus indutas, quae mutuis inter se honorificis ver­bis atque officiis mundanis prosequebantur. Deinde oculos meos fixi in pauperem aegro­tam, quam sustinebam; et pro musica suavitate eius miseros gemitus interdum audiebam […]. Exprimere non possum quod accidit in anima mea: tantum scio Dominum eam veritatis radiis illuminavisse, qui obscurum splendorem conviviorum mundi adeo superant, quod credere non potui felicitatem meam».[108]\n\n146. Contra animi proclivitatem in sui commodi studium rerum consumendarum immoderatione affectum, quae nos tandem secludit in felicitate quaerenda aliis posthabitis, nostrum sanctificationis iter facere non potest quin idem desideremus ac Iesus: «Ut omnes unum sint, sicut tu, Pater, in me et ego in te» (Io 17,21).\n\nIn oratione constanti\n\n147. Postremo, quamvis manifestum videatur, recordamur sanctitatem ex consueta effici mentis apertione ad transcendentiam, quae in oratione et adoratione exprimitur. Sanctus homo est orantis spiritus, qui cum Deo communicare necesse habet. Est qui circumsaepta immanentia huius mundi opprimi non patitur atque inter nisus suos oblationesque suspirat in Deum, e seipso per laudem egreditur et fines suos per contemplationem Domini dilatat. Sanctitati non credimus orationis experti, quamquam de productis temporibus vel de intentis animi motibus non necessario agitur.\n\n148. Sanctus Ioannes a Cruce hortabatur, ut quisque «curet semper in praesentia Dei sit, sive est illa realis sive commenticia sive unitiva, prout operatio postulat».[109] Ceterum voluntas Dei ipsa facere non potest quin ex vita nostra cotidiana quodammodo appareat: «Assiduus es in oratione et noli eam dimittere etiam in medio negotiorum externorum. Sive edis sive bibis sive loqueris sive agis cum saecularibus sive quicquam aliud facis, exquire Deum perseveranter cordi Eius devinctus».[110]\n\n149. Nihilominus, ut hoc fieri possit, temporibus quibusdam opus est modo Deo dicatis, in solitudine cum Eo. Ad mentem sanctae Teresiae a Iesu oratio est «necessitudo amicitiae, assiduum colloquium solius soli cum Eo, quem scimus amare nos».[111] In eo instare velimus quod hoc non est tantum pro paucis privilegio auctis, sed pro omnibus, quia fatendum est «nos omnes hoc silentio indigere, adorata praesentia imbuto».[112] Oratio fidens responsum est cordis quod ipsum coram Deo aperitur, ubi omnes reprimuntur soni ut suavis vox Domini resonans in silentio audiatur.\n\n150. In hoc silentio, sub Spiritus lumine, sanctitatis discerni possunt viae quas Dominus nobis proponit. Aliter omnia consilia nostra tantum esse poterunt “ornatus” qui, potius quam Evangelium in vita nostra extollant, id tegent ac repriment. Cuique discipulo necesse est versari cum Magistro, eundem audire et ab eo discere, iugiter discere. Nisi aures praebemus, omnia verba nostra tantum rumores erunt qui nihil prosunt.\n\n151. Memoramus quod «contemplatio vultus Iesu mortui et resuscitati humanitatem nostram redintegrat, illam etiam vitae laboribus discerptam vel peccato signatam. Vultus Christi virtutem mollire non debemus».[113] Proinde, indulgeatur Nobis a te quaerere: exstantne tempora, ubi in silentio coram Eo consistis, cum Eo nulla festinatione commoraris et concedis te ab Eo inspici? Concedisne ut flamma eius incendat cor tuum? Nisi Eidem concedis ut in eo caritatis et suavitatis enutriat ardorem, igne carebis: quomodo ergo aliorum cor testimonio et verbis tuis inflammare valebis? Quod si coram vultu Christi sanari et converti nondum concedere potes, tunc penetra in viscera Domini, ingredere vulnera eius, quoniam ibi insidet divina misericordia.[114]\n\n152. Silentium orans tamen minime intellegamus, quaesumus, tamquam fugam mundum circa nos denegantem. “Peregrinus russicus” ille, qui continenter orans ambulabat, refert eam orationem nullo modo eum ab externis rebus abstrahere: «Cum homines convenirem, omnes tam amabiles mihi videbantur perinde ac si essent e mea familia. […] Et non modo felicitas interiora animae meae illuminabat, sed etiam mundus exterior pulcherrimus et mirabilis mihi apparebat».[115]\n\n153. Ne historia quidem evanescit. Oratio, nempe cum Dei dono alitur quod in vitam nostram redundat, oportet memoria semper sit referta. Memoria operum Dei experientiae subest foederis inter Deum et populum eius. Si Deus ingredi voluit in historiam, oratio recordationibus intexitur: recordatione non modo Verbi revelati, sed etiam vitae nostrae, vitae aliorum, de iis quae Dominus in Ecclesia sua operatus est. Memoria grata haec est de qua etiam sanctus Ignatius de Loyola loquitur in illa «Contemplatione ad obtinendum amorem»,[116] cum a nobis petit revocare in memoriam omnia beneficia a Deo accepta. Orans inspice historiam tuam et in ea tantam invenies misericordiam. Hoc simul augebit tuam conscientiam de eo, quod Dominus te memoria tenet et numquam obliviscitur tui. Exinde, sensum habet ab Eo petere ut illuminet etiam parvas particulas vitae tuae, quae Eum non latent.\n\n154. Supplicatio est significatio cordis Deo confidentis, perspicientis se unum valere non posse. In vita Dei populi fidelis multas supplicationes invenimus credenti suavitate altaque fiducia refertas. Pondus ab efflagitatione oranti non auferamus, quae totiens serenum facit cor nostrum ac nos adiuvat ut spe repleti propugnantes procedamus. Supplicatio intercessionis peculiari virtute pollet, cum actus sit fiduciae Dei ac significatio simul amoris erga proximum. Quidam, praeiudicatas propter opiniones ad spiritualismum attinentes, precem puram Dei contemplationem necessario esse putant, sine mentis evagationibus, quasi nomina et vultus fratrum turbamenta essent vitanda. Ceterum quidem, re oratio eo magis grata Deo et sanctificans erit quo magis in ea per intercessionem duplex a Iesu nobis traditum mandatum vivere conamur. Intercessio fraternum exprimit officium in alios cum aliorum vitam eorumque trepidissimas anxietates ac dulcissima somnia in ea includere valemus. De eo qui studiose operam dat intercedendo dici potest, Sacrae Scripturae adhibitis verbis: «Hic est fratrum amator, qui multum orat pro populo» (2 Mac 15,14).\n\n155. Si vere agnoscimus Deum esse, facere non possumus quin Eum adoremus, aliquando in silentio admiratione pleno, vel hymnum laudis Ei canamus. Ostendimus ita quod beatus Carolus de Foucauld vivebat, cum dixit: «Cum primum Deum esse credidi, tum intellexi me pro Eo tantum vivere posse».[117] Etiam in vita peregrinantis populi gestus simplices multi sunt merae adorationis, sicuti exempli gratia cum «oculi peregrini super imaginem sistunt suavitatem et proximitatem Dei significantem. Sistit amor, mysterium contemplatur quod silentio gustat».[118]\n\n156. Lectio orans Verbi Dei, dulcis super mel (cfr Ps 119,103) et aequa «gladio ancipiti» (Heb 4,12), sinit nos Magistrum continenter auscultare ut lucerna sit pedibus nostris et lumen semitae nostrae (cfr Ps 119,105). Sicuti bene Episcopi Indiae nos admonuerunt, «devotio Verbo Dei non modo una est ex multis devotionibus, pulchra quidem, sed in arbitrio posita. Pertinet vero ad cor et ad ipsam praecipuam naturam vitae christianae. Verbum habet in se virtutem ad vitam convertendam».[119]\n\n157. Occursus Iesu in Scripturis ad Eucharistiam nos ducit, ubi Verbum ipsum summam obtinet virtutem, cum praesentia realis sit Illius, qui Verbum est vivum. Illic unus Absolutus summa colitur adoratione quae in hac terra Ei praeberi potest, quia ipse Christus in ea offertur. Et cum Eum communicantes accipimus, foedus nostrum cum Eo renovamus et concedimus Eum magis magisque operam conversionis perficere.\n\nCaput quintum\n\nCONTENTIO, VIGILANTIA ET DISCRETIO\n\n158. Vita christiana contentio continua est. Postulantur vis audaciaque ad arcendum tentationes diaboli atque Evangelium annuntiandum. Ea est contentio decora, quia nobis concedit diem festum agere quotiescumque Dominus in vita nostra vincit.\n\nContentio et vigilantia\n\n159. Non tantummodo agitur de contentione contra mundum ac contra animum saecularem, qui nos in errorem inducit, obstupefacit et mediocres reddit, sine studio et laetitia. Nec ad certamen quidem reducitur contra nostram fragilitatem ac contra nostras inclinationes animi (quisque suas habet: pigritiam, luxuriam, invidiam, livores, etc.). Est etiam certamen continuum contra diabolum, qui princeps est mali. Ipse Iesus celebrat nostras victorias. Ipse gavisus est cum discipuli eius in Evangelio nuntiando progredi potuerunt, superantes Maligni adversationem, et exsultabat: «Videbam Satanam sicut fulgur de caelo cadentem» (Lc 10,18).\n\nAliquid plus quam mythus\n\n160. Si perseveramus vitam considerare solum cum criteriis empiricis et sine prospectu supernaturali, non admittemus exsistentiam diaboli. Nempe persuasio est hanc potestatem malignam inter nos esse quae nobis permittit intellegere cur malum interdum tantam vim destruendi habeat. Verum est auctores biblicos onus conceptuale circumscriptum habuisse ad quaedam exprimenda quae temporibus Iesu confundi poterant, exempli gratia comitialis morbus cum possessione demoniaca. Attamen id nos inducere non debet ad realitatem ita simplificandam ut dicamus omnes casus narratos in Evangeliis morbos psychicos fuisse et postremo daemonium non esse vel non agere. Eius praesentia in prima pagina Scripturarum invenitur, quae victoria Dei super daemonium absolvitur.[120] Reapse, cum Iesus nobis orationem “Pater noster” tradidit, voluit nos eam concludere petendo a Patre ut nos a Malo liberaret. Verba quae illic adhibentur non ad malum abstracte referuntur, et eius conversio magis exacta est «Malignus». Ostendit enim ens personale quod nos torquet. Iesus nos docuit cotidie hanc liberationem petere ne potentia eius in nos dominaretur.\n\n161. Ne igitur putemus mythum esse, imaginem, symbolum, figuram vel notionem.[121] Talis fraus nos ad vigilantiam extenuandam adducit nosque neglegendos, subiectiores itaque manemus. Is non eget nos possidere. Nos odio, maerore, invidia et vitiis venenat. Itaque, cum nos custodiam extenuamus, ille occasionem arripit ut nostram vitam, nostras familias ac communitates destruat, quia «tamquam leo rugiens circuit quaerens quem devoret» (1 Pe 5,8).\n\nVigiles et fidentes\n\n162. Verbum Domini palam nos hortatur ut debemus «stare adversus insidias diaboli» (Eph 6,11) et ut reprimamus «omnia tela ignea Maligni» (Eph 6,16). Non sunt verba poëtica, quia iter nostrum ad sanctitatem etiam contentio constans est. Qui hoc non agnoscere velit, subiectus erit detrimento vel mediocritati. Ad contendendum habemus valida arma quae Dominus nobis dat: fidem quae in prece exprimitur, meditationem Verbi Dei, celebrationem Missae, adorationem eucharisticam, Reconciliationem sacramentalem, opera caritatis, vitam communem, munus missionale. Si nos neglegimus, allicient facile nos falsa mali promissa, quia, sicut sanctus presbyter Brochero dicebat: «Quid refert quod Lucifer promittat vos liberare, et etiam in medium omnium bonorum suorum vos iniciat, si bona fallacia, si bona venenata sunt?».[122]\n\n163. Progressio boni, provectus spiritualis et incrementum caritatis hoc in itinere compensatio optima ante res mali sunt. Nemo resistit si eligit in exanima parte cunctari, si cum paucis satisfactus est, si desistit somniare dicationem pulchriorem Domino offerre. Peius adhuc si in sensum profligationis incidit, quia «ille qui incipit sine fiducia ante tempus, perdidit dimidium certaminis et talenta sua in terra abscondit. […] Triumphus christianus semper crux est, sed crux quae simulque vexillum victoriae est, quae fertur cum teneritate contentiosa contra impetus mali».[123]\n\nSpiritualis corruptela\n\n164. Iter sanctitatis est fons pacis et gaudii quae Spiritus donat nobis, sed simul requirit ut stemus cum “lucernis ardentibus” (cfr Lc 12,35) ac attenti maneamus: «Ab omni specie mala abstinete vos» (1 Thess 5,22); «Vigilate» (Mt 24,42; cfr Mc 13,25); ne dormiamus (cfr 1 Thess 5,6). Quia illi qui sentiunt graves culpas contra Legem divinam se non committere, se neglegere possunt in quadam specie stuporis vel soporis. Et cum ad se reprehendum nihil grave inveniant, haud animadvertunt illum teporem gradatim eorum vitam spiritualem occupare et tandem tabescunt et corrumpuntur.\n\n165. Corruptio spiritualis peius est quam peccatoris labes, quia agitur de caecitate mentis commoda atque sui sufficienti ubi denique omnia licita videntur: fraus, calumnia, amor sui et tam multae formae subtiles commendationis sui ipsius, quia «ipse Satanas transfigurat se in angelum lucis» (2 Cor 11,14). Sic dies suos Salomon consummavit, dum grandis peccator David novit miseriam suam superare. In quodam loco Iesus nos certiores fecit de hac tentatione dolosa quae ad corruptelam nos inducit: loquitur enim de persona a daemonio liberata quae, putans vitam suam iam mundam esse factam, demum in possessum aliorum septem spirituum malignorum incidit (cfr Lc 11,24-26). Alter textus biblicus gravi imagine utitur: «Canis reversus ad suum vomitum» (2 Pe 2,22; cfr Prv 26,11).\n\nDiscretio\n\n166. Quomodo possumus scire utrum aliquid de Spiritu Sancto procedat an de spiritu mundi vel diaboli oritur? Unus modus est discretio, quae requirit non tantum bonam ratiocinandi facultatem vel sensum communem, verum etiam donum quod est poscendum. Si illud a Spiritu Sancto fidenter flagitamus, eodemque tempore conamur illud colere oratione, meditatione, lectione bonoque consilio, haud dubie hac in spirituali facultate progredi possumus.\n\nImpellens necessitas\n\n167. Hodiernis temporibus habitus discernendi perquam necessarius factus est. Nam huius aetatis vita magnam copiam praebet actionum et oblectationum, quas mundus exhibet veluti si omnes validae bonaeque essent. Cuncti, praecipue autem iuvenes, continuatis variationibus obiciuntur. Fieri potest ut quis in duobus tribusve albis electronicis simul moveatur eodemque tempore differentes virtuales actionis scaenicae partes reciproce agitet. Absque discernendi prudentia facile commutari possumus in neurospasta, illius temporis proclivitatibus mancipata.\n\n168. Hoc potissimum est magni momenti cum novitas quaedam compareat in nostra vita, ideoque discernendum est utrum hoc sit vinum novum quod venit a Deo an quaedam sit novitas fallax spiritus mundi vel spiritus diaboli. Aliis vero in occasionibus oppositum evenit, quoniam vires mali nos persuadent ne mutemus, ut res relinquamus sicut sunt, ut immobilem rigidumque habitum deligamus, atque tunc impedimus quominus Spiritus flatus agat. Liberi sumus, libertate Iesu Christi pollentes, sed Ipse nos vocat ut quod intra nos est examinemus – desideria, angustias, timores, exspectationes – et illud quod extra nos evenit – “signa temporum” – ut agnoscamus plenae libertatis vias: «Omnia autem probate, quod bonum est tenete» (1 Thess 5,21).\n\nSemper sub Domini lumine\n\n169. Discernere necesse est haud solummodo praecipuis temporibus, vel cum graves quaestiones sunt solvendae, vel cum aliquid magni ponderis est decernendum. Hoc certaminis instrumentum est ad melius Dominum sequendum. Quod iugiter nobis opem fert, ut Dei eiusque gratiae tempora agnoscere valeamus, ne inspirationes Domini disperdamus, ne eius invitationem ad adolescendum neglegamus. Saepius hoc in parvis rebus fit, in iis quae levia videntur, quoniam magnanimitas in rebus simplicibus et cotidianis revelatur.[124] Agitur de non ponendis finibus granditati, melioribus pulchrioribus rebus, sed eodem tempore de parvis rebus considerandis, de hodierno munere. Itaque ex omnibus christianis quaerimus ne desinant quotidie conscientiam sincere examinare, cum Domino qui nos diligit constituentes colloquium. Discretio insimul nos inducit ad certa agnoscenda instrumenta quae Dominus suo in amoris arcano consilio praeparat, ne in probis propositis tantum sistamus.\n\nSupernaturale donum\n\n170. Verum est spiritualem discretionem haud amovere subsidium sapientiarum humanarum, exsistentialium, psychologicarum, sociologicarum vel moralium. Sed eas transcendit. Ne ei quidem sufficiunt prudentes Ecclesiae normae. Recordari semper debemus discretionem gratiam esse. Etiamsi rationem prudentiamque complectitur, easdem superat, quoniam de unius nec iterabilis consilii mysterio perspiciendo agitur quod Deus in unumquemque habet quodque inter diversissimos ambitus ac limites efficitur. Non modo temporalem bonum statum respicit, neque delectationem aliquid utile patrandi, neque desiderium quietam conscientiam habendi. In discrimine est meae vitae sensus coram Patre qui me novit meque diligit, verus quidem pro quo meam exsistentiam tradere possim, quam nemo melius quam Ille novit. Discretio denique ad ipsum vitae fontem perducit quae non moritur, id est «ut cognoscant te solum verum Deum et, quem misisti, Iesum Christum»(Io 17,3). Peculiares facultates haud postulantur ab ea neque sapientibus et prudentibus reservatur, atque Pater libenter humilibus se manifestat (cfr Mt 11,25).\n\n171. Etsi Dominus perquam diversimode nobis operantibus loquitur, per alios et singulis momentis, fieri non potest ut continuatae precationis silentium praetermittatur quo melius loquelam illam percipiamus, realem significationem interpretemur inspirationum quas receptas ducimus, anxietates sedemus et totam nostram exsistentiam Dei sub lumine rursus componamus. Ita sinimus nasci novam illam synthesin quae e vita a Spiritu illuminata oritur.\n\nLoquere, Domine\n\n172. Attamen usu venire potest quod in ipsa precatione nos disponendos et cum Spiritus libertate comparandos vitemus, qui ut vult operatur. Memoria tenere oportet orantem discretionem requirere ut incipiatur ab auscultandi habitu: Dominum, alios, ipsas res quae novis semper rationibus nos interrogant. Solummodo ille qui ad auscultandum est paratus, libertatem habet deponendi suam opinionem partialem vel haud sufficientem, suas consuetudines, sua schemata. Sic re est paratus ad vocationem recipiendam quae eius certitudines frangit, sed eum ad meliorem vitam ducit, quoniam non sufficit ut omnia bene procedant, omnia sint quieta. Fieri potest ut plus praebeat Deus, et in nostra commoda mentis evagatione hoc non agnoscimus.\n\n173. Hic auscultandi habitus secum fert profecto Evangelio oboedientiam ut postremo discernendi principio, verum etiam Magisterio quod illud tuetur, cum reperire studeat in Ecclesiae thesauro quod magis frugiferum esse potest hodiernae saluti. Non agitur de praeceptis adhibendis vel ad praeterita redeundo, quoniam eaedem solutiones ad omnes circumstantias non conveniunt et quod utile in quibusdam adiunctis fuit, in aliis inutile esse potest. Spirituum discretio a rigore nos expedit, qui in conspectu perennis Resuscitati hodie locum non habet. Spiritus unus obscuriora rei penetralia ingredi et omnes eius facies pependere valet, ut alio lumine Evangelii novitas exoriatur.\n\nDoni crucisque logica\n\n174. Ad discretionem augendam praecipua condicio est educari ad Dei patientiam eiusque tempora, quae numquam sunt nostra. Ipse haud facit ut ignis descendat super infideles (cfr Lc 9,54), neque sinit ut zelantes colligant zizania quae cum tritico crescunt (cfr Mt 13,29). Etiam liberalitas postulatur, quia «beatius est magis dare quam accipere!» (Act 20,35). Non fit discretio ut detegatur quid plus hac ex vita eruere, sed ut agnoscamus quomodo hanc missionem melius exsequi possimus quae nobis in Baptismo est demandata, et id secum fert ut parati simus ad renuntiationes usque ad offerendum omnia. Etenim felicitas est inopinabilis et nobis optimas experientias dono dat cum arcanam illam logicam accipimus quae non est de hoc mundo, sicut asseverabat sanctus Bonaventura disserens de cruce: «Haec est nostra logica»[125]. Si quis hac alacritate progreditur, tum suam conscientiam sopiri non patitur ac liberaliter ad discretionem ipse reseratur.\n\n175. Cum coram Deo vitae semitas scrutamur, non dantur spatia quae manent excepta. Omnibus in exsistentiae partibus continenter crescere possumus ac Deo offerre aliquid plus, in iis quoque ubi acriores difficultates experimur. At a Spiritu Sancto oportet postulemus ut nos liberet et metum illum depellat qui efficit ut eum aditu arceamus quibusdam nostrae vitae in partibus. Qui requirit omnia etiam dat omnia, atque ingredi in nos non vult ut amputet vel debilitet, sed ut plenitudinem praestet. Hoc nos ostendit discretionem non esse inflatam sui inquisitionem, sui commodi studiosam introspectionem, sed verum de nobis ipsis exitum versus mysterium Dei, qui nos adiuvat ut missionem compleamus, ad quam pro fratrum bono nos vocavit.\n\n***\n\n176. Optamus ut has considerationes compleat Maria, quandoquidem ipsa plus quam quispiam alius Iesu Beatitudines servavit. Ipsa est quae gaudio coram Deo exsultabat, quae omnia in corde suo servabat atque gladio transverberari est passa. Sancta est inter sanctos, magis benedicta, quae sanctitatis viam nos docet nosque comitatur. Ipsa non patitur ut cadentes humi sistamus et interdum nos absque iudicio in ulnas suas accipit. Cum ea sermocinari nos solatur, nos liberat et nos sanctificat. Pluribus verbis non indiget Mater, non iuvat nos nimis laborare ad illud ei explicandum quod nobis contingit. Sufficit ut etiam atque etiam insusurremus: «Ave Maria…».\n\n177. Speramus haec verba profutura esse ut tota Ecclesia sanctitatis desiderium studiose promoveat. Flagitemus ut Spiritus Sanctus in nos sanctitatis assequendae desiderium infundat ad maiorem Dei gloriam et invicem in hoc proposito exsequendo animum addamus. Sic felicitatem participabimus quam auferre nobis non poterit mundus.\n\nDatum Romae, apud S. Petrum, die XIX mensis Martii, in sollemnitate Sancti Ioseph, anno MMXVIII, Pontificatus Nostri sexto.\n\nFranciscus\n\n[1] Benedictus XVI, Homilia de sollemni Petrino ministerio incohando (24 Aprilis 2005): AAS 97 (2005), 708.\n\n[2] Quidquid est sanctitatis famam et christianas virtutes saltem ordinarium in modum exercitas adesse prae se fert: cfr Litt. ap. motu proprio datae Maiorem hac dilectionem (11 Iulii 2017), art. 2c: L’Osservatore Romano, 12 Iulii 2017, p. 8.\n\n[3] Conc. Oecum. Vat. II, Const. dogm. Lumen gentium, 9.\n\n[4] Cfr Joseph Malègue, Pierres noires. Les classes moyennes du Salut, Paris 1958.\n\n[5] Conc. Oecum. Vat. II, Const. dogm. Lumen gentium, 12.\n\n[6] Verborgenes Leben und Epiphanie, GW XI, 145.\n\n[7] Ioannes Paulus II, Litt. ap. Novo millennio ineunte (6 Ianuarii 2001), 56: AAS 93 (2001), 307.\n\n[8] Litt. ap. Tertio millennio adveniente (10 Novembris 1994), 37: AAS 87 (1995), 29.\n\n[9] Homilia in Commemoratione oecumenica testium fidei saeculi XX (7 Maii 2000), 5: AAS 92 (2000), 680-681.\n\n[10] Const. dogm. Lumen gentium, 11.\n\n[11] Cfr Hans U. Von Balthasar, “Teologia y santidad”, Communio VI/87, 489.\n\n[12] Cántico Espiritual B, Prólogo, 2.\n\n[13] Cfr ibid., XIV-XV, 2.\n\n[14] Cfr Catechesis in Audientia generali die 19 Novembris 2014: Insegnamenti II, 2 (2014), 555.\n\n[15] S. Franciscus de Sales, Trattato dell’amore di Dio, VIII, 11: Opere complete di Francesco di Sales, IV, Roma 2011, 468.\n\n[16] Cinque pani e due pesci: Dalla sofferenza del carcere una gioiosa testimonianza di fede, Milano 2014, 20.\n\n[17] Conferentia Episcoporum catholicorum Novae Zelandiae, Healing love, 1 Ianuarii 1988.\n\n[18] Cfr Exercitia spiritualia, 102-312.\n\n[19] Catechismus Catholicae Ecclesiae, 515.\n\n[20] Ibid., 516.\n\n[21] Ibid., 517.\n\n[22] Ibid., 518.\n\n[23] Ibid., 521.\n\n[24] Benedictus XVI, Catechesis in Audientia generali die 13 Aprilis 2011: Insegnamenti VII (2011), 451.\n\n[25] Ibid., 450.\n\n[26] Cfr Hans U. von Balthasar, “Teología y santidad”, Communio VI/87, 486-493.\n\n[27] Xavier Zubiri, Naturaleza, historia, Dios, Madrid 19993, 427.\n\n[28] Carlo M. Martini, Le confessioni di Pietro, Cinisello Balsamo 2017, 69.\n\n[29] Hoc inane animi levamentum a sano otii cultu seiungendum est, qui alii rebusque in spiritu liberalitatis et contemplationis patet.\n\n[30] S. Ioannes Paulus II, Homilia in canonizationis Missa (1 Octobris 2000), 5 AAS 92 (2000), 852.\n\n[31] Conferentia Episcopalis Regionalis Africae Occidentalis, Nuntius pastoralis sub finem II Congressionis plenariae, 29 Februarii 2016, 2.\n\n[32] La donna povera, II, 27, Regii Lepidi 1978, 375.\n\n[33] Cfr Congregatio pro Doctrina fidei, Litt. Placuit Deo Episcopis Catholicae Ecclesiae de quibusdam adspectibus christianae salutis (22 Februarii 2018), 4: L’Osservatore Romano, 2 Martii 2018, pp. 4-5: «Cum individualismus neopelagianus tum contemptus neognosticus corporis fidei confessionem deformant in Christum, Salvatorem unicum et universalem». Hoc in documento doctrinae fundamenta reperiuntur ad christianam salutem intellegendam coram aberrationibus neognosticis ac neopelagianis nostri temporis.\n\n[34] Adhort. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 94: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[35] Ibid.: AAS 105 (2013), 1059.\n\n[36] Homilia Missae apud Domum S. Marthae, 11 Novembris 2016: L’Osservatore Romano, 12 Novembris 2016, p. 8.\n\n[37] Ut sanctus Bonaventura docet, «oportet quod relinquantur omnes intellectuales operationes, et apex affectus totus transferatur et transformetur in Deum. […] Quoniam igitur ad hoc nihil potest natura, modicum potest industria, parum est dandum inquisitioni, et multum unctioni; parum dandum est linguae, et plurimum internae laetitiae; parum dandum est verbo et scripto, et totum Dei dono, scilicet Spiritui Sancto; parum aut nihil dandum est creaturae, et totum creatrici essentiae, Patri et Filio et Spiritui Sancto» (Itinerarium mentis in Deum, VII, 4-5).\n\n[38] Epistula Magno Cancellario Pontificiae Universitatis Catholicae Argentinae de Centenario Facultatis Theologicae (3 Martii 2015): L’Osservatore Romano, 9-10 Martii 2015, p. 6.\n\n[39] Adhort. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 40: AAS 105 (2013), 1037.\n\n[40] Nuntius televisificus congressui internationali Theologiae Pontificiae Universitatis Catholicae Argentinae (1-3 Septembris 2015): AAS 107 (2015), 980.\n\n[41] Adhort. ap. postsyn. Vita consecrata (25 Martii 1996), 38: AAS 88 (1996), 412.\n\n[42] Epistula Magno Cancellario Pontificiae Universitatis Catholicae Argentinae de Centenario Facultatis Theologicae (3 Martii 2015): L’Osservatore Romano, 9-10 Martii 2015, p. 6.\n\n[43] Epistula ad sanctum Antonium, 2: FF 215.\n\n[44] Collationes de donis Spiritus Sancti, 9, 15.\n\n[45] Id., In Librum IV sententiarum, 37, 1, 3, ad 6.\n\n[46] Adhort. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 94: AAS 105 (2013),1059.\n\n[47] Cfr S. Bonaventura, De sex alis Seraphim, 3, 8: «Non omnes omnia possunt». Intellegi debet sub lumine Catechismi Catholicae Ecclesiae, 1735.\n\n[48] Cfr S. Thomas Aquinas, Summa Theologiae, I-II,109,9, ad 1: «Hic autem aliqualiter gratia imperfecta est, in quantum hominem non totaliter sanat, ut dictum est».\n\n[49] De natura et gratia, XLIII, 50: PL 44, 271.\n\n[50] Confessiones, X, 29, 40: PL 32, 796.\n\n[51] Cfr Adhort. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 44: AAS 105 (2013), 1038.\n\n[52] Fides christiana intellegit gratiam uti praevenientem, comitantem et subsequentem nostras actiones (cfr Conc. Oecum. Tridentinum, sess. VI, Decr. De iustificatione, cap. 5: DH, 1525).\n\n[53] Homiliae in Epistulam ad Romanos, 9, 11: PG 60, 470.\n\n[54] Homilia de humilitate: PG 31, 530.\n\n[55] Canon 4: DH 374.\n\n[56] Sess. VI, Decr. de iustificatione, cap. 8: DH 1532.\n\n[57] N. 1998.\n\n[58] Ibid., 2007.\n\n[59] S. Thomas Aquinas, Summa Theologiae, I-II,114, 5.\n\n[60] S. Teresia a Iesu Infante, “Mea ipsius oblatio ut Victima Holocausti Amori Misericordi Boni Dei” (Orationes, 6), Opere complete, Roma 1997, 943.\n\n[61] Lucio Gera, “Sobre el misterio del pobre”, in P. Grelot-L.Gera-A.Dumas, El Pobre, Buenos Aires 1962, 103.\n\n[62] Haec est tandem doctrina catholica de “merito” post iustificationem: agitur de iustificati cooperatione ad gratiae vitam augendam (cfr Catechismus Catholicae Ecclesiae, 2010) at haec coooperatio nullo pacto efficit ut ipsa iustificatio et cum Deo amicitia humani meriti fiant obiectum.\n\n[63] Cfr Adhort. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 95: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[64] Thomas Aquinas, Summa Theologiae, I-II, q. 107, art. 4.\n\n[65] Homilia in Missa occasione Iubilaei personarum a societate exclusarum (13 Novembris 2016): L’Osservatore Romano, 14-15 Novembris 2016, p. 8.\n\n[66] Cfr Homilia in S. Missa apud Domum S. Marthae (9 Iunii 2014): L’Osservatore Romano, 10 Iunii 2014, p. 8.\n\n[67] Ordo inter secundam et tertiam Beatitudinem mutatur in variis textuum traditionibus.\n\n[68] Exercitia spiritualia, 23d: Ratisbonae 1920, 46-48.\n\n[69] Manuscriptum C, 12r.\n\n[70] A Patrum temporibus Ecclesia magni aestimat lacrimarum donum, sicut conspicitur etiam in pulchra oratione Ad petendam compunctionem cordis: «Omnipotens et mitissime Deus, qui sitienti populo tuo fontem viventis aquae de petra produxisti: educ de cordis nostri duritia lacrimas compunctionis; ut peccata nostra plangere valeamus, remissionemque eorum, te miserante, mereamur accipere» (Missale Romanum, ed. typ. 1962, p. [110]).\n\n[71] Catechismus Catholicae Ecclesiae, 1789; cfr 1970.\n\n[72] Ibid., 1787.\n\n[73] Diffamatio et calumnia sunt veluti actus terroris: proicitur bombum, aliquid deletur et aggressor abit felix et tranquillus. Hoc valde differt a nobilitate illius qui appropinquat facie ad faciem locuturus, cum serena sinceritate, de bono alterius cogitans.\n\n[74] In quibusdam occasionibus necessarium esse potest de alicuius fratris difficultatibus loqui. His in casibus evenire potest quod transmittatur relatus potius quam verum factum. Passio veram rem facti deformat, commutat illud in relatum ac denique idem tradit singuli opinionis plenum. Ita deletur res, nec veritas alius servatur.\n\n[75] Adh. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 218: AAS 105 (2013), 1110.\n\n[76] Ibid., 239: 1116.\n\n[77] Ibid., 227: 1112.\n\n[78] Litt. enc. Centesimus annus (1 Maii 1991), 41c: AAS 83 (1991), 844-845.\n\n[79] Litt. ap. Novo millennio ineunte (6 Ianuarii 2001), 49: AAS 93 (2001), 302.\n\n[80] Ibid.\n\n[81] Bulla Misericordiae vultus (11 Aprilis 2015), 12: AAS 107 (2015), 407.\n\n[82] Memoremus reactionem boni Samaritani coram viro, quem latrones fere mortuum reliquerunt iuxta viam (cfr Lc 10,30-37).\n\n[83] Conferentia Catholicorum Episcoporum Canadae – Commissio pro Negotiis Socialibus, Epistula patens scripta membris Parlamenti, The Common Good or Exclusion: A Choice for Canadians (1 Februarii 2001), 9.\n\n[84] V Conferentia Generalis Episcoporum Latinorum Americanorum et Caribicorum, secundum constans Ecclesiae magisterium, docuit humanum ens «semper sacrum esse, ab eius conceptione, cunctis in gradibus eius exsistentiae, usque ad eius naturalem obitum, ac post obitum», eiusque vitam esse tuendam «a conceptione, in cunctis eius gradibus, usque ad naturalem obitum» (Documentum Apparitiopolitanum, 29 Iunii 2007, 388; 464).\n\n[85] Regula, 53,1: PL 66,749.\n\n[86] Cfr ibid. 53,7: PL 66,750.\n\n[87] Ibid. 53,15: PL 66,751.\n\n[88] Bulla Misericordiae vultus (11 Aprilis 2015), 9: AAS 107 (2015), 405.\n\n[89] Ibid. 10: AAS 107 (2015), 406.\n\n[90] Adh. ap. postsyn. Amoris laetitia (19 Martii 2016), 311: AAS 108 (2016), 439.\n\n[91] Adh. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 197: AAS 105 (2013), 1103.\n\n[92] Cfr Summa Theologiae, II-II, q. 30, a. 4.\n\n[93] Ibid., ad 1.\n\n[94] Cristo en los Pobres, Madrid 1981, 37-38.\n\n[95] Complures species sunt vexationis debiliorum quae, licet urbanae et reverentes et valde spirituales etiam videantur, aliis tamen causa sunt multae aegritudinis quoad sui ipsius existimationem.\n\n[96] Cautelae spirituales, II: Contra daemonem, Cautela 3 [= Cautelae, 13: Opera, Romae 19794, 1070].\n\n[97] Ibid.\n\n[98] La Misericordia Divina nella mia anima. Diario della beata Suor Faustina Faustina Kowalska, Città del Vaticano 1996, 132.\n\n[99] S. Thomas Aquinas, Summa theologiae, I-II, q. 70, a. 3.\n\n[100] Adhort. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 6: AAS 105 (2013), 1221.\n\n[101] Precationem sancto Thomae More tributam recitandam commendamus: «Praesta mihi, Domine, bonam concoctionem, sicut et quid concoquendum. Praesta mihi corporis salutem una et animi laetitiam, quae opus est ad illam tuendam. Praesta mihi, Domine, animam sanctam, quae plurimi faciat omne bonum et purum neque horrescat peccatum, sed omnia potius callide reducat in sedem. Praesta mihi animam nesciam taedii, querimoniarum, gemituum ac lamentorum et ne sinas, ut de illo nimis amplo excruciar, quod egomet sum. Da mihi, Domine, sensum leporis. Praesta mihi gratiam facetias intellegere ut paulum in vita laetitia afficiar eamque cum aliis communicem. Amen».\n\n[102] Adhort. ap. postsyn. Amoris laetitia (19 Martii 2016), 110: AAS 108 (2016), 354.\n\n[103] Adhort. ap. Evangelii nuntiandi (8 Decembris 1975), 80: AAS 68 (1976), 73. Multum conspicere interest quod in hoc textu beatusPaulus VI laetitiam cum parrhesia arcte devincit. Sicuti «gaudii ac spei defectionem» queritur, et «suave et solacii plenum gaudium evangelizandi» extollit, quod cum animi impetu coniungitur «quem neque homines neque res exstinguere» valent, ut «mundus […] Evangelium accipiat non ab evangelizatoribus afflictis vel spe destitutis». In Anno Sancto MCMLXXV, idem Paulus VI gaudio dicavit Adhortationem Apostolicam Gaudete in Domino (9 Maii 1975): AAS 67 (1975), 289-322.\n\n[104] Cautelae spirituales, III: Contra carnem et sensualitatem, Cautela 1: Opera, Romae 19794, 1072.\n\n[105] S. Ioannes Paulus II, Adhort. ap. postsyn. Vita consecrata (25 Martii 1996), 42: AAS 88 (1996), 416.\n\n[106] Confessiones, IX, 10, 23-25: PL 32, 773-775.\n\n[107] Tria potissimum recordamur verba magni momenti: “possumne, gratias ago, ignosce”, quia «verba apta, tempestive pronuntiata, amorem in singulos dies tuentur et alunt»: Adhort. ap. postsyn. Amoris laetitia (19 Martii 2016), 133: AAS 108 (2016), 363.\n\n[108] S. Teresia a Iesu Infante, Manuscriptum C, cc. 29v-30r: Opera omnia, Romae 1997, 269.\n\n[109] Gradus perfectionis, 2: Opera, Romae 19794, 1079.\n\n[110] Id., Consilia ad perfectionem attingendam, 9: Opera, Romae 19794, 1078.\n\n[111] S. Teresia a Iesu, Vita ab ipsa scripta, VIII, 5: Opera, Romae 1981, 95.\n\n[112] S. Ioannes Paulus II, Litt. ap. Orientale lumen (2 Maii 1995), 16: AAS 87 (1995), 762.\n\n[113] Allocutio ad participes V Conventus nationalis Ecclesiae italicae apud templum cathedrale Florentiae, 10 Novembris 2015: AAS 107 (2015), 1284.\n\n[114] Cfr S. Bernardus Claravallensis, Sermones in Canticum Canticorum, 61, 3-5: PL 183, 1071-1073.\n\n[115] Peregrini Russici narrationes, Mediolani 19793, 41, 129.\n\n[116] Cfr Exercitia spiritualia, 230-237.\n\n[117] Epistola ad Henricum de Castries, 14 Augusti 1901: Carolus de Foucauld, Opera spiritualia. Florilegium, Romae 19832, 623.\n\n[118] V Conferentia Generalis Episcoporum latinorum americanorum et caribicorum, Documentum Apparitiopolitanum (29 Iunii 2007), 259.\n\n[119] Conferentia Episcoporum Catholicorum Indiae, Declaratio finalis XXI Coetus plenarii (18 Februarii 2009), 3. 2.\n\n[120] Cfr Homilia ad Missam in Domo S. Marthae, 11 Octobris 2013: L’Osservatore Romano, 12 Octobris 2013, p. 12.\n\n[121] Cfr B. Paulus VI, Catechesis in Audientia generali die 15 Novembris 1972: Insegnamenti X [1972], 1168-1170: «Una ex maximis necessitatibus est a malo illo tutela quod est Diabolus. […] Malum non est tantum deficiens quiddam, sed efficiens, aliquis vivus, spiritualis, corruptus et corruptor. Terribilis realitas: Arcana et timenda. A docrinae biblicae et ecclesiasticae ambitu devertit qui eius exsistentiam negat; qui eandem principium ex se fingit, non orientem, sicut omnes creaturae, a Deo; vel ut pseudorealitas explicatur, personarum quidem fictio mentis cogitationisque ignotarum causarum nostrorum malorum».\n\n[122] S. Iosephus Gabriel de Rosario Brochero, Homilia vexillorum, in Conferentia Episcopalis Argentina, Sacerdos Brochero. Litterae et sermones, Bonaëropolis 1999, 71.\n\n[123] Adhort. ap. Evangelii gaudium (24 Novembris 2013), 85: AAS 105 (2013), 1056.\n\n[124] Super sepulcrum sancti Ignatii de Loyola hoc sapiens epitaphium invenitur: «Non coërceri a maximo, contineri tamen a minimo divinum est».\n\n[125] Hexaemeron, 1, 30.\n\nCopyright © Dicasterium pro Communicatione\n\nSancta Sedes\n\nSancta Sedes","witnesses":[{"sourceUrl":"https://www.vatican.va/content/francesco/la/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20180319_gaudete-et-exsultate.html","sha256":"7e358c7419c295280a600ada674ae8d53c4e28b63f56b3ec500bd3d6bf6803c4","localUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/la.html","textUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/la.txt"}]},"pt":{"code":"pt","label":"Português","contentFormat":"plain-text","text":"\"Gaudete et exsultate\": Exortação Apostólica sobre a chamada à santidade no mundo atual (19 de março de 2018)\n\nA Santa Sé\n\nportuguês\n\nFrançais\n\nEnglish\n\nItaliano\n\nPortuguês\n\nEspañol\n\nDeutsch\n\nPolski\n\nالعربيّة\n\n中文\n\nLatine\n\n×\n\nA Santa Sé\n\nMagisterium\n\nCalendário\n\nCelebrações litúrgicas\n\nBilhetes para audiências e celebrações papais\n\nSumos Pontífices\n\nColégio Cardinalício\n\nCúria Romana e outras Organizações\n\nSínodo\n\nSala de Imprensa\n\nVatican News - Radio Varicana\n\nL'Osservatore Romano\n\nFrancisco\n\nExortações Apostólicas\n\nA\n\nA\n\nA\n\nGeração de PDF em andamento.....\n\nAR\n\n- BE\n\n- DE\n\n- EN\n\n- ES\n\n- FR\n\n- IT\n\n- LA\n\n- LV\n\n- PL\n\n- PT\n\n- SL\n\n- VI\n\n- ZH_CN\n\n- ZH_TW\n\nEXORTAÇÃO APOSTÓLICA\n\nGAUDETE ET EXSULTATE\n\nDO SANTO PADRE\n\nFRANCISCO\n\nSOBRE A CHAMADA À SANTIDADE\n\nNO MUNDO ATUAL\n\nÍNDICE\n\n«Alegrai-vos e exultai» [1-2]\n\nCapítulo I\n\nA CHAMADA À SANTIDADE\n\nOs santos que nos encorajam e acompanham [3-5]\n\nOs santos ao pé da porta [6-9]\n\nO Senhor chama [10-13]\n\nA ti também [14-18]\n\nA tua missão em Cristo [19-24]\n\nA atividade que santifica [25-31]\n\nMais vivos, mais humanos [32-34]\n\nCapítulo II\n\nDOIS INIMIGOS SUBTIS DA SANTIDADE\n\nO gnosticismo atual [36]\n\nUma mente sem Deus e sem carne [37-39]\n\nUma doutrina sem mistério [40-42]\n\nOs limites da razão [43-46]\n\nO pelagianismo atual [47-48]\n\nUma vontade sem humildade [49-51]\n\nUm ensinamento da Igreja frequentemente esquecido [52-56]\n\nOs novos pelagianos [57-59]\n\nO resumo da Lei [60-62]\n\nCapítulo III\n\nÀ LUZ DO MESTRE\n\nContracorrente [65-66]\n\n«Felizes os pobres em espírito, porque deles é o Reino do Céu» [67-70]\n\n«Felizes os mansos, porque possuirão a terra» [71-74]\n\n«Felizes os que choram, porque serão consolados» [75-76]\n\n«Felizes os que têm fome e sede de justiça, porque serão saciados» [77-79]\n\n«Felizes os misericordiosos, porque alcançarão misericórdia» [80-82]\n\n«Felizes os puros de coração, porque verão a Deus» [83-86]\n\n«Felizes os pacificadores, porque serão chamados filhos de Deus» [87-89]\n\n«Felizes os que sofrem perseguição por causa da justiça, porque deles é o Reino do Céu» [90-94]\n\nA grande regra de comportamento [95]\n\nPor fidelidade ao Mestre [96-99]\n\nAs ideologias que mutilam o coração do Evangelho [100-103]\n\nO culto que mais Lhe agrada [104-109]\n\nCapítulo IV\n\nALGUMAS CARATERÍSTICAS DA SANTIDADE NO MUNDO ATUAL\n\nSuportação, paciência e mansidão [112-121]\n\nAlegria e sentido de humor [122-128]\n\nOusadia e ardor [129-139]\n\nEm comunidade [140-146]\n\nEm oração constante [147-157]\n\nCapítulo V\n\nLUTA, VIGILÂNCIA E DISCERNIMENTO\n\nA luta e a vigilância [159]\n\nAlgo mais do que um mito [160-161]\n\nDespertos e confiantes [162-163]\n\nA corrupção espiritual [164-165]\n\nO discernimento [166]\n\nUma necessidade imperiosa [167-168]\n\nSempre à luz do Senhor [169]\n\nUm dom sobrenatural [170-171]\n\nFala, Senhor [172-173]\n\nA lógica do dom e da cruz [174-177]\n\n1. «ALEGRAI-VOS E EXULTAI» (Mt 5, 12), diz Jesus a quantos são perseguidos ou humilhados por causa d’Ele. O Senhor pede tudo e, em troca, oferece a vida verdadeira, a felicidade para a qual fomos criados. Quer-nos santos e espera que não nos resignemos com uma vida medíocre, superficial e indecisa. Com efeito, a chamada à santidade está patente, de várias maneiras, desde as primeiras páginas da Bíblia; a Abraão, o Senhor propô-la nestes termos: «anda na minha presença e sê perfeito» (Gn 17, 1).\n\n2. Não se deve esperar aqui um tratado sobre a santidade, com muitas definições e distinções que poderiam enriquecer este tema importante ou com análises que se poderiam fazer acerca dos meios de santificação. O meu objetivo é humilde: fazer ressoar mais uma vez a chamada à santidade, procurando encarná-la no contexto atual, com os seus riscos, desafios e oportunidades, porque o Senhor escolheu cada um de nós «para ser santo e irrepreensível na sua presença, no amor» (cf. Ef 1, 4).\n\nCapítulo I\n\nA CHAMADA À SANTIDADE\n\nOs santos que nos encorajam e acompanham\n\n3. Na Carta aos Hebreus, mencionam-se várias testemunhas que nos encorajam a «correr com perseverança a prova que nos é proposta» (12, 1): fala-se de Abraão, Sara, Moisés, Gedeão e vários outros (cf. cap. 11). Mas, sobretudo somos convidados a reconhecer-nos «circundados de tal nuvem de testemunhas» (12, 1), que incitam a não deter-nos no caminho, que nos estimulam a continuar a correr para a meta. E, entre tais testemunhas, podem estar a nossa própria mãe, uma avó ou outras pessoas próximas de nós (cf. 2 Tm 1, 5). A sua vida talvez não tenha sido sempre perfeita, mas, mesmo no meio de imperfeições e quedas, continuaram a caminhar e agradaram ao Senhor.\n\n4. Os santos, que já chegaram à presença de Deus, mantêm connosco laços de amor e comunhão. Atesta-o o livro do Apocalipse, quando fala dos mártires intercessores: «Vi debaixo do altar as almas dos que tinham sido mortos, por causa da Palavra de Deus e por causa do testemunho que deram. E clamavam em alta voz: “Tu, que és o Poderoso, o Santo, o Verdadeiro! Até quando esperarás para julgar?”» (6, 9-10). Podemos dizer que «estamos circundados, conduzidos e guiados pelos amigos de Deus. (...) Não devo carregar sozinho o que, na realidade, nunca poderia carregar sozinho. Os numerosos santos de Deus protegem-me, amparam-me e guiam-me».[1]\n\n5. Nos processos de beatificação e canonização, tomam-se em consideração os sinais de heroicidade na prática das virtudes, o sacrifício da vida no martírio e também os casos em que se verificou um oferecimento da própria vida pelos outros, mantido até à morte. Esta doação manifesta uma imitação exemplar de Cristo, e é digna da admiração dos fiéis.[2] Lembremos, por exemplo, a Beata Maria Gabriela Sagheddu, que ofereceu a sua vida pela unidade dos cristãos.\n\nOs santos ao pé da porta\n\n6. Não pensemos apenas em quantos já estão beatificados ou canonizados. O Espírito Santo derrama a santidade, por toda a parte, no santo povo fiel de Deus, porque «aprouve a Deus salvar e santificar os homens, não individualmente, excluída qualquer ligação entre eles, mas constituindo-os em povo que O conhecesse na verdade e O servisse santamente».[3] O Senhor, na história da salvação, salvou um povo. Não há identidade plena, sem pertença a um povo. Por isso, ninguém se salva sozinho, como indivíduo isolado, mas Deus atrai-nos tendo em conta a complexa rede de relações interpessoais que se estabelecem na comunidade humana: Deus quis entrar numa dinâmica popular, na dinâmica dum povo.\n\n7. Gosto de ver a santidade no povo paciente de Deus: nos pais que criam os seus filhos com tanto amor, nos homens e mulheres que trabalham a fim de trazer o pão para casa, nos doentes, nas consagradas idosas que continuam a sorrir. Nesta constância de continuar a caminhar dia após dia, vejo a santidade da Igreja militante. Esta é muitas vezes a santidade «ao pé da porta», daqueles que vivem perto de nós e são um reflexo da presença de Deus, ou – por outras palavras – da «classe média da santidade».[4]\n\n8. Deixemo-nos estimular pelos sinais de santidade que o Senhor nos apresenta através dos membros mais humildes deste povo que «participam também da função profética de Cristo, difundindo o seu testemunho vivo, sobretudo pela vida de fé e de caridade».[5] Como nos sugere Santa Teresa Benedita da Cruz, pensemos que é através de muitos deles que se constrói a verdadeira história: «Na noite mais escura, surgem os maiores profetas e os santos. Todavia a corrente vivificante da vida mística permanece invisível. Certamente, os eventos decisivos da história do mundo foram essencialmente influenciados por almas sobre as quais nada se diz nos livros de história. E saber quais sejam as almas a quem devemos agradecer os acontecimentos decisivos da nossa vida pessoal, é algo que só conheceremos no dia em que tudo o está oculto for revelado».[6]\n\n9. A santidade é o rosto mais belo da Igreja. Mas, mesmo fora da Igreja Católica e em áreas muito diferentes, o Espírito suscita «sinais da sua presença, que ajudam os próprios discípulos de Cristo».[7] Por outro lado, São João Paulo II lembrou-nos que o «testemunho, dado por Cristo até ao derramamento do sangue, tornou-se património comum de católicos, ortodoxos, anglicanos e protestantes».[8] Na sugestiva comemoração ecuménica, que ele quis celebrar no Coliseu durante o Jubileu do ano 2000, defendeu que os mártires são «uma herança que fala com uma voz mais alta do que os fatores de divisão».[9]\n\nO Senhor chama\n\n10. Tudo isto é importante. Mas, o que quero recordar com esta Exortação é sobretudo a chamada à santidade que o Senhor faz a cada um de nós, a chamada que dirige também a ti: «sede santos, porque Eu sou santo» (Lv 11, 45; cf. 1 Ped 1, 16). O Concílio Vaticano II salientou vigorosamente: «munidos de tantos e tão grandes meios de salvação, todos os fiéis, seja qual for a sua condição ou estado, são chamados pelo Senhor à perfeição do Pai, cada um por seu caminho».[10]\n\n11. «Cada um por seu caminho», diz o Concílio. Por isso, uma pessoa não deve desanimar, quando contempla modelos de santidade que lhe parecem inatingíveis. Há testemunhos que são úteis para nos estimular e motivar, mas não para procurarmos copiá-los, porque isso poderia até afastar-nos do caminho, único e específico, que o Senhor predispôs para nós. Importante é que cada crente discirna o seu próprio caminho e traga à luz o melhor de si mesmo, quanto Deus colocou nele de muito pessoal (cf. 1 Cor 12, 7), e não se esgote procurando imitar algo que não foi pensado para ele. Todos estamos chamados a ser testemunhas, mas há muitas formas existenciais de testemunho.[11] De facto, quando o grande místico São João da Cruz escrevera o seu Cântico Espiritual, preferia evitar regras fixas para todos, explicando que os seus versos estavam escritos para que cada um os aproveitasse «a seu modo».[12] Pois a vida divina comunica-se «a uns duma maneira e a outros doutra».[13]\n\n12. A propósito de tais formas distintas, quero assinalar que também o «génio feminino» se manifesta em estilos femininos de santidade, indispensáveis para refletir a santidade de Deus neste mundo. E precisamente em períodos nos quais as mulheres estiveram mais excluídas, o Espírito Santo suscitou santas, cujo fascínio provocou novos dinamismos espirituais e reformas importantes na Igreja. Podemos citar Santa Hildegarda de Bingen, Santa Brígida, Santa Catarina de Sena, Santa Teresa de Ávila ou Santa Teresa de Lisieux; mas interessa-me sobretudo lembrar tantas mulheres desconhecidas ou esquecidas que sustentaram e transformaram, cada uma a seu modo, famílias e comunidades com a força do seu testemunho.\n\n13. Isto deveria entusiasmar e animar cada um a dar o melhor de si mesmo para crescer rumo àquele projeto, único e irrepetível, que Deus quis, desde toda a eternidade, para ele: «antes de te haver formado no ventre materno, Eu já te conhecia; antes que saísses do seio de tua mãe, Eu te consagrei» (Jer 1, 5).\n\nA ti também\n\n14. Para ser santo, não é necessário ser bispo, sacerdote, religiosa ou religioso. Muitas vezes somos tentados a pensar que a santidade esteja reservada apenas àqueles que têm possibilidade de se afastar das ocupações comuns, para dedicar muito tempo à oração. Não é assim. Todos somos chamados a ser santos, vivendo com amor e oferecendo o próprio testemunho nas ocupações de cada dia, onde cada um se encontra. És uma consagrada ou um consagrado? Sê santo, vivendo com alegria a tua doação. Estás casado? Sê santo, amando e cuidando do teu marido ou da tua esposa, como Cristo fez com a Igreja. És um trabalhador? Sê santo, cumprindo com honestidade e competência o teu trabalho ao serviço dos irmãos. És progenitor, avó ou avô? Sê santo, ensinando com paciência as crianças a seguirem Jesus. Estás investido em autoridade? Sê santo, lutando pelo bem comum e renunciando aos teus interesses pessoais.[14]\n\n15. Deixa que a graça do teu Batismo frutifique num caminho de santidade. Deixa que tudo esteja aberto a Deus e, para isso, opta por Ele, escolhe Deus sem cessar. Não desanimes, porque tens a força do Espírito Santo para tornar possível a santidade e, no fundo, esta é o fruto do Espírito Santo na tua vida (cf. Gal 5, 22-23). Quando sentires a tentação de te enredares na tua fragilidade, levanta os olhos para o Crucificado e diz-Lhe: «Senhor, sou um miserável! Mas Vós podeis realizar o milagre de me tornar um pouco melhor». Na Igreja, santa e formada por pecadores, encontrarás tudo o que precisas para crescer rumo à santidade. «Como uma noiva que se adorna com as suas joias» (Is 61, 10), o Senhor cumulou-a de dons com a Palavra, os Sacramentos, os santuários, a vida das comunidades, o testemunho dos santos e uma beleza multiforme que deriva do amor do Senhor.\n\n16. Esta santidade, a que o Senhor te chama, irá crescendo com pequenos gestos. Por exemplo, uma senhora vai ao mercado fazer as compras, encontra uma vizinha, começam a falar e… surgem as críticas. Mas esta mulher diz para consigo: «Não! Não falarei mal de ninguém». Isto é um passo rumo à santidade. Depois, em casa, o seu filho reclama a atenção dela para falar das suas fantasias e ela, embora cansada, senta-se ao seu lado e escuta com paciência e carinho. Trata-se doutra oferta que santifica. Ou então atravessa um momento de angústia, mas lembra-se do amor da Virgem Maria, pega no terço e reza com fé. Este é outro caminho de santidade. Noutra ocasião, segue pela estrada fora, encontra um pobre e detém-se a conversar carinhosamente com ele. É mais um passo.\n\n17. Sucede, às vezes, que a vida apresenta desafios maiores e, através deles, o Senhor convida-nos a novas conversões que permitam à sua graça manifestar-se melhor na nossa existência, «para nos fazer participantes da sua santidade» (Heb 12, 10). Outras vezes trata-se apenas de encontrar uma forma mais perfeita de viver o que já fazemos: «há inspirações que nos fazem apenas tender para uma perfeição extraordinária das práticas ordinárias da vida cristã».[15] Quando estava na prisão, o Cardeal Francisco Xavier Nguyen van Thuan renunciou a desgastar-se com a ânsia da sua libertação. A sua decisão foi «viver o momento presente, cumulando-o de amor»; eis o modo como a concretizava: «aproveito as ocasiões que vão surgindo cada dia para realizar ações ordinárias de maneira extraordinária».[16]\n\n18. Deste modo, sob o impulso da graça divina, com muitos gestos vamos construindo aquela figura de santidade que Deus quis para nós: não como seres autossuficientes, mas «como bons administradores das várias graças de Deus» (1 Ped 4, 10). Os Bispos da Nova Zelândia ensinaram-nos, justamente, que é possível amar com o amor incondicional do Senhor, porque o Ressuscitado partilha a sua vida poderosa com as nossas vidas frágeis: «o seu amor não tem limites e, uma vez doado, nunca volta atrás. Foi incondicional e permaneceu fiel. Amar assim não é fácil, porque muitas vezes somos tão frágeis; mas, precisamente para podermos amar como Ele nos amou, Cristo partilha connosco a sua própria vida ressuscitada. Desta forma, a nossa vida demonstra o seu poder em ação, inclusive no meio da fragilidade humana».[17]\n\nA tua missão em Cristo\n\n19. Para um cristão, não é possível imaginar a própria missão na terra, sem a conceber como um caminho de santidade, porque «esta é, na verdade, a vontade de Deus: a [nossa] santificação» (1 Ts 4, 3). Cada santo é uma missão; é um projeto do Pai que visa refletir e encarnar, num momento determinado da história, um aspeto do Evangelho.\n\n20. Esta missão tem o seu sentido pleno em Cristo e só se compreende a partir d’Ele. No fundo, a santidade é viver em união com Ele os mistérios da sua vida; consiste em associar-se duma maneira única e pessoal à morte e ressurreição do Senhor, em morrer e ressuscitar continuamente com Ele. Mas pode também envolver a reprodução na própria existência de diferentes aspetos da vida terrena de Jesus: a vida oculta, a vida comunitária, a proximidade aos últimos, a pobreza e outras manifestações da sua doação por amor. A contemplação destes mistérios, como propunha Santo Inácio de Loyola, leva-nos a encarná-los nas nossas opções e atitudes.[18] Porque «tudo, na vida de Jesus, é sinal do seu mistério»,[19] «toda a vida de Cristo é revelação do Pai»,[20] «toda a vida de Cristo é mistério de redenção»,[21] «toda a vida de Cristo é mistério de recapitulação»,[22] e «tudo o que Cristo viveu, Ele próprio faz com que o possamos viver n’Ele e Ele vivê-lo em nós».[23]\n\n21. O desígnio do Pai é Cristo, e nós n’Ele. Em última análise, é Cristo que ama em nós, porque a santidade «mais não é do que a caridade plenamente vivida».[24] Por conseguinte, «a medida da santidade é dada pela estatura que Cristo alcança em nós, desde quando, com a força do Espírito Santo, modelamos toda a nossa vida sobre a Sua».[25] Assim, cada santo é uma mensagem que o Espírito Santo extrai da riqueza de Jesus Cristo e dá ao seu povo.\n\n22. Para identificar qual seja essa palavra que o Senhor quer dizer através dum santo, não convém deter-se nos detalhes, porque nisso também pode haver erros e quedas. Nem tudo o que um santo diz é plenamente fiel ao Evangelho, nem tudo o que faz é autêntico ou perfeito. O que devemos contemplar é o conjunto da sua vida, o seu caminho inteiro de santificação, aquela figura que reflete algo de Jesus Cristo e que sobressai quando se consegue compor o sentido da totalidade da sua pessoa.[26]\n\n23. Isto é um vigoroso apelo para todos nós. Também tu precisas de conceber a totalidade da tua vida como uma missão. Tenta fazê-lo, escutando a Deus na oração e identificando os sinais que Ele te dá. Pede sempre, ao Espírito Santo, o que espera Jesus de ti em cada momento da tua vida e em cada opção que tenhas de tomar, para discernir o lugar que isso ocupa na tua missão. E permite-Lhe plasmar em ti aquele mistério pessoal que possa refletir Jesus Cristo no mundo de hoje.\n\n24. Oxalá consigas identificar a palavra, a mensagem de Jesus que Deus quer dizer ao mundo com a tua vida. Deixa-te transformar, deixa-te renovar pelo Espírito para que isso seja possível, e assim a tua preciosa missão não fracassará. O Senhor levá-la-á a cumprimento mesmo no meio dos teus erros e momentos negativos, desde que não abandones o caminho do amor e permaneças sempre aberto à sua ação sobrenatural que purifica e ilumina.\n\nA atividade que santifica\n\n25. Dado que não se pode conceber Cristo sem o Reino que Ele veio trazer, também a tua missão é inseparável da construção do Reino: «procurai primeiro o Reino de Deus e a sua justiça» (Mt 6, 33). A tua identificação com Cristo e os seus desígnios requer o compromisso de construíres, com Ele, este Reino de amor, justiça e paz para todos. O próprio Cristo quer vivê-lo contigo em todos os esforços ou renúncias que isso implique e também nas alegrias e na fecundidade que te proporcione. Por isso, não te santificarás sem te entregares de corpo e alma, dando o melhor de ti neste compromisso.\n\n26. Não é saudável amar o silêncio e esquivar o encontro com o outro, desejar o repouso e rejeitar a atividade, buscar a oração e menosprezar o serviço. Tudo pode ser recebido e integrado como parte da própria vida neste mundo, entrando a fazer parte do caminho de santificação. Somos chamados a viver a contemplação mesmo no meio da ação, e santificamo-nos no exercício responsável e generoso da nossa missão.\n\n27. Poderá porventura o Espírito Santo enviar-nos para cumprir uma missão e, ao mesmo tempo, pedir-nos que fujamos dela ou que evitemos doar-nos totalmente para preservarmos a paz interior? Obviamente não; mas, às vezes, somos tentados a relegar para posição secundária a dedicação pastoral e o compromisso no mundo, como se fossem «distrações» no caminho da santificação e da paz interior. Esquecemo-nos disto: «não é que a vida tenha uma missão, mas a vida é uma missão».[27]\n\n28. Um compromisso movido pela ansiedade, o orgulho, a necessidade de aparecer e dominar, certamente, não será santificador. O desafio é viver de tal forma a própria doação, que os esforços tenham um sentido evangélico e nos identifiquem cada vez mais com Jesus Cristo. Por isso, é usual falar, por exemplo, duma espiritualidade do catequista, duma espiritualidade do clero diocesano, duma espiritualidade do trabalho. Pela mesma razão, na Evangelii gaudium, quis concluir com uma espiritualidade da missão, na Laudato si’ com uma espiritualidade ecológica, e na Amoris laetitia com uma espiritualidade da vida familiar.\n\n29. Isto não implica menosprezar os momentos de quietude, solidão e silêncio diante de Deus. Antes pelo contrário! Com efeito, as novidades contínuas dos meios tecnológicos, o fascínio de viajar, as inúmeras ofertas de consumo, às vezes, não deixam espaços vazios onde ressoe a voz de Deus. Tudo se enche de palavras, prazeres epidérmicos e rumores a uma velocidade cada vez maior; aqui não reina a alegria, mas a insatisfação de quem não sabe para que vive. Então, como não reconhecer que precisamos de deter esta corrida febril para recuperar um espaço pessoal, às vezes doloroso mas sempre fecundo, onde se realize o diálogo sincero com Deus? Em certos momentos, deveremos encarar a verdade de nós mesmos, para a deixar invadir pelo Senhor; e isto nem sempre se consegue, se a pessoa «não se vê à beira do abismo da tentação mais opressiva, se não sente a vertigem do precipício do abandono mais desesperado, se não se encontra absolutamente só, no cume da solidão mais radical».[28] Assim, encontramos as grandes motivações que nos impelem a viver, em profundidade, as nossas tarefas.\n\n30. Os próprios meios de distração que invadem a vida atual levam-nos também a absolutizar o tempo livre, no qual podemos utilizar, sem limites, aqueles dispositivos que nos proporcionam divertimento e prazeres efémeros.[29] Em consequência disso, ressente-se a própria missão, o compromisso esmorece, o serviço generoso e disponível começa a retrair-se. Isto desnatura a experiência espiritual. Poderá ser saudável um fervor espiritual que convive com a acédia na ação evangelizadora ou no serviço dos outros?\n\n31. Precisamos dum espírito de santidade que impregne tanto a solidão como o serviço, tanto a intimidade como a tarefa evangelizadora, para que cada instante seja expressão de amor doado sob o olhar do Senhor. Desta forma, todos os momentos serão degraus no nosso caminho de santificação.\n\nMais vivos, mais humanos\n\n32. Não tenhas medo da santidade. Não te tirará forças, nem vida nem alegria. Muito pelo contrário, porque chegarás a ser o que o Pai pensou quando te criou e serás fiel ao teu próprio ser. Depender d’Ele liberta-nos das escravidões e leva-nos a reconhecer a nossa dignidade. Isto vê-se em Santa Josefina Bakhita, que, «escravizada e vendida como escrava com apenas sete anos de idade, sofreu muito nas mãos de patrões cruéis. Apesar disso compreendeu a verdade profunda que Deus, e não o homem, é o verdadeiro Patrão de todos os seres humanos, de cada vida humana. Esta experiência torna-se fonte de grande sabedoria para esta humilde filha da África».[30]\n\n33. Cada cristão, quanto mais se santifica, tanto mais fecundo se torna para o mundo. Assim nos ensinaram os Bispos da África ocidental: «Somos chamados, no espírito da nova evangelização, a ser evangelizados e a evangelizar através da promoção de todos os batizados para que assumam as suas tarefas como sal da terra e luz do mundo, onde quer que se encontrem».[31]\n\n34. Não tenhas medo de apontar para mais alto, de te deixares amar e libertar por Deus. Não tenhas medo de te deixares guiar pelo Espírito Santo. A santidade não te torna menos humano, porque é o encontro da tua fragilidade com a força da graça. No fundo, como dizia León Bloy, na vida «existe apenas uma tristeza: a de não ser santo».[32]\n\nCapítulo II\n\nDOIS INIMIGOS SUBTIS DA SANTIDADE\n\n35. Neste contexto, desejo chamar a atenção para duas falsificações da santidade que poderiam extraviar-nos: o gnosticismo e o pelagianismo. São duas heresias que surgiram nos primeiros séculos do cristianismo, mas continuam a ser de alarmante atualidade. Ainda hoje os corações de muitos cristãos, talvez inconscientemente, deixam-se seduzir por estas propostas enganadoras. Nelas aparece expresso um imanentismo antropocêntrico, disfarçado de verdade católica.[33] Vejamos estas duas formas de segurança doutrinária ou disciplinar, que dão origem «a um elitismo narcisista e autoritário, onde, em vez de evangelizar, se analisam e classificam os demais e, em vez de facilitar o acesso à graça, consomem-se as energias a controlar. Em ambos os casos, nem Jesus Cristo nem os outros interessam verdadeiramente».[34]\n\nO gnosticismo atual\n\n36. O gnosticismo supõe «uma fé fechada no subjetivismo, onde apenas interessa uma determinada experiência ou uma série de raciocínios e conhecimentos que supostamente confortam e iluminam, mas, em última instância, a pessoa fica enclausurada na imanência da sua própria razão ou dos seus sentimentos».[35]\n\nUma mente sem Deus e sem carne\n\n37. Graças a Deus, ao longo da história da Igreja, ficou bem claro que aquilo que mede a perfeição das pessoas é o seu grau de caridade, e não a quantidade de dados e conhecimentos que possam acumular. Os «gnósticos», baralhados neste ponto, julgam os outros segundo conseguem, ou não, compreender a profundidade de certas doutrinas. Concebem uma mente sem encarnação, incapaz de tocar a carne sofredora de Cristo nos outros, engessada numa enciclopédia de abstrações. Ao desencarnar o mistério, em última análise preferem «um Deus sem Cristo, um Cristo sem Igreja, uma Igreja sem povo».[36]\n\n38. Em suma, trata-se duma vaidosa superficialidade: muito movimento à superfície da mente, mas não se move nem se comove a profundidade do pensamento. No entanto, consegue subjugar alguns com o seu fascínio enganador, porque o equilíbrio gnóstico é formal e supostamente asséptico, podendo assumir o aspeto duma certa harmonia ou duma ordem que tudo abrange.\n\n39. Mas atenção! Não estou a referir-me aos racionalistas inimigos da fé cristã. Isto pode acontecer dentro da Igreja, tanto nos leigos das paróquias como naqueles que ensinam filosofia ou teologia em centros de formação. Com efeito, também é típico dos gnósticos crer que eles, com as suas explicações, podem tornar perfeitamente compreensível toda a fé e todo o Evangelho. Absolutizam as suas teorias e obrigam os outros a submeter-se aos raciocínios que eles usam. Uma coisa é o uso saudável e humilde da razão para refletir sobre o ensinamento teológico e moral do Evangelho, outra é pretender reduzir o ensinamento de Jesus a uma lógica fria e dura que procura dominar tudo[37].\n\nUma doutrina sem mistério\n\n40. O gnosticismo é uma das piores ideologias, pois, ao mesmo tempo que exalta indevidamente o conhecimento ou uma determinada experiência, considera que a sua própria visão da realidade seja a perfeição. Assim, talvez sem se aperceber, esta ideologia autoalimenta-se e torna-se ainda mais cega. Por vezes, torna-se particularmente enganadora, quando se disfarça de espiritualidade desencarnada. Com efeito, o gnosticismo, «por sua natureza, quer domesticar o mistério»,[38] tanto o mistério de Deus e da sua graça, como o mistério da vida dos outros.\n\n41. Quando alguém tem resposta para todas as perguntas, demonstra que não está no bom caminho e é possível que seja um falso profeta, que usa a religião para seu benefício, ao serviço das próprias lucubrações psicológicas e mentais. Deus supera-nos infinitamente, é sempre uma surpresa e não somos nós que determinamos a circunstância histórica em que O encontramos, já que não dependem de nós o tempo, nem o lugar, nem a modalidade do encontro. Quem quer tudo claro e seguro, pretende dominar a transcendência de Deus.\n\n42. Nem se pode pretender definir onde Deus não Se encontra, porque Ele está misteriosamente presente na vida de toda a pessoa, na vida de cada um como Ele quer, e não o podemos negar com as nossas supostas certezas. Mesmo quando a vida de alguém tiver sido um desastre, mesmo que o vejamos destruído pelos vícios ou dependências, Deus está presente na sua vida. Se nos deixarmos guiar mais pelo Espírito do que pelos nossos raciocínios, podemos e devemos procurar o Senhor em cada vida humana. Isto faz parte do mistério que as mentalidades gnósticas acabam por rejeitar, porque não o podem controlar.\n\nOs limites da razão\n\n43. Só de forma muito pobre, chegamos a compreender a verdade que recebemos do Senhor. E, ainda com maior dificuldade, conseguimos expressá-la. Por isso, não podemos pretender que o nosso modo de a entender nos autorize a exercer um controlo rigoroso sobre a vida dos outros. Quero lembrar que, na Igreja, convivem legitimamente diferentes maneiras de interpretar muitos aspetos da doutrina e da vida cristã, que, na sua variedade, «ajudam a explicitar melhor o tesouro riquíssimo da Palavra. [Certamente,] a quantos sonham com uma doutrina monolítica defendida sem nuances por todos, isto poderá parecer uma dispersão imperfeita».[39] Por isso mesmo, algumas correntes gnósticas desprezaram a simplicidade tão concreta do Evangelho e tentaram substituir o Deus trinitário e encarnado por uma Unidade superior onde desaparecia a rica multiplicidade da nossa história.\n\n44. Na realidade, a doutrina, ou melhor, a nossa compreensão e expressão dela, «não é um sistema fechado, privado de dinâmicas próprias capazes de gerar perguntas, dúvidas, questões (…); e as perguntas do nosso povo, as suas angústias, batalhas, sonhos e preocupações possuem um valor hermenêutico que não podemos ignorar, se quisermos deveras levar a sério o princípio da encarnação. As suas perguntas ajudam-nos a questionar-nos, as suas questões interrogam-nos».[40]\n\n45. Com frequência, verifica-se uma perigosa confusão: julgar que, por sabermos algo ou podermos explicá-lo com uma certa lógica, já somos santos, perfeitos, melhores do que a «massa ignorante». São João Paulo II advertia, a quantos na Igreja têm a possibilidade de uma formação mais elevada, contra a tentação de cultivarem «um certo sentimento de superioridade relativamente aos outros fiéis».[41] Na realidade, porém, aquilo que julgamos saber sempre deveria ser uma motivação para responder melhor ao amor de Deus, porque «se aprende para viver: teologia e santidade são um binómio inseparável».[42]\n\n46. São Francisco de Assis, ao ver que alguns dos seus discípulos ensinavam a doutrina, quis evitar a tentação do gnosticismo. Então escreveu assim a Santo António de Lisboa: «Apraz-me que interpreteis aos demais frades a sagrada teologia, contanto que este estudo não apague neles o espírito da santa oração e devoção».[43] Reconhecia a tentação de transformar a experiência cristã num conjunto de especulações mentais, que acabam por nos afastar do frescor do Evangelho. São Boaventura, por sua vez, advertia que a verdadeira sabedoria cristã não se deve desligar da misericórdia para com o próximo: «A maior sabedoria que pode existir consiste em dispensar frutuosamente o que se possui e que lhe foi dado precisamente para o distribuir (...). Por isso, como a misericórdia é amiga da sabedoria, assim a avareza é sua inimiga».[44] «Há atividades, como as obras de misericórdia e de piedade, que, unindo-se à contemplação, não a impedem, antes favorecem-na».[45]\n\nO pelagianismo atual\n\n47. O gnosticismo deu lugar a outra heresia antiga, que está presente também hoje. Com o passar do tempo, muitos começaram a reconhecer que não é o conhecimento que nos torna melhores ou santos, mas a vida que levamos. O problema é que isto foi subtilmente degenerando, de modo que o mesmo erro dos gnósticos foi simplesmente transformado, mas não superado.\n\n48. Com efeito, o poder que os gnósticos atribuíam à inteligência, alguns começaram a atribuí-lo à vontade humana, ao esforço pessoal. Surgiram, assim, os pelagianos e os semipelagianos. Já não era a inteligência que ocupava o lugar do mistério e da graça, mas a vontade. Esquecia-se que «isto não depende daquele que quer nem daquele que se esfoça por alcançá-lo, mas de Deus que é misericordioso» (Rm 9, 16) e que Ele «nos amou primeiro» (1 Jo 4, 19).\n\nUma vontade sem humildade\n\n49. Quem se conforma a esta mentalidade pelagiana ou semipelagiana, embora fale da graça de Deus com discursos edulcorados, «no fundo, só confia nas suas próprias forças e sente-se superior aos outros por cumprir determinadas normas ou por ser irredutivelmente fiel a um certo estilo católico».[46] Quando alguns deles se dirigem aos frágeis, dizendo-lhes que se pode tudo com a graça de Deus, basicamente costumam transmitir a ideia de que tudo se pode com a vontade humana, como se esta fosse algo puro, perfeito, omnipotente, a que se acrescenta a graça. Pretende-se ignorar que «nem todos podem tudo»,[47] e que, nesta vida, as fragilidades humanas não são curadas, completamente e duma vez por todas, pela graça.[48] Em todo o caso, como ensinava Santo Agostinho, Deus convida-te a fazer o que podes e «a pedir o que não podes»;[49] ou então a dizer humildemente ao Senhor: «dai-me o que me ordenais e ordenai-me o que quiserdes».[50]\n\n50. No fundo, a falta dum reconhecimento sincero, pesaroso e orante dos nossos limites é que impede a graça de atuar melhor em nós, pois não lhe deixa espaço para provocar aquele bem possível que se integra num caminho sincero e real de crescimento.[51] A graça, precisamente porque supõe a nossa natureza, não nos faz improvisamente super-homens. Pretendê-lo seria confiar demasiado em nós próprios. Neste caso, por trás da ortodoxia, as nossas atitudes podem não corresponder ao que afirmamos sobre a necessidade da graça e, na prática, acabamos por confiar pouco nela. Com efeito, se não reconhecemos a nossa realidade concreta e limitada, não poderemos ver os passos reais e possíveis que o Senhor nos pede em cada momento, depois de nos ter atraído e tornado idóneos com o seu dom. A graça atua historicamente e, em geral, toma-nos e transforma-nos de forma progressiva.[52] Por isso, se recusarmos esta modalidade histórica e progressiva, de facto podemos chegar a negá-la e bloqueá-la, embora a exaltemos com as nossas palavras.\n\n51. Quando Deus Se dirige a Abraão, diz-lhe: «Eu sou o Deus supremo. Anda na minha presença e sê perfeito» (Gn 17, 1). Para poder ser perfeitos, como é do seu agrado, precisamos de viver humildemente na presença d’Ele, envolvidos pela sua glória; necessitamos de andar em união com Ele, reconhecendo o seu amor constante na nossa vida. Há que perder o medo desta presença que só nos pode fazer bem. É o Pai que nos deu vida e nos ama tanto. Uma vez que O aceitamos e deixamos de pensar a nossa existência sem Ele, desaparece a angústia da solidão (cf. Sal 139/138, 7). E, se deixarmos de pôr Deus à distância e vivermos na sua presença, poderemos permitir-Lhe que examine os nossos corações para ver se seguem pelo reto caminho (cf. Sal 139/138, 23-24). Assim conheceremos a vontade perfeita e agradável ao Senhor (cf. Rm 12, 1-2) e deixaremos que Ele nos molde como um oleiro (cf. Is 29, 16). Dissemos tantas vezes que Deus habita em nós, mas é melhor dizer que nós habitamos n’Ele, que Ele nos possibilita viver na sua luz e no seu amor. Ele é o nosso templo: «Uma só coisa (…) ardentemente desejo: é habitar na casa do Senhor todos os dias da minha vida» (Sal 27/26, 4). «Um dia em teus átrios vale por mil» (Sal 84/83, 11). N’Ele, somos santificados.\n\nUm ensinamento da Igreja frequentemente esquecido\n\n52. A Igreja ensinou repetidamente que não somos justificados pelas nossas obras ou pelos nossos esforços, mas pela graça do Senhor que toma a iniciativa. Os Padres da Igreja, já antes de Santo Agostinho, expressavam com clareza esta convicção primária. Dizia São João Crisóstomo que Deus derrama em nós a própria fonte de todos os dons, «antes de termos entrado no combate».[53] São Basílio Magno observava que o fiel se gloria apenas em Deus, porque «reconhece estar privado da verdadeira justiça e que é justificado somente por meio da fé em Cristo».[54]\n\n53. O II Sínodo de Orange ensinou, com firme autoridade, que nenhum ser humano pode exigir, merecer ou comprar o dom da graça divina, e que toda a cooperação com ela é dom prévio da mesma graça: «até o desejo de ser puro se realiza em nós por infusão do Espírito Santo e com sua ação sobre nós».[55] Sucessivamente o Concílio de Trento, mesmo quando destacou a importância da nossa cooperação para o crescimento espiritual, reafirmou tal ensinamento dogmático: «Afirma-se que somos justificados gratuitamente, porque nada do que precede a justificação, quer a fé, quer as obras, merece a própria graça da justificação; porque, se é graça, então não é pelas obras, caso contrário, a graça já não seria graça (Rm 11, 6)».[56]\n\n54. Também o Catecismo da Igreja Católica nos lembra que o dom da graça «ultrapassa as capacidades da inteligência e as forças da vontade humana»[57] e que, «em relação a Deus, não há, da parte do homem, mérito no sentido dum direito estrito. Entre Ele e nós, a desigualdade é sem medida».[58] A sua amizade supera-nos infinitamente, não pode ser comprada por nós com as nossas obras e só pode ser um dom da sua iniciativa de amor. Isto convida-nos a viver com jubilosa gratidão por este dom que nunca mereceremos, uma vez que, «depois duma pessoa já possuir a graça, não pode a graça já recebida cair sob a alçada do mérito».[59] Os santos evitam de pôr a confiança nas suas ações: «Ao anoitecer desta vida, aparecerei diante de Vós com as mãos vazias, pois não Vos peço, Senhor, que conteis as minhas obras. Todas as nossas justiças têm manchas aos vossos olhos».[60]\n\n55. Esta é uma das grandes convicções definitivamente adquiridas pela Igreja e está tão claramente expressa na Palavra de Deus que fica fora de qualquer discussão. Esta verdade, tal como o supremo mandamento do amor, deveria caraterizar o nosso estilo de vida, porque bebe do coração do Evangelho e convida-nos não só a aceitá-la com a mente, mas também a transformá-la numa alegria contagiosa. Mas não poderemos celebrar com gratidão o dom gratuito da amizade com o Senhor, se não reconhecermos que a própria existência terrena e as nossas capacidades naturais são um dom. Precisamos de «reconhecer alegremente que a nossa realidade é fruto dum dom, e aceitar também a nossa liberdade como graça. Isto é difícil hoje, num mundo que julga possuir algo por si mesmo, fruto da sua própria originalidade e liberdade».[61]\n\n56. Só a partir do dom de Deus, livremente acolhido e humildemente recebido, é que podemos cooperar com os nossos esforços para nos deixarmos transformar cada vez mais.[62] A primeira coisa é pertencer a Deus. Trata-se de nos oferecermos a Ele que nos antecipa, de Lhe oferecermos as nossas capacidades, o nosso esforço, a nossa luta contra o mal e a nossa criatividade, para que o seu dom gratuito cresça e se desenvolva em nós: «por isso, vos exorto, irmãos, pela misericórdia de Deus, a que ofereçais os vossos corpos como sacrifício vivo, santo, agradável a Deus» (Rm 12, 1). Aliás, a Igreja sempre ensinou que só a caridade torna possível o crescimento na vida da graça, porque, «se não tiver amor, nada sou» (1 Cor 13, 2).\n\nOs novos pelagianos\n\n57. Ainda há cristãos que insistem em seguir outro caminho: o da justificação pelas suas próprias forças, o da adoração da vontade humana e da própria capacidade, que se traduz numa autocomplacência egocêntrica e elitista, desprovida do verdadeiro amor. Manifesta-se em muitas atitudes aparentemente diferentes entre si: a obsessão pela lei, o fascínio de exibir conquistas sociais e políticas, a ostentação no cuidado da liturgia, da doutrina e do prestígio da Igreja, a vanglória ligada à gestão de assuntos práticos, a atração pelas dinâmicas de autoajuda e realização autorreferencial. É nisto que alguns cristãos gastam as suas energias e o seu tempo, em vez de se deixarem guiar pelo Espírito no caminho do amor, apaixonarem-se por comunicar a beleza e a alegria do Evangelho e procurarem os afastados nessas imensas multidões sedentas de Cristo.[63]\n\n58. Muitas vezes, contra o impulso do Espírito, a vida da Igreja transforma-se numa peça de museu ou numa propriedade de poucos. Verifica-se isto quando alguns grupos cristãos dão excessiva importância à observância de certas normas próprias, costumes ou estilos. Assim se habituam a reduzir e manietar o Evangelho, despojando-o da sua simplicidade cativante e do seu sabor. É talvez uma forma subtil de pelagianismo, porque parece submeter a vida da graça a certas estruturas humanas. Isto diz respeito a grupos, movimentos e comunidades, e explica por que tantas vezes começam com uma vida intensa no Espírito, mas depressa acabam fossilizados... ou corruptos.\n\n59. Sem nos darmos conta, pelo facto de pensar que tudo depende do esforço humano canalizado através de normas e estruturas eclesiais, complicamos o Evangelho e tornamo-nos escravos dum esquema que deixa poucas aberturas para que a graça atue. São Tomás de Aquino lembrava-nos que se deve exigir, com moderação, os preceitos acrescentados ao Evangelho pela Igreja, «para não tornar a vida pesada aos fiéis, [porque assim] se transformaria a nossa religião numa escravidão».[64]\n\nO resumo da Lei\n\n60. Para evitar isso, é bom recordar frequentemente que existe uma hierarquia das virtudes, que nos convida a buscar o essencial. A primazia pertence às virtudes teologais, que têm Deus como objeto e motivo. E, no centro, está a caridade. São Paulo diz que o que conta verdadeiramente é «a fé que atua pelo amor» (Gal 5, 6). Somos chamados a cuidar solicitamente da caridade: «quem ama o próximo cumpre plenamente a Lei. (...) Assim, é no amor que está o pleno cumprimento da lei» (Rm 13, 8.10). «É que toda a Lei se resume neste único preceito: “Ama o teu próximo como a ti mesmo”» (Gal 5, 14).\n\n61. Por outras palavras, no meio da densa selva de preceitos e prescrições, Jesus abre uma brecha que permite vislumbrar dois rostos: o do Pai e o do irmão. Não nos dá mais duas fórmulas ou dois preceitos; entrega-nos dois rostos, ou melhor, um só: o de Deus que se reflete em muitos, porque em cada irmão, especialmente no mais pequeno, frágil, inerme e necessitado, está presente a própria imagem de Deus. De facto, será com os descartados desta humanidade vulnerável que, no fim dos tempos, o Senhor plasmará a sua última obra de arte. Pois, «o que é que resta? O que é que tem valor na vida? Quais são as riquezas que não desaparecem? Seguramente duas: o Senhor e o próximo. Estas duas riquezas não desaparecem».[65]\n\n62. Que o Senhor liberte a Igreja das novas formas de gnosticismo e pelagianismo que a complicam e detêm no seu caminho para a santidade! Estes desvios manifestam-se de formas diferentes, segundo o temperamento e as caraterísticas próprias. Por isso, exorto cada um a questionar-se e a discernir diante de Deus a maneira como possam estar a manifestar-se na sua vida.\n\nCapítulo III\n\nÀ LUZ DO MESTRE\n\n63. Sobre a essência da santidade, podem haver muitas teorias, abundantes explicações e distinções. Uma reflexão do género poderia ser útil, mas não há nada de mais esclarecedor do que voltar às palavras de Jesus e recolher o seu modo de transmitir a verdade. Jesus explicou, com toda a simplicidade, o que é ser santo; fê-lo quando nos deixou as bem-aventuranças (cf. Mt 5, 3-12; Lc 6, 20-23). Estas são como que o bilhete de identidade do cristão. Assim, se um de nós se questionar sobre «como fazer para chegar a ser um bom cristão», a resposta é simples: é necessário fazer – cada qual a seu modo – aquilo que Jesus disse no sermão das bem-aventuranças.[66] Nelas está delineado o rosto do Mestre, que somos chamados a deixar transparecer no dia-a-dia da nossa vida.\n\n64. A palavra «feliz» ou «bem-aventurado» torna-se sinónimo de «santo», porque expressa que a pessoa fiel a Deus e que vive a sua Palavra alcança, na doação de si mesma, a verdadeira felicidade.\n\nContracorrente\n\n65. Estas palavras de Jesus, não obstante possam até parecer poéticas, estão decididamente contracorrente ao que é habitual, àquilo que se faz na sociedade; e, embora esta mensagem de Jesus nos fascine, na realidade o mundo conduz-nos para outro estilo de vida. As bem-aventuranças não são, absolutamente, um compromisso leve ou superficial; pelo contrário, só as podemos viver se o Espírito Santo nos permear com toda a sua força e nos libertar da fraqueza do egoísmo, da preguiça, do orgulho.\n\n66. Voltemos a escutar Jesus, com todo o amor e respeito que o Mestre merece. Permitamos-Lhe que nos fustigue com as suas palavras, que nos desafie, que nos chame a uma mudança real de vida. Caso contrário, a santidade não passará de palavras. Recordemos agora as diferentes bem-aventuranças, na versão do Evangelho de Mateus (cf. 5, 3-12).[67]\n\n«Felizes os pobres em espírito, porque deles é o Reino do Céu»\n\n67. O Evangelho convida-nos a reconhecer a verdade do nosso coração, para ver onde colocamos a segurança da nossa vida. Normalmente, o rico sente-se seguro com as suas riquezas e, quando estas estão em risco, pensa que se desmorona todo o sentido da sua vida na terra. O próprio Jesus no-lo disse na parábola do rico insensato, falando daquele homem seguro de si, que – como um insensato – não pensava que poderia morrer naquele mesmo dia (cf. Lc 12, 16-21).\n\n68. As riquezas não te dão segurança alguma. Mais ainda: quando o coração se sente rico, fica tão satisfeito de si mesmo que não tem espaço para a Palavra de Deus, para amar os irmãos, nem para gozar das coisas mais importantes da vida. Deste modo priva-se dos bens maiores. Por isso, Jesus chama felizes os pobres em espírito, que têm o coração pobre, onde pode entrar o Senhor com a sua incessante novidade.\n\n69. Esta pobreza de espírito está intimamente ligada à «santa indiferença» proposta por Santo Inácio de Loyola, na qual alcançamos uma estupenda liberdade interior: «É necessário tornar-nos indiferentes face a todas as coisas criadas (em tudo aquilo que seja permitido à liberdade do nosso livre arbítrio, e não lhe esteja proibido), de tal modo que, por nós mesmos, não queiramos mais a saúde do que a doença, mais a riqueza do que a pobreza, mais a honra do que a desonra, mais uma vida longa do que curta, e assim em tudo o resto».[68]\n\n70. Lucas não fala duma pobreza «em espírito», mas simplesmente de ser «pobre» (cf. Lc 6, 20), convidando-nos assim a uma vida também austera e essencial. Desta forma, chama-nos a compartilhar a vida dos mais necessitados, a vida que levaram os Apóstolos e, em última análise, a configurar-nos a Jesus, que, «sendo rico, Se fez pobre» (2 Cor 8, 9).\n\nSer pobre no coração: isto é santidade.\n\n«Felizes os mansos, porque possuirão a terra»\n\n71. É uma frase forte, neste mundo que, desde o início, é um lugar de inimizade, onde se litiga por todo o lado, onde há ódio em toda a parte, onde constantemente classificamos os outros pelas suas ideias, os seus costumes e até a sua forma de falar ou vestir. Em suma, é o reino do orgulho e da vaidade, onde cada um se julga no direito de elevar-se acima dos outros. Embora pareça impossível, Jesus propõe outro estilo: a mansidão. É o que praticava com os seus discípulos, e contemplamos na sua entrada em Jerusalém: «aí vem o teu Rei, ao teu encontro, manso e montado num jumentinho» (Mt 21, 5; cf. Zc 9, 9).\n\n72. Disse Ele: «Aprendei de Mim, porque sou manso e humilde de coração e encontrareis descanso para o vosso espírito» (Mt 11, 29). Se vivemos tensos, arrogantes diante dos outros, acabamos cansados e exaustos. Mas, quando olhamos os seus limites e defeitos com ternura e mansidão, sem nos sentirmos superiores, podemos dar-lhes uma mão e evitamos de gastar energias em lamentações inúteis. Para Santa Teresa de Lisieux, «a caridade perfeita consiste em suportar os defeitos dos outros, em não se escandalizar com as suas fraquezas».[69]\n\n73. Paulo designa a mansidão como fruto do Espírito Santo (cf. Gal 5, 23). E, se alguma vez nos preocuparem as más ações do irmão, propõe que o abordemos para corrigi-lo, mas «com espírito de mansidão, [lembrando-nos:] e tu olha para ti próprio, não estejas também tu a ser tentado» (Gal 6, 1)». Mesmo quando alguém defende a sua fé e as suas convicções, deve fazê-lo com mansidão (cf. 1 Ped 3, 16), e os próprios adversários devem ser tratados com mansidão (cf. 2 Tm 2, 25). Na Igreja, erramos muitas vezes por não ter acolhido este apelo da Palavra divina.\n\n74. A mansidão é outra expressão da pobreza interior, de quem deposita a sua confiança apenas em Deus. De facto, na Bíblia, usa-se muitas vezes a mesma palavra anawin para se referir aos pobres e aos mansos. Alguém poderia objetar: «Mas, se eu for assim manso, pensarão que sou insensato, estúpido ou frágil». Talvez seja assim, mas deixemos que os outros pensem isso. É melhor sermos sempre mansos, porque assim se realizarão as nossas maiores aspirações: os mansos «possuirão a terra», isto é, verão as promessas de Deus cumpridas na sua vida. Porque os mansos, independentemente do que possam sugerir as circunstâncias, esperam no Senhor, e aqueles que esperam no Senhor possuirão a terra e gozarão de imensa paz (cf. Sal 37/36, 9.11). Ao mesmo tempo, o Senhor confia neles: «é nos humildes de coração contrito que os meus olhos se fixam, pois escutam a minha palavra com respeito» (Is 66, 2).\n\nReagir com humilde mansidão: isto é santidade.\n\n«Felizes os que choram, porque serão consolados»\n\n75. O mundo propõe-nos o contrário: o entretenimento, o prazer, a distração, o divertimento. E diz-nos que isto é que torna boa a vida. O mundano ignora, olha para o lado, quando há problemas de doença ou aflição na família ou ao seu redor. O mundo não quer chorar: prefere ignorar as situações dolorosas, cobri-las, escondê-las. Gastam-se muitas energias para escapar das situações onde está presente o sofrimento, julgando que é possível dissimular a realidade, onde nunca, nunca, pode faltar a cruz.\n\n76. A pessoa que, vendo as coisas como realmente estão, se deixa trespassar pela aflição e chora no seu coração, é capaz de alcançar as profundezas da vida e ser autenticamente feliz.[70] Esta pessoa é consolada, mas com a consolação de Jesus e não com a do mundo. Assim pode ter a coragem de compartilhar o sofrimento alheio, e deixa de fugir das situações dolorosas. Desta forma, descobre que a vida tem sentido socorrendo o outro na sua aflição, compreendendo a angústia alheia, aliviando os outros. Esta pessoa sente que o outro é carne da sua carne, não teme aproximar-se até tocar a sua ferida, compadece-se até sentir que as distâncias são superadas. Assim, é possível acolher aquela exortação de São Paulo: «Chorai com os que choram» (Rm 12, 15).\n\nSaber chorar com os outros: isto é santidade.\n\n«Felizes os que têm fome e sede de justiça, porque serão saciados»\n\n77. «Fome e sede» são experiências muito intensas, porque correspondem a necessidades primárias e têm a ver com o instinto de sobrevivência. Há pessoas que, com esta mesma intensidade, aspiram pela justiça e buscam-na com um desejo assim forte. Jesus diz que elas serão saciadas, porque a justiça, mais cedo ou mais tarde, chega e nós podemos colaborar para o tornar possível, embora nem sempre vejamos os resultados deste compromisso.\n\n78. Mas a justiça, que Jesus propõe, não é como a que o mundo procura, uma justiça muitas vezes manchada por interesses mesquinhos, manipulada para um lado ou para outro. A realidade mostra-nos como é fácil entrar nas súcias da corrupção, fazer parte dessa política diária do «dou para que me deem», onde tudo é negócio. E quantas pessoas sofrem por causa das injustiças, quantos ficam assistindo, impotentes, como outros se revezam para repartir o bolo da vida. Alguns desistem de lutar pela verdadeira justiça, e optam por subir para o carro do vencedor. Isto não tem nada a ver com a fome e sede de justiça que Jesus louva.\n\n79. Esta justiça começa por se tornar realidade na vida de cada um, sendo justo nas próprias decisões, e depois manifesta-se na busca da justiça para os pobres e vulneráveis. É verdade que a palavra «justiça» pode ser sinónimo de fidelidade à vontade de Deus com toda a nossa vida, mas, se lhe dermos um sentido muito geral, esquecemo-nos que se manifesta especialmente na justiça com os inermes: «procurai o que é justo, socorrei os oprimidos, fazei justiça aos órfãos, defendei as viúvas» (Is 1, 17).\n\nBuscar a justiça com fome e sede: isto é santidade.\n\n«Felizes os misericordiosos, porque alcançarão misericórdia»\n\n80. A misericórdia tem dois aspetos: é dar, ajudar, servir os outros, mas também perdoar, compreender. Mateus resume-o numa regra de ouro: «o que quiserdes que vos façam os homens, fazei-o também a eles» (7, 12). O Catecismo lembra-nos que esta lei se deve aplicar «a todos os casos»,[71] especialmente quando alguém «se vê confrontado com situações que tornam o juízo moral menos seguro e a decisão difícil».[72]\n\n81. Dar e perdoar é tentar reproduzir na nossa vida um pequeno reflexo da perfeição de Deus, que dá e perdoa superabundantemente. Por esta razão, no Evangelho de Lucas, já não encontramos «sede perfeitos» (Mt 5, 48), mas «sede misericordiosos como o vosso Pai é misericordioso. Não julgueis e não sereis julgados; não condeneis e não sereis condenados; perdoai e sereis perdoados. Dai e ser-vos-á dado» (6, 36-38). E depois Lucas acrescenta algo que não deveríamos transcurar: «a medida que usardes com os outros será usada convosco» (6, 38). A medida que usarmos para compreender e perdoar será aplicada a nós para nos perdoar. A medida que aplicarmos para dar, será aplicada a nós no céu para nos recompensar. Não nos convém esquecê-lo.\n\n82. Jesus não diz «felizes os que planeiam vingança», mas chama felizes aqueles que perdoam e o fazem «setenta vezes sete» (Mt 18, 22). É necessário pensar que todos nós somos uma multidão de perdoados. Todos nós fomos olhados com compaixão divina. Se nos aproximarmos sinceramente do Senhor e ouvirmos com atenção, possivelmente uma vez ou outra escutaremos esta repreensão: «não devias também ter piedade do teu companheiro como Eu tive de ti?» (Mt 18, 33).\n\nOlhar e agir com misericórdia: isto é santidade.\n\n«Felizes os puros de coração, porque verão a Deus»\n\n83. Esta bem-aventurança diz respeito a quem tem um coração simples, puro, sem imundície, pois um coração que sabe amar não deixa entrar na sua vida algo que atente contra esse amor, algo que o enfraqueça ou coloque em risco. Na Bíblia, o coração significa as nossas verdadeiras intenções, o que realmente buscamos e desejamos, para além do que aparentamos: «O homem vê as aparências, mas o Senhor olha o coração» (1 Sam 16, 7). Ele procura falar-nos ao coração (cf. Os 2, 16) e nele deseja gravar a sua Lei (cf. Jer 31, 33). Em última análise, quer dar-nos um coração novo (cf. Ez 36, 26).\n\n84. «Vela com todo o cuidado sobre o teu coração» (Prv 4, 23). Nada de manchado pela falsidade tem valor real para o Senhor. Ele «foge da duplicidade, afasta-Se dos pensamentos insensatos» (Sab 1, 5). O Pai, que «vê no oculto» (Mt 6, 6), reconhece o que não é limpo, ou seja, o que não é sincero, mas só casca e aparência; e de igual modo também o Filho sabe o que há em cada ser humano (cf. Jo 2, 25).\n\n85. É verdade que não há amor sem obras de amor, mas esta bem-aventurança lembra-nos que o Senhor espera uma dedicação ao irmão que brote do coração, pois «ainda que eu distribua todos os meus bens e entregue o meu corpo para ser queimado, se não tiver amor, de nada me vale» (1 Cor 13, 3). Também vemos, no Evangelho de Mateus, que é «o que provém do coração (…) que torna o homem impuro» (15, 18), porque de lá procedem os homicídios, os roubos, os falsos testemunhos (cf. 15, 19). Nas intenções do coração, têm origem os desejos e as decisões mais profundas que efetivamente nos movem.\n\n86. Quando o coração ama a Deus e ao próximo (cf. Mt 22, 36-40), quando isto é a sua verdadeira intenção e não palavras vazias, então esse coração é puro e pode ver a Deus. São Paulo lembra, em pleno hino da caridade, que «vemos como num espelho, de maneira confusa» (1 Cor 13, 12), mas, à medida que reinar verdadeiramente o amor, tornar-nos-emos capazes de ver «face a face» (1 Cor 13, 12). Jesus promete que as pessoas de coração puro «verão a Deus».\n\nManter o coração limpo de tudo o que mancha o amor: isto é santidade.\n\n«Felizes os pacificadores, porque serão chamados filhos de Deus»\n\n87. Esta bem-aventurança faz-nos pensar nas numerosas situações de guerra que perduram. Da nossa parte, é muito comum sermos causa de conflitos ou, pelo menos, de incompreensões. Por exemplo, quando ouço qualquer coisa sobre alguém e vou ter com outro e lho digo; e até faço uma segunda versão um pouco mais ampla e espalho-a. E, se o dano que consigo fazer é maior, até parece que me causa maior satisfação. O mundo das murmurações, feito por pessoas que se dedicam a criticar e destruir, não constrói a paz. Pelo contrário, tais pessoas são inimigas da paz e, de modo nenhum, bem-aventuradas.[73]\n\n88. Os pacíficos são fonte de paz, constroem paz e amizade social. Àqueles que cuidam de semear a paz por todo o lado, Jesus faz-lhes uma promessa maravilhosa: «serão chamados filhos de Deus» (Mt 5, 9). Aos discípulos, pedia-lhes que, ao chegar a uma casa, dissessem: «a paz esteja nesta casa!» (Lc 10, 5). A Palavra de Deus exorta cada crente a procurar, juntamente «com todos», a paz (cf. 2 Tim 2, 22), pois «é com a paz que uma colheita de justiça é semeada pelos obreiros da paz» (Tg 3, 18). E na nossa comunidade, se alguma vez tivermos dúvidas acerca do que se deve fazer, «procuremos aquilo que leva à paz» (Rm 14, 19), porque a unidade é superior ao conflito.[74]\n\n89. Não é fácil construir esta paz evangélica que não exclui ninguém; antes, integra mesmo aqueles que são um pouco estranhos, as pessoas difíceis e complicadas, os que reclamam atenção, aqueles que são diferentes, aqueles que são muito fustigados pela vida, aqueles que cultivam outros interesses. É difícil, requerendo uma grande abertura da mente e do coração, uma vez que não se trata de «um consenso de escritório ou uma paz efémera para uma minoria feliz»[75] nem de «um projeto de poucos para poucos».[76] Também não pretende ignorar ou dissimular os conflitos, mas «aceitar suportar o conflito, resolvê-lo e transformá-lo no elo de ligação de um novo processo».[77] Trata-se de ser artesãos da paz, porque construir a paz é uma arte que requer serenidade, criatividade, sensibilidade e destreza.\n\nSemear a paz ao nosso redor: isto é santidade.\n\n«Felizes os que sofrem perseguição por causa da justiça, porque deles é o Reino do Céu»\n\n90. O próprio Jesus sublinha que este caminho vai contracorrente, a ponto de nos transformar em pessoas que questionam a sociedade com a sua vida, pessoas que incomodam. Jesus lembra as inúmeras pessoas que foram, e são, perseguidas simplesmente por ter lutado pela justiça, ter vivido os seus compromissos com Deus e com os outros. Se não queremos afundar numa obscura mediocridade, não pretendamos uma vida cómoda, porque, «quem quiser salvar a sua vida, vai perdê-la» (Mt 16, 25).\n\n91. Para viver o Evangelho, não podemos esperar que tudo à nossa volta seja favorável, porque muitas vezes as ambições de poder e os interesses mundanos jogam contra nós. São João Paulo II declarava «alienada a sociedade que, nas suas formas de organização social, de produção e de consumo, torna mais difícil a realização [do] dom [de si mesmo] e a constituição [da] solidariedade inter-humana».[78] Numa tal sociedade alienada, enredada numa trama política, mediática, económica, cultural e mesmo religiosa, que estorva o autêntico desenvolvimento humano e social, torna-se difícil viver as bem-aventuranças, podendo até a sua vivência ser mal vista, suspeita, ridicularizada.\n\n92. A cruz, especialmente as fadigas e os sofrimentos que suportamos para viver o mandamento do amor e o caminho da justiça, é fonte de amadurecimento e santificação. Lembremo-nos disto: quando o Novo Testamento fala dos sofrimentos que é preciso suportar pelo Evangelho, refere-se precisamente às perseguições (cf. At 5, 41; Flp 1, 29; Col 1, 24; 2 Tm 1, 12; 1 Ped 2, 20; 4, 14-16; Ap 2, 10).\n\n93. Fala-se, porém, das perseguições inevitáveis, não daquelas que nós próprios podemos provocar com um modo errado de tratar os outros. Um santo não é uma pessoa excêntrica, distante, que se torna insuportável pela sua vaidade, negativismo e ressentimento. Não eram assim os Apóstolos de Cristo. O livro dos Atos refere, com insistência, que eles gozavam da simpatia «de todo o povo» (2, 47; cf. 4, 21.33; 5, 13), enquanto algumas autoridades os assediavam e perseguiam (cf. 4, 1- 3; 5, 17-18).\n\n94. As perseguições não são uma realidade do passado, porque hoje também as sofremos quer de forma cruenta, como tantos mártires contemporâneos, quer duma maneira mais subtil, através de calúnias e falsidades. Jesus diz que haverá felicidade, quando, «mentindo, disserem todo o género de calúnias contra vós, por minha causa» (Mt 5, 11). Outras vezes, trata-se de zombarias que tentam desfigurar a nossa fé e fazer-nos passar por pessoas ridículas.\n\nAbraçar diariamente o caminho do Evangelho mesmo que nos acarrete problemas: isto é santidade.\n\nA grande regra de comportamento\n\n95. No capítulo 25 do Evangelho de Mateus (vv. 31-46), Jesus volta a deter-se numa destas bem-aventuranças: a que declara felizes os misericordiosos. Se andamos à procura da santidade que agrada a Deus, neste texto encontramos precisamente uma regra de comportamento com base na qual seremos julgados: «Tive fome e destes-Me de comer, tive sede e destes-Me de beber, era peregrino e recolhestes-Me, estava nu e destes-Me que vestir, adoeci e visitastes-Me, estive na prisão e fostes ter comigo» (25, 35-36).\n\nPor fidelidade ao Mestre\n\n96. Deste modo, ser santo não significa revirar os olhos num suposto êxtase. Dizia São João Paulo II que, «se verdadeiramente partimos da contemplação de Cristo, devemos saber vê-Lo sobretudo no rosto daqueles com quem Ele mesmo Se quis identificar».[79] O texto de Mateus 25, 35-36 «não é um mero convite à caridade, mas uma página de cristologia que projeta um feixe de luz sobre o mistério de Cristo».[80] Neste apelo a reconhecê-Lo nos pobres e atribulados, revela-se o próprio coração de Cristo, os seus sentimentos e as suas opções mais profundas, com os quais se procura configurar todo o santo.\n\n97. Perante a força destas solicitações de Jesus, é meu dever pedir aos cristãos que as aceitem e recebam com sincera abertura, sine glossa, isto é, sem comentários, especulações e desculpas que lhes tirem força. O Senhor deixou-nos bem claro que a santidade não se pode compreender nem viver prescindindo destas suas exigências, porque a misericórdia é o «coração pulsante do Evangelho».[81]\n\n98. Quando encontro uma pessoa a dormir ao relento, numa noite fria, posso sentir que este vulto seja um imprevisto que me detém, um delinquente ocioso, um obstáculo no meu caminho, um aguilhão molesto para a minha consciência, um problema que os políticos devem resolver e talvez até um monte de lixo que suja o espaço público. Ou então posso reagir a partir da fé e da caridade e reconhecer nele um ser humano com a mesma dignidade que eu, uma criatura infinitamente amada pelo Pai, uma imagem de Deus, um irmão redimido por Jesus Cristo. Isto é ser cristão! Ou poder-se-á porventura entender a santidade prescindindo deste reconhecimento vivo da dignidade de todo o ser humano?[82]\n\n99. Para os cristãos, isto supõe uma saudável e permanente insatisfação. Embora dar alívio a uma única pessoa já justificasse todos os nossos esforços, para nós isso não é suficiente. Com clareza o afirmaram os Bispos do Canadá ao mostrar como nos ensinamentos bíblicos sobre o Jubileu, por exemplo, não se trata apenas de fazer algumas ações boas, mas de procurar uma mudança social: «para que fossem libertadas também as gerações futuras, o objetivo proposto era claramente o restabelecimento de sistemas sociais e económicos justos, a fim de que não pudesse haver mais exclusão».[83]\n\nAs ideologias que mutilam o coração do Evangelho\n\n100. Às vezes, infelizmente, as ideologias levam-nos a dois erros nocivos. Por um lado, o erro dos cristãos que separam estas exigências do Evangelho do seu relacionamento pessoal com o Senhor, da união interior com Ele, da graça. Assim transforma-se o cristianismo numa espécie de ONG, privando-o daquela espiritualidade irradiante que, tão bem, viveram e manifestaram São Francisco de Assis, São Vicente de Paulo, Santa Teresa de Calcutá e muitos outros. A estes grandes santos, nem a oração, nem o amor de Deus, nem a leitura do Evangelho diminuíram a paixão e a eficácia da sua dedicação ao próximo; antes pelo contrário...\n\n101. Mas é nocivo e ideológico também o erro das pessoas que vivem suspeitando do compromisso social dos outros, considerando-o algo de superficial, mundano, secularizado, imanentista, comunista, populista; ou então relativizam-no como se houvesse outras coisas mais importantes, como se interessasse apenas uma determinada ética ou um arrazoado que eles defendem. A defesa do inocente nascituro, por exemplo, deve ser clara, firme e apaixonada, porque neste caso está em jogo a dignidade da vida humana, sempre sagrada, e exige-o o amor por toda a pessoa, independentemente do seu desenvolvimento. Mas igualmente sagrada é a vida dos pobres que já nasceram e se debatem na miséria, no abandono, na exclusão, no tráfico de pessoas, na eutanásia encoberta de doentes e idosos privados de cuidados, nas novas formas de escravatura, e em todas as formas de descarte.[84] Não podemos propor-nos um ideal de santidade que ignore a injustiça deste mundo, onde alguns festejam, gastam folgadamente e reduzem a sua vida às novidades do consumo, ao mesmo tempo que outros se limitam a olhar de fora enquanto a sua vida passa e termina miseravelmente.\n\n102. Muitas vezes ouve-se dizer que, face ao relativismo e aos limites do mundo atual, seria um tema marginal, por exemplo, a situação dos migrantes. Alguns católicos afirmam que é um tema secundário relativamente aos temas «sérios» da bioética. Que fale assim um político preocupado com os seus sucessos, talvez se possa chegar a compreender; mas não um cristão, cuja única atitude condigna é colocar-se na pele do irmão que arrisca a vida para dar um futuro aos seus filhos. Poderemos nós reconhecer que é precisamente isto o que nos exige Jesus quando diz que a Ele mesmo recebemos em cada forasteiro (cf. Mt 25, 35)? São Bento assumira-o sem reservas e, embora isto pudesse «complicar» a vida dos monges, estabeleceu que todos os hóspedes que se apresentassem no mosteiro fossem acolhidos «como Cristo»,[85] manifestando-o mesmo com gestos de adoração,[86] e que os pobres e peregrinos fossem tratados «com o máximo cuidado e solicitude».[87]\n\n103. Algo de semelhante propõe o Antigo Testamento, quando diz: «não usarás de violência contra o estrangeiro residente nem o oprimirás, porque foste estrangeiro residente na terra do Egito» (Ex 22, 20). «O estrangeiro que reside convosco será tratado como um dos vossos compatriotas e amá-lo-ás como a ti mesmo, porque fostes estrangeiros na terra do Egito» (Lv 19, 34). Por isso, não se trata da invenção de um Papa nem dum delírio passageiro. Também nós, no contexto atual, somos chamados a viver o caminho de iluminação espiritual que nos apresentava o profeta Isaías quando, interrogando-se sobre o que agrada a Deus, respondia: é «repartir o teu pão com os esfomeados, dar abrigo aos infelizes sem casa, atender e vestir os nus e não desprezar o teu irmão. Então, a tua luz surgirá como a aurora» (58, 7-8).\n\nO culto que mais Lhe agrada\n\n104. Poder-se-ia pensar que damos glória a Deus só com o culto e a oração, ou apenas observando algumas normas éticas (é verdade que o primado pertence à relação com Deus), mas esquecemos que o critério de avaliação da nossa vida é, antes de mais nada, o que fizemos pelos outros. A oração é preciosa, se alimenta uma doação diária de amor. O nosso culto agrada a Deus, quando levamos lá os propósitos de viver com generosidade e quando deixamos que o dom lá recebido se manifeste na dedicação aos irmãos.\n\n105. Pela mesma razão, o melhor modo para discernir se o nosso caminho de oração é autêntico será ver em que medida a nossa vida se vai transformando à luz da misericórdia. Com efeito, «a misericórdia não é apenas o agir do Pai, mas torna-se o critério para individuar quem são os seus verdadeiros filhos».[88] É «a arquitrave que suporta avida da Igreja».[89] Quero assinalar mais uma vez que, embora a misericórdia não exclua a justiça e a verdade, «antes de tudo, temos de dizer que a misericórdia é a plenitude da justiça e a manifestação mais luminosa da verdade de Deus».[90] A misericórdia «é a chave do Céu».[91]\n\n106. Não posso deixar de lembrar a questão que se colocava São Tomás de Aquino ao interrogar-se quais são as nossas ações maiores, quais são as obras exteriores que manifestam melhor o nosso amor a Deus. Responde sem hesitar que, mais do que os atos de culto, são as obras de misericórdia para com o próximo:[92] «não praticamos o culto a Deus com sacrifícios e com ofertas exteriores para proveito d’Ele, mas para benefício nosso e do próximo: de facto Ele não precisa dos nossos sacrifícios, mas quer que Lhos ofereçamos para nossa devoção e para utilidade do próximo. Por isso a misericórdia, pela qual socorremos as carências alheias, ao favorecer mais diretamente a utilidade do próximo, é o sacrifício que mais Lhe agrada».[93]\n\n107. Quem deseja verdadeiramente dar glória a Deus com a sua vida, quem realmente se quer santificar para que a sua existência glorifique o Santo, é chamado a obstinar-se, gastar-se e cansar-se procurando viver as obras de misericórdia. Muito bem o entendera Santa Teresa de Calcutá: «sim, tenho muitas fraquezas humanas, muitas misérias humanas. (...) Mas Ele abaixa-Se e serve-Se de nós, de ti e de mim, para sermos o seu amor e a sua compaixão no mundo, apesar dos nossos pecados, apesar das nossas misérias e defeitos. Ele depende de nós para amar o mundo e demonstrar-lhe o muito que o ama. Se nos ocuparmos demasiado de nós mesmos, não teremos tempo para os outros».[94]\n\n108. O consumismo hedonista pode-nos enganar, porque, na obsessão de divertir-nos, acabamos por estar excessivamente concentrados em nós mesmos, nos nossos direitos e na exacerbação de ter tempo livre para gozar a vida. Será difícil que nos comprometamos e dediquemos energias a dar uma mão a quem está mal, se não cultivarmos uma certa austeridade, se não lutarmos contra esta febre que a sociedade de consumo nos impõe para nos vender coisas, acabando por nos transformar em pobres insatisfeitos que tudo querem ter e provar. O próprio consumo de informação superficial e as formas de comunicação rápida e virtual podem ser um fator de estonteamento que ocupa todo o nosso tempo e nos afasta da carne sofredora dos irmãos. No meio deste turbilhão atual, volta a ressoar o Evangelho para nos oferecer uma vida diferente, mais saudável e mais feliz.\n\n109. A força do testemunho dos santos consiste em viver as bem-aventuranças e a regra de comportamento do juízo final. São poucas palavras, simples, mas práticas e válidas para todos, porque o cristianismo está feito principalmente para ser praticado e, se é também objeto de reflexão, isso só tem valor quando nos ajuda a viver o Evangelho na vida diária. Recomendo vivamente que se leia, com frequência, estes grandes textos bíblicos, que sejam recordados, que se reze com eles, que se procure encarná-los. Far-nos-ão bem, tornar-nos-ão genuinamente felizes.\n\nCapítulo IV\n\nALGUMAS CARATERÍSTICAS DA SANTIDADE\n\nNO MUNDO ATUAL\n\n110. Neste grande quadro da santidade que as bem-aventuranças e Mateus 25, 31-46 nos propõem, gostaria de recolher algumas caraterísticas ou traços espirituais que, a meu ver, são indispensáveis para compreender o estilo de vida a que o Senhor nos chama. Não me deterei a explicar os meios de santificação que já conhecemos: os diferentes métodos de oração, os sacramentos inestimáveis da Eucaristia e da Reconciliação, a oferta de sacrifícios, as várias formas de devoção, a direção espiritual e muitos outros. Limitar-me-ei a referir alguns aspetos da chamada à santidade, que tenham – assim o espero – uma ressonância especial.\n\n111. Estas caraterísticas que quero evidenciar não são todas as que podem constituir um modelo de santidade, mas são cinco grandes manifestações do amor a Deus e ao próximo, que considero particularmente importantes devido a alguns riscos e limites da cultura de hoje. Nesta se manifestam: a ansiedade nervosa e violenta que nos dispersa e enfraquece; o negativismo e a tristeza; a acédia cómoda, consumista e egoísta; o individualismo e tantas formas de falsa espiritualidade sem encontro com Deus que reinam no mercado religioso atual.\n\nSuportação, paciência e mansidão\n\n112. A primeira destas grandes caraterísticas é permanecer centrado, firme em Deus que ama e sustenta. A partir desta firmeza interior, é possível aguentar, suportar as contrariedades, as vicissitudes da vida e também as agressões dos outros, as suas infidelidades e defeitos: «se Deus está por nós, quem pode estar contra nós?» (Rm 8, 31). Nisto está a fonte da paz que se expressa nas atitudes dum santo. Com base em tal solidez interior, o testemunho de santidade, no nosso mundo acelerado, volúvel e agressivo, é feito de paciência e constância no bem. É a fidelidade (pistis) do amor, pois quem se apoia em Deus também pode ser fiel (pistós) aos irmãos, não os abandonando nos momentos difíceis, nem se deixando levar pela própria ansiedade, mas mantendo-se ao lado dos outros mesmo quando isso não lhe proporcione qualquer satisfação imediata.\n\n113. São Paulo convidava os cristãos de Roma a não pagar a ninguém o mal com o mal (cf. Rm 12, 17), a não fazer-se justiça por conta própria (cf. 12, 19), nem a deixar-se vencer pelo mal, mas vencer o mal com o bem (cf. 12, 21). Esta atitude não é sinal de fraqueza, mas da verdadeira força, porque o próprio Deus «é paciente e grande em poder» (Na 1, 3). Assim nos adverte a Palavra de Deus: «toda a espécie de azedume, raiva, ira, gritaria e injúria desapareça de vós, juntamente com toda a maldade» (Ef 4, 31).\n\n114. É preciso lutar e estar atentos às nossas inclinações agressivas e egocêntricas, para não deixar que ganhem raízes: «se vos irardes, não pequeis; que o sol não se ponha sobre o vosso ressentimento» (Ef 4, 26). Quando há circunstâncias que nos acabrunham, sempre podemos recorrer à âncora da súplica, que nos leva a ficar de novo nas mãos de Deus e junto da fonte da paz: «por nada vos deixeis inquietar; pelo contrário: em tudo, pela oração e pela prece, apresentai os vossos pedidos a Deus em ações de graças. Então, a paz de Deus, que ultrapassa toda a inteligência, guardará os vossos corações» (Flp 4, 6-7).\n\n115. Pode acontecer também que os cristãos façam parte de redes de violência verbal através da internet e vários fóruns ou espaços de intercâmbio digital. Mesmo nos media católicos, é possível ultrapassar os limites, tolerando-se a difamação e a calúnia e parecendo excluir qualquer ética e respeito pela fama alheia. Gera-se, assim, um dualismo perigoso, porque, nestas redes, dizem-se coisas que não seriam toleráveis na vida pública e procura-se compensar as próprias insatisfações descarregando furiosamente os desejos de vingança. É impressionante como, às vezes, pretendendo defender outros mandamentos, se ignora completamente o oitavo: «não levantar falsos testemunhos» e destrói-se sem piedade a imagem alheia. Nisto se manifesta como a língua descontrolada «é um mundo de iniquidade; (…) e, inflamada pelo Inferno, incendeia o curso da nossa existência» (Tg 3, 6).\n\n116. A firmeza interior, que é obra da graça, impede de nos deixarmos arrastar pela violência que invade a vida social, porque a graça aplaca a vaidade e torna possível a mansidão do coração. O santo não gasta as suas energias a lamentar-se dos erros alheios, é capaz de guardar silêncio sobre os defeitos dos seus irmãos e evita a violência verbal que destrói e maltrata, porque não se julga digno de ser duro com os outros, mas considera-os superiores a si próprio (cf. Flp 2, 3).\n\n117. Não nos faz bem olhar com altivez, assumir o papel de juízes sem piedade, considerar os outros como indignos e pretender continuamente dar lições. Esta é uma forma subtil de violência.[95] São João da Cruz propunha outra coisa: «mostra-te sempre mais propenso a ser ensinado por todos do que a querer ensinar quem é inferior a todos».[96] E acrescentava um conselho para afastar o demónio: «alegrando-te com o bem dos outros como se fosse teu e procurando sinceramente que estes sejam preferidos a ti em todas as coisas, assim vencerás o mal com o bem, afastarás o demónio para longe e alegrarás o coração. Procura exercitá-lo sobretudo com aqueles que te são menos simpáticos. E sabe que, se não te exercitares neste campo, não chegarás à verdadeira caridade nem tirarás proveito dela».[97]\n\n118. A humildade só se pode enraizar no coração através das humilhações. Sem elas, não há humildade nem santidade. Se não fores capaz de suportar e oferecer a Deus algumas humilhações, não és humilde nem estás no caminho da santidade. A santidade que Deus dá à sua Igreja, vem através da humilhação do seu Filho: este é o caminho. A humilhação faz-te semelhante a Jesus, é parte ineludível da imitação de Jesus: «Cristo padeceu por vós, deixando-vos o exemplo, para que sigais os seus passos» (1 Ped 2, 21). Ele, por sua vez, manifesta a humildade do Pai, que Se humilha para caminhar com o seu povo, que suporta as suas infidelidades e murmurações (cf. Ex 34, 6-9; Sab 11, 23 – 12, 2; Lc 6, 36). Por este motivo os Apóstolos, depois da humilhação, estavam «cheios de alegria, por terem sido considerados dignos de sofrer vexames por causa do Nome de Jesus» (At 5, 41).\n\n119. Não me refiro apenas às situações cruentas de martírio, mas às humilhações diárias daqueles que calam para salvar a sua família, ou evitam falar bem de si mesmos e preferem louvar os outros em vez de se gloriar, escolhem as tarefas menos vistosas e às vezes até preferem suportar algo de injusto para o oferecer ao Senhor: «se, fazendo o bem, sofreis com paciência, isso é uma coisa meritória diante de Deus» (1 Ped 2, 20). Não é caminhar com a cabeça inclinada, falar pouco ou escapar da sociedade. Às vezes uma pessoa, precisamente porque está liberta do egocentrismo, pode ter a coragem de discutir amavelmente, reclamar justiça ou defender os fracos diante dos poderosos, mesmo que isso traga consequências negativas para a sua imagem.\n\n120. Não digo que a humilhação seja algo de agradável, porque isso seria masoquismo, mas que se trata dum caminho para imitar Jesus e crescer na união com Ele. Isto não é compreensível no plano natural, e o mundo ridiculariza semelhante proposta. É uma graça que precisamos de implorar: «Senhor, quando chegarem as humilhações, ajuda-me a sentir que estou seguindo atrás de Ti, no teu caminho».\n\n121. Esta atitude pressupõe um coração pacificado por Cristo, liberto daquela agressividade que brota dum «ego» demasiado grande. A própria pacificação, que a graça realiza, permite-nos manter uma segurança interior e aguentar, perseverar no bem «ainda que atravesse vales tenebrosos» (Sal 23/22, 4) ou «ainda que um exército me cerque» (Sal 27/26, 3). Firmes no Senhor, a Rocha, podemos cantar: «deito-me em paz e logo adormeço, porque só Tu, Senhor, me fazes viver em segurança» (Sal 4, 9). Em suma, Cristo «é a nossa paz» (Ef 2,14) e veio «dirigir os nossos passos no caminho da paz» (Lc 1, 79). Ele fez saber a Santa Faustina Kowalska: «a humanidade não encontrará paz, enquanto não se dirigir com confiança à Minha Misericórdia».[98] Por isso, não caiamos na tentação de procurar a segurança interior no sucesso, nos prazeres vazios, na riqueza, no domínio sobre os outros ou na imagem social: «Dou-vos a minha paz. [Mas] não é como a dá o mundo, que Eu vo-la dou» (Jo 14, 27).\n\nAlegria e sentido de humor\n\n122. O que ficou dito até agora não implica um espírito retraído, tristonho, amargo, melancólico ou um perfil sumido, sem energia. O santo é capaz de viver com alegria e sentido de humor. Sem perder o realismo, ilumina os outros com um espírito positivo e rico de esperança. Ser cristão é «alegria no Espírito Santo» (Rm 14, 17), porque, «do amor de caridade, segue-se necessariamente a alegria. Pois quem ama sempre se alegra na união com o amado. (...) Daí que a consequência da caridade seja a alegria».[99] Recebemos a beleza da sua Palavra e abraçamo-la «em plena tribulação, com a alegria do Espírito Santo» (1 Ts 1, 6). Se deixarmos que o Senhor nos arranque da nossa concha e mude a nossa vida, então poderemos realizar o que pedia São Paulo: «Alegrai-vos sempre no Senhor! De novo o digo: alegrai-vos!» (Flp 4, 4).\n\n123. Os profetas anunciavam o tempo de Jesus, que estamos a viver, como uma revelação da alegria: «exultai de alegria» (Is 12, 6). «Sobe a um alto monte, arauto de Sião. Grita com voz forte, arauto de Jerusalém» (Is 40, 9). «Exulta de alegria, ó terra! Rompei em exclamações, ó montes! Na verdade, o Senhor consola o seu povo e Se compadece dos desamparados» (Is 49, 13). «Exulta de alegria, filha de Sião! Solta gritos de júbilo, filha de Jerusalém! Eis que o teu Rei vem a ti; Ele é justo e vitorioso» (Zac 9, 9). E não esqueçamos a exortação de Neemias: «não vos entristeçais, porque a alegria do Senhor é que é a vossa força» (8, 10).\n\n124. Maria, que soube descobrir a novidade trazida por Jesus, cantava: «o meu espírito se alegra» (Lc 1, 47) e o próprio Jesus «estremeceu de alegria sob a ação do Espírito Santo» (Lc 10, 21). Quando Ele passava, «a multidão alegrava-se» (Lc 13, 17). Depois da sua ressurreição, onde chegavam os discípulos, havia grande alegria (cf. At 8, 8). Jesus assegurou-nos: «vós haveis de estar tristes, mas a vossa tristeza há de converter-se em alegria! (...) Eu hei de ver-vos de novo! Então o vosso coração há de alegrar-se e ninguém vos poderá tirar a vossa alegria» (Jo 16, 20.22). «Manifestei-vos estas coisas, para que esteja em vós a minha alegria, e a vossa alegria seja completa» (Jo 15, 11).\n\n125. Existem momentos difíceis, tempos de cruz, mas nada pode destruir a alegria sobrenatural, que «se adapta e transforma, mas sempre permanece pelo menos como um feixe de luz que nasce da certeza pessoal de, não obstante o contrário, sermos infinitamente amados».[100] É uma segurança interior, uma serenidade cheia de esperança que proporciona uma satisfação espiritual incompreensível à luz dos critérios mundanos.\n\n126. Normalmente a alegria cristã é acompanhada pelo sentido do humor, tão saliente, por exemplo, em São Tomás Moro, São Vicente de Paulo, ou São Filipe Néri. O mau humor não é um sinal de santidade: «lança fora do teu coração a tristeza» (Qo 11, 10). É tanto o que recebemos do Senhor «para nosso usufruto» (1 Tm 6, 17), que às vezes a tristeza tem a ver com a ingratidão, com estar tão fechados em nós mesmos que nos tornamos incapazes de reconhecer os dons de Deus.[101]\n\n127. Assim nos convida o seu amor paterno: «meu filho, se tens com quê, trata-te bem (...). Não te prives da felicidade presente» (Sir 14, 11.14). Quer-nos positivos, agradecidos e não demasiado complicados: «no dia da felicidade, sê alegre. (…) Deus criou os homens retos, eles, porém, procuraram maquinações sem fim» (Qo 7, 14.29). Em cada situação, devemos manter um espírito flexível, fazendo como São Paulo: aprendi a adaptar-me «às situações em que me encontre» (Flp 4, 11). Isto mesmo vivia São Francisco de Assis, capaz de se comover de gratidão perante um pedaço de pão duro, ou de louvar, feliz, a Deus só pela brisa que acariciava o seu rosto.\n\n128. Não estou a falar da alegria consumista e individualista muito presente nalgumas experiências culturais de hoje. Com efeito, o consumismo só atravanca o coração; pode proporcionar prazeres ocasionais e passageiros, mas não alegria. Refiro-me, antes, àquela alegria que se vive em comunhão, que se partilha e comunica, porque «a felicidade está mais em dar do que em receber» (At 20, 35) e «Deus ama quem dá com alegria» (2 Cor 9, 7). O amor fraterno multiplica a nossa capacidade de alegria, porque nos torna capazes de rejubilar com o bem dos outros: «alegrai-vos com os que se alegram» (Rm 12, 15). «Alegramo-nos quando somos fracos e vós sois fortes» (2 Cor 13, 9). Ao contrário, «concentrando-nos sobretudo nas nossas próprias necessidades, condenamo-nos a viver com pouca alegria».[102]\n\nOusadia e ardor\n\n129. Ao mesmo tempo, a santidade é parresia: é ousadia, é impulso evangelizador que deixa uma marca neste mundo. Para isso ser possível, o próprio Jesus vem ao nosso encontro, repetindo-nos com serenidade e firmeza: «não temais!» (Mc 6, 50). «Eu estarei sempre convosco até ao fim dos tempos» (Mt 28, 20). Estas palavras permitem-nos partir e servir com aquela atitude cheia de coragem que o Espírito Santo suscitava nos Apóstolos, impelindo-os a anunciar Jesus Cristo. Ousadia, entusiasmo, falar com liberdade, ardor apostólico: tudo isto está contido no termo parresia, uma palavra com que a Bíblia expressa também a liberdade duma existência aberta, porque está disponível para Deus e para os irmãos (cf. At 4, 29; 9, 28; 28, 31; 2 Cor 3, 12; Ef 3, 12; Heb 3, 6; 10, 19).\n\n130. O Beato Paulo VI mencionava, entre os obstáculos da evangelização, precisamente a carência de parresia, «a falta de ardor, tanto mais grave [porque] provém de dentro».[103] Quantas vezes nos sentimos instigados a deter-nos na comodidade da margem! Mas o Senhor chama-nos a navegar pelo mar dentro e lançar as redes em águas mais profundas (cf. Lc 5, 4). Convida-nos a gastar a nossa vida ao seu serviço. Agarrados a Ele, temos a coragem de colocar todos os nossos carismas ao serviço dos outros. Oxalá pudéssemos sentir-nos impelidos pelo seu amor (cf. 2 Cor 5, 14) e dizer com São Paulo: «ai de mim se eu não evangelizar!» (1 Cor 9, 16).\n\n131. Olhemos para Jesus! A sua entranhada compaixão não era algo que O ensimesmava, não era uma compaixão paralisadora, tímida ou envergonhada, como sucede muitas vezes connosco. Era exatamente o contrário: era uma compaixão que O impelia fortemente a sair de Si mesmo a fim de anunciar, mandar em missão, enviar a curar e libertar. Reconheçamos a nossa fragilidade, mas deixemos que Jesus a tome nas suas mãos e nos lance para a missão. Somos frágeis, mas portadores dum tesouro que nos faz grandes e pode tornar melhores e mais felizes aqueles que o recebem. A ousadia e a coragem apostólica são constitutivas da missão.\n\n132. A parresia é selo do Espírito, testemunho da autenticidade do anúncio. É uma certeza feliz que nos leva a gloriar-nos do Evangelho que anunciamos, é confiança inquebrantável na fidelidade da Testemunha fiel, que nos dá a certeza de que nada «poderá separar-nos do amor de Deus» (Rm 8, 39).\n\n133. Precisamos do impulso do Espírito para não ser paralisados pelo medo e o calculismo, para não nos habituarmos a caminhar só dentro de confins seguros. Lembremo-nos disto: o que fica fechado acaba cheirando a mofo e criando um ambiente doentio. Quando os apóstolos sentiram a tentação de deixar-se paralisar pelos medos e perigos, juntaram-se a rezar pedindo parresia: «agora, Senhor, tem em conta as suas ameaças e concede aos teus servos poderem anunciar a tua palavra com toda a ousadia» (At 4, 29). E a resposta foi esta: «tinham acabado de orar, quando o lugar em que se encontravam reunidos estremeceu, e todos foram cheios do Espírito Santo, começando a anunciar a palavra de Deus com ousadia» (At 4, 31).\n\n134. À semelhança do profeta Jonas, sempre permanece latente em nós a tentação de fugir para um lugar seguro, que pode ter muitos nomes: individualismo, espiritualismo, confinamento em mundos pequenos, dependência, instalação, repetição de esquemas preestabelecidos, dogmatismo, nostalgia, pessimismo, refúgio nas normas. Talvez nos sintamos relutantes em deixar um território que nos era conhecido e controlável. Todavia as dificuldades podem ser como a tempestade, a baleia, o verme que fez secar o rícino de Jonas, ou o vento e o sol que lhe dardejaram a cabeça; e, tal como para ele, podem ter a função de nos fazer voltar para este Deus que é ternura e nos quer levar a uma itinerância constante e renovadora.\n\n135. Deus é sempre novidade, que nos impele a partir sem cessar e a mover-nos para ir mais além do conhecido, rumo às periferias e aos confins. Leva-nos aonde se encontra a humanidade mais ferida e aonde os seres humanos, sob a aparência da superficialidade e do conformismo, continuam à procura de resposta para a questão do sentido da vida. Deus não tem medo! Não tem medo! Ultrapassa sempre os nossos esquemas e não Lhe metem medo as periferias. Ele próprio Se fez periferia (cf. Flp 2, 6-8; Jo 1, 14). Por isso, se ousarmos ir às periferias, lá O encontraremos: Ele já estará lá. Jesus antecipa-Se-nos no coração daquele irmão, na sua carne ferida, na sua vida oprimida, na sua alma sombria. Ele já está lá.\n\n136. É verdade que precisamos de abrir a porta a Jesus Cristo, porque Ele bate e chama (cf. Ap 3, 20). Mas, pensando no ar irrespirável da nossa autorreferencialidade, pergunto-me se às vezes Jesus não estará já dentro de nós, batendo para que O deixemos sair. No Evangelho, vemos como Jesus «ia de cidade em cidade, de aldeia em aldeia proclamando e anunciando a Boa-Nova do Reino de Deus» (Lc 8, 1). Mesmo depois da ressurreição, quando os discípulos partiram para toda a parte, «o Senhor cooperava com eles» (Mc 16, 20). Esta é a dinâmica que brota do verdadeiro encontro.\n\n137. A habituação seduz-nos e diz-nos que não tem sentido procurar mudar as coisas, que nada podemos fazer perante tal situação, que sempre foi assim e todavia sobrevivemos. Pela habituação, já não enfrentamos o mal e permitimos que as coisas «continuem como estão» ou como alguns decidiram que estejam. Deixemos então que o Senhor venha despertar-nos, dar-nos um abanão na nossa sonolência, libertar-nos da inércia. Desafiemos a habituação, abramos bem os olhos, os ouvidos e sobretudo o coração, para nos deixarmos mover pelo que acontece ao nosso redor e pelo clamor da Palavra viva e eficaz do Ressuscitado.\n\n138. Move-nos o exemplo de tantos sacerdotes, religiosas, religiosos e leigos que se dedicam a anunciar e servir com grande fidelidade, muitas vezes arriscando a vida e, sem dúvida, à custa da sua comodidade. O seu testemunho lembra-nos que a Igreja não precisa de muitos burocratas e funcionários, mas de missionários apaixonados, devorados pelo entusiasmo de comunicar a verdadeira vida. Os santos surpreendem, desinstalam, porque a sua vida nos chama a sair da mediocridade tranquila e anestesiadora.\n\n139. Peçamos ao Senhor a graça de não hesitar quando o Espírito nos exige que demos um passo em frente; peçamos a coragem apostólica de comunicar o Evangelho aos outros e de renunciar a fazer da nossa vida um museu de recordações. Em qualquer situação, deixemos que o Espírito Santo nos faça contemplar a história na perspetiva de Jesus ressuscitado. Assim a Igreja, em vez de cair cansada, poderá continuar em frente acolhendo as surpresas do Senhor.\n\nEm comunidade\n\n140. É muito difícil lutar contra a própria concupiscência e contra as ciladas e tentações do demónio e do mundo egoísta, se estivermos isolados. A sedução com que nos bombardeiam é tal que, se estivermos demasiado sozinhos, facilmente perdemos o sentido da realidade, a clareza interior, e sucumbimos.\n\n141. A santificação é um caminho comunitário, que se deve fazer dois a dois. Reflexo disto temo-lo em algumas comunidades santas. Em várias ocasiões, a Igreja canonizou comunidades inteiras, que viveram heroicamente o Evangelho ou ofereceram a Deus a vida de todos os seus membros. Pensemos, por exemplo, nos sete Santos Fundadores da Ordem dos Servos de Maria, nas sete Beatas religiosas do primeiro mosteiro da Visitação de Madrid, em São Paulo Míki e companheiros mártires no Japão, em Santo André Taegon e companheiros mártires na Coreia, em São Roque González, Afonso Rodríguez e companheiros mártires na América do Sul. E recordemos também o testemunho recente dos monges trapistas de Tibhirine (Argélia), que se prepararam juntos para o martírio. De igual modo, há muitos casais santos, onde cada cônjuge foi um instrumento para a santificação do outro. Viver e trabalhar com outros é, sem dúvida, um caminho de crescimento espiritual. São João da Cruz dizia a um discípulo: estás a viver com outros «para que te trabalhem e exercitem na virtude».[104]\n\n142. A comunidade é chamada a criar aquele «espaço teologal onde se pode experimentar a presença mística do Senhor ressuscitado».[105] Partilhar a Palavra e celebrar juntos a Eucaristia torna-nos mais irmãos e vai-nos transformando pouco a pouco em comunidade santa e missionária. Isto dá origem também a autênticas experiências místicas vividas em comunidade, como no caso de São Bento e Santa Escolástica, ou daquele sublime encontro espiritual que viveram juntos Santo Agostinho e sua mãe Santa Mónica: «próximo já do dia em que ela ia sair desta vida – dia que Vós conhecíeis e nós ignorávamos – sucedeu, segundo creio, por disposição dos vossos secretos desígnios, que nos encontrássemos sozinhos, ela e eu, apoiados a uma janela cuja vista dava para o jardim interior da casa onde morávamos (…). Os lábios do nosso coração abriam-se ansiosos para a corrente celeste da vossa fonte, a fonte da Vida, que está em Vós (...). Enquanto assim falávamos, anelantes pela Sabedoria, atingimo-la momentaneamente num ímpeto completo do nosso coração (...) E se a vida eterna fosse semelhante a este vislumbre intuitivo?»[106]\n\n143. Contudo estas experiências não são o mais frequente, nem o mais importante. A vida comunitária, na família, na paróquia, na comunidade religiosa ou em qualquer outra, compõe-se de tantos pequenos detalhes diários. Assim acontecia na comunidade santa formada por Jesus, Maria e José, onde se refletiu de forma paradigmática a beleza da comunhão trinitária. E o mesmo sucedia na vida comunitária que Jesus transcorreu com os seus discípulos e o povo simples.\n\n144. Lembremo-nos como Jesus convidava os seus discípulos a prestarem atenção aos detalhes:\n\no pequeno detalhe do vinho que estava a acabar numa festa;\n\no pequeno detalhe duma ovelha que faltava;\n\no pequeno detalhe da viúva que ofereceu as duas moedinhas que tinha;\n\no pequeno detalhe de ter azeite de reserva para as lâmpadas, caso o noivo se demore;\n\no pequeno detalhe de pedir aos discípulos que vissem quantos pães tinham;\n\no pequeno detalhe de ter a fogueira acesa e um peixe na grelha enquanto esperava os discípulos ao amanhecer.\n\n145. A comunidade, que guarda os pequenos detalhes do amor[107] e na qual os membros cuidam uns dos outros e formam um espaço aberto e evangelizador, é lugar da presença do Ressuscitado que a vai santificando segundo o projeto do Pai. Sucede às vezes, no meio destes pequenos detalhes, que o Senhor, por um dom do seu amor, nos presenteie com consoladoras experiências de Deus: «uma noite de inverno, cumpria, como de costume, o pequeno ofício. (...) De repente, ouvi ao longe o som harmonioso de um instrumento musical. Então imaginei um salão bem iluminado, todo resplandecente de dourados, de donzelas elegantemente vestidas, dirigindo-se mutuamente cumprimentos e cortesias mundanas. A seguir o meu olhar pousou na pobre doente que amparava; em vez de uma melodia, ouvia, de vez em quando, os seus gemidos queixosos (...). Não consigo exprimir o que se passou na minha alma; o que sei é que o Senhor a iluminou com os reflexos da verdade, que ultrapassavam de tal maneira o brilho tenebroso das festas da terra, que não podia acreditar na minha felicidade».[108]\n\n146. Contra a tendência para o individualismo consumista que acaba por nos isolar na busca do bem-estar à margem dos outros, o nosso caminho de santificação não pode deixar de nos identificar com aquele desejo de Jesus: «que todos sejam um só, como Tu, Pai, estás em Mim e Eu em Ti» (Jo 17, 21).\n\nEm oração constante\n\n147. Por fim, mesmo que pareça óbvio, lembremos que a santidade é feita de abertura habitual à transcendência, que se expressa na oração e na adoração. O santo é uma pessoa com espírito orante, que tem necessidade de comunicar com Deus. É alguém que não suporta asfixiar-se na imanência fechada deste mundo e, no meio dos seus esforços e serviços, suspira por Deus, sai de si erguendo louvores e alarga os seus confins na contemplação do Senhor. Não acredito na santidade sem oração, embora não se trate necessariamente de longos períodos ou de sentimentos intensos.\n\n148. São João da Cruz recomendava que se procurasse «andar sempre na presença de Deus, seja ela real, imaginada ou unitiva, conforme o permitam as obras que estamos a realizar».[109] No fundo, é o desejo de Deus, que não pode deixar de se manifestar dalguma maneira no meio da nossa vida diária: «procura que a tua oração seja contínua e, no meio dos exercícios corporais, não a deixes. Quando comes, bebes, conversas com outros, ou em qualquer outra coisa que faças, sempre deseja a Deus e prende a Ele o teu coração».[110]\n\n149. Contudo, para que isto se torne possível, são necessários também alguns tempos dedicados só a Deus, na solidão com Ele. Para Santa Teresa de Ávila, a oração é «uma relação íntima de amizade, permanecendo muitas vezes a sós com Quem sabemos que nos ama».[111] Gostaria de insistir no facto de que isto não é dito apenas para poucos privilegiados, mas para todos, porque «todos precisamos deste silêncio repleto de presença adoradora».[112] A oração confiante é uma resposta do coração que se abre a Deus face a face, onde são silenciados todos os rumores para escutar a voz suave do Senhor que ressoa no silêncio.\n\n150. Neste silêncio, é possível discernir, à luz do Espírito, os caminhos de santidade que o Senhor nos propõe. Caso contrário, todas as nossas decisões não passarão de «decorações», que, em vez de exaltar o Evangelho na nossa vida, acabarão por o recobrir e sufocar. Para todo o discípulo, é indispensável estar com o Mestre, escutá-Lo, aprender d’Ele, aprender sempre. Se não escutarmos, todas as nossas palavras serão apenas rumores que não servem para nada.\n\n151. Recordemos que «é a contemplação da face de Jesus morto e ressuscitado que recompõe a nossa humanidade, incluindo a que está fragmentada pelas canseiras da vida ou marcada pelo pecado. Não devemos domesticar o poder da face de Cristo».[113] Sendo assim, atrevo-me a perguntar-te: Tens momentos em que te colocas na sua presença em silêncio, permaneces com Ele sem pressa, e te deixas olhar por Ele? Deixas que o seu fogo inflame o teu coração? Se não permites que Jesus alimente nele o calor do amor e da ternura, não terás fogo e, assim, como poderás inflamar o coração dos outros com o teu testemunho e as tuas palavras? E se ainda não consegues, diante do rosto de Cristo, deixar-te curar e transformar, então penetra nas entranhas do Senhor, entra nas suas chagas, porque é nelas que tem a sua sede a misericórdia divina.[114]\n\n152. Peço, porém, que não se entenda o silêncio orante como uma evasão que nega o mundo que nos rodeia. O «peregrino russo», que caminhava em contínua oração, conta que esta oração não o separava da realidade externa: «quando me encontrava com as pessoas, parecia-me que eram todas tão amáveis como se fossem da minha própria família. (...) E a felicidade não só iluminava o interior da minha alma, mas o próprio mundo exterior aparecia-me sob um aspeto maravilhoso».[115]\n\n153. Nem a própria história desaparece. A oração, precisamente porque se alimenta do dom de Deus que se derrama na nossa vida, deveria ser sempre rica de memória. A memória das obras de Deus está na base da experiência da aliança entre Deus e o seu povo. Se Deus quis entrar na história, a oração é tecida de recordações: não só da recordação da Palavra revelada, mas também da vida própria, da vida dos outros, do que o Senhor fez na sua Igreja. É a memória agradecida de que fala o próprio Santo Inácio de Loyola, na sua «Contemplação para alcançar o amor»,[116] quando nos pede para trazer à memória todos os benefícios que recebemos do Senhor. Contempla a tua história quando rezas e, nela, encontrarás tanta misericórdia. Ao mesmo tempo, isto alimentará a tua consciência com a certeza de que o Senhor te conserva na sua memória e nunca te esquece. Consequentemente tem sentido pedir-Lhe que ilumine até mesmo os pequenos detalhes da tua existência, que não Lhe passam despercebidos.\n\n154. A súplica é expressão do coração que confia em Deus, pois sabe que sozinho não consegue. Na vida do povo fiel de Deus, encontramos muitas súplicas cheias de ternura crente e de profunda confiança. Não desvalorizemos a oração de petição, que tantas vezes nos tranquiliza o coração e ajuda a continuar a lutar com esperança. A súplica de intercessão tem um valor particular, porque é um ato de confiança em Deus e, ao mesmo tempo, uma expressão de amor ao próximo. Alguns, por preconceitos espiritualistas, pensam que a oração deveria ser uma pura contemplação de Deus, sem distrações, como se os nomes e os rostos dos irmãos fossem um distúrbio a evitar. Ao contrário, a verdade é que a oração será mais agradável a Deus e mais santificadora, se nela procurarmos, através da intercessão, viver o duplo mandamento que Jesus nos deixou. A intercessão expressa o compromisso fraterno com os outros, quando somos capazes de incorporar nela a vida deles, as suas angústias mais inquietantes e os seus melhores sonhos. A quem se entrega generosamente à intercessão, podem-se aplicar estas palavras bíblicas: «Eis o amigo dos seus irmãos, aquele que reza muito pelo povo» (2 Mac 15, 14).\n\n155. Se verdadeiramente reconhecemos que Deus existe, não podemos deixar de O adorar, por vezes num silêncio cheio de enlevo, ou de Lhe cantar em festivo louvor. Assim expressamos o que vivia o Beato Carlos Foucauld, quando disse: «Logo que acreditei que Deus existia, compreendi que só podia viver para Ele».[117] Na própria vida do povo peregrino, há muitos gestos simples de pura adoração, como, por exemplo, quando «o olhar do peregrino pousa sobre uma imagem que simboliza a ternura e a proximidade de Deus. O amor detém-se, contempla o mistério, desfruta dele em silêncio».[118]\n\n156. A leitura orante da Palavra de Deus, «mais doce do que o mel» (Sal 119/118, 103) e «espada de dois gumes» (Heb 4, 12), consente de nos determos a escutar o Mestre fazendo da sua palavra farol para os nossos passos, luz para o nosso caminho (cf. Sal 119/118, 105). Como justamente nos lembraram os Bispos da Índia, «a devoção à Palavra de Deus não é apenas uma dentre muitas devoções, uma coisa bela mas facultativa. Pertence ao coração e à própria identidade da vida cristã. A Palavra tem em si mesma a força para transformar a vida».[119]\n\n157. O encontro com Jesus nas Escrituras conduz-nos à Eucaristia, onde essa mesma Palavra atinge a sua máxima eficácia, porque é presença real d’Aquele que é a Palavra viva. Lá o único Absoluto recebe a maior adoração que se Lhe possa tributar neste mundo, porque é o próprio Cristo que Se oferece. E, quando O recebemos na Comunhão, renovamos a nossa aliança com Ele e consentimos-Lhe que realize cada vez mais a sua obra transformadora.\n\nCapítulo V\n\nLUTA, VIGILÂNCIA E DISCERNIMENTO\n\n158. A vida cristã é uma luta permanente. Requer-se força e coragem para resistir às tentações do demónio e anunciar o Evangelho. Esta luta é magnífica, porque nos permite cantar vitória todas as vezes que o Senhor triunfa na nossa vida.\n\nA luta e a vigilância\n\n159. Não se trata apenas de uma luta contra o mundo e a mentalidade mundana, que nos engana, atordoa e torna medíocres sem empenhamento e sem alegria. Nem se reduz a uma luta contra a própria fragilidade e as próprias inclinações (cada um tem a sua: para a preguiça, a luxúria, a inveja, os ciúmes, etc.). Mas é também uma luta constante contra o demónio, que é o príncipe do mal. O próprio Jesus celebra as nossas vitórias. Alegrava-Se quando os seus discípulos conseguiam fazer avançar o anúncio do Evangelho, superando a oposição do Maligno, e exultava: «Eu via Satanás cair do céu como um relâmpago» (Lc 10, 18).\n\nAlgo mais do que um mito\n\n160. Não admitiremos a existência do demónio, se nos obstinarmos a olhar a vida apenas com critérios empíricos e sem uma perspetiva sobrenatural. A convicção de que este poder maligno está no meio de nós é precisamente aquilo que nos permite compreender por que, às vezes, o mal tem uma força destruidora tão grande. É verdade que os autores bíblicos tinham uma bagagem concetual limitada para expressar algumas realidades e que, nos tempos de Jesus, podia-se confundir, por exemplo, uma epilepsia com a possessão do demónio. Mas isto não deve levar-nos a simplificar demasiado a realidade afirmando que todos os casos narrados nos Evangelhos eram doenças psíquicas e que, em última análise, o demónio não existe ou não intervém. A sua presença consta nas primeiras páginas da Sagrada Escritura, que termina com a vitória de Deus sobre o demónio.[120] De facto, quando Jesus nos deixou a oração do Pai-Nosso, quis que a concluíssemos pedindo ao Pai que nos livrasse do Maligno. A expressão usada não se refere ao mal em abstrato; a sua tradução mais precisa é «o Maligno». Indica um ser pessoal que nos atormenta. Jesus ensinou-nos a pedir cada dia esta libertação para que o seu poder não nos domine.\n\n161. Então, não pensemos que seja um mito, uma representação, um símbolo, uma figura ou uma ideia.[121] Este engano leva-nos a diminuir a vigilância, a descuidar-nos e a ficar mais expostos. O demónio não precisa de nos possuir. Envenena-nos com o ódio, a tristeza, a inveja, os vícios. E assim, enquanto abrandamos a vigilância, ele aproveita para destruir a nossa vida, as nossas famílias e as nossas comunidades, porque, «como um leão a rugir, anda a rondar-vos, procurando a quem devorar» (1 Ped 5, 8).\n\nDespertos e confiantes\n\n162. A Palavra de Deus convida-nos, explicitamente, a resistir «contra as maquinações do diabo» (Ef 6, 11) e a «apagar todas as setas incendiadas do maligno» (Ef 6, 16). Não se trata de palavras poéticas, porque o nosso caminho para a santidade é também uma luta constante. Quem não quiser reconhecê-lo, ver-se-á exposto ao fracasso ou à mediocridade. Para a luta, temos as armas poderosas que o Senhor nos dá: a fé que se expressa na oração, a meditação da Palavra de Deus, a celebração da Missa, a adoração eucarística, a Reconciliação sacramental, as obras de caridade, a vida comunitária, o compromisso missionário. Se nos descuidarmos, facilmente nos seduzirão as falsas promessas do mal. Ora, como dizia o Santo Cura Brochero, «que importa que Lúcifer prometa libertar-vos e até vos atire para o meio de todos os seus bens, se são bens enganadores, se são bens envenenados?»[122]\n\n163. Neste caminho, o progresso no bem, o amadurecimento espiritual e o crescimento do amor são o melhor contrapeso ao mal. Ninguém resiste, se escolhe arrastar-se em ponto morto, se se contenta com pouco, se deixa de sonhar com a oferta de maior dedicação ao Senhor; e, menos ainda, se cai num sentido de derrota, porque «quem começa sem confiança, perdeu de antemão metade da batalha e enterra os seus talentos. (…) O triunfo cristão é sempre uma cruz, mas cruz que é, simultaneamente, estandarte de vitória, que se empunha com ternura batalhadora contra as investidas do mal».[123]\n\nA corrupção espiritual\n\n164. O caminho da santidade é uma fonte de paz e alegria que o Espírito nos dá, mas, ao mesmo tempo, exige que estejamos com «as lâmpadas acesas» (cf. Lc 12, 35) e permaneçamos vigilantes: «afastai-vos de toda a espécie de mal» (1 Ts 5, 22); «vigiai» (Mt 24, 42; cf. Mc 13, 35); não adormeçamos (cf. 1 Ts 5, 6). Pois, quem não se dá conta de cometer faltas graves contra a Lei de Deus, pode deixar-se cair numa espécie de entorpecimento ou sonolência. Como não encontra nada de grave a censurar-se, não adverte aquela tibieza que pouco a pouco se vai apoderando da sua vida espiritual e acaba por ficar corroído e corrompido.\n\n165. A corrupção espiritual é pior que a queda dum pecador, porque trata-se duma cegueira cómoda e autossuficiente, em que tudo acaba por parecer lícito: o engano, a calúnia, o egoísmo e muitas formas subtis de autorreferencialidade, já que «também Satanás se disfarça em anjo de luz» (2 Cor 11, 14). Assim acabou os seus dias Salomão, enquanto o grande pecador David soube superar a sua miséria. Num trecho evangélico, Jesus alerta-nos contra esta tentação insidiosa que nos faz escorregar até à corrupção: fala duma pessoa libertada do demónio a qual, pensando que a sua vida já estivesse limpa, acabaria possuída por outros sete espíritos malignos (cf. Lc 11, 24-26). E outro texto bíblico usa esta imagem impressionante: «O cão volta ao seu vómito» (2 Ped 2, 22; cf. Prv 26, 11).\n\nO discernimento\n\n166. Como é possível saber se algo vem do Espírito Santo ou se deriva do espírito do mundo e do espírito maligno? A única forma é o discernimento. Este não requer apenas uma boa capacidade de raciocinar e sentido comum, é também um dom que é preciso pedir. Se o pedirmos com confiança ao Espírito Santo e, ao mesmo tempo, nos esforçarmos por cultivá-lo com a oração, a reflexão, a leitura e o bom conselho, poderemos certamente crescer nesta capacidade espiritual.\n\nUma necessidade imperiosa\n\n167. Hoje em dia, tornou-se particularmente necessária a capacidade de discernimento, porque a vida atual oferece enormes possibilidades de ação e distração, sendo-nos apresentadas pelo mundo como se fossem todas válidas e boas. Todos, mas especialmente os jovens, estão sujeitos a um zapping constante. É possível navegar simultaneamente em dois ou três visores e interagir ao mesmo tempo em diferentes cenários virtuais. Sem a sapiência do discernimento, podemos facilmente transformar-nos em marionetes à mercê das tendências da ocasião.\n\n168. Isto revela-se particularmente importante, quando aparece uma novidade na própria vida, sendo necessário então discernir se é o vinho novo que vem de Deus ou uma novidade enganadora do espírito do mundo ou do espírito maligno. Noutras ocasiões, sucede o contrário, porque as forças do mal induzem-nos a não mudar, a deixar as coisas como estão, a optar pelo imobilismo e a rigidez e, assim, impedimos que atue o sopro do Espírito Santo. Somos livres, com a liberdade de Jesus, mas Ele chama-nos a examinar o que há dentro de nós – desejos, angústias, temores, expetativas – e o que acontece fora de nós – os «sinais dos tempos» –, para reconhecer os caminhos da liberdade plena: «examinai tudo, guardai o que é bom» (1 Ts 5, 21).\n\nSempre à luz do Senhor\n\n169. O discernimento não é necessário apenas em momentos extraordinários, quando temos de resolver problemas graves ou quando se deve tomar uma decisão crucial; mas é um instrumento de luta, para seguir melhor o Senhor. É-nos sempre útil, para sermos capazes de reconhecer os tempos de Deus e a sua graça, para não desperdiçarmos as inspirações do Senhor, para não ignorarmos o seu convite a crescer. Frequentemente isto decide-se nas coisas pequenas, no que parece irrelevante, porque a magnanimidade mostra-se nas coisas simples e diárias.[124] Trata-se de não colocar limites rumo ao máximo, ao melhor e ao mais belo, mas ao mesmo tempo concentrar-se no pequeno, nos compromissos de hoje. Por isso, peço a todos os cristãos que não deixem de fazer cada dia, em diálogo com o Senhor que nos ama, um sincero exame de consciência. Ao mesmo tempo, o discernimento leva-nos a reconhecer os meios concretos que o Senhor predispõe, no seu misterioso plano de amor, para não ficarmos apenas pelas boas intenções.\n\nUm dom sobrenatural\n\n170. É verdade que o discernimento espiritual não exclui as contribuições de sabedorias humanas, existenciais, psicológicas, sociológicas ou morais; mas transcende-as. Não bastam sequer as normas sábias da Igreja. Lembremo-nos sempre de que o discernimento é uma graça. Embora inclua a razão e a prudência, supera-as, porque trata-se de entrever o mistério daquele projeto, único e irrepetível, que Deus tem para cada um e que se realiza no meio dos mais variados contextos e limites. Não está em jogo apenas um bem-estar temporal, nem a satisfação de realizar algo de útil, nem mesmo o desejo de ter a consciência tranquila. Está em jogo o sentido da minha vida diante do Pai que me conhece e ama, aquele sentido verdadeiro para o qual posso orientar a minha existência e que ninguém conhece melhor do que Ele. Em suma, o discernimento leva à própria fonte da vida que não morre, isto é, conhecer o Pai, o único Deus verdadeiro, e a quem Ele enviou, Jesus Cristo (cf. Jo 17, 3). Não requer capacidades especiais nem está reservado aos mais inteligentes e instruídos; o Pai compraz-Se em manifestar-Se aos humildes (cf. Mt 11, 25).\n\n171. Embora o Senhor nos fale de muitos e variados modos durante o nosso trabalho, através dos outros e a todo o momento, não é possível prescindir do silêncio da oração prolongada para perceber melhor aquela linguagem, para interpretar o significado real das inspirações que julgamos ter recebido, para acalmar ansiedades e recompor o conjunto da própria vida à luz de Deus. Assim, podemos permitir o nascimento daquela nova síntese que brota da vida iluminada pelo Espírito.\n\nFala, Senhor\n\n172. Pode acontecer, porém, que na própria oração evitemos de nos deixar confrontar com a liberdade do Espírito, que age como quer. Não nos esqueçamos de que o discernimento orante exige partir da predisposição para escutar: o Senhor, os outros, a própria realidade que não cessa de nos interpelar de novas maneiras. Somente quem está disposto a escutar é que tem a liberdade de renunciar ao seu ponto de vista parcial e insuficiente, aos seus hábitos, aos seus esquemas. Desta forma, está realmente disponível para acolher uma chamada que quebra as suas seguranças, mas leva-o a uma vida melhor, porque não é suficiente que tudo corra bem, que tudo esteja tranquilo. Pode acontecer que Deus nos esteja a oferecer algo mais e, na nossa cómoda distração, não o reconheçamos.\n\n173. Tal atitude de escuta implica, naturalmente, obediência ao Evangelho como último critério, mas também ao Magistério que o guarda, procurando encontrar no tesouro da Igreja aquilo que pode ser mais fecundo para «o hoje» da salvação. Não se trata de aplicar receitas ou repetir o passado, uma vez que as mesmas soluções não são válidas em todas as circunstâncias e o que foi útil num contexto pode não o ser noutro. O discernimento dos espíritos liberta-nos da rigidez, que não tem lugar no «hoje» perene do Ressuscitado. Somente o Espírito sabe penetrar nas dobras mais recônditas da realidade e ter em conta todas as suas nuances, para que a novidade do Evangelho surja com outra luz.\n\nA lógica do dom e da cruz\n\n174. Condição essencial para avançar no discernimento é educar-se para a paciência de Deus e os seus tempos, que nunca são os nossos. Ele não faz descer fogo do céu sobre os incrédulos (cf. Lc 9, 54), nem permite aos zelosos arrancar o joio que cresce juntamente com o trigo (cf. Mt 13, 29). Além disso requer-se generosidade, porque «a felicidade está mais em dar do que em receber» (At 20, 35). Faz-se discernimento, não para descobrir que mais proveito podemos tirar desta vida, mas para reconhecer como podemos cumprir melhor a missão que nos foi confiada no Batismo, e isto implica estar disposto a fazer renúncias até dar tudo. Com efeito, a felicidade é paradoxal, proporcionando-nos as melhores experiências quando aceitamos aquela lógica misteriosa que não é deste mundo, mas «é a nossa lógica», como dizia São Boaventura,[125] referindo-se à cruz. Quando uma pessoa assume esta dinâmica, não deixa anestesiar a sua consciência e abre-se generosamente ao discernimento.\n\n175. Quando perscrutamos na presença de Deus os caminhos da vida, não há espaços que fiquem excluídos. Em todos os aspetos da existência, podemos continuar a crescer e dar algo mais a Deus, mesmo naqueles em que experimentamos as dificuldades mais fortes. Mas é necessário pedir ao Espírito Santo que nos liberte e expulse aquele medo que nos leva a negar-Lhe a entrada nalguns aspetos da nossa vida. Aquele que pede tudo, também dá tudo, e não quer entrar em nós para mutilar ou enfraquecer, mas para levar à perfeição. Isto mostra-nos que o discernimento não é uma autoanálise presuntuosa, uma introspeção egoísta, mas uma verdadeira saída de nós mesmos para o mistério de Deus, que nos ajuda a viver a missão para a qual nos chamou a bem dos irmãos.\n\n176. Desejo coroar estas reflexões com a figura de Maria, porque Ela viveu como ninguém as bem-aventuranças de Jesus. É Aquela que estremecia de júbilo na presença de Deus, Aquela que conservava tudo no seu coração e Se deixou atravessar pela espada. É a mais abençoada dos santos entre os santos, Aquela que nos mostra o caminho da santidade e nos acompanha. E, quando caímos, não aceita deixar-nos por terra e, às vezes, leva-nos nos seus braços sem nos julgar. Conversar com Ela consola-nos, liberta-nos, santifica-nos. A Mãe não necessita de muitas palavras, não precisa que nos esforcemos demasiado para Lhe explicar o que se passa connosco. É suficiente sussurrar uma vez e outra: «Ave Maria...».\n\n177. Espero que estas páginas sejam úteis para que toda a Igreja se dedique a promover o desejo da santidade. Peçamos ao Espírito Santo que infunda em nós um desejo intenso de ser santos para a maior glória de Deus; e animemo-nos uns aos outros neste propósito. Assim, compartilharemos uma felicidade que o mundo não poderá tirar-nos.\n\nDado em Roma, junto de São Pedro, no dia 19 de março – Solenidade de São José – do ano 2018, sexto do meu pontificado.\n\nFranciscus\n\n[1] Bento XVI, Homilia no início solene do Ministério Petrino (24 de abril de 2005): AAS 97 (2005), 708.\n\n[2] Em todo o caso, supõe-se que haja fama de santidade e uma prática das virtudes cristãs, pelo menos em grau ordinário: cf. Francisco, Carta ap. em forma de Motu Proprio Maiorem hac dilectionem (11 de julho de 2017), art. 2-c: L’Osservatore Romano (ed. portuguesa de 20/VII/2017), 6.\n\n[3] Conc. Ecum. Vat. II, Const. dogm. sobre a Igreja Lumen gentium, 9.\n\n[4] Cf. Joseph Malègue, Pierres noires. Les classes moyennes du Salut (Paris 1958).\n\n[5] Conc. Ecum. Vat. II, Const. dogm. sobre a Igreja Lumen gentium, 12.\n\n[6] Vida escondida y epifanía: Obras Completas, V (Burgos 2007), 637.\n\n[7] São João Paulo II, Carta ap. Novo millennio ineunte (6 de janeiro de 2001), 56: AAS 93 (2001), 307.\n\n[8] Carta ap. Tertio millennio adveniente (10 de novembro de 1994), 37: AAS 87 (1995), 29.\n\n[9] Homilia na Celebração ecuménica das testemunhas da fé do século XX (7 de maio de 2000), 5: AAS 92 (2000), 680-681.\n\n[10] Const. dogm. sobre a Igreja Lumen gentium, 11.\n\n[11] Cf. Hans U. von Balthasar, «Teología y santidad», Communio VI/87, 489.\n\n[12] Cântico Espiritual B, Prólogo, 2: Opere (Roma 1979), 490.\n\n[13] Ibid., 14-15, 2: o. c., 575.\n\n[14] Cf. Francisco, Catequese (Audiência geral, 19 de novembro de 2014): Insegnamenti, II/2 (2014), 554-557.\n\n[15] São Francisco de Sales,\n\nTratado do Amor de Deus, VIII, 11:\n\nOpere complete IV (Roma 2011), 468.\n\n[16] Cinco pães e dois peixes: um jubiloso testemunho de fé no meio das tribulações da prisão (Milão 2014), 20.\n\n[17] Conferência dos Bispos Católicos da Nova Zelândia, Healing love (1 de janeiro de 1988).\n\n[18] Cf.\n\nExercícios espirituais, 102-312.\n\n[19] Catecismo da Igreja Católica, 515.\n\n[20]\n\nIbid., 516.\n\n[21] Ibid., 517.\n\n[22]\n\nIbid., 518.\n\n[23] Ibid., 521.\n\n[24] Bento XVI,\n\nCatequese\n\n(Audiência geral, 13 de abril de 2011):\n\nInsegnamenti, VII (2011), 451.\n\n[25] Ibidem: o. c., 450.\n\n[26] Cf. Hans U. von Balthasar, «Teología y santidad»,\n\nCommunio VI/87, 486-493.\n\n[27] Xavier Zubiri, Naturaleza, historia, Dios (Madrid 31999), 427.\n\n[28] Carlos M. Martini,\n\nAs confissões de Pedro (Cinisello Balsamo 2017), 69.\n\n[29] É necessário distinguir, esta distração superficial, duma cultura saudável do repouso, que nos abre ao outro e à realidade com um espírito disponível e contemplativo.\n\n[30] São João Paulo II,\n\nHomilia na Missa de canonização (1 de outubro de 2000), 5:\n\nAAS 92 (2000), 852.\n\n[31] Conferência Episcopal Regional da África Ocidental, Mensagem pastoral no final da II Assembleia Plenária (29 de fevereiro de 2016), 2.\n\n[32]\n\nA mulher pobre (Régio Emília 1978), II, 375.\n\n[33] «Quer o individualismo neopelagiano quer o desprezo neognóstico do corpo descaraterizam a confissão de fé em Cristo, único Salvador universal» [Congr. para a Doutrina da Fé, Carta sobre alguns aspetos da salvação cristã Placuit Deo (22 de fevereiro de 2018), 4: L’Osservatore Romano (ed. portuguesa de 08/III/2018), 8]. Neste documento, encontram-se as bases doutrinais para compreender a salvação face às derivas neognósticas e neopelagianas atuais.\n\n[34] Francisco, Exort. ap.\n\nEvangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 94:\n\nAAS 105 (2013), 1060.\n\n[35] Ibid., 94: o. c., 1059.\n\n[36] Francisco,\n\nHomilia da Missa na Casa de Santa Marta (11 de novembro de 2016):\n\nL’Osservatore Romano (ed. portuguesa de 17/XI/2016), 11.\n\n[37] Como ensina São Boaventura, «é necessário que se deixem todas as operações intelectivas e que o ápice mais sublime do amor seja transferido e transformado totalmente em Deus. (…) Dado que, para se obter isto, nada pode a natureza e pouco pode a ciência, é preciso dar pouca importância à indagação, muita à unção espiritual; pouca à língua e muita à alegria interior; pouca à palavra e aos livros e toda ao dom de Deus, isto é, ao Espírito Santo; pouca ou nenhuma à criatura e toda ao Criador: ao Pai, ao Filho e ao Espírito Santo» [Itinerarium mentis in Deo, VII, 4-5: Opere di San Bonaventura (Roma 1993), 577].\n\n[38] Francisco,\n\nCarta ao Grão-Chanceler da Pontifícia Universidade Católica Argentina no centenário da Faculdade de Teologia (3 de março de 2015):\n\nL’Osservatore Romano (ed. portuguesa de 12/III/2015), 11.\n\n[39] Francisco, Exort. ap. Evangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 40: AAS 105 (2013), 1037.\n\n[40] Francisco,\n\nMensagem-vídeo ao congresso internacional de Teologia da Pontifícia Universidade Católica Argentina (1-3 de setembro de 2015):\n\nAAS 107 (2015), 980.\n\n[41] Exort. ap. pós-sinodal Vita consecrata (25 de março de 1996), 38: AAS 88 (1996), 412.\n\n[42] Francisco,\n\nCarta ao Grão-Chanceler da Pontifícia Universidade Católica Argentina no centenário da Faculdade de Teologia (3 de março de 2015):\n\nL’Osservatore Romano (ed. portuguesa de 12/III/2015), 11.\n\n[43] Carta a Frei António, 2: Fonti Francescane, 251.\n\n[44]\n\nDe septem Donis, 9, 15.\n\n[45] Idem, In IV Sent. 37, 1, 3, ad 6.\n\n[46] Francisco, Exort. ap.\n\nEvangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 94:\n\nAAS 105 (2013), 1059.\n\n[47]«Non omnes omnia possunt» (São Boaventura, De sex alis Seraphim 3, 8). Há que entender a afirmação na linha do Catecismo da Igreja Católica, n. 1735.\n\n[48] «Agora, porém, a graça é de certo modo imperfeita, pois – como se disse – não cura o homem totalmente» (São Tomás de Aquino,\n\nSumma Theologiae I-II, q. 109, a. 9, ad 1).\n\n[49] De natura et gratia, XLIII, 50: PL 44, 271.\n\n[50] Idem,\n\nConfissões, X, 29, 40:\n\nPL 32, 796.\n\n[51]Cf. Francisco, Exort. ap. Evangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 44: AAS 105 (2013), 1038.\n\n[52] Na compreensão da fé cristã, a graça é preveniente, concomitante e subsequente a todo o nosso agir. Cf. Conc. Ecum. de Trento, Sess.VI,\n\nDecretum de iustificatione, cap. 5:\n\nDzS 1525.\n\n[53] In Rom.9, 11: PG 60, 470.\n\n[54]\n\nHom. de humil.:\n\nPG 31, 530.\n\n[55] Cânone 4: DzS 374.\n\n[56] Sess. VI,\n\nDecretum de iustificatione, cap. 8:\n\nDzS 1532.\n\n[57] N. 1998.\n\n[58]\n\nIbid., 2007.\n\n[59] São Tomás de Aquino, Summa Theologiae, I-II, q. 114, a. 5.\n\n[60] Santa Teresa de Lisieux, “Ato de oferecimento ao Amor misericordioso”\n\n(Orações, 6):\n\nOpere Complete (Roma 1997), 943.\n\n[61] Lucio Gera, «Sobre el misterio del pobre», in P. Grelot-L. Gera-A. Dumas, El Pobre (Buenos Aires 1962), 103.\n\n[62] Esta é, em última análise, a doutrina católica acerca do «mérito» posterior à justificação: trata-se da cooperação do justificado no crescimento da vida da graça (cf.\n\nCatecismo da Igreja Católica, 2010). Todavia esta cooperação de forma alguma faz com que a própria justificação e a amizade com Deus se tornem objeto de um mérito humano.\n\n[63] Cf. Francisco, Exort. ap. Evangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 95: AAS 105 (2013), 1060.\n\n[64]\n\nSumma Theologiae, I-II, q. 107, art. 4.\n\n[65] Francisco, Homilia da Santa Missa por ocasião do jubileu das pessoas socialmente excluídas (13 de novembro de 2016): L’Osservatore Romano (ed. portuguesa de 17/XI/2016), 5.\n\n[66] Cf. Francisco,\n\nHomilia da Missa na Casa de Santa Marta (9 de junho de 2014):\n\nL’Osservatore Romano (ed. portuguesa de 12/VI/2014), 11.\n\n[67] A ordem entre a segunda e a terceira bem-aventurança diverge nas diferentes tradições textuais.\n\n[68]\n\nExercícios Espirituais, 23d (Roma\n\n61984), 58-59.\n\n[69] Manuscrito C, 12r: Opere Complete (Roma 1997), 247.\n\n[70] Desde os tempos patrísticos, a Igreja valoriza o dom das lágrimas, como consta na sugestiva oração «\n\nad petendam compunctionem cordis – para pedir o arrependimento do coração»: «Ó Deus omnipotente e mansíssimo, que, fizestes surgir da rocha uma fonte de água viva para o povo sedento, fazei brotar da dureza do nosso coração lágrimas de arrependimento, para podermos chorar os nossos pecados e obter, por vossa misericórdia, a sua remissão» (\n\nMissale Romanum, ed. typ. 1962, p. 922).\n\n[71] Catecismo da Igreja Católica, 1789; cf. 1970.\n\n[72]\n\nIbid., 1787.\n\n[73] A difamação e a calúnia são comparáveis a um ato terrorista: atira-se a bomba, destrói e o terrorista segue o seu caminho feliz e tranquilo. Isto é muito diferente da nobreza de quem se aproxima para falar face a face, com sinceridade serena, pensando no bem do outro.\n\n[74] Nalgumas ocasiões, pode ser necessário falar sobre as dificuldades dum irmão. Nestes casos, porém, pode acontecer que se transmita uma interpretação em vez do facto objetivo. A paixão deforma a realidade concreta do facto, transforma-o numa interpretação e acaba-se por transmitir esta interpretação cheia de subjetividade. Deste modo, destrói-se a realidade e não se respeita a verdade do outro.\n\n[75] Francisco, Exort. ap. Evangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 218: AAS 105 (2013), 1110.\n\n[76]\n\nIbid., 239:\n\no. c., 1116.\n\n[77] Ibid., 227: o. c., 1112.\n\n[78] Carta enc.\n\nCentesimus annus (1 de maio de 1991), 41:\n\nAAS 83 (1991), 844-845.\n\n[79] Carta ap. Novo millennio ineunte (6 de janeiro de 2001), 49: AAS 93 (2001), 302.\n\n[80]\n\nIbid., 49:\n\no. c., 302.\n\n[81] Francisco, Bula Misericordiae Vultus (11 de abril de 2015), 12: AAS 107 (2015), 407.\n\n[82] Lembremos a reação do bom samaritano à vista do homem que os salteadores deixaram meio morto na beira da estrada (cf.\n\nLc 10, 30-37).\n\n[83] Conferência Canadiana dos Bispos Católicos - Comissão de Assuntos Sociais, Carta aberta aos membros do Parlamento The Common Good or Exclusion: a Choice for Canadians (1 de fevereiro de 2001), 9.\n\n[84] A V Conferência Geral do Episcopado Latino-Americano, atendo-se ao magistério constante da Igreja, ensinou que o ser humano «é sempre sagrado, desde a sua conceção,\n\nem todas as etapas da existência, até à sua morte natural e depois da morte», e que a sua vida deve ser cuidada «desde a conceção,\n\nem todas as suas etapas, até à morte natural» [\n\nDocumento de Aparecida (29 de junho de 2007), 388;464].\n\n[85] Regra, 53, 1: PL 66, 749.\n\n[86] Cf.\n\nibid., 53, 7:\n\no. c., 750.\n\n[87] Ibid., 53, 15: o. c., 751.\n\n[88] Francisco, Bula\n\nMisericordiae Vultus (11 de abril de 2015), 9:\n\nAAS 107 (2015), 405.\n\n[89] Ibid., 10: o. c., 406.\n\n[90] Idem, Exort. ap. pós-sinodal\n\nAmoris laetitia (19 de março de 2016), 311:\n\nAAS108 (2016), 439.\n\n[91] Idem, Exort. ap. Evangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 197: AAS 105 (2013), 1103.\n\n[92] Cf.\n\nSumma Theologiae, II-II, q. 30, a. 4.\n\n[93] Ibid., ad 1.\n\n[94]\n\nCristo en los Pobres (Madrid 1981), 37-38.\n\n[95] Há muitas formas de bulismo que, embora pareçam elegantes ou respeitosas e até mesmo muito espirituais, provocam muito sofrimento na autoestima dos outros.\n\n[96]\n\nCautelas, 13:\n\nOpere (Roma\n\n41979), 1070.\n\n[97] Ibid., 13: o. c., 1070.\n\n[98]\n\nA Misericórdia Divina na minha alma. Diário da Beata Irmã Faustina Kowalska (Cidade do Vaticano 1996), 132.\n\n[99] São Tomás de Aquino, Summa Theologiae, I-II, q. 70, a. 3.\n\n[100] Francisco, Exort. ap.\n\nEvangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 6:\n\nAAS 105 (2013), 1221.\n\n[101] Recomendo a reza desta oração atribuída a São Tomás Moro: «Dai-me, Senhor, uma boa digestão e também qualquer coisa para digerir. Dai-me a saúde do corpo, com o bom humor necessário para a conservar. Dai-me, Senhor, uma alma santa que saiba aproveitar o que é bom e puro, e não se assuste à vista do pecado, mas encontre a forma de colocar as coisas de novo em ordem. Dai-me uma alma que não conheça o tédio, as murmurações, os suspiros e os lamentos, e não permitais que sofra excessivamente por essa realidade tão dominadora que se chama “eu”. Dai-me, Senhor, o sentido do humor. Dai-me a graça de entender os gracejos, para que conheça na vida um pouco de alegria e possa comunicá-la aos outros. Assim seja».\n\n[102] Francisco, Exort. ap. pós-sinodal\n\nAmoris laetitia (19 de março de 2016), 110:\n\nAAS108 (2016), 354.\n\n[103] Exort. ap. Evangelii nuntiandi (8 de dezembro de 1975), 80: AAS 68 (1976), 73. É interessante notar que, neste texto, o Beato Paulo VI liga intimamente a alegria à parresia. Assim como lamenta «a falta de alegria e de esperança», assim também exalta a «suave e reconfortante alegria de evangelizar» que está unida a «um impulso interior que nada e ninguém pode extinguir», para que o mundo não receba o Evangelho «de evangelizadores tristes e descoroçoados». Durante o Ano Santo de 1975, o próprio Paulo VI dedicou à alegria a Exortação apostólica Gaudete in Domino (9 de maio de 1975): AAS 67 (1975), 289-322.\n\n[104]\n\nCautelas, 15:\n\nOpere (Roma\n\n41979), 1072.\n\n[105] São João Paulo II, Exort. ap. pós-sinodal Vita consecrata (25 de março de 1996), 42: AAS88 (1996), 416.\n\n[106]\n\nConfissões, IX, 10, 23-25:\n\nPL 32, 773-775.\n\n[107] Lembro de modo especial as três palavras-chave «com licença, obrigado, desculpa», porque «as palavras adequadas, ditas no momento certo, protegem e alimentam o amor dia após dia» [Francisco, Exort. ap. pós-sinodal Amoris laetitia (19 de março de 2016), 133: AAS108 (2016), 363].\n\n[108] Santa Teresa de Lisieux,\n\nManuscrito C, 29v-30r:\n\nOpere Complete (Roma 1997), 269.\n\n[109] Graus de perfeição, 2: Opere (Roma 41979), 1079.\n\n[110] Idem,\n\nConselhos para alcançar a perfeição, 9:\n\nOpere (Roma\n\n41979), 1078.\n\n[111] Vida autógrafa de Santa Teresa, 8, 5: Opere (Roma 1981), 95.\n\n[112] São João Paulo II, Carta ap.\n\nOrientale lumen (2 de maio de 1995), 16:\n\nAAS87 (1995), 762.\n\n[113] Francisco, Discurso no V Congresso Nacional da Igreja Italiana (Florença 10 de novembro de 2015): AAS107 (2015), 1284.\n\n[114] Cf. São Bernardo,\n\nSermão sobre o Cântico dos Cânticos, 61, 3-5:\n\nPL 183, 1071-1073.\n\n[115] Relatos de um Peregrino Russo (Milão 31979), 41;129.\n\n[116] Cf.\n\nExercícios Espirituais, 230-237.\n\n[117] Carta a Henry de Castries (14 de agosto de 1901).\n\n[118] V Conferência Geral do Episcopado Latino-Americano e do Caribe,\n\nDocumento de Aparecida (29 de junho de 2007), 259.\n\n[119] Conferência dos Bispos Católicos da Índia, Declaração final da XXI Assembleia plenária (18 de fevereiro de 2009), 3.2.\n\n[120] Cf. Francisco,\n\nHomilia da Missa na Casa de Santa Marta (11 de outubro de 2013):\n\nL’Osservatore Romano (ed. portuguesa de 13/X/2013), 13.\n\n[121] «Uma das maiores necessidades é a defesa daquele mal, a que chamamos demónio. (...) O mal já não é apenas uma deficiência, mas uma eficiência, um ser vivo, espiritual, pervertido e perversor. Trata-se de uma realidade terrível, misteriosa e medonha. Sai do âmbito dos ensinamentos bíblicos e eclesiásticos quem se recusa a reconhecer a existência desta realidade; ou melhor, quem faz dela um princípio em si mesmo, como se não tivesse – como todas as criaturas – origem em Deus, ou a explica como uma pseudorrealidade, como uma personificação conceitual e fantástica das causas desconhecidas das nossas desgraças» [Beato Paulo VI, Catequese (Audiência Geral de 15 de novembro de 1972): Insegnamenti X (1972), 1168-1170].\n\n[122] São José Gabriel do Rosário Brochero,\n\nSermão das Bandeiras: Conferência Episcopal Argentina,\n\nEl Cura Brochero. Cartas y sermones (Buenos Aires 1999), 71.\n\n[123] Francisco, Exort. ap. Evangelii gaudium (24 de novembro de 2013), 85: AAS 105 (2013), 1056.\n\n[124] No túmulo de Santo Inácio de Loyola, lê-se este sábio epitáfio: «\n\nNon coerceri a maximo, contineri tamen a minimo divinum est – é divino não se assustar com as coisas maiores e, simultaneamente, cuidar das menores».\n\n[125] Collationes in Hexaemeron, 1, 30.\n\nCopyright © Dicastério para a Comunicação\n\nA Santa Sé\n\nA Santa Sé","witnesses":[{"sourceUrl":"https://www.vatican.va/content/francesco/pt/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20180319_gaudete-et-exsultate.html","sha256":"ed186ddea0e8c50f2b7f1bdf4adaa8ca3b8b0468c0a75c8111e65efb80682516","localUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/pt.html","textUrl":"assets/docs/magisterium/source-corpus/papa-francesco-esortazione-ap-20180319-gaudete-et-exsultate-0707220e16/pt.txt"}]}}}
